Langtitel
Bundesgesetz über das Urheberrecht an Werken der Literatur und der Kunst und über verwandte Schutzrechte (Urheberrechtsgesetz).
StF: BGBl. Nr. 111/1936 (StR: 39/Gu. BT: 64/Ge S. 19.)
Änderung
BGBl. Nr. 206/1949 (NR: GP V IA 191/A AB 972 S. 117. BR: S. 46.)
BGBl. Nr. 106/1953 (NR: GP VII RV 64 AB 115 S. 15. BR: S. 86.)
BGBl. Nr. 175/1963 (NR: GP X RV 142 AB 193 S. 21. BR: S. 206.)
BGBl. Nr. 492/1972 idF BGBl. Nr. 142/1973 (DFB) (NR: GP XIII RV 239 AB 576 S. 58. BR: S. 317.)
BGBl. Nr. 422/1974 (NR: GP XIII RV 850 AB 1236 S. 113. BR: S. 334.)
BGBl. Nr. 321/1980 (NR: GP XV AB 422 S. 42. BR: AB 2190 S. 400.)
BGBl. Nr. 295/1982 (NR: GP XV RV 385 AB 973 S. 106. BR: S. 419.)
BGBl. Nr. 601/1988 (NR: GP XVII AB 718 S. 75. BR: AB 3575 S. 507.)
BGBl. Nr. 612/1989 (NR: GP XVII IA 200/A AB 1114 S. 119. BR: AB 3765 S. 522.)
BGBl. Nr. 93/1993 (NR: GP XVIII RV 596 AB 854 S. 101. BR: 4478 AB 4470 S. 564.)
[CELEX-Nr.: 391L0250]
BGBl. Nr. 151/1996 (NR: GP XX RV 3 AB 40 S. 8. BR: 5136 AB 5140 S. 610.)
[CELEX-Nr.: 393L0083, 393L0098]
BGBl. I Nr. 25/1998 (NR: GP XX RV 883 AB 1001 S. 104. BR: AB 5603 S. 634.)
[CELEX-Nr.: 396L0009]
BGBl. I Nr. 110/2000 (NR: GP XXI IA 210/A AB 290 S. 36. BR: AB 6218 S. 668.)
BGBl. I Nr. 32/2003 (NR: GP XXII RV 40 AB 51 S. 12. BR: 6777 AB 6783 S. 696.)
[CELEX-Nr.: 32001L0029]
BGBl. I Nr. 22/2006 (NR: GP XXII AB 1240 S. 129.)
[CELEX-Nr.: 32001L0084]
BGBl. I Nr. 81/2006 (NR: GP XXII RV 1324 AB 1508 S. 153. BR: AB 7564 S. 735)
[CELEX-Nr.: 32004L0048]
BGBl. I Nr. 75/2009 (NR: GP XXIV IA 673/A AB 275 S. 29. BR: AB 8146 S. 774.)
BGBl. I Nr. 2/2010 (NR: GP XXIV IA 869/A AB 574 S. 49. BR: AB 8234 S. 780.)
BGBl. I Nr. 29/2010 (NR: GP XXIV RV 612 AB 651 S. 60. BR: 8302 AB 8304 S. 784.)
BGBl. I Nr. 58/2010 (NR: GP XXIV RV 771 AB 840 S. 74. BR: 8354 AB 8380 S. 787.)
BGBl. I Nr. 150/2013 (NR: GP XXIV IA 2338/A AB 2464 S. 216. BR: AB 9116 S. 823.)
[CELEX-Nr.: 32011L0077]
BGBl. I Nr. 11/2015 (NR: GP XXV RV 368 AB 401 S. 55. BR: AB 9308 S. 837.)
[CELEX-Nr.: 32012L0028]
BGBl. I Nr. 99/2015 (NR: GP XXV RV 687 S. 83. BR: AB 9421 S. 844.)
BGBl. I Nr. 63/2018 idF BGBl. I Nr. 27/2019 (VFB) (NR: GP XXVI RV 185 AB 222 S. 34. BR: AB 10019 S. 882.)
[CELEX-Nr.: 32017L1564]
BGBl. I Nr. 105/2018 (VfGH)
BGBl. I Nr. 244/2021 (NR: GP XXVII RV 1178 AB 1257 S. 137. BR: AB 10839 S. 936.)
[CELEX-Nr.: 32019L0789, 32019L0790]
BGBl. I Nr. 182/2023 (NR: GP XXVII RV 2309 AB 2344 S. 247. BR: 11366 AB 11400 S. 961.)
Text
I. Hauptstück.
Urheberrecht an Werken der Literatur und der Kunst.
I. Abschnitt.
Das Werk.
Werke der Literatur und der Kunst.
§ 1. (1) Werke im Sinne dieses Gesetzes sind eigentümliche geistige Schöpfungen auf den Gebieten der Literatur, der Tonkunst, der bildenden Künste und der Filmkunst.
(2) Ein Werk genießt als Ganzes und in seinen Teilen urheberrechtlichen Schutz nach den Vorschriften dieses Gesetzes.
Werke der Literatur.
§ 2. Werke der Literatur im Sinne dieses Gesetzes sind:
- Sprachwerke aller Art einschließlich Computerprogrammen (§ 40a);
- Bühnenwerke, deren Ausdrucksmittel Gebärden und andere Körperbewegungen sind (choreographische und pantomimische Werke);
- Werke wissenschaftlicher oder belehrender Art, die in bildlichen Darstellungen in der Fläche oder im Raume bestehen, sofern sie nicht zu den Werken der bildenden Künste zählen.
Werke der bildenden Künste.
§ 3. (1) Zu den Werken der bildenden Künste im Sinne dieses Gesetzes gehören auch die Werke der Lichtbildkunst (Lichtbildwerke), der Baukunst und der angewandten Kunst (des Kunstgewerbes).
(2) Werke der Lichtbildkunst (Lichtbildwerke) sind durch ein photographisches oder durch ein der Photographie ähnliches Verfahren hergestellte Werke.
Werke der Filmkunst.
§ 4. Unter Werken der Filmkunst (Filmwerke) versteht dieses Gesetz Laufbildwerke, wodurch die den Gegenstand des Werkes bildenden Vorgänge und Handlungen entweder bloß für das Gesicht oder gleichzeitig für Gesicht und Gehör zur Darstellung gebracht werden, ohne Rücksicht auf die Art des bei der Herstellung oder Aufführung des Werkes verwendeten Verfahrens.
Bearbeitungen.
§ 5. (1) Übersetzungen und andere Bearbeitungen werden, soweit sie eine eigentümliche geistige Schöpfung des Bearbeiters sind, unbeschadet des am bearbeiteten Werke bestehenden Urheberrechtes, wie Originalwerke geschützt.
(2) Die Benutzung eines Werkes bei der Schaffung eines anderen macht dieses nicht zur Bearbeitung, wenn es im Vergleich zu dem benutzten Werke ein selbständiges neues Werk darstellt.
Sammelwerke.
§ 6. Sammlungen, die infolge der Zusammenstellung einzelner Beiträge zu einem einheitlichen Ganzen eine eigentümliche geistige Schöpfung darstellen, werden als Sammelwerke urheberrechtlich geschützt; die an den aufgenommenen Beiträgen etwa bestehenden Urheberrechte bleiben unberührt.
Freie Werke.
§ 7. (1) Gesetze, Verordnungen, amtliche Erlässe, Bekanntmachungen und Entscheidungen sowie ausschließlich oder vorwiegend zum amtlichen Gebrauch hergestellte amtliche Werke der im § 2 Z 1 oder 3 bezeichneten Art genießen keinen urheberrechtlichen Schutz.
(2) Vom Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen hergestellte oder bearbeitete (§ 5 Abs. 1) und zur Verbreitung (§ 16) bestimmte Landkartenwerke sind keine freien Werke.
Veröffentlichte Werke.
§ 8. Ein Werk ist veröffentlicht, sobald es mit Einwilligung des Berechtigten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden ist.
Erschienene Werke.
§ 9. (1) Ein Werk ist erschienen, sobald es mit Einwilligung der Berechtigten der Öffentlichkeit dadurch zugänglich gemacht worden ist, daß Werkstücke in genügender Anzahl feilgehalten oder in Verkehr gebracht worden sind.
(2) Ein Werk, das innerhalb eines Zeitraumes von 30 Tagen im Inland und im Ausland erschienen ist, zählt zu dem im Inland erschienenen Werken.
II. Abschnitt.
Der Urheber.
§ 10. (1) Urheber eines Werkes ist, wer es geschaffen hat.
(2) In diesem Gesetz umfaßt der Ausdruck „Urheber“, wenn sich nicht aus dem Hinweis auf die Bestimmung des Absatzes 1 das Gegenteil ergibt, außer dem Schöpfer des Werkes auch die Personen, auf die das Urheberrecht nach seinem Tode übergegangen ist.
Miturheber.
§ 11. (1) Haben mehrere gemeinsam ein Werk geschaffen, bei dem die Ergebnisse ihres Schaffens eine untrennbare Einheit bilden, so steht das Urheberrecht allen Miturhebern gemeinschaftlich zu.
(2) Jeder Miturheber ist für sich berechtigt, Verletzungen des Urheberrechtes gerichtlich zu verfolgen. Zu einer Änderung oder Verwertung des Werkes bedarf es des Einverständnisses aller Miturheber. Verweigert ein Miturheber seine Einwilligung ohne ausreichenden Grund, so kann ihn jeder andere Miturheber auf deren Erteilung klagen. Hat der Beklagte im Inland keinen allgemeinen Gerichtsstand, so sind die Gerichte, in deren Sprengel der erste Wiener Gemeindebezirk liegt, zuständig.
(3) Die Verbindung von Werken verschiedener Art - wie die eines Werkes der Tonkunst mit einem Sprachwerk oder einem Filmwerk - begründet an sich keine Miturheberschaft.
Vermutung der Urheberschaft.
§ 12. (1) Wer auf den Vervielfältigungsstücken eines erschienenen Werkes oder auf einem Urstück eines Werkes der bildenden Künste in der üblichen Weise als Urheber bezeichnet wird, gilt bis zum Beweis des Gegenteils als Urheber (§ 10, Absatz 1) des Werkes, wenn die Bezeichnung in der Angabe seines wahren Namens oder eines von ihm bekanntermaßen gebrauchten Decknamens oder - bei Werken der bildenden Künste - in einem solchen Künstlerzeichen besteht.
(2) Dasselbe gilt von dem, der bei einem öffentlichen Vortrag, einer öffentlichen Aufführung oder Vorführung, bei einer Rundfunksendung oder öffentlichen Zurverfügungstellung des Werkes auf die im Absatz 1 angegebene Art als Urheber bezeichnet wird, wenn nicht die im Absatz 1 aufgestellte Vermutung der Urheberschaft für einen anderen spricht.
Ungenannte Urheber.
§ 13. Solange der Urheber (§ 10, Absatz 1) eines erschienenen Werkes nicht auf eine Art bezeichnet worden ist, die nach § 12 die Vermutung der Urheberschaft begründet, gilt der Herausgeber oder, wenn ein solcher auf den Werkstücken nicht angegeben ist, der Verleger als mit der Verwaltung des Urheberrechtes betrauter Bevollmächtigter des Urhebers. Auch ist der Herausgeber oder Verleger in einem solchen Falle berechtigt, Verletzungen des Urheberrechtes im eigenen Namen gerichtlich zu verfolgen.
III. Abschnitt
Das Urheberrecht.
1. Verwertungsrechte.
§ 14. (1) Der Urheber hat mit den vom Gesetz bestimmten Beschränkungen das ausschließliche Recht, das Werk auf die ihm durch die folgenden Vorschriften vorbehaltenen Arten zu verwerten (Verwertungsrechte).
(2) Der Urheber einer Übersetzung oder anderen Bearbeitung darf diese auf die ihm vorbehaltenen Arten nur verwerten, soweit ihm der Urheber des bearbeiteten Werkes das ausschließliche Recht oder die Bewilligung dazu (Bearbeitungs- oder Übersetzungsrecht) erteilt.
(3) Die öffentliche Mitteilung des Inhaltes eines Werkes der Literatur oder der Filmkunst ist dem Urheber vorbehalten, solange weder das Werk noch dessen wesentlicher Inhalt mit Einwilligung des Urhebers veröffentlicht ist.
Vervielfältigungsrecht.
§ 15. (1) Der Urheber hat das ausschließliche Recht, das Werk - gleichviel in welchem Verfahren, in welcher Menge und ob vorübergehend oder dauerhaft - zu vervielfältigen.
(2) Eine Vervielfältigung liegt namentlich auch in dem Festhalten des Vortrages oder der Aufführung eines Werkes auf Mitteln zur wiederholbaren Wiedergabe für Gesicht oder Gehör (Bild- oder Schallträger), wie zum Beispiel auf Filmstreifen oder Schallplatten.
(3) Solchen Schallträgern stehen der wiederholbaren Wiedergabe von Werken dienende Mittel gleich, die ohne Schallaufnahme durch Lochen, Stanzen, Anordnen von Stiften oder auf ähnliche Art hergestellt werden (Drehorgeln, Spieldosen u. dgl.).
(4) Bei Plänen und Entwürfen zu Werken der bildenden Künste umfaßt das Vervielfältigungsrecht auch das ausschließliche Recht, das Werk danach auszuführen.
Verbreitungsrecht.
§ 16. (1) Der Urheber hat das ausschließliche Recht, Werkstücke zu verbreiten. Kraft dieses Rechtes dürfen Werkstücke ohne seine Einwilligung weder feilgehalten noch auf eine Art, die das Werk der Öffentlichkeit zugänglich macht, in Verkehr gebracht werden.
(2) Solange ein Werk nicht veröffentlicht ist, umfaßt das Verbreitungsrecht auch das ausschließliche Recht, das Werk durch öffentliches Anschlagen, Auflegen, Aushängen, Ausstellen oder durch eine ähnliche Verwendung von Werkstücken der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
(3) Dem Verbreitungsrecht unterliegen - vorbehaltlich des § 16a - Werkstücke nicht, die mit Einwilligung des Berechtigten durch Übertragung des Eigentums in einem Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaft oder in einem Vertragsstaat des Europäischen Wirtschaftsraums in Verkehr gebracht worden sind.
(4) Dem an einem Werke der bildenden Künste bestehenden Verbreitungsrecht unterliegen Werkstücke nicht, die Zugehör einer unbeweglichen Sache sind.
(5) Wo sich dieses Gesetz des Ausdrucks „ein Werk verbreiten“ bedient, ist darunter nur die nach den Absätzen 1 bis 3 dem Urheber vorbehalten Verbreitung von Werkstücken zu verstehen.
Vermieten und Verleihen
§ 16a. (1) § 16 Abs. 3 gilt nicht für das Vermieten (Abs. 3) von Werkstücken.
(2) § 16 Abs. 3 gilt für das Verleihen (Abs. 3) von Werkstücken mit der Maßgabe, daß der Urheber einen Anspruch auf angemessene Vergütung hat. Solche Ansprüche können nur von Verwertungsgesellschaften geltend gemacht werden.
(3) Im Sinn dieser Bestimmung ist unter Vermieten die zeitlich begrenzte, Erwerbszwecken dienende Gebrauchsüberlassung zu verstehen, unter Verleihen die zeitlich begrenzte, nicht Erwerbszwecken dienende Gebrauchsüberlassung durch eine der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung (Bibliothek, Bild- oder Schallträgersammlung, Artothek und dergleichen).
(4) Die Abs. 1 und 2 gelten nicht
- für das Vermieten und Verleihen zum Zweck der Rundfunksendung (§ 17) sowie des öffentlichen Vortrags und der öffentlichen Aufführung und Vorführung (§ 18),
- für Werke der angewandten Kunst (des Kunstgewerbes).
(5) Gestattet ein Werknutzungsberechtigter oder der nach § 38 Abs. 1 berechtigte Filmhersteller gegen Entgelt anderen das Vermieten oder Verleihen von Werkstücken, so hat der Urheber gegen den Werknutzungsberechtigten beziehungsweise den Filmhersteller einen unverzichtbaren Anspruch auf einen angemessenen Anteil an diesem Entgelt. Steht der Vergütungsanspruch für das Verleihen von Werkstücken nach dem Gesetz oder auf Grund eines Vertrages einem anderen zu, so hat der Urheber einen unverzichtbaren Anspruch auf einen angemessenen Anteil an der Vergütung.
Folgerecht
§ 16b. (1) § 16 Abs. 3 gilt für die Weiterveräußerung des Originals eines Werkes der bildenden Künste nach der ersten Veräußerung durch den Urheber mit der Maßgabe, dass der Urheber gegen den Veräußerer einen Anspruch auf eine Vergütung in der Höhe des folgenden Anteils am Verkaufspreis ohne Steuern (Folgerechtsvergütung) hat:
- 4% von den ersten 50.000 EUR,
- 3% von den weiteren 150.000 EUR,
- 1% von den weiteren 150.000 EUR,
- 0,5% von den weiteren 150.000 EUR,
- 0,25% von allen weiteren Beträgen;
die Vergütung beträgt insgesamt jedoch höchstens 12.500 EUR.
(2) Der Anspruch auf Folgerechtsvergütung steht nur zu, wenn der Verkaufspreis mindestens 2.500 EUR beträgt und an der Veräußerung ein Vertreter des Kunstmarkts – wie ein Auktionshaus, eine Kunstgalerie oder ein sonstiger Kunsthändler - als Verkäufer, Käufer oder Vermittler beteiligt ist; diese Personen haften als Bürge und Zahler, soweit sie nicht selbst zahlungspflichtig sind. Auf den Anspruch kann im Voraus nicht verzichtet werden. Der Anspruch kann auch durch Verwertungsgesellschaften geltend gemacht werden; im Übrigen ist der Anspruch unveräußerlich. § 23 Abs. 1 gilt sinngemäß.
(3) Als Originale im Sinn des Abs. 1 gelten Werkstücke,
- die vom Urheber selbst geschaffen worden sind,
- die vom Urheber selbst oder unter seiner Leitung in begrenzter Auflage hergestellt und in der Regel nummeriert sowie vom Urheber signiert oder auf andere geeignete Weise autorisiert worden sind,
- die sonst als Originale angesehen werden.
(4) Ein Anspruch auf Folgerechtsvergütung steht nicht zu, wenn der Verkäufer das Werk vor weniger als drei Jahren vom Urheber erworben hat und der Verkaufspreis 10.000 EUR nicht übersteigt.
Senderecht.
§ 17. (1) Der Urheber hat das ausschließliche Recht, das Werk durch Rundfunk oder auf eine ähnliche Art zu senden.
(2) Einer Rundfunksendung steht es gleich, wenn ein Werk von einer im In- oder im Ausland gelegenen Stelle aus der Öffentlichkeit im Inland, ähnlich wie durch Rundfunk, aber mit Hilfe von Leitungen wahrnehmbar gemacht wird.
(3) Die gleichzeitige, vollständige und unveränderte Übermittlung von Rundfunksendungen des Österreichischen Rundfunks mit Hilfe von Leitungen im Inland gilt als Teil der ursprünglichen Rundfunksendung.
(4) Übermittelt ein Rundfunkunternehmer ein Werk mittels eines technischen Verfahrens einer Einrichtung, die kein Rundfunkunternehmer ist (Signalverteiler), ohne dass es der Öffentlichkeit während dieser Übermittlung zugänglich wird (Direkteinspeisung), und macht der Signalverteiler das Werk unmittelbar einer Öffentlichkeit wahrnehmbar, so gelten der Rundfunkunternehmer und der Signalverteiler als Teilnehmer an einer einzigen Sendung, an der sie durch ihre jeweiligen Beiträge beteiligt sind und für die sie jeweils die Erlaubnis des Urhebers einholen müssen. Dies gilt nicht, wenn der Rundfunkunternehmer das Werk auch selbst sendet. Das Recht, ein Werk als Signalverteiler unmittelbar einer Öffentlichkeit wahrnehmbar zu machen, kann nur von Verwertungsgesellschaften geltend gemacht werden. §§ 59a und 59b sind anzuwenden.
§ 17a. Wenn die programmtragenden Signale verschlüsselt gesendet werden, liegt eine Rundfunksendung nur dann vor, wenn die Mittel zur Entschlüsselung der Sendung durch den Rundfunkunternehmer selbst oder mit seiner Zustimmung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden sind.
§ 17b. (1) Im Fall der Rundfunksendung über Satellit liegt die dem Urheber vorbehaltene Verwertungshandlung in der unter der Kontrolle und Verantwortung des Rundfunkunternehmers vorgenommenen Eingabe der programmtragenden Signale in eine ununterbrochene Kommunikationskette, die zum Satelliten und zurück zur Erde führt. Die Rundfunksendung über Satellit findet daher vorbehaltlich des Abs. 2 nur in dem Staat statt, in dem diese Eingabe vorgenommen wird.
(2) Findet die in Abs. 1 bezeichnete Eingabe in einem Staat statt, der kein Mitgliedstaat des Europäischen Wirtschaftsraums ist und in dem das in Kapitel II der Richtlinie des Rates der Europäischen Gemeinschaften vom 27. September 1993 zur Koordinierung bestimmter urheber- und leistungsschutzrechtlicher Vorschriften betreffend Satellitenrundfunk und Kabelweiterverbreitung, ABl. Nr. L 248 vom 6. Oktober 1993, S 15, in der für Österreich gemäß Anh. XVII des EWR-Abkommens geltenden Fassung, vorgesehene Schutzniveau nicht gewährleistet ist, dann findet die Sendung statt
- in dem Mitgliedstaat des Europäischen Wirtschaftsraums, in dem die Erdfunkstation liegt, von der aus die programmtragenden Signale zum Satelliten geleitet werden;
- wenn die Voraussetzung nach Z 1 nicht vorliegt, in dem Mitgliedstaat des Europäischen Wirtschaftsraums, in dem die Hauptniederlassung des Rundfunkunternehmers liegt, der die Eingabe im Sinn des Abs. 1 in Auftrag gegeben hat.
(3) In den Fällen des Abs. 2 gilt das Betreiben der Erdfunkstation beziehungsweise die Auftragserteilung zur Eingabe im Sinn des Abs. 1 als Sendung im Sinn des § 17 Abs. 1.
Vortrags-, Aufführungs- und Vorführungsrecht.
§ 18. (1) Der Urheber hat das ausschließliche Recht, ein Sprachwerk öffentlich vorzutragen oder aufzuführen, ein Werk der im § 2, Z 2, bezeichneten Art, ein Werk der Tonkunst oder ein Filmwerk öffentlich aufzuführen und ein Werk der bildenden Künste durch optische Einrichtung öffentlich vorzuführen.
(2) Dabei macht es keinen Unterschied, ob der Vortrag oder die Aufführung unmittelbar oder mit Hilfe von Bild- oder Schallträgern vorgenommen wird.
(3) Zu den öffentlichen Vorträgen, Aufführungen und Vorführungen gehören auch die Benutzung einer Rundfunksendung oder öffentlichen Zurverfügungstellung eines Werkes zu einer öffentlichen Wiedergabe des gesendeten oder der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellten Werkes durch Lautsprecher oder durch eine andere technische Einrichtung sowie die auf eine solche Art bewirkte öffentliche Wiedergabe von Vorträgen, Aufführungen oder Vorführungen eines Werkes außerhalb des Ortes (Theater, Saal, Platz, Garten u. dgl.), wo sie stattfinden. Verwertungen, die dem Vortrags-, Aufführungsoder Vorführungsrecht unterliegen, unterliegen nicht dem Senderecht und umgekehrt. Die durch dieselbe Person innerhalb der von ihr betriebenen Einrichtung erfolgende Zuleitung von Rundfunkprogrammen zum Zweck der öffentlichen Wiedergabe ist Teil der öffentlichen Wiedergabe und unterliegt nicht dem Senderecht. Die letzten beiden Sätze gelten auch für die Rechte von Leistungsschutzberechtigten, unbeschadet der jeweiligen Ausgestaltung der Rechte.
Zurverfügungstellungsrecht
§ 18a. (1) Der Urheber hat das ausschließliche Recht, das Werk der Öffentlichkeit drahtgebunden oder drahtlos in einer Weise zur Verfügung zu stellen, dass es Mitgliedern der Öffentlichkeit von Orten und zu Zeiten ihrer Wahl zugänglich ist.
(2) Wenn sich dieses Gesetz des Ausdrucks „ein Werk der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen“ oder „öffentliche Zurverfügungstellung eines Werkes“ bedient, ist darunter nur die dem Urheber nach Abs. 1 vorbehaltene Verwertung zu verstehen.
Ergänzende Online-Dienste
§ 18b. (1) Wenn ein Rundfunkunternehmer online Fernseh- oder Hörfunkprogramme gleichzeitig oder für einen begrenzten Zeitraum nach der Sendung der Programme oder solche Programme ergänzende Materialien bereitstellt (ergänzender Online-Dienst), finden die einer solchen ergänzenden Sendung oder Zurverfügungstellung zugrundeliegende Verwertungshandlung sowie eine für die Bereitstellung, den Zugang oder die Nutzung der Programme erforderliche Vervielfältigung nur in dem Staat statt, in dem der Rundfunkunternehmer, unter dessen Kontrolle und Verantwortung die Programme oder ergänzenden Materialien bereitgestellt werden, seine Hauptniederlassung hat. Dies gilt jedoch nur für ergänzende Online-Dienste, die eindeutig auf die Sendung der Programme des Rundfunkunternehmers bezogen und ihr untergeordnet sind.
(2) Abs. 1 gilt
- für Hörfunkprogramme und
- Fernsehprogramme, die Nachrichtensendungen oder Sendungen zum aktuellen Geschehen oder von dem Rundfunkunternehmer vollständig finanzierte Eigenproduktionen sind, es sei denn, es handelt sich um Sportveranstaltungen und in solchen enthaltene Werke oder sonstige Schutzgegenstände.
(3) Bei der Bemessung der Vergütung für einen ergänzenden Online-Dienst sind alle Aspekte des Dienstes, wie seine Eigenschaften, der Zeitraum, in dem die bereitgestellten Programme online verfügbar sind, das Publikum und die bereitgestellten Sprachfassungen, zu berücksichtigen. Dies schließt die Berechnung der Höhe der Vergütung auf der Grundlage der Einnahmen des Rundfunkunternehmers nicht aus.
(4) Die Abs. 1 bis 3 lassen die Freiheit der Rechteinhaber sowie des Rundfunkunternehmers unberührt, im Einklang mit dem Unionsrecht die Verwertung solcher Rechte vertraglich einzuschränken.
(5) Die Abs. 1 bis 3 sind nur auf einen ergänzenden Online-Dienst anzuwenden, der unter Kontrolle und Verantwortung eines Rundfunkunternehmers bereitgestellt wird, der seine Hauptniederlassung in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder Vertragsstaat des Übereinkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum hat.
Sendung und Zurverfügungstellung durch Anbieter großer Online-Plattformen
§ 18c. Unter den Voraussetzungen des § 17 Abs. 1 und 2 und des § 18a nimmt eine Sendung bzw. eine öffentliche Zurverfügungstellung eines Werkes auch vor, wer als Anbieter einer großen Online Plattform der Öffentlichkeit Zugang zu von seinen Nutzern hochgeladenen urheberrechtlich geschützten Werken verschafft. Er hat deshalb die Erlaubnis der Urheber einzuholen. Anbieter einer großen Online Plattform ist der Anbieter eines Dienstes der Informationsgesellschaft (§ 1 Abs. 1 Z 2 des Notifikationsgesetzes 1999 – NotifG 1999, BGBl. I Nr. 183/1999), wenn dieser auf dem Markt für Online-Inhalte eine wichtige Rolle spielt, indem er mit Online-Inhaltediensten wie beispielsweise Audio-und Video-Streamingdiensten um dieselben Zielgruppen konkurriert sowie einer der Hauptzwecke des Dienstes darin besteht, eine große Menge an von seinen Nutzern hochgeladenen Werken zu speichern und der Öffentlichkeit Zugang dazu zu verschaffen, und mit dem Dienst diese Inhalte organisiert und beworben werden, um damit Gewinne zu erzielen. Anbieter von Diensten wie etwa nicht gewinnorientierte Online-Enzyklopädien, nicht gewinnorientierte bildungsbezogene, künstlerische und wissenschaftliche Repositorien, Entwicklungs- und Weitergabeplattformen für quelloffene Software, Anbieter elektronischer Kommunikationsdienste im Sinn des § 4 Z 4 des Telekommunikationsgesetzes 2021 – TKG 2021, BGBl. I Nr. 190/2021, Online-Marktplätze, zwischen Unternehmen erbrachte Cloud-Dienste sowie Cloud-Dienste, die ihren Nutzern das Hochladen von Inhalten für den Eigengebrauch ermöglichen, sind keine Diensteanbieter im Sinn dieser Bestimmung.
2. Schutz geistiger Interessen.
Schutz der Urheberschaft.
§ 19. (1) Wird die Urheberschaft an einem Werke bestritten oder wird das Werk einem anderen als seinem Schöpfer zugeschrieben, so ist dieser berechtigt, die Urheberschaft für sich in Anspruch zu nehmen. Nach seinem Tode steht in diesem Fällen den Personen, auf die das Urheberrecht übergegangen ist, das Recht zu, die Urheberschaft des Schöpfers des Werkes zu wahren.
(2) Ein Verzicht auf dieses Recht ist unwirksam.
Urheberbezeichnung.
§ 20. (1) Der Urheber bestimmt, ob und mit welcher Urheberbezeichnung das Werk zu versehen ist.
(2) Eine Bearbeitung darf mit der Urheberbezeichnung nicht auf eine Art versehen werden, die der Bearbeitung den Anschein eines Originalwerkes gibt.
(3) Vervielfältigungsstücke von Werken der bildenden Künste darf durch die Urheberbezeichnung nicht der Anschein eines Urstückes verliehen werden.
Werkschutz.
§ 21. (1) Wird ein Werk auf eine Art, die es der Öffentlichkeit zugänglich macht, benutzt oder zum Zweck der Verbreitung vervielfältigt, so dürfen auch von dem zu einer solchen Werknutzung Berechtigten an dem Werke selbst, an dessen Titel oder an der Urheberbezeichnung keine Kürzungen, Zusätze oder andere Änderungen vorgenommen werden, soweit nicht der Urheber einwilligt oder das Gesetz die Änderung zuläßt. Zulässig sind insbesondere Änderungen, die der Urheber dem zur Benutzung des Werkes Berechtigten nach den im redlichen Verkehr geltenden Gewohnheiten und Gebräuchen nicht untersagen kann, namentlich Änderungen, die durch die Art oder den Zweck der erlaubten Werknutzung gefordert werden.
(2) Für Urstücke von Werken der bildenden Künste gelten die Vorschriften des Absatzes 1 auch dann, wenn die Urstücke nicht auf eine Art benutzt werden, die das Werk der Öffentlichkeit zugänglich macht.
(3) Die Erteilung der Einwilligung zu nicht näher bezeichneten Änderungen hindert den Urheber nicht, sich Entstellungen, Verstümmelungen und anderen Änderungen des Werkes zu widersetzen, die seine geistigen Interessen am Werke schwer beeinträchtigen.
3. Pflichten des Besitzers eines Werkstückes.
§ 22. Der Besitzer eines Werkstückes hat es dem Urheber auf Verlangen zugänglich zu machen, soweit es notwendig ist, um das Werk vervielfältigen zu können; hiebei hat der Urheber die Interessen des Besitzers entsprechend zu berücksichtigen. Der Besitzer ist nicht verpflichtet, dem Urheber das Werkstück zu dem angeführten Zwecke herauszugeben; auch ist er dem Urheber gegenüber nicht verpflichtet, für die Erhaltung des Werkstückes zu sorgen.
4. Übertragung des Urheberrechtes.
§ 23. (1) Das Urheberrecht ist vererblich; in Erfüllung einer auf den Todesfall getroffenen Anordnung kann es auch auf Sondernachfolger übertragen werden.
(2) Wird die Verlassenschaft eines Miturhebers von niemand erworben und auch nicht als erbloses Gut vom Staat übernommen, so geht das Miturheberrecht auf die anderen Miturheber über. Dasselbe gilt im Falle des Verzichtes eines Miturhebers auf sein Urheberrecht, soweit dieser Verzicht wirkt.
(3) Im übrigen ist das Urheberrecht unübertragbar.
(4) Geht das Urheberrecht auf mehrere Personen über, so sind auf sie die für Miturheber (§ 11) geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden.
5. Werknutzungsbewilligung und Werknutzungsrecht.
§ 24. (1) Der Urheber kann anderen gestatten, das Werk auf einzelne oder alle nach den §§ 14 bis 18a dem Urheber vorbehaltenen Verwertungsarten zu benutzen (Werknutzungsbewilligung). Auch kann er einem anderen das ausschließliche Recht dazu einräumen (Werknutzungsrecht).
(2) Eine Werknutzungsbewilligung, die vor Einräumung oder Übertragung eines Werknutzungsrechts erteilt worden ist, bleibt gegenüber dem Werknutzungsberechtigten wirksam, wenn mit dem Inhaber der Werknutzungsbewilligung nichts anderes vereinbart ist.
Werknutzungsbewilligung oder Werknutzungsrecht für die Sendung oder die öffentliche Zurverfügungstellung nach § 18c
§ 24a. Wurde dem Anbieter einer großen Online-Plattform eine Werknutzungsbewilligung für die Sendung oder die öffentliche Zurverfügungstellung nach § 18c erteilt oder dazu ein Werknutzungsrecht eingeräumt oder übertragen, so ist es auch den Nutzern dieses Dienstes gestattet, über die OnlinePlattform die betroffenen Werke im Umfang der erteilten Erlaubnis zu senden oder der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, sofern nicht diese Nutzer auf der Grundlage einer gewerblichen Tätigkeit handeln oder mit ihrer Tätigkeit erhebliche Einnahmen erzielen. Eine dem Nutzer erteilte Erlaubnis berechtigt auch den Anbieter des Dienstes zur erlaubten Nutzung.
Vertragshilfe für die Zugänglichmachung audiovisueller Werke über Videoabrufdienste
§ 24b. Kommt ein Vertrag über die Bewilligung der Zugänglichmachung audiovisueller Werke über Videoabrufdienste nicht zustande, so kann jeder der Beteiligten beim Schlichtungsausschuss (§ 82 VerwGesG 2016, BGBl. I Nr. 27/2016) Vertragshilfe beantragen. Der Schlichtungsausschuss kann den Parteien Vorschläge unterbreiten.
Zweckübertragungsgrundsatz und unbekannte Verwertungsarten
§ 24c. (1) Sind in einer Werknutzungsbewilligung oder bei der Einräumung eines Werknutzungsrechts die Verwertungsarten nicht ausdrücklich einzeln bezeichnet, so bestimmt sich nach dem von beiden Vertragspartnern zugrunde gelegten Vertragszweck, auf welche Verwertungsarten sie sich erstreckt. Entsprechendes gilt für die Frage, ob eine Werknutzungsbewilligung erteilt oder ein Werknutzungsrecht eingeräumt wurde, wie weit die Erlaubnis und das eingeräumte Recht reichen und welchen Einschränkungen sie unterliegen. Der Zweckübertragungsgrundsatz kommt bei Werken, die im Rahmen eines arbeitsrechtlichen Verhältnisses geschaffen wurden, sowie bei Werken, die im Verhältnis zum Gesamtwerk einen nachrangigen Beitrag darstellen, nicht zur Anwendung.
(2) Ein Vertrag, durch den der Urheber für eine bei dessen Abschluss unbekannte Verwertungsart eine Werknutzungsbewilligung erteilt oder ein Werknutzungsrecht einräumt, bedarf der Schriftform. Der Urheber kann diese Werknutzungsbewilligung oder dieses Werknutzungsrecht widerrufen. Das Widerrufsrecht erlischt nach Ablauf von drei Monaten, nachdem der Vertragspartner die Mitteilung über die beabsichtigte Aufnahme der neuen Art der Verwertung an den Urheber unter der ihm zuletzt bekannten Anschrift abgesendet hat. Auf das Widerrufsrecht kann im Voraus nicht verzichtet werden.
(3) An einem Filmwerk oder an einem zur Herstellung eines Filmwerks benutzten Werk steht das Widerrufsrecht nicht zu. Das Widerrufsrecht besteht weiters nicht, wenn der Urheber einen lediglich nachrangigen Beitrag zu einem Werk, einem Produkt oder einer Dienstleistung erbracht hat, bei Werken, die im Rahmen eines arbeitsrechtlichen Verhältnisses geschaffen wurden, sowie wenn gesondert eine zusätzliche angemessene Vergütung für die unbekannte Verwertungsart vereinbart wurde.
6. Exekutionsbeschränkungen.
§ 25. (1) Verwertungsrechte sind der Exekution wegen Geldforderungen entzogen.
(2) Die wegen einer Geldforderung auf ein Werkstück geführte Exekution ist unzulässig, wenn durch dessen Verkauf das Verbreitungsrecht des Urhebers oder eines Werknutzungsberechtigten verletzt würde.
(3) Absatz 2 gilt nicht für Werkstücke, die zur Zeit der Pfändung von dem zu ihrer Verbreitung Berechtigten oder mit seiner Einwilligung verpfändet sind.
(4) Bei Werken der bildenden Künste wird durch das Verbreitungsrecht die Exekution auf Werkstücke nicht gehindert, die von dem zur Verbreitung Berechtigten zum Verkauf bereitgestellt sind.
(5) Mittel, die ausschließlich zur Vervielfältigung eines Werkes bestimmt sind (wie Formen, Platten, Steine, Holzstöcke, Filmstreifen u. dgl.) und einem dazu Berechtigten gehören, dürfen wegen einer Geldforderung nur gleich einem Zugehör des Vervielfältigungsrechtes mit diesem in Exekution gezogen werden.
(6) Dasselbe gilt entsprechend für Mittel, die ausschließlich zur Aufführung eines Filmwerkes bestimmt sind (Filmstreifen u. dgl.) und einem dazu Berechtigten gehören.
IV. Abschnitt.
Werknutzungsrechte.
§ 26. Auf welche Art, mit welchen Mitteln und innerhalb welcher örtlichen und zeitlichen Grenzen das Werk von einem Werknutzungsberechtigten (§ 24 Abs. 1 Satz 2) benutzt werden darf, richtet sich nach dem mit dem Urheber abgeschlossenen Vertrag. Soweit hienach das Werknutzungsrecht reicht, hat sich auch der Urheber gleich einem Dritten, jedoch unbeschadet seines Rechtes, Verletzungen des Urheberrechtes gerichtlich zu verfolgen, der Benutzung des Werkes zu enthalten. Mit dem Erlöschen dieser Verpflichtung erlangt das Verwertungsrecht seine frühere Kraft.
Übertragung der Werknutzungsrechte.
§ 27. (1) Werknutzungsrechte sind vererblich und veräußerlich.
(2) Auf Sondernachfolger kann ein Werknutzungsrecht in der Regel nur mit Einwilligung des Urhebers übertragen werden. Die Einwilligung kann nur aus einem wichtigen Grunde verweigert werden. Sie gilt als erteilt, wenn der Urheber sie nicht binnen zwei Monaten nach dem Empfang der schriftlichen Aufforderung des Werknutzungsberechtigten oder dessen, auf den das Werknutzungsrecht übertragen werden soll, versagt; auf diese Wirkung muß in der Aufforderung ausdrücklich hingewiesen sein.
(3) Wer ein Werknutzungsrecht im Wege der Sondernachfolge erwirbt, hat an Stelle des Veräußerers die Verbindlichkeiten zu erfüllen, die diesem nach dem mit dem Urheber geschlossenen Vertrag obliegen. Für das dem Urheber gebührende Entgelt sowie für den Schaden, den der Erwerber im Falle der Nichterfüllung einer der aus diesem Vertrag für ihn entspringenden Pflichten dem Urheber zu ersetzen hat, haftet der Veräußerer dem Urheber wie ein Bürge und Zahler.
(4) Vom Veräußerer mit dem Erwerber ohne Einwilligung des Urhebers getroffene Vereinbarungen, die dem Absatz 3 zum Nachteil des Urhebers widersprechen, sind diesem gegenüber unwirksam.
(5) Die Haftung des Erwerbers für einen schon vor der Übernahme gegen den Veräußerer entstandenen Schadenersatzanspruch des Urhebers richtet sich nach den allgemeinen Vorschriften.
§ 28. (1) Ist nichts anderes vereinbart, so kann ein Werknutzungsrecht mit dem Unternehmen, zu dem es gehört, oder mit einem solchen Zweige des Unternehmens auf einen anderen übertragen werden, ohne daß es der Einwilligung des Urhebers bedarf.
(2) Ferner können, wenn der Werknutzungsberechtigte zur Ausübung seines Rechtes nicht verpflichtet ist und mit dem Urheber nichts anderes vereinbart hat, ohne dessen Einwilligung übertragen werden:
- Werknutzungsrechte an Sprachwerken und Werken der im § 2, Z 3, bezeichneten Art, die entweder auf Bestellung des Werknutzungsberechtigten nach seinem den Inhalt und die Art der Behandlung bezeichnenden Plane oder bloß als Hilfs- oder Nebenarbeit für ein fremdes Werk geschaffen werden;
- Werknutzungsrechte an Werken der Lichtbildkunst (Lichtbildwerken) und des Kunstgewerbes, die auf Bestellung oder im Dienst eines gewerblichen Unternehmens für dieses geschaffen werden.
Vorzeitige Auflösung des Vertragsverhältnisses.
§ 29. (1) Wird von einem Werknutzungsrecht ein dem Zwecke seiner Bestellung entsprechender Gebrauch überhaupt nicht oder nur in so unzureichendem Maße gemacht, daß wichtige Interessen des
Urhebers beeinträchtigt werden, so kann dieser, wenn ihn kein Verschulden daran trifft, das Vertragsverhältnis, soweit es das Werknutzungsrecht betrifft, vorzeitig lösen.
(2) Die Auflösung kann erst nach fruchtlosem Ablauf einer vom Urheber dem Werknutzungberechtigten gesetzten angemessenen Nachfrist erklärt werden. Der Setzung einer Nachfrist bedarf es nicht, wenn die Ausübung des Werknutzungsrechtes dem Erwerber unmöglich ist oder von ihm verweigert wird oder wenn die Gewährung einer Nachfrist überwiegende Interessen des Urhebers gefährdet.
(3) Auf das Recht, das Vertragsverhältnis aus den im Absatz 1 bezeichneten Gründen zu lösen, kann im voraus für eine drei Jahre übersteigende Frist nicht verzichtet werden. In diese Frist wird die Zeit nicht eingerechnet, in der der Werknutzungsberechtigte durch Umstände, die auf seiten des Urhebers liegen, daran verhindert war, das Werk zu benutzen.
(4) Die Wirksamkeit der vom Urheber abgegebenen Erklärung, das Vertragsverhältnis aufzulösen, kann nicht bestritten werden, wenn der Werknutzungsberechtigte diese Erklärung nicht binnen 14 Tagen nach ihrem Empfang zurückweist.
§ 30. (1) Bei den im § 28, Absatz 2, Z 1 und 2, bezeichneten Werknutzungsrechten gelten die Vorschriften des § 29 nur, wenn der Werknutzungsberechtigte zur Ausübung seines Rechtes verpflichtet ist.
(2) Durch die Vorschriften des § 29 werden die dem Urheber nach Vertrag oder Gesetz zustehenden Rechte nicht berührt, den Vertrag aus anderen Gründen aufzuheben, vom Vertrag zurückzutreten oder dessen Erfüllung zu begehren sowie Schadenersatz wegen Nichterfüllung zu verlangen.
Werknutzungsrechte an künftigen Werken.
§ 31. (1) Auch über erst zu schaffende Werke kann im voraus gültig verfügt werden.
(2) Hat sich der Urheber verpflichtet, einem anderen Werknutzungsrechte an allen nicht näher oder nur der Gattung nach bestimmten Werken einzuräumen, die er zeit seines Lebens oder binnen einer fünf Jahre übersteigenden Frist schaffen wird, so kann jeder Teil den Vertrag kündigen, sobald seit dessen Abschluß fünf Jahre abgelaufen sind. Auf das Kündigungsrecht kann im voraus nicht verzichtet werden. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate, wenn keine kürzere Frist vereinbart ist. Durch die Kündigung wird das Vertragsverhältnis nur hinsichtlich der Werke beendet, die zur Zeit des Ablaufs der Kündigungsfrist noch nicht vollendet sind.
(3) Durch die Vorschrift des Absatzes 2 werden andere Rechte, den Vertrag aufzuheben, nicht berührt.
Recht zur anderweitigen Verwertung nach fünfzehn Jahren bei pauschaler Vergütung
§ 31a. (1) Hat der Urheber ein Werknutzungsrecht gegen eine pauschale Vergütung eingeräumt, so ist er berechtigt, das Werk nach Ablauf von fünfzehn Jahren anderweitig zu verwerten. Für die verbleibende Dauer der Einräumung des Werknutzungsrechts wird dieses durch eine Werknutzungsbewilligung ersetzt. Die Frist beginnt mit der Einräumung des Werknutzungsrechts oder, wenn das Werk später abgeliefert wird, mit der Ablieferung zu laufen. § 37a zweiter Satz ist entsprechend anzuwenden.
(2) Frühestens nach Ablauf von fünf Jahren ab Beginn der in Abs. 1 genannten Frist können die Vertragspartner die Ausschließlichkeit auf die gesamte Dauer der Nutzungsrechtseinräumung in schriftlicher Form erstrecken.
(3) Abs. 1 und 2 sind nicht anzuwenden, wenn
- der Urheber einen lediglich nachrangigen Beitrag zu einem Werk, einem Produkt oder einer Dienstleistung erbringt; nachrangig ist ein Beitrag insbesondere dann, wenn er den Gesamteindruck eines Werkes oder die Beschaffenheit eines Produktes oder einer Dienstleistung wenig prägt, etwa weil er nicht zum typischen Inhalt eines Werkes, eines Produktes oder einer Dienstleistung gehört,
- das Werk im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses geschaffen wurde,
- das Werk mit Zustimmung des Urhebers unabhängig von einer Registrierung für eine Marke oder ein sonstiges Kennzeichen, ein Design oder ein Gemeinschaftsgeschmacksmuster bestimmt ist oder
- das Werk nicht veröffentlicht werden soll.
Eröffnung eines Insolvenzverfahrens
§ 32. (1) Hat der Urheber einem anderen das ausschließliche Recht eingeräumt, ein Werk zu vervielfältigen und zu verbreiten, und wird über das Vermögen des Werknutzungsberechtigten ein Insolvenzverfahren eröffnet, so wird die Anwendung der Vorschriften der Insolvenzordnung über noch nicht erfüllte zweiseitige Verträge dadurch nicht ausgeschlossen, dass der Urheber dem Werknutzungsberechtigten das zu vervielfältigende Werkstück schon vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens übergeben hat.
(2) Ist zur Zeit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens mit der Vervielfältigung des Werkes noch nicht begonnen worden, so kann der Urheber vom Vertrag zurücktreten. Auf Antrag des Schuldners oder des Insolvenzverwalters hat das Insolvenzgericht eine Frist zu bestimmen, nach deren Ablauf der Urheber den Rücktritt nicht mehr erklären kann.
V. Abschnitt.
Vorbehalte zugunsten des Urhebers.
Auslegungsregeln.
§ 33. (1) Wenn nicht das Gegenteil vereinbart worden ist, erstreckt sich die Gewährung des Rechtes, ein Werk zu benutzen, nicht auf Übersetzungen und andere Bearbeitungen, die Gewährung des Rechtes, ein Werk der Literatur oder Tonkunst zu vervielfältigen, nicht auf die Vervielfältigung des Werkes auf Bild- oder Schallträgern und die Gewährung des Rechtes, ein Werk zu senden (§ 17), nicht auf das Recht, das Werk während der Sendung oder zum Zwecke der Sendung auf Bild- oder Schallträgern festzuhalten.
(2) In der Übertragung des Eigentums an einem Werkstück ist im Zweifel die Einräumung eines Werknutzungsrechtes oder die Erteilung einer Werknutzungsbewilligung nicht enthalten.
Gesamtausgaben.
§ 34. Der Urheber, der einem anderen das ausschließliche Recht eingeräumt hat, ein Werk der Literatur oder Tonkunst zu vervielfältigen und zu verbreiten, behält gleichwohl das Recht, das Werk in einer Gesamtausgabe zu vervielfältigen und zu verbreiten, sobald seit dem Ablauf des Kalenderjahrs, in dem das Werk erschienen ist, zwanzig Jahre verstrichen sind. Dieses Recht kann durch Vertrag weder beschränkt noch aufgehoben werden.
Vorbehalt bei Werken der bildenden Künste.
§ 35. Der Urheber, der einem anderen das ausschließliche Recht eingeräumt hat, ein Werk der bildenden Künste zu vervielfältigen und zu verbreiten, behält gleichwohl das Recht, es in Aufsätzen über die künstlerische Tätigkeit des Schöpfers des Werkes oder als Probe seines Schaffens zu vervielfältigen und zu verbreiten.
Beiträge zu Sammlungen.
§ 36. (1) Wird ein Werk als Beitrag zu einer periodischen Sammlung (Zeitung, Zeitschrift, Jahrbuch, Almanach u. dgl.) angenommen, so bleibt der Urheber berechtigt, das Werk anderweit zu vervielfältigen und zu verbreiten, wenn nichts anderes vereinbart und wenn auch nicht aus den Umständen zu entnehmen ist, daß der Herausgeber oder Verleger der Sammlung das Recht, das Werk darin zu vervielfältigen und zu verbreiten, als ausschließliches Recht in dem Sinn erwerben soll, daß das Werk sonst nicht vervielfältigt oder verbreitet werden darf.
(2) Ein solches ausschließliches Recht erlischt bei Beiträgen zu einer Zeitung sogleich nach dem Erscheinen des Beitrages in der Zeitung. Bei Beiträgen zu anderen periodisch erscheinenden Sammlungen sowie bei Beiträgen, die zu einer nicht periodisch erscheinenden Sammlung angenommen werden und für deren Überlassung dem Urheber kein Anspruch auf ein Entgelt zusteht, erlischt ein solches ausschließliches Recht, wenn seit dem Ablauf des Kalenderjahrs, in dem der Beitrag in der Sammlung erschienen ist, ein Jahr verstrichen ist.
§ 37. Nimmt der Herausgeber oder Verleger einer periodisch erscheinenden Sammlung ein Werk als Beitrag an und wird über die Zeit nichts vereinbart, wann der Beitrag in der Sammlung zu vervielfältigen und zu verbreiten ist, so ist der Herausgeber oder Verleger im Zweifel dazu nicht verpflichtet. Der Urheber kann aber in diesem Falle das Recht des Herausgebers oder Verlegers für erloschen erklären, wenn der Beitrag nicht binnen einem Jahre nach der Ablieferung in der Sammlung erscheint; der Anspruch des Urhebers auf das Entgelt bleibt unberührt. § 29, Absatz 4, gilt entsprechend.
Zweitverwertungsrecht von Urhebern wissenschaftlicher Beiträge
§ 37a. Der Urheber eines wissenschaftlichen Beitrags, der von diesem als Angehörigem des wissenschaftlichen Personals einer mindestens zur Hälfte mit öffentlichen Mitteln finanzierten Forschungseinrichtung geschaffen wurde und in einer periodisch mindestens zweimal jährlich erscheinenden Sammlung erschienen ist, hat auch dann, wenn er dem Verleger oder Herausgeber ein Werknutzungsrecht eingeräumt hat, das Recht, den Beitrag nach Ablauf von zwölf Monaten seit der Erstveröffentlichung in der akzeptierten Manuskriptversion öffentlich zugänglich zu machen, soweit dies keinem gewerblichen Zweck dient. Die Quelle der Erstveröffentlichung ist anzugeben. Eine zum Nachteil des Urhebers abweichende Vereinbarung ist unwirksam.
Va. Abschnitt
Faire Vergütung in Verwertungsverträgen mit Urhebern
Grundsatz der angemessenen und verhältnismäßigen Vergütung
§ 37b. (1) Das Urheberrecht schützt den Urheber in seinen geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk und in der Nutzung des Werkes. Es dient zugleich der Sicherung einer angemessenen Vergütung für die Nutzung des Werkes.
(2) Der Urheber, der einem anderen das ausschließliche Recht eingeräumt hat, das Werk auf einzelne oder alle nach den §§ 14 bis 18a ihm vorbehaltenen Verwertungsarten zu benutzen, oder der eine solche Nutzung gestattet hat, soll dafür eine angemessene und verhältnismäßige Vergütung erhalten. Dies steht der Vereinbarung von pauschalen Vergütungen nicht entgegen, soweit dabei der wirtschaftliche Wert der betroffenen Rechte, der Beitrag des Urhebers zu dem Werk oder der Verbindung mehrerer Werke und die branchenüblichen und redlichen Marktgegebenheiten berücksichtigt werden. Sofern der Urheber nicht bereits anderweitig über seine Rechte verfügt hat, hindert diese Bestimmung ihn nicht daran zu gestatten, das Werk auf einzelne oder alle nach den §§ 14 bis 18a ihm vorbehaltenen Verwertungsarten unentgeltlich zu benutzen.
(3) Eine Vergütung ist angemessen, wenn sie im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses dem entspricht, was im Geschäftsverkehr unter Berücksichtigung aller Umstände für die eingeräumten Nutzungsmöglichkeiten üblicher und redlicher Weise zu leisten ist.
(4) Entspricht die Vergütung zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses einer Vergütungsregel in einem Kollektivvertrag, so gilt sie für diese Berufsgruppe als angemessen. Dies gilt auch für die Vergütung aufgrund einer Vergütungsregel, auf die sich repräsentative Vereinigungen von Urhebern und Werknutzern geeinigt haben. Regeln in Kollektivverträgen gehen anderen Regeln, insbesondere solchen, auf die sich repräsentative Vereinigungen von Urhebern und Werknutzern geeinigt haben, vor. Eine Vereinigung ist repräsentativ, wenn ihr Wirkungsbereich das gesamte Bundesgebiet umfasst und die Mitgliederzahl der Vereinigung die weitaus überwiegende Mehrheit der Mitglieder der betroffenen Berufsgruppe umfasst. Vereinbarungen über Vergütungsregeln dürfen erst dann getroffen werden, wenn die Repräsentativität einer Vereinigung durch die Aufsichtsbehörde für Verwertungsgesellschaften (§ 83 VerwGesG 2016) rechtskräftig festgestellt wurde. Art. 101 und 102 AEUV sowie § 1 des Kartellgesetzes 2005, BGBl. I Nr. 61/2005, bleiben unberührt.
(5) Die Aufsichtsbehörde für Verwertungsgesellschaften (§ 83 VerwGesG 2016) hat die Repräsentativität gemäß Abs. 4 auf Antrag und sofern die Voraussetzungen erfüllt werden, festzustellen. Im Antrag ist jedenfalls darzulegen, für welche Berufsgruppe der Antragsteller Vereinbarungen gemäß Abs. 4 abzuschließen beabsichtigt. Auf das Verfahren ist das Allgemeine Verwaltungsverfahrensgesetz 1991, BGBl. Nr. 51/1991, anzuwenden. Vor der Zuerkennung der Repräsentativität sind betroffene Berufsgruppen zu hören. Die Repräsentativität kann jederzeit aus wichtigem Grund aberkannt werden; ein solcher Grund ist es insbesondere, wenn die Anzahl der vertretenen Mitglieder nicht mehr ausreichend repräsentativ ist oder die Vereinigung die ihr obliegenden Verpflichtungen nicht ausreichend wahrnimmt oder gröblich verletzt. Über Beschwerden gegen Bescheide der Aufsichtsbehörde für Verwertungsgesellschaften (§ 83 VerwGesG 2016) entscheidet das Bundesverwaltungsgericht.
(6) Kommt eine Einigung über gemeinsame Vergütungsregeln nicht zustande, so kann jeder der Beteiligten beim Schlichtungsausschuss (§ 82 VerwGesG 2016) Vertragshilfe beantragen. Der Schlichtungsausschuss kann den Parteien Vorschläge unterbreiten.
Vertragsanpassungsmechanismus
§ 37c. (1) Der Urheber hat gegenüber demjenigen, dem er eine Werknutzungsbewilligung erteilt oder ein Werknutzungsrecht eingeräumt hat, Anspruch auf eine zusätzliche, angemessene und faire Vergütung, wenn sich die ursprünglich vereinbarte Vergütung im Vergleich zu sämtlichen späteren einschlägigen Einnahmen aus der Verwertung des Werks als eindeutig unverhältnismäßig niedrig erweist. Wird die Werknutzungsbewilligung oder das Werknutzungsrecht übertragen, haftet der Erwerber dem Urheber nach Maßgabe des vorstehenden Satzes unmittelbar. Die Haftung des Veräußerers entfällt.
(2) Der Urheber hat keinen Anspruch nach Abs. 1, soweit die Vergütung nach einer Vergütungsregel nach § 37b Abs. 4 oder einem Kollektivvertrag bestimmt worden ist und diese ausdrücklich eine weitere angemessene Vergütung für den Fall des Abs. 1 vorsieht.
(3) § 34 VerwGesG 2016 bleibt unberührt.
Anspruch auf Auskunft
§ 37d. (1) Wer aufgrund einer Werknutzungsbewilligung oder eines Werknutzungsrechts als Vertragspartner des Urhebers ein Werk entgeltlich nutzt, hat dem Urheber einmal jährlich für das vergangene Jahr und unter Berücksichtigung der branchenspezifischen Besonderheiten aktuelle, einschlägige und umfassende Auskunft über die Verwertung seines Werks, vor allem über die Art der Verwertung, die erzielten Einnahmen und fälligen Forderungen, zu erteilen. Die Auskunft kann auch durch digitale Bereitstellung erfolgen.
(2) Diese Verpflichtung besteht nicht, wenn
- der Urheber einen lediglich nachrangigen Beitrag zu einem Werk, einem Produkt oder einer Dienstleistung erbracht hat; nachrangig ist ein Beitrag insbesondere dann, wenn er den Gesamteindruck eines Werkes oder die Beschaffenheit eines Produktes oder einer Dienstleistung wenig prägt, etwa, weil er nicht zum typischen Inhalt eines Werkes, eines Produktes oder einer Dienstleistung gehört, es sei denn, der Urheber macht glaubhaft, dass er die Auskunft zur Ausübung seines Anspruchs nach § 37c benötigt, oder
- die Inanspruchnahme des Vertragspartners aus anderen Gründen unverhältnismäßig ist.
(3) Wenn der Verwaltungsaufwand im Verhältnis zu den durch die Verwertung des Werkes erzielten Einnahmen unverhältnismäßig hoch ist, ist der Anspruch auf die Arten und den Umfang der Informationen beschränkt, deren Bereitstellung in derartigen Fällen nach billigem Ermessen erwartet werden kann.
(4) Hat der Vertragspartner des Urhebers Werknutzungsrechte übertragen oder anderen Werknutzungsbewilligungen erteilt, so kann der Urheber Auskunft auch von denjenigen Dritten verlangen, die diese Nutzungsrechte ausüben, soweit der Vertragspartner des Urhebers nicht über alle notwendigen Informationen verfügt, um dem Urheber Auskunft zu erteilen. Der Vertragspartner des Urhebers hat diesem gegenüber zu diesem Zweck die Identität des Dritten offen zu legen.
(5) Der Urheber und sein Vertragspartner können vereinbaren, dass der Urheber die übermittelten Auskünfte vertraulich behandelt, soweit dies den Urheber nicht daran hindert, die Auskünfte für die Ausübung seiner Rechte nach diesem Gesetz zu nutzen.
(6) Für Verwertungsgesellschaften gilt § 41 VerwGesG 2016.
Vermittlung durch den Schlichtungsausschuss
§ 37e. In Streitigkeiten zwischen Urhebern, ihren Vertragspartnern oder Dritten über die Ansprüche nach den §§ 37c und 37d kann der Schlichtungsausschuss (§ 82 VerwGesG 2016) als Vermittler angerufen werden. Die Streitteile können sich auch durch repräsentative Vereinigungen (§ 37b Abs. 4) vertreten lassen.
Unabdingbarkeit
§ 37f. (1) Auf die Ansprüche nach § 37c und § 37d und die Vermittlung nach § 37e oder eine andere Form der alternativen Streitbeilegung kann im Voraus nicht verzichtet werden. Diese Bestimmungen finden zwingend Anwendung, wenn auf den Nutzungsvertrag mangels einer Rechtswahl österreichisches Recht anzuwenden ist. An die Stelle des von den Parteien gewählten anwendbaren Rechts treten die Ansprüche nach § 37c und § 37d und die Vermittlung nach § 37e, wenn das von den Parteien gewählte Recht nicht das Recht eines anderen Mitgliedstaats der Europäischen Union oder eines anderen Vertragsstaats des Übereinkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum ist und alle anderen Elemente des vertragsgegenständlichen Sachverhalts zum Zeitpunkt der Rechtswahl in einem solchen Staat gelegen sind.
(2) Die Anwartschaft auf den Anspruch nach § 37c unterliegt nicht der Zwangsvollstreckung; eine Verfügung über die Anwartschaft ist unwirksam.
Ausnahme von Computerprogrammen
§ 37g. Die §§ 24a, 31a, 37b bis 37f gelten nicht für Urheber von Computerprogrammen im Sinn des § 40a.
VI. Abschnitt
Sondervorschriften für gewerbsmäßig hergestellte Filmwerke.
Rechte am Filmwerk
§ 38. (1) Wer sich zur Mitwirkung bei der Herstellung eines Filmes verpflichtet, räumt damit für den Fall, dass er ein Urheberrecht am Filmwerk erwirbt, dem Filmhersteller im Zweifel das ausschließliche Recht ein, das Filmwerk sowie Übersetzungen und andere filmische Bearbeitungen oder Umgestaltungen des Filmwerkes auf alle Nutzungsarten zu nutzen. Hat der Urheber des Filmwerkes dieses Nutzungsrecht im Voraus einem Dritten eingeräumt, so behält er gleichwohl stets die Befugnis, dieses Recht beschränkt oder unbeschränkt dem Filmhersteller einzuräumen. Das Urheberrecht an den zur Herstellung des Filmwerkes benutzten Werken, wie Roman, Drehbuch und Filmmusik, bleibt unberührt. Dieser Absatz gilt für die Rechte zur filmischen Verwertung der bei der Herstellung eines Filmwerkes entstehenden Lichtbildwerke entsprechend. Die gesetzlichen Vergütungsansprüche des Filmurhebers stehen dem Filmhersteller und dem Filmurheber je zur Hälfte zu, soweit sie nicht unverzichtbar sind.
(1a) Gestattet der nach Abs. 1 berechtigte Filmhersteller oder ein Werknutzungsberechtigter gegen Entgelt anderen die Benutzung eines Filmwerks zur gleichzeitigen, vollständigen und unveränderten Weitersendung mit Hilfe von Leitungen, so hat der Urheber Anspruch auf einen Anteil an diesem Entgelt; dieser Anteil beträgt ein Drittel, soweit der Filmhersteller mit dem Urheber nichts anderes vereinbart hat. Gestattet der Filmhersteller oder Werknutzungsberechtigte die Benutzung auch als Inhaber anderer Ausschließungsrechte und wird hiefür ein pauschales Entgelt vereinbart, so steht dem Urheber der Anspruch nach dieser Bestimmung nur an dem Teil des Entgelts zu, der auf die Abgeltung des Werknutzungsrechts am Filmwerk entfällt. Der Urheber kann den Anspruch nach dieser Bestimmung unmittelbar gegenüber demjenigen geltend machen, der zur Zahlung des Entgelts verpflichtet ist, wenn er diesem gegenüber nachweist, dass der Anspruch vom Filmhersteller beziehungsweise Werknutzungsberechtigten anerkannt oder gegen diesen gerichtlich festgestellt ist. Der Anspruch des Urhebers nach dieser Bestimmung kann nur durch Verwertungsgesellschaften geltend gemacht werden.
(2) Änderungen des Filmwerkes, seines Titels und der Bezeichnung des Filmherstellers dürfen, unbeschadet der Vorschrift des § 39, Absatz 3, ohne Einwilligung des Filmherstellers nur vorgenommen werden, soweit sie nach der auf den Filmhersteller entsprechend anzuwendenden Vorschrift des § 21, Absatz 1, zulässig sind.
(3) Bis zum Beweis des Gegenteils gilt als Filmhersteller, wer als solcher auf den Vervielfältigungsstücken eines Filmwerkes in der üblichen Weise durch Angabe seines wahren Namens, seiner Firma oder eines von ihm bekanntermaßen gebrauchten Decknamens oder Unternehmenskennzeichens bezeichnet wird. Dasselbe gilt von dem, der bei einer öffentlichen Aufführung oder bei einer Rundfunksendung des Filmwerkes auf die angegebene Art als Filmhersteller bezeichnet wird, sofern nicht die im vorigen Satz aufgestellte Vermutung dafür spricht, daß Filmhersteller ein anderer ist.
Urheber.
§ 39. (1) Wer an der Schaffung eines gewerbsmäßig hergestellten Filmwerkes derart mitgewirkt hat, daß der Gesamtgestaltung des Werkes die Eigenschaft einer eigentümlichen geistigen Schöpfung zukommt, kann vom Hersteller verlangen, auf dem Film und in Ankündigungen des Filmwerkes als dessen Urheber genannt zu werden.
(2) Die Urheberbezeichnung (Absatz 1) ist in den Ankündigungen von öffentlichen Aufführungen und von Rundfunksendungen des Filmwerkes anzuführen.
(3) Zu einer nach § 21 nur mit Einwilligung des Urhebers zulässigen Änderung des Filmwerkes, seines Titels und der Urheberbezeichnung bedarf es, unbeschadet der Vorschrift des § 38, Absatz 2, der Einwilligung der in der Urheberbezeichnung genannten Urheber.
(4) Zur Verwertung von Bearbeitungen und Übersetzungen des Filmwerkes bedarf es außer der Einwilligung des Filmherstellers auch der Einwilligung der in der Urheberbezeichnung genannten Urheber. Soweit diese Urheber mit dem Filmhersteller nichts anderes vereinbart haben, bedarf es dieser Einwilligung nicht für Übersetzungen und Bearbeitungen einschließlich der Fertigstellung des unvollendet gebliebenen Filmwerks, die nach den im redlichen Verkehr geltenden Gewohnheiten und Gebräuchen zur normalen Verwertung des Filmwerks erforderlich sind und die geistigen Interessen der Urheber am Werk nicht beeinträchtigen.
(Anm.: Abs. 5 aufgehoben durch BGBl. Nr. 151/1996)
Verwertungsrechte und Werknutzungsrechte.
§ 40. (1) Die dem Filmhersteller zustehenden Verwertungsrechte sind vererblich und veräußerlich und können ohne Einschränkung in Exekution gezogen werden. Werden sie auf einen anderen übertragen, so kann dem Erwerber auch das Recht eingeräumt werden, sich als Hersteller des Filmwerkes zu bezeichnen. In diesem Falle gilt der Erwerber fortan als Filmhersteller und genießt auch den diesem nach § 38, Absatz 2, zukommenden Schutz.
(2) Werknutzungsrechte an gewerbsmäßig hergestellten Filmwerken können, wenn mit dem Hersteller nichts anderes vereinbart worden ist, ohne dessen Einwilligung auf einen anderen übertragen werden.
(3) Die Vorschriften der §§ 29 und 31a gelten für Werknutzungsbewilligungen oder Werknutzungsrechte an gewerbsmäßig hergestellten Filmwerken nicht.
VIa. Abschnitt
Sondervorschriften für Computerprogramme
Computerprogramme
§ 40a. (1) Computerprogramme sind Werke im Sinn dieses Gesetzes, wenn sie das Ergebnis der eigenen geistigen Schöpfung ihres Urhebers sind.
(2) In diesem Gesetz umfaßt der Ausdruck „Computerprogramm“ alle Ausdrucksformen einschließlich des Maschinencodes sowie das Material zur Entwicklung des Computerprogramms.
Dienstnehmer
§ 40b. Wird ein Computerprogramm von einem Dienstnehmer in Erfüllung seiner dienstlichen Obliegenheiten geschaffen, so steht dem Dienstgeber hieran ein unbeschränktes Werknutzungsrecht zu, wenn er mit dem Urheber nichts anderes vereinbart hat. In solchen Fällen ist der Dienstgeber auch zur Ausübung der in § 20 und § 21 Abs. 1 bezeichneten Rechte berechtigt; das Recht des Urhebers, nach § 19 die Urheberschaft für sich in Anspruch zu nehmen, bleibt unberührt.
Werknutzungsrechte
§ 40c. Werknutzungsrechte an Computerprogrammen können, wenn mit dem Urheber nichts anderes vereinbart worden ist, ohne dessen Einwilligung auf einen anderen übertragen werden. Die Vorschriften des § 29 gelten für Werknutzungsrechte an Computerprogrammen nicht.
Freie Werknutzungen
§ 40d. (1) § 42 gilt für Computerprogramme nicht.
(2) Computerprogramme dürfen vervielfältigt und bearbeitet werden, soweit dies für ihre bestimmungsgemäße Benutzung durch den zur Benutzung Berechtigten notwendig ist; hiezu gehört auch die Anpassung an dessen Bedürfnisse.
(3) Die zur Benutzung eines Computerprogramms berechtigte Person darf
- Vervielfältigungsstücke für Sicherungszwecke (Sicherungskopien) herstellen, soweit dies für die Benutzung des Computerprogramms notwendig ist;
- das Funktionieren des Programms beobachten, untersuchen oder testen, um die einem Programmelement zugrunde liegenden Ideen und Grundsätze zu ermitteln, wenn sie dies durch Handlungen zum Laden, Anzeigen, Ablaufen, Übertragen oder Speichern des Programms tut, zu denen sie berechtigt ist.
(4) Auf die Rechte nach Abs. 2 und 3 kann wirksam nicht verzichtet werden; dies schließt Vereinbarungen über den Umfang der bestimmungsgemäßen Benutzung im Sinn des Abs. 2 nicht aus.
Dekompilierung
§ 40e. (1) Der Code eines Computerprogramms darf vervielfältigt und seine Codeform übersetzt werden, sofern folgende Bedingungen erfüllt sind:
- Die Handlungen sind unerläßlich, um die erforderlichen Informationen zur Herstellung der Interoperabilität eines unabhängig geschaffenen Computerprogramms mit anderen Programmen zu erhalten;
- die Handlungen werden von einer zur Verwendung des Vervielfältigungsstücks eines Computerprogramms berechtigten Person oder in deren Namen von einer hiezu ermächtigten Person vorgenommen;
- die für die Herstellung der Interoperabilität notwendigen Informationen sind für die unter Z 1 genannten Personen noch nicht ohne weiteres zugänglich gemacht; und
- die Handlungen beschränken sich auf die Teile des Programms, die zur Herstellung der Interoperabilität notwendig sind.
(2) Die nach Abs. 1 gewonnenen Informationen dürfen nicht
- zu anderen Zwecken als zur Herstellung der Interoperabilität des unabhängig geschaffenen Programms verwendet werden;
- an Dritte weitergegeben werden, es sei denn, daß dies für die Interoperabilität des unabhängig geschaffenen Programms notwendig ist;
- für die Entwicklung, Vervielfältigung oder Verbreitung eines Programms mit im wesentlichen ähnlicher Ausdrucksform oder für andere, das Urheberrecht verletzende Handlungen verwendet werden.
(3) Auf das Recht der Dekompilierung (Abs. 1) kann wirksam nicht verzichtet werden.
VIb. Abschnitt
Sondervorschriften für Datenbankwerke
Datenbanken und Datenbankwerke
§ 40f. (1) Datenbanken im Sinn dieses Gesetzes sind Sammlungen von Werken, Daten oder anderen unabhängigen Elementen, die systematisch oder methodisch angeordnet und einzeln mit elektronischen Mitteln oder auf andere Weise zugänglich sind. Ein Computerprogramm, das für die Herstellung oder den Betrieb einer elektronisch zugänglichen Datenbank verwendet wird, ist nicht Bestandteil der Datenbank.
(2) Datenbanken werden als Sammelwerke (§ 6) urheberrechtlich geschützt, wenn sie infolge der Auswahl oder Anordnung des Stoffes eine eigentümliche geistige Schöpfung sind (Datenbankwerke).
(3) Die §§ 40b und 40c gelten für Datenbankwerke entsprechend.
Wiedergaberecht
§ 40g. Der Urheber hat das ausschließliche Recht, ein Datenbankwerk öffentlich wiederzugeben.
Freie Werknutzungen
§ 40h. (1) § 42 Abs. 1, 3 und 4 ist auf Datenbankwerke nicht anzuwenden. Jedoch darf jede natürliche Person von einem Datenbankwerk, dessen Elemente nicht einzeln mit Hilfe elektronischer Mittel zugänglich sind, einzelne Vervielfältigungsstücke zum privaten Gebrauch und weder für unmittelbare noch mittelbare kommerzielle Zwecke herstellen.
(2) § 42 Abs. 2 gilt für Datenbankwerke mit der Maßgabe, dass die Vervielfältigung auch auf Papier oder einem ähnlichen Träger zulässig ist.
(3) Die zur Benutzung eines Datenbankwerks oder eines Teiles desselben berechtigte Person darf die dem Urheber sonst vorbehaltenen Verwertungshandlungen vornehmen, wenn sie für den Zugang zum Inhalt des Datenbankwerks oder des Teiles derselben oder für deren bestimmungsgemäße Benutzung notwendig sind. Auf dieses Recht kann wirksam nicht verzichtet werden; dies schließt Vereinbarungen über den Umfang der bestimmungsgemäßen Benutzung nicht aus.
VII. Abschnitt.
Beschränkungen der Verwertungsrechte.
1. Freie Werknutzungen.
Freie Werknutzungen im Interesse der Rechtspflege und der Verwaltung
§ 41. Der Benutzung eines Werkes zu Zwecken der öffentlichen Sicherheit oder zur Sicherstellung des ordnungsgemäßen Ablaufs von Verwaltungsverfahren, parlamentarischen Verfahren oder Gerichtsverfahren steht das Urheberrecht nicht entgegen.
Flüchtige und begleitende Vervielfältigungen
§ 41a. Zulässig ist die vorübergehende Vervielfältigung,
- wenn sie flüchtig oder begleitend ist und
- wenn sie ein integraler und wesentlicher Teil eines technischen Verfahrens ist und
- wenn ihr alleiniger Zweck die Übertragung in einem Netz zwischen Dritten durch einen Vermittler oder eine rechtmäßige Nutzung ist und
- wenn sie keine eigenständige wirtschaftliche Bedeutung hat.
Vervielfältigung zum eigenen und zum privaten Gebrauch
§ 42. (1) Jedermann darf von einem Werk einzelne Vervielfältigungsstücke auf Papier oder einem ähnlichen Träger zum eigenen Gebrauch herstellen.
(2) Jedermann darf von einem Werk einzelne Vervielfältigungstücke auf anderen als den in Abs. 1 genannten Trägern zum eigenen Gebrauch zu Zwecken der Forschung herstellen, soweit dies zur Verfolgung nicht kommerzieller Zwecke gerechtfertigt ist.
(3) Jedermann darf von Werken, die im Rahmen der Berichterstattung über Tagesereignisse veröffentlicht werden, einzelne Vervielfältigungsstücke zum eigenen Gebrauch herstellen, sofern es sich nur um eine analoge Nutzung handelt.
(4) Jede natürliche Person darf von einem Werk einzelne Vervielfältigungsstücke auf anderen als den in Abs. 1 genannten Trägern zum privaten Gebrauch und weder für unmittelbare noch mittelbare kommerzielle Zwecke herstellen.
(5) Eine Vervielfältigung zum eigenen oder privaten Gebrauch liegt vorbehaltlich der Abs. 6 und 7 nicht vor, wenn sie zu dem Zweck vorgenommen wird, das Werk mit Hilfe des Vervielfältigungsstückes der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, oder wenn hiefür eine offensichtlich rechtswidrig hergestellte oder öffentlich zugänglich gemachte Vorlage verwendet wird. Zum eigenen oder privaten Gebrauch hergestellte Vervielfältigungsstücke dürfen nicht dazu verwendet werden, das Werk damit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
(6) Schulen, Universitäten und andere Bildungseinrichtungen dürfen für Zwecke des Unterrichts beziehungsweise der Lehre in dem dadurch gerechtfertigten Umfang Vervielfältigungsstücke in der für eine bestimmte Schulklasse beziehungsweise Lehrveranstaltung erforderlichen Anzahl herstellen (Vervielfältigung zum eigenen Schulgebrauch) und verbreiten; dies gilt auch für Musiknoten. Auf anderen als den im Abs. 1 genannten Trägern ist dies aber nur zur Verfolgung nicht kommerzieller Zwecke zulässig. Die Befugnis zur Vervielfältigung zum eigenen Schulgebrauch gilt nicht für Werke, die ihrer Beschaffenheit und Bezeichnung nach zum Schul- oder Unterrichtsgebrauch bestimmt sind.
(7) Öffentlich zugängliche Bibliotheken oder Museen, Archive oder im Bereich des Film- oder Tonerbes tätige Einrichtungen (Einrichtungen des Kulturerbes) dürfen Werke, die sich dauerhaft in ihren Sammlungen befinden, unabhängig vom Format oder Medium für den Zweck ihrer Erhaltung vervielfältigen oder vervielfältigen lassen (Vervielfältigung zum eigenen Gebrauch von Einrichtungen des Kulturerbes), wenn und soweit die Vervielfältigung zu diesem Zweck geboten ist. Diese Nutzung kann vertraglich nicht abbedungen werden. Darüber hinaus dürfen der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtungen, die Werkstücke sammeln, Vervielfältigungsstücke zur Aufnahme in ein eigenes Archiv herstellen oder herstellen lassen (Vervielfältigung zum eigenen Gebrauch von Sammlungen), wenn und soweit die Vervielfältigung zu diesem Zweck geboten ist. Dies ist auf anderen als den im Abs. 1 genannten Trägern aber nur dann zulässig, wenn sie damit keinen unmittelbaren oder mittelbaren wirtschaftlichen oder kommerziellen Zweck verfolgen. Unter dieser Einschränkung dürfen sie ferner
- von eigenen Werkstücken jeweils ein Vervielfältigungsstück herstellen und dieses statt des vervielfältigten Werkstücks unter denselben Voraussetzungen wie jenes ausstellen (§ 16 Abs. 2), verleihen (§ 16a) und nach § 56b benützen;
- von veröffentlichten, aber nicht erschienenen oder vergriffenen Werken einzelne Vervielfältigungsstücke herstellen und diese ausstellen (§ 16 Abs. 2), nach § 16a verleihen und nach § 56b benützen, solange das Werk nicht erschienen beziehungsweise vergriffen ist.
(8) Die folgenden Vervielfältigungen sind – unbeschadet des Abs. 6 – jedoch stets nur mit Einwilligung des Berechtigten zulässig:
- die Vervielfältigung ganzer Bücher, ganzer Zeitschriften oder von Musiknoten; dies gilt auch dann, wenn als Vervielfältigungsvorlage nicht das Buch, die Zeitschrift oder die Musiknoten selbst, sondern eine gleichviel in welchem Verfahren hergestellte Vervielfältigung des Buches, der Zeitschrift oder der Musiknoten verwendet wird; jedoch ist auch in diesen Fällen die Vervielfältigung durch Abschreiben, die Vervielfältigung nicht erschienener oder vergriffener Werke sowie die Vervielfältigung unter den Voraussetzungen des Abs. 7 zulässig;
- die Ausführung eines Werkes der Baukunst nach einem Plan oder Entwurf oder der Nachbau eines solchen Werkes.
§ 42a. (1) Auf Bestellung dürfen unentgeltlich einzelne Vervielfältigungsstücke auch zum eigenen Gebrauch eines anderen hergestellt werden. Eine solche Vervielfältigung ist jedoch auch entgeltlich zulässig,
- wenn die Vervielfältigung mit Hilfe reprographischer oder ähnlicher Verfahren vorgenommen wird;
- wenn ein Werk der Literatur oder Tonkunst durch Abschreiben vervielfältigt wird;
- wenn es sich um eine Vervielfältigung nach § 42 Abs. 3 handelt.
(2) Der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtungen, die Werkstücke sammeln, dürfen auf Bestellung unentgeltlich oder gegen ein die Kosten nicht übersteigendes Entgelt Vervielfältigungsstücke auf beliebigen Trägern zum eigenen Schulgebrauch oder zum eigenen oder privaten Gebrauch für Zwecke der Forschung herstellen.
§ 42b. (1) Ist von einem Werk, das durch Rundfunk gesendet, der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt oder auf einem zu Handelszwecken hergestellten Speichermedium festgehalten worden ist, seiner Art nach zu erwarten, dass es durch Festhalten auf einem Speichermedium nach § 42 Abs. 2 bis 7 zum eigenen oder privaten Gebrauch vervielfältigt wird, so hat der Urheber Anspruch auf eine angemessene Vergütung (Speichermedienvergütung), wenn Speichermedien jeder Art, die für solche Vervielfältigungen geeignet sind, im Inland gewerbsmäßig in Verkehr kommen.
(2) Ist von einem Werk seiner Art nach zu erwarten, daß es mit Hilfe reprographischer oder ähnlicher Verfahren zum eigenen Gebrauch vervielfältigt wird, so hat der Urheber Anspruch auf eine angemessene Vergütung (Reprographievergütung),
- wenn ein Gerät, das seiner Art nach zur Vornahme solcher Vervielfältigungen bestimmt ist (Vervielfältigungsgerät), im Inland gewerbsmäßig entgeltlich in den Verkehr kommt (Gerätevergütung) und
- wenn ein Vervielfältigungsgerät in Schulen, Hochschulen, Einrichtungen der Berufsbildung oder der sonstigen Aus- und Weiterbildung, Forschungseinrichtungen, öffentlichen Bibliotheken oder in Einrichtungen betrieben wird, die Vervielfältigungsgeräte entgeltlich bereithalten (Betreibervergütung).
(2a) Die Ansprüche nach Abs. 1 und 2 entfallen, soweit nach den Umständen erwartet werden kann, dass den Urhebern durch die Vervielfältigung zum eigenen oder privaten Gebrauch nur ein geringfügiger Nachteil entsteht.
(3) Folgende Personen haben die Vergütung zu leisten:
- die Speichermedien- und die Gerätevergütung derjenige, der die Speichermedien oder das Vervielfältigungsgerät von einer im In- oder im Ausland gelegenen Stelle aus als erster gewerbsmäßig in Verkehr bringt; wer die Speichermedien oder das Vervielfältigungsgerät im Inland gewerbsmäßig, jedoch nicht als erster in Verkehr bringt oder feil hält, haftet wie ein Bürge und Zahler; von der Haftung für die Speichermedienvergütung ist jedoch ausgenommen, wer im Halbjahr Speichermedien mit nicht mehr als 10.000 Stunden Spieldauer bezieht oder Kleinunternehmer im Sinne des UStG 1994 ist; hat der Beklagte im Inland keinen allgemeinen Gerichtsstand, so sind die Gerichte, in deren Sprengel der erste Wiener Gemeindebezirk liegt, zuständig;
- die Betreibervergütung der Betreiber des Vervielfältigungsgeräts.
(4) Bei der Bemessung der Vergütung ist insbesondere auf die folgenden Umstände Bedacht zu nehmen:
- auf die bisher in Geltung gestandenen vergleichbaren Vergütungssätze und das Gesamtvolumen der Vergütung, wobei unverhältnismäßige Veränderungen vermieden werden sollen;
- auf vergleichbare Vergütungssätze und -volumina in Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder Vertragsstaaten des EWR;
- auf den Schaden für den Urheber durch die Vervielfältigungen, deren Auswirkung auf die normale Werkverwertung und auf die berechtigten Interessen des Urhebers;
- auf den Vorteil desjenigen, der vervielfältigt, und auf den Vorteil des Zahlungspflichtigen unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Entwicklung des betreffenden Wirtschaftszweigs, einschließlich des Umsatzes mit Geräten und Speichermedien;
- auf das Ausmaß, in dem die Speichermedien und Geräte durchschnittlich für Vervielfältigungen zum eigenen oder privaten Gebrauch genutzt werden und auf das Gesamtausmaß solcher Nutzungen, wobei auch die Auswirkungen der Anwendung technischer Schutzmaßnahmen auf die Nutzung der betreffenden Werke für vergütungspflichtige Vervielfältigungen zu berücksichtigen sind;
- auf die nutzungsrelevanten Eigenschaften der Speichermedien und Geräte, insbesondere die Leistungsfähigkeit von Geräten sowie die Speicherkapazität und Mehrfachbeschreibbarkeit von Speichermedien;
- auf die wirtschaftlichen Interessen der Hersteller, Händler und Importeure von Geräten und Speichermedien, die nicht unzumutbar beeinträchtigt werden dürfen;
- auf ein wirtschaftlich angemessenes Verhältnis der Vergütung zum typischen Preisniveau der Geräte oder der Speichermedien, wobei die Gerätevergütung 11% dieses Preisniveaus für Geräte nicht übersteigen soll; soweit aufgrund empirischer Nachweise eine fast ausschließliche Nutzung eines Gerätes und eines Speichermediums nach Abs. 1 oder 2 nachgewiesen wird, ist ein Überschreiten dieser Grenze zulässig;
- bei der Betreibervergütung auf die Art und den Umfang der Nutzung des Vervielfältigungsgeräts, die nach den Umständen, insbesondere nach der Art des Betriebs, dem Standort des Geräts und der üblichen Verwendung wahrscheinlich ist.
(5) Vergütungsansprüche nach den Abs. 1 und 2 können nur von Verwertungsgesellschaften geltend gemacht werden.
(6) Die Verwertungsgesellschaft hat bezahlte Vergütungen zurückzuzahlen
- an denjenigen, der Speichermedien oder ein Vervielfältigungsgerät vor der Veräußerung an den Letztverbraucher in das Ausland ausführt;
- an den Letztverbraucher, der Speichermedien zu einem Preis erworben hat, der die bezahlte Vergütung einschließt, diese jedoch nicht für Vervielfältigungen zum eigenen oder privaten Gebrauch benutzt oder benutzen lässt.
Die den Rückzahlungsanspruch begründenden Tatsachen sind glaubhaft zu machen.
(7) Vergütungsansprüche nach Abs. 1 stehen nicht zu, wenn der Zahlungspflichtige glaubhaft macht, dass die Speichermedien weder von ihm selbst noch von Dritten für Vervielfältigungen zum eigenen oder privaten Gebrauch verwendet werden.
(8) Die Verwertungsgesellschaft hat auf ihrer Website einen einfachen, verständlichen und für den durchschnittlichen Nutzer nachvollziehbaren Weg für die Geltendmachung des Rückersatzanspruchs und der Befreiung von der Zahlungspflicht anzubieten, der eine wirksame Geltendmachung ermöglicht und mit keiner übermäßigen Erschwernis verbunden ist.
(9) In Rechnungen über die Veräußerung oder ein sonstiges Inverkehrbringen der in Abs. 1 und 2 genannten Speichermedien und Geräte ist auf die auf das Speichermedium oder das Gerät entfallende Vergütung hinzuweisen.
Berichterstattung über Tagesereignisse
§ 42c. Zur Berichterstattung über Tagesereignisse dürfen Werke, die bei Vorgängen, über die berichtet wird, öffentlich wahrnehmbar werden, in einem durch den Informationszweck gerechtfertigten Umfang vervielfältigt, verbreitet, durch Rundfunk gesendet, der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und zu öffentlichen Vorträgen, Aufführungen und Vorführungen benutzt werden.
Menschen mit Behinderungen
§ 42d. (1) Seh- oder lesebehindert im Sinn dieser Bestimmung sind Menschen, die
- blind sind,
- an einer nicht ausgleichbaren Sehbehinderung, einer Wahrnehmungsstörung oder einer Lesebehinderung leiden, aufgrund derer sie nicht in der Lage sind, Druckwerke in im Wesentlichen gleicher Weise wie ein Mensch ohne eine solche Beeinträchtigung zu lesen, oder
- aufgrund einer körperlichen Behinderung nicht in der Lage sind, ein Buch zu halten oder handzuhaben oder ihre Augen in dem Umfang zu fokussieren oder zu bewegen, wie es für das Lesen normalerweise erforderlich wäre.
(2) Befugte Stellen für Seh- und Lesebehinderungen sind Organisationen, die auf Grundlage einer staatlichen Anerkennung, Befugnis oder finanziellen Unterstützung für Menschen mit Seh- oder Lesebehinderungen Ausbildung, Schulung und adaptiven Lese- oder Informationszugang auf gemeinnütziger Basis bereitstellen, sowie öffentliche Einrichtungen oder gemeinnützige Organisationen, die als eine ihrer Kerntätigkeiten, institutionellen Aufgaben oder als Teil ihrer im Gemeinwohl liegenden Aufgaben Menschen mit Seh- oder Lesebehinderungen diese Dienste anbieten.
(3) Ein Vervielfältigungsstück in einem barrierefreien Format ist ein Vervielfältigungsstück eines Werkes,
- das einem seh- oder lesebehinderten Menschen den Zugang zu dem Werk ermöglicht, einschließlich eines genauso leichten und komfortablen Zugangs wie ihn ein Mensch ohne eine Behinderung der Seh- oder Lesefähigkeit hat, und
- bei dem das vervielfältigte Werk davor in Form eines Buches, einer Zeitung, einer Zeitschrift, eines Magazins oder eines anderen Schriftstücks, einer Notation einschließlich von Notenblättern, und zugehöriger Illustrationen in einer beliebigen Medienform, auch in Audioformat wie Hörbüchern, und in digitaler Form veröffentlicht oder anderweitig rechtmäßig öffentlich zugänglich gemacht wurde.
(4) Seh- oder lesebehinderte Menschen und in deren Namen handelnde Personen dürfen ein Vervielfältigungsstück in einem barrierefreien Format zur ausschließlichen Nutzung durch die seh- oder lesebehinderte Person herstellen, wenn diese rechtmäßigen Zugang zu dem Werk hat.
(5) Befugte Stellen für Seh- und Lesebehinderungen dürfen
- ein Vervielfältigungsstück in einem barrierefreien Format herstellen, wenn sie rechtmäßigen Zugang zu dem Werk haben, und
- ein Vervielfältigungsstück in einem barrierefreien Format zugunsten von Menschen mit Sehoder Lesebehinderungen und anderen befugten Stellen für Seh- und Lesebehinderungen, die ihren Wohnsitz oder Sitz im Inland oder in einem anderen Mitgliedstaat der EU oder Vertragsstaat des EWR haben, in gemeinnütziger Weise verbreiten, durch Rundfunk senden, der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, nach § 40g öffentlich wiedergeben und zu öffentlichen Vorträgen, Aufführungen und Vorführungen nutzen.
(6) Befugte Stellen für Seh- und Lesebehinderungen, die nach Abs. 5 Z 2 grenzüberschreitende Handlungen vornehmen, haben Verfahren festzulegen und zu befolgen, die sicherstellen, dass
- es sich bei den Menschen, die in den Genuss ihrer Dienste kommen, um Menschen mit Seh- oder Lesebehinderungen handelt, und nur solchen Menschen oder anderen befugten Stellen für Seh-und Lesebehinderungen Vervielfältigungen von Werken zugänglich gemacht werden,
- der unbefugten Vervielfältigung, Verbreitung, Sendung, öffentlichen Zurverfügungstellung, öffentlichen Wiedergabe nach § 40g sowie Nutzung zu Vorträgen, Aufführungen und Vorführungen durch geeignete Schritte entgegengewirkt wird,
- die für die Handhabung der Werke und der Vervielfältigungsstücke in einem barrierefreien Format erforderliche Sorgfalt angewandt wird und darüber Aufzeichnungen geführt werden sowie
- Informationen darüber, wie sie den Verpflichtungen nach den Z 1 bis 3 nachkommen, soweit zweckmäßig auf ihrer Internetseite oder über sonstige Online- oder Offline-Kanäle veröffentlicht und auf dem neuesten Stand gehalten werden.
(7) Befugte Stellen für Seh- und Lesebehinderungen im Sinn des Abs. 6 haben seh- oder lesebehinderten Menschen und anderen befugten Stellen für Seh- und Lesebehinderungen mit Wohnsitz oder Sitz im Inland, in einem anderen Mitgliedstaat der EU oder Vertragsstaat des EWR sowie Rechteinhabern auf Anfrage Auskunft über
- die Liste der Werke, von denen sie Vervielfältigungsstücke in einem barrierefreien Format besitzen,
- die Formate, über die sie für diese Werke verfügen, sowie
- die Namen und Kontaktangaben der befugten Stellen für Seh- und Lesebehinderungen, mit denen sie Vervielfältigungsstücke in einem barrierefreien Format grenzüberschreitend austauschen, in barrierefreier Form zu erteilen.
(8) Für die Vervielfältigung, Verbreitung, Sendung, öffentliche Zurverfügungstellung, öffentliche Wiedergabe nach § 40g sowie Nutzung zu Vorträgen, Aufführungen und Vorführungen durch eine befugte Stelle für Seh- und Lesebehinderungen mit Sitz im Inland steht dem Urheber ein Anspruch auf einen finanziellen Ausgleich zu. Bei der Bestimmung der Höhe des Ausgleichs ist den besonderen Umständen des Einzelfalls und der Tatsache, dass die Tätigkeiten befugter Stellen für Seh- und Lesebehinderungen keinen Erwerbszweck haben, ebenso Rechnung zu tragen wie den mit dieser Bestimmung verfolgten im Gemeinwohl liegenden Zielen, den Interessen der Menschen mit Seh- oder Lesebehinderungen, dem eventuellen Schaden für Urheber und der Notwendigkeit, die grenzüberschreitende Verbreitung von Vervielfältigungsstücken in barrierefreien Formaten sicherzustellen. Dieser Anspruch kann nur von Verwertungsgesellschaften geltend gemacht werden.
(9) Die freie Werknutzung nach Abs. 4 und 5 kann vertraglich nicht abbedungen werden.
(10) Für Menschen mit anderen Behinderungen, die den Zugang zu Werken in vergleichbarer Weise erschweren, und für die Nutzung von anderen als den in Abs. 3 Z 2 genannten Werken durch oder zugunsten von Menschen mit Seh- und Lesebehinderungen gelten Abs. 2, Abs. 3 Z 1 und Abs. 4 bis 9 ohne die in Abs. 5 Z 2 vorgesehenen Beschränkungen auf bestimmte Staaten sinngemäß.
Unwesentliches Beiwerk
§ 42e. Werke dürfen vervielfältigt, verbreitet, durch Rundfunk gesendet, der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und zu öffentlichen Vorträgen, Aufführungen und Vorführungen benutzt werden, wenn sie dabei nur zufällig oder beiläufig und ohne Bezug zum eigentlichen Gegenstand der Verwertungshandlung genutzt werden.
Zitate, Karikaturen, Parodien und Pastiches
§ 42f. (1) Ein veröffentlichtes Werk darf zum Zweck des Zitats vervielfältigt, verbreitet, durch Rundfunk gesendet, der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und zu öffentlichen Vorträgen, Aufführungen und Vorführungen benutzt werden, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. Zulässig ist dies insbesondere, wenn
- einzelne Werke nach ihrem Erscheinen in ein die Hauptsache bildendes wissenschaftliches Werk aufgenommen werden; ein Werk der in § 2 Z 3 bezeichneten Art oder ein Werk der bildenden Künste darf nur zur Erläuterung des Inhaltes aufgenommen werden;
- veröffentlichte Werke der bildenden Künste bei einem die Hauptsache bildenden wissenschaftlichen oder belehrenden Vortrag bloß zur Erläuterung des Inhaltes öffentlich vorgeführt und die dazu notwendigen Vervielfältigungsstücke hergestellt werden;
- einzelne Stellen eines veröffentlichten Sprachwerkes in einem selbstständigen neuen Werk angeführt werden;
- einzelne Stellen eines veröffentlichten Werkes der Tonkunst in einer literarischen Arbeit angeführt werden;
- einzelne Stellen eines erschienenen Werkes in einem selbstständigen neuen Werk angeführt werden.
(2) Ein veröffentlichtes Werk darf überdies für die Nutzung zum Zweck von Karikaturen, Parodien oder Pastiches über eine große Online-Plattform gesendet oder der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt (§ 18c) und für diese Zwecke vervielfältigt werden.
(3) Für die Zwecke dieser Bestimmung ist einem erschienenen Werk ein Werk gleichzuhalten, das mit Zustimmung des Urhebers der Öffentlichkeit in einer Weise zur Verfügung gestellt wurde, dass es für die Allgemeinheit zugänglich ist.
Digitale Nutzungen in Unterricht und Lehre
§ 42g. (1) Schulen, Universitäten und andere Bildungseinrichtungen dürfen zur Veranschaulichung des Unterrichts oder der Lehre, insbesondere zu deren Unterstützung, Bereicherung oder Ergänzung, veröffentlichte Werke im Rahmen einer digitalen Nutzung vervielfältigen, verbreiten, durch Rundfunk senden, für eine öffentliche Wiedergabe nach § 18 Abs. 3 benutzen und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, sowie ein Datenbankwerk öffentlich wiedergeben (§ 40g), wenn
- dies unter der Verantwortung der Bildungseinrichtung in ihren Räumlichkeiten oder an anderen Orten stattfindet oder
- in einer gesicherten elektronischen Umgebung stattfindet,
zu denen oder der nur die Schüler, die Studierenden und das Lehrpersonal der Bildungseinrichtung Zugang haben und soweit dies zur Verfolgung nicht kommerzieller Zwecke gerechtfertigt ist.
(2) Bei Werken, die ihrer Beschaffenheit und Bezeichnung nach zum Schul- oder Unterrichtsgebrauch bestimmt sind und bei Werken der Filmkunst, deren Erstaufführung entweder im Inland oder in deutscher Sprache oder in einer Sprache einer in Österreich anerkannten Volksgruppe vor höchstens zwei Jahren stattgefunden hat, darf die Nutzung geringfügige Auszüge des Werkes von in der Regel bis zu zehn Prozent des Werkes nicht überschreiten. Einzelne Werke der bildenden Künste und Darstellungen der in § 2 Z 3 bezeichneten Art oder sonstige Werke geringen Umfangs und vergriffene Werke dürfen vollständig genutzt werden. Geringfügige Auszüge solcher Werke oder solche Werke und Darstellungen dürfen aber nicht genutzt werden, soweit Bewilligungen für Nutzungen zu angemessenen Bedingungen erlangt werden können. Ein Urheber oder Werknutzungsberechtigter, der die Nutzung für ein Werk ausschließen will, hat allgemeine Bedingungen für die Nutzung seiner Werke über das Internet zugänglich zu machen und sicher zu stellen, dass er auf Anfragen um Nutzungsbewilligungen rasch reagieren kann.
(3) Die Verwertungshandlung nach Abs. 1 Z 2 findet in dem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder Vertragsstaat des Übereinkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum statt, in dem die Bildungseinrichtung ihren Sitz hat.
(4) Für die Nutzung nach Abs. 1 steht dem Urheber ein Anspruch auf angemessene Vergütung zu. Ein solcher Anspruch kann nur von Verwertungsgesellschaften geltend gemacht werden.
(5) Die freie Werknutzung nach Abs. 1 kann vertraglich nicht abbedungen werden.
Text- und Data-Mining
§ 42h. (1) Jedermann darf für eine Forschungseinrichtung (Abs. 3) oder für eine Einrichtung des Kulturerbes (§ 42 Abs. 7) ein Werk vervielfältigen, um damit Texte und Daten in digitaler Form für die wissenschaftliche oder künstlerische Forschung automatisiert auszuwerten und Informationen unter anderem über Muster, Trends und Korrelationen zu gewinnen, wenn er zu dem Werk rechtmäßig Zugang hat. Zu einer solchen Vervielfältigung sind auch einzelne Forscher berechtigt, soweit dies zur Verfolgung nicht kommerzieller Zwecke gerechtfertigt ist.
(2) Eine Vervielfältigung nach Abs. 1 darf unter Wahrung angemessener Sicherheitsvorkehrungen gespeichert und aufbewahrt werden, solange dies durch den Forschungszweck, auch zur Überprüfung wissenschaftlicher Erkenntnisse, gerechtfertigt ist. Jedenfalls angemessen ist eine Sicherheitsvorkehrung, deren Einsatz von repräsentativen Vereinigungen von Rechteinhabern einerseits sowie Forschungseinrichtungen oder Einrichtungen des Kulturerbes andererseits als bewährte Vorgehensweise anerkannt wurde. Eine solche Vervielfältigung darf auch einem bestimmt abgegrenzten Kreis von Personen für deren gemeinsame wissenschaftliche Forschung oder einzelnen Dritten zur Überprüfung der Qualität wissenschaftlicher Forschung zugänglich gemacht werden, soweit dies zur Verfolgung nicht kommerzieller Zwecke gerechtfertigt ist.
(3) Eine Forschungseinrichtung im Sinn dieser Bestimmung ist eine Einrichtung,
- deren vorrangiges Ziel die wissenschaftliche oder künstlerische Forschung oder die forschungsgeleitete Lehre ist und
- die in ihrer Tätigkeit nicht gewinnorientiert ist, alle Gewinne in ihre wissenschaftliche oder künstlerische Forschung reinvestiert oder gewinnorientiert und im Rahmen eines staatlich anerkannten Auftrags im öffentlichen Interesse tätig ist und
- bei der nicht ein Unternehmen, das einen bestimmenden Einfluss auf die Einrichtung hat, bevorzugten Zugang zu den Ergebnissen der wissenschaftlichen Forschung erhält.
(4) Abs. 1 bis 3 sind auch dann anzuwenden, wenn die Vervielfältigung im Rahmen einer öffentlichprivaten Partnerschaft erfolgt, an der neben der Forschungseinrichtung oder der Einrichtung des Kulturerbes auch ein auf Gewinn gerichtetes Unternehmen oder ein sonstiger Dritter beteiligt ist.
(5) Die freie Werknutzung nach Abs. 1 bis 4 kann vertraglich nicht abbedungen werden. Dies steht aber der Anwendung von Maßnahmen nicht entgegen, die die Sicherheit und Integrität der Netze und Datenbanken gewährleisten sollen, in denen die Werke oder sonstigen Schutzgegenstände gespeichert sind, soweit diese Beschränkungen nicht über das für die Verwirklichung dieses Ziels Notwendige hinausgehen. Solche Beschränkungen gelten als angemessen, wenn sie von repräsentativen Vereinigungen von Rechteinhabern einerseits sowie Forschungseinrichtungen oder Einrichtungen des Kulturerbes andererseits als bewährte Vorgehensweise anerkannt wurden.
(6) Jedermann darf für den eigenen Gebrauch ein Werk vervielfältigen, um damit Texte und Daten in digitaler Form automatisiert auszuwerten und Informationen unter anderem über Muster, Trends und Korrelationen zu gewinnen, wenn er zu dem Werk rechtmäßig Zugang hat. Dies gilt jedoch nicht, wenn die Vervielfältigung ausdrücklich verboten und dieses Verbot in angemessener Weise durch einen Nutzungsvorbehalt, und zwar etwa bei über das Internet öffentlich zugänglich gemachten Werken mit maschinenlesbaren Mitteln, kenntlich gemacht wird. Eine Vervielfältigung nach diesem Absatz darf aufbewahrt werden, solange dies für die Zwecke der Datenauswertung und Informationsgewinnung notwendig ist.
Freie Werknutzungen an Werken der Literatur.
§ 43. (1) Reden, die in einer zur Besorgung öffentlicher Angelegenheiten zuständigen Versammlung oder in Verfahren vor den Gerichten oder anderen Behörden gehalten werden, sowie öffentlich gehaltene politische Reden dürfen für Informationszwecke vervielfältigt, verbreitet, öffentlich vorgetragen, durch Rundfunk gesendet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
(2) Ist eine Rede dieser Art auf einem Schallträger festgehalten worden, so darf dieser nur mit Einwilligung des Urhebers verbreitet werden.
(3) Die Vervielfältigung, die Verbreitung und die öffentliche Zurverfügungstellung der im Abs. 1 bezeichneten Reden in Sammlungen solcher Werke sind dem Urheber vorbehalten.
§ 44. (1) Einzelne in einer Zeitung oder Zeitschrift enthaltene Aufsätze über wirtschaftliche, politische oder religiöse Tagesfragen dürfen in anderen Zeitungen und Zeitschriften vervielfältigt und verbreitet werden. Dies gilt jedoch nicht, wenn die Vervielfältigung ausdrücklich verboten wird. Zu einem solchen Verbot genügt der Vorbehalt der Rechte bei dem Aufsatz oder am Kopfe der Zeitung oder Zeitschrift.
(2) In einer Zeitung oder Zeitschrift enthaltene Aufsätze, deren Vervielfältigung nach Abs. 1 zulässig ist, dürfen auch öffentlich vorgetragen, durch Rundfunk gesendet und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.
(3) Einfache Mitteilungen darstellende Presseberichte (vermischte Nachrichten, Tagesneuigkeiten) genießen keinen urheberrechtlichen Schutz. Für solche Presseberichte gilt § 79.
§ 45. (1) Zur Verfolgung nicht kommerzieller Zwecke dürfen einzelne Sprachwerke oder Werke der im § 2 Z 3 bezeichneten Art nach ihrem Erscheinen in einem durch den Zweck gerechtfertigten Umfang vervielfältigt, verbreitet und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.
- in einer Sammlung, die Werke mehrerer Urheber enthält und ihrer Beschaffenheit und Bezeichnung nach zum Kirchen-, Schul- oder Unterrichtsgebrauch bestimmt ist; ein Werk der im § 2 Z 3 bezeichneten Art darf bloß zur Erläuterung des Inhalts aufgenommen werden;
- in einem Werk, das seiner Beschaffenheit und Bezeichnung nach zum Schulgebrauch bestimmt ist, bloß zur Erläuterung des Inhalts.
(2) Auch dürfen zur Verfolgung nicht kommerzieller Zwecke Sprachwerke nach ihrem Erscheinen in einem durch den Zweck gerechtfertigten Umfang zu Rundfunksendungen verwendet werden, deren Benutzung zum Schulgebrauch von der Unterrichtsbehörde für zulässig erklärt worden ist und die als Schulfunk bezeichnet werden.
(3) Für die Vervielfältigung, die Verbreitung und die öffentliche Zurverfügungstellung nach Abs. 1 und für die Rundfunksendung nach Abs. 2 steht dem Urheber ein Anspruch auf angemessene Vergütung zu. Solche Ansprüche können nur von Verwertungsgesellschaften geltend gemacht werden.
§ 47. (1) Kleine Teile eines Sprachwerkes oder Sprachwerke von geringem Umfang dürfen nach ihrem Erscheinen als Text eines zum Zweck ihrer Vertonung geschaffenen Werkes der Tonkunst in Verbindung mit diesem vervielfältigt, verbreitet, öffentlich vorgetragen, durch Rundfunk gesendet und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.
(2) Doch gebührt dem Urheber des vertonten Sprachwerkes ein angemessener Anteil an dem Entgelt, das der zur öffentlichen Aufführung oder Rundfunksendung des Werkes der Tonkunst ausschließlich Berechtigte für die Bewilligung von öffentlichen Aufführungen oder von Rundfunksendungen dieses Werkes in Verbindung mit dem vertonten Sprachwerk erhält.
(3) Abs. 1 gilt nicht für die Vervielfältigung und Verbreitung von Sprachwerken auf Schallträgern und für die öffentliche Zurverfügungstellung mit Hilfe eines Schallträgers.
(4) Absatz 1 gilt ferner weder für Sprachwerke, die ihrer Gattung nach zur Vertonung bestimmt sind, wie die Texte zu Oratorien, Opern, Operetten und Singspielen, noch für Sprachwerke, die als Text eines Werkes der Tonkunst mit einem die Anwendung des Absatzes 1 ausschließenden Vorbehalt erschienen sind.
§ 48. Kleine Teile eines Sprachwerkes und Sprachwerke von geringem Umfang, die vertont worden sind, dürfen nach ihrem Erscheinen auch abgesondert von dem Werke der Tonkunst vervielfältigt und verbreitet werden:
- zum Gebrauch der Zuhörer, die einer unmittelbaren persönlichen Wiedergabe der verbundenen Werke am Aufführungsorte beiwohnen, mit Andeutung dieser Bestimmung;
- in Programmen, worin die Rundfunksendung der verbundenen Werke angekündigt wird;
- in Aufschriften auf Schallträgern oder in Beilagen dazu; die Schallträger dürfen nicht mit Verletzung eines ausschließlichen Rechtes, die darauf festgehaltenen Werke zu vervielfältigen oder zu verbreiten, hergestellt oder verbreitet, die Beilagen müssen als solche bezeichnet sein.
§ 50. (1) Zulässig ist der öffentliche Vortrag eines erschienenen Sprachwerkes, wenn die Zuhörer weder ein Eintrittsgeld noch sonst ein Entgelt entrichten und der Vortrag keinerlei Erwerbszwecken dient oder wenn sein Ertrag ausschließlich für wohltätige Zwecke bestimmt ist.
(2) Diese Vorschrift gilt aber nicht, wenn die Mitwirkenden ein Entgelt erhalten; sie gilt ferner nicht, wenn der Vortrag mit Hilfe eines Schallträgers vorgenommen wird, der mit Verletzung eines ausschließlichen Rechtes, das darauf festgehaltene Sprachwerk zu vervielfältigen oder zu verbreiten, hergestellt oder verbreitet worden ist.
Freie Werknutzungen an Werken der Tonkunst.
§ 51. (1) Zur Verfolgung nicht kommerzieller Zwecke dürfen einzelne Werke der Tonkunst nach ihrem Erscheinen in Form von Notationen in einem durch den Zweck gerechtfertigten Umfang in einem Werk vervielfältigt, verbreitet und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden, das seiner Beschaffenheit und Bezeichnung nach zum Schulgebrauch bestimmt ist.
- wenn sie in eine für den Gesangsunterricht bestimmte Sammlung aufgenommen werden, die Werke mehrerer Urheber vereinigt,
- wenn sie bloß zur Erläuterung des Inhalts aufgenommen werden.
(2) Für die Vervielfältigung, die Verbreitung und die öffentliche Zurverfügungstellung nach Abs. 1 steht dem Urheber ein Anspruch auf angemessene Vergütung zu. Solche Ansprüche können nur von Verwertungsgesellschaften geltend gemacht werden.
§ 53. (1) Zulässig ist die öffentliche Aufführung eines erschienenen Werkes der Tonkunst:
- wenn die Aufführung mit Drehorgeln, Spieldosen oder anderen Schallträgern der im § 15, Absatz 3, bezeichneten Art vorgenommen wird, die nicht auf eine Weise beeinflußt werden können, daß das Werk damit nach Art einer persönlichen Aufführung wiedergegeben werden kann;
- wenn das Werk bei einer kirchlichen oder bürgerlichen Feierlichkeit oder aus einem militärdienstlichen Anlaß aufgeführt wird und die Zuhörer ohne Entgelt zugelassen werden;
- wenn die Zuhörer weder ein Eintrittsgeld noch sonst ein Entgelt entrichten und die Aufführung keinerlei Erwerbszwecken dient oder wenn ihr Ertrag ausschließlich für wohltätige Zwecke bestimmt ist;
- wenn die Aufführung von einer nicht aus Berufsmusikern bestehenden Musikkapelle oder einem solchen Chor veranstaltet wird, deren Bestand nach einem von der zuständigen Landesregierung ausgestellten Zeugnis der Pflege volkstümlichen Brauchtums dient und deren Mitglieder nicht um des Erwerbes willen mitwirken, und wenn bei dieser Aufführung - zumindest weitaus überwiegend - volkstümliche Brauchtumsmusik oder infolge Ablaufs der Schutzfrist freigewordene Musik oder Bearbeitungen von infolge Ablaufs der Schutzfrist freigewordener Musik gepflegt werden; doch darf die Aufführung in Gemeinden mit mehr als 2500 Einwohnern nicht im Betriebe eines Erwerbsunternehmens, in Gemeinden bis zu 2500 Einwohnern nur dann im Betriebe eines Erwerbsunternehmens stattfinden, wenn andere passende Räume nicht zur Verfügung stehen und der Reingewinn nicht dem Erwerbsunternehmen zufließt.
(2) Die Vorschriften des Abs. 1 Z 1 bis 3 gelten nicht, wenn die Aufführung mit Hilfe eines Schallträgers vorgenommen wird, der mit Verletzung eines ausschließlichen Rechtes, das darauf festgehaltene Werk zu vervielfältigen oder zu verbreiten, hergestellt oder verbreitet worden ist; die Vorschriften des Abs. 1 Z 3 gelten ferner nicht, wenn die Mitwirkenden ein Entgelt erhalten.
(3) Die Vorschriften des Absatzes 1 gelten weder für bühnenmäßige Aufführungen einer Oper oder eines anderen mit einem Werke der Literatur verbundenen Werkes der Tonkunst noch für die Aufführung eines Werkes der Tonkunst in Verbindung mit einem Filmwerk oder einem anderen kinematographischen Erzeugnisse.
Freie Werknutzungen an Werken der bildenden Künste.
§ 54. (1) Es ist zulässig:
- Werke der bildenden Künste nach bleibend zu einer öffentlichen Sammlung gehörenden Werkstücken in den vom Eigentümer der Sammlung für ihre Besucher herausgegebenen Verzeichnissen zu vervielfältigen, zu verbreiten und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, soweit dies zur Förderung des Besuchs der Sammlung erforderlich ist; jede andere kommerzielle Nutzung ist ausgeschlossen;
- veröffentlichte Werke der bildenden Künste nach Werkstücken, die versteigert werden sollen oder sonst öffentlich zum Kauf angeboten werden, in Verzeichnissen der feilgebotenen Werkstücke oder in ähnlichen Werbeschriften zu vervielfältigen, zu verbreiten und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, soweit dies zur Förderung der Veranstaltung erforderlich ist; doch dürfen solche Werbeschriften vom Herausgeber nur unentgeltlich oder zu einem die Herstellungskosten nicht übersteigenden Preis verbreitet oder der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden; jede andere kommerzielle Nutzung ist ausgeschlossen;
- zur Verfolgung nicht kommerzieller Zwecke einzelne erschienene Werke der bildenden Künste in einem seiner Beschaffenheit und Bezeichnung nach zum Schul- oder Unterrichtsgebrauch bestimmten Sprachwerk bloß zur Erläuterung des Inhalts oder in einem solchen Schulbuch zum Zweck der Kunsterziehung der Jugend zu vervielfältigen, zu verbreiten und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen;
(Anm.: Z 3a und 4 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 99/2015)
- Werke der Baukunst nach einem ausgeführten Bau oder andere Werke der bildenden Künste nach Werkstücken, die dazu angefertigt wurden, sich bleibend an einem öffentlichen Ort zu befinden, zu vervielfältigen, zu verbreiten, durch optische Einrichtungen öffentlich vorzuführen, durch Rundfunk zu senden und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen; ausgenommen sind das Nachbauen von Werken der Baukunst, die Vervielfältigung eines Werkes der Malkunst oder der graphischen Künste zur bleibenden Anbringung an einem Orte der genannten Art sowie die Vervielfältigung von Werken der Plastik durch die Plastik.
(2) Für die Vervielfältigung, die Verbreitung und die öffentliche Zurverfügungstellung nach Abs. 1 Z 3 steht dem Urheber ein Anspruch auf angemessene Vergütung zu. Diese Ansprüche können nur von Verwertungsgesellschaften geltend gemacht werden.
§ 55. (1) Von einem auf Bestellung geschaffenen Bildnis einer Person dürfen, wenn nichts anderes vereinbart ist, der Besteller und seine Erben sowie der Abgebildete und nach seinem Tode die mit ihm in gerader Linie Verwandten und sein überlebender Ehegatte oder Lebensgefährte einzelne Lichtbilder herstellen oder durch einen anderen, auch gegen Entgelt, herstellen lassen.
(2) Abs. 1 gilt jedoch für Bildnisse, die in einem Druckverfahren, in einem photographischen oder in einem der Photographie ähnlichen Verfahren hergestellt sind, nur, wenn sich die im Abs. 1 angeführten Personen weitere in diesen Verfahren hergestellte Werkstücke von dem Berechtigten überhaupt nicht oder nur mit unverhältnismäßig großen Schwierigkeiten beschaffen können.
(3) Vervielfältigungsstücke, deren Herstellung nach den Absätzen 1 und 2 zulässig ist, dürfen unentgeltlich verbreitet werden.
Benutzung von Bild- oder Schallträgern und Rundfunksendungen in bestimmten Geschäftsbetrieben.
§ 56. (1) In Geschäftsbetrieben, die die Herstellung, den Vertrieb oder die Instandsetzung von Bildoder Schallträgern oder von Vorrichtungen zu ihrer Herstellung oder zu ihrem Gebrauch zum Gegenstand haben, dürfen Vorträge, Aufführungen und Vorführungen von Werken auf Bild- oder Schallträgern festgehalten und Bild- oder Schallträger zu öffentlichen Vorträgen, Aufführungen und Vorführungen der darauf festgehaltenen Werke benutzt werden, soweit es notwendig ist, um die Kunden mit den Bild- oder Schallträgern oder mit Vorrichtungen zu ihrer Herstellung oder zu ihrem Gebrauch bekanntzumachen oder die Brauchbarkeit zu prüfen.
(2) Dasselbe gilt für die Benutzung von Rundfunksendungen zur öffentlichen Wiedergabe eines Werkes durch Lautsprecher oder eine andere technische Einrichtung in Geschäftsbetrieben, die die Herstellung, den Vertrieb oder die Instandsetzung von Rundfunkgeräten zum Gegenstand haben.
(3) Absatz 1 gilt nicht, wenn ein Bild- oder Schallträger benutzt wird, der mit Verletzung eines ausschließlichen Rechtes, das darauf festgehaltene Werk zu vervielfältigen oder zu verbreiten, hergestellt oder verbreitet worden ist.
Überlassung von Bild- oder Schallträgern an bestimmte Bundesanstalten
§ 56a. (1) Bild- oder Schallträger, auf denen ein veröffentlichtes Werk festgehalten ist, dürfen durch Überlassung an wissenschaftliche Anstalten des öffentlichen Rechts des Bundes, die die Sammlung, Bewahrung und Erschließung von audiovisuellen Medien zur Aufgabe haben und keine kommerziellen Zwecke verfolgen, verbreitet werden. Zum Zweck der Überlassung darf auch eine Vervielfältigung des Bild- oder Schallträgers hergestellt werden.
(2) Abs. 1 gilt nicht für Bild- oder Schallträger, die mit Verletzung eines ausschließlichen Rechtes, das darauf festgehaltene Werk zu vervielfältigen oder zu verbreiten, hergestellt oder verbreitet worden sind.
Benutzung von Bild- oder Schallträgern in Bibliotheken
§ 56b. (1) Der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtungen (Bibliothek, Bild- oder Schallträgersammlung und dergleichen) dürfen Bild- oder Schallträger zu öffentlichen Vorträgen, Aufführungen und Vorführungen der darauf festgehaltenen Werke für jeweils nicht mehr als zwei Besucher der Einrichtung benützen, sofern dies nicht zu Erwerbszwecken geschieht. Hiefür steht dem Urheber ein Anspruch auf angemessene Vergütung zu. Solche Ansprüche können nur von Verwertungsgesellschaften geltend gemacht werden.
(2) Abs. 1 gilt nicht, wenn ein Bild- oder Schallträger benutzt wird, der mit Verletzung eines ausschließlichen Rechtes, das darauf festgehaltene Werk zu vervielfältigen oder zu verbreiten, hergestellt oder verbreitet worden ist.
Öffentliche Wiedergabe im Unterricht
§ 56c. (1) Schulen und Universitäten dürfen für Zwecke des Unterrichts beziehungsweise der Lehre in dem dadurch gerechtfertigten Umfang Werke der Filmkunst und die damit verbundenen Werke der Tonkunst öffentlich aufführen.
(2) Für die öffentliche Aufführung nach Abs. 1 steht dem Urheber ein Anspruch auf angemessene Vergütung zu. Solche Ansprüche können nur von Verwertungsgesellschaften geltend gemacht werden.
(3) Die Abs. 1 und 2 gelten nicht
- für Filmwerke, die ihrer Beschaffenheit und Bezeichnung nach zum Schul- oder Unterrichtsgebrauch bestimmt sind;
- wenn ein Bild- oder Schallträger benutzt wird, der mit Verletzung eines ausschließlichen Rechtes, das darauf festgehaltene Werk zu vervielfältigen oder zu verbreiten, hergestellt oder verbreitet worden ist.
Öffentliche Wiedergabe in Beherbergungsbetrieben
§ 56d. (1) Beherbergungsunternehmer dürfen für die von ihnen aufgenommenen Gäste Werke der Filmkunst öffentlich aufführen, wenn
- seit der Erstaufführung des Filmwerkes entweder im Inland oder in deutscher Sprache oder in einer Sprache einer in Österreich anerkannten Volksgruppe mindestens zwei Jahre vergangen sind,
- die Aufführung mit Hilfe eines zu Handelszwecken hergestellten Bild- oder Schallträgers, dessen Verbreitung nach § 16 Abs. 3 zulässig ist, vorgenommen wird und
- die Zuschauer ohne Entgelt zugelassen werden.
(2) Für die öffentliche Aufführung nach Abs. 1 steht dem Urheber ein Anspruch auf angemessene Vergütung zu. Solche Ansprüche können nur von Verwertungsgesellschaften geltend gemacht werden.
Verwaiste Werke
§ 56e. (1) Öffentlich zugängliche Einrichtungen, die Werkstücke sammeln, dürfen von Werken, für die keine zur Gestattung der Vervielfältigung und der Zurverfügungstellung berechtigte Person bekannt ist (verwaiste Werke), Vervielfältigungstücke von eigenen Werkstücken herstellen und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen,
- wenn dies der Erfüllung ihrer im Gemeinwohl liegenden Aufgaben dient, insbesondere der Bewahrung, der Restaurierung sowie der Bereitstellung des kulturellen und bildungspolitischen Zwecken dienenden Zugangs zu ihrem Werkbestand, und unentgeltlich oder nur gegen ein die Kosten der Digitalisierung und Zurverfügungstellung deckendes Entgelt erfolgt, und
- wenn das Werk in die Sammlung einer berechtigten Einrichtung aufgenommen wurde und entweder
- a) in Form von Büchern, Fachzeitschriften, Zeitungen, Zeitschriften oder in sonstiger Schriftform veröffentlicht wurde, wobei auch Werke oder Schutzgegenstände umfasst sind, die in solche schriftlichen Werke eingebettet oder eingebunden sind, oder
- b) auf einem Schallträger oder in Laufbildern festgehalten ist, und
- wenn das Werk in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem Vertragsstaat des Europäischen Wirtschaftsraums
- a) erschienen (§ 9) ist oder,
- b) wenn es nicht erschienen ist, mit Einwilligung des Berechtigten erstmals gesendet wurde, oder,
- c) wenn es weder erschienen ist noch gesendet wurde, mit Einwilligung des Berechtigten durch die Einrichtung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde und anzunehmen ist, dass sich der Rechteinhaber der Vervielfältigung und Zurverfügungstellung nicht widersetzen würde, und
- soweit und solange
- a) in Österreich nach sorgfältiger Suche keine zur Gestattung der Vervielfältigung und Zurverfügungstellung berechtigte Person festgestellt oder ausfindig gemacht werden konnte und die Ergebnisse dieser Suche dokumentiert und an die Aufsichtsbehörde für Verwertungsgesellschaften weitergeleitet wurden, oder
- b) in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem Vertragsstaat des EWR das Ergebnis der sorgfältigen Suche im Sinn der Richtlinie 2012/28/EG in der vom Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt eingerichteten Datenbank erfasst ist.
(2) Öffentlich-rechtliche Rundfunkunternehmer dürfen Vervielfältigungstücke von einem auf einem Schallträger oder in Laufbildern festgehaltenen Werk unter den Voraussetzungen des Abs. 1 Z 1, 3 und 4 herstellen und diese der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, wenn das Werk im Auftrag dieses oder eines anderen öffentlich-rechtlichen Rundfunkunternehmers vor dem 1. Januar 2003 hergestellt und in das Archiv einer dieser Rundfunkunternehmer aufgenommen wurde.
(3) Zur Feststellung, ob ein Werk verwaist ist, haben die berechtigten Einrichtungen vor dessen Nutzung sorgfältig nach der zur Gestattung der Vervielfältigung und Zurverfügungstellung des Werks berechtigten Person zu suchen. Dabei haben sie geeignete Quellen nach Treu und Glauben zu konsultieren. Geeignet sind zumindest die im Anhang der Richtlinie 2012/28/EU angeführten Quellen. Der Bundesminister für Justiz kann durch Verordnung die Quellen für die einzelnen Kategorien von Werken bestimmen, die im Rahmen der Suche zu konsultieren sind.
(4) Die Suche ist in Österreich durchzuführen, wenn das Werk in Österreich erschienen ist oder zuerst gesendet wurde. Bei Filmwerken ist die Suche in Österreich durchzuführen, wenn deren Hersteller seine Hauptniederlassung oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Österreich hat. Bei nicht erschienenen oder gesendeten Werken ist die Suche in Österreich durchzuführen, wenn die Einrichtung, die das Werk mit Zustimmung des Rechteinhabers öffentlich zugänglich gemacht hat, in Österreich belegen ist. Bei Hinweisen auf relevante Informationen zu Rechteinhabern in anderen Ländern sind auch verfügbare Informationsquellen in diesen anderen Ländern zu konsultieren.
(5) Die Suche nach Abs. 4 ist in einem Protokoll zu dokumentieren. Dieses Protokoll ist für die Dauer der Nutzung und für einen Zeitraum von sieben Jahren nach deren Beendigung aufzubewahren. Folgende Informationen sind an die Aufsichtsbehörde für Verwertungsgesellschaften weiterzuleiten:
- die genaue Bezeichnung jener Werke, die nach den Ergebnissen der Suche als verwaist anzusehen sind;
- die Art der Nutzung dieser Werke durch die Einrichtung;
- den Umstand, dass eine Person nachträglich festgestellt oder ausfindig gemacht werden konnte, die zur Gestattung der Vervielfältigung und Zurverfügungstellung berechtigt ist;
- die jeweiligen Kontaktangaben der betreffenden Einrichtung.
Die Aufsichtsbehörde für Verwertungsgesellschaften hat diese Informationen unverzüglich nach deren Erhalt an das Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt zur Veröffentlichung in der von diesem geführten Online-Datenbank weiterzuleiten.
(6) Sobald eine Einrichtung Kenntnis von der Identität und dem Aufenthaltsort einer zur Gestattung der Vervielfältigung und Zurverfügungstellung berechtigten Person erlangt, hat sie jede weitere Nutzung des verwaisten Werks ohne deren Zustimmung unverzüglich einzustellen. Für die vorherige Nutzung hat die Einrichtung auf Verlangen des Berechtigten eine angemessene Vergütung zu leisten. Bei Bemessung der Höhe der Vergütung ist davon auszugehen, dass das Werk in demjenigen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder Vertragsstaat des EWR genutzt worden ist, in dem die das Werk nutzende Einrichtung belegen ist. Der Anspruch auf die Vergütung verjährt in zehn Jahren ab der Nutzung des Werks.
Nicht verfügbare Werke
§ 56f. (1) Eine Einrichtung des Kulturerbes (§ 42 Abs. 7) darf ein nicht verfügbares Werk aus ihrem Bestand vervielfältigen, senden oder öffentlich zur Verfügung stellen, um es auf einer nichtkommerziellen Website zugänglich zu machen, wenn diese Rechte nicht von einer Verwertungsgesellschaft gemäß § 25a VerwGes 2016, BGBl. I Nr. 27/2016, wahrgenommen werden und
- sich das Werk dauerhaft in der Sammlung der Einrichtung befindet,
- Informationen zum Zweck der Identifizierung des Werkes und ein Hinweis auf das Widerspruchsrecht nach Abs. 3 über das vom Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum eingerichteten Portal nicht verfügbarer Werke seit sechs Monaten zugänglich sind, wobei Vervielfältigungen schon vor Ablauf der Frist vorgenommen werden dürfen, und
- ein Urheber oder Werknutzungsberechtigter nicht der Nutzung seines Werkes widerspricht.
(2) Eine Nutzung nach Abs. 1 findet nur in demjenigen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder Vertragsstaat des Übereinkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum statt, in dem die Einrichtung des Kulturerbes ihren Sitz hat.
(3) Ein Urheber oder Werknutzungsberechtigter kann jederzeit der Nutzung seines Werkes als nicht verfügbar generell oder in bestimmten Fällen in einer Erklärung an die Einrichtung des Kulturerbes widersprechen. Die Einrichtung des Kulturerbes hat die Nutzung binnen angemessener Frist nach Zugang dieser Erklärung zu beenden.
(4) Ein Werk gilt als nicht verfügbar, wenn es weder in einer von mehreren Fassungen, wie nachfolgenden Ausgaben literarischer Werke oder verschieden geschnittener Filmfassungen, noch in einer seiner verschiedenen Veröffentlichungsformen, etwa als digitale oder gedruckte Fassung, für die Öffentlichkeit erhältlich ist. Die Verfügbarkeit von Bearbeitungen und Übersetzungen einschließlich audiovisueller Bearbeitungen literarischer Werke steht der Beurteilung eines Werkes als nicht verfügbar nicht entgegen.
(5) Ein Werk darf als nicht verfügbar genutzt werden, wenn nach Treu und Glauben und nach mit vertretbarem Aufwand betriebenen Erhebungen davon ausgegangen werden kann, dass es auf den üblichen Vertriebswegen für die Öffentlichkeit nicht erhältlich ist.
(6) Eine Reihe von Werken darf als nicht verfügbar genutzt werden, wenn nach billigem Ermessen davon ausgegangen werden kann, dass alle Werke der Reihe nicht verfügbar sind. Eine solche Reihe darf ,. aber nicht als nicht verfügbar genutzt werden, wenn sie überwiegend aus
- Werken, die zuerst in einem Drittstaat außerhalb der Europäischen Union und des Übereinkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum erschienen sind oder gesendet wurden,
- Kinofilmen oder sonstigen audiovisuellen Werken, deren Produzenten ihren Hauptsitz oder ihren gewöhnlichen Wohnsitz in einem solchen Drittstaat haben, oder
- Werken von Drittstaatsangehörigen, für die sich nach den Z 1 und 2 kein Mitgliedstaat oder Drittstaat bestimmen lässt, besteht.
(7) Eine Einrichtung des Kulturerbes, die ein Werk als nicht verfügbar zu nutzen beabsichtigt, hat Informationen zur Identifizierung des Werks, über das Widerspruchsrecht der Urheber und Werknutzungsberechtigten gemäß Abs. 3 und, sobald vorhanden und sofern relevant, über die Nutzungen dem Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum zum Zweck der Aufnahme in das Online-Portal des Amtes rechtzeitig vor der beabsichtigten Nutzung zu übermitteln. Ist zu erwarten, dass die betroffenen Urheber durch andere zumutbare Informationsmaßnahmen besser erreicht werden können, so hat die Einrichtung auch solche Maßnahmen zu ergreifen.
(8) Für die Vervielfältigung, Sendung und öffentliche Zurverfügungstellung nach Abs. 1 steht dem Urheber ein Anspruch auf angemessene Vergütung zu. Ein solcher Anspruch kann nur von Verwertungsgesellschaften geltend gemacht werden.
Schutz geistiger Interessen bei freien Werknutzungen.
§ 57. (1) Die Zulässigkeit von Kürzungen, Zusätzen und anderen Änderungen an dem Werke selbst, an dessen Titel oder an der Urheberbezeichnung ist auch bei freien Werknutzungen nach § 21 zu beurteilen. Sinn und Wesen des benutzten Werkes dürfen in keinem Fall enstellt werden.
(2) Wird ein Werk ganz oder zum Teil auf Grund der §§ 42f, 45, 47, 48 oder 51 oder des § 54 Abs. 1 Z 1 bis 3 vervielfältigt, so ist stets die Quelle deutlich anzugeben. In der Quellenangabe sind der Titel und die Urheberbezeichnung des benutzten Werkes gemäß § 21 Abs. 1 anzuführen. Bei einer nach § 45 zulässigen Benutzung einzelner Teile von Sprachwerken in Schulbüchern muss der Titel des benutzten Werkes nur angegeben werden, wenn dieses nicht mit dem Namen oder Decknamen des Urhebers bezeichnet ist. Werden Stellen oder Teile von Sprachwerken nach § 42f Abs. 1 Z 1 oder 3 vervielfältigt, so sind sie in der Quellenangabe so genau zu bezeichnen, dass sie in dem benutzten Werk leicht aufgefunden werden können. Wird im Fall einer nach § 42f Abs. 1 Z 1 oder 3 zulässigen Vervielfältigung das benutzte Sprachwerk einer Sammlung entnommen, so ist auch diese anzugeben; dabei kann die Angabe des Titels des Werkes durch einen Hinweis auf die in Betracht kommende Stelle der Sammlung ersetzt werden.
(3) In den im § 44, Absatz 1 und 2, bezeichneten Fällen ist außer dem in der benutzten Quelle angeführten Namen oder Decknamen des Urhebers des Aufsatzes auch die Zeitung oder Zeitschrift, aus der der Aufsatz entnommen ist, wenn aber dort eine andere Zeitung oder Zeitschrift als Quelle angeführt ist, diese deutlich anzugeben. Wird die Angabe der Zeitung oder Zeitschrift unterlassen, so stehen ihrem Herausgeber oder, wenn ein solcher nicht genannt ist, ihrem Verleger die gleichen Ansprüche zu wie einem Urheber im Fall einer rechtswidrigen Unterlassung der Angabe der Urheberbezeichnung.
(3a) Darüber hinaus ist in den folgenden Fällen die Quelle, einschließlich des Namens des Urhebers, anzugeben, es sei denn, dies erweist sich als unmöglich:
- wenn Werke ganz oder zum Teil auf Grund des § 42c vervielfältigt werden, es sei denn, sie werden in die Berichterstattung nur beiläufig einbezogen;
- wenn Werke ganz oder zum Teil auf Grund des § 42f Abs. 1 Z 2, des § 43 oder des § 56a vervielfältigt werden;
- wenn Stellen eines Werkes nach § 42f auf Schallträgern oder in Laufbildern vervielfältigt werden;
3a. wenn ein Werk ganz oder zum Teil auf Grund des § 42g vervielfältigt wird;
- wenn ein Werk nach § 56e oder § 56f vervielfältigt wird.
(4) Ob und inwieweit bei anderen als den in den Abs. 2, 3 und 3a bezeichneten freien Werknutzungen eine Quellenangabe unterbleiben kann, ist nach den im redlichen Verkehr geltenden Gewohnheiten und Gebräuchen zu beurteilen.
Verlegerbeteiligung an gesetzlichen Vergütungsansprüchen
§ 57a. Hat ein Urheber einem Verleger ein Recht an einem Werk eingeräumt, so ist der Verleger in Bezug auf dieses Recht an den gesetzlichen Vergütungsansprüchen angemessen zu beteiligen, es sei denn die Parteien haben bei der Einräumung des Rechts die Beteiligung des Verlegers an der Vergütung ausgeschlossen. Der Anspruch des Verlegers kann nur von einer Verwertungsgesellschaft wahrgenommen werden, die Rechte von Urhebern und Verlegern gemeinsam wahrnimmt.
2. Bewilligungszwang bei Schallträgern.
§ 58. (1) Hat der Berechtigte einem anderen gestattet, ein Werk der Tonkunst auf Schallträgern zu vervielfältigen und zu verbreiten, so kann, sobald das Werk erschienen ist, jeder Hersteller von Schallträgern vom Berechtigten verlangen, daß auch ihm die gleiche Werknutzung gegen angemessenes Entgelt bewilligt wird; dies gilt, wenn der Hersteller seinen Wohnsitz oder seine Hauptniederlassung im Ausland hat, unbeschadet von Staatsverträgen nur unter der Voraussetzung, daß Hersteller mit Wohnsitz oder Hauptniederlassung im Inland auch in diesem Staat in annähernd gleicher Weise behandelt werden, jedenfalls aber in gleicher Weise wie die Hersteller mit Wohnsitz oder Hauptniederlassung in diesem Staat. Diese Gegenseitigkeit ist dann anzunehmen, wenn sie in einer Kundmachung des Bundesministers für Justiz im Hinblick auf die in dem betreffenden Staat bestehende Rechtslage festgestellt worden ist. Darüber hinaus können die zuständigen Behörden die Gegenseitigkeit mit einem anderen Staat vertraglich vereinbaren, wenn dies zur Wahrung der Interessen österreichischer Hersteller von Schallträgern geboten erscheint. Die Werknutzungsbewilligung gilt nur für die Vervielfältigung und Verbreitung des Werkes auf Schallträgern im Inland und für die Ausfuhr nach Staaten, in denen der Urheber keinen Schutz gegen die Vervielfältigung und Verbreitung des Werkes auf Schallträgern genießt.
(2) Absatz 1 gilt für die mit einem Werke der Tonkunst als Text verbundenen Sprachwerke entsprechend, wenn der Berechtigte einem anderen gestattet hat, das Sprachwerk in dieser Verbindung auf Schallträgern zu vervielfältigen und zu verbreiten.
(3) Für Klagen auf Erteilung der Bewilligung nach Absatz 1 oder 2 sind, wenn der Beklagte im Inland keinen allgemeinen Gerichtsstand hat, die Gerichte, in deren Sprengel der erste Wiener Gemeindebezirk liegt, zuständig.
(4) Bei Anwendung der Vorschriften der Absätze 1 und 2 bleiben Mittel, die zur gleichzeitigen wiederholbaren Wiedergabe von Werken für Gesicht und Gehör bestimmt sind (Bild- und Schallträger), außer Betracht.
3. Benutzung von Rundfunksendungen.
§ 59. Rundfunksendungen von Sprachwerken sowie der Tonkunst dürfen zu öffentlichen Vorträgen und Aufführungen der gesendeten Werke mit Hilfe von Lautsprechern benutzt werden, wenn der Veranstalter einer solchen öffentlichen Wiedergabe die Bewilligung dazu von der zuständigen Verwertungsgesellschaft (§ 3 Abs. 1 VerwGesG 2016) erhalten hat. Die Verwertungsgesellschaft hat das Entgelt für solche Bewilligungen auf gleiche Weise zu verteilen wie das Entgelt, das sie von einem inländischen Rundfunkunternehmer für die Bewilligung erhält, Sprachwerke oder Werke der Tonkunst durch Rundfunk zu senden.
§ 59a. (1) Das Recht, Rundfunksendungen von für den öffentlichen Empfang bestimmten Werken einschließlich solcher über Satellit zur gleichzeitigen, vollständigen und unveränderten Weitersendung zu benutzen, kann unabhängig davon, wie die programmtragenden Signale für die Weitersendung übermittelt werden, nur von Verwertungsgesellschaften geltend gemacht werden. Für das Recht der Weitersendung über einen Internetzugangsdienst im Sinn von Art. 2 Abs. 2 der Verordnung (EU) 2015/2120 vom 25 November 2015 über Maßnahmen zum Zugang zum offenen Internet und zur Änderung der Richtlinie 2002/22/EG über den Universaldienst und Nutzerrechte bei elektronischen Kommunikationsnetzen und -diensten sowie der Verordnung (EU) Nr. 531/2012 über das Roaming in öffentlichen Mobilfunknetzen in der Union, ABl. Nr. L 310 vom 26.11.2015 S. 1, gilt dies nur, wenn die Weitersendung ausschließlich an vertraglich berechtigte Nutzer erfolgt und gegen die unbefugte Nutzung durch Verschlüsselung oder auf eine andere Weise angemessen gesichert ist, die mit der Sicherung von Inhalten vergleichbar ist, die über geordnete Netzwerke wie Kabelnetze oder geschlossene internetprotokollgestützte Netzwerke übertragen werden. Dieser Absatz gilt nicht für das Recht, Verletzungen des Urheberrechtes gerichtlich zu verfolgen.
(2) Rundfunksendungen dürfen zu einer Weitersendung im Sinn des Abs. 1 benutzt werden, wenn der weitersendende Rundfunkunternehmer die Bewilligung dazu von der zuständigen Verwertungsgesellschaft (§ 3 Abs. 1 VerwGesG 2016) erhalten hat. Mit Beziehung auf diese Bewilligung haben auch die Urheber, die mit der Verwertungsgesellschaft keinen Wahrnehmungsvertrag geschlossen haben und deren Rechte auch nicht auf Grund eines Gegenseitigkeitsvertrags mit einer ausländischen Verwertungsgesellschaft wahrgenommen werden, dieselben Rechte und Pflichten wie die Bezugsberechtigten der Verwertungsgesellschaft.
(3) Die Abs. 1 und 2 gelten jedoch nicht, soweit das Recht zur Weitersendung im Sinn des Abs. 1 dem Rundfunkunternehmer, dessen Sendung weitergesendet wird, zusteht. Sie gelten überdies nicht für Rechte an einem Werk, das ausschließlich im Internet gesendet wird.
§ 59b. (1) Kommt ein Vertrag über die Bewilligung der Weitersendung im Sinn des § 59a nicht zustande, so kann jeder der Beteiligten bei dem Schlichtungsausschuss (§ 82 VerwGesG 2016) Vertragshilfe beantragen. Der Schlichtungsausschuss kann den Parteien Vorschläge unterbreiten. Ein solcher Vorschlag gilt als von den Parteien angenommen, wenn keine der Parteien binnen drei Monaten Einwände erhebt.
(2) Kommt ein Vertrag über die Bewilligung einer Weitersendung durch Kabel- oder Mikrowellensysteme nur deshalb nicht zustande, weil der berechtigte Rundfunkunternehmer (§ 59a Abs. 3) die Verhandlungen darüber nicht nach Treu und Glauben aufgenommen oder sie ohne triftigen Grund be- oder verhindert hat, dann hat der weitersendende Rundfunkunternehmer einen Anspruch auf Erteilung der Bewilligung zu angemessenen Bedingungen. Verhandlungen über die Erlaubnis für andere Formen der Weitersendung haben der berechtigte und der weitersendende Rundfunkunternehmer nach Treu und Glauben zu führen, sobald solche Verhandlungen aufgenommen wurden.
(3) Verweigert der berechtigte Rundfunkunternehmer (§ 59a Abs. 3) die Bewilligung nur deshalb, weil keine Einigung über die Bemessung des Entgelts erzielt werden kann, dann gilt die Bewilligung als erteilt, wenn der weitersendende Rundfunkunternehmer den nicht strittigen Teil des Entgelts an den berechtigten Rundfunkunternehmer gezahlt und eine Sicherheit in der Höhe des strittigen Teils des Entgelts durch gerichtliche Hinterlegung oder Stellung einer Bankgarantie geleistet hat. Der Urheberrechtssenat kann die Höhe der Sicherheitsleistung auf Antrag des weitersendenden Rundfunkunternehmers angemessen herabsetzen. Über einen solchen Antrag ist unter sinngemäßer Anwendung des § 273 ZPO, RGBl. Nr. 113/1895, ohne förmliches Beweisverfahren möglichst rasch zu entscheiden.
4. Schulbücher und Prüfungsaufgaben
§ 59c. (1) Die in § 45 Abs. 1 und 2, in § 51 Abs. 1 und in § 54 Abs. 1 Z 3 bezeichneten Werknutzungen sind auch zur Verfolgung kommerzieller Zwecke zulässig, wenn der Nutzer die hiefür erforderlichen Rechte von der zuständigen Verwertungsgesellschaft § 1 Verwertungsgesellschaftengesetz 2006 erworben hat. Mit Beziehung auf diese Bewilligung haben auch die Urheber, die mit der Verwertungsgesellschaft keinen Wahrnehmungsvertrag geschlossen haben und deren Rechte auch nicht auf Grund eines Gegenseitigkeitsvertrags mit einer ausländischen Verwertungsgesellschaft wahrgenommen werden, dieselben Rechte und Pflichten wie die Bezugsberechtigten der Verwertungsgesellschaft.
(2) Abs. 1 gilt sinngemäß, wenn Werke nach ihrem Erscheinen in einem durch den Zweck gerechtfertigten Umfang in Prüfungsaufgaben, die die Auseinandersetzung des zu Prüfenden mit dem Werk in Schulen, Universitäten oder anderen Bildungseinrichtungen zum Gegenstand haben, vervielfältigt, verbreitet oder der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. § 42 Abs. 6 bleibt unberührt.
VIII. Abschnitt.
Dauer des Urheberrechtes.
Werke der Literatur, der Tonkunst und der bildenden Künste.
§ 60. (1) Das Urheberrecht an Werken der Literatur, der Tonkunst und der bildenden Künste endet siebzig Jahre nach dem Tod des Urhebers (§ 10 Abs. 1). Bei einem von mehreren Urhebern gemeinsam geschaffenen Werk (§ 11) endet das Urheberrecht siebzig Jahre nach dem Tod des letztlebenden Miturhebers (§ 10 Abs. 1).
(2) Ist ein Werk der Tonkunst mit einem Sprachwerk verbunden (Musikkomposition mit Text) und wurden beide Werke eigens für diese Werkverbindung geschaffen, so endet das Urheberrecht an beiden Werken siebzig Jahre nach dem Tod des letztlebenden Urhebers oder Miturhebers des Werkes der Tonkunst oder des Sprachwerks.
§ 61. (1) Das Urheberrecht an anonymen und pseudonymen Werken endet siebzig Jahre nach ihrer Schaffung. Wenn aber das Werk vor dem Ablauf dieser Frist veröffentlicht wird, endet das Urheberrecht siebzig Jahre nach der Veröffentlichung.
(2) Wenn die Identität des Urhebers innerhalb der in Abs. 1 bezeichneten Frist offenbart wird oder das vom Urheber angenommene Pseudonym keinen Zweifel an seiner Identität zulässt, ist die Schutzfrist nach § 60 zu bemessen.
(3) Zur Offenbarung der Identität des Urhebers ist er selbst oder eine Person berechtigt, auf die das Urheberrecht nach seinem Tod übergegangen ist.
Filmwerke
§ 62. Das Urheberrecht an Filmwerken endet siebzig Jahre nach dem Tode des Letztlebenden der folgenden Personen, und zwar des Hauptregisseurs sowie des Urhebers des Drehbuchs, der Dialoge und des für das Filmwerk besonders geschaffenen Werkes der Tonkunst.
Lieferungswerke
§ 63. Bei Werken, die in mehreren Bänden, Teilen, Lieferungen, Nummern oder Episoden veröffentlicht werden und bei denen die Veröffentlichung die für den Beginn der Schutzfrist maßgebende Tatsache darstellt, wird die Schutzfrist von der Veröffentlichung jedes einzelnen Bestandteils berechnet.
Berechnung der Schutzfristen.
§ 64. Bei Berechnung der Schutzfristen (§§ 60 bis 63) ist das Kalenderjahr, in dem die für den Beginn der Frist maßgebende Tatsache eingetreten ist, nicht mitzuzählen.
Die Schutzfrist überdauernde Rechte.
§ 65. Der Schöpfer eines Werkes kann die ihm nach den §§ 19 und 21, Absatz 3, zustehenden Rechte zeit seines Lebens geltend machen, wenngleich die Schutzfrist schon abgelaufen ist.
II. Hauptstück.
Verwandte Schutzrechte.
I. Abschnitt.
Schutz von Darbietungen
Ausübender Künstler
§ 66. Ausübender Künstler im Sinn dieses Bundesgesetzes ist, wer ein Werk vorträgt, aufführt, auf eine andere Weise darbietet oder an einer solchen Darbietung künstlerisch mitwirkt, und zwar unabhängig davon, ob das dargebotene Werk den urheberrechtlichen Schutz dieses Bundesgesetzes genießt oder nicht.
Schutz geistiger Interessen
§ 67. (1) Der ausübende Künstler hat das Recht, in Bezug auf seine Darbietung als solcher anerkannt zu werden. Er kann dabei bestimmen, ob und mit welchem Namen er genannt wird.
(2) Eine Darbietung darf weder auf eine Art, die sie der Öffentlichkeit zugänglich macht, benutzt noch zum Zweck der Verbreitung vervielfältigt werden, wenn sie mit solchen Änderungen oder so mangelhaft wiedergegeben wird, dass dadurch der künstlerische Ruf des ausübenden Künstlers beeinträchtigt werden kann.
(3) Die in den Abs. 1 und 2 bezeichneten Rechte enden keinesfalls vor dem Tod des ausübenden Künstlers. Nach seinem Tod stehen sie bis zum Erlöschen der Verwertungsrechte denjenigen Personen zu, auf die die Verwertungsrechte übergegangen sind. Haben mehrere ausübende Künstler gemeinsam eine Darbietung erbracht, so ist der Tod des letzten der beteiligten ausübenden Künstler maßgeblich.
(4) Die Abs. 1 bis 3 gelten für diejenigen Personen, die bloß in einem Chor oder Orchester oder auf ähnliche Art mitwirken, mit der Maßgabe, dass anstelle des Namens des Verwertungsberechtigten der Name des Chores oder Orchesters anzugeben ist; § 70 gilt sinngemäß.
Beachte für folgende Bestimmung
§ 37d und, soweit er darauf Bezug nimmt, § 68 Abs. 4 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 244/2021 treten mit 7. Juni 2022 in Kraft (vgl. § 116 Abs. 16).
Verwertungsrechte
§ 68. (1) Der ausübende Künstler hat mit den von diesem Bundesgesetz bestimmten Beschränkungen das ausschließliche Recht,
- seine Darbietung auf einem Bild- oder Schallträger festzuhalten, diesen zu vervielfältigen und zu verbreiten und die Darbietung der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen;
- seine Darbietung durch Rundfunk zu senden, es sei denn, dass die Sendung mit Hilfe eines Bildoder Schallträgers vorgenommen wird, der mit seiner Einwilligung hergestellt und verbreitet wurde;
- seine Darbietung durch Lautsprecher oder durch eine andere technische Einrichtung außerhalb des Ortes (Theater, Saal, Platz, Garten u. dgl.), wo sie stattfindet, öffentlich wiederzugeben, es sei denn, dass die Wiedergabe mit Hilfe eines Bild- oder Schallträgers, der mit seiner Einwilligung hergestellt und verbreitet wurde, oder mit Hilfe einer zulässigen Rundfunksendung vorgenommen wird.
(2) Ohne Einwilligung des ausübenden Künstlers hergestellte oder verbreitete Bild- oder Schallträger dürfen zu einer Rundfunksendung oder öffentlichen Wiedergabe der Darbietung nicht benutzt werden.
(3) Unbeschadet des § 67 Abs. 3 erlöschen die Verwertungsrechte der ausübenden Künstler fünfzig Jahre nach der Darbietung, wenn aber vor dem Ablauf dieser Frist eine Aufzeichnung der Darbietung erscheint oder öffentlich wiedergegeben (§§ 17, 18 und 18a) wird, fünfzig Jahre nach dem Erscheinen oder der öffentlichen Wiedergabe, je nach dem, welches Ereignis zuerst stattgefunden hat. Erscheint vor dem Ablauf derselben Frist eine Aufzeichnung der Darbietung auf einem Schallträger oder wird sie auf einem Schallträger öffentlich wiedergegeben, so erlöschen die Verwertungsrechte erst siebzig Jahre nach dem Erscheinen oder der öffentlichen Wiedergabe, je nach dem, welches Ereignis zuerst stattgefunden hat. Die Fristen sind nach § 64 zu berechnen.
(4) Die §§ 11, 12, 13, § 15 Abs. 1, § 16 Abs. 1 und 3, §§ 16a, 18a, 18b, 18c, 23, 24, 24a, 24b, 24c, § 25 Abs. 1, 2, 3 und 5, §§ 26, 27, § 28 Abs. 1, §§ 29, 31, 31a, 32, 33, 37b, 37c, 37d, 37e, 37f, 59a und 59b gelten entsprechend; an die Stelle der im § 31 Abs. 2 genannten Frist von fünf Jahren tritt jedoch eine solche von einem Jahr.
Rechte an Darbietungen für ein Filmwerk
§ 69. (1) Die Verwertungsrechte ausübender Künstler, die an den zum Zweck der Herstellung eines gewerbsmäßig hergestellten Filmwerkes oder anderen kinematographischen Erzeugnisses vorgenommenen Darbietungen in Kenntnis dieses Zwecks mitgewirkt haben, stehen dem Inhaber des Unternehmens (Filmhersteller oder Hersteller) zu. Die gesetzlichen Vergütungsansprüche stehen den ausübenden Künstlern und dem Filmhersteller oder Hersteller je zur Hälfte zu, soweit sie nicht unverzichtbar sind.
(2) Für Darbietungen für ein Filmwerk gelten die §§ 24c, 31a nicht.
Gemeinsame Darbietung mehrerer ausübender Künstler
§ 70. (1) Bei Darbietungen, die – wie die Aufführung eines Schauspiels oder eines Chor- oder Orchesterwerkes – durch das Zusammenwirken mehrerer Personen unter einer einheitlichen Leitung zustande kommen, können die Rechte derjenigen Personen, die bloß in einem Chor oder Orchester oder auf ähnliche Art mitwirken, nur durch einen gemeinsamen Vertreter wahrgenommen werden.
(2) Falls die Vertretung nicht bereits kraft Gesetzes oder durch Satzung, Kollektiv- oder Einzelvertrag geregelt ist, wird der gemeinsame Vertreter von den im Abs. 1 erwähnten Mitwirkenden mit einfacher Mehrheit ohne Berücksichtigung allfälliger Stimmenthaltungen gewählt.
(3) In Ermangelung eines gemeinsamen Vertreters hat das Bezirksgericht Innere Stadt Wien im Verfahren außer Streitsachen einen gemeinsamen Vertreter zu bestellen. Zur Antragstellung ist jeder berechtigt, der ein Interesse an der Verwertung der Darbietung glaubhaft macht.
Freie Nutzungen
§ 71. (1) Jede natürliche Person darf eine durch Rundfunk gesendete und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellte Darbietung sowie die mit Hilfe eines Bild- oder Schallträgers bewirkte Wiedergabe einer Darbietung auf einem Bild- oder Schallträger festhalten und von diesem einzelne Vervielfältigungsstücke herstellen, soweit dies zum privaten Gebrauch und weder für unmittelbare noch mittelbare kommerzielle Zwecke geschieht. § 42 Abs. 2 und 3 sowie 5 bis 7, § 42a und § 42b Abs. 1 und 3 bis 9 gelten entsprechend.
(2) Zur Berichterstattung über Tagesereignisse darf eine Darbietung, die bei Vorgängen, über die berichtet wird, öffentlich wahrnehmbar wird, in einem durch den Informationszweck gerechtfertigten Umfang auf Bild- oder Schallträgern festgehalten, durch Rundfunk gesendet, öffentlich wiedergegeben und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden; solche Bild- oder Schallträger dürfen in diesem Umfang vervielfältigt und verbreitet werden. In diesen Fällen ist die Quelle anzugeben, es sei denn, dass sich dies als unmöglich erweist oder die Vorträge und Aufführungen nur beiläufig in die Berichterstattung einbezogen worden sind.
(3) Die Benutzung einzelner Darbietungen zu Zwecken der Wissenschaft oder des Unterrichts in einem durch den nicht kommerziellen Zweck gerechtfertigten Umfang ist zulässig. In diesen Fällen ist die Quelle anzugeben, es sei denn, dass sich dies als unmöglich erweist. Dasselbe gilt für die Nutzung von Darbietungen zum Zweck des Zitats.
(4) Darbietungen dürfen durch den Veranstalter auf einem Bild- oder Schallträger festgehalten und mit Hilfe eines solchen Bild- oder Schallträgers oder einer anderen technischen Einrichtung innerhalb des Gebäudes, in dem die Veranstaltung stattfindet, zu dem Zweck wiedergegeben werden, die Veranstaltung in einem anderen Raum wahrnehmbar zu machen.
(5) Für den Vortrag einer der im § 43 bezeichneten Reden durch den Redner selbst gelten die Vorschriften der §§ 66 bis 70 und 72 nicht..
(6) Im Übrigen gelten die §§ 41, 41a, 42d, 42e, 42g, 42h, § 56 Abs. 1 und 3 sowie die §§ 56a, 56e, 56f und § 57 Abs. 3a Z 3a und 4 für die an Darbietungen bestehenden Schutzrechte entsprechend.
Schutz des Veranstalters
§ 72. (1) Der Veranstalter, der die Darbietung angeordnet hat, hat mit den von diesem Bundesgesetz bestimmten Beschränkungen neben dem ausübenden Künstler das ausschließliche Recht,
- die Darbietung auf einem Bild- oder Schallträger festzuhalten und die Darbietung der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen,
- die Darbietung durch Rundfunk zu senden, es sei denn, dass die Sendung mit Hilfe eines Bildoder Schallträgers vorgenommen wird, der mit seiner Einwilligung hergestellt und verbreitet wurde, und
- die Darbietung durch Lautsprecher oder durch eine andere technische Einrichtung außerhalb des Ortes (Theater, Saal, Platz, Garten u. dgl.), wo sie stattfindet, öffentlich wiederzugeben, es sei denn, dass die Wiedergabe mit Hilfe eines Bild- oder Schallträgers, der mit seiner Einwilligung hergestellt und verbreitet wurde, oder mit Hilfe einer zulässigen Rundfunksendung vorgenommen wird.
(2) Ohne Einwilligung des Veranstalters hergestellte oder verbreitete Bild- oder Schallträger dürfen zu einer Rundfunksendung oder öffentlichen Wiedergabe der Darbietung nicht benutzt werden.
(3) Ob gegenüber dem Veranstalter von Darbietungen die Verpflichtung besteht, daran mitzuwirken und eine Verwertung zu gestatten, ist nach den das Rechtsverhältnis der Mitwirkenden zum Veranstalter regelnden Vorschriften und Vereinbarungen zu beurteilen. Hiernach richtet sich auch, ob einem Mitwirkenden ein Anspruch auf ein besonderes Entgelt gegen denVeranstalter zusteht. In jedem Fall hat der Veranstalter, mitdessen Einwilligung eine Darbietung festgehalten werden soll hievon die Mitwirkenden, auch wenn sie zur Mitwirkung verpflichtet sind, vorher auf angemessene Art in Kenntnis zu setzen.
(4) Die Verwertungsrechte der Veranstalter erlöschen fünfzig Jahre nach der Darbietung, wenn aber vor dem Ablauf dieser Frist eine Aufzeichnung der Darbietung veröffentlicht wird, fünfzig Jahre nach der Veröffentlichung. Die Fristen sind nach § 64 zu berechnen.
(5) Im Übrigen gelten für die Verwertungsrechte des Veranstalters nach Abs. 1 die für die Verwertungsrechte des ausübenden Künstlers geltenden Bestimmungen entsprechend.
II. Abschnitt
Schutz von Lichtbildern, Schallträgern, Rundfunksendungen und nachgelassenen Werken
1. Lichtbilder.
§ 73. (1) Lichtbilder im Sinne dieses Gesetzes sind durch ein photographisches Verfahren hergestellte Abbildungen. Als photographisches Verfahren ist auch ein der Photographie ähnliches Verfahren anzusehen.
(2) Derart hergestellte Laufbilder (kinematographische Erzeugnisse) unterliegen, unbeschadet der urheberrechtlichen Vorschriften zum Schutze von Filmwerken, den für Lichtbilder geltenden Vorschriften.
Schutzrecht.
§ 74. (1) Wer ein Lichtbild aufnimmt (Hersteller), hat mit den vom Gesetz bestimmten Beschränkungen das ausschließliche Recht, das Lichtbild zu vervielfältigen, zu verbreiten, durch optische Einrichtungen öffentlich vorzuführen, durch Rundfunk zu senden und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, es sei denn, das Lichtbild gibt ein Werk der bildenden Künste wieder, für das die Schutzfrist abgelaufen ist. Bei gewerbsmäßig hergestellten Lichtbildern gilt der Inhaber des Unternehmens als Hersteller.
(2) Die dem Hersteller nach Absatz 1 zustehenden Verwertungsrechte sind vererblich und veräußerlich.
(3) Hat der Hersteller ein Lichtbild mit seinem Namen (Decknamen, Firma) bezeichnet, so sind auch die von anderen hergestellten, zur Verbreitung bestimmten Vervielfältigungsstücke mit einem entsprechenden Hinweis auf den Hersteller zu versehen. Gibt ein derart bezeichnetes Vervielfältigungsstück das Lichtbild mit wesentlichen Änderungen wieder, so ist die Herstellerbezeichnung mit einem entsprechenden Zusatz zu versehen.
(4) Bei den mit einer Herstellerbezeichnung versehenen Vervielfältigungsstücken darf auch die Gegenstandsbezeichnung von der vom Hersteller angegebenen nur so weit abweichen, als es der Übung des redlichen Verkehrs entspricht.
(5) Nach dem Tode des Herstellers kommt der ihm durch die Absätze 3 und 4 gewährte Schutz den Personen zu, auf die die Verwertungsrechte übergehen. Werden die Verwertungsrechte auf einen anderen übertragen, so kann dem Erwerber auch das Recht eingeräumt werden, sich als Hersteller des Lichtbildes zu bezeichnen. In diesem Falle gilt der Erwerber fortan als Hersteller und genießt, wenn er als solcher auf den Lichtbildstücken genannt ist, auch Schutz nach den Vorschriften der Absätze 3 und 4.
(6) Das Schutzrecht an Lichtbildern erlischt fünfzig Jahre nach der Aufnahme, wenn aber das Lichtbild vor dem Ablauf dieser Frist veröffentlicht wird, fünfzig Jahre nach der Veröffentlichung. Die Fristen sind nach § 64 zu berechnen.
(7) Die §§ 5, 7 bis 9, 11 bis 13, § 14 Abs. 2, § 15 Abs. 1, die §§ 16, 16a, 17, 17a, 17b, § 18 Abs. 3, §§ 18a, 18b, § 18c, § 23 Abs. 2 und 4, §§ 24, 24a, 24b, § 25 Abs. 2 bis 6, § 26, § 27 Abs. 1, 3, 4 und 5, § 31 Abs. 1, § 32 Abs. 1, § 33 Abs. 2, die §§ 36, 37, 41, 41a, 42, §§ 42a bis 42h, § 54 Abs. 1 Z 3 und Abs. 2, die §§ 56, 56a, 56b und 56f, § 57 Abs. 3a Z 1, 2, 3a und 4 sowie die §§ 59a und 59b gelten für Lichtbilder, die §§ 56c und 56d für kinematographische Erzeugnisse entsprechend; § 42a Abs. 1 Z 1 gilt jedoch nicht für die Vervielfältigung von gewerbsmäßig hergestellten Lichtbildern nach einer Vorlage, die in einem photographischen Verfahren hergestellt worden ist.
(8) § 38 Abs. 1 gilt für die Rechte zur filmischen Verwertung der bei der Herstellung eines Filmwerkes entstandenen Lichtbilder entsprechend.
Sondervorschriften für Lichtbildnisse von Personen.
§ 75. (1) Von einem auf Bestellung aufgenommenen Lichtbildnis einer Person dürfen, wenn nichts anderes vereinbart ist, der Besteller und seine Erben sowie der Abgebildete und nach seinem Tode die mitihm in gerader Linie Verwandten und sein überlebender Ehegatte oder Lebensgefährte einzelne Vervielfältigungsstücke herstellen oder durch einen anderen, auch gegen Entgelt, herstellen lassen, in einem photographischen Verfahren aber nur dann, wenn sie sich in einem solchen Verfahren hergestellte Vervielfältigungsstücke von dem Berechtigten überhaupt nicht oder nur mit unverhältnismäßig großen Schwierigkeiten beschaffen können.
(2) Vervielfältigungsstücke, deren Herstellung nach Absatz 1 zulässig ist, dürfen unentgeltlich verbreitet werden.
2. Schallträger.
§ 76. (1) Wer akustische Vorgänge zu ihrer wiederholbaren Wiedergabe auf einem Schallträger festhält (Hersteller), hat mit den vom Gesetz bestimmten Beschränkungen das ausschließliche Recht, den Schallträger zu vervielfältigen, zu verbreiten und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Unter der Vervielfältigung wird auch die Benutzung einer mit Hilfe eines Schallträgers bewirkten Wiedergabe zur Übertragung auf einen anderen verstanden. Bei gewerbsmäßig hergestellten Schallträgern gilt der Inhaber des Unternehmens als Hersteller.
(2) Dem Absatz 1 zuwider vervielfältigte oder verbreitete Schallträger dürfen zu einer Rundfunksendung (§ 17) oder öffentlichen Wiedergabe nicht benutzt werden.
(3) Wird ein zu Handelszwecken hergestellter oder ein der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellter Schallträger zu einer Rundfunksendung (§ 17) oder öffentlichen Wiedergabe benutzt, so hat der Benutzer dem Hersteller (Abs. 1), vorbehaltlich der § 68 Abs. 2 und § 72 Abs. 2 und des vorstehenden Abs. 2, eine angemessene Vergütung zu entrichten. Die ausübenden Künstler haben gegen den Hersteller einen Anspruch auf einen Anteil an dieser Vergütung. Dieser Anteil beträgt mangels Einigung der Berechtigten die Hälfte der dem Hersteller nach Abzug der Einhebungskosten verbleibenden Vergütung. Die Ansprüche des Herstellers und der ausübenden Künstler können nur von Verwertungsgesellschaften oder durch eine einzige Verwertungsgesellschaft geltend gemacht werden. Für den Anspruch für die Sendung und öffentliche Wiedergabe zugunsten von Menschen mit Seh- oder Lesebehinderungen gilt § 42d Abs. 8.
(4) Zum privaten Gebrauch und weder für unmittelbare noch mittelbare kommerzielle Zwecke darf jede natürliche Person eine mit Hilfe eines Schallträgers bewirkte Wiedergabe auf einem Schallträger festhalten und von diesem einzelne Vervielfältigungsstücke herstellen. § 42 Abs. 2 und 3 sowie 5 bis 7, § 42a, § 42b Abs. 1 und 3 bis 9 und § 56a gelten entsprechend.
(5) Das Schutzrecht an Schallträgern erlischt 70 Jahre nach dem Erscheinen des Schallträgers. Ist der Schallträger innerhalb von 50 Jahren nach der Aufnahme nicht erschienen, aber rechtmäßig zur öffentlichen Wiedergabe (§§ 17, 18 und 18a) benutzt worden, so erlischt das Schutzrecht 70 Jahre nach dieser. Ist der Schallträger innerhalb dieser Frist weder erschienen noch rechtmäßig zur öffentlichen Wiedergabe benutzt worden, so erlischt das Schutzrecht 50 Jahre nach der Aufnahme. Die Fristen sind nach § 64 zu berechnen.
(6) Die §§ 5, 7, 8, 9, 11, 12, 13, § 14 Abs. 2, § 15 Abs. 1, § 16 Abs. 1 und 3, die §§ 16a, 18a, 18b, § 18c, § 23 Abs. 2 und 4, §§ 24, 24a, 24b, § 25 Abs. 2, 3 und 5, § 26, § 27 Abs. 1, 3, 4 und 5, § 31 Abs. 1, § 32 Abs. 1, § 33 Abs. 2, die §§ 41, 41a, 42c, 42d, 42e, 42g, 42h, 56, 56e, 56f, 57 Abs. 3a Z 1, 3a und 4, § 71 Abs. 3 und § 74 Abs. 2 bis 5 gelten entsprechend.
(7) Bietet der Hersteller nach Ablauf von fünfzig Jahren nach dem Beginn des Laufs der Schutzfrist den Schallträger nicht in ausreichender Menge zum Verkauf an (§ 9) oder stellt er ihn nicht der Öffentlichkeit zur Verfügung (§ 18a), so hat die im § 66 Abs. 1 bezeichnete Person das unverzichtbare Recht, den Vertrag, mit dem sie ausschließliche Rechte an der Aufzeichnung ihrer Darbietung dem Hersteller eingeräumt hat, vorzeitig zu lösen. Die Auflösung wird wirksam, wenn der Hersteller nicht innerhalb eines Jahres ab dem Zugang der Auflösungserklärung den Schallträger in ausreichender Menge zum Verkauf anbietet und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. In den Fällen des § 70 ist das Auflösungsrecht durch den gemeinsamen Vertreter wahrzunehmen. Wird der Vertrag nach diesem Absatz aufgelöst, so erlöschen die Rechte des Herstellers am Schallträger.
(8) Eine im § 66 Abs. 1 bezeichnete Person, die ihre ausschließlichen Rechte dem Hersteller gegen ein pauschales Entgelt eingeräumt hat, hat einen unverzichtbaren Anspruch auf eine zusätzliche, jährlich vom Hersteller zu zahlende Vergütung für jedes vollständige Jahr ab dem 51. Jahr nach dem Beginn des Laufs der Schutzfrist. Der Hersteller hat für die Vergütung aller betroffenen Personen insgesamt 20% der Einnahmen aus der Vervielfältigung, der Verbreitung und der öffentlichen Zurverfügungstellung des betreffenden Schallträgers bereit zu stellen, die der Hersteller während des Vorjahres erzielt hat. Hersteller, die Schallträger ab dem 51. Jahr nach dem Beginn des Laufs der Schutzfrist vervielfältigen, www.ris.bka.gv.at Seite 35 von 59 verbreiten oder öffentlich zur Verfügung stellen, haben dem Berechtigten auf Verlangen richtig und vollständig alle Auskünfte zu geben, die für die Sicherung der Zahlung der Vergütung erforderlich sein können. Der Anspruch kann nur von einer Verwertungsgesellschaft geltend gemacht werden.
(9) Hat eine im § 66 Abs. 1 bezeichnete Person ihre ausschließlichen Rechte dem Hersteller gegen ein nutzungsabhängiges Entgelt eingeräumt, so darf ein solches Entgelt ab dem 50. Jahr nach dem Beginn des Laufs der Schutzfrist weder durch den Abzug von Vorschüssen noch durch andere vertraglich vereinbarte Abzüge geschmälert werden.
3. Rundfunksendungen
§ 76a. (1) Wer Töne oder Bilder durch Rundfunk oder auf eine ähnliche Art sendet (§ 17, Rundfunkunternehmer), hat mit den vom Gesetz bestimmten Beschränkungen das ausschließliche Recht, die Sendung gleichzeitig über eine andere Sendeanlage zu senden und zu einer öffentlichen Wiedergabe im Sinne des § 18 Abs. 3 an Orten zu benutzen, die der Öffentlichkeit gegen Zahlung eines Eintrittsgeldes zugänglich sind; der Rundfunkunternehmer hat weiter das ausschließliche Recht, die Sendung auf einem Bild- oder Schallträger (insbesondere auch in Form eines Lichtbildes) festzuhalten, diesen zu vervielfältigen, zu verbreiten und zur öffentlichen Zurverfügungstellung zu benutzen. Unter der Vervielfältigung wird auch die Benutzung einer mit Hilfe eines Bild- oder Schallträgers bewirkten Wiedergabe zur Übertragung auf einen anderen verstanden.
(2) Dem Abs. 1 zuwider vervielfältigte oder verbreitete Bild- oder Schallträger dürfen zu einer Rundfunksendung (§ 17) oder zu einer öffentlichen Wiedergabe nicht benutzt werden.
(3) Zum privaten Gebrauch und weder für unmittelbare noch mittelbare kommerzielle Zwecke darf jede natürliche Person eine Rundfunksendung auf einem Bild- oder Schallträger festhalten und von diesem einzelne Vervielfältigungsstücke herstellen. § 42 Abs. 2 und 3 sowie 5 bis 7 und § 42a gelten entsprechend.
(4) Das Schutzrecht an Rundfunksendungen erlischt fünfzig Jahre nach der Sendung. Die Frist ist nach § 64 zu berechnen.
(5) Die §§ 5, 7, 8, 9, 11, 12 und 13, § 14 Abs. 2, § 15 Abs. 1, § 16 Abs. 1 und 3, §§ 16a, 18a, 18b und § 18c, § 18 Abs. 2, § 23 Abs. 2 und 4, §§ 24, 24a, 24b, § 25 Abs. 2, 3 und 5, § 26, § 27 Abs. 1, 3, 4 und 5, § 31 Abs. 1, § 32 Abs. 1, § 33 Abs. 2, die §§ 41, 41a, 42c, 42d, 42e, 42g, 42h, 56, 56a, 56e und 56f, § 57 Abs. 3a Z 1, 3a und 4, § 71 Abs. 3 und § 74 Abs. 2 bis 5 gelten entsprechend.
4. Nachgelassene Werke
§ 76b. Wer ein nichtveröffentlichtes Werk, für das die Schutzfrist abgelaufen ist, erlaubterweise veröffentlicht, dem stehen die Verwertungsrechte am Werk wie einem Urheber zu. Dieses Schutzrecht erlischt fünfundzwanzig Jahre nach der Veröffentlichung; die Frist ist nach § 64 zu berechnen.
IIa. Abschnitt
Geschützte Datenbanken
§ 76c. (1) Eine Datenbank (§ 40f Abs. 1) genießt den Schutz nach diesem Abschnitt, wenn für die Beschaffung, Überprüfung oder Darstellung ihres Inhalts eine nach Art oder Umfang wesentliche Investition erforderlich war.
(2) Eine in ihrem Inhalt nach Art oder Umfang wesentlich geänderte Datenbank gilt als neue Datenbank, wenn die Änderung eine nach Art oder Umfang wesentliche Investition erfordert hat; dies gilt auch dann, wenn diese Voraussetzung nur durch mehrere aufeinander folgende Änderungen gemeinsam erfüllt wird.
(3) Der Schutz nach diesem Abschnitt ist unabhängig davon, ob die Datenbank als solche oder ihr Inhalt für den urheberrechtlichen oder einen anderen sonderrechtlichen Schutz in Betracht kommt.
(4) Der Schutz nach diesem Abschnitt berührt nicht die am Inhalt der Datenbank etwa bestehenden Rechte.
Schutzrecht
§ 76d. (1) Wer die Investition im Sinne des § 76c vorgenommen hat (Hersteller), hat mit den vom Gesetz bestimmten Beschränkungen das ausschließliche Recht, die ganze Datenbank oder einen nach Art oder Umfang wesentlichen Teil derselben zu vervielfältigen, zu verbreiten, durch Rundfunk zu senden, öffentlich wiederzugeben und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Diesen Verwertungshandlungen stehen die wiederholte und systematische Vervielfältigung, Verbreitung, Rundfunksendung und öffentliche Wiedergabe von unwesentlichen Teilen der Datenbank gleich, wenn diese Handlungen der normalen Verwertung der Datenbank entgegenstehen oder die berechtigten Interessen des Herstellers der Datenbank unzumutbar beeinträchtigen.
(2) Das Verbreitungsrecht des Herstellers umfaßt nicht das Verleihen (§ 16a Abs. 3).
(3) Die Vervielfältigung eines wesentlichen Teils einer veröffentlichten Datenbank ist zulässig
- für private Zwecke; dies gilt nicht für eine Datenbank, deren Elemente einzeln mit Hilfe elektronischer Mittel zugänglich sind;
- zu Zwecken der Wissenschaft oder des Unterrichts in einem durch den Zweck gerechtfertigten Umfang, wenn dies ohne Erwerbszweck geschieht und die Quelle angegeben wird.
(4) Das Schutzrecht an Datenbanken erlischt 15 Jahre nach Abschluß der Herstellung der Datenbank, wenn aber die Datenbank vor dem Ablauf dieser Frist veröffentlicht wird, 15 Jahre nach der Veröffentlichung. Die Fristen sind nach § 64 zu berechnen.
(5) Die §§ 8, 9, 11 bis 13, 14 Abs. 2, § 15 Abs. 1, §§ 16, 16a Abs. 1 und 3, §§ 17, 17a, 17b, 18b, § 18c, § 23 Abs. 2 und 4, §§ 24, 24a, 24b, 25 Abs. 2, 3 und 5, §§ 26, 27 Abs. 1 und 3 bis 5, § 31 Abs. 1, § 32 Abs. 1, § 33 Abs. 2, § 41, § 42 Abs. 7 erster und zweiter Satz, §§ 42d, 42g, 42h, 56f und § 57 Abs. 3a Z 3a und 4 gelten entsprechend.
Verträge über die Benutzung einer Datenbank
§ 76e. Eine vertragliche Vereinbarung, durch die sich der rechtmäßige Benutzer einer veröffentlichten Datenbank gegenüber dem Hersteller verpflichtet, die Vervielfältigung, Verbreitung, Rundfunksendung oder öffentliche Wiedergabe von nach Art und Umfang unwesentlichen Teilen der Datenbank zu unterlassen, ist insoweit unwirksam, als diese Handlungen weder der normalen Verwertung der Datenbank entgegenstehen noch die berechtigten Interessen des Datenbankherstellers unzumutbar beeinträchtigen.
IIb. Abschnitt
Schutz der Hersteller von Presseveröffentlichungen
§ 76f. (1) Wer als Diensteanbieter auf seine Initiative sowie unter seiner redaktionellen Verantwortung und Aufsicht eine Presseveröffentlichung in analoger oder digitaler Form herstellt, hat das ausschließliche Recht, die Presseveröffentlichung im Ganzen oder in Teilen im Rahmen eines Dienstes der Informationsgesellschaft (§ 1 Abs. 1 Z 2 Notifikationsgesetz 1999) für die Online-Nutzung zu vervielfältigen und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.
(2) Eine Presseveröffentlichung im Sinn dieser Bestimmung ist eine Sammlung vorwiegend literarischer Werke journalistischer Art, die aber auch sonstige Werke oder sonstige Schutzgegenstände enthalten kann und als Einzelausgabe einer unter einem einheitlichen Titel periodisch erscheinenden oder regelmäßig aktualisierten Veröffentlichung, etwa von Zeitungen, Zeitschriften oder Magazinen von allgemeinem oder besonderem Interesse, erscheint und dem Zweck dient, die Öffentlichkeit über Nachrichten oder andere Themen zu informieren. Periodika, die für wissenschaftliche, künstlerische oder akademische Zwecke verlegt werden, etwa Wissenschaftsjournale oder Literaturzeitschriften, sind keine Presseveröffentlichungen im Sinn dieser Bestimmung.
(3) Das Recht des Herstellers einer Presseveröffentlichung erlischt zwei Jahre nach der Veröffentlichung der Presseveröffentlichung. Die Frist ist nach § 64 zu berechnen.
(4) Das Recht des Herstellers einer Presseveröffentlichung kann nicht zum Nachteil eines Urhebers oder Leistungsschutzberechtigten geltend gemacht werden, dessen Werk oder Schutzgegenstand in der Presseveröffentlichung enthalten ist. Es lässt das Recht des Urhebers oder Leistungsschutzberechtigten unberührt, sein Werk oder seinen Schutzgegenstand unabhängig von der Presseveröffentlichung zu verwerten, in der sie enthalten sind. Ist ein Werk oder Schutzgegenstand auf der Grundlage einer Nutzungsbewilligung in eine Presseveröffentlichung aufgenommen, so kann das Recht des Herstellers einer Presseveröffentlichung nicht zu dem Zweck geltend gemacht werden, die Nutzung durch andere berechtigte Nutzer zu untersagen. Überdies kann dieses Recht nicht zu dem Zweck geltend gemacht werden, die Nutzung von Werken oder sonstigen Schutzgegenständen, deren Schutzdauer abgelaufen ist, zu untersagen.
(5) Die in Abs. 1 vorgesehenen Rechte gelten nicht für die private oder nicht-kommerzielle Nutzung von Presseveröffentlichungen durch einzelne Nutzer. Der Schutz besteht darüber hinaus weder für das Setzen von Hyperlinks noch für die Nutzung einzelner Wörter oder sehr kurzer Auszüge, auch wenn sie
Bestandteil eines gesetzten Hyperlinks sind. Im Übrigen gelten die für das Vervielfältigungsrecht und das Zurverfügungstellungsrecht geltenden freien Werknutzungen sowie die §§ 8, 9 und 11 bis 13, § 14 Abs. 2, § 15 Abs. 1, § 18a, § 18b, § 18c, § 23 Abs. 2 und 4, §§ 24, 26, 27 Abs. 1, 3, 4 und 5, § 31 Abs. 1, § 57 Abs. 3a Z 3a und 4, § 74 Abs. 2 bis 5 entsprechend.
(6) Der Urheber ist an einer Vergütung angemessen zu beteiligen.
III. Abschnitt.
Brief- und Bildnisschutz.
Briefschutz.
§ 77. (1) Briefe, Tagebücher und ähnliche vertrauliche Aufzeichnungen dürfen weder öffentlich vorgelesen noch auf eine andere Art, wodurch sie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, verbreitet werden, wenn dadurch berechtigte Interessen des Verfassers oder, falls er gestorben ist, ohne die Veröffentlichung gestattet oder angeordnet zu haben, eines nahen Angehörigen verletzt würden.
(2) Nahe Angehörige im Sinn des Abs. 1 sind die Verwandten in auf- und absteigender Linie sowie der überlebende Ehegatte oder Lebensgefährte. Die mit dem Verfasser im ersten Grade Verwandten und der überlebende Ehegatte oder Lebensgefährte genießen diesen Schutz Zeit ihres Lebens, andere Angehörige nur, wenn seit dem Ablauf des Todesjahres des Verfassers zehn Jahre noch nicht verstrichen sind.
(3) Briefe dürfen auch dann nicht auf die im Absatz 1 bezeichnete Art verbreitet werden, wenn hiedurch berechtigte Interessen dessen, an den der Brief gerichtet ist, oder, falls er gestorben ist, ohne die Veröffentlichung gestattet oder angeordnet zu haben, eines nahen Angehörigen verletzt würden. Absatz 2 gilt entsprechend.
(4) Die Absätze 1 bis 3 gelten ohne Rücksicht darauf, ob die im Absatz 1 bezeichneten Schriften den urheberrechtlichen Schutz dieses Gesetzes genießen oder nicht. Die Anwendung urheberrechtlicher Bestimmungen auf solche Schriften bleibt unberührt.
(5) Die Absätze 1 bis 3 gelten nicht für Schriften, die, wenngleich nicht ausschließlich, zum amtlichen Gebrauch verfaßt worden sind.
(6) Die Vorschriften des § 41 gelten entsprechend.
Bildnisschutz.
§ 78. (1) Bildnisse von Personen dürfen weder öffentlich ausgestellt noch auf eine andere Art, wodurch sie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, verbreitet werden, wenn dadurch berechtigte Interessen des Abgebildeten oder, falls er gestorben ist, ohne die Veröffentlichung gestattet oder angeordnet zu haben, eines nahen Angehörigen verletzt würden.
(2) Die Vorschriften der §§ 41 und 77, Absatz 2 und 4, gelten entsprechend.
IV. Abschnitt.
Nachrichtenschutz. Schutz des Titels von Werken der Literatur und der Kunst.
Nachrichtenschutz.
§ 79. (1) Presseberichte der im § 44 Abs. 3 bezeichneten Art, die in Zeitungskorrespondenzen oder anderen der entgeltlichen Vermittlung von Nachrichten an Zeitungen oder Zeitschriften dienenden Mitteilungen enthalten sind, dürfen in Zeitungen oder Zeitschriften erst dann wiedergegeben werden, wenn seit ihrer Verlautbarung in einer vom Nachrichtensammler dazu ermächtigten Zeitung oder Zeitschrift mindestens 12 Stunden verstrichen sind.
(2) Bei der Anwendung des Abs. 1 stehen den Zeitungen und Zeitschriften alle anderen Einrichtungen gleich, die die periodische Verbreitung von Nachrichten an jedermann besorgen. § 59a gilt jedoch entsprechend.
Titelschutz.
§ 80. (1) Im geschäftlichen Verkehr darf weder der Titel oder die sonstige Bezeichnung eines Werkes der Literatur oder Kunst noch die äußere Ausstattung von Werkstücken für ein anderes Werk auf eine Weise verwendet werden, die geeignet ist, Verwechslungen hervorzurufen.
(2) Absatz 1 gilt auch für Werke der Literatur und der Kunst, die den urheberrechtlichen Schutz dieses Gesetzes nicht genießen.
III. Hauptstück.
Rechtsdurchsetzung
I. Abschnitt.
Zivilrechtliche Vorschriften.
Unterlassungsanspruch.
§ 81. (1) Wer in einem auf dieses Gesetz gegründeten Ausschließungsrecht verletzt worden ist oder eine solche Verletzung zu besorgen hat, kann auf Unterlassung klagen. Der Inhaber eines Unternehmens kann hierauf auch dann geklagt werden, wenn eine solche Verletzung im Betrieb seines Unternehmens von einem Bediensteten oder Beauftragten begangen worden ist oder droht; § 81 Abs. 1a gilt sinngemäß.
(1a) Bedient sich derjenige, der eine solche Verletzung begangen hat oder von dem eine solche Verletzung droht, hiezu der Dienste eines Vermittlers, so kann auch dieser auf Unterlassung nach Abs. 1 geklagt werden. Wenn bei diesem die Voraussetzungen für einen Ausschluss der Verantwortlichkeit nach den Art. 4 bis 6 der Verordnung (EU) 2022/2065 über einen Binnenmarkt für digitale Dienste und zur Änderung der Richtlinie 2000/31/EG (Gesetz über digitale Dienste), ABl. Nr. L 277 vom 27.10.2022, S. 1, vorliegen, kann er jedoch erst nach Abmahnung geklagt werden.
(Anm.: Abs. 2 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 81/2006)
Beseitigungsanspruch.
§ 82. (1) Wer in einem auf dieses Gesetz gegründeten Ausschließungsrechte verletzt wird, kann verlangen, daß der dem Gesetz widerstreitende Zustand beseitigt werde; § 81 Abs. 1a gilt sinngemäß.
(2) Der Verletzte kann insbesondere verlangen, dass die den Vorschriften dieses Gesetzes zuwider hergestellten oder verbreiteten sowie die zur widerrechtlichen Verbreitung bestimmten Vervielfältigungsstücke vernichtet und dass die ausschließlich oder überwiegend zur widerrechtlichen Vervielfältigung bestimmten Mittel (Formen, Steine, Platten, Filmstreifen und dergleichen) unbrauchbar gemacht werden.
(3) Enthalten die im Absatz 2 bezeichneten Eingriffsgegenstände oder Eingriffsmittel Teile, deren unveränderter Bestand und deren Gebrauch durch den Beklagten das Ausschließungsrecht des Klägers nicht verletzen, so hat das Gericht diese Teile in dem die Vernichtung oder Unbrauchbarmachung aussprechenden Urteil zu bezeichnen. Bei der Vollstreckung sind diese Teile, soweit es möglich ist, von der Vernichtung oder Unbrauchbarmachung auszunehmen, wenn der Verpflichtete die damit verbundenen Kosten im voraus bezahlt. Zeigt sich im Exekutionsverfahren, daß die Unbrauchbarmachung von Eingriffsmitteln unverhältnismäßig große Kosten erfordern würde, und werden diese vom Verpflichteten nicht im voraus bezahlt, so ordnet das Exekutionsgericht nach Einvernehmung der Parteien die Vernichtung dieser Eingriffsmittel an.
(4) Kann der dem Gesetz widerstreitende Zustand auf eine andere als die im Absatz 2 bezeichnete, mit keiner oder einer geringeren Wertvernichtung verbundene Art beseitigt werden, so kann der Verletzte nur Maßnahmen dieser Art begehren. Namentlich dürfen Werkstücke nicht bloß deshalb vernichtet werden, weil die Quellenangabe fehlt oder dem Gesetz nicht entspricht.
(5) Statt der Vernichtung von Eingriffsgegenständen oder Unbrauchbarmachung von Eingriffsmitteln kann der Verletzte verlangen, daß ihm die Eingriffsgegenstände oder Eingriffsmittel von ihrem Eigentümer gegen eine angemessene, die Herstellungskosten nicht übersteigende Entschädigung überlassen werden.
(6) Der Beseitigungsanspruch richtet sich gegen den Eigentümer der Gegenstände, die den der Beseitigung des gesetzwidrigen Zustandes dienenden Maßnahmen unterliegen. Der Anspruch kann während der Dauer des verletzten Rechtes so lange geltend gemacht werden, als solche Gegenstände vorhanden sind.
Unterlassungs- und Beseitigungsanspruch bei Werken der bildenden Künste.
§ 83. (1) Ist ein Urstück eines Werkes der bildenden Künste unbefugt geändert worden, so kann der Urheber, soweit im folgenden nichts anderes bestimmt ist, nur verlangen, daß die Änderung auf dem Urstück als nicht vom Schöpfer des Werkes herrührend gekennzeichnet oder daß eine darauf befindliche Urheberbezeichnung beseitigt oder berichtigt werde.
(2) Ist die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes möglich und stehen ihr nicht überwiegende öffentliche Interessen oder überwiegende Interessen des Eigentümers entgegen, so kann der Schöpfer des Werkes nach seiner Wahl an Stelle der im Absatz 1 bezeichneten Maßnahmen verlangen, daß ihm die Wiederherstellung gestattet werde.
(3) Bei Werken der Baukunst kann der Urheber auf Grund des § 81 eine unbefugte Änderung nicht untersagen. Auch kann er nicht verlangen, daß Bauten abgetragen, umgebaut oder ihm nach § 82, Absatz 5, überlassen werden. Doch ist auf sein Verlangen je nach der Sachlage eine der im Absatz 1 bezeichneten Maßnahmen zu treffen oder auf dem Nachbau eine der Wahrheit entsprechende Urheberbezeichnung anzubringen.
Unterlassungs- und Beseitigungsanspruch in den Fällen der §§ 79 und 80.
§ 84. (1) Im Falle des § 79 können Unterlassungs- und Beseitigungsansprüche nicht nur vom Nachrichtensammler geltend gemacht werden, sondern auch von jedem Unternehmer, der mit dem Täter in Wettbewerb steht, sowie von Vereinigungen zur Förderung wirtschaftlicher Interessen von Unternehmern, wenn diese Interessen durch die Tat berührt werden.
(2) Im Falle des § 80 können Unterlassungs- und Beseitigungsansprüche von einer solchen Vereinigung sowie von jedem Unternehmer geltend gemacht werden, der sich damit befaßt, Stücke des Werkes, dessen Titel, Bezeichnung oder Ausstattung für ein anderes Werk verwendet wird, in Verkehr zu bringen oder es öffentlich vorzutragen, aufzuführen oder vorzuführen, und dessen Interessen durch die Tat beeinträchtigt werden. Bei urheberrechtlich geschützten Werken ist dazu stets auch der Urheber berechtigt.
(3) Eingriffsgegenstände unterliegen in den Fällen der §§ 79 und 80 dem Beseitigungsanspruch nur, wenn sie zur widerrechtlichen Verbreitung bestimmt sind. Ein Anspruch auf Überlassung von Eingriffsgegenständen oder Eingriffsmitteln (§ 82, Absatz 5) besteht in diesem Fällen nicht.
Urteilsveröffentlichung.
§ 85. (1) Wird auf Unterlassung oder Beseitigung oder Feststellung des Bestehens oder Nichtbestehens eines auf dieses Gesetz gegründeten Ausschließungsrechtes oder der Urheberschaft (§ 19) geklagt, so hat das Gericht der obsiegenden Partei, wenn diese daran ein berechtigtes Interesse hat, auf Antrag die Befugnis zuzusprechen, das Urteil innerhalb bestimmter Frist auf Kosten des Gegners zu veröffentlichen. Die Art der Veröffentlichung ist im Urteil zu bestimmen.
(2) Die Veröffentlichung umfaßt den Urteilsspruch. Auf Antrag der obsiegenden Partei kann jedoch das Gericht einen vom Urteilsspruch nach Umfang oder Wortlaut abweichenden oder ihn ergänzenden Inhalt der Veröffentlichung bestimmen. Dieser Antrag ist spätestens vier Wochen nach Rechtskraft des Urteils zu stellen. Ist der Antrag erst nach Schluß der mündlichen Streitverhandlung gestellt worden, so hat hierüber das Gericht erster Instanz nach Rechtskraft des Urteils mit Beschluß zu entscheiden.
(3) Das Gericht erster Instanz hat auf Antrag der obsiegenden Partei die Kosten der Veröffentlichung festzusetzen und deren Ersatz dem Gegner aufzutragen.
(4) Die Veröffentlichung auf Grund eines rechtskräftigen Urteils oder eines anderen vollstreckbaren Exekutionstitels ist vom Medienunternehmer ohne unnötigen Aufschub vorzunehmen.
Anspruch auf angemessenes Entgelt.
§ 86. (1) Wer unbefugt
- ein Werk der Literatur oder Kunst auf eine nach den §§ 14 bis 18a dem Urheber vorbehaltene Verwertungsart benutzt,
- eine Darbietung auf eine nach dem § 68 dem ausübenden Künstler vorbehaltene Verwertungsart benutzt,
- eine Darbietung auf eine nach dem § 72 dem Veranstalter vorbehaltene Verwertungsart benutzt,
- ein Lichtbild oder einen Schallträger auf eine nach den §§ 74 oder 76 dem Hersteller vorbehaltene Verwertungsart benutzt,
- eine Rundfunksendung auf eine nach § 76a dem Rundfunkunternehmer vorbehaltene Verwertungsart benutzt,
- eine Datenbank auf eine nach § 76d dem Hersteller vorbehaltene Verwertungsart benutzt oder
- eine Presseveröffentlichung auf eine nach § 76f dem Hersteller vorbehaltene Verwertungsart benutzt,
hat, auch wenn ihn kein Verschulden trifft, dem Verletzten, dessen Einwilligung einzuholen gewesen wäre, ein angemessenes Entgelt zu zahlen.
(2) Auf ein solches Entgelt besteht aber kein Anspruch, wenn eine Rundfunksendung, eine öffentliche Wiedergabe oder eine öffentliche Zurverfügungstellung nur deshalb unzulässig gewesen ist, weil sie mit Hilfe von Bild- oder Schallträgern oder Rundfunksendungen vorgenommen worden ist, die nach dem § 50 Abs. 2, § 53 Abs. 2, § 56 Abs. 3, § 56b Abs. 2, § 56c Abs. 3 Z 2, § 56d Abs. 1 Z 2, §§ 68, 72, 74, 76 oder 76a Abs. 2 und 3 dazu nicht verwendet werden durften, und wenn diese Eigenschaft der Bild- oder Schallträger oder Rundfunksendungen ihrem Benutzer ohne sein Verschulden unbekannt gewesen ist.
(3) Wer einen Pressebericht dem § 79 zuwider benutzt, hat, auch wenn ihn kein Verschulden trifft, dem Nachrichtensammler ein angemessenes Entgelt zu bezahlen.
Anspruch auf Schadenersatz und auf Herausgabe des Gewinnes.
§ 87. (1) Wer durch eine Zuwiderhandlung gegen dieses Gesetz einen anderen schuldhaft schädigt, hat dem Verletzten ohne Rücksicht auf den Grad des Verschuldens auch den entgangenen Gewinn zu ersetzen.
(2) Auch kann der Verletzte in einem solchen Fall eine angemessene Entschädigung für die in keinem Vermögensschaden bestehenden Nachteile verlangen, die er durch die Handlung erlitten hat.
(3) Der Verletzte, dessen Einwilligung einzuholen gewesen wäre, kann als Ersatz des ihm schuldhaft zugefügten Vermögensschadens (Abs. 1), wenn kein höherer Schaden nachgewiesen wird, das Doppelte des ihm nach § 86 gebührenden Entgelts begehren.
(4) Wird ein Werk der Literatur oder Kunst unbefugt vervielfältigt oder verbreitet, so kann der Verletzte, dessen Einwilligung einzuholen gewesen wäre, auch die Herausgabe des Gewinnes verlangen, den der Schädiger durch den schuldhaften Eingriff erzielt hat. Dasselbe gilt, wenn eine Darbietung dem § 68 Abs. 1 zuwider oder eine Rundfunksendung dem § 76a zuwider auf einem Bild- oder Schallträger verwertet oder wenn ein Lichtbild dem § 74 zuwider oder ein Schallträger dem § 76 zuwider vervielfältigt oder verbreitet wird. Dasselbe gilt schließlich, wenn das Zurverfügungstellungsrecht (§ 18a) verletzt wird.
(5) Neben einem angemessenen Entgelt (§ 86) oder der Herausgabe des Gewinnes (Absatz 4) kann ein Ersatz des Vermögensschadens nur begehrt werden, soweit er das Entgelt oder den herauszugebenden Gewinn übersteigt.
Anspruch auf Rechnungslegung.
§ 87a. (1) Wer nach diesem Gesetz zur Leistung eines angemessenen Entgelts oder einer angemessenen Vergütung, eines angemessenen Anteils an einer solchen Vergütung, zum Schadenersatz, zur Herausgabe des Gewinnes oder zur Beseitigung verpflichtet ist, hat dem Anspruchsberechtigten Rechnung zu legen und deren Richtigkeit durch einen Sachverständigen prüfen zu lassen. Wenn sich dabei ein höherer Betrag als aus der Rechnungslegung ergibt, sind die Kosten der Prüfung vom Zahlungspflichtigen zu tragen. Wer zur Rechnungslegung verpflichtet ist, hat dem Anspruchsberechtigten darüber hinaus über alle weiteren zur Rechtsverfolgung erforderlichen Umstände Auskunft zu erteilen.
(2) Wer nach § 42b Abs. 3 Z 1 als Bürge und Zahler haftet, hat dem Anspruchsberechtigten auch anzugeben, von wem er das Trägermaterial oder das Vervielfältigungsgerät bezogen hat, sofern er nicht die Vergütung leistet.
(3) Die Abs. 1 und 2 gelten sinngemäß auch für denjenigen, der nach § 42b Abs. 3 Z 1 von der Haftung ausgenommen ist.
Anspruch auf Auskunft
§ 87b. (1) Wer im Inland Werkstücke verbreitet, an denen das Verbreitungsrecht durch In-VerkehrBringen in einem Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaft oder in einem Vertragsstaat des Europäischen Wirtschaftsraums erloschen ist (§ 16 Abs. 3), hat dem Berechtigten auf Verlangen richtig und vollständig Auskunft über Hersteller, Inhalt, Herkunftsland und Menge der verbreiteten Werkstücke zu geben. Anspruch auf Auskunft hat, wem das Recht, die Werkstücke im Inland zu verbreiten, im Zeitpunkt des Erlöschens zugestanden ist.
(2) Wer in einem auf dieses Gesetz gegründeten Ausschließungsrecht verletzt worden ist, kann Auskunft über den Ursprung und die Vertriebswege der rechtsverletzenden Waren und Dienstleistungen verlangen, sofern dies nicht unverhältnismäßig im Vergleich zur Schwere der Verletzung wäre und nicht gegen gesetzliche Verschwiegenheitspflichten verstoßen würde; zur Erteilung der Auskunft sind der Verletzer und die Personen verpflichtet, die gewerbsmäßig
- rechtsverletzende Waren in ihrem Besitz gehabt,
- rechtsverletzende Dienstleistungen in Anspruch genommen oder
- für Rechtsverletzungen genutzte Dienstleistungen erbracht haben.
(2a) Die Pflicht zur Auskunftserteilung nach Abs. 2 umfasst, soweit angebracht,
- die Namen und Anschriften der Hersteller, Vertreiber, Lieferanten und der anderen Vorbesitzer der Waren oder Dienstleistungen sowie der gewerblichen Abnehmer und Verkaufsstellen, für die sie bestimmt waren,
- die Mengen der hergestellten, ausgelieferten, erhaltenen oder bestellten Waren und die Preise, die für die Waren oder Dienstleistungen bezahlt wurden.
(3) Vermittler im Sinn des § 81 Abs. 1a haben dem Verletzten auf dessen schriftliches und ausreichend begründetes Verlangen Auskunft über die Identität des Verletzers (Name und Anschrift) beziehungsweise die zur Feststellung des Verletzers erforderlichen Auskünfte zu geben. In die Begründung sind insbesondere hinreichend konkretisierte Angaben über die den Verdacht der Rechtsverletzung begründenden Tatsachen aufzunehmen. Der Verletzte hat dem Vermittler die angemessenen Kosten der Auskunftserteilung zu ersetzen.
(4) Vertreter des Kunstmarkts, die an einer dem Folgerecht unterliegenden Veräußerung im Sinn des § 16b Abs. 2 beteiligt waren, haben dem Berechtigten auf Verlangen richtig und vollständig alle Auskünfte zu geben, die für die Sicherung der Zahlung aus dieser Veräußerung erforderlich sein können. Der Anspruch erlischt, wenn die Auskünfte nicht in einem Zeitraum von drei Jahren nach der Weiterveräußerung verlangt werden.
(5) Anbieter großer Online-Plattformen im Sinn des § 18c haben Rechteinhabern auf deren Ersuchen angemessene Informationen über vertraglich erlaubte Nutzungen und darüber bereit zu stellen, wie die Maßnahmen, die sie zur Vermeidung nicht erlaubter Nutzungen gesetzt haben, funktionieren. Sie haben ferner ihre Nutzer in ihren Geschäftsbedingungen darüber zu informieren, dass diese Werke und sonstige Schutzgegenstände im Rahmen der im Unionsrecht festgelegten Ausnahmen und Beschränkungen für das Urheberrecht und verwandte Schutzrechte nutzen können.
Einstweilige Verfügungen
§ 87c. (1) Mit Beziehung auf Ansprüche auf Unterlassung, Beseitigung, angemessenes Entgelt, Schadenersatz und Herausgabe des Gewinns nach diesem Gesetz können einstweilige Verfügungen sowohl zur Sicherung des Anspruchs selbst als auch zur Sicherung von Beweismitteln erlassen werden.
(2) Zur Sicherung von Ansprüchen auf angemessenes Entgelt, Schadenersatz und Herausgabe des Gewinns können im Fall von gewerbsmäßig begangenen Rechtsverletzungen einstweilige Verfügungen erlassen werden, wenn wahrscheinlich ist, dass die Erfüllung dieser Forderungen gefährdet ist.
(3) Zur Sicherung von Unterlassungs- und Beseitigungsansprüchen können einstweilige Verfügungen erlassen werden, auch wenn die im § 381 der Exekutionsordnung bezeichneten Voraussetzungen nicht zutreffen.
(4) Einstweilige Verfügungen nach Abs. 1 sind auf Antrag der gefährdeten Partei ohne Anhörung des Gegners zu erlassen, wenn der gefährdeten Partei durch eine Verzögerung wahrscheinlich ein nicht wieder zu gut machender Schaden entstünde oder wenn die Gefahr besteht, dass Beweise vernichtet werden.
Haftung des Inhabers eines Unternehmens.
§ 88. (1) Wird der einen Anspruch auf angemessenes Entgelt (§ 86) begründende Eingriff im Betrieb eines Unternehmens von einem Bediensteten oder Beauftragten begangen, so trifft die Pflicht zur Zahlung des Entgeltes den Inhaber des Unternehmens.
(2) Hat ein Bediensteter oder Beauftragter im Betrieb eines Unternehmens diesem Gesetz zuwidergehandelt, so haftet, unbeschadet einer allfälligen Ersatzpflicht dieser Personen, der Inhaber des Unternehmens für den Ersatz des dadurch verursachten Schadens (§ 87, Absatz 1 bis 3), wenn ihm die Zuwiderhandlung bekannt war oder bekannt sein mußte. Auch trifft ihn in einem solchen Falle die Pflicht zur Herausgabe des Gewinnes nach § 87, Absatz 4.
Haftung mehrerer Verpflichteter.
§ 89. Soweit derselbe Anspruch auf ein angemessenes Entgelt (§ 86), auf Schadenersatz (§ 87, Absatz 1 bis 3) oder auf Herausgabe des Gewinnes (§ 87, Absatz 4) gegen mehrere Personen begründet ist, haften sie zur ungeteilten Hand.
„Anspruch auf Schadenersatz gegen den Anbieter einer großen Online-Plattform
§ 89a. (1) Ein Anbieter einer großen Online-Plattform hat die Erlaubnis der Urheber und Leistungsschutzberechtigten für Nutzungen im Sinn des § 18c einzuholen. Wenn er unbefugt ein Werk oder einen sonstigen Schutzgegenstand auf eine in § 18c beschriebene Weise sendet oder zur Verfügung stellt, haftet er einem dadurch Geschädigten aus Verschulden, sofern er nicht nachweist, dass er unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit
- alle Anstrengungen unternommen hat, um die Erlaubnis einzuholen (§ 18c zweiter Satz),
- nach Maßgabe hoher branchenüblicher Standards für die berufliche Sorgfalt alle Anstrengungen unternommen hat, um sicherzustellen, dass bestimmte Werke und sonstige Schutzgegenstände, zu denen ihm die Rechteinhaber einschlägige und notwendige Informationen bereitgestellt haben, nicht verfügbar sind, und
- nach Erhalt eines hinreichend begründeten Hinweises eines Rechteinhabers unverzüglich gehandelt hat, um den Zugang zu Werken oder sonstigen Schutzgegenständen zu sperren bzw. die Werke oder sonstigen Schutzgegenstände von seinen Internetseiten zu entfernen, und alle Anstrengungen unternommen hat, um gemäß Z 2 das künftige Hochladen dieser Werke oder sonstigen Schutzgegenstände zu verhindern.
(2) Bei der Beurteilung der Verhältnismäßigkeit sind die Art, das Publikum und der Umfang der Dienste, die Art der von den Nutzern der Dienste hochgeladenen Werke oder sonstigen Schutzgegenstände, die Verfügbarkeit geeigneter und wirksamer Mittel, die Kosten, die dem Anbieter dieser Dienste hiefür entstehen, sowie die Anliegen der Nutzer (§ 89b) zu berücksichtigen.
(3) Diensteanbieter, deren Dienste der Öffentlichkeit in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem Vertragsstaat des Übereinkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum seit weniger als drei Jahren zur Verfügung stehen und deren Jahresumsatz, berechnet nach der Empfehlung der Kommission 2003/361/EG (20) vom 6. Mai 2003 betreffend die Definition der Kleinstunternehmen sowie der kleinen und mittleren Unternehmen, ABl. Nr. L 124 vom 20.05.2003 S. 36, zehn Millionen Euro nicht übersteigt, haben nur alle Anstrengungen zu unternehmen, um die Erlaubnis einzuholen, und in deren Ermangelung nach Erhalt eines hinreichend begründeten Hinweises von den Rechteinhabern unverzüglich zu handeln, um den Zugang zu den Werken und sonstigen Schutzgegenständen zu sperren bzw. die Werke und sonstigen Schutzgegenstände von ihren Internetseiten zu entfernen. Übersteigt — berechnet auf der Grundlage des vorausgegangenen Kalenderjahrs — die durchschnittliche monatliche Anzahl unterschiedlicher Besucher der Internetseiten derartiger Diensteanbieter die Schwelle von fünf Millionen Nutzern, so müssen sie außerdem den Nachweis erbringen, dass sie unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit alle Anstrengungen unternommen haben, um das künftige Hochladen der gemeldeten Werke und sonstigen Schutzgegenstände, zu denen die Rechteinhaber einschlägige und notwendige Informationen bereitgestellt haben, zu verhindern.
(4) Auf eine Sendung oder eine Zurverfügungstellung nach § 18c findet § 16 E-Commerce-Gesetz keine Anwendung. Darüber hinaus bleibt die Anwendung des § 16 E-Commerce-Gesetz auf von § 18c erfasste Diensteanbieter unberührt.
(5) Die Haftung nach § 87 für Diensteanbieter, deren Hauptzweck es ist, sich an Urheberrechtsverletzungen zu beteiligen oder sie zu erleichtern, bleibt unberührt.
Schutz der Anliegen von Nutzern großer Online-Plattformen
§ 89b. (1) Maßnahmen nach § 89a Abs. 1 dürfen nicht bewirken, dass von Nutzern hochgeladene Werke oder sonstige Schutzgegenstände, bei denen kein Verstoß gegen das Urheberrecht oder verwandte Schutzrechte vorliegt, nicht verfügbar sind, und zwar auch dann, wenn die Nutzung eines Werkes oder sonstigen Schutzgegenstandes im Rahmen einer Ausnahme oder Beschränkung erlaubt ist; sie dürfen auch nicht bewirken, dass einzelne Nutzer identifiziert werden, es sei denn, dies erfolgt im Einklang mit der Richtlinie 2002/58/EG vom 12. Juli 2002 über die Verarbeitung personenbezogener Daten und den Schutz der Privatsphäre in der elektronischen Kommunikation (Datenschutzrichtlinie für elektronische Kommunikation), ABl. Nr. L 201 vom 31.07.2002 S. 37, und der Verordnung (EU) 2016/679 vom 27. April 2016 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten, zum freien Datenverkehr und zur Aufhebung der Richtlinie 95/46/EG (Datenschutz-Grundverordnung), ABl. Nr. L 119 vom 04.05.2016 S. 1. Diensteanbieter sind nicht zu einer allgemeinen Überwachung verpflichtet.
(2) Anbieter großer Online-Plattformen haben für Nutzer und Nutzerorganisationen angemessene Informationen über die Funktionsweise der Maßnahmen nach § 89a Abs. 1 leicht auffindbar auf ihrer Website und in ihren Geschäftsbedingungen bereitzustellen.
(3) Maßnahmen nach § 89a Abs. 1 Z 2 dürfen nicht bewirken, dass der Zugang zu einem kleinen Ausschnitt eines Werks oder sonstigen Schutzgegenstands automationsunterstützt gesperrt oder ein solcher Ausschnitt automationsunterstützt entfernt wird. Begehrt ein Rechteinhaber Maßnahmen nach § 89a Abs. 1 Z 2, die gegen die Nutzung eines solchen Ausschnitts gerichtet sind, und stellt er dem Anbieter des Dienstes auch die dafür einschlägigen und notwendigen Informationen bereit, so hat der Anbieter einer großen Online-Plattform solche Nutzungen zu identifizieren und den Rechtinhaber darüber zu informieren, damit dieser vom Anbieter Maßnahmen nach § 89a Abs. 1 Z 3 verlangen kann. Der Anbieter einer großen Online-Plattform kann aber ausnahmsweise automationsunterstützte Maßnahmen auch gegen die Verfügbarkeit kleiner Ausschnitte anwenden, sofern der Rechteinhaber für einen bestimmten Zeitraum ausreichend darlegt, dass ohne solche vorübergehenden Maßnahmen die Gefahr bestünde, dass durch die Nutzung kleiner Ausschnitte die wirtschaftliche Verwertung des Werkes erheblich beeinträchtigt würde, und auf andere Art und Weise Vorsorge dafür getroffen wird, dass erlaubte Nutzungen nicht verhindert werden. Ein kleiner Ausschnitt eines Werks oder sonstigen Schutzgegenstands wird im Sinn dieser Bestimmung genutzt, wenn der Nutzer Werke oder Schutzgegenstände Dritter zu weniger als der Hälfte mit eigenen Inhalten verbindet und die Nutzung dieser Teile 15 Sekunden je eines Films oder Laufbildes, 15 Sekunden einer Tonspur, 160 Zeichen je eines Textes, oder ein Lichtbild oder eine Grafik mit einem Datenvolumen von jeweils 250 Kilobyte nicht übersteigt.
(4) Bringt der Nutzer vor oder beim Hochladen vor, dass diese Nutzung – insbesondere zu Zwecken der Karikatur, der Parodie, des Pastiches, oder für Zitate zu Zwecken wie der Kritik oder der Rezension – erlaubt ist, so hat der Anbieter einer großen Online-Plattform die betroffenen Inhalte zugänglich zu machen und den Rechtinhaber über die Nutzung zu informieren, damit dieser vom Anbieter Maßnahmen nach § 89a Abs. 1 Z 3 verlangen kann, sofern dieses Vorbringen nicht sofort als missbräuchlich zu erkennen ist. Der Anbieter einer großen Online-Plattform hat den Nutzern für ein solches Vorbringen geeignete Online-Formulare samt Anleitungen anzubieten, mit denen Vorsorge gegen eine missbräuchliche Berufung auf eine solche erlaubte Nutzung getroffen werden soll. In das OnlineFormular müssen alle für eine Beurteilung der Zulässigkeit der Nutzung und eines etwaigen Missbrauchs erforderlichen Angaben eingetragen werden können.
(5) Anbieter großer Online-Plattformen haben ein Beschwerdeverfahren einzurichten, das ihren Nutzern die Möglichkeit gibt, begründet gegen eine unberechtigte Sperre des Zugangs zu den von ihnen hochgeladenen Werken oder sonstigen Schutzgegenständen oder gegen die unberechtigte Entfernung der von ihnen hochgeladenen Werke oder sonstigen Schutzgegenstände wirksam und zügig vorzugehen. Wirksam und zügig im Sinn dieser Bestimmung bedeutet, dass
- die Nutzer mittels leicht auffindbarer, ständig verfügbarer und einfach handhabbarer Funktionalitäten auf der Online-Plattform ihre Beschwerden einbringen können,
- Beschwerden unverzüglich zu bearbeiten sind,
- Stellungnahmen der Beschwerdegegner unverzüglich einzuholen sind und die Nutzer über die Stellungnahmen der Beschwerdegegner unverzüglich informiert werden,
- Entscheidungen darüber einer von Menschen durchgeführten Überprüfung zu unterziehen sind sowie die Nutzer über das Ergebnis der Überprüfung unverzüglich informiert werden und
- Verfahren in der Regel innerhalb von zwei Wochen ab Beschwerdeeinbringung abgeschlossen werden können.
(6) Hat ein Nutzer im Beschwerdeverfahren begründet vorgebracht, dass er ein Werk oder einen sonstigen Schutzgegenstand erlaubterweise hochgeladen hat oder dass dem Beschwerdegegner die behaupteten Rechte nicht zustehen, so ist der Beschwerdegegner zu einer unverzüglichen Stellungnahme aufzufordern. Verlangt dieser weiterhin die Sperre des Zugangs zu dem Werk oder sonstigen Schutzgegenstand oder die Entfernung dieses Werkes oder sonstigen Schutzgegenstandes, so hat er dies in angemessener Weise zu begründen. Nimmt der Beschwerdegegner nicht unverzüglich oder offenbar unzureichend Stellung, so ist das Werk oder der sonstige Schutzgegenstand unbeschadet des Rechtes des Rechteinhabers, gegen den Nutzer gerichtlich vorzugehen, zugänglich zu machen.
(7) Nutzer können sich bei Beschwerden über die Unzulänglichkeit oder das Fehlen von Informationen (Abs. 2), des Online-Formulars (Abs. 4) oder des Beschwerdeverfahrens (Abs. 5) an die Beschwerdestelle wenden. Im Fall von Streitigkeiten zwischen Rechteinhabern, Plattformen und ihren Nutzern oder Nutzerorganisationen über die Anwendung von Maßnahmen nach § 89a Abs. 1 kann die Beschwerdestelle von diesen natürlichen oder juristischen Personen angerufen werden, wobei sich Nutzer vor der Beschwerdestelle durch Nutzerorganisationen vertreten lassen können. Für die Anrufung der Beschwerdestelle ist Voraussetzung, dass sich der Nutzer oder in den Fällen des zweiten Satzes eine dort genannte Person zuvor an den Diensteanbieter gewandt hat und entweder von diesem keine Antwort erhalten hat oder die Streitteile keine Beilegung der Streitigkeit erreichen konnten. Die Beschwerdestelle hat eine einvernehmliche Lösung durch Erarbeitung eines Lösungsvorschlags herbeizuführen oder dem Nutzer, der Nutzerorganisation und dem Diensteanbieter ihre Ansicht zum herangetragenen Fall mitzuteilen.
(8) Die Beschwerdestelle hat Richtlinien für die Durchführung dieses Verfahrens festzulegen, wobei insbesondere der jeweiligen Sachlage angepasste Fristen für die Beendigung des Verfahrens zu bestimmen sind. Die Richtlinien haben sich an den Grundsätzen des § 6 Abs. 2 und Abs. 6 Z 1, § 7 Abs. 1, § 8 Abs. 1 Z 1 und 2 und Abs. 2 des Alternative Streitbeilegung-Gesetzes – AStG, BGBl. I Nr. 105/2015, zu orientieren und sind in geeigneter Form zu veröffentlichen.
(9) Die Beschwerdestelle hat über die anhängig gemachten Fälle jährlich einen Bericht zu erstellen, der im Rahmen des Tätigkeitsberichts nach § 19 Abs. 2 des KommAustria-Gesetzes – KOG, BGBl. I Nr. 32/2001, zu veröffentlichen ist. Darüber hinaus hat die Beschwerdestelle der Aufsichtsbehörde (§ 89c) monatlich eine Zusammenfassung über Anzahl, Art und Inhalt der von ihr erledigten und der neuen Beschwerdefälle zur Verfügung zu stellen.
Aufsicht über Anbieter großer Online-Plattformen
§ 89c. (1) Aufsichtsbehörde im Sinn dieser Bestimmung ist die gemäß § 1 KOG eingerichtete Kommunikationsbehörde Austria. Ihr obliegt einerseits die Aufsicht über die Einhaltung der Verpflichtungen der Anbieter großer Online-Plattformen nach § 89b Abs. 2, Abs. 4 zweiter Satz und Abs. 5 und andererseits die Aufsicht darüber, dass diese Anbieter keine Maßnahmen anwenden, die systematisch und in einem beträchtlichen Ausmaß bewirken, dass von Nutzern hochgeladene Werke oder sonstige Schutzgegenstände, bei denen kein Verstoß gegen das Urheberrecht oder verwandte Schutzrechte vorliegt, nicht verfügbar sind. Die administrative Unterstützung der KommAustria bei dieser Aufsicht und die Funktion der Beschwerdestelle obliegt der RTR-GmbH unter der Verantwortung des Geschäftsführers für den Fachbereich Medien.
(2) Gelangt die Aufsichtsbehörde aufgrund der Häufigkeit und Art der Beschwerden oder der Ergebnisse bisheriger Aufsichtsverfahren aufgrund eigener vorläufiger Einschätzung zur Auffassung, dass ein Anbieter
- Maßnahmen anwendet, die systematisch und in einem beträchtlichen Ausmaß bewirken, dass von Nutzern hochgeladene Werke oder sonstige Schutzgegenstände, bei denen kein Verstoß gegen das Urheberrecht oder verwandte Schutzrechte vorliegt, nicht verfügbar sind und zwar auch dann, wenn die Nutzung eines Werkes oder sonstigen Schutzgegenstandes im Rahmen einer Ausnahme oder Beschränkung erlaubt ist, oder
- seine Verpflichtungen über die Ausgestaltung des Beschwerdeverfahrens nach § 89b Abs. 5 verletzt, oder
- seiner Verpflichtung über die Bereitstellung von Informationen gemäß § 89b Abs. 2 nicht nachkommt oder
- das in § 89b Abs. 4 angeführte Online-Formular nicht oder nicht in der in dieser Bestimmung festgelegten Form bereitstellt,
hat sie ein Aufsichtsverfahren einzuleiten und
- außer in den Fällen der lit. b dem Anbieter mit Bescheid aufzutragen, den rechtmäßigen Zustand herzustellen und geeignete Vorkehrungen zu treffen, um künftige Rechtsverletzungen zu vermeiden; der Anbieter hat diesem Bescheid binnen der von der Aufsichtsbehörde festgesetzten, längstens vierwöchigen Frist zu entsprechen und darüber der Aufsichtsbehörde zu berichten;
- in den Fällen, in denen gegen einen Anbieter bereits mehr als einmal ein Bescheid gemäß lit. a ergangen ist, wenn der Anbieter einem Bescheid gemäß lit. a nicht entspricht, in einem Verfahren nach Abs. 4 und 5 eine Geldstrafe zu verhängen.
(3) Bei ihrer Beurteilung der Angemessenheit und beim Auftrag zu geeigneten Vorkehrungen hat die Aufsichtsbehörde zu berücksichtigen, dass die dem Anbieter abverlangten Maßnahmen wie auch die aufgetragenen Vorkehrungen für die Effizienzsteigerung der Mechanismen zum Schutz der Nutzer unter Berücksichtigung der rechtlichen Interessen der Anbieter geeignet und verhältnismäßig sein müssen.
(4) Die Aufsichtsbehörde hat nach Maßgabe des Abs. 2 über einen Anbieter je nach Schwere des Verstoßes eine Geldstrafe in der Höhe von bis zu einer Million Euro zu verhängen, wenn dieser
- Maßnahmen anwendet, die systematisch und in einem beträchtlichen Ausmaß bewirken, dass von Nutzern hochgeladene Werke oder sonstige Schutzgegenstände, bei denen kein Verstoß gegen das Urheberrecht oder verwandte Schutzrechte vorliegt, nicht verfügbar sind, oder
- dieser kein Beschwerdeverfahren einrichtet oder zwar ein Beschwerdeverfahren einrichtet, dieses aber nicht wirksam und zügig (§ 89b Abs. 5) ausgestaltet ist.
(5) Bei der Bemessung der Höhe der Geldbuße sind insbesondere folgende Umstände zu berücksichtigen:
- Finanzkraft des Anbieters einer großen Online-Plattform, wie sie sich beispielweise aus dessen Gesamtumsatz ablesen lässt;
- Anzahl der registrierten Nutzer der großen Online-Plattform;
- frühere Verstöße;
- das Ausmaß und die Dauer der Nachlässigkeit des Anbieters einer großen Online-Plattform bei der Einhaltung der aufgetragenen Verpflichtung;
- der Beitrag zur Wahrheitsfindung sowie
- das Ausmaß der getroffenen Vorkehrungen zur Verhinderung eines Verstoßes oder der Anleitung der Mitarbeiter zu rechtstreuem Verhalten.
(6) Beschwerden gegen Entscheidungen über Geldstrafen und gegen Entscheidungen nach Abs. 2 lit. a kommt abweichend von § 13 Abs. 1 Verwaltungsgerichtsverfahrensgesetz – VwGVG, BGBl. I Nr. 33/2013, keine aufschiebende Wirkung zu. Das Bundesverwaltungsgericht kann die aufschiebende Wirkung im betreffenden Verfahren auf Antrag zuerkennen, wenn nach Abwägung aller berührten Interessen mit dem Vollzug des Bescheides für den Beschwerdeführer ein schwerer und nicht wiedergutzumachender Schaden verbunden wäre.
(7) § 12 Abs. 3 Kommunikationsplattformen-Gesetz BGBl. I Nr. 151/2020 ist mit der Maßgabe anzuwenden, dass die Hälfte der Summe der nach Abs. 4 verhängten Geldstrafen als finanzieller Beitrag zur Erfüllung der Aufgaben der KommAustria und der RTR-GmbH nach diesem Bundesgesetz zu überweisen ist.
(8) Die Aufsichtsbehörde hat im Rahmen des über das Jahr 2023 zu erstellenden Tätigkeitsberichts (§ 19 Abs. 2 KOG) mit Unterstützung der Beschwerdestelle die Effizienz der in § 89b Abs. 2, Abs. 4 zweiter Satz und Abs. 5 vorgesehenen Verhaltenspflichten und die diesbezüglichen Entwicklungen innerhalb der zwei vorangegangen Kalenderjahre zu evaluieren. Dabei ist auch eine Evaluierung über die Verfügbarkeit der von Nutzern hochgeladenen Werke oder sonstigen Schutzgegenstände, bei denen kein Verstoß gegen das Urheberrecht oder verwandte Schutzrechte vorliegt, insbesondere aber dieser Verfügbarkeit entgegenstehende systematische und beträchtliche Beeinträchtigungen anzuschließen.
Verjährung.
§ 90. (1) Die Verjährung der Ansprüche auf angemessenes Entgelt, angemessene Vergütung, Herausgabe des Gewinnes und Auskunft richtet sich nach den Vorschriften für Entschädigungsklagen.
(2) Die Ansprüche der einzelnen Anspruchsberechtigten oder Gruppen von Anspruchsberechtigten gegen die Verwertungsgesellschaft verjähren ohne Rücksicht auf die Kenntnis des Anspruchsberechtigten von den die Zahlungspflicht der Verwertungsgesellschaft begründenden Tatsachen in drei Jahren ab diesem Zeitpunkt.
Meldepflicht für das Inverkehrbringen von Speichermedien und Vervielfältigungsgeräten
§ 90a. (1) Wer Speichermedien oder Vervielfältigungsgeräte von einer im In- oder im Ausland gelegenen Stelle aus als erster gewerbsmäßig in Verkehr bringt, ist unbeschadet der Auskunftspflicht nach § 87a Abs. 1 den zur Vergütung nach § 42b Berechtigten gegenüber verpflichtet, Art und Stückzahl der eingeführten Gegenstände einer gemeinsamen Empfangsstelle vierteljährlich bis zum fünfzehnten Tag nach Ablauf jedes dritten Kalendermonats schriftlich mitzuteilen. Die Verwertungsgesellschaften haben der Aufsichtsbehörde für Verwertungsgesellschaften jeweils eine gemeinsame Empfangsstelle für die Speichermedienvergütung und die Reprographievergütung zu bezeichnen; die Aufsichtsbehörde gibt diese auf ihrer Website bekannt.
(2) Kommt der Meldepflichtige seiner Meldepflicht nicht, nur unvollständig oder sonst unrichtig nach, kann von ihm der doppelte Vergütungssatz für den betroffenen Teil verlangt werden.
Schutz von Computerprogrammen
§ 90b. Der Inhaber eines auf dieses Gesetz gegründeten Ausschließungsrechts an einem Computerprogramm, der sich technischer Mechanismen zum Schutz dieses Programms bedient, kann auf Unterlassung und Beseitigung des dem Gesetz widerstreitenden Zustands klagen, wenn Mittel in Verkehr gebracht oder zu Erwerbszwecken besessen werden, die allein dazu bestimmt sind, die unerlaubte Beseitigung oder Umgehung dieser technischen Mechanismen zu erleichtern. Die §§ 81, 82 Abs. 2 bis 6, §§ 85, 87 Abs. 1 und 2, § 87a Abs. 1, § 88 Abs. 2, §§ 89 und 90 gelten entsprechend.
Schutz technischer Maßnahmen
§ 90c. (1) Der Inhaber eines auf dieses Gesetz gegründeten Ausschließungsrechts, der sich wirksamer technischer Maßnahmen bedient, um eine Verletzung dieses Rechts zu verhindern oder einzuschränken, kann auf Unterlassung und Beseitigung des dem Gesetz widerstreitenden Zustandes klagen,
- wenn diese Maßnahmen durch eine Person umgangen werden, der bekannt ist oder den Umständen nach bekannt sein muss, dass sie dieses Ziel verfolgt,
- wenn Umgehungsmittel hergestellt, eingeführt, verbreitet, verkauft, vermietet und zu kommerziellen Zwecken besessen werden,
- wenn für den Verkauf oder die Vermietung von Umgehungsmitteln geworben wird oder
- wenn Umgehungsdienstleistungen erbracht werden.
(2) Unter wirksamen technischen Maßnahmen sind alle Technologien, Vorrichtungen und Bestandteile zu verstehen, die im normalen Betrieb dazu bestimmt sind, die in Abs. 1 bezeichneten Rechtsverletzungen zu verhindern oder einzuschränken, und die die Erreichung dieses Schutzziels sicherstellen. Diese Voraussetzungen sind nur erfüllt, soweit die Nutzung eines Werks oder sonstigen Schutzgegenstandes kontrolliert wird
- durch eine Zugangskontrolle,
- einen Schutzmechanismus wie Verschlüsselung, Verzerrung oder sonstige Umwandlung des Werks oder sonstigen Schutzgegenstands oder
- durch einen Mechanismus zur Kontrolle der Vervielfältigung.
(3) Unter Umgehungsmitteln beziehungsweise Umgehungsdienstleistungen sind Vorrichtungen, Erzeugnisse oder Bestandteile beziehungsweise Dienstleistungen zu verstehen,
- die Gegenstand einer Verkaufsförderung, Werbung oder Vermarktung mit dem Ziel der Umgehung wirksamer technischer Maßnahmen sind,
- die, abgesehen von der Umgehung wirksamer technischer Maßnahmen, nur einen begrenzten wirtschaftlichen Zweck oder Nutzen haben oder
- die hauptsächlich entworfen, hergestellt, angepasst oder erbracht werden, um die Umgehung wirksamer technischer Maßnahmen zu ermöglichen oder zu erleichtern.
(4) Die §§ 81, 82 Abs. 2 bis 6, §§ 85, 87 Abs. 1 und 2, § 87a Abs. 1, § 88 Abs. 2, §§ 89 und 90 gelten entsprechend.
(5) Die Abs. 1 bis 4 gelten nicht mit Beziehung auf Rechte an Computerprogrammen.
(6) Soweit sich ein Inhaber eines auf dieses Bundesgesetz gegründeten Ausschließungsrechts technischer Maßnahmen im Sinn des Abs. 1 bedient, ist er verpflichtet, den durch eine der nachfolgend genannten Bestimmungen Begünstigten, soweit sie rechtmäßig Zugang zu dem Werk oder Schutzgegenstand haben, die notwendigen Mittel unverzüglich zur Verfügung zu stellen, sodass sie von dieser Begünstigung im erforderlichen Maß Gebrauch machen können:
- § 42 Abs. 7 (Vervielfältigung zum eigenen Gebrauch von Einrichtungen des Kulturerbes und von Sammlungen),
- § 42d (Menschen mit Behinderungen),
- § 42g (Digitale Nutzungen in Unterricht und Lehre) und
- § 42h (Text- und Data-Mining).
Vereinbarungen zum Ausschluss dieser Verpflichtung sind unwirksam.
(7) Wer gegen das Gebot nach Abs. 6 verstößt, kann vom Begünstigen darauf in Anspruch genommen werden, die zur Verwirklichung der Befugnis benötigten Mittel zur Verfügung zu stellen.
(8) Zur Erfüllung der Verpflichtungen aus Abs. 6 angewandte technische Maßnahmen, einschließlich der zur Umsetzung freiwilliger Vereinbarungen angewandten Maßnahmen, genießen Rechtsschutz nach den Abs. 1 bis 4.
Schutz von Kennzeichnungen
§ 90d. (1) Der Inhaber eines auf dieses Gesetz gegründeten Ausschließungsrechts, der Kennzeichnungen im Sinne dieser Bestimmung anwendet, kann auf Unterlassung und Beseitigung des dem Gesetz widerstreitenden Zustandes klagen,
- wenn solche Kennzeichnungen entfernt oder geändert werden,
- wenn Vervielfältigungsstücke von Werken oder sonstigen Schutzgegenständen, von beziehungsweise auf denen Kennzeichnungen unbefugt entfernt oder geändert worden sind, verbreitet oder zur Verbreitung eingeführt oder für eine Sendung, für eine öffentliche Wiedergabe oder für eine öffentliche Zurverfügungstellung verwendet werden.
(2) Der Anspruch nach Abs. 1 besteht nur gegen Personen, die die angeführten Handlungen unbefugt und wissentlich vornehmen, wobei ihnen bekannt ist oder den Umständen nach bekannt sein muss, dass sie dadurch die Verletzung eines auf dieses Gesetz gegründeten Ausschließungsrechtes veranlassen, ermöglichen, erleichtern oder verschleiern.
(3) Unter Kennzeichnungen sind Angaben zu verstehen,
- die in elektronischer Form festgehalten sind, auch wenn sie durch Zahlen oder in anderer Form verschlüsselt sind,
- die mit einem Vervielfältigungsstück des Werkes oder sonstigen Schutzgegenstandes verbunden sind oder in Zusammenhang mit dem Werk oder sonstigen Schutzgegenstand gesendet, öffentlich wiedergegeben oder der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden und
- die folgenden Inhalt haben:
- die Bezeichnung des Werkes oder sonstigen Schutzgegenstandes, des Urhebers oder jedes anderen Rechtsinhabers, sofern alle diese Angaben vom Rechtsinhaber stammen, oder
- die Modalitäten und Bedingungen für die Nutzung des Werkes oder sonstigen Schutzgegenstands.
(4) Die §§ 81, 82 Abs. 2 bis 6, §§ 85, 87 Abs. 1 und 2, § 87a Abs. 1, § 88 Abs. 2, §§ 89 und 90 gelten entsprechend.
II. Abschnitt.
Strafrechtliche Vorschriften.
Eingriff.
§ 91. (1) Wer einen Eingriff der im § 86 Abs. 1, § 90b, § 90c Abs. 1 oder § 90d Abs. 1 bezeichneten Art begeht, ist mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen. Der Eingriff ist jedoch dann nicht strafbar, wenn es sich nur um eine unbefugte Vervielfältigung oder um ein unbefugtes Festhalten eines Vortrags oder einer Aufführung jeweils zum eigenen Gebrauch oder unentgeltlich auf Bestellung zum eigenen Gebrauch eines anderen handelt.
(Anm.: Abs. 1a aufgehoben durch BGBl. I Nr. 32/2003)
(2) Ebenso ist zu bestrafen, wer als Inhaber oder Leiter eines Unternehmens einen im Betrieb des Unternehmens von einem Bediensteten oder Beauftragten begangenen Eingriff dieser Art (Abs. 1 und 1a) nicht verhindert.
(2a) Wer eine nach den Abs. 1, 1a oder 2 strafbare Handlung gewerbsmäßig begeht, ist mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren zu bestrafen.
(3) Der Täter ist nur auf Verlangen des in seinem Recht Verletzten zu verfolgen.
(4) § 85 Abs. 1, 3 und 4 über die Urteilsveröffentlichung gilt entsprechend.
(5) Das Strafverfahren obliegt dem Einzelrichter des Gerichtshofes erster Instanz.
Vernichtung und Unbrauchbarmachung von Eingriffsgegenständen und Eingriffsmitteln.
§ 92. (1) In dem Urteil, womit ein Angeklagter des Vergehens nach § 91 schuldig erkannt wird, ist auf Antrag des Privatanklägers die Vernichtung der zur widerrechtlichen Verbreitung bestimmten Eingriffsgegenstände sowie die Unbrauchbarmachung der ausschließlich oder überwiegend zur widerrechtlichen Vervielfältigung bestimmten und der im § 90b sowie im § 90c Abs. 3 bezeichneten Eingriffsmittel anzuordnen. Solche Eingriffsgegenstände und Eingriffsmittel unterliegen diesen Maßnahmen ohne Rücksicht darauf, wem sie gehören. Bauten sind diesen Maßnahmen nicht unterworfen. Die Vorschriften des § 82, Absatz 3, gelten entsprechend.
(2) Kann keine bestimmte Person verfolgt oder verurteilt werden, so hat das Strafgericht auf Antrag des Verletzten die im Absatz 1 bezeichneten Maßnahmen im freisprechenden Erkenntnis oder in einem selbständigen Verfahren anzuordnen, wenn die übrigen Voraussetzungen dieser Maßnahmen vorliegen. Im selbständigen Verfahren erkennt hierüber das Gericht, das zur Durchführung des Strafverfahrens zuständig wäre, nachdem die etwa erforderlichen Erhebungen gepflogen worden sind, nach mündlicher Verhandlung durch Urteil. Auf die Verhandlung, die Entscheidung und ihre Veröffentlichung sowie auf die Anfechtung der Entscheidung sind die Vorschriften entsprechend anzuwenden, die für die Entscheidung über den Strafanspruch gelten. Für den Kostenersatz gelten dem Sinne nach die allgemeinen Vorschriften über den Ersatz der Kosten des Strafverfahrens; wird dem Antrag stattgegeben, so trifft die Kostenersatzpflicht die an dem Verfahren als Gegner des Antragstellers Beteiligten.
(3) In den Fällen der Absätze 1 und 2 sind, soweit es möglich ist, auch die Eigentümer der der Vernichtung oder Unbrauchbarmachung unterliegenden Gegenstände zur Verhandlung zu laden. Sie sind, soweit es sich um die gesetzlichen Voraussetzungen dieser Maßnahmen handelt, berechtigt, tatsächliche Umstände, vorzubringen, Anträge zu stellen und gegen die Entscheidung die nach der Strafprozeßordnung zulässigen Rechtsmittel zu ergreifen. Wegen Nichtigkeit können sie das Urteil auch dann anfechten, wenn das Gericht die ihm nach den Absätzen 1 und 2 zustehenden Befugnisse überschritten hat. Sie können ihre Sache selbst oder durch einen Bevollmächtigten führen und sich eines Rechtsbeistandes aus der Zahl der in die Verteidigerliste eingetragenen Personen bedienen. Die Frist zur Erhebung von Rechtsmitteln beginnt für sie mit der Verkündung des Urteils, auch wenn sie dabei nicht anwesend waren. Gegen ein in ihrer Abwesenheit gefälltes Urteil können sie keinen Einspruch erheben.
Beschlagnahme.
§ 93. (1) Zur Sicherung der auf Grund des § 92 beantragten Maßnahmen können die ihnen unterliegenden Eingriffsgegenstände und Eingriffsmittel auf Antrag des Privatanklägers vom Strafgericht in Beschlag genommen werden.
(2) Das Strafgericht hat über einen solchen Antrag sofort zu entscheiden. Es kann die Bewilligung der Beschlagnahme von dem Erlag einer Sicherstellung abhängig machen. Die Beschlagnahme ist auf das unbedingt notwendige Maß zu beschränken. Sie muß aufgehoben werden, wenn eine angemessene Sicherheit dafür geleistet wird, daß die beschlagnahmten Gegenstände nicht auf eine unerlaubte Art benutzt und dem Zugriff des Gerichtes nicht entzogen werden.
(3) Wird die Beschlagnahme nicht schon früher aufgehoben, so bleibt sie bis zur rechtskräftigen Erledigung des Verfahrens über den Antrag auf Vernichtung der Eingriffsgegenstände oder Unbrauchbarmachung der Eingriffsmittel und, wenn im Urteil hierauf erkannt wird, bis zur Vollstreckung der angeordneten Maßnahmen aufrecht.
(4) Gegen Beschlüsse, betreffend die Anordnung, Einschränkung oder Aufhebung der Beschlagnahme, kann binnen 14 Tagen Beschwerde erhoben werden; sie hat nur dann aufschiebende Wirkung, wenn sie sich gegen die Aufhebung oder Beschränkung der Beschlagnahme richtet.
(5) Erkennt das Gericht nicht auf Vernichtung oder Unbrauchbarmachung der beschlagnahmten Gegenstände, so hat der Antragsteller dem von der Beschlagnahme Betroffenen alle hiedurch verursachten vermögensrechtlichen Nachteile zu ersetzen. Kommt es infolge einer von den Parteien getroffenen Vereinbarung zu keiner Entscheidung über den Antrag auf Vernichtung oder Unbrauchbarmachung, so kann der Betroffene den Anspruch auf Ersatz nur erheben, wenn er sich ihn in der Vereinbarung vorbehalten hat.
(6) Der Anspruch auf den nach Absatz 5 gebührenden Ersatz ist im ordentlichen Rechtswege geltend zu machen.
IV. Hauptstück.
Anwendungsbereich des Gesetzes.
1. Werke der Literatur und der Kunst.
Werke der Staatsbürger.
§ 94. Ein Werk genießt ohne Rücksicht darauf, ob und wo es erschienen ist, den urheberrechtlichen Schutz dieses Gesetzes, wenn der Urheber (§ 10, Absatz 1) oder ein Miturheber österreichischer Staatsbürger ist.
Im Inland erschienene und mit inländischen Liegenschaften verbundene Werke.
§ 95. Den urheberrechtlichen Schutz dieses Gesetzes genießen ferner alle nicht schon nach § 94 geschützten Werke, die im Inland erschienen sind, sowie die Werke der bildenden Künste, die Bestandteile oder Zugehör einer inländischen Liegenschaft sind.
Nicht im Inland erschienene und nicht mit inländischen Liegenschaften verbundene Werke von Ausländern.
§ 96. (1) Für Werke ausländischer Urheber (§ 10 Abs. 1), die nicht nach § 94 oder nach § 95 geschützt sind, besteht der urheberrechtliche Schutz unbeschadet von Staatsverträgen unter der Voraussetzung, daß die Werke österreichischer Urheber auch in dem Staat, dem der ausländische Urheber angehört, in annähernd gleicher Weise geschützt sind, jedenfalls aber im selben Ausmaß wie die Werke der Angehörigen dieses Staates. Diese Gegenseitigkeit ist dann anzunehmen, wenn sie in einer Kundmachung des Bundesministers für Justiz im Hinblick auf die in dem betreffenden Staat bestehende Rechtslage festgestellt worden ist. Darüber hinaus können die zuständigen Behörden die Gegenseitigkeit mit einem anderen Staat vertraglich vereinbaren, wenn dies zur Wahrung der Interessen von österreichischen Urhebern geboten erscheint.
(2) Für die Berechnung der Dauer des Schutzes, den ausländische Urheber für ihre Werke in Österreich nach dem Welturheberrechtsabkommen vom 6. September 1952, BGBl. Nr. 108/1957, oder nach dem Welturheberrechtsabkommen, revidiert am 24. Juli 1971, BGBl. Nr. 293/1982, genießen, sind ihre Art. IV Z 4 Abs. 1 bzw. Art. IV Abs. 4 lit. a anzuwenden.
2. Darbietungen
§ 97. (1) Darbietungen, die im Inland stattfinden, sind nach den Vorschriften der §§ 66 bis 72 ohne Rücksicht darauf geschützt, welchem Staat der ausübende Künstler oder der Veranstalter angehören.
(2) Bei Darbietungen, die im Ausland stattfinden, gelten die §§ 66 bis 72 zugunsten österreichischer Staatsbürger. Ausländer werden bei solchen Darbietungen unbeschadet von Staatsverträgen unter der Voraussetzung geschützt, dass die Darbietungen österreichischer Staatsbürger auch in dem Staat, dem der Ausländer angehört, in annähernd gleicher Weise geschützt sind, jedenfalls aber im selben Ausmaß wie Darbietungen der Angehörigen dieses Staates. Diese Gegenseitigkeit ist dann anzunehmen, wenn sie in einer Kundmachung des Bundesministers für Justiz im Hinblick auf die in dem betreffenden Staat bestehende Rechtslage festgestellt worden ist. Darüber hinaus können die zuständigen Behörden die Gegenseitigkeit mit einem anderen Staat vertraglich vereinbaren, wenn dies zur Wahrung der Interessen von österreichischen ausübenden Künstlern geboten erscheint.
3. Lichtbilder.
§ 98. (1) Für die Anwendbarkeit der Vorschriften zum Schutze von Lichtbildern (§§ 73 bis 74) gelten die Vorschriften der §§ 94 bis 96 entsprechend.
(2) Ist der Hersteller eine juristische Person, so ist dem Erfordernis der österreichischen Staatsbürgerschaft genügt, wenn die juristische Person ihren Sitz im Inland hat.
4. Schallträger und Rundfunksendungen
Schallträger
§ 99. (1) Schallträger werden nach § 76 ohne Rücksicht darauf geschützt, ob und wie sie erschienen sind, wenn der Hersteller österreichischer Staatsbürger ist. § 98 Abs. 2 gilt entsprechend.
(2) Andere Schallträger werden nach § 76 Abs. 1, 2 und 4 bis 6 geschützt, wenn sie im Inland erschienen sind.
(3) Schallträger ausländischer Hersteller, die nicht im Inland erschienen sind, werden nach § 76 Abs. 1, 2 und 4 bis 6 unbeschadet von Staatsverträgen unter der Voraussetzung geschützt, daß Schallträger österreichischer Hersteller auch in dem Staat, dem der ausländische Hersteller angehört, in annähernd gleicher Weise geschützt sind, jedenfalls aber im selben Ausmaß wie die Schallträger der Angehörigen dieses Staates. Diese Gegenseitigkeit ist dann anzunehmen, wenn sie in einer Kundmachung des Bundesministers für Justiz im Hinblick auf die in dem betreffenden Staat bestehende Rechtslage festgestellt worden ist. Darüber hinaus können die zuständigen Behörden die Gegenseitigkeit mit einem anderen Staat vertraglich vereinbaren, wenn dies zur Wahrung der Interessen österreichischer Hersteller von Schallträgern geboten erscheint.
(4) Nicht im Inland erschienene Schallträger ausländischer Hersteller werden ferner nach § 76 Abs. 1, 2 und 4 bis 6 geschützt, wenn der Hersteller einem Vertragsstaat des Übereinkommens vom 29. Oktober 1971, BGBl. Nr. 294/1982, zum Schutz der Hersteller von Tonträgern gegen die unerlaubte Vervielfältigung ihrer Tonträger angehört.
(5) Auf den Schutz nach § 76 Abs. 3 haben Ausländer jedenfalls nur nach Maßgabe von Staatsverträgen Anspruch.
Rundfunksendungen
§ 99a. Rundfunksendungen, die nicht im Inland ausgestrahlt werden, sind nur nach Maßgabe von Staatsverträgen geschützt.
Nachgelassene Werke
§ 99b. Für den Schutz nachgelassener Werke (§ 76b) gelten die Vorschriften der §§ 94 bis 96 entsprechend.
4a. Datenbanken
§ 99c. (1) Datenbanken werden nach § 76d geschützt, wenn der Hersteller österreichischer Staatsbürger ist oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat. § 98 Abs. 2 gilt entsprechend.
(2) Andere Datenbanken werden nach § 76d geschützt, wenn der Hersteller eine juristische Person ist, die nach den Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaates der Europäischen Gemeinschaft oder eines Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum gegründet worden ist und
- ihre Hauptverwaltung oder Hauptniederlassung in einem dieser Staaten hat oder
- ihren satzungsmäßigen Sitz in einem dieser Staaten hat und deren Tätigkeit eine tatsächliche ständige Verbindung zu der Wirtschaft eines dieser Staaten hat.
(3) Im übrigen werden Datenbanken nach Maßgabe von Staatsverträgen sowie von Vereinbarungen geschützt, die der Rat der Europäischen Gemeinschaft nach Art. 11 Abs. 3 der Richtlinie 96/9/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über den rechtlichen Schutz von Datenbanken (ABl. Nr. L 77 vom 27. März 1996, S 20) schließt.
4b. Presseveröffentlichungen
§ 99d. (1) Presseveröffentlichungen werden nach § 76f geschützt, wenn der Hersteller österreichischer Staatsbürger ist oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat. § 98 Abs. 2 gilt entsprechend.
(2) Andere Presseveröffentlichungen werden nach § 76f geschützt, wenn der Hersteller eine juristische Person ist, die nach den Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaates der Europäischen Gemeinschaft oder eines Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum gegründet worden ist und
- ihre Hauptverwaltung oder Hauptniederlassung in einem dieser Staaten hat oder
- ihren satzungsmäßigen Sitz in einem dieser Staaten hat und deren Tätigkeit eine tatsächliche ständige Verbindung zu der Wirtschaft eines dieser Staaten hat.
5. Nachrichtenschutz und Titelschutz.
§ 100. (1) Ausländern, die im Inland keine Hauptniederlassung haben, kommt der Schutz nach §§ 79 und 80 nur nach Maßgabe von Staatsverträgen oder unter Voraussetzung der Gegenseitigkeit zu; der Bundesminister für Justiz ist ermächtigt, im Bundesgesetzblatt kundzumachen, daß und allenfalls wieweit die Gegenseitigkeit nach den innerstaatlichen Rechtsvorschriften des fremden Staates verbürgt ist.
(2) Dem Urheber eines geschützten Werkes und den Personen, denen ein Werknutzungsrecht daran zusteht, wird der im § 80 bezeichnete Schutz auch dann gewährt, wenn die im Absatz 1 bezeichneten Voraussetzungen nicht vorliegen.
V. Hauptstück.
Übergangs- und Schlußbestimmungen.
§ 101. (1) Die urheberrechtlichen Vorschriften dieses Gesetzes gelten, soweit es nichts anderes bestimmt, auch für die vor seinem Inkrafttreten geschaffenen Werke der Literatur und der Kunst, die nicht schon früher infolge Ablaufs der Schutzfrist freigeworden sind.
(2) Werke, die zur Zeit des Inkrafttretens dieses Gesetzes urheberrechtlichen Schutz genießen, weil sie nach älteren Vorschriften als im Inland erschienen anzusehen sind, bleiben gleich den im Inland erschienenen Werken geschützt, auch wenn sie nach § 9 nicht zu den im Inland erschienenen Werken gehören.
(3) Der durch Verordnung gewährte Gegenseitigkeitsschutz im Verhältnis zu fremden Staaten erstreckt sich auch auf den Schutz nach diesem Gesetze.
§ 102. (1) Wem das Urheberrecht an den aus unterscheidbaren Beiträgen verschiedener Mitarbeiter gebildeten, gleichwohl ein einheitliches Ganzes darstellenden Werken, die vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes von Behörden, Korporationen, Unterrichtsanstalten und öffentlichen Instituten, von Vereinen oder Gesellschaften herausgegeben worden sind (§ 40 des Urheberrechtsgesetzes, St. G. Bl. Nr. 417/1920), zusteht, ist nach dem neuen Gesetz zu beurteilen. Doch stehen die Werknutzungsrechte an solchen Sammelwerken im Zweifel den genannten Herausgebern zu.
(2) Wem das Urheberrecht an einem gegen Entgelt bestellten Porträt (§ 13 des Urheberrechtsgesetzes, St. G. Bl. Nr. 417/1920) zusteht, das vor dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes geschaffen wurde, ist nach diesem zu beurteilen. Doch stehen die Werknutzungsrechte an einem solchen Porträt im Zweifel dem Besteller zu.
§ 103. Ist die Ausübung des Urheberrechtes vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes einem anderen beschränkt oder unbeschränkt überlassen worden, so erstreckt sich diese Verfügung im Zweifel nicht auf Befugnisse, die dem Urheber durch dieses Gesetz neu eingeräumt werden.
§ 104. Die Verwertungsrechte an einem gewerbsmäßig hergestellten Filmwerk stehen auch dann, wenn es vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes geschaffen worden ist, nach § 38 dem Filmhersteller zu, soweit dem nicht eine diese Rechte des Filmherstellers einschränkende Vereinbarung der Parteien entgegensteht. Will der Urheber ein nach § 38 dem Filmhersteller zukommendes Verwertungsrecht an einem solchen Werke für sich in Anspruch nehmen, so muß er sein Recht bei sonstigem Verlust binnen einem Jahre nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes geltend machen.
§ 105. Die Rechte der Urheber von Übersetzungen, die vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes erlaubterweise erschienen sind, ohne daß es der Einwilligung des Urhebers des übersetzten Werkes bedurfte, werden durch dieses Gesetz nicht berührt.
§ 106. (1) Soweit die freie Verbreitung von Vervielfältigungsstücken eines Werkes nach den bisherigen Vorschriften zulässig ist, dürfen vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes hergestellte Vervielfältigungsstücke auch weiterhin frei verbreitet werden, wenngleich ihre Verbreitung ohne Einwilligung des Berechtigten nach den Vorschriften dieses Gesetzes über freie Werknutzungen nicht erlaubt ist.
(2) Die Gesetzmäßigkeit der Beschaffenheit von Vervielfältigungsstücken, die vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes hergestellt worden sind, ist nach den bisherigen Vorschriften zu beurteilen.
§ 107. Der zu einem Werke der Tonkunst gehörige Text, der vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes erlaubterweise (§ 25, Z 5, des Urheberrechtsgesetzes, St. G. Bl. Nr. 417/1920) in Verbindung mit dem Werke der Tonkunst herausgegeben worden ist, darf in dieser Verbindung auch weiterhin auf die nach § 47, Absatz 1 und 3, zulässige Art benutzt werden. Dabei ist jedoch die Vorschrift des § 47, Absatz 2, anzuwenden.
§ 108. Ist ein Werk der Literatur oder Tonkunst vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes auf eine Vorrichtung zur mechanischen Wiedergabe für das Gehör übertragen worden, so erlischt mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes das nach § 23, Absatz 3, und § 28, Absatz 2, des Urheberrechtsgesetzes, St. G. Bl. Nr. 417/1920, an der Übertragung bestehende Urheberrecht der danach als Bearbeiter geltenden Personen. Das vom Urheber einem anderen eingeräumte Recht, ein Werk zur mechanischen Wiedergabe für das Gehör zu verwerten, bleibt unberührt. Doch erstreckt sich dieses Recht im Zweifel weder auf Mittel, die zur gleichzeitigen wiederholbaren Wiedergabe für Gesicht und Gehör bestimmt sind, noch darauf, das Werk mit Hilfe von Schallträgern öffentlich vorzutragen oder aufzuführen oder durch Rundfunk zu senden.
§ 109. (1) Die Vorschriften der §§ 66 bis 72 gelten zugunsten der im § 66 Abs. 1 bezeichneten Personen auch dann, wenn der Vortrag oder die Aufführung eines Werkes der Literatur oder Tonkunst vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes stattgefunden hat.
(2) Ist der Vortrag oder die Aufführung vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes mit Einwilligung des nach § 66 Abs. 1, Verwertungsberechtigten auf einem Bild- oder Schallträger festgehalten worden, so ist mit dieser Einwilligung dem Hersteller des Bild- oder Schallträgers im Zweifel auch das ausschließliche Nutzungsrecht eingeräumt worden, diesen auf die dem Verwertungsberechtigten nach § 66 vorbehaltene Art zu vervielfältigen und zu verbreiten. Auch enthält die Einwilligung in einem solchen Fall im Zweifel die Erteilung der Erlaubnis, die Bild- oder Schallträger mit dem Namen der vortragenden oder aufführenden Person zu bezeichnen.
§ 110. (1) Die Vorschriften der §§ 66 bis 72 gelten zugunsten der im § 66 Abs. 1 bezeichneten Personen auch dann, wenn der Vortrag oder die Aufführung eines Werkes der Literatur oder Tonkunst vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes stattgefunden hat.
(2) Ist der Vortrag oder die Aufführung vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes mit Einwilligung des nach § 66 Abs. 1, Verwertungsberechtigten auf einem Bild- oder Schallträger festgehalten worden, so ist mit dieser Einwilligung dem Hersteller des Bild- oder Schallträgers im Zweifel auch das ausschließliche Nutzungsrecht eingeräumt worden, diesen auf die dem Verwertungsberechtigten nach § 66 vorbehaltene Art zu vervielfältigen und zu verbreiten. Auch enthält die Einwilligung in einem solchen Fall im Zweifel die Erteilung der Erlaubnis, die Bild- oder Schallträger mit dem Namen der vortragenden oder aufführenden Person zu bezeichnen.
§ 111. Für die vor dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes aufgenommenen Lichtbilder (§§ 73 bis 75) gelten die Vorschriften der §§ 101 bis 103 und 106 entsprechend.
§ 112. Schallträger sind nach § 76 geschützt, auch wenn die Aufnahme der akustischen Vorgänge vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes stattgefunden hat.
§ 113. (1) Das Urheberrechtsgesetz, R. G. Bl. Nr. 197/1895, wird in seiner derzeit geltenden Fassung (Vollzugsanweisung St. G. Bl. Nr. 417/1920 und Verordnung B. G. Bl. Nr. 555/1933) aufgehoben. Desgleichen wird die Verordnung B. G. Bl. Nr. 347/1933 außer Kraft gesetzt.
(Anm.: Abs. 2 Änderung des ABGB, JGS. Nr. 946/1811.)
(Anm.: Abs. 3 Änderung des Bundesgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb, BGBl. Nr. 531/1923.)
(4) § 57, Absatz 4, des Patentgesetzes, B. G. Bl. Nr. 366/1925, bleibt unberührt.
§ 114. (1) Dieses Bundesgesetz tritt am 1. Juli 1936 in Kraft.
(2) Mit seiner Vollziehung ist der Bundesminister für Justiz betraut, hinsichtlich des § 90a Abs. 1 bis 4 jedoch im Einvernehmen dem Bundesminister für Finanzen.
(3) Auf Grund dieses Bundesgesetzes können Verordnungen von dem auf seine Kundmachung folgenden Tag an erlassen werden; doch treten sie frühestens mit diesem Gesetz in Kraft.
Verhältnis zum Recht der Europäischen Union
§ 115. (1) Mit § 60 Abs. 2, § 67 Abs. 1 sowie § 76 Abs. 5 und 7 bis 9 und § 116 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 150/2013 wird die Richtlinie 2011/77/EU zur Änderung der Richtlinie 2006/116/EG über die Schutzdauer des Urheberrechts und bestimmter verwandter Schutzrechte (kodifizierte Fassung) umgesetzt.
(2) Mit § 56e und § 57 Abs. 3a Z 4 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 11/2015 und den Verweisen auf diese Bestimmungen in § 72 Abs. 2, § 74 Abs. 7, § 76 Abs. 6 und § 76a Abs. 5 wird die Richtlinie 2012/28/EU über bestimmte zulässige Formen der Nutzung verwaister Werke, ABl. Nr. L 299 vom 27.10.2012 S. 5 umgesetzt.
(3) Die §§ 38, 42, 42a, 42b, 42d bis 42g, 57, 59a und 59c in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 99/2015 sind Rechtsvorschriften, die in den Anwendungsbereich
- der Richtlinie 93/83/EWG zur Koordinierung bestimmter urheber- und leistungsschutzrechtlicher Vorschriften betreffend Satellitenrundfunk und Kabelweiterverbreitung, ABl. Nr. L 248 vom 06.10.1993 S. 15, und
- der Richtlinie 2001/29/EG zur Harmonisierung bestimmter Aspekte des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte in der Informationsgesellschaft, ABl. Nr. L 167 vom 22.06.2001 S. 10, in der Fassung der Berichtigung ABl. Nr. L 6 vom 10.01.2002 S. 71
fallen.
(4) Die §§ 60, 61 und 68 Abs. 3 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 99/2015 sind Rechtsvorschriften, die in den Anwendungsbereich der Richtlinie 2006/116/EG über die Schutzdauer des Urheberrechts und bestimmter verwandter Schutzrechte (kodifizierte Fassung), ABl. Nr. L 372 vom 27.12.2006 S. 12, zuletzt geändert durch die Richtlinie 2011/77/EU, ABl. Nr. L 265 vom 11.10.2011 S. 1,
fallen.
(5) Die §§ 66 bis 72, 74, 76 und 76a in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 99/2015 sind Rechtsvorschriften, die in den Anwendungsbereich
- der Richtlinie 2001/29/EG,
- der Richtlinie 2006/115/EG zum Vermietrecht und Verleihrecht sowie zu bestimmten dem Urheberrecht verwandten Schutzrechten im Bereich des geistigen Eigentums (kodifizierte Fassung), ABl. Nr. L 376 vom 27.12.2006 S. 28,
- der Richtlinie 2006/116/EG, und
- der Richtlinie 2012/28/EU
fallen.
(6) Die §§ 86 und 87 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 99/2015 sind Rechtsvorschriften, die in den Anwendungsbereich
- der Richtlinie 2001/29/EG und
- der Richtlinie 2004/48/EG zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums ABl. Nr. L 157 vom 30.04.2004 S. 45, zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 219/2009, ABl. Nr. L 87 vom 31.03.2009 S. 109,
fallen.
(7) Mit § 42d, § 71 Abs. 6, § 74 Abs. 7, § 76 Abs. 3 und 6, § 76a Abs. 5 und § 90c Abs. 6 bis 8 in der Fassung der Urheberrechtsgesetz-Novelle 2018, BGBl. I Nr. 63/2018, wird die Richtlinie (EU) 2017/1564 über bestimmte zulässige Formen der Nutzung bestimmter urheberrechtlich oder durch verwandte Schutzrechte geschützter Werke und sonstiger Schutzgegenstände zugunsten blinder, sehbehinderter oder anderweitig lesebehinderter Personen und zur Änderung der Richtlinie 2001/29/EG zur Harmonisierung bestimmter Aspekte des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte in der Informationsgesellschaft, ABl. Nr. L 242 vom 20.9.2017, S. 6, umgesetzt.
(8) § 43 Abs. 1 und § 90c Abs. 6 bis 8 in der Fassung der Urheberrechtsgesetz-Novelle 2018, BGBl. I Nr. 63/2018, sind Rechtsvorschriften, die überdies in den Anwendungsbereich der Richtlinie 2001/29/EG zur Harmonisierung bestimmter Aspekte des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte in der Informationsgesellschaft, ABl. Nr. L 167 vom 22.6.2001, S. 10, fallen.
(9) Mit § 17 Abs. 4, §§ 18b, 59a, 59b, § 68 Abs. 4, § 74 Abs. 7, § 76 Abs. 6, § 76a Abs. 5 und § 76d Abs. 5 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 244/2021 wird die Richtlinie (EU) 2019/789 vom 17. April 2019 mit Vorschriften für die Ausübung von Urheberrechten und verwandten Schutzrechten in Bezug auf bestimmte Online-Übertragungen und die Weiterverbreitung von Fernseh- und Hörfunkprogrammen und zur Änderung der Richtlinie 93/83/EWG ABl. Nr. L 130 vom 17.05.2019 S. 82, umgesetzt.
(10) Mit §§ 18c, 24a und 24b, §§ 37b bis 37g, § 42 Abs. 7, § 42f Abs. 2, §§ 42g, 42h, 56f, § 57 Abs. 3a, § 57a, § 68 Abs. 4, § 71 Abs. 6, § 74 Abs. 1 und 7, § 76 Abs. 6, § 76a Abs. 5, § 76d Abs. 5, § 76f, § 86 Abs. 1, § 87b Abs. 5, §§ 89a bis 89c, § 90c Abs. 6 und § 99d in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 244/2021 wird die Richtlinie (EU) 2019/790 vom 17. April 2019 über das Urheberrecht und die verwandten Schutzrechte im digitalen Binnenmarkt und zur Änderung der Richtlinien 96/9/EG und 2001/29/EG ABl. Nr. L 130 vom 17.05.2019 S. 92, umgesetzt.
Inkrafttreten von Novellen
§ 116. (1) §§ 60, 67 Abs. 1 und 1a, § 76 Abs. 5 und 7 bis 9 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 150/2013 treten mit 1. November 2013 in Kraft.
(2) § 60 Abs. 2 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 150/2013 gilt für Werkverbindungen, wenn zumindest eines der verbundenen Werke am 1. November 2013 in zumindest einem Mitgliedstaat des Europäischen Wirtschaftsraums noch geschützt ist.
(3) Hat der Urheber (§ 10 Abs. 2 UrhG) vor dem 1. November 2013 ein Werknutzungsrecht begründet, eine Werknutzungsbewilligung erteilt oder über einen gesetzlichen Vergütungsanspruch verfügt, so erstreckt sich diese Verfügung im Zweifel nicht auf den Zeitraum der durch dieses Bundesgesetz bewirkten Verlängerung der Schutzfristen; wer jedoch ein Werknutzungsrecht oder eine Werknutzungsbewilligung gegen Entgelt erworben hat, bleibt gegen Zahlung einer angemessenen Vergütung zur Werknutzung auch während dieser Verlängerung berechtigt.
(4) Soweit der Schutz von Werken, für die die Schutzfrist nach den bisher geltenden Bestimmungen schon abgelaufen war, nach Abs. 2 wiederauflebt, dürfen vor dem 1. November 2011 bereits begonnene Vervielfältigungen solcher Werke auch nach dem 31. Oktober 2013 vollendet und diese Vervielfältigungen sowie vor dem 1. November 2011 bereits vorhandene Vervielfältigungsstücke auch nach dem 31. Oktober 2013 verbreitet werden. Ferner kann derjenige, der eine Werknutzungsbewilligung über die Benutzung eines mit einem gemeinfreien Werk verbundenen Werkes vor dem 1. November 2013 entgeltlich erworben hat, die Nutzung des vormals gemeinfreien Werkes, dessen Schutz wiederauflebt, nach dem 1. November 2013 zu angemessenen Bedingungen verlangen.
(5) § 67 Abs. 1 sowie § 76 Abs. 5 und 7 bis 9 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 150/2013 gelten für Darbietungen und Schallträger, für die am 1. November 2013 die Schutzfrist nach den bisher geltenden Bestimmungen noch nicht abgelaufen ist.
(6) Hat eine im § 66 Abs. 1 bezeichnete Person ihre ausschließlichen Rechte dem Hersteller vor dem 1. November 2013 eingeräumt, so erstreckt sich diese Verfügung im Zweifel auf den Zeitraum der durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 150/2013 bewirkten Verlängerung der Schutzfrist. Im Übrigen ist Abs. 3 sinngemäß anzuwenden.
(7) Die Verlängerung der Schutzdauer durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 150/2013 rechtfertigt weder eine Erhöhung der Tarife der Verwertungsgesellschaften für die Vergütungen nach § 42b in Verbindung mit § 76 Abs. 4 oder nach § 76 Abs. 3 noch eine Änderung der Verteilung der Einnahmen aus diesen Vergütungen zwischen verschiedenen Rechteinhabergruppen.
(8) § 56e, § 57 Abs. 3a Z 4, § 72 Abs. 2, § 74 Abs. 7, § 76 Abs. 6 und 76a Abs. 5 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 11/2015 treten mit 29. Oktober 2014 in Kraft.
(9) § 37a, § 38 Abs. 1 und die Überschrift zu § 38, § 42 Abs. 5 bis 8, § 42a, § 42b Abs. 1, Abs. 3 Z 1, Abs. 4, Abs. 6 bis 9, §§ 42d bis 42g, § 57 Abs. 2 und 3a, §§ 59, 59a Abs. 2, die Abschnittsüberschrift vor § 59c, § 59c, § 60 Abs. 1, § 61, §§ 66 bis 72 und die Überschrift des I. Abschnitts des II. Hauptstücks, § 74 Abs. 7 und 8, § 76 Abs. 3, 4 und 6, § 76a Abs. 5, § 86 Abs. 1 und 2, § 87 Abs. 4, § 90a und § 97 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 99/2015 treten mit 1. Oktober 2015 in Kraft; §§ 46, 52, 54 Abs. 1 Z 3a und 4, §§ 61a bis 61c treten mit 30. September 2015 außer Kraft.
(10) Das vom Bundesminister für Justiz geführte Urheberregister ist mit dem Tag des Inkrafttretens dieses Bundesgesetzes abzuschließen und nicht fortzuführen. § 60 Abs. 1 und § 61 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 99/2015 gelten für alle Werke, deren Schutzdauer am Tag des Inkrafttretens dieses Bundesgesetzes noch nicht abgelaufen ist. Die Schutzfrist von Werken, für die vor dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes die Eintragung des Urhebers im Amtsblatt zur Wiener Zeitung gemäß § 61c öffentlich bekanntgemacht wurde, ist weiterhin nach § 60 zu bemessen.
(11) Für die Jahre 2016 bis 2019 sollen die Einnahmen aus der Speichermedienvergütung und der Reprographievergütung insgesamt den Richtwert von 29 Millionen Euro vor Abzug der Rückerstattungen am jährlichen Gesamtaufkommen nicht übersteigen.
(12) § 42d, § 43 Abs. 1, § 71 Abs. 6, § 74 Abs. 7, § 76 Abs. 3 und 6, § 76a Abs. 5 und § 90c Abs. 6 bis 8 in der Fassung der Urheberrechtsgesetz-Novelle 2018, BGBl. I Nr. 63/2018 treten mit 12. Oktober 2018 in Kraft.
(13) § 17 Abs. 3 und 4, § 18 Abs. 3, die §§ 18b, 18c, 24a, 24b, 24c, 31a, 37b, 37c, 37e, 37f, und 37g, § 40 Abs. 3, § 42 Abs. 7, die §§ 42f, 42g, 42h und 56f, § 57 Abs. 3a, die §§ 59, 59a und 59b, § 68 Abs. 4, § 69, § 71 Abs. 6, § 74 Abs. 1 und Abs. 7, § 76 Abs. 6, § 76a Abs. 5, § 76d Abs. 5, § 76f, § 86 Abs. 1, § 87b Abs. 5, die §§ 89a, 89b Abs. 1 bis 6, § 90c Abs. 6 und § 99d in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 244/2021 treten mit dem der Kundmachung folgenden Tag in Kraft. § 57a in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 244/2021 tritt am 1. Jänner 2022 in Kraft. Die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Bundesgesetzes von § 18c erfassten Diensteanbieter müssen die in § 89b vorgesehenen Verpflichtungen bis zum 1. April 2022, später hinzutretende Diensteanbieter innerhalb von drei Monaten ab der Aufnahme der Tätigkeit umgesetzt haben. § 89b Abs. 7 bis 9 sowie § 89c in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 244/2021 treten mit 1. März 2022 in Kraft.
(14) Für Direkteinspeisungen im Sinn des § 17 Abs. 4 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 244/2021, für die Bewilligungen vor dem 7. Juni 2021 erteilt wurden, ist eine allfällige weitere Bewilligung im Sinn des § 17 Abs. 4 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 244/2021 erst nach dem 6. Juni 2025 erforderlich.
(15) Auf Verträge über ergänzende Online-Dienste, die vor dem 7. Juni 2021 geschlossen wurden, ist § 18b in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 244/2021 ab dem 7. Juni 2023 anzuwenden.
(16) Die §§ 24c, 31a, 37b in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 244/2021 sind auf Verträge anzuwenden, die nach dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes abgeschlossen werden. Die §§ 37c, 37d, 37f, 37g, und 57a in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 244/2021 sind auch auf vor ihrem Inkrafttreten abgeschlossene Verträge mit Beziehung auf darauf gegründete Nutzungshandlungen anzuwenden, die nach dem Inkrafttreten stattfinden. § 37d und, soweit er darauf Bezug nimmt, § 68 Abs. 4 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 244/2021 treten mit 7. Juni 2022 in Kraft.
(17) § 74 Abs. 1 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 244/2021 ist auf Lichtbilder anzuwenden, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Bundesgesetzes noch geschützt sind oder danach aufgenommen werden. Für ein Lichtbild, das im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Bundesgesetzes ein Werk der bildenden Kunst wiedergibt, für das die Schutzfrist abgelaufen ist, endet der Schutz mit dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes.
(18) § 76f in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 244/2021 ist auf Presseveröffentlichungen, die nach dem 5. Juni 2019 hergestellt werden, in Bezug auf Nutzungshandlungen anzuwenden, die nach dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes stattfinden. § 91 ist auf Nutzungshandlungen anzuwenden, die nach dem 31. März 2022 vorgenommen werden.
(19) § 81 Abs. 1a in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 182/2023 tritt mit 17. Februar 2024 in Kraft.
Artikel II
Beziehung zum Gemeinschaftsrecht
(Anm.: aus BGBl. I Nr. 25/1998, zu BGBl. Nr. 111/1936)
Mit diesem Bundesgesetz wird das Urheberrechtsgesetz an die Richtlinie 96/9/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über den rechtlichen Schutz von Datenbanken, ABl. Nr. L 77 vom 27. März 1996, S 20, angepaßt.
Artikel II
Beziehung zum Gemeinschaftsrecht
(Anm.: aus BGBl. I Nr. 32/2003, zu den §§ 12, 15, 16, 18, 18a, 24, 40h, 41, 41a, 42, 42a, 42b, 42c, 42d, 43, 44, 45, 46, 47, 51, 52, 54, 56a, 56c, 57, 59c, 68, 69, 71a, 72, 74, 76, 76a, 76d, 81, 82, 86, 87, 87a, 87b, 90a, 90b, 90c, 90d, 91, 92 und 93, BGBl. Nr. 111/1936)
Mit diesem Bundesgesetz wird das Urheberrechtsgesetz an die Richtlinie 2001/29/EG des Europäischen Parlaments und des Rates zur Harmonisierung bestimmter Aspekte des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte in der Informationsgesellschaft, ABl. Nr. L 167 vom 22. Juni 2001, S 10, angepasst.
Artikel II
Beziehung zum Gemeinschaftsrecht
(Anm.: aus BGBl. I Nr. 22/2006, zu den §§ 16b, 60 und 87b, BGBl. Nr. 111/1936)
Mit Art. I Z 1, 7 und 9 wird das Urheberrechtsgesetz an die Richtlinie 2001/84/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über das Folgerecht des Urhebers des Originals eines Kunstwerks, ABl. Nr. L 272 vom 13. 10. 2001, Seite 32, angepasst.
Artikel II
Beziehung zum Gemeinschaftsrecht
(Anm.: aus BGBl. I Nr. 81/2006, zu den §§ 81, 87b und 87c, BGBl. Nr. 111/1936)
Mit diesem Bundesgesetz wird das Urheberrechtsgesetz an die Richtlinie 2004/48/EG des Europäischen Parlaments und des Rates zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums, ABl. Nr. L 157 vom 30. 4. 2004, Seite 45, angepasst.
Artikel II.
(Anm.: aus BGBl. Nr. 106/1953, zu den §§ 3, 7 Abs. 2, 9 Abs. 2, 33, 60, 61, 74 Abs. 6, 95, BGBl. Nr. 111/1936)
(1) Werke, die zur Zeit des Inkrafttretens dieses Bundesgesetzes keinen urheberrechtlichen Schutz genießen, weil sie nach den bisher geltenden Vorschriften nicht als im Inland erschienen anzusehen sind, erlangen durch die Änderung des § 9 Abs. 2 Urheberrechtsgesetz keinen urheberrechtlichen Schutz.
(2) Ist die Ausübung des Urheberrechtes vor dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes einem anderen beschränkt oder unbeschränkt überlassen worden, so erstreckt sich diese Verfügung im Zweifel nicht auf Befugnisse, die dem Urheber durch dieses Bundesgesetz neu eingeräumt werden.
(3) Lichtbilder, deren Schutzfrist nach den bisher geltenden Vorschriften am Tage des Inkrafttretens dieses Bundesgesetzes abgelaufen ist, erlangen dadurch, daß sie als Lichtbildwerke im Sinne des Art. I Z 1 anzusehen sind, nicht von neuem Schutz; im übrigen gelten die Vorschriften dieses Bundesgesetzes für Lichtbildwerke, die vor dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes aufgenommen worden sind, entsprechend.
(4) Die Bestimmungen des Art. 1 Z 11 und 12 gelten auch für Werke, bei denen am Tage des Inkrafttretens dieses Bundesgesetzes die Schutzfrist nach den bisher geltenden Vorschriften schon abgelaufen war, doch dürfen am Tage der Kundmachung dieses Bundesgesetzes bereits begonnene Vervielfältigungen solcher Werke vollendet und diese Vervielfältigungen sowie am Tage der Kundmachung dieses Bundesgesetzes bereits vorhandene Vervielfältigungen verbreitet werden.
(5) Werke der im § 2 Z 3 Urheberrechtsgesetz genannte Art, die zur Zeit des Inkrafttretens dieses Bundesgesetzes bereits erschienen sind und nach der bisherigen Fassung des § 7 Urheberrechtsgesetz keinen urheberrechtlichen Schutz genießen, erlangen durch die Änderung des § 7 Urheberrechtsgesetz keinen urheberrechtlichen Schutz.
Artikel II.
(Anm.: aus BGBl. Nr. 492/1972, zu den §§ 24, 26, 60, 61, 62, 66 Abs. 2, 67 Abs. 1, 74 Abs. 6, 76 Abs. 3 und 5, 76a, BGBl. Nr. 111/1936)
(1) Dieses Bundesgesetz tritt, soweit es sich auf die Verlängerungen der Schutzfristen bezieht, mit dem 31. Dezember 1972, im übrigen mit dem 1. Juni 1973 in Kraft.
(2) Der Art. I Z 2 bis 3a, 7, 17a und 20a gilt auch für die vor dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes entstandenen Werke, vorgenommenen Vorführungen und Aufführungen, aufgenommenen Lichtbilder und hergestellten Schallträger, bei denen an diesem Tag die Schutzfrist nach den bisherigen Bestimmungen noch nicht abgelaufen ist.
(3) Hat der Urheber (§ 10 Abs. 2 Urheberrechtsgesetz) vor dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes ein Werknutzungsrecht begründet oder eine Werknutzungsbewilligung erteilt, so erstreckt sich diese Verfügung im Zweifel nicht auf den Zeitraum der durch dieses Bundesgesetz bewirkten Verlängerung der Schutzfristen; wer jedoch ein Werknutzungsrecht oder eine Werknutzungsbewilligung gegen Entgelt erworben hat, bleibt gegen Zahlung einer angemessenen Vergütung zur Werknutzung auch während dieser Verlängerung berechtigt. Dies gilt entsprechend für Verfügungen über die geschützten Rechte an Vorträgen und Aufführungen von Werken der Literatur und der Tonkunst, an Lichtbildern und Schallträgern.
(4) Hat der Vortrag oder die Aufführung eines Werkes der Literatur oder Tonkunst vor dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes stattgefunden, so stehen die Verwertungsrechte den im § 66 Abs. 1 und 2 Urheberrechtsgesetz in der bisherigen Fassung genannten Personen zu.
(5) Der Art. I Z 18 gilt nicht für eine Rundfunksendung oder öffentliche Wiedergabe, die vor dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes stattgefunden hat.
(6) Der Art. I Z 22 gilt nicht für Rundfunksendungen, die vor dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes ausgestrahlt worden sind.
(7) Die Abs. 1 und 2 des Art. III der Urheberrechtsgesetznovelle 1953, BGBl. Nr. 106, werden aufgehoben.
Artikel II
Übergangsbestimmungen
(Anm.: aus BGBl. Nr. 295/1982, zu den §§ 61a, 61b und 61c, BGBl. Nr. 111/1936)
(1) Der Bundesminister für Unterricht und Kunst hat das nach der Verordnung BGBl. Nr. 171/1936 geführte Urheberregister mit den nach den Verordnungen RGBl. Nr. 198/1895 und BGBl. Nr. 92/1921 geführten Urheberregistern samt allen Aktenstücken, die diese Register betreffen, unverzüglich dem Bundesminister für Justiz zu übergeben.
(2) Für Einsicht in diese Register sowie für die Ausfertigung von Auszügen und die Ausstellung von Zeugnissen gilt der § 61c Abs. 2 Urheberrechtsgesetz in der Fassung dieses Bundesgesetzes.
Artikel II
(Anm.: aus BGBl. Nr. 93/1993, zu den §§ 16a, 40b, 40c, 45, 51, 54, 67, 74, 76 und 76a, BGBl. Nr. 111/1936)
(1) Dieses Bundesgesetz tritt vorbehaltlich des Abs. 2 mit 1. März 1993 in Kraft.
(2) § 16a UrhG in der Fassung dieses Bundesgesetzes tritt mit 1. Jänner 1994 in Kraft.
(3) § 16a UrhG in der Fassung dieses Bundesgesetzes gilt auch für Werkstücke, an denen das Verbreitungsrecht nach § 16 Abs. 3 UrhG vor dem 1. Jänner 1994 erloschen ist. Solche Werkstücke dürfen jedoch bis 31. Dezember 1994 vermietet werden; der Urheber hat hiefür einen Anspruch auf angemessene Vergütung. § 16a Abs. 2, 4 und 5 UrhG in der Fassung dieses Bundesgesetzes gilt für diesen Vergütungsanspruch sinngemäß.
(4) Abs. 3 gilt auch für die entsprechende Geltung des § 16a nach Art. 1 Z 8 bis 11.
(5) Die §§ 40b und 40c UrhG in der Fassung dieses Bundesgesetzes gelten nicht für Computerprogramme, die vor dem 1. März 1993 geschaffen worden sind.
(6) Art. 1 Z 5 bis 7 gilt nicht für Werkstücke, die vor dem 1. März 1993 erstmals verbreitet (§ 16 UrhG) worden sind. Dies gilt auch für Art. 1 Z 9, soweit er sich auf die entsprechende Geltung des § 54 Abs. 2 bezieht.
(7) Mit der Vollziehung dieses Bundesgesetzes ist der Bundesminister für Justiz betraut.
Artikel III.
(Anm.: aus BGBl. Nr. 106/1953, zu den §§ 24 und 26, BGBl. Nr. 111/1936)
(Anm.: Abs. 1 und 2 aufgehoben durch Art. II Abs. 7, BGBl. Nr. 492/1972.)
(3) Hat der Urheber (§ 10 Abs. 2 Urheberrechtsgesetz) vor dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes ein Werknutzungsrecht begründet oder eine Werknutzungsbewilligung erteilt, so erstreckt sich diese Verfügung im Zweifel nicht auf den Zeitraum der durch Abs. 1 bewirkten Verlängerung der Schutzfristen; wer jedoch ein Werknutzungsrecht oder eine Werknutzungsbewilligung gegen Entgelt erworben hat, bleibt gegen Bezahlung einer angemessenen Vergütung zur Werknutzung auch während dieser Verlängerung berechtigt. Dies gilt entsprechend für Verfügungen über die geschützten Rechte an den im Abs. 1 lit. b bis d genannten Vorträgen und Aufführungen, Lichtbildern und Schallträgern.
Artikel IV
Anwendung auf bestehende Datenbankwerke und Datenbanken
(Anm.: aus BGBl. I Nr. 25/1998, zu den §§ 40f bis 40h und §§ 76c bis 76e, BGBl. Nr. 111/1936)
(1) Die §§ 40f bis 40h UrhG in der Fassung dieses Bundesgesetzes gelten auch für Datenbankwerke, die vor dem 1. Jänner 1998 geschaffen worden sind.
(2) Die §§ 76c bis 76e UrhG in der Fassung dieses Bundesgesetzes gelten auch für Datenbanken, deren Herstellung zwischen dem 1. Jänner 1983 und dem 31. Dezember 1997 abgeschlossen worden ist. Die Schutzfrist beginnt in diesen Fällen am 1. Jänner 1998.
(3) § 40h Abs. 2 und § 76e UrhG in der Fassung dieses Bundesgesetzes sind nicht auf Verträge anzuwenden, die vor dem 1. Jänner 1998 geschlossen worden sind.
Artikel IV
Übergangsbestimmungen
(Anm.: aus BGBl. I Nr. 32/2003, zu den §§ 12, 15, 16, 18, 18a, 24, 40h, 41, 41a, 42, 42a, 42b, 42c, 42d, 43, 44, 45, 46, 47, 51, 52, 54, 56a, 56c, 57, 59c, 68, 69, 71a, 72, 74, 76, 76a, 76d, 81, 82, 86, 87, 87a, 87b, 90a, 90b, 90c, 90d, 91, 92 und 93, BGBl. Nr. 111/1936)
Die Gesetzmäßigkeit von Vervielfältigungsstücken eines Werks, der Aufzeichnung eines Vortrags oder einer Aufführung, eines Lichtbildes, eines Schallträgers oder der Aufzeichnung einer Rundfunksendung, die vor dem In-Kraft-Treten dieses Gesetzes hergestellt worden sind, ist nach der bisher geltenden Rechtslage zu beurteilen. Soweit die Verbreitung von Vervielfältigungsstücken nach der bisher geltenden Rechtslage zulässig ist, dürfen sie auch weiterhin frei verbreitet werden.
Artikel IV
Übergangsbestimmungen
(Anm.: aus BGBl. I Nr. 22/2006, zu den §§ 16b, 38 und 69, BGBl. Nr. 111/1936)
(1) § 16b UrhG in der Fassung dieses Bundesgesetzes gilt auch für Werke, die vor dem In-KraftTreten dieses Bundesgesetzes geschaffen worden sind.
(2) § 38 Abs. 1a in der Fassung dieses Bundesgesetzes gilt für gewerbsmäßig hergestellte Filmwerke und § 69 Abs. 1 in der Fassung dieses Bundesgesetzes für gewerbsmäßig hergestellte Filmwerke und andere kinematographische Erzeugnisse, mit deren Aufnahme jeweils nach dem 31. 12. 2005 begonnen worden ist.
(3) § 38 Abs. 1a zweiter bis vierter Satz in der Fassung dieses Bundesgesetzes gilt sinngemäß auch für den Anspruch des Urhebers nach Art. VI Abs. 3 Urheberrechtsgesetz-Novelle 1996, BGBl. Nr. 151/1996.
(4) § 38 Abs. 1 erster Satz UrhG und § 69 Abs. 1 erster Satz UrhG in der Fassung dieses Bundesgesetzes gelten auch für den Zeitraum der durch die Urheberrechtsgesetznovelle 1972, BGBl. Nr. 492/1972, und die Urheberrechtsgesetz-Novelle 1996, BGBl. Nr. 151/1996, bewirkte Verlängerung der Schutzfrist; dem Urheber und den in § 69 Abs. 1 UrhG genannten Personen steht hiefür kein Vergütungsanspruch im Sinn des Art. II Abs. 3 UrhGNov 1972 beziehungsweise Art. VIII Abs. 3 UrhG-Nov 1996 zu.
Artikel 18
Übergangs- und Schlussbestimmungen
Personenbezogene Bezeichnungen
(Anm.: aus BGBl. I Nr. 75/2009, zu den §§ 55, 75 und 77, BGBl. Nr. 111/1936)
§ 1. Bei allen personenbezogenen Bezeichnungen gilt die gewählte Form für beide Geschlechter.
(Anm.: aus BGBl. I Nr. 75/2009, zu den §§ 55, 75 und 77, BGBl. Nr. 111/1936)
§ 4. Auf vor dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes geschlossene Ehepakte sind die bisher geltenden Bestimmungen weiter anzuwenden.
Loi sur le droit d’auteur (UrhG)
Loi fédérale concernant le droit d’auteur sur les œuvres littéraires et artistiques et les droits connexes*
(BGBl. n° 111/1936, modifiée en dernier lieu [BGBl. I n° 25/1998])
TABLE DES MATIÈRES**
Articles
Chapitre premier: Droit d’auteur sur les œuvres littéraires et artistiques
Section 1: L’œuvre
Œuvres littéraires et artistiques ....................................................................... 1er
Œuvres littéraires................................................................................................ 2
Œuvres d’art ....................................................................................................... 3
Œuvres cinématographiques............................................................................... 4
Adaptations......................................................................................................... 5
Recueils .............................................................................................................. 6
Œuvres libres ...................................................................................................... 7
Œuvres publiées ................................................................................................. 8
Œuvres parues .................................................................................................... 9
Section II [Sans titre]
L’auteur ............................................................................................................ 10
Coauteurs.......................................................................................................... 11
Présomption de la qualité d’auteur ................................................................... 12
Œuvres anonymes............................................................................................. 13
Section III: Le droit d’auteur
* Titre allemand: Urheberrechtsgesetz—UrhG, Bundesgesetz über das Urheberrecht an Werken der
Literatur und der Kunst und über verwandte Schutzrechte.
Entrée en vigueur (de la dernière loi modificative): 1er janvier 1998.
Source: communication des autorités autrichiennes.
Note: traduction du Bureau international de l'OMPI à parti du texte codifié allemand fourni par les autorités autrichiennes.
** Ajoutée par le Bureau international de l'OMPI.
1. Droits d’exploitation
[Sans titre] ........................................................................................................ 14
Droit de reproduction ....................................................................................... 15
Droit de mise en circulation ............................................................................. 16
Location et prêt................................................................................................16a Exposition....................................................................................................... 16b Droit de radiodiffusion ............................................................................. 17–17b Droit de récitation, de représentation ou d’exécution et de présentation de
l’œuvre.............................................................................................................. 18
2. Protection des intérêts moraux
Protection de la qualité d’auteur....................................................................... 19
Désignation de l’auteur .................................................................................... 20
Protection de l’œuvre ....................................................................................... 21
3. Obligations incombant au propriétaire d’un exemplaire de l’œuvre ................... 22
4. Transmission du droit d’auteur............................................................................ 23
5. Autorisation d’utiliser l’œuvre et droit d’usage .................................................. 24
6. Limitation des droits des créanciers en cas d’exécution forcée........................... 25
Section IV [Sans titre]
Droits d’usage................................................................................................... 26
Cession des droits d’usage ......................................................................... 27–28
Résiliation anticipée des contrats ............................................................... 29–30
Droits d’utiliser des œuvres futures.................................................................. 31
Faillite et concordat .......................................................................................... 32
Section V: Réserves en faveur de l’auteur
Règles d’interprétation ..................................................................................... 33
Éditions d’œuvres complètes............................................................................ 34
Réserve concernant les œuvres d’art ................................................................ 35
Contributions à des recueils ....................................................................... 36–37
Section VI: Dispositions spéciales concernant les œuvres cinématographiques produites à des fins commerciales
Producteur du film............................................................................................ 38
Auteur ............................................................................................................... 39
Droits d’exploitation et droits d’usage ............................................................. 40
Section VIa: Dispositions spéciales relatives aux programmes d’ordinateur
Programmes d’ordinateur ................................................................................40a Salariés ........................................................................................................... 40b Droits d’usage..................................................................................................40c Libres utilisations ........................................................................................... 40d Décompilation .................................................................................................40e
Section VIb: Dispositions spéciales relatives aux bases de données
Bases de données et œuvres constituant des bases de données ....................... 40f Droit de communication ................................................................................. 40g Libres utilisations ........................................................................................... 40h
Section VII: Restrictions apportées aux droits d’exploitation
1. Libres utilisations de l’œuvre
Libres utilisations de l’œuvre dans l’intérêt de la justice et de l’administration41
Reproduction pour usage personnel ......................................................... 42–42b Comptes rendus d’actualités............................................................................42c Libres utilisations des œuvres littéraires .................................................... 43–50
Libres utilisations des œuvres musicales.................................................... 51–53
Libres utilisations des œuvres d’art............................................................ 54–55
Utilisation d’enregistrements visuels ou sonores et d’émissions de radiodiffusion dans certaines entreprises commerciales .................................. 56
Cession de supports visuels ou sonores à des institutions fédérales
en charge des moyens de communication audiovisuels ..................................56a Utilisation de supports visuels ou sonores dans les bibliothèques ................. 56b Communication au public dans le cadre de l’enseignement ...........................56c
Communication au public dans les hôtels ...................................................... 56d
Protection des intérêts moraux en cas de libres utilisations de l’œuvre ........... 57
2. Obligation d’accorder une autorisation en ce qui concerne les phonogrammes . 58
3. Utilisation d’émissions de radiodiffusion.....................................................59–59a
4. Retransmission de programmes par satellite ..................................................... 59b
Section VIII: Durée du droit d’auteur
Œuvres littéraires, musicales et œuvres d’art ............................................. 60–61
Registre des auteurs................................................................................. 61a–61c
Œuvres cinématographiques............................................................................. 62
Œuvres dont la publication est échelonnée ...................................................... 63
Calcul des délais de protection ......................................................................... 64
Droits qui survivent au délai de protection ...................................................... 65
Chapitre II: Droits connexes
Section I: Protection des récitations et des représentations ou exécutions d’œuvres littéraires et musicales
1. Exploitation d’œuvres fixées sur des supports visuels ou sonores [Sans titre] ... 66
Droits d’exploitation......................................................................................... 67
Protection des intérêts moraux ......................................................................... 68
Exceptions ........................................................................................................ 69
2. Exploitation pour la radiodiffusion ..................................................................... 70
3. Exploitation pour la communication au public ................................................... 71
4. Dispositions communes ....................................................................................... 72
Section II: Protection des photographies, des phonogrammes, des émissions de radiodiffusion et des œuvres posthumes
1. Photographies [Sans titre].................................................................................... 73
Protection.......................................................................................................... 74
Dispositions spéciales pour les photographies de personnes ........................... 75
2. Phonogrammes .................................................................................................... 76
3. Émissions de radiodiffusion ...............................................................................76a
4. Œuvres posthumes ............................................................................................. 76b
Section IIa [Sans titre]
Protection des bases de données......................................................................76c Droit à la protection........................................................................................ 76d Contrats relatifs à l’exploitation d’une base de données .................................76e
Section III: Protection des lettres et des portraits
Protection des lettres ........................................................................................ 77
Protection des portraits ..................................................................................... 78
Section IV: Protection des nouvelles du jour. Protection du titre des œuvres littéraires et artistiques
Protection des nouvelles du jour ...................................................................... 79
Protection du titre ............................................................................................. 80
Chapitre III: Exercice du droit
Section I: Sanctions civiles
Action en abstention ......................................................................................... 81
Action en cessation........................................................................................... 82
Actions en abstention ou en cessation en rapport avec des œuvres d’art......... 83
Actions en abstention ou en cessation dans les cas visés aux articles 79 et 80 84
Publication du jugement ................................................................................... 85
Action en paiement d’une indemnité équitable ................................................ 86
Action en dommages-intérêts et en restitution du gain réalisé......................... 87
Droit à reddition de comptes ...........................................................................87a Droit d’obtenir des renseignements................................................................ 87b Responsabilité du propriétaire d’une entreprise ............................................... 88
Responsabilité de plusieurs obligés.................................................................. 89
Prescription....................................................................................................... 90 [Sans titre] .......................................................................................................90a
Section II: Sanctions pénales
Infraction .......................................................................................................... 91
Destruction et mise hors d’usage des objets et moyens portant atteinte au droit92
Saisie ................................................................................................................ 93
Chapitre IV: Champ d’application de la loi
1. Œuvres littéraires et artistiques
Œuvres des citoyens autrichiens....................................................................... 94
Œuvres parues sur le territoire national et œuvres faisant corps avec des immeubles sis sur le territoire national............................................................. 95
Œuvres d’auteurs étrangers non parues sur le territoire national et ne faisant
pas corps avec des immeubles sis sur le territoire national .............................. 96
2. Récitations et représentations ou exécutions d’œuvres littéraires et musicales .. 97
3. Photographies ...................................................................................................... 98
4. Phonogrammes et émissions de radiodiffusion
[Sans titre] ........................................................................................................ 99
Émissions de radiodiffusion ............................................................................99a
Œuvres posthumes.......................................................................................... 99b
4a. Bases de données ..............................................................................................99c
5. Protection des nouvelles du jour et des titres .................................................... 100
Chapitre V: Dispositions transitoires et finales ........................................................... 101–114
CHAPITRE PREMIER
DROIT D’AUTEUR SUR LES ŒUVRES LITTÉRAIRES ET ARTISTIQUES
Section I L’œuvre
Œuvres littéraires et artistiques
1er.—1) Le terme «œuvre», au sens de la présente loi, comprend les créations intellectuelles de caractère personnel, du domaine de la littérature, de la musique, de l’art et de la cinématographie.
2) L’œuvre, dans sa totalité et dans ses parties, jouit d’une protection par le droit d’auteur conformément à la présente loi.
Œuvres littéraires
2. Les œuvres littéraires, au sens de la présente loi, comprennent
1. les œuvres verbales de toute nature, y compris les programmes d’ordinateur (article
40a);
2. les œuvres scéniques dont le mode d’expression consiste en la mimique et en d’autres mouvements du corps (œuvres chorégraphiques et pantomimes);
3. les œuvres scientifiques ou didactiques constituées par des ouvrages figuratifs en surface ou en volume, pour autant qu’elles ne fassent pas partie des œuvres d’art.
Les programmes d’ordinateur appartiennent, selon la conception dominante, aux œuvres littéraires.
Œuvres d’art
3.—1) Les œuvres d’art, au sens de la présente loi, comprennent aussi les œuvres de l’art photographique (œuvres photographiques), les œuvres d’architecture et les œuvres des arts appliqués à l’industrie (œuvres des arts appliqués).
2) Les œuvres de l’art photographique (œuvres photographiques) sont celles qui sont obtenues par un procédé photographique ou par un procédé analogue à la photographie.
Œuvres cinématographiques
4. Le terme «œuvres cinématographiques» (films) comprend, au sens de la présente loi, les œuvres figuratives en mouvement, qui permettent de saisir les événements et l’action faisant l’objet de l’œuvre, soit par la vue seule, soit simultanément par la vue et l’ouïe, sans égard aux procédés employés pour réaliser ou présenter l’œuvre.
Adaptations
5.—1) Les traductions et autres adaptations, pour autant qu’elles soient des créations intellectuelles personnelles de l’adaptateur, sont protégées comme œuvres indépendantes, sans préjudice du droit d’auteur sur l’œuvre ainsi adaptée.
2) Le fait de se fonder sur une œuvre existante pour créer une autre œuvre n’implique pas une adaptation si cette autre œuvre, par comparaison avec celle qui a été utilisée, constitue une création indépendante nouvelle.
Recueils
6. Les ouvrages qui, groupant des contributions séparées en un ensemble homogène, constituent une création intellectuelle personnelle, sont protégés par le droit d’auteur en tant que recueils, sans préjudice du droit d’auteur qui peut exister sur les contributions qu’ils contiennent.
Œuvres libres
7.—1) Ne jouissent pas de la protection par le droit d’auteur les lois, décrets, arrêtés officiels, avis, décisions et œuvres officielles visées à l’article 2, chiffre 1 ou 3, qui sont destinées exclusivement ou principalement à un usage officiel.
2) Les cartes géographiques établies ou remaniées par l’Administration fédérale pour les services de vérification et d’arpentage (article 5.1) et destinées à être diffusées (article 16), ne constituent pas des œuvres libres.
Œuvres publiées
8. Une œuvre est réputée publiée lorsqu’elle a été rendue accessible au public avec le consentement du titulaire.
Œuvres parues
9.—1) L’œuvre est réputée parue lorsqu’elle a été rendue accessible au public avec le consentement du titulaire par la mise en vente ou la mise en circulation d’un nombre suffisant d’exemplaires.
2) L’œuvre parue dans un délai de 30 jours sur le territoire national et à l’étranger est réputée parue sur le territoire national.
Section II
L’auteur
10.—1) L’auteur d’une œuvre est celui qui l’a créée.
2) Au sens de la présente loi, le terme «auteur» comprend, outre le créateur de l’œuvre, les personnes auxquelles le droit d’auteur est passé après la mort de celui-ci, sous réserve que le contraire ne résulte pas de l’application de l’alinéa 1).
Coauteurs
11.—1) Lorsque plusieurs personnes ont créé en commun une œuvre qui constitue un ensemble indivisible, le droit d’auteur appartient en commun à tous les coauteurs.
2) Chaque coauteur a le droit d’ester en justice en cas d’atteinte au droit d’auteur. Toute modification ou exploitation de l’œuvre nécessite le consentement de tous les coauteurs. Si un coauteur refuse de donner son consentement sans motif valable, chacun des autres coauteurs peut intenter une action en vue d’obtenir ce consentement. Si le défendeur n’a pas son for ordinaire sur le territoire national, les tribunaux du premier arrondissement de Vienne sont compétents.
3) L’association d’œuvres de genre différent—telle que celle d’une œuvre musicale avec une œuvre verbale ou cinématographique—n’est pas réputée donner naissance à une œuvre commune.
Présomption de la qualité d’auteur
12.—1) Est présumée auteur d’une œuvre, jusqu’à preuve du contraire, la personne qui est désignée comme telle de la manière habituelle sur les exemplaires d’une œuvre parue ou sur l’original d’une œuvre d’art (article 10.1)), sous réserve que la désignation indique le vrai nom ou un pseudonyme notoirement utilisé de l’auteur ou qu’elle consiste en une marque d’artiste dans le cas d’une œuvre d’art.
2) La disposition précédente vaut également pour celui qui est désigné comme auteur, de la manière visée à l’alinéa 1), à l’occasion d’une récitation, d’une représentation ou exécution ou d’une présentation publiques, ou d’une radiodiffusion de l’œuvre, à moins que la présomption visée à l’alinéa 1) ne s’applique à une autre personne.
Œuvres anonymes
13. Tant que l’auteur (article 10.1)) d’une œuvre parue n’est pas désigné d’une manière qui établit, conformément à l’article 12, la présomption d’auteur, le publicateur [Herausgeber] ou, lorsque celui-ci n’est pas indiqué sur les exemplaires, l’éditeur [Verleger] est réputé être chargé par
l’auteur de la gestion du droit d’auteur. Dans ce cas, le publicateur ou l’éditeur jouit aussi du droit d’ester en justice, en son nom, en cas d’atteinte au droit d’auteur.
Section III
Le droit d’auteur
1. Droits d’exploitation
14.—1) L’auteur jouit, sous réserve des restrictions fixées par la loi, du droit exclusif d’exploiter l’œuvre selon les modes qui lui sont réservés par les dispositions qui suivent (droit d’exploitation).
2) L’auteur d’une traduction ou d’une autre adaptation est en droit d’exploiter celle-ci selon les modes qui lui sont réservés par la loi uniquement dans la mesure où l’auteur de l’œuvre originale lui a accordé le droit exclusif ou l’autorisation de traduire ou d’adapter l’œuvre (droit d’adaptation ou de traduction).
3) Il appartient à l’auteur de communiquer publiquement le contenu d’une œuvre littéraire ou cinématographique pour autant que ni l’œuvre, ni l’essentiel de son contenu n’a été publié avec son consentement.
Droit de reproduction
15.—1) L’auteur jouit du droit exclusif de reproduire l’œuvre, quels que soient le procédé employé et le nombre des exemplaires confectionnés.
2) Constitue également une reproduction la fixation d’une récitation ou d’une représentation ou exécution d’une œuvre sur des dispositifs permettant une reproduction répétée destinée à être vue ou entendue (supports visuels ou sonores), tels que les films ou les disques.
3) Sont assimilés à de tels supports sonores les dispositifs permettant de reproduire des œuvres de façon répétée qui, sans enregistrer les sons, sont fabriqués par le perforage, l’estampage, l’apposition de pointes ou par tout autre procédé analogue (orgues de barbarie, boîtes à musique, etc.).
4) Le droit de reproduire des plans et des croquis d’œuvres d’art implique aussi le droit exclusif d’exécuter l’œuvre d’après ces plans et croquis.
Droit de mise en circulation
16.—1) L’auteur jouit du droit exclusif de mettre en circulation des exemplaires de l’œuvre. En vertu de ce droit, il est interdit d’offrir à la vente des exemplaires ou de les mettre dans le commerce d’une manière qui rende l’œuvre accessible au public sans l’autorisation de l’auteur.
2) Tant que l’œuvre n’est pas publiée, le droit de mise en circulation comprend aussi le droit exclusif de porter l’œuvre à la connaissance du public par l’affichage, la mise en devanture, l’exposition ou toute autre présentation analogue d’exemplaires.
3) Le droit de mise en circulation ne porte pas—sous réserve de l’article 16a et 16b—sur les exemplaires qui, avec le consentement du titulaire du droit, ont été mis en circulation du fait du transfert de leur propriété; mais si le consentement n’a été donné que pour un territoire déterminé, le droit de mise en circulation subsiste en ce qui concerne les exemplaires mis en circulation en dehors de ce territoire; cette exception ne s’applique pas aux exemplaires qui, avec le consentement du titulaire du droit, ont été mis en circulation dans un État membre de la Communauté économique européenne ou de l’Association européenne de libre-échange.
4) Le droit de mise en circulation ne porte pas sur les exemplaires d’œuvres d’art qui sont devenus des accessoires d’immeuble.
5) L’expression «mettre une œuvre en circulation» vise uniquement, au sens de la présente loi, la mise en circulation réservée à l’auteur conformément aux alinéas 1) à 3) du présent article.
Location et prêt
16a.—1) L’article 16.3) ne s’applique pas à la location (alinéa 3)) des exemplaires d’une œuvre.
2) L’article 16.3) s’applique au prêt (alinéa 3)) des exemplaires d’une œuvre à condition que l’auteur ait droit à une rémunération équitable. Ce droit à rémunération ne peut être exercé que par l’intermédiaire d’une société de gestion collective.
3) Au sens de la présente disposition, «location» s’entend de la mise à disposition pour l’usage, pour une période limitée et à des fins commerciales, et «prêt», de la mise à disposition pour l’usage, pour une période limitée et à des fins non commerciales, par une institution ouverte au public (bibliothèque, vidéothèque ou discothèque, artothèque et autres).
4) Les alinéas 1) et 2) ne s’appliquent pas
1. à la location et au prêt aux fins de la radiodiffusion (article 17), de la récitation, de la représentation ou exécution et de la présentation publiques (article 18);
2. aux œuvres des arts appliqués.
5) Si une personne ayant le droit d’utiliser une œuvre, ou si un producteur de film jouissant de ce droit en vertu de l’article 38.1), autorise des tiers, contre rémunération, à louer ou à prêter des exemplaires de l’œuvre, l’auteur a le droit d’exiger de cette personne ou de ce producteur une part équitable de la rémunération ainsi perçue et il ne peut renoncer à ce droit. Si le droit à rémunération au titre du prêt d’exemplaires d’une œuvre est attribué par la loi ou par un contrat à un tiers, l’auteur a droit à une part équitable de cette rémunération et il ne peut renoncer à ce droit.
Exposition
16b.—1) L’article 16.2) et 3) s’applique à l’exposition publique d’exemplaires d’une œuvre; toutefois, l’auteur a droit à une rémunération équitable lorsque des exemplaires d’œuvres d’art sont exposés à des fins commerciales. Ce droit à rémunération ne peut être exercé que par l’intermédiaire d’une société de gestion collective. L’article 16a.5) s’applique par analogie.
2) L’alinéa 1) ne s’applique pas aux œuvres des arts appliqués.
Droit de radiodiffusion
17.—1) L’auteur jouit du droit exclusif de faire radiodiffuser l’œuvre ou de la faire connaître d’une manière analogue.
2) Est assimilée à une émission de radiodiffusion une transmission analogue mais effectuée au moyen de fils conducteurs à partir d’une station située sur le territoire national ou à l’étranger et qui peut être captée par le public sur le territoire national.
3) La transmission d’émissions de radiodiffusion
1. par une installation de retransmission radiodiffusée, ou
2. par un système d’antenne collective,
a) lorsque toutes les installations de réception sont situées exclusivement sur des terrains contigus, qu’aucune partie de l’installation n’utilise ou ne croise une voie
publique et que l’antenne n’est pas éloignée de plus de 500 mètres de l’installation de réception la plus proche, ou
b) lorsque le nombre des participants raccordés à l’installation ne dépasse pas 500, ne constitue pas une nouvelle émission de radiodiffusion.
Au demeurant, la transmission simultanée, intégrale et sans modification d’émissions radiodiffusées de la Radiodiffusion autrichienne, au moyen de fils conducteurs, sur le territoire national constitue une partie de la radiodiffusion d’origine.
17a. Lorsque les signaux porteurs de programmes sont diffusés sous forme codée, l’émission de radiodiffusion n’est réputée avoir lieu que lorsque le dispositif de décodage de l’émission a été mis à la disposition du public par l’organisme de radiodiffusion lui-même ou avec son autorisation.
17b.—1) Dans le cas de la radiodiffusion par satellite, l’acte d’exploitation réservé à l’auteur consiste en l’introduction, sous le contrôle et la responsabilité de l’organisme de radiodiffusion, de signaux porteurs de programmes dans une chaîne ininterrompue de communication conduisant au satellite et revenant vers la terre. La radiodiffusion par satellite n’a donc lieu, sous réserve de l’alinéa 2), que dans l’État dans lequel cette introduction a été effectuée.
2) Lorsque l’introduction visée à l’alinéa 1) a lieu dans un État qui n’est pas membre de l’Espace économique européen et qui n’assure pas le niveau de protection du droit de radiodiffusion par satellite prévu au chapitre II de la Directive 93/83/CEE du Conseil, du 27 septembre 1993, relative à la coordination de certaines règles du droit d’auteur et des droits connexes du droit d’auteur applicables à la radiodiffusion par satellite et à la retransmission par câble, (Journal officiel des Communautés européennes (JOCE), n° L 248 du 6 octobre 1993, p. 15, version applicable à l’Autriche en vertu de l’annexe XVII de l’Accord sur l’Espace économique européen), l’émission est réputée avoir eu lieu
1. dans l’État membre de l’Espace économique européen dans lequel est située la station à partir de laquelle les signaux porteurs de programmes sont transmis au satellite;
2. si la condition prévue au chiffre 1 n’est pas remplie, dans l’État membre de l’Espace économique européen dans lequel l’organisme de radiodiffusion qui a procédé à l’introduction visée à l’alinéa 1) a son principal établissement.
3) Dans les cas visés à l’alinéa 2), l’exploitation d’une station ou le fait de confier l’introduction décrite à l’alinéa 1) constitue une émission de radiodiffusion au sens de l’article
17.1).
Droit de récitation, de représentation ou exécution et de présentation de l’œuvre
18.—1) L’auteur jouit du droit exclusif de réciter publiquement une œuvre verbale, de représenter ou exécuter publiquement une œuvre visée à l’article 2, chiffre 2, de représenter ou exécuter publiquement une œuvre musicale, de présenter publiquement un œuvre cinématographique ou de présenter publiquement, au moyen d’appareils optiques, une œuvre d’art.
2) Aux fins du présent article, il n’est pas nécessaire de distinguer la récitation ou la représentation ou exécution directe de celle qui est effectuée à l’aide de supports visuels ou sonores.
3) Est assimilée à la récitation, à la représentation ou exécution ou à la présentation publique, la communication au public d’une œuvre radiodiffusée à l’aide d’un haut-parleur ou de tout autre dispositif technique, ainsi que la communication au public, par un tel procédé, de récitations, de représentations ou exécutions ou de présentations d’une œuvre en dehors du lieu où elles se déroulent (théâtres, salles, places, jardins, etc.).
2. Protection des intérêts moraux
Protection de la qualité d’auteur
19.—1) Si la paternité d’une œuvre est contestée ou si l’œuvre est attribuée à une autre personne qu’à son auteur, celui-ci est en droit de revendiquer la qualité d’auteur. Après sa mort, le droit à la protection de la qualité d’auteur appartient aux personnes auxquelles le droit d’auteur est passé.
2) Toute renonciation à ce droit demeure sans effet.
Désignation de l’auteur
20.—1) L’auteur a le droit de décider si l’œuvre doit porter une désignation d’auteur et laquelle.
2) Une adaptation ne doit pas porter une désignation d’auteur telle qu’elle pourrait être prise pour une œuvre originale.
3) Une reproduction d’une œuvre d’art ne doit pas porter une désignation d’auteur qui tendrait à faire croire qu’il s’agit de l’œuvre originale.
Protection de l’œuvre
21.—1) Lorsqu’une œuvre est utilisée ou reproduite aux fins de la mise en circulation d’une manière qui la rend accessible au public, le titulaire du droit d’usage ne peut pas apporter à l’œuvre, à son titre ou à la désignation de l’auteur des abréviations, adjonctions ou autres modifications, à moins que l’auteur n’y consente ou que la loi ne le lui permette. Sont licites, en particulier, les modifications que l’auteur, conformément aux habitudes et usages communément admis, ne peut pas refuser à la personne habilitée à utiliser l’œuvre, notamment les modifications exigées par le mode ou le but de l’utilisation autorisée.
2) En ce qui concerne l’exemplaire original d’une œuvre d’art, les dispositions de l’alinéa 1) s’appliquent même lorsque cet exemplaire n’est pas utilisé d’une manière qui rend l’œuvre accessible au public.
3) L’autorisation de modifier l’œuvre d’une façon non spécifiée n’empêche pas l’auteur de s’opposer à toute déformation, mutilation ou autre modification qui compromettrait gravement ses intérêts moraux.
3. Obligations incombant au propriétaire d’un exemplaire de l’œuvre
22. Le propriétaire d’un exemplaire de l’œuvre est tenu, sur demande, de rendre cet exemplaire accessible à l’auteur dans la mesure où cela est nécessaire aux fins de la reproduction de l’œuvre par celui-ci; ce faisant, l’auteur a le devoir de tenir compte de manière équitable des intérêts du propriétaire. Le propriétaire n’est pas obligé de se départir de l’œuvre au profit de l’auteur dans le but indiqué ci-dessus; de même, il n’a pas, à l’égard de l’auteur, l’obligation de veiller à la conservation de l’œuvre.
4. Transmission du droit d’auteur
23.—1) Le droit d’auteur est transmissible par succession; il peut aussi être transmis à un successeur à titre particulier en exécution d’une disposition testamentaire.
2) Le droit d’auteur d’un coauteur passe aux autres coauteurs lorsque la succession du premier n’est acceptée par personne et n’est pas non plus recueillie par l’État comme succession en
déshérence. Il en va de même lorsqu’un des coauteurs renonce à son droit d’auteur dans la mesure où cette renonciation produit des effets.
3) Mis à part les cas visés aux alinéas précédents, le droit d’auteur n’est pas transmissible.
4) Si le droit d’auteur passe à plusieurs personnes, les dispositions relatives aux coauteurs
(article 11) s’appliquent par analogie.
5. Autorisation d’utiliser l’œuvre et droit d’usage
24.—1) L’auteur est en droit d’autoriser des tiers à utiliser l’œuvre selon certains modes ou selon tous les modes d’utilisation réservés à l’auteur par les articles 14 à 18 (autorisation d’utiliser l’œuvre). De même, il peut concéder à un tiers le droit exclusif d’utiliser l’œuvre (droit d’usage).
2) L’autorisation d’utiliser une œuvre accordée avant la concession ou la cession d’un droit d’usage reste opposable au titulaire du droit d’usage, sauf convention contraire passée avec le titulaire de l’autorisation.
6. Limitation des droits des créanciers en cas d’exécution forcée
25.—1) Le droit d’exploitation n’est pas soumis à l’exécution forcée pour dette.
2) Les exemplaires de l’œuvre ne sont pas soumis à l’exécution forcée pour dette lorsque la vente de ces exemplaires porte atteinte au droit de l’auteur ou d’un titulaire du droit d’usage de mettre l’œuvre en circulation.
3) L’alinéa 2) ne s’applique pas aux exemplaires qui, au moment de la saisie exécutoire, ont été mis en gage par celui qui est en droit de les mettre en circulation, ou avec son consentement.
4) L’exécution forcée n’est pas entravée par le droit de mise en circulation lorsqu’il s’agit d’exemplaires d’œuvre d’art qui ont été préparés pour la vente par celui qui est en droit de les mettre en circulation.
5) Les moyens destinés exclusivement à la reproduction de l’œuvre (tels que moules, planches, pierres, clichés, films, etc.) qui appartiennent à une personne investie du droit de reproduction ne peuvent être soumis à l’exécution forcée pour dette que conjointement avec ce droit et comme annexe de celui-ci.
6) Il en va de même des moyens destinés exclusivement à la présentation d’une œuvre cinématographique (films, etc.) appartenant à une personne investie du droit de présentation.
Section IV
Droits d’usage
26. Il appartiendra au contrat conclu entre l’auteur et le titulaire du droit d’usage de déterminer de quelle manière, par quels moyens et dans quelles limites, dans l’espace et dans le temps, ce dernier (article 24.1), seconde phrase) peut utiliser l’œuvre. Tant que le droit d’usage produit ses effets, l’auteur lui-même est obligé de s’abstenir d’utiliser l’œuvre, tout comme une tierce personne, sans préjudice toutefois de son droit d’ester en justice en cas d’atteinte portée au droit d’auteur. Au moment où cette obligation s’éteint, le droit d’exploitation de l’œuvre reprend sa force antérieure.
Cession des droits d’usage
27.—1) Un droit d’usage sur l’œuvre est transmissible par succession et aliénable.
2) Un droit d’usage ne peut, en général, être cédé à un successeur à titre particulier qu’avec le consentement de l’auteur. Ce consentement ne peut être refusé que pour des motifs graves. Il est réputé donné lorsque l’auteur ne le refuse pas dans les deux mois qui suivent la réception de l’avis écrit du titulaire du droit d’usage ou de celui auquel ce droit doit être cédé; l’avis doit mentionner expressément cette conséquence.
3) Quiconque acquiert séparément un droit d’usage est tenu de remplir, en lieu et place du cédant, les obligations qui incombent à ce dernier en vertu du contrat conclu avec l’auteur. En ce qui concerne la rémunération due à l’auteur et l’indemnité que le cessionnaire sera tenu de payer à l’auteur en cas d’inexécution d’une obligation qui lui incombe en vertu du contrat, le cédant reste obligé envers l’auteur comme caution solidaire du cessionnaire.
4) Les accords conclus entre le cédant et le cessionnaire sans le consentement de l’auteur, qui seraient contraires aux dispositions de l’alinéa 3) et préjudiciables à l’auteur, sont dépourvus d’effets à l’égard de l’auteur.
5) L’obligation du cessionnaire d’indemniser l’auteur pour un dommage subi, du fait du cédant, avant la cession, est soumise aux dispositions du droit commun.
28.—1) Sauf convention contraire, un droit d’usage peut être cédé conjointement avec l’entreprise à laquelle il appartient, ou avec une partie de cette entreprise, sans que le consentement de l’auteur soit nécessaire.
2) Si le titulaire du droit d’usage n’est pas obligé d’exercer son droit, et si aucun accord contraire n’a été conclu avec l’auteur, les prérogatives ci-après peuvent aussi être cédées sans le consentement de l’auteur
1. le droit d’utiliser des œuvres verbales et des œuvres telles que celles décrites à l’article
2, chiffre 3, qui, ou bien sont créées sur commande du titulaire du droit d’usage et suivant ses plans, dans lesquels sont indiqués le contenu de l’œuvre et la façon de traiter le sujet, ou bien ne servent que d’auxiliaire ou d’accessoire pour une autre œuvre;
2. le droit d’utiliser des œuvres de l’art photographique (œuvres photographiques) ou des arts appliqués qui sont créées sur commande ou au service d’une entreprise industrielle et à l’intention de celle-ci.
Résiliation anticipée des contrats
29.—1) Si un droit d’usage n’est pas exercé du tout selon le but poursuivi, ou s’il l’est d’une manière si insuffisante que des intérêts importants de l’auteur s’en trouvent lésés, l’auteur, s’il n’est pas en faute, peut résilier le contrat de façon anticipée dans la mesure où celui-ci se rapporte au droit d’usage afférent à l’œuvre.
2) La résiliation ne peut être déclarée qu’après expiration, sans résultat, d’un délai équitable imparti par l’auteur au titulaire du droit d’usage. Il n’est pas nécessaire d’impartir un tel délai lorsque le titulaire du droit d’usage est dans l’impossibilité d’exercer sa prérogative, s’il refuse de l’exercer ou bien si l’octroi d’un délai met en danger des intérêts essentiels de l’auteur.
3) Il n’est pas possible de renoncer par avance et pour une période dépassant trois ans au droit de se départir du contrat sur la base des motifs visés à l’alinéa 1). N’est pas compris dans ce délai le temps pendant lequel le titulaire du droit d’usage est empêché d’utiliser l’œuvre en raison de circonstances qui sont le fait de l’auteur.
4) Une fois déclarée par l’auteur, la résiliation du contrat ne peut pas être contestée si le titulaire du droit d’usage ne refuse pas la déclaration dans les 14 jours qui suivent sa réception.
30.—1) Les dispositions de l’article 29 ne s’appliquent aux droits d’usage visés par l’article
28.2), chiffres 1 et 2, que si le titulaire du droit d’usage est tenu d’exercer son droit.
2) Les dispositions de l’article 29 n’ont pas d’incidence sur les droits permettant à l’auteur, en vertu du contrat ou de la loi, de résilier le contrat pour d’autres motifs, de se départir du contrat, ou d’en exiger l’exécution ainsi que le versement de dommages-intérêts pour cause d’inexécution.
Droits d’utiliser des œuvres futures
31.—1) Il peut aussi être disposé valablement par avance d’œuvres devant être créées.
2) Si l’auteur s’est engagé à concéder à un tiers des droits d’usage sur toutes les œuvres non déterminées, ou déterminées seulement dans leur genre, qu’il créera sa vie durant ou pendant une période dépassant cinq ans, chacune des parties contractantes peut dénoncer le contrat à l’expiration d’un délai de cinq ans à compter de sa conclusion. Il ne peut être renoncé par avance à ce droit de dénonciation. Le préavis de dénonciation est de trois mois lorsque le contrat ne prévoit pas un préavis plus court. Une fois la dénonciation effectuée, le contrat ne prend fin que pour les œuvres qui ne sont pas encore terminées au moment de l’expiration du délai de dénonciation.
3) Les dispositions de l’alinéa 2) n’ont pas d’incidence sur d’autres droits de résilier le contrat.
Faillite et concordat
32.—1) Si un tiers auquel l’auteur a concédé le droit exclusif de reproduire l’œuvre et de la mettre en circulation est soumis à la procédure concordataire ou est déclaré en faillite, l’application des dispositions qui, en matière de concordat et de faillite, se rapportent aux contrats bilatéraux non encore exécutés, n’est pas exclue par le fait que l’auteur a remis au titulaire du droit d’usage, avant l’ouverture de la procédure concordataire ou de la faillite, l’exemplaire destiné à la reproduction.
2) Si, au moment de l’ouverture de la procédure concordataire ou de la faillite, la reproduction de l’œuvre n’est pas encore commencée, l’auteur peut se départir du contrat. Le commissaire du concordat ou de la faillite fixera, sur demande du débiteur ou de l’administrateur de la masse, un délai après l’expiration duquel l’auteur ne pourra plus se départir du contrat.
Section V
Réserves en faveur de l’auteur
Règles d’interprétation
33.—1) Sauf convention contraire, la concession du droit d’utiliser une œuvre ne couvre pas les traductions ou autres adaptations; la concession du droit de reproduire une œuvre littéraire ou musicale ne couvre pas la reproduction de l’œuvre sur des supports visuels ou sonores; et la concession du droit de radiodiffuser une œuvre (article 17) n’englobe pas le droit de la fixer, pendant l’émission ou à des fins d’émission, sur des supports visuels ou sonores.
2) La cession de la propriété d’un exemplaire de l’œuvre n’implique pas, en cas de doute, la concession d’un droit d’usage ou l’octroi d’une autorisation d’utiliser l’œuvre.
Éditions d’œuvres complètes
34. L’auteur qui a concédé à un tiers le droit exclusif de reproduire et de mettre en circulation une œuvre littéraire ou musicale conserve néanmoins le droit de reproduire et de mettre l’œuvre en circulation dans une édition de ses œuvres complètes à l’expiration d’un délai de 20 ans à compter de la fin de l’année civile au cours de laquelle l’œuvre a paru. Ce droit ne peut être ni limité ni supprimé par contrat.
Réserve concernant les œuvres d’art
35. L’auteur qui a concédé à un tiers le droit exclusif de reproduire et de mettre en circulation une œuvre d’art conserve néanmoins le droit de la reproduire et de la mettre en circulation soit dans des articles traitant de l’activité artistique du créateur de l’œuvre, soit à titre d’exemple de sa production.
Contributions à des recueils
36.—1) Lorsqu’une œuvre est acceptée pour être publiée dans un recueil paraissant périodiquement (journal, revue, annuaire, almanach, etc.), l’auteur conserve le droit de reproduire et de mettre l’œuvre en circulation par ailleurs, sauf convention contraire et dans la mesure où il ne résulte pas des circonstances que le publicateur ou l’éditeur du recueil devrait acquérir, en tant que droit exclusif, le droit d’y reproduire l’œuvre et de la mettre en circulation, de sorte qu’il ne soit pas permis de reproduire ou de mettre cette œuvre autrement en circulation.
2) Lorsqu’il s’agit d’une contribution à un journal, ce droit exclusif s’éteint aussitôt après la parution de la contribution dans le journal. S’il s’agit de contributions à d’autres recueils paraissant périodiquement ou de contributions acceptées pour un recueil ne paraissant pas périodiquement et pour la cession desquelles l’auteur n’a pas droit à rémunération, ce droit exclusif s’éteint lorsqu’une année s’est écoulée à compter de la fin de l’année civile au cours de laquelle la contribution a paru dans le recueil.
37. Si le publicateur ou l’éditeur d’un recueil paraissant périodiquement accepte une œuvre comme contribution et que rien ne soit stipulé quant à l’époque à laquelle la contribution doit être reproduite dans le recueil et mise ainsi en circulation, le publicateur ou l’éditeur n’est pas, en cas de doute, tenu de procéder à la publication. Mais dans ce cas, l’auteur peut déclarer éteint le droit du publicateur ou de l’éditeur si la contribution n’a pas paru dans le recueil au cours de l’année qui suit la livraison; aucun préjudice n’est porté au droit à rémunération de l’auteur. L’article 29.4) s’applique par analogie.
Section VI
Dispositions spéciales concernant les œuvres cinématographiques produites à des fins commerciales
Producteur du film
38.—1) Les droits d’exploitation sur des œuvres cinématographiques produites à des fins commerciales appartiennent, avec la restriction formulée à l’article 39.4), au propriétaire de l’entreprise (producteur du film). Le montant de la rémunération à laquelle a droit l’auteur est réparti de manière égale entre le producteur du film et l’auteur dans la mesure où il peut être renoncé à ce droit à rémunération et qu’il n’existe pas un autre accord entre le producteur du film et l’auteur. Ces dispositions ne modifient en rien les droits d’auteur qui existent sur les œuvres utilisées pour la réalisation de l’œuvre cinématographique.
2) Sous réserve des dispositions de l’article 39.3) aucune modification ne peut être apportée à l’œuvre cinématographique, à son titre et à la désignation du producteur sans le consentement du producteur du film étant entendu que cette modification doit être licite en vertu des dispositions de l’article 21.1) appliquées par analogie au producteur du film.
3) Jusqu’à preuve du contraire, est considérée comme producteur du film la personne désignée comme telle sur les copies d’une œuvre cinématographique, de la façon usuelle, par une mention de son nom véritable, de sa raison sociale ou d’un pseudonyme ou signe d’entreprise
notoirement utilisé par elle. Il en va de même de la personne désignée de la façon précitée comme producteur du film lors de la présentation publique ou de la radiodiffusion de l’œuvre cinématographique, pour autant que l’hypothèse mentionnée dans la phrase précédente ne conduise pas à penser que le producteur du film est une autre personne.
Auteur
39.—1) Quiconque a collaboré à la réalisation d’une œuvre cinématographique produite à des fins commerciales de telle manière que la composition de l’œuvre dans son ensemble présente le caractère d’une création intellectuelle personnelle peut exiger du producteur d’être nommé comme auteur du film sur le film lui-même ainsi que dans les annonces relatives à l’œuvre cinématographique.
2) La désignation de l’auteur (alinéa 1)) doit avoir lieu dans les annonces relatives à la présentation publique et à la radiodiffusion de l’œuvre cinématographique.
3) Sous réserve de la disposition de l’article 38.2) toute modification de l’œuvre cinématographique, de son titre ou de la désignation de l’auteur est autorisée seulement avec le consentement de l’auteur, conformément à l’article 21, et nécessite le consentement des auteurs dont le nom figure dans la désignation des auteurs.
4) L’exploitation des arrangements et traductions de l’œuvre cinématographique exige, outre l’autorisation du producteur du film, celle des auteurs nommés dans la désignation des auteurs. Sauf convention contraire passée entre les auteurs et le producteur du film, cette autorisation n’est pas nécessaire pour les traductions et arrangements, y compris l’achèvement de l’œuvre cinématographique non terminée, qui, selon les habitudes et usages communément admis, sont nécessaires pour une exploitation normale de l’œuvre cinématographique et qui ne lèsent pas les intérêts moraux des auteurs de l’œuvre.
5) (Supprimé par BGBl. n° 151/1996)
Droits d’exploitation et droits d’usage
40.—1) Les droits d’exploitation appartenant au producteur du film sont transmissibles par succession et aliénables et peuvent être soumis sans restriction à l’exécution forcée. Si ces droits sont cédés à un tiers, le cessionnaire peut aussi obtenir le droit de se désigner comme le producteur de l’œuvre cinématographique. Dans ce cas, il est réputé être le producteur et bénéficie à ce titre de la protection prévue par l’article 38.2).
2) Les droits d’usage afférents à des œuvres cinématographiques produites à des fins commerciales peuvent, lorsqu’aucune convention contraire n’a été conclue avec le producteur, être cédés à un tiers sans le consentement de ce dernier.
3) Les dispositions de l’article 29 ne s’appliquent pas aux droits d’usage afférents à des œuvres cinématographiques produites à des fins commerciales.
Section VIa
Dispositions spéciales relatives aux programmes d’ordinateur
Programmes d’ordinateur
40a.—1) Les programmes d’ordinateur sont des œuvres au sens de la présente loi lorsqu’ils sont le résultat de la création intellectuelle propre à leur auteur.
2) Aux fins de la présente loi, l’expression «programme d’ordinateur» comprend toutes les formes d’expression, y compris le code machine et le matériel de conception du programme.
Salariés
40b. Lorsqu’un programme d’ordinateur est créé par un salarié dans l’exercice de ses fonctions, l’employeur a sur ce programme un droit d’usage illimité, sauf convention contraire avec l’auteur. L’employeur peut aussi dans ce cas exercer les droits énoncés aux articles 20 et 21.1); l’auteur conserve le droit de revendiquer la paternité de l’œuvre selon les dispositions de l’article
19.
Droits d’usage
40c. Les droits d’usage sur les programmes d’ordinateur peuvent être cédés à des tiers sans le consentement de l’auteur, sauf convention contraire conclue avec celui-ci. Les dispositions de l’article 29 ne s’appliquent pas aux droits d’usage sur les programmes d’ordinateur.
Libres utilisations
40d.—1) L’article 42 ne s’applique pas aux programmes d’ordinateur.
2) Les programmes d’ordinateur peuvent être reproduits et adaptés dans la mesure nécessaire pour pouvoir permettre aux personnes habilitées à les utiliser de le faire d’une manière conforme à leur destination; ils peuvent aussi être ajustés en fonction des besoins de ces dernières.
3) La personne habilitée à utiliser un programme d’ordinateur peut
1. en produire des copies de sauvegarde dans la mesure nécessaire à l’utilisation du programme;
2. observer, étudier ou tester le fonctionnement du programme, afin de déterminer les idées et principes qui sont à la base de n’importe lequel de ses éléments, lorsqu’elle effectue toute opération de chargement, d’affichage, de passage, de transmission ou de stockage du programme d’ordinateur qu’elle a le droit d’effectuer.
4) Il ne peut être valablement renoncé aux droits prévus aux alinéas 2) et 3); toutefois, la portée de l’utilisation conforme à la destination, au sens de l’alinéa 2), peut être définie par contrat.
Décompilation
40e.—1) Le code d’un programme d’ordinateur peut être reproduit et la forme de ce code peut être traduite, sous réserve que soient réunies les conditions suivantes:
1. ces actes sont indispensables pour obtenir les informations nécessaires à l’interopérabilité d’un programme créé de façon indépendante avec d’autres programmes;
2. ces actes sont accomplis par une personne ayant le droit d’utiliser une copie d’un programme d’ordinateur ou, pour son compte, par une personne habilitée à cette fin;
3. les informations nécessaires à l’interopérabilité n’ont pas déjà été rendues facilement accessibles aux personnes visées au chiffre 1; et
4. ces actes sont limités aux parties du programme nécessaires à cette interopérabilité.
2) Les informations obtenues en vertu de l’alinéa 1) ne peuvent pas être
1. utilisées à des fins autres que la réalisation de l’interopérabilité du programme d’ordinateur créé de façon indépendante;
2. communiquées à des tiers, sauf dans la mesure nécessaire à l’interopérabilité du programme d’ordinateur créé de façon indépendante;
3. utilisées pour la mise au point, la reproduction ou la mise en circulation d’un programme d’ordinateur dont l’expression est fondamentalement similaire, ou pour tout autre acte portant atteinte au droit d’auteur.
3) Il ne peut être valablement renoncé au droit de décompilation (alinéa 1)).
Section VIb
Dispositions spéciales relatives aux bases de données
Bases de données et œuvres constituant des bases de données
40f.—1) Les «bases de données» sont, au sens de la présente loi, des recueils d’œuvres, de données ou d’autres éléments indépendants, disposés de manière systématique ou méthodique et individuellement accessibles par des moyens électronique ou d’une autre manière. Les programmes d’ordinateur qui servent à la constitution ou à l’exploitation d’une base de données consultable par voie électronique ou autres moyens ne sont pas réputés faire partie de la base en question.
2) Les bases de données sont protégées en tant que recueils (article 6) par le droit d’auteur lorsqu’elles sont le résultat d’un choix ou d’un agencement d’éléments attestant d’une création intellectuelle particulière (œuvres constituant des bases de données).
3) Les articles 40b et 40c s’appliquent par analogie aux œuvres constituant des bases de données.
Droit de communication
40g. L’auteur a le droit exclusif de communiquer au public une base de données.
Libres utilisations
40h.—1) L’article 42.1) s’applique aux bases de données dont les éléments sont individuellement accessibles par des moyens électroniques, sous réserve que cet usage personnel soit effectué à des fins de recherche scientifique et ne serve pas des objectifs commerciaux et que la source soit indiquée.
2) L’article 42.3) s’applique aux bases de données sous réserve que la reproduction ne serve pas des objectifs commerciaux et que la source soit indiquée.
3) La personne ayant le droit d’utiliser une base de données ou une partie d’une base de données peut procéder aux actes d’exploitation normalement réservés à l’auteur lorsque ceux-ci sont indispensables à la consultation du contenu de la base de données ou d’une partie de celle-ci, ou dans la mesure nécessaire à son utilisation d’une manière conforme à sa destination. Il ne peut être valablement renoncé à ce droit; toutefois, la portée de l’utilisation conforme à la destination peut être définie par contrat.
Section VII
Restrictions apportées aux droits d’exploitation
1. Libres utilisations de l’œuvre
Libres utilisations de l’œuvre dans l’intérêt de la justice et de l’administration
41. L’utilisation d’une œuvre dans la procédure probatoire devant les tribunaux ou devant d’autres autorités, ainsi que pour l’administration de la justice pénale et pour la sécurité publique, n’est pas entravée par le droit d’auteur.
Reproduction pour usage personnel
42.—1) Chacun peut, pour son usage personnel, confectionner des exemplaires isolés d’une œuvre.
2) Ne constitue pas une reproduction pour l’usage personnel, sous réserve des alinéas 3) et 4), la reproduction visant à rendre l’œuvre accessible au public. Les exemplaires confectionnés pour l’usage personnel ne doivent pas servir à rendre l’œuvre accessible au public.
3) Les écoles et les établissements d’enseignement supérieur ont le droit, aux fins de l’enseignement, de confectionner et de distribuer auprès des élèves d’une classe ou d’un cours particulier, dans la mesure autorisée, le nombre d’exemplaires nécessaire (reproduction pour l’usage scolaire). L’autorisation de reproduction pour l’usage scolaire ne s’applique pas aux œuvres qui, de par leur nature et leur dénomination, sont destinées à l’enseignement.
4) Les institutions accessibles au public qui collectionnent des œuvres sont autorisées, dans la mesure où elles ne le font pas à des fins commerciales (reproduction de collections pour usage personnel),
1. à confectionner un exemplaire de certaines œuvres; cet exemplaire peut être mis en devanture (article 16.2)), prêté (article 16a) et utilisé conformément à l’article 56b dans les mêmes conditions que l’œuvre ayant fait l’objet de la reproduction;
2. à confectionner des exemplaires isolés d’œuvres rendues publiques mais qui n’ont pas paru et qui ne sont pas non plus épuisées; tant que l’œuvre n’a pas paru et n’est pas non plus épuisée, ces exemplaires peuvent être mis en devanture (article 16.2)), prêtés conformément à l’article 16a et utilisés conformément à l’article 56b.
5) Les reproductions ci-après sont toujours soumises à l’autorisation du titulaire:
1. la reproduction, dans leur intégralité, de livres ou de revues, pour autant qu’elle ne soit pas réalisée par copie manuscrite, qu’elle concerne une œuvre qui n’a pas encore paru ou dont l’édition est épuisée ou dans les conditions prévues à l’alinéa 4), chiffre 1; cette disposition s’applique aussi lorsque le support de reproduction n’est pas un livre ou une revue mais une reproduction d’un livre ou d’une revue confectionnée par un procédé quelconque;
2. la construction d’une œuvre architecturale d’après un plan ou un projet ou la réédification d’une telle œuvre.
42a. Sur commande, des exemplaires isolés peuvent aussi être confectionnés à titre gratuit, pour l’usage personnel d’un tiers. Toutefois, une telle reproduction est licite contre rémunération
1. lorsqu’elle a lieu à l’aide d’un procédé reprographique ou de tout autre procédé analogue,
2. lorsqu’elle est réalisée par copie manuscrite dans le cas d’une œuvre littéraire ou musicale.
42b.—1) Si, en raison de la nature d’une œuvre radiodiffusée ou fixée sur un support visuel ou sonore fabriqué dans un but commercial, on peut s’attendre à ce que celle-ci soit reproduite pour l’usage personnel par fixation sur un support visuel ou sonore, l’auteur a droit à une rémunération équitable (rémunération au titre des cassettes vierges) lorsque du matériel d’enregistrement est mis en circulation contre paiement sur le territoire national à des fins commerciales; sont réputés constituer du matériel d’enregistrement les supports visuels ou sonores vierges conçus aux fins d’une telle reproduction ainsi que d’autres supports visuels ou sonores destinés à cet usage.
2) Si, en raison de la nature d’une œuvre, on peut s’attendre à ce qu’elle soit reproduite pour l’usage personnel par un procédé reprographique ou un procédé analogue, l’auteur a droit à une rémunération équitable (rémunération au titre de la reprographie)
1. lorsqu’un appareil qui, en raison de sa nature, est destiné à cet usage (appareil de reproduction), a été mis en circulation contre paiement sur le territoire national à des fins commerciales (rémunération pour l’appareil), ou
2. lorsqu’un appareil de reproduction est utilisé dans des écoles, des établissements d’enseignement supérieur, des instituts d’enseignement professionnel, d’enseignement spécialisé ou de formation continue, des instituts de recherche, des bibliothèques publiques et des instituts qui tiennent à disposition, contre paiement, des appareils de reproduction (rémunération au titre de l’exploitation).
3) Les rémunérations ci-après doivent être versées par les personnes suivantes:
1. la rémunération au titre des cassettes vierges ou pour l’appareil doit être versée par celui qui a mis en circulation contre paiement pour la première fois le matériel d’enregistrement ou l’appareil de reproduction sur le territoire national à des fins commerciales; la personne qui met en circulation à des fins commerciales sur le territoire national le matériel d’enregistrement ou l’appareil de reproduction contre paiement, mais qui n’est pas la première à le faire, doit garantie de la rémunération équitable; sont exonérées du paiement de la rémunération au titre des cassettes vierges les personnes qui, en un semestre, achètent des supports sonores ne représentant pas plus de 5000 heures d’écoute et des supports visuels ne représentant pas plus de 10 000 heures;
2. la rémunération au titre de l’exploitation doit être payée par la personne qui exploite l’appareil de reproduction.
4) Pour déterminer le montant de la rémunération, il convient de prendre en considération notamment les éléments suivants:
1. en ce concerne la rémunération au titre des cassettes vierges, la durée d’écoute;
2. en ce qui concerne la rémunération pour l’appareil, la capacité de l’appareil;
3. en ce qui concerne la rémunération au titre de l’exploitation, la nature et le volume de l’utilisation de l’appareil de reproduction auxquels on peut s’attendre compte tenu de circonstances telles que, notamment, la nature de l’exploitation, l’emplacement de l’appareil et son usage habituel.
5) Les sociétés de gestion collective sont seules habilitées à faire valoir les droits découlant des alinéas 1) et 2).
6) Les sociétés de gestion collective doivent rembourser la rémunération équitable
1. à celui qui exporte du matériel d’enregistrement ou un appareil de reproduction avant sa vente au dernier utilisateur;
2. à celui qui utilise du matériel d’enregistrement aux fins d’une reproduction qui n’est pas destinée à un usage personnel, à moins qu’il ne s’agisse d’une libre utilisation; l’apport d’un élément de preuve vraisemblable suffit.
Comptes rendus d’actualités
42c. Pour les comptes rendus d’actualités, les œuvres qui peuvent être vues ou entendues du public au cours des événements rapportés peuvent, dans la mesure justifiée par le but d’information à atteindre, être reproduites, mises en circulation, radiodiffusées et utilisées pour des récitations, représentations ou exécutions et présentations publiques.
Libres utilisations des œuvres littéraires
43.—1) Les discours prononcés devant une assemblée compétente pour traiter des affaires publiques ou au cours de la procédure devant les tribunaux ou devant d’autres autorités ainsi que les discours politiques tenus en public peuvent être reproduits, mis en circulation, publiquement récités ou radiodiffusés en vue d’un compte rendu.
2) Lorsqu’un discours de cette nature a été fixé sur support sonore, il ne peut être mis en circulation qu’avec l’autorisation de l’auteur.
3) La reproduction et la mise en circulation des discours visés à l’alinéa 1), sous la forme de recueils de telles œuvres, sont réservées à l’auteur.
44.—1) Les articles isolés, de journaux ou de revues, qui traitent de questions d’actualité économique, politique ou religieuse peuvent être reproduits et mis en circulation dans d’autres revues ou journaux. Mais cette règle ne s’applique pas lorsque la reproduction est expressément interdite. Pour qu’une telle interdiction existe, il suffit d’une mention de réserve des droits apposée auprès de l’article ou en tête du journal ou de la revue.
2) Les articles d’un journal ou d’une revue, qui peuvent être reproduits en vertu de l’alinéa 1), peuvent aussi être récités publiquement et radiodiffusés.
3) Les rapports de presse qui constituent de simples communiqués (nouvelles diverses, faits du jour) ne bénéficient pas de la protection par le droit d’auteur. L’article 79 s’applique à ces rapports de presse.
45.—1) Des œuvres verbales isolées ou des œuvres du genre mentionné à l’article 2, chiffre 3, peuvent, une fois parues, être reproduites et mises en circulation dans des proportions justifiées par le but à atteindre,
1. dans un recueil contenant les œuvres de plusieurs auteurs et qui, d’après sa nature et sa dénomination, est destiné aux églises, aux écoles ou à l’enseignement; une œuvre du genre mentionné à l’article 2, chiffre 3, ne peut être insérée dans un tel recueil que pour en éclairer le contenu;
2. dans une œuvre qui, d’après sa nature et sa dénomination, est destinée à l’usage des écoles et vise à en éclairer le contenu.
2) De même, les œuvres verbales déjà parues peuvent être utilisées, dans des proportions justifiées par le but à atteindre, pour les émissions de radiodiffusion déclarées d’utilisation licite dans les écoles par l’autorité scolaire, et qui sont désignées par le terme de «Schulfunk» [émissions de radiodiffusion scolaire].
3) L’auteur a droit à une rémunération équitable pour la reproduction et la mise en circulation visées à l’alinéa 1) et la radiodiffusion visée à l’alinéa 2). Ce droit ne peut être exercé que par l’intermédiaire d’une société de gestion collective.
46. Sont licites la reproduction, la mise en circulation ainsi que la récitation publique et la radiodiffusion:
1. si des passages isolés d’une œuvre verbale publiée sont cités;
2. si des œuvres verbales isolées ou des œuvres mentionnées à l’article 2, chiffre 3, sont insérées, après leur parution et dans des proportions justifiées par le but à atteindre, dans une œuvre scientifique constituant, elle, l’essentiel; une œuvre du genre mentionné à l’article 2, chiffre 3, ne peut être insérée dans un tel ouvrage que pour en éclairer le contenu.
47.—1) Des fragments d’une œuvre verbale ou de telles œuvres lorsqu’elles sont de peu d’étendue peuvent, après leur parution, être reproduites, mises en circulation, publiquement récitées ou radiodiffusées comme texte d’une œuvre musicale créée pour leur servir de partition, et conjointement avec cette œuvre.
2) Toutefois, l’auteur de l’œuvre verbale ainsi mise en musique a droit à une part équitable de la rémunération que le titulaire du droit exclusif d’exécution ou de radiodiffusion afférent à l’œuvre musicale reçoit en échange de l’autorisation donnée d’exécuter publiquement ou de radiodiffuser cette œuvre, conjointement avec l’œuvre mise en musique.
3) L’alinéa 1) ne s’applique ni à la reproduction, ni à la mise en circulation d’œuvres verbales lorsque cette reproduction ou cette mise en circulation a lieu au moyen de supports sonores.
4) En outre, l’alinéa 1) ne s’applique pas davantage aux œuvres verbales qui sont, d’après leur nature, destinées à la mise en musique, telles que textes d’oratorios, d’opéras, d’opérettes et de comédies à ariettes [Singspiele], ni aux œuvres verbales déjà parues comme texte d’une œuvre musicale avec une mention de réserve excluant l’application de l’alinéa 1).
48. Des fragments d’une œuvre verbale et des œuvres verbales de peu d’étendue qui ont été mis en musique peuvent, après leur parution, être également reproduits et mis en circulation*** indépendamment de la composition musicale
1. pour l’usage des auditeurs qui assistent sur le lieu de l’exécution à une audition directe et personnelle des œuvres réunies, à condition que cette destination soit indiquée;
2. dans des programmes où la radiodiffusion des œuvres réunies est annoncée;
3. dans des inscriptions apposées sur des supports sonores ou sur des annexes de tels supports; ceux-ci ne doivent pas être confectionnés en violation d’un droit exclusif de reproduire et mettre en circulation les œuvres qui y sont enregistrées, les annexes devant être qualifiées de telles.
49. Abrogé.
50.—1) Est licite la récitation publique d’une œuvre verbale déjà parue à condition que les auditeurs ne paient aucune entrée ni ne versent une autre rémunération, que la récitation ne soit pas effectuée à des fins commerciales quelles qu’elles soient ou que le produit en soit exclusivement destiné à des fins de bienfaisance.
*** Dans le texte codifié allemand fourni par les autorités autrichiennes le texte suivant figure à la fin de l'article 48:
«2. Pour la définition de l’expression «misse en circulation», voir l’article 16.» (N.d.l.r.).
2) Cette disposition ne s’applique toutefois pas lorsque les artistes interprètes ou exécutants touchent une rétribution; elle ne s’applique pas davantage lorsque la récitation est faite à l’aide d’un support sonore qui a été fabriqué ou mis en circulation en violation d’un droit exclusif de reproduire ou de mettre en circulation l’œuvre verbale qui s’y trouve fixée.
Libres utilisations des œuvres musicales
51.—1) Des œuvres musicales isolées peuvent, après leur parution sous forme de notations, être reproduites et mises en circulation, dans des proportions justifiées par le but à atteindre, dans une œuvre qui, par sa nature et sa dénomination, est destinée à l’usage scolaire
1. lorsque, aux fins de l’enseignement du chant, elles sont incorporées dans une collection réunissant les œuvres de plusieurs auteurs, ou
2. lorsqu’elles visent à en éclairer le contenu.
2) L’auteur a droit à une rémunération équitable pour la reproduction et la mise en circulation visées à l’alinéa 1). Ce droit ne peut être exercé que par l’intermédiaire d’une société de gestion collective.
52. Sont licites la reproduction et la mise en circulation ainsi que l’exécution publique et la radiodiffusion
1. de passages isolés d’une œuvre musicale parue lorsqu’ils sont cités dans une œuvre musicale nouvelle et indépendante;
2. de passages isolés d’une œuvre musicale publiée lorsqu’ils sont cités dans un travail littéraire;
3. d’œuvres musicales isolées, parues, lorsqu’elles sont insérées, dans des proportions justifiées par le but à atteindre, dans une œuvre scientifique constituant, elle, l’essentiel.
53.—1) Est licite l’exécution publique d’une œuvre musicale parue
1. lorsque l’exécution a lieu à l’aide d’orgues de barbarie, de boîtes à musique ou d’autres supports sonores dont la description répond à celle figurant à l’article 15.3), qui ne peuvent pas être utilisés de telle sorte que l’œuvre puisse être reproduite grâce à eux à la façon d’une exécution personnelle;
2. lorsque l’œuvre est exécutée au cours d’une cérémonie religieuse ou civile ou dans le cadre du service militaire et que les auditeurs sont admis sans avoir à payer un droit d’entrée;
3. lorsque les auditeurs ne paient aucun droit d’entrée ni ne versent une autre rémunération et que l’exécution n’est pas effectuée à des fins commerciales quelles qu’elles soient ou que le produit en est exclusivement destiné à des fins de bienfaisance;
4. lorsque l’exécution est assumée par un orchestre ou un chœur composé de musiciens non professionnels, orchestre dont l’existence, selon un certificat établi par le gouvernement régional compétent, est voué au culte des traditions populaires et dont les membres ne prêtent pas leur concours afin de réaliser un gain et que, au cours de cette exécution, on joue, au moins dans une mesure très largement prépondérante, de la musique du folklore national ou de la musique tombée dans le domaine public du fait de l’expiration du délai de protection, ou des arrangements d’une musique tombée dans le domaine public du fait de l’expiration du délai de protection; toutefois, dans les communes de plus de 2500 habitants, l’exécution ne doit pas avoir lieu dans le cadre de l’activité d’une entreprise poursuivant un but lucratif et, dans les communes comptant jusqu’à 2500 habitants, l’exécution dans le cadre de l’activité d’une telle entreprise
n’est permise que si d’autres locaux appropriés ne sont pas à disposition et que le bénéfice net n’est pas réservé à l’entreprise à but lucratif.
2) Les dispositions de l’alinéa 1), chiffres 1 à 3, ne s’appliquent pas lorsque l’exécution a lieu à l’aide d’un support sonore qui a été fabriqué ou mis en circulation en violation d’un droit exclusif de reproduire ou de mettre en circulation l’œuvre qui y est fixée; en outre, les dispositions de l’alinéa 1), chiffre 3, ne s’appliquent pas lorsque ceux qui prêtent leur concours à l’exécution reçoivent une rémunération.
3) Les dispositions de l’alinéa 1) ne s’appliquent ni aux représentations théâtrales d’un opéra ou d’une autre œuvre musicale associée à une œuvre littéraire, ni à l’exécution d’une œuvre musicale associée à une œuvre cinématographique ou à un autre produit cinématographique.
Libres utilisations des œuvres d’art
54.—1) Il est licite
1. de reproduire et de mettre en circulation des œuvres d’art d’après des exemplaires appartenant à demeure à une collection publique dans des listes publiées par le propriétaire de la collection pour les visiteurs;
2. s’agissant d’œuvres d’art rendues publiques, de reproduire et de mettre en circulation de telles œuvres, d’après des exemplaires qui doivent être vendus aux enchères ou qui sont offerts à la vente d’autres manières, étant entendu que cette reproduction et cette mise en circulation doivent être effectuées dans des listes des exemplaires offerts à la vente ou dans des prospectus analogues; toutefois, ces prospectus ne peuvent être mis en circulation par le publicateur que gratuitement ou à un prix qui ne dépasse pas le prix de revient;
3. de reproduire et de mettre en circulation des œuvres d’art isolées, déjà parues, dans une œuvre verbale qui est, d’après sa nature et sa dénomination, destinée à l’usage scolaire ou de l’enseignement, étant entendu que cette reproduction et cette mise en circulation doivent uniquement tendre à en éclairer le contenu ou, s’il s’agit d’un manuel scolaire, qui est destiné à l’éducation artistique de la jeunesse;
3a. de reproduire et de mettre en circulation des œuvres d’art isolées, déjà parues, dans une œuvre scientifique constituant, elle, l’essentiel;
4. de présenter au public, à l’aide d’appareils optiques, des œuvres d’art rendues publiques au cours d’une conférence scientifique ou pédagogique constituant, elle, l’essentiel, à la seule fin d’en éclairer le contenu, et de confectionner les exemplaires nécessaires à cette présentation;
5. de reproduire, mettre en circulation, présenter au public à l’aide d’appareils optiques et radiodiffuser des œuvres d’architecture d’après une construction exécutée, ou d’autres œuvres d’art d’après des exemplaires se trouvant à demeure dans un endroit servant à la circulation du public; sont exceptées la réédification des œuvres d’architecture, la reproduction d’une œuvre de peinture ou des arts graphiques, lorsque cette reproduction est faite en vue d’être installée à demeure dans un endroit du genre précité, ainsi que la reproduction des œuvres plastiques par la plastique.
2) L’auteur a droit à une rémunération équitable pour la reproduction et la mise en circulation visées à l’alinéa 1), chiffre 3. Ce droit ne peut être exercé que par l’intermédiaire d’une société de gestion collective.
55.—1) S’agissant du portrait d’une personne effectué sur commande, et sauf convention contraire, le commettant et ses héritiers, ainsi que la personne représentée et, après sa mort, ses
parents en ligne directe et son conjoint survivant, peuvent faire des photographies isolées dudit portrait ou en faire faire par un tiers, même contre rémunération.
2) Toutefois, l’alinéa 1) ne s’applique aux portraits qui ont été exécutés par un procédé d’impression, un procédé photographique ou un procédé analogue à la photographie, que si les personnes visées à l’alinéa 1) ne peuvent absolument pas obtenir de l’ayant droit d’autres exemplaires de l’œuvre confectionnés par ce procédé ou ne peuvent se les procurer qu’au prix de difficultés exceptionnelles.
3) Les exemplaires dont la confection est licite en vertu des alinéas 1) et 2) peuvent être mis en circulation gratuitement.
Utilisation d’enregistrements visuels ou sonores et d’émissions de radiodiffusion dans certaines entreprises commerciales
56.—1) Les entreprises commerciales qui ont pour objet la confection, la vente ou la réparation d’enregistrements visuels ou sonores ou de dispositifs destinés à leur confection ou à leur usage peuvent enregistrer des récitations, représentations ou exécutions et présentations d’œuvres sur des supports visuels ou sonores et utiliser ces enregistrements pour des récitations, représentations ou exécutions et présentations publiques des œuvres ainsi fixées dans la mesure nécessaire pour présenter à la clientèle ces supports visuels ou sonores ou les dispositifs destinés à leur confection ou à leur usage, ou pour contrôler leur bon fonctionnement.
2) Il en va de même de l’utilisation d’émissions de radiodiffusion en vue de la communication au public d’une œuvre au moyen d’un haut-parleur ou de toute autre installation technique dans les entreprises commerciales qui ont pour objet la fabrication, la vente ou la réparation d’appareils récepteurs.
3) L’alinéa 1) ne s’applique pas aux supports visuels ou sonores qui ont été confectionnés ou mis en circulation en violation d’un droit exclusif de reproduire et de mettre en circulation l’œuvre qui y est fixée.
Cession de supports visuels ou sonores à des institutions fédérales en charge des moyens de communication audiovisuels
56a.—1) Les supports visuels ou sonores sur lesquels est fixée une œuvre publique peuvent être mis en circulation par la cession à des institutions fédérales en charge des moyens de communication audiovisuels (article 30a de la loi sur l’organisation de la recherche, BGBl. n°
341/1981). Aux fins de cette cession, les supports visuels ou sonores peuvent faire aussi l’objet d’une reproduction.
2) L’alinéa 1) ne s’applique pas aux supports visuels ou sonores qui ont été confectionnés ou mis en circulation en violation d’un droit exclusif de reproduire et de mettre en circulation l’œuvre qui y est fixée.
Utilisation de supports visuels ou sonores dans les bibliothèques
56b.—1) Les institutions accessibles au public (bibliothèques, collections de supports visuels ou sonores, etc.) peuvent utiliser, lorsqu’il n’y a pas plus de deux visiteurs, des supports visuels ou sonores pour des récitations, représentations ou exécutions et présentations publiques des œuvres qui y sont fixées pour autant que le but poursuivi ne soit pas commercial. L’auteur a alors droit à une rémunération équitable. Ce droit ne peut être exercé que par l’intermédiaire d’une société de gestion collective.
2) L’alinéa 1) ne s’applique pas aux supports visuels ou sonores qui ont été confectionnés ou mis en circulation en violation d’un droit exclusif de reproduire et de mettre en circulation l’œuvre qui y est fixée.
Communication au public dans le cadre de l’enseignement
56c.—1) Les écoles et les établissements d’enseignement supérieur peuvent, aux fins de l’enseignement et dans des proportions justifiées par le but à atteindre, représenter ou exécuter auprès du public des œuvres cinématographiques et les œuvres musicales qui y sont associées; seuls les établissements de l’enseignement supérieur ont le droit de présenter des longs métrages.
2) L’auteur a droit à une rémunération équitable pour la représentation ou exécution publique visée à l’alinéa 1). Ce droit ne peut être exercé que par l’intermédiaire d’une société de gestion collective.
3) Les alinéas 1) et 2) ne s’appliquent pas
1. aux œuvres cinématographiques qui, d’après leur nature et leur dénomination, sont destinées à l’usage des écoles ou de l’enseignement;
2. aux supports visuels ou sonores qui ont été confectionnés ou mis en circulation en violation d’un droit exclusif de reproduire et de mettre en circulation l’œuvre qui y est fixée.
Communication au public dans les hôtels
56d.—1) Les hôteliers peuvent représenter ou exécuter publiquement des œuvres cinématographiques à l’intention de leurs hôtes lorsque
1. il s’est découlé au moins deux années depuis la sortie de l’œuvre cinématographique sur le territoire national, en allemand ou dans une langue d’un groupe ethnique reconnu en Autriche;
2. la représentation ou exécution de l’œuvre cinématographique se fait à l’aide d’un support visuel ou sonore confectionné à des fins commerciales et dont la mise en circulation est licite en vertu des dispositions de l’article 16.3); et
3. les spectateurs ne paient aucun droit d’entrée.
2) L’auteur a droit à une rémunération équitable pour la représentation ou exécution publique visée à l’alinéa 1). Ce droit ne peut exercé que par l’intermédiaire d’une société de gestion collective.
Protection des intérêts moraux en cas de libres utilisations de l’œuvre
57.—1) Le caractère licite de raccourcissements, additions ou autres modifications visant l’œuvre elle-même, son titre ou la désignation de l’auteur doit être aussi apprécié, conformément à l’article 21, pour les libres utilisations de l’œuvre. Le sens et la nature de l’œuvre utilisée ne doivent en aucun cas subir d’altération.
2) Si des passages d’une œuvre sont reproduits conformément à l’article 46, chiffre 1, ou à l’article 52, chiffre 1, d’une autre manière que sur un support visuel ou sonore, ou si une œuvre est, dans sa totalité ou en partie, reproduite en vertu des articles 45, 46, chiffre 2, 47, 48, 51, 52, chiffres
2 ou 3, ou 54, chiffres 1 à 3, la source doit toujours être indiquée clairement. L’indication de la source doit contenir le titre et la désignation de l’auteur de l’œuvre utilisée, conformément aux dispositions de l’article 21.1). Lorsque des fragments isolés d’œuvres verbales sont utilisés de manière licite, conformément à l’article 45, dans des manuels scolaires, le titre de l’œuvre utilisée ne doit être indiqué que si cette dernière ne porte pas le nom véritable ou le pseudonyme de l’auteur. Si des passages ou des parties d’œuvres verbales sont reproduits conformément à l’article
46, ils doivent être désignés avec suffisamment de précision dans l’indication de la source pour pouvoir être retrouvés aisément dans l’œuvre utilisée. Si, dans le cas d’une reproduction licite conformément à l’article 46, l’œuvre utilisée est empruntée à un recueil, il faut aussi mentionner
celui-ci; l’indication du titre de l’œuvre peut alors être remplacée par une référence renvoyant à l’endroit en question dans le recueil.
3) Dans les cas visés à l’article 44.1) et 2), il est nécessaire d’indiquer dans la source, outre le nom ou le pseudonyme de l’auteur de l’article, le journal ou la revue auquel l’article est emprunté; si un autre journal ou une autre revue est indiqué comme source, il est nécessaire d’indiquer clairement ledit journal ou ladite revue. Si l’indication du journal ou de la revue est omise, le publicateur ou, si ce dernier n’est pas nommé, l’éditeur a les mêmes droits qu’un auteur dans le cas d’une omission illicite de sa désignation en qualité d’auteur.
4) Les habitudes et usages communément admis serviront à apprécier si et dans quelle mesure l’indication de la source peut être omise dans des cas de libre utilisation de l’œuvre autres que ceux qui sont visés aux alinéas 2) et 3).
2. Obligation d’accorder une autorisation en ce qui concerne les phonogrammes
58.—1) Si le titulaire du droit a autorisé un tiers à enregistrer une œuvre musicale sur des supports sonores et à la mettre en circulation par cette voie, chaque producteur de tels supports peut, dès que l’œuvre a paru, lui demander une autorisation d’usage identique moyennant le paiement d’une redevance équitable; cette règle s’applique lorsque le producteur a son domicile ou son principal établissement à l’étranger, sans préjudice des traités internationaux, mais seulement à la condition que les producteurs ayant leur domicile ou leur principal établissement sur le territoire national bénéficient dans l’autre État d’un traitement à peu près équivalent et en tout cas égal à celui dont bénéficient les producteurs ayant leur domicile ou leur principal établissement dans cet État. Cette réciprocité est considérée comme assurée lorsqu’elle a été établie dans un avis du Ministre fédéral de la justice au vu de la situation juridique qui prévaut dans l’État considéré. Les autorités compétentes peuvent en outre conclure avec d’autres États des accords de réciprocité lorsque cela paraît indiqué pour la sauvegarde des intérêts des producteurs autrichiens de phonogrammes. L’autorisation d’utiliser l’œuvre est valable uniquement pour la reproduction sur des supports sonores et leur mise en circulation sur le territoire national et pour l’exportation vers les États dans lesquels l’auteur ne bénéficie d’aucune protection contre la reproduction et la mise en circulation de l’œuvre sur de tels supports.
2) L’alinéa 1) s’applique par analogie aux œuvres verbales qui sont, comme telles, associées à une œuvre musicale lorsque le titulaire du droit a autorisé une autre personne à reproduire l’œuvre verbale ainsi associée à une œuvre musicale sur des supports sonores et de mettre en circulation les phonogrammes correspondants.
3) Sont compétents pour connaître des actions tendant à l’obtention de l’autorisation prévue aux alinéas 1) et 2) les tribunaux du premier arrondissement de Vienne lorsque le défendeur n’a pas de for ordinaire sur le territoire national.
4) L’application des dispositions des alinéas 1) et 2) ne s’étend pas aux moyens qui servent à la reproduction simultanée et renouvelable d’œuvres destinées à être vues et entendues (supports visuels ou sonores).
3. Utilisation d’émissions de radiodiffusion
59. Les émissions de radiodiffusion d’œuvres verbales ainsi que d’œuvres musicales peuvent être utilisées, à l’aide de haut-parleurs, pour des récitations et des exécutions publiques des œuvres radiodiffusées lorsque l’organisateur d’une telle communication au public y a été autorisé par la société de gestion collective compétente (article 3 de la loi sur les sociétés de gestion collective, BGBl. n° 112/1936). La société de gestion collective doit répartir la redevance afférente à telles autorisations de la même manière que la redevance qu’elle perçoit de l’administration publique des
télégraphes qui assume le service général de radiodiffusion en échange de l’autorisation de radiodiffuser des œuvres verbales ou musicales.
59a.—1) Seules les sociétés de gestion collective peuvent faire valoir le droit d’utiliser des émissions de radiodiffusion d’œuvres, y compris par satellite, pour une retransmission simultanée, intégrale et sans modification au moyen de fils conducteurs; cette règle ne s’applique toutefois pas au droit d’ester en justice en cas d’atteinte au droit d’auteur.
2) Les émissions de radiodiffusion peuvent être utilisées pour une retransmission au sens de l’alinéa 1) lorsque l’organisme chargé de la retransmission a obtenu l’autorisation de la société de gestion collective compétente (article 3 de la loi sur les sociétés de gestion collective, BGBl. n°
112/1936). S’agissant de cette autorisation, les auteurs qui n’ont conclu aucun contrat de gestion avec la société de gestion collective et dont les droits ne sont pas défendus non plus en vertu d’un contrat de réciprocité passé avec une société de gestion collective étrangère, ont les mêmes droits et devoirs que les ayants droit de la société de gestion collective.
3) Les alinéas 1) et 2) ne s’appliquent toutefois pas lorsque l’organisme de radiodiffusion dont l’émission est retransmise jouit du droit de retransmission au sens de l’alinéa 1).
4. Retransmission de programmes par satellite
59b.—1) Lorsqu’un contrat d’autorisation de retransmission au sens de l’article 59a n’aboutit pas, chacune des parties intéressées peut demander une aide à l’instance d’arbitrage (article III de la loi d’amendement de 1980 de la loi sur le droit d’auteur). L’instance d’arbitrage peut soumettre des propositions aux parties. Ces propositions sont réputées acceptées par les parties lorsqu’aucune d’entre elles ne formule d’objection dans un délai de trois mois.
2) Lorsqu’un contrat d’autorisation d’une retransmission au sens de l’article 59a.1) n’aboutit pas uniquement parce que la société de gestion collective ou l’organisme de radiodiffusion autorisé (article 59a.3)) ne s’est pas engagé en toute bonne foi dans les négociations ou a paralysé ou entravé celles-ci sans motif valable, l’organisme de radiodiffusion chargé de la retransmission a le droit de demander l’octroi d’une autorisation dans des conditions équitables.
Section VIII
Durée du droit d’auteur
Œuvres littéraires, musicales et œuvres d’art
60. Le droit d’auteur sur les œuvres littéraires, musicales et les œuvres d’art dont l’auteur (article 10.1)) est désigné de l’une des façons qui, aux termes de l’article 12, sert de présomption à la qualité d’auteur, prend fin 70 ans après la mort de l’auteur (article 10.1)). En ce qui concerne les œuvres auxquelles ont collaboré plusieurs auteurs (article 11), le droit d’auteur prend fin 70 ans après le décès du dernier des coauteurs (article 10.1)).
61. Le droit d’auteur sur les œuvres dont l’auteur (article 10.1)) n’est pas désigné de l’une des façons qui, aux termes de l’article 12, sert de présomption à la qualité d’auteur, prend fin 70 ans après la création des œuvres. Lorsque l’œuvre est publiée avant l’expiration de ce délai, le droit d’auteur prend fin 70 ans après la publication.
Registre des auteurs
61a. Dans le délai prévu à l’article 61, le nom véritable de l’auteur (article 10.1)) peut être déclaré par lui-même ou par les personnes qui héritent de son droit d’auteur après sa mort, afin d’être inscrit au Registre des auteurs tenu par le Ministre fédéral de la justice. À la suite de cette déclaration, le délai de protection doit être calculé conformément à l’article 60.
61b.—1) La déclaration doit être faite par écrit. Chaque déclaration doit indiquer la nature et le titre de l’œuvre ou son autre désignation, les date, lieu et mode de publication, les désignations de l’auteur utilisées jusque-là, le nom et le prénom de l’auteur (article 10.1)) ainsi que les nom, prénom, profession et domicile du déclarant. Une déclaration peut porter sur plusieurs œuvres attribuées au même auteur.
2) L’enregistrement est effectué par le Ministre fédéral de la justice sans vérification des titres du déclarant ni de l’exactitude des faits déclarés. Il doit de toute façon contenir les indications prescrites dans l’alinéa 1). Si la déclaration indique aussi la date et le lieu de naissance de l’auteur ou celle de son décès, ou bien sa nationalité, ces indications doivent aussi être enregistrées.
61c.—1) L’enregistrement est publié aux frais du déclarant dans l’Amtsblatt zur Wiener
Zeitung.
2) Chacun peut consulter le Registre des auteurs et en demander des extraits certifiés conformes ainsi que l’établissement d’un certificat attestant qu’une œuvre déterminée n’est pas inscrite au registre.
Œuvres cinématographiques
62. Le droit d’auteur sur les œuvres cinématographique prend fin 70 ans après la mort du dernier des survivants énumérés dans le présent article, à savoir le metteur en scène principal, le scénariste, le dialoguiste ou l’auteur de l’œuvre musicale créée spécialement pour l’œuvre cinématographique.
Œuvres dont la publication est échelonnée
63. Pour les œuvres qui sont publiées en plusieurs tomes, parties, livraisons, numéros ou épisodes et pour lesquelles la publication est l’événement qui fait courir le délai de protection, celui-ci est calculé à partir de la publication de chaque partie constitutive de l’œuvre.
Calcul des délais de protection
64. Aux fins du calcul des délais de protection (articles 60 à 63), il n’est pas tenu compte de l’année civile au cours de laquelle s’est produit l’événement qui fait courir le délai.
Droits qui survivent au délai de protection
65. Le créateur d’une œuvre peut faire valoir sa vie durant les droits qui lui appartiennent en vertu des articles 19 et 21.3), même lorsque le délai de protection a déjà pris fin.
CHAPITRE II DROITS CONNEXES
Section I
Protection des récitations et des représentations ou exécutions d’œuvres littéraires et musicales
1. Exploitation d’œuvres fixées sur des supports visuels ou sonores
66.—1) Quiconque récite ou représente ou exécute une œuvre littéraire ou musicale a le droit exclusif, sous réserve des restrictions établies par la loi, de fixer— aussi en cas de radiodiffusion— la récitation ou la représentation ou exécution sur un support visuel ou sonore et de reproduire et de
mettre en circulation le vidéogramme ou phonogramme correspondant. Par reproduction, on entend également le fait d’utiliser la communication au public de la récitation ou de la représentation et exécution effectuée à l’aide d’un support visuel ou sonore pour la transférer sur un autre support visuel ou sonore.
2) S’il s’agit de récitations ou de représentations ou exécutions qui—comme une représentation théâtrale ou une exécution chorale ou orchestrale—sont réalisées avec la participation de plusieurs personnes sous une direction unique les droits d’exploitation (alinéa 1)) des personnes qui participent uniquement aux prestations du chœur ou de l’orchestre ou apportent un concours analogue ne peuvent être gérés que par un représentant commun.
3) Dans le cas où cette représentation ne serait pas déjà réglementée par la loi ou par un règlement, ou par un accord individuel ou collectif, le représentant commun des personnes visées à l’alinéa 2) est choisi à la majorité simple, indépendamment des abstentions éventuelles.
4) En l’absence de représentant commun, le Tribunal d’arrondissement de la Ville de Vienne doit désigner un mandataire qui fera fonction de représentant commun. Toute personne qui peut faire valoir un intérêt légitime pour l’exploitation de la récitation ou de la représentation ou exécution est en droit de faire une demande à cet effet.
5) Dans la mesure où la loi ne prévoit pas d’exception et sous réserve de l’alinéa 1), les récitations et les représentations ou exécutions effectuées pour le compte d’un organisateur de spectacles ne peuvent être enregistrées sur un support visuel ou sonore qu’avec l’autorisation de cet organisateur. Les vidéogrammes ou phonogrammes correspondants produits en violation de la disposition précitée ne peuvent être ni reproduits ni mis en circulation.
6) S’agissant de récitations ou de représentations ou exécutions devant être exploitées de la manière visée à l’alinéa 1), la question de savoir s’il y a obligation envers l’organisateur d’y participer et d’autoriser une telle exploitation doit être tranchée sur la base des prescriptions et arrangements qui régissent les rapports de droit entre les exécutants et l’organisateur. On procédera de même pour décider si un exécutant a droit à une indemnité spéciale de la part de l’organisateur. En tout état de cause, l’organisateur, avec le consentement duquel une récitation ou une représentation ou exécution doit être fixée, a le devoir d’en informer préalablement d’une manière appropriée les participants, même si ces derniers sont tenus de prêter leur concours.
7) Les vidéogrammes ou phonogrammes qui ont été produits ou mis en circulation en violation des alinéas 1) et 5) ne doivent pas être utilisés aux fins d’une radiodiffusion (article 17) ou d’une communication au public de la récitation ou de la représentation ou exécution.
Droits d’exploitation
67.—1) Les droits d’exploitation des personnes visées à l’article 66.1) et 5) s’éteignent 50 ans après la récitation ou la représentation ou exécution; toutefois, lorsque, avant l’expiration de ce délai, un support visuel ou sonore sur lequel a été fixée la récitation ou la représentation ou exécution est mis à la disposition du public, les droits d’exploitation s’éteignent 50 ans après cette mise à disposition du public. Les délais sont calculés conformément à l’article 64.
2) Les articles 11, 12, 13, 15.1), 16.1) et 3), 16a, 23, 24, 25.1), 2), 3) et 5), 26, 27, 28.1), 29,
31, 32, 33.2) s’appliquent par analogie. Toutefois, le délai de cinq ans mentionné à l’article 31.2)
est remplacé par un délai d’un an.
Protection des intérêts moraux
68.—1) Si le titulaire d’un droit d’exploitation en vertu de l’article 66.1) le demande, son nom (pseudonyme) doit être indiqué sur les supports visuels ou sonores. Son consentement est indispensable. Le consentement peut être retiré lorsque le support visuel ou sonore reproduit la récitation ou la représentation ou exécution avec des changements tels ou d’une manière si
défectueuse que l’utilisation qui en serait faite serait de nature à nuire à la réputation artistique du titulaire du droit d’exploitation.
2) Les droits visés à l’alinéa 1) n’expirent en aucun cas avant la mort du titulaire du droit d’exploitation en vertu de l’article 66.1). Après sa mort, ils appartiennent, jusqu’à l’expiration des droits d’exploitation, aux personnes auxquelles ces derniers droits ont passé.
3) Les alinéas 1) et 2) ne s’appliquent pas aux personnes qui participent uniquement aux prestations d’un chœur, d’un orchestre ou qui prêtent un concours analogue.
Exceptions
69.—1) Pour la reproduction et la mise en circulation d’œuvres cinématographiques et autres produits cinématographiques confectionnés à des fins commerciales, l’autorisation, sans cela nécessaire selon l’article 66.1), des personnes qui ont participé aux récitations ou aux représentations ou exécutions effectuées pour la confection de l’œuvre cinématographique ou du produit cinématographique n’est pas exigée si ces personnes connaissaient le but en vue duquel elles ont prêté leur concours.
2) Chacun peut, pour son usage personnel, enregistrer, sur un support visuel ou sonore, des récitations ou des représentations ou exécutions radiodiffusées ainsi que la communication effectuée au moyen d’un support visuel ou sonore d’une récitation ou d’une représentation ou exécution; il peut de même en effectuer des reproductions isolées. De tels enregistrements ne peuvent être ni mis en circulation, ni utilisés pour une émission de radiodiffusion ou pour une communication publique de la récitation ou de la représentation ou exécution. Les articles 42.3) et
4), 42a) et 42b). 1) et 3) à 6) s’appliquent par analogie.
3) Les articles 56.1) et 3) et 56a s’appliquent par analogie.
2. Exploitation pour la radiodiffusion
70.—1) La récitation ou la représentation ou exécution d’une œuvre littéraire ou musicale ne peut être radiodiffusée (article 17) qu’avec le consentement des personnes qui, d’après l’article
66.1) et 5), doivent le donner pour la fixation sur des supports visuels ou sonores; les articles 33.1),
66.6), 59a et b s’appliquent par analogie.
2) L’autorisation requise aux termes de l’alinéa 1) n’est pas exigée lorsqu’une émission de radiodiffusion est effectuée au moyen de supports visuels ou sonores, à moins que ceux-ci ne puissent être utilisés pour une émission en vertu des articles 66.7) ou 69.2).
3. Exploitation pour la communication au public
71.—1) Les récitations ou les représentations ou exécutions d’une œuvre littéraire ou musicale ne peuvent être communiquées publiquement par haut-parleur ou par un autre dispositif technique en dehors du lieu où elles se déroulent (théâtre, salle, place, jardin, etc.) qu’avec le consentement des personnes qui doivent, d’après l’article 66.1) et 5), donner celui-ci pour l’enregistrement sur des supports visuels ou sonores; l’article 66.6) s’applique par analogie, Toutefois, seul le consentement de l’organisateur des récitations ou des représentations ou exécutions est exigé si celles-ci ont lieu à l’aide de supports visuels ou sonores ou d’émissions de radiodiffusion pouvant être utilisés à cet effet en vertu des dispositions de la présente section.
2) Une radiodiffusion de la récitation ou de la représentation ou exécution d’une œuvre littéraire ou musicale conforme à l’article 70 peut être utilisée pour la communication publique de la récitation ou de la représentation ou exécution au moyen d’un haut-parleur ou d’un autre dispositif technique.
4. Dispositions communes
72.—1) Les articles 66 à 71 s’appliquent aussi lorsque les œuvres littéraires ou musicales récitées, représentées ou exécutées ne bénéficient pas de la protection par le droit d’auteur instituée par la présente loi.
2) L’article 41 s’applique par analogie aux droits existants sur les récitations et les représentations ou exécutions.
3) À l’occasion de comptes rendus des événements d’actualité, les récitations et les représentations ou exécutions rendues accessibles au public au cours de l’événement peuvent, dans la mesure justifiée par le but d’information à atteindre, être enregistrées sur des supports visuels ou sonores, radiodiffusées et communiquées au public; ces enregistrements peuvent être reproduits et mis en circulation dans cette mesure. La question de savoir si et jusqu’à quel point, en pareil cas, les titulaires d’un droit d’exploitation selon l’article 66.1) peuvent demander que leur nom soit mentionné sur le vidéogramme ou le phonogramme correspondant doit être déterminée en fonction des habitudes et des usages communément admis.
4) Est permise l’utilisation de récitations ou de représentations ou exécutions isolées d’œuvres littéraires ou musicales dans un but scientifique ou éducatif et dans une mesure justifiée par ce but.
5) Les récitations ou les représentations ou exécutions d’œuvres littéraires ou musicales peuvent être enregistrées par l’organisateur sur un support visuel ou sonore et reproduites à l’aide d’un tel support ou de tout autre dispositif technique à l’intérieur du bâtiment où la manifestation a lieu, afin de les rendre perceptibles dans un autre local.
6) Les dispositions des articles 66 à 71 ne s’appliquent pas aux discours visés à l’article 43 qui sont prononcés par l’auteur lui-même.
Section II
Protection des photographies, des phonogrammes, des émissions de radiodiffusion et des œuvres posthumes
1. Photographies
73.—1) Les «photographies» au sens de la présente loi, sont les images réalisées à l’aide d’un procédé photographique. Doit être également considéré comme procédé photographique un procédé analogue à la photographie.
2) Les images en mouvement ainsi réalisées (produits cinématographiques) sont soumises aux dispositions valables pour les photographies, sans préjudice des dispositions de droit d’auteur relatives à la protection des œuvres cinématographiques.
Protection
74.—1) Celui qui fait une photographie (photographe) a le droit exclusif de reproduire, mettre en circulation, présenter au public à l’aide d’appareils optiques et radiodiffuser la photographie, sous réserve des restrictions établies par la loi. Pour les photographies faites à des fins commerciales, le propriétaire de l’entreprise est réputé être le photographe.
2) Les droits d’exploitation qui, conformément à l’alinéa 1), appartiennent au photographe sont transmissibles par succession et aliénables.
3) Si le photographe a apposé son nom (pseudonyme, raison sociale) sur une photographie, les exemplaires confectionnés par des tiers et destinés à être mis en circulation doivent, eux aussi,
être munis d’une indication correspondante ayant trait au photographe. Si un exemplaire ainsi désigné reproduit la photographie avec des changements essentiels, la désignation du photographe doit être complétée en conséquence.
4) S’agissant d’exemplaires munis d’une désignation du photographe, la désignation de l’objet, elle aussi, ne doit s’écarter de celle qui a été donnée par le photographe que dans la mesure compatible avec les usages du commerce honnête.
5) Après la mort du photographe, la protection qui lui est accordée en vertu des alinéas 3) et
4) profite aux personnes auxquelles passent les droits d’exploitation. Si les droits d’exploitation sont cédés à un tiers, le cessionnaire peut aussi obtenir le droit de se désigner comme le photographe. Dans ce cas, le cessionnaire est réputé être dorénavant le photographe et il bénéficie également de la protection prévue par les alinéas 3) et 4) s’il est désigné en cette qualité sur les exemplaires de la photographie.
6) Le droit à la protection des photographies s’éteint 50 ans après la prise de vue, mais, lorsque la photographie est publiée avant l’expiration de ce délai, 50 ans après cette publication. Les délais sont calculés conformément aux dispositions de l’article 64.
7) Les articles 5, 7 à 9, 11 à 13, 14.2), 15.1), 16, 16a, 16b, 17, 17a, 17b, 18.3), 23.2) et 4), 24,
25.2) à 6), 26, 27.1), 3), 4) et 5), 31.1), 32.1), 33.2), 36, 37, 41, 42, 42a, 42b, 42c, 54.1), chiffres 3,
3a et 4, et 2), 56, 56a, 56b, 59a et 59b s’appliquent aux photographies, et les articles 56c et 56d aux produits cinématographiques par analogie; l’article 42a, deuxième phrase, chiffre 1, ne s’applique pas à la reproduction de photographies faites à des fins commerciales d’après un modèle qui a été créé dans le cadre d’un procédé photographique.
Dispositions spéciales pour les photographies de personnes
75.—1) Si la photographie d’une personne a été faite sur commande, le commettant et ses héritiers, ainsi que la personne représentée et, après sa mort, ses parents en ligne directe et son conjoint survivant peuvent, sauf convention contraire, faire, par un procédé photographique, des exemplaires isolés de la photographie, ou en faire faire par un tiers, même contre rémunération, mais uniquement dans le cas où ils ne pourraient d’aucune façon se procurer auprès de l’ayant droit des exemplaires confectionnés par un tel procédé ou bien dans le cas où ils auraient à surmonter des difficultés disproportionnées par rapport au but à atteindre.
2) Les exemplaires dont la confection est licite en vertu de l’alinéa 1) peuvent être mis en circulation gratuitement.
2. Phonogrammes
76.—1) Quiconque fixe sur support sonore des ondes acoustiques en vue de leur reproduction renouvelable (producteur) a le droit exclusif de reproduire et de mettre en circulation le phonogramme correspondant, sous réserve des restrictions établies par la loi. Par reproduction d’un support sonore, on entend aussi la fixation d’une reproduction de sons, effectuée à l’aide d’un tel support sur un autre. S’agissant des phonogrammes confectionnés à des fins commerciales, le propriétaire de l’entreprise est réputé en être le producteur.
2) Les phonogrammes qui ont été reproduits ou mis en circulation en violation de l’alinéa 1)
ne doivent pas être employés pour une radiodiffusion (article 17) ou une communication publique.
3) Lorsqu’un phonogramme produit à des fins commerciales est utilisé pour une émission de radiodiffusion (article 17) ou pour une communication publique, l’utilisateur doit verser une rémunération équitable au producteur (alinéa 1)), sous réserve des dispositions de l’article 66.7) et de l’alinéa 2) ci-dessus. Les personnes mentionnées à l’article 66.1) peuvent réclamer au producteur une part de cette rémunération. Cette part, à défaut d’accord entre les intéressés, est fixée à la moitié
de la rémunération qui reste au producteur après déduction des frais de perception encourus. Les droits du producteur et des personnes mentionnées à l’article 66.1) ne peuvent être exercés que par des sociétés de gestion collective ou par l’intermédiaire d’une seule d’entre elles.
4) Chacun peut, pour son usage personnel, enregistrer sur un support sonore une communication effectuée au moyen d’un tel support et en effectuer des reproductions isolées. Les phonogrammes ainsi obtenus ne peuvent être ni mis en circulation, ni utilisés pour une émission de radiodiffusion ou pour une communication publique. Les articles 42.2) et 3), 42a et 42b.1) et 3) à 6) s’appliquent par analogie.
5) Le droit de protection sur les phonogrammes s’éteint 50 ans après l’enregistrement, mais, toutefois, si le phonogramme est publié avant l’expiration de ce délai, la protection s’éteint 50 ans après la publication. Les délais sont calculés conformément aux dispositions de l’article 64.
6) Les articles 5, 7, 8, 9, 11, 12, 13, 14.2), 15.1), 16.1) et 3), 16a, 23.2) et 4), 24, 25.2), 3) et
5), 26, 27.1), 3), 4) et 5), 31.1), 32.1), 33.2), 41, 42c, 56, 72.4) et 74.2) à 5) s’appliquent par analogie.
3. Émissions de radiodiffusion
76a.—1) Quiconque émet des sons ou des images par voie de radiodiffusion ou par tout autre procédé analogue (article 17, organisme de radiodiffusion) a le droit exclusif, sous réserve des restrictions établies par la loi, de radiodiffuser simultanément cette émission par voie d’une autre installation émettrice, d’enregistrer cette émission sur un support visuel ou sonore (aussi sous forme de photographies), ainsi que de reproduire cet enregistrement et de la mettre en circulation. La reproduction comprend également la fixation d’une communication effectuée au moyen d’un support visuel ou sonore sur un autre support.
2) Les vidéogrammes ou phonogrammes reproduits ou mis en circulation en violation de l’alinéa 1) ne peuvent être utilisés pour une émission de radiodiffusion (article 17) ou une communication publique.
3) Chacun peut, pour son usage personnel, enregistrer une émission de radiodiffusion sur un support visuel ou sonore et en effectuer des reproductions isolées. Les vidéogrammes ou phonogrammes ainsi obtenus ne peuvent être ni mis en circulation, ni utilisés pour une émission de radiodiffusion ou pour une communication publique. L’article 42.3) et 4) s’applique par analogie.
4) Le droit à la protection des émissions de radiodiffusion s’éteint 50 ans après l’émission. Les délais sont calculés conformément aux dispositions de l’article 64.
5) Les articles 5, 7, 8, 9, 11, 12, 13, 14.2), 15.1), 16.1) et 3), 16a, 18.2), 23.2) et 4), 24, 25.2),
3) et 5), 26, 27.1), 3), 4) et 5), 31.1), 32.1), 33.2), 41, 42c, 56, 56a, 72.4) et 74.2) à 5) s’appliquent par analogie.
4.Œuvres posthumes
76b. Toute personne qui, de manière licite, publie une œuvre non publiée dont le délai de protection a expiré jouit des droits d’exploitation sur l’œuvre de la même manière que l’auteur. Le droit à la protection s’éteint 25 ans après la publication; les délais sont calculés conformément aux dispositions de l’article 64.
Section IIa
Protection des bases de données
76c.—1) Une base de données (article 40f.1)) bénéficie de la protection prévue par les dispositions de la présente section lorsque l’obtention, la vérification ou la présentation de son contenu nécessite un investissement substantiel du point de vue qualitatif ou quantitatif.
2) Une base de données dont le contenu a été modifié de façon substantielle sur le plan qualitatif ou quantitatif est réputée constituer une base de données nouvelle dans la mesure où la modification nécessite un investissement substantiel du point de vue qualitatif ou quantitatif; cette règle s’applique aussi lorsque plusieurs modifications consécutives ont été nécessaires pour atteindre ce résultat.
3) La protection conférée par la présente section est indépendante du fait que la base de données elle-même ou son contenu ait été pris en considération aux fins de la protection par le droit d’auteur ou d’un autre type de protection.
4) La protection conférée par la présente section n’a aucune incidence sur d’éventuels droits sur le contenu de la base de données.
Droit à la protection
76d.—1) Celui qui a réalisé l’investissement visé à l’article 76c (fabricant) a le droit exclusif de reproduire, de distribuer, de radiodiffuser et de communiquer au public l’intégralité ou une partie substantielle, d’un point de vue qualitatif ou quantitatif, de la base de données, sous réserve des restrictions établies par la loi. La reproduction, la distribution, la radiodiffusion et la communication au public répétée et systématique de parties non substantielles, d’un point de vue qualitatif ou quantitatif, équivalent à ces actes d’exploitation dans la mesure où ils sont contraires à une exploitation normale de la base de données ou causent un préjudice injustifié aux intérêts légitimes du fabricant de la base de données.
2) Le droit de distribution du fabricant ne comprend pas le prêt (article 16a.3)).
3) La reproduction d’une partie substantielle d’une base de données accessible au public est autorisée
1. à des fins privées; cette disposition ne s’applique pas aux bases de données dont des éléments sont individuellement accessibles par des moyens électroniques;
2. à des fins scientifiques ou aux fins de l’enseignement, dans des proportions justifiées par le but à atteindre, dans la mesure où elle ne sert pas des objectifs commerciaux et où la source est indiquée.
4) Le droit à la protection de la base de données s’éteint 15 ans après la fin de la fabrication de celle-ci, mais, lorsque cette base a été publiée avant l’expiration de ce délai, 15 ans après la publication. Les délais sont calculés conformément aux dispositions de l’article 64.
5) Les articles 8, 9, 11 à 13, 14.2), 15.1), 16, 16a.1) et 3), 17, 17a, 17b, 23.2) et 4), 24, 25.2),
3) et 5), 26, 27.1) et 3) à 5), 31.1), 32.1), 33.2) et 41 s’appliquent par analogie.
Contrats relatifs à l’exploitation d’une base de données
76e. Tout accord contractuel aux termes duquel l’utilisateur légal d’une base de données publiée s’engage envers le fabricant à s’abstenir de reproduire, de distribuer, de radiodiffuser ou de communiquer au public des parties non substantielles d’un point de vue qualitatif ou quantitatif de la base de données n’est pas valable dans la mesure où ces actes ne sont pas contraires à une
exploitation normale de la base de données, ni ne portent de préjudice injustifié aux intérêts légitimes du fabricant de la base de données.
Section III
Protection des lettres et des portraits
Protection des lettres
77.—1) Les lettres, journaux intimes et autres notations confidentielles de même nature ne doivent être ni lus publiquement, ni mis en circulation d’une autre manière par laquelle ils seraient rendus accessibles au public s’il était, de ce fait, porté préjudice à de légitimes intérêts de l’auteur ou d’un proche parent de l’auteur dans le cas où ce dernier serait décédé sans avoir autorisé ou ordonné la publication.
2) Les proches parents visés à l’alinéa 1) sont les parents en ligne ascendante ou descendante ainsi que le conjoint survivant. Les parents de l’auteur au premier degré et le conjoint survivant bénéficient de cette protection leur vie durant, les autres parents 10 années après la fin de l’année au cours de laquelle l’auteur est décédé.
3) II n’est pas non plus permis de mettre en circulation des lettres de la façon mentionnée à l’alinéa 1) s’il est, de ce fait, porté préjudice à de légitimes intérêts du destinataire ou d’un proche parent du destinataire, dans le cas où ce dernier serait décédé sans avoir autorisé ou ordonné la publication. L’alinéa 2) s’applique par analogie.
4) Les alinéas 1) à 3) s’appliquent indépendamment du fait que les écrits visés à l’alinéa 1) bénéficient ou non de la protection par le droit d’auteur prévue par la présente loi. Les dispositions sur le droit d’auteur demeurent applicables à de tels écrits.
5) Les alinéas 1) à 3) ne s’appliquent pas à des écrits qui ont été rédigés pour l’usage officiel, même à des fins non exclusives.
6) Les dispositions de l’article 41 s’appliquent par analogie.
Protection des portraits
78.—1) Les portraits de personnes ne doivent être ni exposés publiquement, ni mis en circulation d’une autre manière par laquelle ils seraient rendus accessibles au public s’il était, de ce fait, porté préjudice à de légitimes intérêts de la personne représentée ou d’un proche parent de celle-ci dans le cas où elle serait décédée sans avoir autorisé ou ordonné la publication.
2) Les dispositions des articles 41 et 77.2) et 4) s’appliquent par analogie.
Section IV
Protection des nouvelles du jour. Protection du titre des œuvres littéraires et artistiques
Protection des nouvelles du jour
79.—1) Les comptes rendus de presse visés à l’article 44.3), figurant dans les correspondances des journaux ou dans les autres informations destinées à transmettre contre rémunération des nouvelles aux journaux et revues, ne peuvent être reproduits dans des journaux et revues que s’il s’est écoulé au moins 12 heures depuis leur divulgation dans le journal ou la revue autorisés à les faire paraître par l’agence de presse.
2) Sont assimilés aux journaux et revues, pour l’application des dispositions de l’alinéa 1), tous les autres organismes qui diffusent de façon périodique des nouvelles auprès du public. Cependant, l’article 59a s’applique par analogie.
Protection du titre
80.—1) Dans la vie des affaires, il est interdit d’employer le titre ou toute autre désignation d’une œuvre littéraire ou artistique, ou l’aspect extérieur des exemplaires de l’œuvre, pour une autre œuvre d’une manière qui soit propre à faire naître une confusion.
2) L’alinéa 1) s’applique aussi aux œuvres littéraires et artistiques qui ne bénéficient pas de la protection par le droit d’auteur prévue par la présente loi.
CHAPITRE III EXERCICE DU DROIT
Section I Sanctions civiles
Action en abstention
81.—1) Toute personne dont un droit exclusif conféré par la présente loi a été violé, ou qui redoute une telle violation, peut engager une action en abstention. Le propriétaire d’une entreprise peut aussi être poursuivi en justice si la violation a été commise au cours de l’activité de son entreprise par un de ses employés ou par un mandataire, ou si elle menace de l’être.
2) Des mesures provisoires peuvent être ordonnées même lorsque les conditions préalables énumérées à l’article 381 de l’ordonnance sur la procédure d’exécution ne sont pas réunies.
Action en cessation
82.—1) Toute personne dont un droit exclusif conféré par la présente loi a été violé peut exiger qu’il soit mis fin à l’état contraire à la loi.
2) La partie lésée peut en particulier exiger que les exemplaires confectionnés ou mis en circulation en violation des dispositions de la présente loi, ou les exemplaires destinés à une mise en circulation illicite, soient détruits et que les moyens destinés exclusivement à la reproduction illicite (moules, pierres, disques, films, etc.) soient rendus inutilisables.
3) Si les objets ou moyens portant atteinte au droit visés à l’alinéa 2) contiennent des parties dont le maintien intégral et l’usage par le défendeur ne violent pas le droit exclusif du demandeur, le tribunal devra désigner ces parties dans la sentence ordonnant la destruction ou la mise hors d’usage. Lors de l’exécution, ces parties devront, dans la mesure du possible, être soustraites à la destruction ou à la mise hors d’usage si l’obligé paie à l’avance les frais qui en résultent. S’il appert, au cours de l’exécution, que la mise hors d’usage de moyens portant atteinte au droit entraînerait des frais disproportionnés et si ceux-ci ne sont pas payés par avance par l’obligé, le tribunal de l’exécution ordonne la destruction de ces moyens après avoir entendu les parties.
4) Si l’état contraire à la loi peut être supprimé autrement que selon la manière visée à l’alinéa
2) sans aucun anéantissement de valeurs ou avec un anéantissement moindre, la partie lésée ne peut requérir que des mesures de cet ordre. En particulier, il n’est pas permis de détruire des exemplaires simplement parce que l’indication de la source manque ou bien ne répond pas aux prescriptions de la loi.
5) Au lieu de la destruction des objets ou de la mise hors d’usage des moyens portant atteinte au droit, la partie lésée peut demander que le propriétaire lui remette lesdits objets ou moyens contre le paiement d’une indemnité équitable dont le montant ne pourra pas dépasser les coûts de fabrication.
6) L’action en cessation est dirigée contre le propriétaire des objets soumis aux mesures destinées à faire cesser l’état contraire à la loi. L’action peut être intentée pendant la durée de validité du droit faisant l’objet de l’atteinte, aussi longtemps que de tels objets existent.
Actions en abstention ou en cessation en rapport avec des œuvres d’art
83.—1) Lorsqu’ un exemplaire original d’une œuvre d’art a été modifié sans autorisation, l’auteur, dans la mesure où les dispositions qui suivent ne prévoient pas le contraire, peut seulement demander qu’il soit précisé que le changement sur l’exemplaire original n’émane pas du créateur de l’œuvre ou qu’une désignation d’auteur figurant sur l’œuvre soit supprimée ou rectifiée.
2) Si le rétablissement de l’état original est possible et qu’aucun intérêt public essentiel ou des intérêts essentiels du propriétaire ne s’y opposent, le créateur de l’œuvre peut demander, au lieu des mesures prévues à l’alinéa 1), que le rétablissement lui soit accordé.
3) S’agissant d’œuvres architecturales, l’auteur ne peut pas se fonder sur l’article 81 pour interdire une modification faite sans autorisation. Il ne peut pas non plus demander que des constructions soient démolies, modifiées, ou qu’elles lui soient remises conformément à l’article
82.5). Toutefois, sur sa demande et compte tenu des circonstances, une des mesures mentionnées à l’alinéa 1) devra être prise ou une désignation véridique d’auteur être apposée sur la réédification de l’œuvre architecturale.
Actions en abstention ou en cessation dans les cas visés aux articles 79 et 80
84.—1) Dans le cas visé à l’article 79, les actions en abstention ou en cessation peuvent être intentées non seulement par l’agence de presse mais aussi par tout entrepreneur qui se trouve en concurrence avec l’auteur de l’acte ainsi que par les associations d’entrepreneurs qui œuvrent pour la défense de leurs intérêts économiques lorsque l’acte commis touche ces intérêts.
2) Dans le cas visé à l’article 80, les actions en abstention et en cessation peuvent être intentées par une association semblable ou par tout entrepreneur qui se charge de mettre en circulation des exemplaires de l’œuvre, ou de réciter, de représenter ou exécuter ou de présenter l’œuvre dont le titre, la désignation ou l’aspect extérieur est utilisé pour une autre œuvre de telle sorte que les intérêts dudit entrepreneur sont lésés. Le droit d’ouvrir action appartient toujours à l’auteur s’il s’agit d’œuvres protégées par droit d’auteur.
3) Dans les cas visés aux articles 79 et 80, les objets portant atteinte au droit d’auteur ne sont soumis à l’action en cessation que s’ils sont destinés à une mise en circulation illicite. En l’occurrence, la partie lésée ne peut pas demander que les objets ou moyens portant atteinte au droit lui soient remis (article 82.5)).
Publication du jugement
85.—1) Lorsqu’une action en abstention, en cessation ou en constatation de l’existence ou de la non-existence d’un droit exclusif découlant de la présente loi ou de la qualité d’auteur (article 19) a été intentée, le tribunal doit accorder à la partie qui obtient gain de cause, sur sa requête et si elle y a un intérêt légitime, le droit de publier le jugement dans un délai déterminé, aux frais de la partie adverse. Les modalités de la publication doivent être fixées dans le jugement.
2) La publication englobe l’arrêt du jugement. Sur requête de la partie qui obtient gain de cause, le tribunal peut cependant ordonner la publication d’un texte différent de l’arrêt du jugement par sa longueur ou par son libellé, ou plus complet. Cette requête doit être présentée au plus tard
dans les quatre semaines qui suivent la date à laquelle le jugement est passé en force de chose jugée. Si la requête n’a été présentée qu’après la clôture de la procédure orale, le tribunal de première instance doit se prononcer à son sujet par une décision lorsque le jugement est passé en force de chose jugée.
3) Sur requête de la partie qui obtient gain de cause, le tribunal de première instance détermine les frais de publication et condamne la partie adverse à en payer le montant.
4) La publication en vertu d’un jugement en force de chose jugée ou en vertu d’une autre décision exécutoire doit être assurée sans délai par l’entreprise de médias.
Action en paiement d’une indemnité équitable
86.—1) Quiconque, sans autorisation,
1. utilise une œuvre littéraire ou artistique selon un des modes d’exploitation que les articles 14 à 18 réservent à l’auteur;
2. enregistre sur un support visuel ou sonore la récitation ou la représentation ou exécution d’une œuvre littéraire ou musicale en violation des dispositions de l’article 66.1) et 5), reproduit cet enregistrement ou encore le met en circulation en violation des dispositions de l’article 66.1) et 5) ou 69.2);
3. radiodiffuse ou communique au public la récitation ou la représentation ou exécution d’une œuvre littéraire ou musicale en violation des dispositions des articles 66.7), 69.2),
70 ou 71;
4. utilise une photographie ou un phonogramme selon l’un des modes d’exploitation réservés au photographe ou au producteur de phonogrammes par l’article 74 ou 76;
5. utilise une émission de radiodiffusion selon l’un des modes d’exploitation réservés à l’organisme de radiodiffusion par l’article 76a; ou
6. utilise une base de données selon l’un des modes d’exploitation réservés au fabricant par l’article 76d,
est tenu, même si aucune faute ne lui est imputable, de verser à la partie lésée dont le consentement aurait dû être obtenu une indemnité équitable.
2) Une telle indemnité ne peut être exigée lorsque la radiodiffusion ou la communication au public n’avait un caractère illicite que du fait qu’elle a été effectuée au moyen de supports visuels ou sonores ou d’émissions de radiodiffusion qui ne pouvaient pas être utilisés à cet effet aux termes des articles 50.2), 53.2), 56.3), 56b.2), 56c.3), chiffre 2, 56d.1), chiffre 2, 66.7), 69.2), 70, 71, 74,
76 ou 76a.2) et 3) et lorsque, sans qu’aucune faute ne lui soit imputable, l’utilisateur n’a pas eu connaissance de ce caractère du support visuel ou sonore ou de l’émission de radiodiffusion.
3) Quiconque a utilisé un rapport de presse en violation des dispositions de l’article 79 est tenu, même si aucune faute ne lui est imputable, de verser à l’agence de presse une indemnité équitable.
Action en dommages-intérêts et en restitution du gain réalisé
87.—1) Quiconque, en violation des dispositions de la présente loi, cause par sa faute un dommage à autrui, doit restituer aussi à la partie lésée le gain que celle-ci n’a pu réaliser, quel que soit le degré de la faute.
2) En pareil cas, la partie lésée peut aussi exiger une indemnité équitable pour les dommages non pécuniaires qu’elle a subis à la suite de l’acte commis.
3) La partie lésée dont le consentement aurait dû être obtenu peut demander, en réparation du préjudice pécuniaire qui lui a été causé par faute (alinéa 1)), une indemnité double de celle qui est prévue à l’article 86, à moins qu’elle n’apporte la preuve d’un préjudice plus important.
4) Si une œuvre littéraire ou artistique a été reproduite ou mise en circulation sans autorisation, la partie lésée dont le consentement aurait dû être obtenu peut également demander la restitution du gain réalisé par la partie fautive du fait de l’infraction. Il en va de même lorsque la récitation ou la représentation ou exécution d’une œuvre littéraire ou musicale ou une émission de radiodiffusion a été exploitée de façon contraire, respectivement, à l’article 66.1) et à l’article 76a, au moyen d’un support visuel ou sonore, ou lorsqu’une photographie ou un phonogramme a été reproduit ou mis en circulation de façon contraire, respectivement, à l’article 74 ou à l’article 76.
5) Outre une indemnité équitable (article 86) ou la restitution du gain (alinéa 4)), une réparation du dommage pécuniaire ne peut être demandée que dans la mesure où ce dernier dépasse le montant de l’indemnité ou du gain à restituer.
Droit à reddition de comptes
87a.—1) Quiconque est tenu, en vertu de la présente loi, de verser une indemnité équitable, une rémunération équitable ou un pourcentage équitable d’une telle rémunération, de payer des dommages-intérêts ou de restituer le gain réalisé, doit rendre des comptes au bénéficiaire et en faire vérifier l’exactitude par un expert. Si cette vérification aboutit à la fixation d’un montant supérieur à celui qui est indiqué dans la reddition de comptes, les frais de la vérification sont à la charge du débiteur.
2) La personne qui se porte garante en vertu de l’article 42b.3), chiffre 1, est aussi tenue d’indiquer au bénéficiaire de qui elle tient le matériel d’enregistrement ou l’appareil de reproduction, dans la mesure où elle ne verse pas la rémunération due au titre de ce matériel ou de cet appareil.
3) Les alinéas 1) et 2) s’appliquent par analogie aux personnes exonérées de l’obligation de garantie prévue par l’article 42b.3), chiffre 1.
Droit d’obtenir des renseignements
87b. Quiconque met en circulation sur le territoire national des exemplaires d’une œuvre sur lesquels le droit de mise en circulation a été épuisé par la mise dans le commerce dans un État membre de la Communauté économique européenne ou de l’Association européenne de libre- échange (article 16.3)) est tenu, sur la demande du titulaire du droit, de communiquer à celui-ci des renseignements exacts et complets sur le fabricant, le contenu, le pays d’origine et la quantité d’exemplaires mis en circulation. Jouit de ce droit d’obtenir des renseignements la personne à qui, au moment de l’épuisement du droit, appartenait le droit de mise en circulation sur le territoire national.
Responsabilité du propriétaire d’une entreprise
88.—1) Si l’atteinte motivant une action en paiement d’une indemnité équitable (article 86) est commise au cours de l’activité d’une entreprise par un employé ou un mandataire, l’obligation de payer l’indemnité incombe au propriétaire de l’entreprise.
2) Si un employé ou un mandataire a enfreint la présente loi au cours de l’activité d’une entreprise, le propriétaire de l’entreprise, sans préjudice d’une obligation éventuelle de réparer incombant à ces personnes, est tenu à réparation du dommage ainsi causé (article 87.1) à 3)) si l’infraction lui était connue ou devait lui être connue. En pareil cas, il a également l’obligation de restituer le gain, conformément à l’article 87.4).
Responsabilité de plusieurs obligés
89. Dans la mesure où la même action en paiement d’une indemnité équitable (article 86), de dommages-intérêts (article 87.1) à 3)) ou en restitution du gain (article 87.4)) est fondée à l’encontre de plusieurs personnes, celles-ci sont responsables solidairement.
Prescription
90.—1) Le droit de la partie lésée de demander une indemnité équitable, une rémunération équitable, la restitution du gain réalisé et des renseignements se prescrit conformément aux dispositions relatives aux actions en dommages-intérêts.
2) Les droits des titulaires ou des groupes de titulaires à l’encontre de la société de gestion collective se prescrivent, indépendamment de la date à laquelle leur ont été connus les faits motivant l’obligation de paiement de ladite société, par trois ans à compter de ces faits.
90a.—1) Le matériel d’enregistrement et les appareils de reproduction au sens de l’article 42b qui sont importés pour être mis en libre circulation ou qui sont entreposés dans un dépôt de type D au sens du règlement douanier doivent, selon les dispositions des alinéas 3) et 4), être accompagnés d’un certificat émanant du déclarant. Sur ce certificat doivent figurer le nombre, la nature et la marque des marchandises déclarées ainsi que le nom et l’adresse du déclarant et du destinataire de ces marchandises; en outre, il convient d’indiquer pour le matériel d’enregistrement, la durée d’écoute et, pour les appareils de reproduction, la capacité de production (nombre de reproductions par minute). Le certificat de déclaration est un document indispensable pour le dédouanement au sens du règlement douanier. Les certificats de déclaration doivent être communiqués par les autorités douanières aux sociétés de gestion collective habilitées à faire valoir les droits découlant de l’article 42b de la présente loi et, en relation avec ce dernier, des articles 69.3), 74.7) et 76.4).
2) Sont exonérées de l’obligation de déclaration en vertu de l’alinéa 1) les expéditions qui sont exemptées de droits selon le règlement douanier ou, en ce qui concerne le matériel d’enregistrement, celles qui ne comportent pas plus de 100 pièces.
3) Le Ministre fédéral de la justice décide par voie de décret, en accord avec le Ministre fédéral des finances, quelles marchandises, désignées par leur position dans le tarif douanier (règlement (CEE) n° 2658/87 du Conseil du 23 juillet 1987 relatif à la nomenclature tarifaire et statistique et au tarif douanier commun, publié dans JOCE n° L 253 du 11 octobre 1993, p. 1, dans la version en vigueur au moment considéré) sont assujetties à l’obligation de déclaration visée à l’alinéa 1), et à quelle société de gestion collective doivent être transmis les certificats de déclaration; la forme et le contenu de ces certificats sont également définis par décret. Le décret doit prendre en considération les dépenses administratives nécessaires et les besoins des sociétés de gestion collective.
4) Le Ministre fédéral de la justice peut prévoir par décret, en accord avec le Ministre fédéral des finances, d’autres exceptions à l’obligation de déclaration lorsque l’intérêt que présente la simplification de la circulation des marchandises ou des procédures administratives est plus grand que l’intérêt que la déclaration constitue pour les sociétés de gestion collective.
5) Le déclarant et la personne désignée dans le certificat de déclaration comme le destinataire des marchandises doivent donner aux sociétés de gestion collective visées à l’alinéa 1), sur leur demande, des renseignements exacts et complets sur les circonstances qui ont donné naissance à l’obligation de paiement.
Section II Sanctions pénales
Infraction
91.—1) Quiconque commet une infraction du genre prévu à l’article 86.1) est passible d’une peine d’emprisonnement pouvant s’élever à six mois ou d’une amende pouvant s’élever à 360 indemnités journalières. Cette infraction n’est toutefois pas punissable lorsqu’il s’agit d’une reproduction ou d’une fixation non autorisée d’une récitation, d’une représentation ou exécution destinée à un usage personnel ou d’une commande pour usage personnel n’ayant donné lieu à aucune rémunération.
1a) Sera également puni quiconque met en circulation ou détient à des fins commerciales tout moyen ayant pour but exclusif de faciliter la suppression ou la neutralisation non autorisée d’un dispositif technique de protection d’un programme d’ordinateur.
2) Sera également puni quiconque, en qualité de propriétaire ou de dirigeant d’une entreprise, n’empêche pas un employé ou un fondé de pouvoir de commettre une infraction de cette nature au cours de l’activité de l’entreprise (alinéas 1) et 1a)).
2a) Quiconque commet à des fins commerciales un acte punissable en vertu de l’alinéa 1), 1a)
ou 2) est passible d’une peine d’emprisonnement pouvant s’élever à deux ans.
3) L’auteur de l’infraction n’est poursuivi que sur plainte de la partie dont le droit a été lésé.
4) L’article 85.1), 3) et 4) relatif à la publication du jugement s’applique par analogie.
5) La procédure pénale est de la compétence du juge unique du tribunal de première instance.
Destruction et mise hors d’usage des objets et moyens portant atteinte au droit
92.—1) Le jugement condamnant un prévenu coupable du délit prévu par l’article 91 doit ordonner, sur la demande du plaignant, la destruction des objets destinés à la mise en circulation illégale ainsi que la mise hors d’usage des moyens exclusivement destinés à la reproduction illégale ainsi que de ceux visés à l’article 91.1a). Ces objets et moyens portant atteinte au droit sont soumis à ces mesures quelle que soit la personne à qui ils appartiennent. Les constructions ne sont pas soumises à ces mesures. Les dispositions de l’article 82.3) s’appliquent par analogie.
2) S’il n’est pas possible de poursuivre ou de condamner une personne déterminée, le tribunal correctionnel, sur demande de la partie lésée, ordonne, dans la décision d’acquittement ou dans une procédure indépendante, les mesures citées à l’alinéa 1) sous réserve que les autres conditions préalables à l’application de ces mesures soient réunies. Dans la procédure indépendante, le tribunal qui statue est celui qui serait compétent pour la poursuite pénale; il fait connaître sa décision à la suite d’un débat oral, après que les constatations éventuellement nécessaires auront été faites. Sont applicables par analogie au débat, à la décision, à la publication de la décision et aux voies de recours contre celle-ci, les dispositions visant la décision relative à l’action pénale. S’agissant du recouvrement, sont applicables par analogie les dispositions générales de procédure pénale en la matière; si l’action est déclarée fondée, l’obligation de payer les frais incombe à ceux qui participaient à la procédure en qualité d’adversaires du demandeur.
3) Dans les cas visés par les alinéas 1) et 2), les propriétaires des objets à détruire ou à rendre inutilisables devront être, dans la mesure du possible, invités aussi au débat. En ce qui concerne les conditions légales préalables à ces mesures, lesdits propriétaires ont le droit d’établir les circonstances des faits, de présenter des requêtes et de recourir contre la décision en se servant des voies admises par la procédure pénale. Ils peuvent aussi attaquer la sentence pour cause de nullité, même dans le cas où le tribunal aurait outrepassé les compétences qui lui appartiennent en vertu des
alinéas 1) et 2). Ils peuvent défendre leur cause eux-mêmes, ou bien la confier à un mandataire et recourir à cet effet aux services d’un conseil juridique choisi parmi les personnes figurant sur la liste des défenseurs. Le délai prévu pour se prévaloir des moyens de recours court à compter du prononcé du jugement, même si les propriétaires visés par le présent alinéa n’étaient pas présents à ce moment. Ils ne peuvent pas former opposition contre un jugement prononcé en leur absence.
Saisie
93.—1) Pour assurer l’exécution des mesures requises sur la base de l’article 92, le tribunal correctionnel peut, sur demande du plaignant, saisir les objets et moyens portant atteinte au droit qui sont visés par lesdites mesures.
2) Le tribunal correctionnel statue aussitôt sur une telle demande. Il peut subordonner l’autorisation de la saisie à la prestation d’une sûreté. La saisie doit être limitée à ce qui est absolument nécessaire. Elle doit être levée lorsqu’une garantie suffisante est donnée que les objets saisis ne seront pas utilisés d’une manière illicite ni soustraits à l’emprise du tribunal.
3)Si la saisie n’est pas levée plus tôt, elle subsiste jusqu’à la liquidation définitive de la procédure relative à la demande de destruction des objets ou de mise hors d’usage des moyens portant atteinte au droit et, s’il en est ainsi décidé dans le jugement, jusqu’à l’exécution des mesures ordonnées.
4) Il peut être recouru dans un délai de trois jours contre les décisions relatives à l’ordonnance de saisie, la limitation ou la mainlevée de la saisie. Le recours n’a d’effet suspensif que s’il est dirigé contre la mainlevée ou la limitation de la saisie.
5) Si le tribunal n’ordonne pas la destruction ou la mise hors d’usage des objets saisis, le requérant est tenu d’indemniser celui contre qui la saisie a été pratiquée de tous les dommages pécuniaires subis de ce fait. Si, à la suite d’un accord passé entre les parties, aucune décision n’intervient au sujet de la requête tendant à la destruction ou à la mise hors d’usage, la personne frappée par la saisie ne peut prétendre à une réparation que dans le cas où elle s’est réservé ce droit dans l’accord.
6) L’action tendant à la réparation due en vertu de l’alinéa 5) doit être intentée par la voie ordinaire.
CHAPITRE IV
CHAMP D’APPLICATION DE LA LOI
1. Œuvres littéraires et artistiques
Œuvres des citoyens autrichiens
94. Une œuvre bénéficie de la protection par le droit d’auteur en vertu de la présente loi lorsque l’auteur (article 10.1)) ou le coauteur est citoyen autrichien, que l’œuvre ait paru ou non et quel que soit le lieu de parution.
Œuvres parues sur le territoire national et œuvres faisant corps avec des immeubles sis sur le territoire national
95. Jouissent en outre de la protection par le droit d’auteur en vertu de la présente loi, toutes les œuvres parues sur le territoire national qui ne sont pas déjà protégées en vertu de l’article 94 ainsi que les œuvres d’art qui appartiennent à un immeuble sis sur le territoire national ou font partie dudit immeuble.
Œuvres d’auteurs étrangers non parues sur le territoire national et ne faisant pas corps avec des immeubles sis sur le territoire national
96.—1) Pour les œuvres d’auteurs étrangers (article 10.1)) qui ne sont pas protégées en vertu de l’article 94 ou 95, la protection par le droit d’auteur est assurée, sans préjudice des traités internationaux, à la condition que les œuvres d’auteurs autrichiens soient aussi protégés de manière analogue dans l’État dont l’auteur étranger est ressortissant, et en tout cas dans la même mesure que les œuvres des ressortissants de cet État. Cette réciprocité est considérée comme assurée lorsqu’elle a été établie dans un avis du Ministre fédéral de la justice au vu de la situation juridique qui prévaut dans l’État considéré. En outre, les autorités compétentes peuvent conclure des accords de réciprocité avec d’autres États lorsque cela paraît indiqué pour la sauvegarde des intérêts des auteurs autrichiens.
2) La durée de la protection dont bénéficient les auteurs étrangers pour leurs œuvres en
Autriche en vertu de la Convention universelle sur le droit d’auteur du 6 septembre 1952 (BGBl. n°
108/1957) ou en vertu de la Convention universelle sur le droit d’auteur révisée le 24 juillet 1971 (BGBl. n° 293/1982) doit être calculée conformément aux dispositions de l’article IV.4, premier alinéa, ou IV.4a, respectivement, desdites conventions.
2. Récitations et représentations ou exécutions d’œuvres littéraires et musicales
97.—1) Les récitations et les représentations ou exécutions d’œuvres littéraires et musicales qui ont lieu sur le territoire national sont protégées selon les dispositions des articles 66 à 72, quel que soit l’État auquel appartiennent les personnes dont l’autorisation, conformément à l’article
66.1) et 5), est nécessaire pour la fixation de la récitation ou de la représentation ou exécution sur un support visuel ou sonore.
2) Pour les récitations et les représentations ou exécutions qui ont lieu à l’étranger, les articles
66 à 72 s’appliquent en faveur des citoyens autrichiens. Pour ces récitations et représentations ou exécutions, les étrangers sont protégés, sans préjudice des traités internationaux, à la condition que les récitations et les représentations ou exécutions des citoyens autrichiens soient aussi protégées de façon équivalente dans l’État dont l’étranger est ressortissant, et en tout cas dans la même mesure que les récitations et les représentations ou exécutions des ressortissants de cet État. Cette réciprocité est considérée comme assurée lorsqu’elle a été établie dans un avis du Ministre fédéral de la justice au vu de la situation juridique qui prévaut dans l’État considéré. En outre, les autorités compétentes peuvent conclure avec d’autres États des accords de réciprocité lorsque cela paraît indiqué pour la sauvegarde des intérêts des titulaires autrichiens de droits d’exploitation selon l’article 66.1).
3. Photographies
98.—1) Pour l’applicabilité des dispositions concernant la protection des photographies
(articles 73 et 74), les dispositions des articles 94 à 96 s’appliquent par analogie.
2) Lorsque le photographe est une personne morale, il suffit, pour satisfaire à l’exigence relative à la nationalité autrichienne, que ladite personne morale ait son siège sur le territoire national.
4. Phonogrammes et émissions de radiodiffusion
99.—1) Les phonogrammes sont protégés conformément à l’article 76, sans considération du fait qu’ils aient paru et sous quelle forme, lorsque leur producteur est citoyen autrichien. L’article
98.2) s’applique par analogie.
2) Les autres phonogrammes sont protégés conformément à l’article 76.1), 2) et 4) à 6)
lorsqu’ils ont paru sur le territoire national.
3) Les phonogrammes dont les producteurs sont étrangers et qui n’ont pas paru sur le territoire national sont protégés conformément à l’article 76.1), 2) et 4) à 6) sans préjudice des traités internationaux, à condition que les phonogrammes de producteurs autrichiens soient aussi protégés de manière équivalente dans l’État dont le producteur étranger est ressortissant, et en tout cas dans la même mesure que les phonogrammes des ressortissants de l’État considéré. Cette réciprocité est considérée comme assurée lorsqu’elle a été établie dans un avis du Ministre fédéral de la justice au vu de la situation juridique qui prévaut dans l’État considéré. En outre, les autorités compétentes peuvent conclure des accords de réciprocité avec d’autres États lorsque cela paraît indiqué pour la sauvegarde des intérêts des producteurs autrichiens de phonogrammes.
4) Les phonogrammes de producteurs étrangers qui n’ont pas paru sur le territoire national sont en outre protégés conformément à l’article 76.1), 2) et 4) à 6) lorsque le producteur est ressortissant d’un État partie à la Convention pour la protection des producteurs de phonogrammes contre la reproduction non autorisée de leurs phonogrammes du 29 octobre 1971 (BGBl. n°
294/1982).
5) La protection prévue par l’article 76.3) n’est, en tout cas, accordée aux étrangers que conformément aux accords internationaux.
Émissions de radiodiffusion
99a. Les émissions de radiodiffusion qui ne sont pas diffusées sur le territoire national ne sont protégées qu’en vertu des dispositions des traités internationaux.
Œuvres posthumes
99b. Les dispositions des articles 94 à 96 s’appliquent par analogie à la protection des œuvres posthumes (article 76b).
4a. Bases de données
99c.—1) Les bases de données sont protégées conformément à l’article 76d lorsque leur fabricant est citoyen autrichien ou qu’il a sa résidence habituelle sur le territoire national. L’article
98.2) s’applique par analogie.
2) Les autres bases de données sont protégées conformément à l’article 76d lorsque leur fabricant est une personne morale constituée conformément au droit en vigueur dans un État membre de la Communauté européenne ou d’un État partie à l’Accord sur l’Espace économique européen et lorsque
1. son principal centre administratif ou son principal établissement est situé dans l’un de ces États, ou
2. son siège statutaire est situé dans l’un de ces États et que ses activités ont créé un lien effectif et permanent avec l’économie de l’un de ces États.
3) En outre, les bases de données sont protégées en vertu des traités internationaux et des accords conclus par le Conseil de la Communauté européenne en vertu de l’article 11.3) de la directive 96/9/CE du Parlement européen et du Conseil [du 11 mars 1996] concernant la protection juridique des bases de données (JOCE n° L 77 du 27 mars 1996, p. 20).
5. Protection des nouvelles du jour et des titres
100.—1) Les étrangers qui n’ont pas leur principal établissement sur le territoire national ne jouissent de la protection prévue par les articles 79 et 80 qu’en vertu des dispositions des traités
internationaux ou sous condition de réciprocité; le Ministre fédéral de la justice est autorisé à publier au Bundesgesetzblatt un avis selon lequel la réciprocité est garantie par la législation nationale de l’État étranger, en précisant en tout cas la mesure dans laquelle cette réciprocité est garantie.
2) La protection visée à l’article 80 est accordée à l’auteur d’une œuvre protégée et aux personnes qui ont un droit d’usage sur cette œuvre même lorsque les conditions prévues à l’alinéa
1) ne sont pas remplies.
CHAPITRE V
DISPOSITIONS TRANSITOIRES ET FINALES
101.—1) Les dispositions de droit d’auteur de la présente loi, dans la mesure où celle-ci n’en décide pas autrement, s’appliquent aussi aux œuvres littéraires et artistiques créées avant son entrée en vigueur et qui ne sont pas tombées antérieurement dans le domaine public à la suite de l’expiration du délai de protection.
2) Les œuvres qui bénéficient de la protection par le droit d’auteur au moment de l’entrée en vigueur de la présente loi parce qu’elles doivent être considérées, en vertu de dispositions plus anciennes, comme parues sur le territoire national, demeurent protégées à l’égal des œuvres parues sur le territoire national, même si elles ne font pas partie des œuvres parues sur le territoire national en vertu de l’article 9.
3) La protection réciproque accordée par ordonnance dans les rapports avec des pays étrangers s’étend aussi à la protection prévue par la présente loi.
102.—1) Sera tranchée d’après la nouvelle loi la question de savoir à qui appartient le droit d’auteur sur les œuvres formées des apports distincts de plusieurs coauteurs mais constituant néanmoins un tout organique et qui ont été publiées avant l’entrée en vigueur de la présente loi par des autorités, corporations, établissements d’enseignement et institutions publiques, par des sociétés ou associations (article 40 de la loi sur le droit d’auteur, St.G.Bl. n° 417/1920). Toutefois, les droits d’usage sur de telles œuvres collectives appartiennent dans le doute aux publicateurs susindiqués.
2) Sera tranchée d’après la nouvelle loi la question de savoir à qui appartient le droit d’auteur sur un portrait commandé contre rémunération (article 13 de la loi sur le droit d’auteur, St.G.Bl. n°
417/1920) et dont la création est antérieure à l’entrée en vigueur de la nouvelle loi. Toutefois les droits d’usage sur un tel portrait appartiennent dans le doute au commettant.
103. Si, avant l’entrée en vigueur de la présente loi, l’exercice du droit d’auteur a été cédé à un tiers avec ou sans limitation, cette cession ne porte pas, dans le doute, sur des prérogatives qui ont été nouvellement accordées à l’auteur par la présente loi.
104. Les droits d’exploitation sur un film fabriqué à des fins commerciales, même s’il a été créé avant l’entrée en vigueur de la présente loi, appartiennent, conformément à l’article 38, au producteur, dans la mesure où un arrangement conclu entre les parties et restreignant ces droits du producteur ne s’y oppose pas. Si l’auteur prétend revendiquer pour lui un droit d’exploitation sur une telle œuvre, droit que l’article 38 attribue au producteur, il doit faire valoir son droit, sous peine de le perdre, dans l’année qui suit l’entrée en vigueur de la présente loi.
105. Ne sont pas touchés par la présente loi les droits des auteurs de traductions qui ont paru licitement avant l’entrée en vigueur de la présente loi, sans que le consentement de l’auteur de l’œuvre traduite ait été nécessaire.
106.—1) Les exemplaires confectionnés avant l’entrée en vigueur de la présente loi peuvent être mis en circulation librement aussi par la suite, dans la mesure où la libre mise en circulation des exemplaires d’une œuvre est licite d’après les dispositions antérieures, même si cette mise en
circulation n’est pas permise sans le consentement de l’ayant droit, conformément aux dispositions de la présente loi sur les libres utilisations de l’œuvre.
2) Le caractère licite des exemplaires qui ont été confectionnés avant l’entrée en vigueur doit être apprécié à la lumière des dispositions antérieures.
107. Le texte associé à une œuvre musicale qui, avant l’entrée en vigueur de la présente loi, a été publié de façon licite conjointement avec ladite œuvre (article 25 chiffre 5 de la loi sur le droit d’auteur, St.G.Bl. n° 417/1920) pourra être utilisé aussi par la suite, sous la forme susindiquée, de la manière autorisée par l’article 47.1) et 3). Toutefois, la disposition de l’article 47.2) devra être respectée.
108. Si, avant l’entrée en vigueur de la présente loi, une œuvre littéraire ou musicale a été fixée par un dispositif servant à une reproduction mécanique destinée à être entendue, le droit d’auteur institué sur cette fixation en vertu de l’article 23.3) et de l’article 28.2) de la loi sur le droit d’auteur (St.G.Bl. n° 417/1920) dont jouissent les personnes considérées selon ces dispositions comme des adaptateurs, s’éteint avec l’entrée en vigueur de la présente loi. Le droit cédé par l’auteur à un tiers d’exploiter une œuvre en vue d’une reproduction mécanique destinée à être entendue n’est pas touché. Mais ce droit ne s’étend, dans le doute, ni aux moyens destinés à une reproduction renouvelable et simultanée devant être vue et entendue, ni à la récitation, ni à la représentation ou exécution publique de l’œuvre à l’aide de supports visuels ou sonores, ni à la radiodiffusion de l’œuvre.
109.—1) Les dispositifs servant à la reproduction mécanique d’œuvres littéraires et musicales destinée à être entendue peuvent être exploités librement jusqu’à la fin de l’année 1936 pour des récitations et des représentations ou exécutions publiques, comme par le passé (article 25, chiffre 6, et article 30, chiffre 5, de la loi sur le droit d’auteur [St.G.Bl. n° 417/1920]).
2) L’alinéa 1) ne vise pas les moyens destinés à une reproduction renouvelable et simultanée destinée à être vue et entendue.
110.—1) Les dispositions des articles 66 à 72 s’appliquent en faveur des personnes désignées dans l’article 66.1) même lorsque la récitation ou la représentation ou exécution d’une œuvre littéraire ou musicale a eu lieu avant l’entrée en vigueur de la présente loi.
2) Si, avant l’entrée en vigueur de la présente loi, la récitation ou la représentation ou exécution a été fixée sur un support visuel ou sonore avec le consentement du titulaire du droit d’exploitation en vertu de l’article 66.1), ce consentement implique aussi, dans le doute, la concession au producteur du vidéogramme ou du phonogramme du droit exclusif de reproduire et de mettre en circulation celui-ci de la manière réservée par l’article 66 au titulaire du droit d’exploitation. En pareil cas, le consentement implique aussi, dans le doute, la permission d’apposer sur le vidéogramme ou le phonogramme le nom de la personne dont la récitation ou la représentation ou exécution a été enregistrée.
111. Les dispositions des articles 101 à 103 et 106 s’appliquent par analogie aux photographies (articles 73 à 75) faites avant l’entrée en vigueur de la présente loi.
112. Les phonogrammes sont protégés par l’article 76 même lorsque l’enregistrement des ondes sonores a eu lieu avant l’entrée en vigueur de la présente loi.
113.—1) Est abrogée la loi sur le droit d’auteur (R.G.Bl. n° 197/1895) dans la version actuellement exécutoire (décret d’exécution, St.G.Bl. n° 417/1920 et ordonnance, BGBl. n°
555/1933). Est également abrogée l’ordonnance BGBl. n° 347/1933.
2) (Observation: modification de JGS n° 946/1811.)
3) (Observation: modification de la loi fédérale sur la concurrence déloyale, BGBl. n°
531/1923.)
4) Sans objet.
114.—1) La présente loi fédérale entre en vigueur le 1er juillet 1936.
2) L’exécution de la présente loi incombe au Ministre fédéral de la justice, en accord avec le
Ministre fédéral des finances en ce qui concerne l’article 90a.1) à 4).
3) Des ordonnances peuvent être édictées sur la base de la présente loi fédérale à partir du jour suivant la publication de la loi mais elles ne pourront entrer en vigueur au plus tôt que conjointement avec cette loi.