Gesamte Rechtsvorschrift für Patentgesetz 1970
Langtitel
Patentgesetz 1970
StF: BGBl. Nr. 259/1970 (WV) idF BGBl. Nr. 137/1971 (DFB)
Änderung
BGBl. Nr. 167/1973 (VfGH)
BGBl. Nr. 560/1973 (VfGH)
BGBl. Nr. 581/1973 (NR: GP XIII RV 873 AB 902 S. 83. BR: S. 325.)
BGBl. Nr. 349/1977 (NR: GP XIV RV 490 AB 563 S. 60. BR: AB 1680 S. 365.)
BGBl. Nr. 526/1981 (NR: GP XV RV 809 AB 864 S. 89. BR: S. 415.)
BGBl. Nr. 201/1982 (NR: GP XV RV 162 AB 1050 S. 110. BR: S. 421.)
BGBl. Nr. 126/1984 (NR: GP XVI IA 74/A AB 205 S. 33. BR: AB 2798 S. 442. NR: Einspr. d. BR: 219 AB 230 S. 37.)
BGBl. Nr. 234/1984 (NR: GP XVI RV 265 AB 287 S. 47. BR: AB 2834 S. 447.)
BGBl. Nr. 104/1985 (NR: GP XVI RV 7 AB 527 S. 75. BR: AB 2940 S. 456. NR: Einspr. d. BR: 547 AB 559 S. 83.)
BGBl. Nr. 382/1986 (NR: GP XVI IA 192/A AB 1015 S. 151. BR: AB 3183 S. 478.)
BGBl. Nr. 653/1987 (NR: GP XVII RV 305 AB 365 S. 46. BR: AB 3418 S. 495.)
BGBl. Nr. 418/1992 (NR: GP XVIII RV 491 AB 566 S. 73. BR: 4289 AB 4295 S. 556.)
BGBl. Nr. 771/1992 (NR: GP XVIII RV 666 AB 785 S. 88. BR: AB 4367 S. 561.)
BGBl. Nr. 212/1994 idF BGBl. Nr. 819/1994 (DFB) (NR: GP XVIII RV 1234 AB 1522 S. 156. BR: AB 4762 S. 581.)
BGBl. Nr. 634/1994 (NR: GP XVIII RV 1634 AB 1745 S. 171. BR: AB 4884 S. 589.)
BGBl. Nr. 181/1996 (NR: GP XX RV 43 AB 76 S. 13. BR: AB 5154 S. 611.)
BGBl. I Nr. 175/1998 (NR: GP XX RV 1274 AB 1458 S. 145. BR: AB 5799 S. 646.)
BGBl. I Nr. 191/1999 (BG) (1. BRBG) (NR: GP XX RV 1811 AB 2031 S. 179. BR: AB 6041 S. 657.)
BGBl. I Nr. 143/2001 (NR: GP XXI RV 800 AB 845 S. 83. BR: AB 6521 S. 682.)
BGBl. I Nr. 149/2004 (NR: GP XXII RV 621 AB 770 S. 90. BR: AB 7197 S. 717.)
BGBl. I Nr. 42/2005 (NR: GP XXII RV 615 AB 921 S. 110. BR: AB 7282 S. 722.)
[CELEX-Nr.: 31998L0044]
BGBl. I Nr. 130/2005 (NR: GP XXII RV 997 AB 1140 S. 125. BR: AB 7409 S. 727.)
[CELEX-Nr.: 32004L0027, 32004L0028]
BGBl. I Nr. 151/2005 (NR: GP XXII RV 994 AB 1077 S. 122. BR: AB 7387 S. 725.)
[CELEX-Nr. 32003L0006]
BGBl. I Nr. 96/2006 (NR: GP XXII RV 1423 AB 1505 S. 150. BR: AB 7560 S. 735.)
[CELEX-Nr.: 32004L0048]
BGBl. I Nr. 81/2007 (NR: GP XXIII RV 216 AB 238 S. 35. BR: AB 7775 S. 749.)
BGBl. I Nr. 126/2009 (NR: GP XXIV RV 393 AB 421 S. 45. BR: 8196 AB 8204 S. 779.)
BGBl. I Nr. 135/2009 (NR: GP XXIV RV 485 AB 558 S. 49. BR: 8217 AB 8228 S. 780.)
BGBl. I Nr. 126/2013 (NR: GP XXIV RV 2358 und Zu 2358 AB 2413 S. 206. BR: AB 9018 S. 822.)
BGBl. I Nr. 71/2016 (NR: GP XXV RV 1144 AB 1204 S. 138. BR: AB 9633 S. 856.)
BGBl. I Nr. 124/2017 (NR: GP XXV RV 1656 AB 1678 S. 190. BR: AB 9851 S. 870.)
[CELEX-Nr.: 32015L2436]
BGBl. I Nr. 37/2018 (NR: GP XXVI RV 108 AB 139 S. 23. BR: 9967 AB 9970 S. 880.)
[CELEX-Nr.: 32017L2399, 32017L1572]
BGBl. I Nr. 61/2022 (NR: GP XXVII RV 1291 AB 1400 S. 147. BR: AB 10924 S. 939.)
BGBl. I Nr. 51/2023 (NR: GP XXVII RV 1955 AB 1999 S. 209. BR: AB 11228 S. 953.)
BGBl. I Nr. 186/2023 (NR: GP XXVII RV 2210 AB 2226 S. 233. BR: AB 11316 S. 959.)
Text
I. ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN
Patentierbare Erfindungen
§ 1. (1) Für Erfindungen auf allen Gebieten der Technik werden, sofern sie neu sind (§ 3), sich für den Fachmann nicht in nahe liegender Weise aus dem Stand der Technik ergeben und gewerblich anwendbar sind, auf Antrag Patente erteilt.
(2) Erfindungen, die die Voraussetzungen des Abs. 1 erfüllen, können auch dann patentiert werden, wenn sie ein Erzeugnis, das aus biologischem Material besteht oder dieses enthält, oder ein Verfahren, mit dem biologisches Material hergestellt, bearbeitet oder verwendet wird, zum Gegenstand haben, wobei biologisches Material ein Material ist, das genetische Informationen enthält und sich selbst reproduzieren oder in einem biologischen System reproduziert werden kann. Zu diesen patentierbaren Erfindungen zählen auch
- biologisches Material, das mit Hilfe eines technischen Verfahrens aus seiner natürlichen Umgebung isoliert oder hergestellt wird, auch wenn es in der Natur schon vorhanden war;
- ein isolierter Bestandteil des menschlichen Körpers oder ein auf andere Weise durch ein technisches Verfahren gewonnener Bestandteil, einschließlich der Sequenz oder Teilsequenz eines Gens, selbst wenn der Aufbau dieses Bestandteils mit dem Aufbau eines natürlichen Bestandteils identisch ist.
(3) Als Erfindungen werden insbesondere nicht angesehen:
- Entdeckungen sowie wissenschaftliche Theorien und mathematische Methoden;
- der menschliche Körper in den einzelnen Phasen seiner Entstehung und Entwicklung;
- die bloße Entdeckung eines Bestandteils des menschlichen Körpers, einschließlich der Sequenz oder Teilsequenz eines Gens;
- ästhetische Formschöpfungen;
- Pläne, Regeln und Verfahren für gedankliche Tätigkeiten, für Spiele oder für geschäftliche Tätigkeiten sowie Programme für Datenverarbeitungsanlagen;
- die Wiedergabe von Informationen.
(4) Abs. 3 steht der Patentierung der dort genannten Gegenstände oder Tätigkeiten nur entgegen, soweit für sie als solche Schutz begehrt wird.
Ausnahmen von der Patentierbarkeit
§ 2. (1) Patente werden nicht erteilt für:
- Erfindungen, deren Verwertung gegen die öffentliche Ordnung oder die guten Sitten verstoßen würde; ein solcher Verstoß kann nicht allein daraus hergeleitet werden, dass die Verwertung der Erfindung durch Rechts- oder Verwaltungsvorschriften verboten ist; als nicht patentierbar gelten in diesem Sinne unter anderem:
- a) Verfahren zum Klonen von menschlichen Lebewesen;
- b) Verfahren zur Veränderung der genetischen Identität der Keimbahn des menschlichen Lebewesens;
- c) die Verwendung von menschlichen Embryonen;
- d) die Herstellung und Verwertung von hybriden Lebewesen, die aus Keimzellen, totipotenten Zellen oder Zellkernen von Menschen und Tieren entstehen;
- e) Verfahren zur Veränderung der genetischen Identität von Tieren, die geeignet sind, Leiden dieser Tiere ohne wesentlichen medizinischen Nutzen für den Menschen oder das Tier zu verursachen, sowie die mit Hilfe solcher Verfahren erzeugten Tiere;
- Verfahren zur chirurgischen oder therapeutischen Behandlung des menschlichen oder tierischen Körpers und Diagnostizierverfahren, die am menschlichen oder tierischen Körper vorgenommen werden; dies gilt nicht für Erzeugnisse, insbesondere Stoffe oder Stoffgemische, zur Anwendung in einem dieser Verfahren.
(2) Patente werden nicht erteilt für Pflanzensorten oder Tierrassen sowie für im Wesentlichen biologische Verfahren zur Züchtung von Pflanzen oder Tieren und die ausschließlich durch solche Verfahren gewonnenen Pflanzen oder Tiere sowie Teile von Pflanzen oder Tieren, die ausschließlich einem im Wesentlichen biologischen Verfahren zur Züchtung von Pflanzen oder Tieren entstammen, soweit sie zu Pflanzen oder Tieren regeneriert werden können. Der Begriff der Pflanzensorte wird durch Artikel 5 der Verordnung (EG) Nr. 2100/94 über den gemeinschaftlichen Sortenschutz, ABl. Nr. L 227 vom 1. September 1994 S. 1, in der Fassung der Verordnung (EG) Nr. 2506/95, ABl. Nr. L 258 vom 28. Oktober 1995 S. 3, definiert. Ein Verfahren zur Züchtung von Pflanzen oder Tieren ist im Wesentlichen biologisch, wenn es vollständig auf natürlichen Phänomenen wie Kreuzung, Selektion, nicht zielgerichteter Mutagenese oder auf in der Natur stattfindenden, zufälligen Genveränderungen beruht. Erfindungen, deren Gegenstand Pflanzen oder Tiere sind, können patentiert werden, wenn die Ausführung der Erfindung technisch nicht auf eine bestimmte Pflanzensorte oder Tierrasse beschränkt ist.
(2a) Abs. 2 erster Satz berührt nicht die Patentierbarkeit von Erfindungen,
- die ein mikrobiologisches oder sonstiges technisches Verfahren oder ein durch diese Verfahren gewonnenes Erzeugnis zum Gegenstand haben, wobei ein mikrobiologisches Verfahren jedes Verfahren ist, bei dem mikrobiologisches Material verwendet, ein Eingriff in mikrobiologisches Material durchgeführt oder mikrobiologisches Material hervorgebracht wird, oder
- die Pflanzen oder Tiere zum Gegenstand haben, die mit nicht zielgerichtete Mutagenese für andere als landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche und gartenbauliche Zwecke gezüchtet werden.
(3) Bei der Anwendung des Abs. 1 Z 1 lit. a bis c sind die entsprechenden Vorschriften des Fortpflanzungsmedizingesetzes, BGBl. Nr. 275/1992, in der zum Zeitpunkt des In-Kraft-Tretens dieses Gesetzes gültigen Fassung zu beachten.
Neuheit
§ 3. (1) Eine Erfindung gilt als neu, wenn sie nicht zum Stand der Technik gehört. Den Stand der Technik bildet alles, was der Öffentlichkeit vor dem Prioritätstag der Anmeldung durch schriftliche oder mündliche Beschreibung, durch Benützung oder in sonstiger Weise zugänglich gemacht worden ist.
(2) Als Stand der Technik gilt auch der Inhalt prioritätsälterer
- Patentanmeldungen auf Grund dieses Bundesgesetzes,
- Gebrauchsmusteranmeldungen auf Grund des Gebrauchsmustergesetzes, BGBl. Nr. 211/1994,
- internationaler Anmeldungen im Sinne des § 1 Z 6 des Patentverträge-Einführungsgesetzes, BGBl. Nr. 52/1979, wenn die Voraussetzungen gemäß § 16 Abs. 2 des Patentverträge-Einführungsgesetzes erfüllt sind,
- europäischer Patentanmeldungen im Sinne des § 1 Z 4 des Patentverträge-Einführungsgesetzes, und
- europäischer Patentanmeldungen im Sinne des § 1 Z 4 des Patentverträge-Einführungsgesetzes, wenn die europäische Patentanmeldung aus einer internationalen Anmeldung hervorgegangen ist, aber nur sofern die Voraussetzungen des Artikels 153 Abs. 5 des Europäischen Patentübereinkommens, BGBl. Nr. 350/1979, erfüllt sind,
in der ursprünglich eingereichten Fassung, deren Inhalt erst am Prioritätstag der jüngeren Anmeldung oder danach amtlich veröffentlicht worden ist. Bei der Beurteilung der Frage, ob sich die Erfindung für den Fachmann nicht in nahe liegender Weise aus dem Stand der Technik ergibt, werden solche prioritätsälteren Anmeldungen nicht in Betracht gezogen.
(3) Die Patentierbarkeit von Stoffen oder Stoffgemischen, die zum Stand der Technik gehören, wird durch die Abs. 1 und 2 nicht ausgeschlossen, sofern sie zur Anwendung in einem Verfahren nach § 2 Abs. 1 Z 2 bestimmt sind und ihre Anwendung in einem dieser Verfahren nicht zum Stand der Technik gehört. Ebenso wenig wird die Patentierbarkeit der genannten Stoffe oder Stoffgemische zur spezifischen Anwendung in einem der genannten Verfahren durch die Abs. 1 und 2 ausgeschlossen, wenn diese Anwendung nicht zum Stand der Technik gehört.
(4) Für die Anwendung der Abs. 1 und 2 bleibt eine Offenbarung der Erfindung außer Betracht, die nicht früher als sechs Monate vor Einreichung der Anmeldung erfolgt ist und unmittelbar oder mittelbar zurückgeht
- auf einen offensichtlichen Missbrauch zum Nachteil des Anmelders oder seines Rechtsvorgängers oder
- darauf, dass der Anmelder oder sein Rechtsvorgänger die Erfindung auf amtlichen oder amtlich anerkannten Ausstellungen im Sinne des Übereinkommens über internationale Ausstellungen, BGBl. Nr. 445/1980, zur Schau gestellt hat.
(5) Abs. 4 Z 2 ist nur anzuwenden, wenn der Anmelder bei der Einreichung der Anmeldung angibt, daß die Erfindung bei der Ausstellung zur Schau gestellt worden ist, und hierüber innerhalb von vier Monaten nach der Einreichung eine Bestätigung der Ausstellungsleitung vorlegt. Darin ist der Tag der Ausstellungseröffnung und, sofern die erstmalige Offenbarung nicht gleichzeitig erfolgt ist, auch deren Tag anzugeben. Der Bestätigung ist eine Darstellung der Erfindung beizufügen, die mit einem Beglaubigungsvermerk der Ausstellungsleitung versehen ist.
Anspruch auf ein Patent
§ 4. (1) Auf die Erteilung des Patentes hat nur der Erfinder oder sein Rechtsnachfolger Anspruch. Bis zum Beweis des Gegenteils wird als Erfinder der erste Anmelder angesehen.
(2) Wird die Verbesserung oder sonstige weitere Ausbildung einer bereits durch Patent geschützten oder zur Patentierung angemeldeten und hiezu führenden Erfindung von dem Inhaber des Stammpatentes oder von dessen Rechtsnachfolger angemeldet, so steht es diesem frei, für die Verbesserung oder sonstige weitere Ausbildung entweder ein selbständiges Patent oder ein vom Stammpatent abhängiges Zusatzpatent zu erwirken.
(Anm.: Abs. 3 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 149/2004)
§ 5. (1) Der erste Anmelder hat jedoch keinen Anspruch auf Erteilung des Patentes, wenn er nicht der Erfinder oder dessen Rechtsnachfolger ist oder wenn der wesentliche Inhalt seiner Anmeldung den Beschreibungen, Zeichnungen, Modellen, Gerätschaften oder Einrichtungen eines anderen oder einem von diesem angewendeten Verfahren ohne dessen Einwilligung entnommen ist.
(2) Ist die Erfindung der Reihe nach von einem Erfindungsbesitzer dem anderen ohne Einwilligung entnommen worden, so geht im Falle des Widerstreites der frühere Erfindungsbesitzer dem späteren vor.
Erfindungen von Dienstnehmern
§ 6. (1) Dienstnehmer haben auch für die von ihnen während des Bestandes des Dienstverhältnisses gemachten Erfindungen den Anspruch auf die Erteilung des Patentes (§ 4), wenn nicht durch Vertrag (§ 7 Abs. 1) oder auf Grund des § 7 Abs. 2 etwas anderes bestimmt ist.
(2) Als Dienstnehmer gelten Angestellte und Arbeiter jeder Art.
§ 7. (1) Vereinbarungen zwischen Dienstgebern und Dienstnehmern, nach denen künftige Erfindungen des Dienstnehmers dem Dienstgeber gehören sollen oder dem Dienstgeber ein Benützungsrecht an solchen Erfindungen eingeräumt werden soll, haben nur dann rechtliche Wirkung, wenn die Erfindung eine Diensterfindung (Abs. 3) ist. Die Vereinbarung bedarf zu ihrer Gültigkeit der schriftlichen Form, der auch Genüge geleistet ist, wenn darüber ein Kollektivvertrag (§ 2 Abs. 1 des Arbeitsverfassungsgesetzes, BGBl. Nr. 22/1974) vorliegt.
(2) Ist das Dienstverhältnis ein öffentlich-rechtliches, so kann der Dienstgeber, ohne daß es einer Vereinbarung mit dem Dienstnehmer bedarf, dessen Diensterfindungen zur Gänze oder ein Benützungsrecht an solchen Erfindungen für sich in Anspruch nehmen; das Benützungsrecht ist auch gegen Dritte wirksam. In diesen Fällen finden die Bestimmungen des folgenden Absatzes und der §§ 8 bis 17 und des § 19 sinngemäß Anwendung.
(3) Eine Diensterfindung ist die Erfindung eines Dienstnehmers, wenn sie ihrem Gegenstande nach in das Arbeitsgebiet des Unternehmens, in dem der Dienstnehmer tätig ist, fällt und wenn
- entweder die Tätigkeit, die zu der Erfindung geführt hat, zu den dienstlichen Obliegenheiten des Dienstnehmers gehört oder
- wenn der Dienstnehmer die Anregung zu der Erfindung durch seine Tätigkeit in dem Unternehmen erhalten hat oder
- das Zustandekommen der Erfindung durch die Benützung der Erfahrungen oder der Hilfsmittel des Unternehmens wesentlich erleichtert worden ist.
§ 8. (1) Dem Dienstnehmer gebührt in jedem Falle für die Überlassung einer von ihm gemachten Erfindung an den Dienstgeber sowie für die Einräumung eines Benützungsrechtes hinsichtlich einer solchen Erfindung eine angemessene besondere Vergütung.
(2) Wenn der Dienstnehmer jedoch ausdrücklich zur Erfindertätigkeit im Unternehmen des Dienstgebers angestellt und auch tatsächlich damit vorwiegend beschäftigt ist und wenn die ihm obliegende Erfindertätigkeit zu der Erfindung geführt hat, so gebührt ihm eine besondere Vergütung nur insoweit, als nicht schon in dem ihm auf Grund des Dienstverhältnisses im Hinblick auf seine Erfindertätigkeit zukommenden höheren Entgelt eine angemessene Vergütung für die Erfindung gelegen ist.
§ 9. Bei der Bemessung der Vergütung (§ 8) ist nach den Umständen des Falles insbesondere Bedacht zu nehmen
- auf die wirtschaftliche Bedeutung der Erfindung für das Unternehmen;
- auf eine sonst etwa erfolgte Verwertung der Erfindung im Inland oder Ausland;
- auf den Anteil, den Anregungen, Erfahrungen, Vorarbeiten oder Hilfsmittel des Unternehmens des Dienstgebers oder dienstliche Weisungen an dem Zustandekommen der Erfindung gehabt haben.
§ 10. (1) Die Vergütung kann nachträglich auf Antrag eines der Beteiligten nach billigem Ermessen geändert werden, wenn eine wesentliche Änderung der für die Angemessenheit der Vergütung maßgebenden Verhältnisse eingetreten ist. Keinesfalls sind jedoch Leistungen zurückzuerstatten, die der Dienstnehmer auf Grund der früheren Festsetzung empfangen hat. Ebensowenig sind Leistungen, die auf Grund der früheren Festsetzung bereits bewirkt oder fällig geworden sind, nachträglich zu ergänzen, es sei denn, daß die Vergütung in einer einmaligen Leistung besteht.
(2) Der Anspruch auf Änderung der Vergütung steht dem Dienstnehmer auch im Fall der Übertragung der Erfindung durch den Dienstgeber auf einen Dritten dann zu, wenn der vom Dienstgeber bei dieser Übertragung erzielte Erlös in auffälligem Mißverhältnis zu der dem Dienstnehmer gewährten Vergütung steht oder wenn der Dienstgeber an der Ausnützung der Erfindung beteiligt bleibt und hiebei ein Erträgnis erzielt, das in auffälligem Mißverhältnis zu der dem Dienstnehmer gewährten Vergütung steht.
(3) Der Antrag (Abs. 1 und 2) kann erst nach Ablauf eines Jahres nach der letzten Festsetzung der Vergütung gestellt werden.
§ 11. (1) Wenn das Ausmaß der Vergütung (§§ 8 bis 10) von der Benützung der Erfindung durch den Dienstgeber abhängig gemacht ist und dieser es unterläßt, die Erfindung in einem ihrer wirtschaftlichen Bedeutung für das Unternehmen angemessenen Umfang zu benützen, so ist die Vergütung so zu bemessen, als hätte der Dienstgeber die Erfindung in dem ihrer wirtschaftlichen Bedeutung für das Unternehmen angemessenen Umfang benützt.
(2) In gleicher Weise ist die Vergütung zu bemessen, wenn der Dienstgeber die Erfindung auf einen Dritten übertragen oder in anderer Weise über sie verfügt hat, es sei denn, daß der Dienstnehmer einer solchen Übertragung oder Verfügung zugestimmt hat und der Dienstnehmer nicht beweist, daß diese Übertragung oder Verfügung nur zum Schein geschehen ist.
(3) Der Dienstgeber wird von der im Abs. 1 festgesetzten Verbindlichkeit zur Leistung der Vergütung befreit, wenn er sich verpflichtet, einem vom Dienstnehmer zu bezeichnenden Dritten das Recht zur Benützung der Erfindung einzuräumen. Der Dritte, dem das Benützungsrecht eingeräumt wird, hat dem Dienstgeber für dessen unter Berücksichtigung der Vorschriften des § 9 lit. c zu ermittelnden Anteil an der Erfindung eine Vergütung zu leisten. In Ansehung dieser Vergütung kann gemäß § 10 nachträglich Abänderung gefordert werden.
(4) Der Anspruch (Abs. 1 und 2) ist ausgeschlossen, wenn dem Dienstgeber unter billiger Berücksichtigung der Umstände des Falles eine Benützung der Erfindung überhaupt nicht oder nicht in einem größeren Umfang, als sie stattgefunden hat, zugemutet werden kann oder, falls eine Übertragung oder eine andere Verfügung unterblieben wäre, zugemutet werden könnte. Wenn jedoch der Dienstgeber aus der Erfindung Nutzen zieht, ohne sie auszuüben, so gebührt dem Dienstnehmer eine angemessene Vergütung.
§ 12. (1) Wenn eine Vereinbarung besteht, nach der künftige Erfindungen des Dienstnehmers dem Dienstgeber gehören sollen (§ 7), so hat der Dienstnehmer jede Erfindung, die er macht, ausgenommen solche, die offenbar nicht unter die Vereinbarung fallen, dem Dienstgeber unverzüglich mitzuteilen. Der Dienstgeber hat binnen vier Monaten nach dem Tag, an dem er diese Mitteilung erhalten hat, dem Dienstnehmer zu erklären, ob er die Erfindung auf Grund der bestehenden Vereinbarung als Diensterfindung für sich in Anspruch nimmt.
(2) Versäumt der Dienstnehmer diese Mitteilung, so haftet er dem Dienstgeber, unbeschadet des diesem zustehenden Anspruches auf die Erfindung, für den Ersatz des Schadens, der auch den entgangenen Gewinn umfaßt. Versäumt der Dienstgeber die Erklärung oder gibt er eine verneinende Erklärung ab, so verbleibt die Erfindung dem Dienstnehmer.
§ 13. (1) Der Dienstgeber und der Dienstnehmer sind zur Geheimhaltung der Erfindungen verpflichtet, die den Gegenstand der im § 12 Abs. 1 vorgesehenen Mitteilung und Erklärung bilden.
(2) Die Geheimhaltungspflicht des Dienstnehmers erlischt
- wenn der Dienstgeber die im § 12 Abs. 1 vorgesehene Erklärung versäumt hat oder wenn er innerhalb der Frist eine verneinende Erklärung abgegeben hat;
- wenn der Dienstgeber die Erfindung rechtzeitig für sich in Anspruch genommen (§ 12 Abs. 1) und die Geheimhaltung aufgegeben hat.
(3) Durch das Erlöschen der Geheimhaltungspflicht nach der vorstehenden Bestimmung wird die Geheimhaltungspflicht, soweit sie sonst dem Dienstnehmer obliegt, nicht berührt.
(4) Die Geheimhaltungspflicht des Dienstgebers erlischt, wenn er die Erfindung rechtzeitig für sich in Anspruch genommen (§ 12 Abs. 1) und der Dienstnehmer dagegen keinen Widerspruch erhoben hat.
(5) Die Geheimhaltungspflicht hindert den Dienstgeber und den Dienstnehmer nicht, zur Wahrung ihrer Rechte hinsichtlich der Erfindung die Patentanmeldung zu bewirken sowie die sonst erforderlichen Schritte zu unternehmen.
(6) Der Dienstgeber oder der Dienstnehmer, der die Geheimhaltungspflicht verletzt, ist zum Ersatz des Schadens, der auch den entgangenen Gewinn umfaßt, an den anderen Teil verpflichtet.
§ 14. Wenn der Dienstgeber dem Dienstnehmer für eine Diensterfindung eine Vergütung geleistet hat und dann hervorkommt, daß nicht dieser Dienstnehmer, sondern ein anderer Dienstnehmer desselben Dienstgebers die Erfindung gemacht hat oder daß ein anderer Dienstnehmer desselben Dienstgebers an der Erfindung mitgewirkt hat, so kann der Dienstgeber dem Berechtigten gegenüber die dem Nichtberechtigten geleistete Vergütung ganz oder in dem dem Anteil des Berechtigten an der Erfindung entsprechenden Verhältnis aufrechnen, wenn er im guten Glauben geleistet hat und die Erfindung auch nach dem mit dem Berechtigten bestehenden Rechtsverhältnis dem Dienstgeber gehört.
§ 15. (1) Wenn der Dienstgeber mit dem Dienstnehmer Vereinbarungen wegen einer Diensterfindung getroffen hat, so kann er dennoch jederzeit erklären, auf seine Rechte an der Erfindung ganz oder zum Teil zu verzichten. Der Dienstnehmer kann in einem solchen Fall verlangen, daß die Rechte des Dienstgebers an der Erfindung, soweit der Verzicht reicht, auf ihn übertragen werden.
(2) Wenn der Dienstgeber auf seine Rechte an der Erfindung ganz verzichtet, so hört die Verpflichtung zur Leistung der Vergütung mit dem Zeitpunkt der Abgabe der Verzichtserklärung auf. Im Fall eines Teilverzichtes kann der Dienstgeber eine entsprechende Herabsetzung der Vergütung verlangen, sofern eine gesonderte Verwertung der auf den Dienstnehmer übertragenen Rechte möglich ist.
(3) Die Verpflichtung zur Leistung einer auf die Zeit bis zur Abgabe der Verzichtserklärung entfallenden Vergütung bleibt unberührt.
§ 16. Die nach den Bestimmungen der §§ 6 bis 15 begründeten Rechte des Dienstgebers und des Dienstnehmers werden durch die Auflösung des Dienstverhältnisses nicht berührt.
§ 17. Die Rechte, die dem Dienstnehmer auf Grund der Bestimmungen der §§ 6 bis 16 zustehen, können durch Vereinbarung weder aufgehoben noch beschränkt werden.
§ 19. Ansprüche von Dienstgebern und Dienstnehmern nach den Bestimmungen der §§ 7 bis 15 verjähren in drei Jahren.
Anspruch auf Erfindernennung
§ 20. (1) Der Erfinder hat Anspruch auf Nennung als Erfinder.
(2) Der Anspruch kann nicht übertragen werden und geht nicht auf die Erben über. Ein Verzicht auf den Anspruch ist ohne rechtliche Wirkung.
(3) Die Nennung als Erfinder geschieht auf Antrag durch Anführung in der Veröffentlichung der Anmeldung, in der Bekanntmachung der Veröffentlichung, in der Bekanntmachung der Patenterteilung, in der Patentschrift, in der Patenturkunde und durch Eintragung in das Patentregister. Ist die Bekanntmachung der Patenterteilung schon erfolgt und ist die Patenturkunde bereits ausgefertigt, so ist auf Antrag eine besondere Bescheinigung über die Nennung als Erfinder auszufertigen und eine besondere Bekanntmachung im Patentblatt zu veröffentlichen. Die Nennung als Erfinder ist auch in die vom Patentamt auszustellenden Prioritätsbelege aufzunehmen.
(4) Der Antrag kann sowohl vom Erfinder als auch vom Anmelder oder vom Patentinhaber gestellt werden. Sind zur Stellung des Antrages mehrere Personen berechtigt, so hat, wenn der Antrag nicht von allen Berechtigten gemeinsam gestellt wird, der Antragsteller die Zustimmung der übrigen Berechtigten nachzuweisen. Soll ein anderer als der bereits als Erfinder Genannte neben diesem oder an seiner Stelle als Erfinder genannt werden, so ist auch die Zustimmung des bisher als Erfinder Genannten nachzuweisen.
(5) Verweigert der Anmelder, der Patentinhaber oder der bereits als Erfinder Genannte die Zustimmung, so hat das Patentamt auf Antrag über den Anspruch auf Nennung als Erfinder zu entscheiden.
(6) Über den Antrag (Abs. 5) wird nach den Verfahrensvorschriften für den Anfechtungsstreit verhandelt. Die Erteilung des Patentes wird durch die Anhängigkeit des Verfahrens über einen solchen Antrag nicht aufgeschoben. Auf Grund der dem Antrag stattgebenden rechtskräftigen Entscheidung ist auf Antrag des Berechtigten nach Abs. 3 vorzugehen.
Vertreter
§ 21. (1) Wer als Vertreter vor dem Patentamt einschreitet, muss seinen Wohnsitz oder seine Niederlassung im Inland haben; für Rechtsanwälte, Patentanwälte und Notare gelten allerdings die berufsrechtlichen Vorschriften. Der Vertreter hat seine Bevollmächtigung durch eine schriftliche Vollmacht darzutun, die in Urschrift oder in ordnungsgemäß beglaubigter Abschrift vorzulegen ist. Sind mehrere Personen bevollmächtigt, so ist auch jeder einzelne allein zur Vertretung befugt.
(2) Schreitet ein Rechtsanwalt, Patentanwalt oder Notar ein, so ersetzt die Berufung auf die ihm erteilte Bevollmächtigung deren urkundlichen Nachweis.
(3) Schreitet ein Vertreter ohne Vollmacht ein oder, im Fall des Abs. 2, ohne sich auf die ihm erteilte Bevollmächtigung zu berufen, so ist die von ihm vorgenommene Verfahrenshandlung nur unter der Bedingung wirksam, daß er innerhalb der ihm gesetzten angemessenen Frist eine ordnungsgemäße Vollmacht vorlegt oder sich auf die ihm erteilte Bevollmächtigung beruft.
(4) Wer im Inland weder Wohnsitz noch Niederlassung hat, kann Rechte aus diesem Bundesgesetz vor dem Patentamt nur geltend machen, wenn er durch einen im § 77 angeführten Parteienvertreter vertreten ist. Sofern sich Wohnsitz oder Niederlassung im EWR oder in der Schweizerischen Eidgenossenschaft befinden, genügt jedoch für die Geltendmachung von Rechten aus diesem Bundesgesetz die Bestellung eines im Inland wohnhaften Zustellungsbevollmächtigten. Das Erfordernis des Hauptwohnsitzes im Inland gilt nicht für Staatsangehörige von EWR-Vertragsstaaten, falls Zustellungen durch Staatsverträge mit dem Vertragsstaat des Wohnsitzes des Zustellungsbevollmächtigten oder auf andere Weise sichergestellt sind. Für die Inanspruchnahme von Service- und Informationsleistungen des Patentamtes einschließlich Gutachten und Recherchen ist weder die Bestellung eines Vertreters noch eines Zustellungsbevollmächtigten erforderlich.
(5) Ergänzend zu § 83c JN gilt der Ort, an dem
- der Vertreter seinen inländischen Wohnsitz oder seine inländische
Niederlassung hat, oder - der Zustellungsbevollmächtigte seinen inländischen Wohnsitz hat, oder
- in Ermangelung eines Vertreters mit inländischem Wohnsitz oder inländischer Niederlassung oder eines Zustellungsbevollmächtigten mit inländischem Wohnsitz der Ort, an dem das Patentamt seinen Sitz hat,
für die das Patent betreffenden Angelegenheiten als Wohnsitz oder Niederlassung eines Patentinhabers, der im Inland weder Wohnsitz noch Niederlassung hat.
(6) Die einem Rechtsanwalt, Patentanwalt oder Notar zur Vertretung vor dem Patentamt erteilte Bevollmächtigung ermächtigt ihn kraft Gesetzes, alle Rechte aus diesem Bundesgesetz vor dem Patentamt und – soweit er gesetzlich dazu befugt ist – den Rechtsmittelinstanzen geltend zu machen, insbesondere Patente anzumelden, Anmeldungen einzuschränken oder zurückzuziehen, Einsprüche zu erheben, auf Patente zu verzichten, von der Nichtigkeitsabteilung zu behandelnde Anträge sowie Rechtsmittel einzubringen und zurückzuziehen, ferner Vergleiche zu schließen, Zustellungen aller Art sowie amtliche Gebühren und die vom Gegner zu erstattenden Verfahrens- und Vertretungskosten anzunehmen sowie einen Stellvertreter zu bestellen.
(7) Die Bevollmächtigung gemäß Abs. 6 kann auf ein bestimmtes Schutzrecht und auf die Vertretung in einem bestimmten Verfahren beschränkt werden. Sie wird jedoch weder durch den Tod des Vollmachtgebers noch durch eine Veränderung in seiner Handlungsfähigkeit aufgehoben.
(8) Soll ein Vertreter, der nicht Rechtsanwalt, Patentanwalt oder Notar ist, auch ermächtigt sein, auf ein erteiltes Patent ganz oder zum Teil zu verzichten, so muß er hiezu ausdrücklich bevollmächtigt sein.
Wirkung des Patentes
§ 22. (1) Das Patent berechtigt den Patentinhaber andere davon auszuschließen, den Gegenstand der Erfindung betriebsmäßig herzustellen, in Verkehr zu bringen, feilzuhalten oder zu gebrauchen oder zu den genannten Zwecken einzuführen oder zu besitzen. Die Wirkung des Patentes erstreckt sich nicht auf Studien und Versuche sowie die sich daraus ergebenden praktischen Anforderungen, soweit sie für die Erlangung einer arzneimittelrechtlichen Genehmigung, Zulassung oder Registrierung für das Inverkehrbringen erforderlich sind.
(1a) Die Wirkung des Patentes erstreckt sich nicht auf die Nutzung biologischen Materials zum Zweck der Züchtung, Entdeckung und Entwicklung einer neuen Pflanzensorte.
(1b) Die Wirkung eines Patentes, dessen Gegenstand Pflanzen oder Tiere sind, erstreckt sich nicht auf Pflanzen oder Tiere mit denselben spezifizierten Eigenschaften, die unabhängig vom patentierten biologischen Material und mit im Wesentlichen biologischen Verfahren hergestellt wurden, sowie nicht auf biologisches Material, das aus diesem unabhängig hergestellten Material durch Reproduktion oder Vermehrung gewonnen wird. Dies gilt jedoch nicht für Pflanzen oder Tiere, die mit im Wesentlichen biologischen Verfahren im Sinne von § 2 Abs. 2a lit. b hergestellt wurden.
(2) Ist das Patent für ein Verfahren erteilt, so erstreckt sich die Wirkung auch auf die durch dieses Verfahren unmittelbar hergestellten Erzeugnisse.
(3) Das Patent hat ferner die Wirkung, dass es jedem Dritten verboten ist, ohne Zustimmung des Patentinhabers anderen als den zur Benützung der Erfindung berechtigten Personen Mittel, die sich auf ein wesentliches Element der Erfindung beziehen, zur Benützung der Erfindung anzubieten oder zu liefern, wenn der Dritte weiß oder es aufgrund der Umstände offensichtlich ist, dass diese Mittel dazu geeignet und bestimmt sind, für die Benützung der Erfindung verwendet zu werden.
(4) Abs. 3 ist nicht anzuwenden, wenn diese Mittel allgemein im Handel erhältliche Erzeugnisse sind, es sei denn, dass der Dritte den Belieferten bewusst veranlasst, in einer nach Abs. 1 verbotenen Weise zu handeln.
(5) Personen, die die im Abs. 1 genannten Handlungen nicht betriebsmäßig vornehmen, gelten im Sinne des Abs. 3 nicht als Personen, die zur Benützung der Erfindung berechtigt sind.
§ 22a. (1) Der Schutzbereich der veröffentlichten Anmeldung und des Patentes wird durch die Patentansprüche bestimmt. Die Beschreibung und die Zeichnungen sind jedoch zur Auslegung der Patentansprüche heranzuziehen. Dabei ist das Protokoll über die Auslegung des Artikels 69 des Europäischen Patentübereinkommens sinngemäß anzuwenden.
(2) Für den Zeitraum bis zur Erteilung des Patentes wird der Schutzbereich der Anmeldung durch die zuletzt eingereichten Patentansprüche, die in der Veröffentlichung gemäß § 101 enthalten sind, bestimmt. Jedoch bestimmt das Patent in seiner erteilten oder im Einspruchs- oder Nichtigkeitsverfahren geänderten Fassung rückwirkend den Schutzbereich der Anmeldung, soweit deren Schutzbereich nicht erweitert wird.
§ 22b. (1) Der Schutz eines Patentes für biologisches Material, das aufgrund der Erfindung mit bestimmten Eigenschaften ausgestattet ist, umfasst jedes biologische Material, das aus diesem biologischen Material durch generative oder vegetative Vermehrung in gleicher oder abweichender Form gewonnen wird und mit denselben Eigenschaften ausgestattet ist.
(2) Der Schutz eines Patentes für ein Verfahren, das die Gewinnung eines aufgrund der Erfindung mit bestimmten Eigenschaften ausgestatteten biologischen Materials ermöglicht, umfasst das mit diesem Verfahren unmittelbar gewonnene biologische Material und jedes andere mit denselben Eigenschaften ausgestattete biologische Material, das durch generative oder vegetative Vermehrung in gleicher oder abweichender Form aus dem unmittelbar gewonnenen biologischen Material gewonnen wird.
(3) Der Schutz, der durch ein Patent für ein Erzeugnis erteilt wird, das aus einer genetischen Information besteht oder sie enthält, erstreckt sich vorbehaltlich § 1 Abs. 3 Z 2 und 3 auf jedes Material, in das dieses Erzeugnis Eingang findet und in dem die genetische Information enthalten ist und ihre Funktion erfüllt.
§ 22c. (1) Der im § 22b vorgesehene Schutz erstreckt sich nicht auf das biologische Material, das durch generative oder vegetative Vermehrung von biologischem Material gewonnen wird, das im Europäischen Wirtschaftsraum vom Patentinhaber oder mit dessen Zustimmung in Verkehr gebracht wurde, wenn die generative oder vegetative Vermehrung notwendigerweise das Ergebnis der Verwendung ist, für die das biologische Material in Verkehr gebracht wurde, vorausgesetzt, dass das so gewonnene Material anschließend nicht für andere generative oder vegetative Vermehrung verwendet wird.
(2) Abweichend von § 22b beinhaltet der Verkauf oder das sonstige Inverkehrbringen von pflanzlichem Vermehrungsmaterial durch den Patentinhaber oder mit dessen Zustimmung an einen Landwirt zum landwirtschaftlichen Anbau dessen Befugnis, sein Erntegut für die generative oder vegetative Vermehrung durch ihn selbst im eigenen Betrieb zu verwenden, wobei Ausmaß und Modalitäten dieser Ausnahmeregelung denjenigen des Artikels 14 der Verordnung (EG) Nr. 2100/94 entsprechen.
(3) Abweichend von § 22b beinhaltet der Verkauf oder das sonstige Inverkehrbringen von Zuchtvieh oder von tierischem Vermehrungsmaterial durch den Patentinhaber oder mit dessen Zustimmung an einen Landwirt dessen Befugnis, das geschützte Vieh zu landwirtschaftlichen Zwecken zu verwenden. Diese Befugnis erstreckt sich auch auf die Überlassung des Viehs oder anderen tierischen Vermehrungsmaterials zur Fortführung seiner landwirtschaftlichen Tätigkeit, jedoch nicht auf den Verkauf mit dem Ziel oder im Rahmen einer gewerblichen Viehzucht. Für diese Befugnis ist eine angemessene Entschädigung zu zahlen.
(4) § 22b gilt nicht für biologisches Material, das im Bereich der Landwirtschaft zufällig oder technisch nicht vermeidbar gewonnen wurde. Daher kann ein Landwirt nicht in Anspruch genommen werden, wenn er nicht diesem Patentschutz unterliegendes Saat- oder Pflanzgut angebaut hat.
§ 23. (1) Die Wirkung des Patentes tritt gegen denjenigen nicht ein, der bereits zur Zeit der Anmeldung im guten Glauben die Erfindung im Inland in Benützung genommen oder die zu solcher Benützung erforderlichen Veranstaltungen getroffen hat (Vorbenützer).
(2) Der Vorbenützer ist befugt, die Erfindung für die Bedürfnisse seines eigenen Betriebes in eigenen oder fremden Werkstätten auszunützen.
(3) Diese Befugnis kann nur zusammen mit dem Betrieb vererbt oder veräußert werden.
(4) Der Vorbenützer kann verlangen, daß seine Befugnis vom Patentinhaber durch Ausstellung einer Urkunde anerkannt wird. Wird diese Anerkennung verweigert, so hat auf Antrag das Patentamt über den erhobenen Anspruch in dem für den Anfechtungsprozeß vorgesehenen Verfahren zu entscheiden. Die anerkannte Befugnis ist auf Ansuchen des Berechtigten in das Patentregister einzutragen.
§ 26. Auf Fahrzeuge und auf Einrichtungen an Fahrzeugen, die nur vorübergehend aus Anlaß ihrer Benützung im Verkehr in das Inland gelangen, erstreckt sich die Wirkung eines Patentes nicht.
Verhältnis mehrerer Patentinhaber zueinander
§ 27. (1) Das von mehreren Personen als Teilhabern derselben Erfindung angemeldete Patent wird ihnen ohne Bestimmung der Teile erteilt.
(2) Das Rechtsverhältnis der Teilhaber an einem Patent untereinander richtet sich nach bürgerlichem Recht.
(3) Das Recht, dritten Personen die Benützung der Erfindung zu gestatten, steht im Zweifel nur der Gesamtheit der Teilhaber zu; jeder für sich ist aber befugt, Eingriffe in das Patent gerichtlich zu verfolgen.
Dauer des Patentes
§ 28. (1) Die Höchstdauer des Patentes beträgt 20 Jahre ab dem Anmeldetag.
(2) Zusatzpatente erreichen ihr Ende mit dem Stammpatent. Ein Zusatzpatent kann jedoch als selbständiges Patent ausdrücklich aufrechterhalten werden, wenn das Stammpatent widerrufen, zurückgenommen, nichtig erklärt oder darauf verzichtet wird. In Ansehung der Dauer, des Fälligkeitstages und des Ausmaßes der Jahresgebühren tritt das selbständig gewordene Zusatzpatent an die Stelle des Stammpatentes.
Bindung des Patentinhabers an die Rechtsvorschriften
§ 30. Ein Patent entbindet nicht von der Einhaltung der Rechtsvorschriften.
(BGBl. Nr. 78/1969, Art. I Z. 5)
§ 31. (1) Der Patentinhaber kann die Erfindung vom Tag der Bekanntmachung der Erteilung des Patentes an in dem aus der Patentschrift sich ergebenden Schutzumfang gewerbsmäßig ausüben, ohne an die Vorschriften für die Erlangung einer Gewerbeberechtigung gebunden zu sein. Die Begünstigung umfasst das Herstellen, das In-Verkehr-Bringen und das Feilhalten des Gegenstandes der Erfindung. Ist Gegenstand der Erfindung ein Verfahren, so erstreckt sich die Begünstigung auch auf dessen Gebrauch.
(2) Bei einer Mehrheit von Patentinhabern kommt diese Begünstigung nur jenen zu, denen das Patent wenigstens zu einem Viertel zusteht.
(3) Wird die Begünstigung von einer Person in einem Zeitpunkt in Anspruch genommen, in dem das Patent nicht mehr als vier Personen zusteht, so wird vermutet, dass diese Person die Voraussetzung des Abs. 2 erfüllt, solange das Gegenteil nicht erwiesen ist. § 27 Abs. 2 wird hiedurch nicht berührt.
(4) Wird das Patent rechtskräftig widerrufen, nichtig erklärt oder aberkannt, so darf von diesem Zeitpunkt an die Erfindung gewerbsmäßig nur auf Grund der für die betreffende Tätigkeit jeweils erforderlichen Gewerbeberechtigung ausgeübt werden. Das gleiche gilt, wenn das Patent nur teilweise widerrufen, nichtig erklärt oder aberkannt wurde, für jede durch den Schutzumfang des Patentes nicht mehr gedeckte Gewerbeausübung. Wenn das Patent jedoch erlischt (§ 46) oder zurückgenommen wird (§ 47), besteht die Begünstigung gemäß Abs. 1 weiter, wenn sie beim Erlöschen oder bei der Rücknahme des Patentes bereits in Anspruch genommen worden war.
§ 32. (1) Wer von der Begünstigung des § 31 Abs. 1 Gebrauch machen will, hat dies der Bezirksverwaltungsbehörde, in deren Wirkungsbereich die Ausübung erfolgen soll, spätestens gleichzeitig mit dem Beginn der Ausübung der Erfindung anzuzeigen.
(2) In der Anzeige hat der Patentinhaber seinen Wohnort und seine Staatsangehörigkeit sowie den Standort der Ausübung anzugeben. Der Anzeige ist die Patentschrift und ein höchstens ein Monat alter Registerauszug (§ 80 Abs. 6) beizulegen.
(3) Der Widerruf, die Nichtigerklärung oder Aberkennung eines Patentes für eine Erfindung, deren Ausübung gemäß Abs. 1 angezeigt wurde, ist der Bezirksverwaltungsbehörde binnen einem Monat nach Rechtskraft der Entscheidung anzuzeigen. Wird das Patent nur teilweise widerrufen, nichtig erklärt oder aberkannt, ist auch eine beglaubigte Abschrift des Spruches dieser Entscheidung vorzulegen.
(4) Zu der Anzeige gemäß Abs. 3 ist verpflichtet, wer die Erfindung im Zeitpunkt der im Abs. 3 genannten Ereignungen ausübt.
(5) Personen, die einen unter Inanspruchnahme der Begünstigung des § 31 geführten Betrieb einstellen, haben dies der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde binnen einem Monat anzuzeigen.
(6) Wer die Anzeigen gemäß Abs. 1, 3 oder 5 nicht rechtzeitig erstattet, begeht eine Verwaltungsübertretung und ist von der Bezirksverwaltungsbehörde mit einer Geldstrafe bis zu 1 090 Euro zu bestrafen.
Übertragung
§ 33. (1) Das Recht aus der Anmeldung eines Patentes und das Patentrecht gehen auf die Erben über; ein Heimfallsrecht findet an diesen Rechten nicht statt.
(2) Beide Rechte können zur Gänze oder nach ideellen Teilen durch Rechtsgeschäft, richterlichen Ausspruch oder letztwillige Verfügung auf andere übertragen werden.
(3) Wird das Recht aus der Anmeldung eines Patentes übertragen, so wird im Falle der Erteilung das Patent dem Rechtsnachfolger des Anmelders erteilt. Die Bestimmungen des § 43 Abs. 5 bis 7 finden entsprechende Anwendung.
Pfandrechte
§ 34. Das Patentrecht kann den Gegenstand eines Pfandrechtes bilden.
Freiwillige Lizenzen
§ 35. Der Patentinhaber ist berechtigt, die Benützung der Erfindung dritten Personen für das ganze Geltungsgebiet des Patentes oder für einen Teil desselben mit oder ohne Ausschluß anderer Benützungsberechtigter zu überlassen (Lizenz).
Zwangslizenzen
§ 36. (1) Kann eine patentierte Erfindung nicht verwertet werden, ohne eine mit besserem Zeitrang patentierte Erfindung (älteres Patent) zu verletzen, hat der Inhaber des jüngeren Patentes Anspruch auf eine nicht ausschließliche Lizenz an dem älteren Patent, wenn die mit dem jüngeren Patent geschützte Erfindung gegenüber der mit dem älteren Patent geschützten Erfindung einen wichtigen technischen Fortschritt von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung darstellt. Im Falle der Lizenzeinräumung hat auch der Inhaber des älteren Patentes Anspruch auf eine nicht ausschließliche Lizenz am jüngeren Patent.
(2) Kann ein Pflanzenzüchter ein Sortenschutzrecht nicht erhalten oder verwerten, ohne eine mit besserem Zeitrang patentierte Erfindung (älteres Patent) zu verletzen, hat er Anspruch auf eine nicht ausschließliche Lizenz an dem Patent, soweit die Pflanzensorte einen bedeutenden technischen Fortschritt von erheblichem wirtschaftlichen Interesse gegenüber der patentgeschützten Erfindung darstellt und soweit diese Lizenz zur Verwertung der zu schützenden Pflanzensorte erforderlich ist.
(3) Wird dem Inhaber eines Patentes für eine biotechnologische Erfindung eine nicht ausschließliche Lizenz für eine durch ein mit besserem Zeitrang erteiltes Sortenschutzrecht (älteres Sortenschutzrecht) geschützte Pflanzensorte erteilt, weil er die biotechnologische Erfindung nicht verwerten kann, ohne ein älteres Sortenschutzrecht zu verletzen, dann hat der Inhaber des älteren Sortenschutzrechtes Anspruch auf eine nicht ausschließliche Lizenz an dem jüngeren Patent zur Verwertung der geschützten Erfindung.
(4) Wird eine patentierte Erfindung im Inland nicht in angemessenem Umfang ausgeübt, wobei die Ausübung auch durch Import erfolgen kann, und hat der Patentinhaber nicht alles zu einer solchen Ausübung Erforderliche unternommen, so hat jedermann für seinen Betrieb Anspruch auf eine nicht ausschließliche Lizenz an dem Patent, es sei denn, der Patentinhaber weist nach, daß die Ausübung der Erfindung im Inland wegen der der Ausübung entgegenstehenden Schwierigkeiten nicht oder nicht in größerem Umfang zumutbar ist, als dies geschehen ist.
(5) Ist die Erteilung einer Lizenz an einer patentierten Erfindung im öffentlichen Interesse geboten, hat jedermann für seinen Betrieb Anspruch auf eine nicht ausschließliche Lizenz an der Erfindung. Der diesbezügliche Anspruch der Bundesverwaltung ist hingegen an keinen Betrieb gebunden.
§ 37. (1) Verweigert der zur Einräumung einer Lizenz gemäß § 36 Berechtigte deren Einräumung, obwohl sich der Lizenzwerber bemüht hat, die Zustimmung innerhalb einer angemessenen Frist zu angemessenen geschäftsüblichen Bedingungen zu erhalten, so entscheidet auf Antrag des Lizenzwerbers das Patentamt in dem für die Anfechtung von Patenten vorgeschriebenen Verfahren. Im Fall der Lizenzeinräumung ist eine angemessene Vergütung zu bestimmen, wobei der wirtschaftliche Wert der Lizenz in Betracht zu ziehen ist. Die gegebenenfalls erforderliche Sicherstellung sowie die sonstigen Bedingungen der Benützung sind unter Berücksichtigung der Natur der Erfindung und der Umstände des Falles festzusetzen. Umfang und Dauer der Lizenz gemäß § 36 werden vorwiegend für die Versorgung des inländischen Marktes gestattet und sind auf den Zweck zu begrenzen, der sie erforderlich gemacht hat. Im Falle der Halbleitertechnik kann die Lizenz nur für den öffentlichen, nicht gewerblichen Gebrauch oder um eine in einem Gerichts- oder Verwaltungsverfahren festgestellte wettbewerbswidrige Praxis abzustellen, eingeräumt werden.
(2) Die Einräumung einer Lizenz gemäß § 36 Abs. 4 kann erst vier Jahre nach der Anmeldung oder drei Jahre nach der Kundmachung der Erteilung des Patentes, an dem die Lizenz begehrt wird, beantragt werden; maßgebend ist diejenige Frist, die zuletzt abläuft.
(3) Vom Erfordernis der Einholung der Zustimmung des zur Einräumung einer Lizenz Berechtigten kann im Fall des § 36 Abs. 5 bei Vorliegen eines nationalen Notstandes oder sonstiger Umstände von äußerster Dringlichkeit abgesehen werden. In diesem Fall ist durch Zwischenentscheidung eine vorläufige Bewilligung zur Benützung der Erfindung zu erteilen.
(4) Eine gemäß Abs. 1 eingeräumte Lizenz ist vorbehaltlich eines angemessenen Schutzes der berechtigten Interessen der ermächtigten Personen auf Antrag aufzuheben, wenn und sofern die Umstände, die zu ihr geführt haben, zu bestehen aufhören und wahrscheinlich nicht wieder eintreten. Das Patentamt entscheidet über diesen Antrag in dem für die Anfechtung von Patenten vorgeschriebenen Verfahren.
(5) Bei Verfahren über die Einräumung oder Aufhebung von Lizenzen gemäß § 36 Abs. 2 und 3 hat jedem Senat der Nichtigkeitsabteilung ein Mitglied anzugehören, das auf Vorschlag des Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft vom Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie ernannt worden ist.
Lizenzübertragung
§ 38. Lizenzen gemäß den §§ 35 und 36 Abs. 2 bis 5 sowie am jüngeren Patent gemäß § 36 Abs. 1 können ohne Zustimmung des Patentinhabers unter Lebenden nur gemeinsam mit dem lizenzberechtigten Teil des Unternehmens oder des Geschäftsbetriebs übertragen werden und gehen von Todes wegen nur dann auf die Rechtsnachfolger über, wenn von diesen der lizenzberechtigte Teil des Unternehmens oder des Geschäftsbetriebs fortgeführt wird. Eine gemäß § 36 Abs. 1 am älteren Patent eingeräumte Lizenz ist nicht übertragbar, es sei denn zusammen mit der Übertragung des jüngeren Patentes.
Eintragung in das Patentregister
§ 43. (1) Das Patentrecht (§ 33), das Pfandrecht und die sonstigen dinglichen Rechte an Patentrechten werden mit der Eintragung in das Patentregister erworben und gegen Dritte wirksam.
(2) Für den Zeitpunkt der Erwerbung der Lizenzrechte bleiben die Bestimmungen des bürgerlichen Rechtes maßgebend. Dritten Personen gegenüber werden die Lizenzrechte erst mit der Eintragung in das Patentregister wirksam.
(3) Die Rangordnung der vorgenannten Rechte wird durch die Reihenfolge der an das Patentamt gelangten Eingaben um Eintragung bestimmt, vorausgesetzt, daß die Eingabe zur Eintragung führt.
(4) Gleichzeitig eingelangte Eingaben genießen die gleiche Rangordnung.
(5) Die Eintragungen in das Patentregister nach den Abs. 1 und 2 sowie die Eintragung des Erlöschens der in das Patentregister eingetragenen Rechte an Patentrechten geschehen auf schriftlichen Antrag eines der Beteiligten oder auf gerichtliches Ersuchen.
(6) Mit dem Antrag auf Eintragung ist die Urkunde, auf Grund der die Eintragung geschehen soll, in Kopie vorzulegen. Wenn das Original der Urkunde keine öffentliche Urkunde ist, muss sie mit der beglaubigten Unterschrift des über sein Recht Verfügenden versehen sein. Im Fall der Übertragung des Patentrechts kann an Stelle der Urkunde auch eine übereinstimmende Erklärung der Parteien oder ihrer Vertreter zur Übertragung vorgelegt werden.
(7) Der Antrag auf Eintragung, die Urkunde und die Erklärungen unterliegen nach Form und Inhalt der Prüfung des Patentamts. Das Patentamt kann, wenn sich begründete Zweifel ergeben, Originale oder beglaubigte Kopien oder weitere Unterlagen verlangen.
Belastungen
§ 44. Wer ein Patent erwirbt, übernimmt die darauf haftenden Lasten, welche im Zeitpunkt der Überreichung des Eintragungsgesuches beim Patentamt aus dem Patentregister ersichtlich oder zur Eintragung ordnungsmäßig angemeldet sind.
Streitanmerkungen
§ 45. (1) Bei Gericht anhängige Streitverfahren über die Zugehörigkeit von Patenten, über Pfandrechte oder sonstige dingliche Rechte an Patenten sowie die Verfahren über Nennung als Erfinder (§ 20 Abs. 5 und 6), Bestehen eines Vorbenützerrechtes (§ 23) und Einräumung von Zwangslizenzen (§ 36), über einen Einspruch (§ 102), ferner wegen Rücknahme (§ 47), Nichtigerklärung (§ 48), Aberkennung (§ 49) und Abhängigerklärung (§ 50) sind auf Antrag im Patentregister anzumerken (Streitanmerkung).
(2) Die Streitanmerkung hat die Wirkung, daß die Entscheidung auch gegen die Personen, welche erst nach dem Zeitpunkt des Einlangens des Gesuches um Streitanmerkung beim Patentamt Eintragungen in das Patentregister erwirkt haben, ihre volle Wirksamkeit äußert.
Erlöschen
§ 46. (1) Das Patent erlischt
- bei rechtzeitiger Zahlung der Jahresgebühren spätestens mit Erreichung der Höchstdauer;
- wenn die fällige Jahresgebühr nicht rechtzeitig eingezahlt wurde;
- wenn der Patentinhaber auf das Patent verzichtet.
(2) Betrifft der Verzicht nur einzelne Teile des Patentes, so bleibt das Patent hinsichtlich der übrigen Teile, sofern dieselben noch den Gegenstand eines selbständigen Patentes bilden können, aufrecht.
(3) Das Erlöschen wirkt im Fall des Abs. 1 Z 1 mit dem auf die Erreichung der Höchstdauer, im Fall des Abs. 1 Z 2 mit dem auf den Ablauf des letzten Gültigkeitsjahres und im Fall des Abs. 1 Z 3 mit dem auf die Bekanntgabe des Verzichtes an das Patentamt folgenden Tag.
Rücknahme
§ 47. (1) Das Patent kann ganz oder teilweise zurückgenommen werden, wenn die Einräumung von Zwangslizenzen (§ 36 Abs. 4) nicht genügt hat, um die Ausübung der Erfindung im Inland in angemessenem Umfang zu sichern. Die Rücknahme wird mit Rechtskraft der Entscheidung wirksam.
(2) Die Rücknahme kann erst zwei Jahre nach rechtskräftiger Erteilung einer Zwangslizenz ausgesprochen werden. Sie ist ausgeschlossen, wenn der Patentinhaber dartut, daß ihm wegen der der Ausübung der Erfindung entgegenstehenden Schwierigkeiten billigerweise nicht zugemutet werden kann, die Erfindung im Inland überhaupt oder in einem größeren Umfang, als sie stattgefunden hat, auszuüben oder ausüben zu lassen.
(Anm.: Abs. 3 aufgehoben durch BGBl. Nr. 181/1996)
Nichtigerklärung
§ 48. (1) Das Patent wird nichtig erklärt, wenn
- der Gegenstand des Patentes den §§ 1 bis 3 nicht entspricht,
- das Patent die Erfindung nicht so deutlich und vollständig offenbart, daß ein Fachmann sie ausführen kann,
- der Gegenstand des Patentes über den Inhalt der Anmeldung in ihrer ursprünglich eingereichten, den Anmeldetag begründenden Fassung hinausgeht,
- das gemäß § 87a Abs. 2 Z 1 hinterlegte biologische Material nicht ständig entweder bei der ursprünglichen Hinterlegungsstelle im Sinne des Budapester Vertrages über die internationale Anerkennung der Hinterlegung von Mikroorganismen für die Zwecke von Patentverfahren vom 28. April 1977, BGBl. Nr. 104/1984, (Budapester Vertrag) oder bei einer anderen Hinterlegungsstelle, an das es nach diesem Vertrag weitergeleitet worden ist, zugänglich war, es sei denn, der Patentinhaber weist nach,
- dass er das biologische Material erneut hinterlegt hat und die Hinterlegung gemäß Art. 4 dieses Vertrages zu behandeln ist, als wäre sie am Tag der ursprünglichen Hinterlegung erfolgt, oder
- dass er an einer solchen erneuten Hinterlegung durch ein unvorhergesehenes oder unabwendbares Ereignis gehindert worden ist und sie binnen zwei Monaten nach dem Wegfall des Hindernisses nachgeholt hat.
(2) Treffen die Nichtigkeitsgründe nur teilweise zu, so wird die Nichtigkeit durch entsprechende Beschränkung des Patentes erklärt.
(3) Die rechtskräftige Nichtigerklärung wirkt in den Fällen des Abs. 1 Z 1 bis 3 auf den Anmeldetag, im Fall des Abs. 1 Z 4 auf den Tag zurück, an dem die Hinterlegungsstelle erstmals festgestellt hat, dass sie nicht in der Lage ist, Proben des biologischen Materials abzugeben. Wenn der Gegenstand des Patentes nach § 3 Abs. 2 nicht patentierbar war, bleiben jedoch von dieser Rückwirkung die vom späteren Anmelder rechtmäßig bestellten und von Dritten redlich erworbenen Lizenzrechte, die seit einem Jahr im Patentregister eingetragen und durch keine rechtlich begründete Streitanmerkung betroffen sind (§ 45), unberührt, dies unbeschadet der hieraus gegen den späteren Anmelder entspringenden Ersatzansprüche.
Aberkennung
§ 49. (1) Das Patent wird dem Patentinhaberaberkannt, wenn der Nachweis erbracht wird,
- daß dem Patentinhaber der Anspruch auf die Erteilung des Patentes (§ 4 Abs. 1, §§ 6 und 7) nicht zustand;
- daß der wesentliche Inhalt der Anmeldung den Beschreibungen, Zeichnungen, Modellen, Gerätschaften oder Einrichtungen eines anderen oder einem von diesem angewendeten Verfahren ohne dessen Einwilligung entnommen war.
(2) Trifft eine dieser Voraussetzungen (Abs. 1 Z 1 und 2) nur teilweise zu, so wird das Patent dem Patentinhaber nur teilweise aberkannt.
(3) Der Anspruch auf Aberkennung des Patentes steht im ersten Fall nur dem, der den Anspruch auf die Erteilung des Patentes hat, im zweiten Fall nur dem Beeinträchtigten zu und verjährt gegen den gutgläubigen Patentinhaber innerhalb dreier Jahre vom Zeitpunkt seiner Eintragung in das Patentregister.
(4) Die aus der Aberkennung entspringenden wechselseitigen Ersatz- und Rückforderungsansprüche sind nach bürgerlichem Recht zu beurteilen und im Zivilrechtsweg geltend zu machen.
(5) Anstelle der Aberkennung kann die Übertragung des Patentes begehrt werden. Besteht der Anspruch auf Übertragung nur hinsichtlich eines Anteils, dann ist das Patent anteilsmäßig zu übertragen. Wird keine Übertragung begehrt und das Patent zur Gänze aberkannt, endet der Patentschutz mit Rechtskraft der die Aberkennung aussprechenden Entscheidung. Wird die Übertragung des Patentes begehrt, kann der Patentinhaber bis zur Rechtskraft der Entscheidung nur mit Zustimmung des Antragstellers auf das Patent verzichten.
(6) Die vom früheren Patentinhaber rechtmäßig bestellten, von dritten Personen redlich erworbenen und seit einem Jahr im Patentregister eingetragenen Lizenzrechte bleiben, sofern sie durch keine rechtlich begründete Streitanmerkung betroffen wurden (§ 45), unbeschadet der hieraus gegen den bisherigen Patentinhaber entspringenden Ersatzansprüche, im Fall einer solchen Patentübertragung auch gegenüber dem neuen Patentinhaber aufrecht.
(7) Der Antrag auf Aberkennung oder Übertragung kann auch schon vor der Erteilung des Patentes hinsichtlich der Patentanmeldung gestellt werden, wobei die Abs. 1 bis 5 sinngemäß anzuwenden sind. Über den Antrag ist nach den Verfahrensvorschriften über die Aberkennung eines Patentes zu verhandeln. Wird die Übertragung der Patentanmeldung begehrt, dann ist das Anmeldeverfahren bis zur rechtskräftigen Entscheidung über den Antrag auszusetzen und kann vorher nur mit Zustimmung des Antragstellers fortgesetzt werden.
Abhängigerklärung
§ 50. Der Inhaber eines prioritätsälteren Patentes oder eines prioritätsälteren Gebrauchsmusters im Sinne des Gebrauchsmustergesetzes kann beim Patentamt die Entscheidung beantragen, dass die gewerbliche Verwendung einer patentierten Erfindung die vollständige oder teilweise Benützung seiner Erfindung voraussetzt. Über einen solchen Antrag hat das Patentamt in dem für den Anfechtungsprozess vorgesehenen Verfahren zu entscheiden.
Vergeltungsrecht
§ 51. Gegen Angehörige eines ausländischen Staates, der Erfindungen österreichischer Bundesbürger keinen oder unvollständigen Schutz gewährt, kann durch Verordnung der Bundesregierung ein Vergeltungsrecht in Anwendung gebracht werden.
Fristen
§ 52. (1) Wenn die Dauer einer Frist nicht durch ein Gesetz oder eine Verordnung festgesetzt ist, so hat sie die Behörde mit Rücksicht auf die Erfordernisse und die Beschaffenheit des einzelnen Falles festzusetzen, soweit nicht der Präsident des Patentamtes Bestimmungen über das Ausmaß von Fristen trifft (§ 99 Abs. 6 dritter Satz).
indent(2) Die durch ein Gesetz oder eine Verordnung festgesetzten Fristen können, wenn nicht ausdrücklich anderes bestimmt ist, nicht verlängert werden. Die von der Behörde festgesetzten Fristen können verlängert werden.
§ 53. (1) Der Lauf einer Frist beginnt mit der durch das Gesetz oder die Verordnung bestimmten Ereignung, nach der sich der Anfang der Frist richten soll, oder, sofern bei der Festsetzung der Frist nicht anderes bestimmt wurde, mit der Zustellung des die Frist festsetzenden Beschlusses oder der sie festsetzenden Verfügung an die Partei, oder, wenn der Beschluß oder die Verfügung nicht zugestellt, sondern verkündet wurde, mit der Verkündung.
(2) Bei der Berechnung einer Frist, die nach Tagen bestimmt ist, wird der Tag nicht mitgerechnet, in den die Ereignung, die Zustellung oder die Verkündung fällt, nach der sich der Anfang der Frist richten soll.
(3) Nach Wochen, Monaten oder Jahren bestimmte Fristen enden mit dem Ablauf des Tages der letzten Woche oder des letzten Monats, der durch seine Benennung oder Zahl dem Tag entspricht, an dem die Frist begonnen hat. Fehlt dieser Tag im letzten Monat, so endet die Frist mit dem Ablauf des letzten Tages dieses Monats.
§ 54. (1) Der Beginn und der Lauf einer Frist wird durch Sonn- und Feiertage nicht behindert.
(2) Fällt das Ende einer Frist auf einen Sonn- oder Feiertag oder auf einen Werktag, an dem die Eingangsstelle des Patentamts geschlossen ist, so ist der nächste Werktag als letzter Tag der Frist anzusehen.
(3) Die Tage des Postenlaufes werden bei Eingaben, die im Inland zur Post gegeben worden sind, in die Frist nicht eingerechnet. Dies gilt nicht in den Fällen, in denen der Tag des Einlangens der Eingabe beim Patentamt maßgebend ist (§ 102 Abs. 1 und § 129 Abs. 3).
§ 55. Laufen die Fristen, die mehreren an einer und derselben Angelegenheit beteiligten Personen zur Vornahme derselben Handlung zustehen, zu verschiedenen Zeiten ab, so kann die Handlung von jeder dieser Personen so lange vorgenommen werden, als noch einer von ihnen die Frist für diese Handlung offensteht.
§ 56. Wenn eine Eingabe mehrere gewerbliche Schutzrechte (Patente, Marken, Muster) oder Anmeldungen solcher Rechte umfaßt, so kann unter Festsetzung einer Frist die Überreichung gesonderter Eingaben für jede (Anm.: richtig: jedes) oder einzelne dieser Rechte (Anmeldungen) angeordnet werden. Die rechtzeitig überreichten gesonderten Eingaben gelten als am Tag des Einlangens der ursprünglichen Eingabe überreicht. § 163 Abs. 4 bleibt unberührt.
II. PATENT-BEHÖRDEN UND PATENT-EINRICHTUNGEN
Wirkungskreis des Patentamtes
§ 57. (1) Für die Erteilung von Patenten, den Widerruf, die Rücknahme, die Nichtigerklärung, die Aberkennung, die Abhängigerklärung, die Entscheidung über die Nennung als Erfinder (§ 20), über das Bestehen des Vorbenützerrechtes (§ 23), über Lizenzeinräumungen (§ 36), über Feststellungsanträge (§ 163) sowie Service- und Informationsleistungen auf dem Gebiet des gewerblichen Rechtsschutzes (§§ 57a, 57b) und alle Eintragungen in das Patentregister ist das Patentamt zuständig.
(2) Im Interesse der internationalen Zusammenarbeit auf dem Gebiet des gewerblichen Rechtsschutzes kann vereinbart werden, daß das Patentamt Staaten oder internationalen staatlichen oder nichtstaatlichen Organisationen, die mit Aufgaben auf dem genannten Gebiet befaßt sind, unentgeltlich oder gegen angemessenen Kostenersatz technische oder rechtliche Hilfe leistet. Unentgeltlichkeit darf nur vereinbart werden, wenn die Hilfeleistung im öffentlichen Interesse liegt, zu Zwecken der Entwicklungshilfe erbracht wird oder bloß geringfügige Kosten verursacht.
Service- und Informationsleistungen des Patentamtes
§ 57a. Das Patentamt hat auf Antrag schriftliche
- Recherchen über den Stand der Technik bezüglich eines konkreten technischen Problems und
- Gutachten darüber, ob eine nach den §§ 1 bis 3 patentierbare Erfindung gegenüber dem vom Patentamt zu recherchierenden und allenfalls vom Antragsteller bekannt gegebenen Stand der Technik vorliegt, zu erstatten.
§ 57b. Das Patentamt hat seine Service- und Informationsleistungen auszubauen und hiebei insbesondere seine Dokumentation zum Zwecke ihrer leichteren Zugänglichkeit zu erschließen und der Öffentlichkeit eine verbesserte Information auf allen einschlägigen Gebieten zu gewähren. § 81 Abs. 4 erster Satz ist sinngemäß anzuwenden.
Organisation, Sitz und Zusammensetzung des Patentamtes
§ 58. (1) Das Patentamt ist eine Bundesbehörde, die als der Bundesministerin oder dem Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie nachgeordnete Dienstbehörde errichtet ist und ihren Sitz in Wien hat. Die Tätigkeiten des Patentamtes haben mit den sich aus seiner öffentlichrechtlichen Stellung als Bundesbehörde ergebenden Verpflichtungen zur Objektivität und Gleichbehandlung in Einklang zu stehen.
(2) Das Patentamt besteht aus einem Präsidenten, einem für den juristischen Bereich und einem für den fachtechnischen Bereich zuständigen Vizepräsidenten sowie den zur Erfüllung seiner Aufgaben erforderlichen rechtskundigen und fachtechnischen Mitgliedern und sonstigen Mitarbeitern.
(3) Der Präsidentin oder dem Präsidenten obliegt – unbeschadet der Bereichsverantwortung der Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten – die Leitung des Patentamts.
(4) Die rechtskundigen Mitglieder müssen das Universitätsstudium der Rechtswissenschaften vollendet haben. Die fachtechnischen Mitglieder müssen ein Universitätsstudium vollendet haben, das ein Gebiet der Technik oder der Naturwissenschaften zum Gegenstand hat. Für die Bestellung der Mitglieder gelten im Übrigen die einschlägigen dienstrechtlichen Vorschriften.
(5) Die Vizepräsidenten sollen über die für Mitglieder des Patentamtes vorgesehene förmliche Befähigung (der technische Vizepräsident jene als fachtechnisches Mitglied, der rechtskundige Vizepräsident jene als rechtskundiges Mitglied) oder über gleichwertige Kenntnisse verfügen.
Einrichtungen des Patentamtes
§ 60. (1) Im Patentamt bestehen die zur Erfüllung seiner Aufgaben vorgesehenen Abteilungen und die erforderlichen sonstigen Organisationseinheiten.
(2) Die Zahl der Abteilungen und Organisationseinheiten, ihr Aufgabenbereich und ihre personelle Ausstattung ist vom Präsidenten nach den jeweiligen Erfordernissen festzusetzen.
(3) Unbeschadet der in anderen Rechtsvorschriften diesen Abteilungen und Organisationseinheiten übertragenen Aufgaben sind zuständig:
- die Technischen Abteilungen für das Verfahren zur Erteilung von Patenten, das Einspruchsverfahren, die Verfahren betreffend den Verzicht und die Erstattung schriftlicher Recherchen und Gutachten;
- die Rechtsabteilung für das Verfahren in Angelegenheiten, die sich auf die Übertragung des Rechtes aus der Anmeldung, auf andere rechtliche Verfügungen über ein solches Recht, auf erteilte Patente oder auf Anträge auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand beziehen, soweit nicht die Technische Abteilung oder die Nichtigkeitsabteilung zuständig ist;
- die Nichtigkeitsabteilung für das Verfahren über Anträge auf Rücknahme, Nichtigerklärung, Aberkennung, Abhängigerklärung, auf Nennung als Erfinder nach § 20 Abs. 5, auf Anerkennung des Vorbenützerrechtes, über Feststellungsanträge und über die Anträge auf Erteilung von Zwangslizenzen.
(Anm.: Z 4 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 126/2013)
§ 61. (1) Der Präsident hat das gesamte Gebiet der Technik in Patentklassen zu gliedern und diese erforderlichenfalls weiter zu unterteilen; er hat die einzelnen Patentklassen oder Unterteilungen den Technischen Abteilungen nach den jeweiligen Erfordernissen zuzuweisen.
(2) In die Technischen Abteilungen sind fachtechnische Mitglieder, in die Rechtsabteilungen rechtskundige Mitglieder zu berufen. Zu Mitgliedern der Nichtigkeitsabteilung sind rechtskundige und fachtechnische Mitglieder zu berufen. Die Mitglieder der Technischen Abteilungen und der Rechtsabteilungen können gleichzeitig auch in die Nichtigkeitsabteilung berufen werden.
(3) Der Präsident hat aus den Mitgliedern der Nichtigkeitsabteilung die erforderliche Anzahl zu Vorsitzenden und aus den Mitgliedern der übrigen Abteilungen zur Leitung und zur Überwachung des Geschäftsganges einen Vorstand zu bestimmen sowie Verfügungen für deren Stellvertretung zu treffen.
(4) Jeder Technischen Abteilung ist zur Mitwirkung an ihren Kollegialbeschlüssen oder zur Erstattung von Äußerungen (§ 62 Abs. 4) ein rechtskundiges Mitglied zuzuweisen. Dasselbe rechtskundige Mitglied kann auch mehreren Technischen Abteilungen zugewiesen werden.
(5) Die Geschäftsverteilung in den Technischen Abteilungen und den Rechtsabteilungen wird vom Vorstand der jeweiligen Abteilung festgesetzt.
(6) In der Nichtigkeitsabteilung sind die einzelnen Geschäftsfälle den Vorsitzenden vom Präsidenten zuzuweisen. Dabei ist auf die Belastung und bei den fachtechnischen Vorsitzenden auch auf das im Einzelfall in Betracht kommende Fachgebiet Bedacht zu nehmen.
Beschlußfassung in den Abteilungen
§ 62. (1) Mit den Beschlüssen und Verfügungen im Wirkungsbereich der Technischen Abteilungen ist das nach der Geschäftsverteilung zuständige fachtechnische Mitglied (Prüfer) betraut, soweit nicht in den Abs. 3 und 4 etwas anderes bestimmt ist.
(2) Zur Beschlussfassung sowie zu allen Verfügungen in Angelegenheiten des Patentschutzes, die in den Wirkungsbereich der Rechtsabteilung fallen, ist dasjenige Mitglied zuständig, das der Technischen Abteilung zugewiesen ist (§ 61 Abs. 4), in deren Patentklassen oder Unterteilungen das betreffende Patent oder die betreffende Anmeldung gehört (§ 61 Abs. 1). Falls solche Angelegenheiten mehrere Patente (Patentanmeldungen) betreffen, ist dasjenige Mitglied zuständig, das gemäß § 61 Abs. 5 für das in der betreffenden Eingabe an erster Stelle genannte Patent oder für die an erster Stelle genannte Patentanmeldung zuständig ist.
(3) Über die vollständige oder teilweise Zurückweisung einer Anmeldung gemäß § 100 Abs. 1 und über den Einspruch hat die Technische Abteilung durch drei Mitglieder, unter denen sich zwei fachtechnische Mitglieder befinden müssen, zu entscheiden. Dem Senat haben der Vorstand der Abteilung und der Prüfer anzugehören. Der Vorstand führt den Vorsitz.
(4) Das der Technischen Abteilung zugewiesene rechtskundige Mitglied hat an der Beschlussfassung nach Abs. 3 als Stimmführer mitzuwirken, oder es hat der Prüfer, wenn ihm die Beschlussfassung allein zusteht (Abs. 1), vorher die Äußerung des rechtskundigen Mitgliedes einzuholen, sofern
- über die Patentierbarkeit unter dem Gesichtspunkt der gewerblichen Anwendbarkeit oder auf Grund des § 2 zu entscheiden ist,
- über Prioritätsrechte (§§ 93 bis 95) zu entscheiden ist, deren rechtliche Voraussetzungen zweifelhaft oder bestritten sind,
- Zeugen oder Sachverständige vernommen werden oder ein Augenschein durchzuführen ist,
- über eine Ordnungs- oder Mutwillensstrafe zu entscheiden ist.
(5) Vertritt in einer Sitzung der Technischen Abteilung in der Besetzung von drei fachtechnischen Mitgliedern die Mehrheit die Ansicht, daß auch über eine der im Abs. 4 zu behandelnden Fragen zu beschließen ist, so hat an der Beschlußfassung an Stelle eines fachtechnischen Mitgliedes das der Technischen Abteilung zugewiesene rechtskundige Mitglied mitzuwirken.
(6) Soweit die Zusammensetzung des Senates nicht durch die Abs. 3 bis 5 bestimmt wird, obliegt sie dem Vorstand der Technischen Abteilung. Er hat dabei auf das im Einzelfall in Betracht kommende Fachgebiet Bedacht zu nehmen.
(7) Vor der Entscheidung von Angelegenheiten, die in den Wirkungsbereich der Rechtsabteilung fallen (§ 60 Abs. 3 Z 2) und in denen technische Fragen von Bedeutung sein können, hat das rechtskundige Mitglied die Äußerung des zuständigen fachtechnischen Mitgliedes einzuholen.
(8) Über Ansprüche nach dem Gebührenanspruchsgesetz 1975, BGBl. Nr. 136, entscheidet das Mitglied, im Fall eines Senates der Vorsitzende.
§ 62a. (1) Durch Verordnung des Präsidenten können Bedienstete, die nicht Mitglieder des Patentamtes sind, zur Besorgung von der Art nach bestimmt zu bezeichnenden Angelegenheiten betreffend Anmeldungen und erteilte Patente ermächtigt werden, sofern dies wegen der Einfachheit der Erledigungen zweckmäßig ist und die Ausbildung der ermächtigten Bediensteten Gewähr für ordnungsgemäße Erledigungen bietet. Sie sind an die Weisungen des nach der Geschäftsverteilung zuständigen Mitgliedes gebunden. Dieses kann Erledigungen jederzeit sich vorbehalten oder an sich ziehen.
(2) Die Beschlüsse der nach Abs. 1 ermächtigten Bediensteten können wie die des zuständigen Mitgliedes angefochten werden.
§ 63. (1) Die Nichtigkeitsabteilung beschließt ihre Endentscheidungen mit Einschluss des Vorsitzenden durch zwei rechtskundige und drei fachtechnische Mitglieder.
(2) Für Zwischenentscheidungen in der Nichtigkeitsabteilung genügt die Anwesenheit von drei Mitgliedern. Verfahrenseinstellende Entscheidungen ohne Erfordernis einer Entscheidung in der Sache selbst, Beschlüsse über Ansprüche nach dem Gebührenanspruchsgesetz und Zurückweisungsbeschlüsse wegen Nichtzahlung von Antragsgebühren erfolgen durch den Vorsitzenden.
§ 64. (1) Für Entscheidungen im Senat genügt die einfache Stimmenmehrheit. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden.
(2) Die Entscheidungen des Patentamtes sind mit Gründen zu versehen. Wird im einseitigen Verfahren vor einer Technischen Abteilung oder der Rechtsabteilung einem Antrag vollinhaltlich stattgegeben, so kann die Begründung entfallen. Alle Erledigungen sind schriftlich auszufertigen und allen Beteiligten von Amts wegen zuzustellen. Im Wege automationsunterstützter Datenübertragung oder in jeder anderen technisch möglichen Weise können schriftliche Ausfertigungen dann übermittelt werden, wenn
- die Partei Eingaben in derselben Weise zulässigerweise eingebracht und dieser Übermittlungsart nicht gegenüber der Behörde ausdrücklich widersprochen hat, oder
- die Partei dieser Übermittlungsart ausdrücklich zugestimmt hat.
(3) Die Genehmigung einer Erledigung erfolgt durch die Unterschrift des Genehmigenden. Davon kann jedoch abgesehen werden, wenn sichergestellt ist, daß derjenige, der die Genehmigung erteilt hat, auf andere Weise festgestellt werden kann.
(4) Die Form und Art der Erledigungen sowie der Ausfertigungen wird durch Verordnung des Präsidenten des Patentamtes geregelt.
(5) Schriftliche Ausfertigungen, die automationsunterstützt erstellt werden oder im Wege automationsunterstützter Datenübertragung oder in jeder anderen technisch möglichen Weise übermittelt werden, bedürfen weder einer Unterschrift noch einer Beglaubigung.
§ 65. (1) Die die Beschlußfassung der Technischen Abteilung vorbereitenden Verfügungen sind vom Prüfer zu treffen. Sofern es sich nicht nur um die Behebung äußerer Mängel von Eingaben oder um die Berichtigung der überreichten Beschreibung handelt, ist über die Vernehmung von Parteien, Zeugen oder Sachverständigen stets ein Protokoll aufzunehmen.
(2) Die Beschlußfassung findet auf Grund eines schriftlich begründeten Antrages statt. In der Sitzung beschlossene Abänderungen sind im Entwurf des Antrages durchzuführen. Weicht der Beschluß wesentlich vom Antrag ab, so ist der Entwurf im Einvernehmen mit dem Mitglied, dessen Antrag zum Beschluß erhoben wurde, neu zu verfassen.
(3) Jedes Senatsmitglied kann bis zum Schluß der Sitzung seinen Standpunkt ändern. Hat hiedurch der gefaßte Beschluß nicht mehr die Stimmenmehrheit, so ist neuerlich abzustimmen.
(4) Herrscht im Senat über den Spruch oder die Begründung des Beschlusses keine Einhelligkeit, so ist ein Protokoll aufzunehmen, in dem die Auffassungen der Senatsmitglieder und das Stimmenverhältnis ersichtlich zu machen sind. Andernfalls genügt ein Abstimmungsvermerk, der von allen Senatsmitgliedern zu unterfertigen ist.
§ 66. Die Senate der Nichtigkeitsabteilung sind von den Vorsitzenden von Fall zu Fall zusammenzusetzen. Dabei ist auf die Belastung und bei den fachtechnischen Mitgliedern auch auf das im Einzelfall in Betracht kommende Fachgebiet Bedacht zu nehmen.
Amtskleid
§ 67. (1) Bei allen mündlichen Verhandlungen haben die Mitglieder der Nichtigkeitsabteilung ein Amtskleid zu tragen. Die näheren Bestimmungen über die Beschaffenheit und das Tragen des Amtskleides werden durch Verordnung des Präsidenten des Patentamtes getroffen.
(2) Die im § 77 angeführten Parteienvertreter sind berechtigt, ihr Amtskleid zu tragen, wenn sie in mündlichen Verhandlungen der Nichtigkeitsabteilung einschreiten.
Geschäftsgang
§ 68. Der Geschäftsgang ist unter Bedachtnahme auf einen geordneten und raschen Ablauf und unter Berücksichtigung der dem Patentamt obliegenden Aufgaben durch Verordnung des Präsidenten des Patentamtes näher zu regeln. Dabei ist auch zu bestimmen, wie Eingaben unmittelbar beim Patentamt eingebracht werden können und wann sie als beim Patentamt eingelangt gelten. Die Eingaben sind mit dem Tag des Einlangens zu kennzeichnen.
§ 69. Gegen die Entscheidungen des Präsidenten, zu denen dieser nach diesem Bundesgesetz berufen ist, ist ein ordentliches Rechtsmittel nur zulässig, wenn es in diesem Bundesgesetz ausdrücklich vorgesehen ist. § 2 Abs. 2 des Dienstrechtsverfahrensgesetzes 1984, BGBl. Nr. 29, wird hiedurch nicht berührt.
Ausschließungsgründe
§ 76. (1) Mitglieder des Patentamtes sind von der Mitwirkung ausgeschlossen:
- in Angelegenheiten, in denen sie selbst Partei sind oder in Ansehung deren sie zu einer der Parteien im Verhältnis eines Mitberechtigten, Mitverpflichteten oder Regresspflichtigen stehen;
- in Angelegenheiten ihrer Ehegatten oder eingetragenen Partner oder solcher Personen, die mit ihnen in gerader Linie verwandt oder verschwägert sind oder mit denen sie in der Seitenlinie bis zum vierten Grad verwandt oder im zweiten Grad verschwägert sind;
- in Angelegenheiten ihrer Wahl- oder Pflegeeltern, Wahl- oder Pflegekinder, ihrer Mündel oder Pflegebefohlenen;
- in Angelegenheiten, in denen sie eine der Parteien vertreten oder vertreten haben oder bezüglich deren sie einen materiellen Vorteil oder Schaden erfahren oder in Aussicht haben;
- wenn sonst wichtige Gründe vorliegen, die geeignet sind, ihre volle Unbefangenheit in Zweifel zu setzen.
(2) Ein Mitglied des Patentamtes, das sich von der Mitwirkung bei einer Entscheidung für ausgeschlossen erachtet (Abs. 1), hat dies dem Abteilungsvorstand oder dem Vorsitzenden unter Angabe der Gründe anzuzeigen. Dieser hat, wenn er den Ausschließungsgrund für gegeben erachtet, die erforderlichen Verfügungen wegen der Beiziehung eines Ersatzmitgliedes zu treffen. Ist der Vorstand oder der Vorsitzende von dem Ausschließungsgrund betroffen, so ist die Anzeige an den Präsidenten des Patentamtes zu richten.
(3) Wird in einem Verfahren vor dem Patentamt von einer Partei ein Ausschließungsgrund geltend gemacht, so ist im Sinne des Abs. 2 vorzugehen.
Parteienvertreter
§ 77. Zur berufsmäßigen Vertretung von Parteien vor dem Patentamt sind nur Rechtsanwälte, Patentanwälte und Notare sowie die Finanzprokuratur befugt.
Verbot der Winkelschreiberei
§ 78. (1) Wer auf dem Gebiet des Erfindungsschutzes, ohne im Inland zur berufsmäßigen Parteienvertretung in solchen Angelegenheiten befugt zu sein, gewerbsmäßig
- für den Gebrauch vor inländischen oder ausländischen Behörden Schriftstücke oder Zeichnungen verfaßt,
- Auskünfte erteilt,
- vor inländischen Behörden Parteien vertritt oder
- sich zu einer der unter Z 1 bis 3 erwähnten Tätigkeiten anbietet, macht sich der Winkelschreiberei schuldig und ist von der Bezirksverwaltungsbehörde mit Geldstrafe bis zu 4 360 € zu bestrafen.
(2) Die Vertretung einer juristischen Person durch Angestellte einer anderen, mit ihr wirtschaftlich verbundenen juristischen Person gilt nicht als Winkelschreiberei. Den juristischen Personen sind andere Rechtsträger mit Ausnahme natürlicher Personen gleichgestellt.
(3) Die besonderen Vorschriften über die Behandlung der Winkelschreiber bei den ordentlichen Gerichten bleiben unberührt.
Patentblatt
§ 79. (1) Vom Patentamt ist ein periodisch erscheinendes amtliches Patentblatt herauszugeben, in welchem die in diesem Bundesgesetz vorgesehenen Bekanntmachungen sowie die vom Präsidenten des Patentamtes zu erlassenden Verordnungen zu verlautbaren sind. Diese Verordnungen treten, wenn nicht ausdrücklich etwas anderes bestimmt ist, am Tage nach der Ausgabe des Patentblattes, das die Verlautbarung enthält, in Kraft.
(2) Die Einrichtung und die Herausgabe dieses Blattes wird vom Präsidenten im Verordnungsweg geregelt.
Patentregister, Patentschriften
§ 80. (1) Beim Patentamt ist ein Patentregister zu führen. Es hat die Nummer, den Titel, den Anmeldetag und gegebenenfalls die Priorität der erteilten Patente sowie den Namen und den Sitz oder Wohnort der Patentinhaber und ihrer Vertreter zu enthalten. Der Anfang, das Erlöschen, der Widerruf, die Rücknahme, die Nichtigerklärung, die Aberkennung, die Abhängigerklärung, die Nennung als Erfinder, die Selbständigerklärung eines Zusatzpatentes und die Übertragung von Patenten, Pfandrechte und sonstige dingliche Rechte an Patenten, Lizenzrechte, das Benützungsrecht des Dienstgebers, Vorbenützerrechte, Wiedereinsetzungen in den vorigen Stand, Feststellungsentscheidungen und Streitanmerkungen sowie Hinweise gemäß § 156 Abs. 2 sind ebenfalls im Register einzutragen.
(2) Die zu den bestehenden Patenten gehörigen Beschreibungen und Zeichnungen sowie die den Registereintragungen zugrunde liegenden Gesuche und Urkunden werden vom Patentamt während des aufrechten Patentbestandes aufbewahrt.
(3) Die Einsicht in das Patentregister steht jedermann frei.
(4) Das Patentamt veröffentlicht die Beschreibungen, Patentansprüche, Zeichnungen und Zusammenfassungen der erteilten Patente, soweit deren Einsicht jedermann freisteht, in einer Patentschrift. In der Patentschrift sind die Entgegenhaltungen anzugeben, die das Patentamt für die Beurteilung der Patentierbarkeit der angemeldeten Erfindung in Betracht gezogen hat.
(5) Öffentlich-rechtlichen Institutionen kann über Ansuchen je ein Exemplar aller ab dem Zeitpunkt des Einlangens des Ansuchens ausgegebenen Patentschriften kostenlos überlassen werden, wenn diese der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
(6) Auf Verlangen erteilt das Patentamt beglaubigte Ausfertigungen über die Registereintragungen.
Akteneinsicht und Datenschutz
§ 81. (1) Die an einem Verfahren Beteiligten sind zur Einsicht in die das Verfahren betreffenden Akten berechtigt.
(2) In Akten, die veröffentlichte Patentanmeldungen und darauf erteilte Patente betreffen, darf jedermann Einsicht nehmen.
(3) Dritten ist in Akten, die nicht veröffentlichte Patentanmeldungen betreffen, nur mit Zustimmung des Anmelders Einsicht zu gewähren. Der Zustimmung bedarf derjenige nicht, demgegenüber sich der Anmelder auf seine Patentanmeldung berufen hat. Nach der Veröffentlichung einer gesonderten Anmeldung kann jedermann ohne Zustimmung des Anmelders in die Akten der früheren Anmeldung Einsicht nehmen.
(4) In Akten, die Recherchen und Gutachten gemäß § 57a betreffen, ist Dritten nur mit Zustimmung des Antragstellers Einsicht zu gewähren. Der Zustimmung bedarf derjenige nicht, dem gegenüber sich der Antragsteller auf eine solche Recherche oder ein solches Gutachten berufen hat.
(5) Das Recht auf Akteneinsicht umfaßt auch das Recht, Kopien anzufertigen. Diese sind auf Antrag vom Patentamt zu beglaubigen.
(6) Auskünfte und amtliche Bestätigungen darüber, wann, unter welchem Titel, von wem und gegebenenfalls durch welchen Vertreter eine Anmeldung eingereicht wurde, welches Aktenzeichen sie trägt, welcher Patentklasse sie angehört, welche Priorität beansprucht wird, welches Aktenzeichen die prioritätsbegründende Anmeldung trägt, ob ein selbständiges Patent oder ein Zusatzpatent erwirkt werden soll, gegebenenfalls wer als Erfinder genannt ist, ob die Anmeldung noch in Behandlung steht sowie ob und an wen das Recht aus ihr übertragen wurde, sind jedermann zu erteilen.
(7) Von der Einsichtsnahme sind Beratungsprotokolle und nur den inneren Geschäftsgang betreffende Aktenteile ausgenommen. Auf Antrag können bei Vorliegen eines Geschäfts- oder Betriebsgeheimnisses oder eines sonstigen berücksichtigungswürdigen Grundes auch Aktenteile von der Einsicht ausgenommen werden, deren Offenlegung nicht zur Information der Öffentlichkeit erforderlich ist.
(8) Soweit personenbezogene Daten im Register oder in öffentlich zugänglichen elektronischen Informationsdiensten des Patentamts verarbeitet werden, bestehen nicht
- das Recht auf Auskunft gemäß Art. 15 Abs. 1 lit. c der Verordnung (EU) 2016/679 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten, zum freien Datenverkehr und zur Aufhebung der Richtlinie 95/46/EG (Datenschutz-Grundverordnung), ABl. Nr. L 119 vom 04.05.2016 S. 1, in der Fassung der Berichtigung ABl. Nr. L 314 vom 22.11.2016 S. 72, (im Folgenden: DSGVO),
- die Mitteilungspflicht gemäß Art. 19 zweiter Satz DSGVO sowie
- das Recht auf Einschränkung der Verarbeitung gemäß Art. 18 und das Recht auf Widerspruch gemäß Art. 21 DSGVO, wobei die betroffenen Personen darüber in geeigneter Weise zu informieren sind.
Das Recht auf Erhalt einer Kopie dieser Daten gemäß Art. 15 Abs. 3 DSGVO wird dadurch erfüllt, dass die betroffene Person Einsicht in das Patentregister oder in öffentlich zugängliche elektronische Informationsdienste des Patentamts nehmen kann.
Proben hinterlegten biologischen Materials
§ 81a. (1) Vor dem Tag der Veröffentlichung der Anmeldung hat jede Person, der das Recht auf Akteneinsicht nach § 81 Abs. 3 zusteht, Anspruch auf eine Probe eines gemäß § 87a Abs. 2 Z 1 hinterlegten biologischen Materials. Vom Tag der Veröffentlichung der Anmeldung an hat diesen Anspruch jede Person, die einen entsprechenden Antrag stellt. Der Zugang wird vorbehaltlich Abs. 2 und 3 durch Herausgabe einer Probe des hinterlegten biologischen Materials an den Antragsteller oder einen unabhängigen Sachverständigen hergestellt.
(2) Die Herausgabe erfolgt nur dann, wenn der Antragsteller sich für die Dauer der Wirkung des Patentes oder bis die Anmeldung zurückgezogen oder zurückgewiesen worden ist, verpflichtet,
- Dritten keine Probe des hinterlegten biologischen Materials oder eines daraus abgeleiteten Materials zugänglich zu machen und
- keine Probe des hinterlegten Materials oder eines daraus abgeleiteten Materials zu anderen als zu Versuchszwecken zu verwenden,
es sei denn, der Anmelder oder der Inhaber des Patentes verzichtet ausdrücklich auf eine derartige Verpflichtung.
(3) Bis zum Abschluss der technischen Vorbereitungen für die Veröffentlichung der Anmeldung kann der Anmelder beantragen, dass der im Abs. 1 bezeichnete Zugang
- bis zur Erteilung des Patentes oder
- im Fall der Zurückziehung oder Zurückweisung der Anmeldung für die Dauer von zwanzig Jahren ab dem Anmeldetag
nur durch Herausgabe einer Probe an einen unabhängigen Sachverständigen hergestellt wird.
(4) Als Sachverständiger im Sinne des Abs. 3 kann benannt werden:
- jede natürliche Person, sofern der Antragsteller nachweist, dass die Benennung mit Zustimmung des Anmelders erfolgt,
- jede natürliche Person, die vom Präsidenten des Patentamtes als Sachverständiger anerkannt und in das beim Patentamt geführte Verzeichnis von Sachverständigen eingetragen ist.
Mit der Benennung ist eine Erklärung des Sachverständigen vorzulegen, in der er gegenüber dem Anmelder die Verpflichtungen gemäß Abs. 2 eingeht.
Ordnungs- und Mutwillensstrafen
§ 82. (1) Der Leiter einer Verhandlung, einer Vernehmung, eines Augenscheines oder einer Beweisaufnahme hat für die Aufrechterhaltung der Ordnung und für die Wahrung des Anstandes zu sorgen.
(2) Personen, die die Amtshandlung stören oder durch ungeziemendes Benehmen den Anstand verletzen, sind zu ermahnen. Bleibt die Ermahnung erfolglos, so kann ihnen nach vorausgegangener Androhung das Wort entzogen, ihre Entfernung verfügt und ihnen die Bestellung eines Bevollmächtigten aufgetragen werden oder gegen sie eine Ordnungsstrafe bis 726 Euro verhängt werden.
(3) Die gleichen Ordnungsstrafen können gegen Personen verhängt werden, die sich in schriftlichen Eingaben einer beleidigenden Schreibweise bedienen.
(4) Maßnahmen nach Abs. 2 stehen dem Leiter der Amtshandlung zu. In Verfahren vor der Nichtigkeitsabteilung hat über die Entfernung einer an einer Verhandlung beteiligten Person oder die Verhängung einer Ordnungsstrafe während einer Verhandlung der Senat zu entscheiden. Ordnungsstrafen nach Abs. 3 sind in Verfahren, in denen die Entscheidung einem Senat zusteht, von diesem zu verhängen.
(5) Gegen öffentliche Organe und gegen Bevollmächtigte, die zur berufsmäßigen Parteienvertretung befugt sind, ist, wenn sie einem Disziplinarrecht unterstehen, keine Ordnungsstrafe zu verhängen, sondern Anzeige an die Disziplinarbehörde zu erstatten.
(6) Die Verhängung einer Ordnungsstrafe schließt die strafgerichtliche Verfolgung wegen derselben Handlung nicht aus.
§ 83. Gegen Personen, die die Tätigkeit des Patentamtes offenbar mutwillig in Anspruch nehmen oder in der Absicht einer Verschleppung der Angelegenheit unrichtige Angaben machen, kann eine Mutwillensstrafe bis 726 Euro verhängt werden. In Verfahren, in denen die Entscheidung einem Senat zusteht, hat über Mutwillensstrafen der Senat zu entscheiden.
§ 84. (1) Die Ordnungs- und Mutwillensstrafen fließen dem Bund zu. Die Bestimmungen des Verwaltungsstrafgesetzes 1991, BGBl. Nr. 52, über den Strafvollzug sind sinngemäß anzuwenden.
(2) Zur Verhängung von Ordnungsstrafen ist jenes Organ zuständig, das die gestörte Amtshandlung vornimmt oder vor dem der Anstand durch ungeziemendes Benehmen verletzt wird oder an das Eingaben (§ 82 Abs. 3) gerichtet sind. Zur Verhängung von Mutwillensstrafen ist jenes Organ zuständig, dessen Tätigkeit mutwillig in Anspruch genommen wird oder vor dem in der Absicht einer Verschleppung der Angelegenheit unrichtige Angaben gemacht werden.
(3) Gegen einen Beschluss der Technischen Abteilung, der Rechtsabteilung oder der Nichtigkeitsabteilung, mit dem eine Ordnungs- oder Mutwillensstrafe verhängt wird, ist Rekurs zulässig. Das Rechtsmittel ist binnen zwei Wochen einzubringen und hat keine aufschiebende Wirkung. Gegen die Entscheidung der zweiten Instanz ist kein Rechtsmittel zulässig.
Zustellung
§ 85. Die Zustellung von Schriftstücken des Patentamtes ist, soweit § 86 nicht anderes bestimmt, nach dem Zustellgesetz, BGBl. Nr. 200/1982, vorzunehmen.
§ 86. Wird ein Anbringen von mehreren Personen gemeinsam eingebracht, die nicht alle im Inland wohnen, so gilt im Zweifel die im Inland wohnende Person, die an erster Stelle genannt ist, als gemeinsamer Zustellungsbevollmächtigter.
III. VERFAHREN
A. Erteilung von Patenten
Patentanmeldung
§ 87. (1) Die Anmeldung einer Erfindung zur Erlangung eines Patentes hat beim Patentamt schriftlich zu erfolgen.
(2) Als Tag der Anmeldung gilt der Tag des Einlangens der Anmeldung beim Patentamt.
Offenbarung
§ 87a. (1) Die Erfindung ist in der Patentanmeldung so deutlich und vollständig zu offenbaren, daß sie ein Fachmann ausführen kann.
(2) Betrifft eine Erfindung biologisches Material, das der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist und in der Anmeldung auch nicht so beschrieben werden kann, dass ein Fachmann die Erfindung danach ausführen kann, oder beinhaltet die Erfindung die Verwendung eines solchen Materials, so gilt die Erfindung nur dann als gemäß Abs. 1 geoffenbart, wenn
- das biologische Material spätestens am Anmeldetag bei einer Hinterlegungsstelle im Sinne des Budapester Vertrages hinterlegt worden ist,
- die Anmeldung die einschlägigen Informationen enthält, die dem Anmelder bezüglich der Merkmale des hinterlegten biologischen Materials bekannt sind und
- die Hinterlegungsstelle und das Aktenzeichen der Hinterlegung in der Anmeldung angegeben sind.
(3) Die in Abs. 2 Z 3 genannten Angaben können nachgereicht werden entweder
- innerhalb von sechzehn Monaten nach dem Anmeldetag oder, wenn eine Priorität in Anspruch genommen worden ist, nach dem Prioritätstag, oder
- bis zum Tag der Einreichung eines Antrags auf vorzeitige Veröffentlichung der Anmeldung oder
- innerhalb eines Monats, nachdem das Patentamt dem Anmelder mitgeteilt hat, dass ein Recht auf Akteneinsicht gemäß § 81 Abs. 3 besteht,
wobei maßgeblich ist, welche Frist zuerst abläuft.
Einheitlichkeit
§ 88. Die Anmeldung darf nur eine einzige Erfindung oder eine Gruppe von Erfindungen enthalten, die untereinander in der Weise verbunden sind, daß sie eine einzige allgemeine erfinderische Idee verwirklichen.
Erfordernisse der Anmeldung
§ 89. (1) Die Anmeldung muß enthalten:
- den Namen und den Sitz bzw. den Wohnort des Anmelders sowie gegebenenfalls seines Vertreters;
- den Antrag auf Erteilung eines Patentes;
- eine kurze, sachgemäße Bezeichnung der zu patentierenden Erfindung (Titel);
- eine Beschreibung der Erfindung;
- einen oder mehrere Patentansprüche (§ 91 Abs. 1);
- die zum Verständnis der Erfindung nötigen Zeichnungen;
- eine Zusammenfassung (§ 91 Abs. 2).
(2) Die im Abs. 1 Z 4 bis 7 genannten Teile der Anmeldung können auch in englischer oder in französischer Sprache abgefasst sein.
(3) Hat eine Erfindung eine genetische Ressource zum Gegenstand, muss die Patentanmeldung Angaben zum geografischen Herkunftsort dieser Ressource oder zur Quelle, von der diese Ressource unmittelbar bezogen wurde, umfassen. Beruht die Erfindung auf traditionellem Wissen, das sich auf genetische Ressourcen bezieht und zu dem der Erfinder oder der Patentanmelder Zugang hatte, muss die Patentanmeldung Angaben zur Quelle dieses traditionellen Wissens umfassen. Die Prüfung der Anmeldungen (§ 99) und die Gültigkeit der Rechte aufgrund der erteilten Patente bleiben hiervon unberührt. Werden in einer Patentanmeldung solche Angaben zum geographischen Herkunftsort, der Quelle der Ressource oder der Quelle des traditionellen Wissens gemacht, teilt das Patentamt nach der Bekanntmachung der Erteilung des Patentes im Patentblatt (§ 101c Abs. 2) diese Patentanmeldung dem Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie mit.
§ 89a. Die gewerbliche Anwendbarkeit einer Sequenz oder Teilsequenz eines Gens muss in der Anmeldung konkret beschrieben werden.
§ 91. (1) Die Patentansprüche müssen genau und in unterscheidender Weise angeben, wofür Schutz begehrt wird. Sie müssen von der Beschreibung gestützt sein.
(2) Die Zusammenfassung muß eine Kurzfassung der in der Anmeldung enthaltenen Offenbarung enthalten. Sie dient ausschließlich der technischen Information und kann nicht für andere Zwecke herangezogen werden, insbesondere nicht zur Bestimmung des Schutzbereiches.
(3) Bis zur Fassung des Erteilungsbeschlusses (§ 101c Abs. 1) dürfen die Beschreibung, die Patentansprüche, die Zeichnungen und die Zusammenfassung abgeändert werden. Soweit die Abänderungen das Wesen der Erfindung berühren, sind sie aus der Anmeldung auszuscheiden und, wenn der Anmelder den Schutz auch für sie erwirken will, gesondert anzumelden (§ 99 Abs. 5).
§ 91a. Sind Teile der Anmeldung in englischer oder französischer Sprache abgefasst (§ 89 Abs. 2), so ist der Anmelder im Rahmen der Gesetzmäßigkeitsprüfung unter Beifügung eines vorläufigen Recherchenergebnisses aufzufordern, innerhalb der im § 99 Abs. 2 vorgesehenen Frist eine Übersetzung ins Deutsche vorzulegen. Diese Übersetzung ist dem Anmeldeverfahren zugrunde zu legen; ihre Richtigkeit wird im Anmeldeverfahren nicht geprüft.
§ 92. Durch Verordnung des Präsidenten des Patentamtes sind Form und Inhalt der Anmeldung näher zu regeln, sowie in welcher Form die Anmeldung und die Patentschrift veröffentlicht werden. Dabei ist auf möglichste Zweckmäßigkeit und Einfachheit sowie auf die Erfordernisse der Veröffentlichungen Bedacht zu nehmen.
Teilung der Anmeldung
§ 92a. Der Anmelder oder Inhaber eines erteilten Patentes oder der jeweilige Rechtsnachfolger kann während des gesamten Anmeldeverfahrens sowie bis zum Ablauf einer Frist
- von zwei Monaten nach Rechtskraft der Entscheidung, mit der die Patentanmeldung zurückgewiesen wurde, oder
- von sechs Monaten nach der Bekanntmachung der Erteilung des Patentes gemäß § 101c Abs. 2, wenn kein Einspruch eingelegt wurde, oder
- von zwei Monaten nach Rechtskraft der Entscheidung über einen rechtzeitig erhobenen Einspruch
eine gesonderte Anmeldung (Teilanmeldung) einreichen. Dieser Teilanmeldung kommt als Anmeldetag der Tag zu, an dem die ursprüngliche Anmeldung beim Patentamt eingereicht worden ist, wenn der Anmelder in der Teilanmeldung diesen Tag als Anmeldetag beansprucht und die Teilanmeldung nicht über den Inhalt der früheren Anmeldung in der ursprünglich eingereichten Fassung hinausgeht.
Umwandlung der Anmeldung
§ 92b. Der Anmelder kann bis zur Fassung des Erteilungsbeschlusses (§ 101c Abs. 1) oder des Zurückweisungsbeschlusses (§ 100) die Umwandlung der Anmeldung in eine Gebrauchsmusteranmeldung im Sinne des Gebrauchsmustergesetzes beantragen. Dieser Gebrauchsmusteranmeldung kommt als Anmeldetag der Tag zu, an dem die Patentanmeldung beim Patentamt eingereicht worden ist. Die Umwandlung einer Patentanmeldung ist nicht zulässig, wenn es sich um eine gemäß § 21 des Gebrauchsmustergesetzes umgewandelte Gebrauchsmusteranmeldung handelt.
Priorität
§ 93. (1) Mit dem Tag der ordnungsgemäßen Anmeldung eines Patentes erlangt der Anmelder das Recht der Priorität für seine Erfindung.
(2) Ab diesem Tag hat er gegenüber jeder später angemeldeten gleichen Erfindung den Vorrang.
(3) Weist die Anmeldung Mängel auf, so wirkt deren rechtzeitige Behebung (§ 99) auf den Tag der ersten Überreichung zurück, sofern die Behebung der Mängel das Wesen der Erfindung nicht berührt hat.
§ 93a. Dem Anmelder steht innerhalb einer Frist von zwölf Monaten nach dem Anmeldetag einer beim Patentamt eingereichten früheren Patent- oder Gebrauchsmusteranmeldung für eine dieselbe Erfindung betreffende spätere Patentanmeldung das Recht der Priorität der früheren Patent- oder Gebrauchsmusteranmeldung zu (innere Priorität). Die Voraussetzungen und die Wirkungen dieses Prioritätsrechtes entsprechen denen des Artikels 4 der Pariser Verbandsübereinkunft zum Schutz des gewerblichen Eigentums, BGBl. Nr. 399/1973.
§ 93b. Dem Anmelder steht innerhalb einer Frist von zwölf Monaten nach dem Anmeldetag einer früheren Patent- oder Gebrauchsmusteranmeldung, die bei einer Anmeldestelle eingereicht wurde, die nicht vom Geltungsbereich einer zwischenstaatlichen Vereinbarung über die Anerkennung der Priorität erfaßt ist, für eine dieselbe Erfindung betreffende spätere Patentanmeldung im Inland das Recht der Priorität der früheren Patent- oder Gebrauchsmusteranmeldung zu, wenn eine entsprechende Gegenseitigkeit mit dieser Anmeldestelle durch eine vom Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten im Bundesgesetzblatt zu verlautbarende Kundmachung festgestellt ist. Die Voraussetzungen und die Wirkungen dieses Prioritätsrechtes entsprechen denen des Artikels 4 der Pariser Verbandsübereinkunft zum Schutz des gewerblichen Eigentums, BGBl. Nr. 399/1973.
§ 94. Gesonderte Prioritäten für einzelne Teile des Anmeldungsgegenstandes (Teilprioritäten) können nur auf Grund der §§ 93a oder 93b oder von zwischenstaatlichen Vereinbarungen beansprucht werden. Solche Teilprioritäten sind auch dann zulässig, wenn für die Priorität eines Merkmales des Anmeldungsgegenstandes der Tag des Einlangens der Anmeldung beim Patentamt maßgebend bleibt. Für einen Patentanspruch können auch mehrere Prioritäten beansprucht werden.
§ 95. (1) Die auf Grund der §§ 93a oder 93b oder von zwischenstaatlichen Vereinbarungen eingeräumten Prioritätsrechte sind ausdrücklich in Anspruch zu nehmen. Dabei sind der Tag der Anmeldung, deren Priorität in Anspruch genommen wird, und das Land, in dem diese Anmeldung bewirkt worden ist, anzugeben (Prioritätserklärung). Ferner ist das Aktenzeichen dieser Anmeldung anzuführen.
(2) Die Prioritätserklärung ist innerhalb von zwei Monaten nach dem Einlangen der Anmeldung beim Patentamt abzugeben. Innerhalb dieser Frist kann die Berichtigung der Prioritätserklärung beantragt werden.
(3) Hängt die Erlangung oder Aufrechterhaltung des Schutzrechtes davon ab, ob die Priorität zu Recht beansprucht wurde, so ist das Prioritätsrecht nachzuweisen. Mit Verordnung des Präsidenten des Patentamtes ist zu bestimmen, welche Belege im Verfahren vor dem Patentamt für diesen Nachweis (Prioritätsbelege) erforderlich und wann diese Belege vorzulegen sind.
(4) Wird die Prioritätserklärung nicht rechtzeitig abgegeben, werden die Prioritätsbelege nicht rechtzeitig vorgelegt oder wird das Aktenzeichen der Anmeldung, deren Priorität in Anspruch genommen wird, auf amtliche Aufforderung nicht fristgerecht bekanntgegeben, so bestimmt sich die Priorität nach dem Tag der Anmeldung im Inland.
Gesetzmäßigkeitsprüfung
§ 99. (1) Jede Anmeldung ist vom Patentamt durch die Technische Abteilung auf Gesetzmäßigkeit zu prüfen, wobei dabei jedoch eine Prüfung, ob der Anmelder Anspruch auf Erteilung des Patentes hat, nicht erfolgt. Die finanzielle Ertragfähigkeit der Erfindung ist nicht zu beurteilen.
(2) Entspricht die Anmeldung nicht den vorgeschriebenen formalen Anforderungen, so ist der Anmelder aufzufordern, die Mängel innerhalb einer bestimmten Frist zu beheben.
(3) Ergibt die Prüfung, erforderlichenfalls nach der Vernehmung von Sachverständigen, dass eine patentierbare Erfindung nicht vorliegt, so ist hievon der Anmelder nach allfälliger Vernehmung durch den Prüfer unter Angabe der Gründe mit der Aufforderung zu benachrichtigen, sich binnen einer bestimmten Frist zu äußern.
(4) Ergibt die Prüfung, dass die Anmeldung uneinheitlich (§ 88) ist, ist dem Anmelder aufzutragen, die Einheitlichkeit binnen einer bestimmten Frist herzustellen. Auf Antrag des Anmelders ist in diesem Fall mit Beschluss festzustellen, dass die Anmeldung uneinheitlich ist. Wird ein solcher Beschluss rechtskräftig, ist dem Anmelder eine nochmalige Frist zur Herstellung der Einheitlichkeit einzuräumen.
(5) Ist die Anmeldung unzulässig abgeändert worden (§ 91 Abs. 3), so ist der Anmelder zur Ausscheidung der unzulässigen Abänderungen binnen einer bestimmten Frist aufzufordern. Für den auszuscheidenden Teil kann während des im § 92a genannten Zeitraumes eine gesonderte Anmeldung eingereicht werden, der als Anmeldetag der Tag zukommt, an dem die Abänderungen dem Patentamt im Verfahren über die ursprüngliche Anmeldung bekanntgegeben worden sind.
(6) Die in den Abs. 2 bis 5 vorgesehenen Fristen können auf Antrag verlängert werden. Der Präsident des Patentamtes kann Richtlinien über Grundsätze der Prüfung sowie über das dabei von der Technischen Abteilung zu beachtende Verfahren aufstellen. Er kann dabei insbesondere das Ausmaß der amtlich festzusetzenden Fristen bestimmen. Dabei ist auf eine möglichst rationelle und genaue Prüfung sowie auf eine einheitliche Behandlung der Anmeldungen durch die Technische Abteilung Bedacht zu nehmen.
Zurückweisung der Anmeldung
§ 100. (1) Ergibt die Prüfung gemäß § 99 die Unzulässigkeit der Patenterteilung, ist die Anmeldung zurückzuweisen. Treffen diese Voraussetzungen nur zum Teil zu, so ist nur der entsprechende Teil der Anmeldung zurückzuweisen.
(2) Die Anmeldung ist in jedem Fall zur Gänze zurückzuweisen, wenn eine der gemäß § 99 eingeräumten Fristen ungenützt verstreicht und bis zur Fassung des Zurückweisungsbeschlusses keine Äußerung einlangt.
Veröffentlichung der Anmeldung
§ 101. (1) Die Anmeldung ist vorbehaltlich § 101a unverzüglich nach Ablauf von achtzehn Monaten nach dem Anmeldetag oder, wenn eine Priorität in Anspruch genommen worden ist, nach dem Prioritätstag zu veröffentlichen. Sie kann jedoch auf Antrag des Anmelders vor Ablauf dieser Frist veröffentlicht werden.
(2) Die Veröffentlichung der Anmeldung hat die Beschreibung, die Patentansprüche, die Zeichnungen und die Zusammenfassung jeweils in der ursprünglich eingereichten Fassung sowie als Anlage einen Recherchenbericht, wenn dieser vor Abschluss der technischen Vorbereitungen für die Veröffentlichung vorliegt, zu enthalten. In dem Recherchenbericht sind die vom Patentamt zum Zeitpunkt der Erstellung des Berichtes ermittelten Schriftstücke zu nennen, die zur Beurteilung der Patentierbarkeit in Betracht gezogen werden können. Dem Recherchenbericht sind die Patentansprüche in ihrer ursprünglich eingereichten Fassung zugrundezulegen, wobei § 22a Abs. 1 Satz 2 und 3 sinngemäß anzuwenden ist. Ist der Recherchenbericht nicht mit der Anmeldung veröffentlicht worden, so ist er gesondert zu veröffentlichen, sofern die Anmeldung nicht vor Abschluss der technischen Vorbereitungen für diese gesonderte Veröffentlichung zurückgezogen oder zurückgewiesen worden ist.
(3) Sind vor Abschluss der technischen Vorbereitungen der Veröffentlichung der Anmeldung die Patentansprüche geändert worden, sind auch die zuletzt eingereichten Patentansprüche in die Veröffentlichung aufzunehmen.
(4) Im Patentblatt ist auf die Veröffentlichung der Anmeldung unter Angabe von Namen und Sitz oder Wohnort des Anmelders, einer kurzen sachgemäßen Bezeichnung des Gegenstandes der Erfindung (Titel) und des Tages der Anmeldung hinzuweisen (Bekanntmachung der Anmeldung).
(5) Die Anmeldung gibt dem Anmelder vom Tag ihrer Bekanntmachung im Patentblatt (Abs. 4) an einstweilen gegen denjenigen einen Anspruch auf ein angemessenes Entgelt, der den Gegenstand der Anmeldung unbefugt benützt hat. § 154 ist mit der Maßgabe, dass dieser Anspruch nicht vor dem Ablauf eines Jahres nach der Bekanntmachung der Erteilung (§ 101c Abs. 2) verjährt, sinngemäß anzuwenden.
§ 101a. (1) Wird die Entscheidung, durch die das Patent erteilt worden ist, vor Ablauf der im § 101 Abs. 1 angeführten Frist rechtskräftig, so ist die Anmeldung gleichzeitig mit der Patentschrift (§ 80 Abs. 4) zu veröffentlichen. In diesem Fall erfolgt keine Veröffentlichung eines Recherchenberichtes.
(2) Die Anmeldung ist nicht zu veröffentlichen, wenn sie vor Abschluss der technischen Vorbereitungen für die Veröffentlichung zurückgezogen oder zurückgewiesen worden ist. Wird der Zurückweisungsbeschluss nicht rechtskräftig, ist die Anmeldung auch noch nach Ablauf der im § 101 Abs. 1 angeführten Frist zu veröffentlichen.
(3) Wird eine Gebrauchsmusteranmeldung gemäß § 21 des Gebrauchsmustergesetzes in eine Patentanmeldung umgewandelt und kann eine Veröffentlichung innerhalb der im § 101 Abs. 1 angeführten Frist nicht mehr erfolgen, dann ist die Anmeldung auch noch nach Ablauf dieser Frist zu veröffentlichen.
(4) Kann eine gesonderte Anmeldung innerhalb der im § 101 Abs. 1 angeführten Frist nicht mehr veröffentlicht werden, dann ist die Anmeldung auch noch nach Ablauf dieser Frist zu veröffentlichen.
Einwendungen Dritter
§ 101b. (1) Nach der Veröffentlichung der Anmeldung kann jeder Dritte Einwendungen gegen die Patentierbarkeit der angemeldeten Erfindung erheben. Die Einwendungen sind zu begründen. Der Dritte hat im Verfahren vor dem Patentamt keine Parteistellung und keinen Anspruch auf Kostenersatz.
(2) Die Einwendungen werden dem Anmelder mitgeteilt, der dazu Stellung nehmen kann.
Erteilung des Patentes
§ 101c. (1) Bestehen gegen die Erteilung keine Bedenken und wurde die Veröffentlichungsgebühr für die Patentschrift gezahlt, so hat die Technische Abteilung die Erteilung des Patentes zu beschließen.
(2) Die Erteilung des Patentes ist im Patentblatt bekanntzumachen. Gleichzeitig ist die Patentschrift zu veröffentlichen (§ 80 Abs. 4), das Patent in das Patentregister einzutragen und die Patenturkunde für den Patentinhaber auszufertigen. Mit der Bekanntmachung im Patentblatt treten die gesetzlichen Wirkungen des Patentes ein.
Bekanntmachung der Zurückziehung oder Zurückweisung der Anmeldung
§ 101d. (1) Wird die Anmeldung nach der Veröffentlichung zurückgezogen oder wird die Patentanmeldung zurückgewiesen, so ist dies ebenfalls im Patentblatt bekanntzumachen.
(2) Mit der Bekanntmachung der Zurückziehung oder der Zurückweisung der Anmeldung gelten die Wirkungen des einstweiligen Schutzes (§ 101 Abs. 5) als nicht eingetreten.
Einspruch
§ 102. (1) Innerhalb von vier Monaten ab dem Tag der Bekanntmachung der Erteilung des Patentes (§ 101c Abs. 2) kann gegen die Patenterteilung Einspruch erhoben werden. Der Einspruch muss spätestens am letzten Tag der Frist im Patentamt eingelangt sein.
(2) Der Einspruch ist schriftlich in zweifacher Ausfertigung einzubringen, doch entfällt die Einbringung einer zweiten Ausfertigung, sofern der Antrag samt Beilagen ordnungsgemäß elektronisch eingereicht wird. Er kann nur auf folgende durch bestimmte Tatsachen begründete Behauptungen gestützt werden:
- dass der Gegenstand des Patentes den §§ 1 bis 3 nicht entspricht;
- dass das Patent die Erfindung nicht so deutlich und vollständig offenbart, dass ein Fachmann sie ausführen kann;
- dass der Gegenstand des Patentes über den Inhalt der Anmeldung in ihrer ursprünglich eingereichten, den Anmeldetag begründenden Fassung hinausgeht;
- dass das gemäß § 87a Abs. 2 Z 1 hinterlegte biologische Material nicht ständig entweder bei der ursprünglichen Hinterlegungsstelle im Sinne des Budapester Vertrages oder bei einer anderen Hinterlegungsstelle, an die es nach diesem Vertrag weitergeleitet worden ist, zugänglich war, es sei denn, der Patentinhaber weist nach,
- dass er das biologische Material erneut hinterlegt hat und die Hinterlegung gemäß Art. 4 dieses Vertrages zu behandeln ist, als wäre sie am Tag der ursprünglichen Hinterlegung erfolgt, oder
- dass er an einer solchen erneuten Hinterlegung durch ein unvorhergesehenes oder unabwendbares Ereignis gehindert worden ist und sie binnen zwei Monaten nach dem Wegfall des Hindernisses nachgeholt hat.
(3) Eine Ausfertigung des Einspruches ist dem Patentinhaber zur Erstattung seiner schriftlichen Äußerung innerhalb einer zweimonatigen, aus rücksichtswürdigen Gründen verlängerbaren Frist zuzustellen.
Einspruchsverfahren
§ 103. (1) Sobald die Äußerung erstattet oder die Frist zu ihrer Erstattung abgelaufen ist, trifft der mit der Angelegenheit betraute Referent wegen des etwa notwendigen weiteren Schriftenwechsels, wegen Vernehmung der Beteiligten, Herbeischaffung der von den Parteien angebotenen Beweismittel, Aufnahme von Beweisen sowie überhaupt zum Zweck der möglichst verläßlichen Aufklärung des wahren Sachverhaltes die entsprechenden Verfügungen.
(2) Der Vorsitzende kann, wenn er dies im einzelnen Fall zur Entscheidung über den Einspruch für erforderlich hält, auf Antrag oder von Amts wegen eine mündliche Verhandlung anberaumen. Die Verhandlung ist öffentlich. § 119 Abs. 2 ist anzuwenden.
(3) Der Vorsitzende hat die Verhandlung zu eröffnen und sich von der Identität der Erschienenen zu überzeugen sowie ihre Parteistellung und die etwaige Vertretungsbefugnis zu prüfen. Er hat die Verhandlung ohne Zulassung von Abschweifungen oder Weitläufigkeiten so zu führen, dass den Parteien das Recht auf Gehör gewahrt wird.
(4) Der Vorsitzende bestimmt die Reihenfolge, in der die Parteien zu hören, die Beweise aufzunehmen und die Ergebnisse früher aufgenommener Beweise oder Erhebungen vorzutragen und zu erörtern sind. Der Vorsitzende oder von diesem bestimmte Senatsmitglieder haben die Sache mit den Parteien sachlich und rechtlich zu erörtern.
(5) Über die mündliche Verhandlung ist durch einen Schriftführer ein Protokoll aufzunehmen. Dieses hat neben den Angaben über Ort, Zeit und Gegenstand der Verhandlung, die Namen der Senatsmitglieder, des Schriftführers, der Parteien, ihrer Vertreter, der vernommenen Zeugen und der Sachverständigen eine zusammenfassende Darstellung des Inhaltes und Verlaufes der Verhandlung zu enthalten. Das Protokoll ist vom Vorsitzenden und vom Schriftführer zu unterfertigen. Anstelle der Beiziehung eines Schriftführers kann sich der Vorsitzende eines Schallträgers bedienen, wobei die in Satz 2 genannten Angaben in jedem Fall in das Protokoll aufzunehmen sind. Von der Aufnahme auf dem Schallträger ist eine schriftliche Übertragung anzufertigen. Dieses Protokoll ist nur vom Vorsitzenden zu unterfertigen.
(6) Das Gebührenanspruchsgesetz 1975 ist anzuwenden.
Beweiswürdigung und Beschluß
§ 104. (1) Die Technische Abteilung hat unter freier Würdigung des vorliegenden Tatsachen- und Beweismaterials Beschluss zu fassen.
(2) Beratung und Abstimmung der Technischen Abteilung erfolgen in nichtöffentlicher Sitzung. Einstellungen können schriftlich im Umlaufweg beschlossen werden, sofern nicht ein Mitglied widerspricht. § 117 erster Satz ist sinngemäß anzuwenden.
(3) Der Referent hat die Entscheidung auf Grund der gefassten Beschlüsse zu entwerfen. Ist er mit seiner Ansicht in der Minderheit geblieben, so hat er den Entwurf im Einvernehmen mit dem Mitglied, dessen Antrag zum Beschluss erhoben wurde, neu auszuarbeiten. Der Vorsitzende kann jedoch mit der Ausarbeitung des Entwurfes oder einzelner Teile desselben auch ein anderes Senatsmitglied betrauen.
(4) Das Patent ist zu widerrufen, wenn der Einspruch Erfolg hat. Hat der Einspruch teilweisen Erfolg, ist nur der entsprechende Teil des Patentes zu widerrufen. In allen anderen Fällen ist der Einspruch abzuweisen.
Kosten
§ 105. Die Parteien haben die Kosten des Einspruchsverfahrens selbst zu tragen.
Bekanntmachung der Entscheidung über den Einspruch
§ 107. Der gänzliche oder teilweise Widerruf eines Patentes ist im Patentblatt bekanntzumachen. Wird das Patent nur teilweise widerrufen, hat das Patentamt die Änderungen zu veröffentlichen.
Wirkungen des Widerrufs
§ 108. Die Wirkungen der Anmeldung und des Patentes gelten in dem Umfang, in dem das Patent rechtskräftig widerrufen wird, als von Anfang an nicht eingetreten.
B. Recherchen und Gutachten
Erfordernisse und Behandlung der Anträge
§ 111a. (1) Ein Antrag auf Recherchen gemäß § 57a Z 1 darf nur ein einziges konkretes technisches Problem zum Gegenstand haben. Im Antrag kann auch begehrt werden, dass die Recherche auf einen nicht länger als ein Jahr vor dem Einlangen des Antrages liegenden Tag abgestellt wird. Dem Antrag sind eine genaue und deutliche Beschreibung und erforderlichenfalls eine gedrängte Zusammenfassung des konkreten technischen Problems und Zeichnungen anzuschließen.
(2) Dem Antrag auf Erstattung eines Gutachtens gemäß § 57a Z 2 sind die Beschreibung der Erfindung, Ansprüche und erforderlichenfalls Zeichnungen anzuschließen. § 91 Abs. 1 ist sinngemäß anzuwenden. Dem Gutachten ist der Stand der Technik zugrunde zu legen, der dem Patentamt am Tag des Einlangens des Antrages bekannt ist. Der Antragsteller ist berechtigt, einen ihm bekannten Stand der Technik zu nennen. Im Antrag kann auch begehrt werden, dass das Gutachten auf einen nicht länger als ein Jahr vor dem Einlangen des Antrages liegenden Tag abgestellt wird.
(3) Die Anträge auf Recherchen oder auf Erstattung eines Gutachtens gemäß § 57a samt Beilagen (Abs. 1 und 2) sind schriftlich einzubringen. Die Beschreibung, die Ansprüche und die Zusammenfassung können auch in englischer oder in französischer Sprache abgefasst sein, doch ist das Patentamt berechtigt, eine deutsche Übersetzung zu verlangen.
(4) Zur Erledigung der Anträge ist das nach der Geschäftsverteilung zuständige fachtechnische Mitglied (§ 61) berufen. Sofern dies der Antragsteller ausdrücklich beantragt, hat die Recherche oder das Gutachten in englischer Sprache zu ergehen.
(5) Ist der Antrag oder eine Beilage mangelhaft, so ist der Antragsteller aufzufordern, den Mangel binnen einer bestimmten Frist zu beheben. Wird der Mangel nicht behoben, so ist der Antrag mit Beschluss zurückzuweisen. Der Beschluss kann mit Rekurs angefochten werden.
C. Anfechtung von Patenten
Antragstellung
§ 112. (1) Die Einleitung des Verfahrens wegen Rücknahme, Nichtigerklärung oder Aberkennung von Patenten erfolgt nur auf Antrag. Das Patentamt ist jedoch berechtigt, das über einen Rücknahmeoder Nichtigkeitsantrag eingeleitete Verfahren im Falle der Rückziehung des Antrages von Amts wegen fortzusetzen.
(2) Der Antragsteller, der seinen Wohnsitz nicht in einem Staat hat, in dem die Entscheidung, die dem Antragsteller den Kostenersatz aufträgt, vollstreckt würde, hat dem Antragsgegner auf dessen Begehren für die Kosten des Verfahrens Sicherheit zu leisten. Dieses Begehren muss bei sonstigem Verlust des Anspruches auf Sicherstellung binnen 14 Tagen nach der Zustellung des Antrages gestellt werden.
(3) Die Höhe der Sicherstellung wird vom Patentamt nach freiem Ermessen festgesetzt. Dem Antragsteller wird für die Leistung der Sicherstellung eine Frist bestimmt, in der sie zu leisten ist. Erfolgt die Sicherstellung nicht vor Ablauf der Frist, so gilt der Antrag als zurückgenommen.
Sofortige Zurückweisung
§ 113. (1) Anträge auf Rücknahme, Nichtigerklärung oder Aberkennung eines Patentes, die sich offenbar nicht auf einen gesetzlichen Grund stützen, sowie Eingaben, die kein bestimmtes Begehren enthalten oder zu deren Einbringung der Antragsteller nicht berechtigt ist (§§ 49 und 50), sind von der Nichtigkeitsabteilung unter Angabe der Gründe ohne weiteres Verfahren zurückzuweisen.
(2) Ebenso sind Anträge wegen Unzuständigkeit der Nichtigkeitsabteilung, wegen entschiedener Sache oder wegen Streitanhängigkeit unter Angabe der Gründe ohne weiteres Verfahren zurückzuweisen.
(3) Derartige Beschlüsse sind als Endentscheidungen anzusehen. (BGBl. Nr. 78/1969, Art. I Z. 33)
Form und Inhalt des Antrages
§ 114. (1) Der Antrag hat eine gedrängte Darstellung des Streitfalles und nebst dem bestimmten Begehren die Bezeichnung der geltend zu machenden Beweismittel zu enthalten.
(2) Der Antrag samt Beilagen ist, sofern er nur gegen einen Patentinhaber gerichtet ist, in zweifacher Ausfertigung beim Patentamt einzubringen.
(3) Ist der Antrag gegen mehrere Patentinhaber gerichtet, so ist nebst der für das Patentamt bestimmten Ausfertigung für jeden der Antragsgegner eine Ausfertigung des Antrages samt Abschriften der Beilagen beizubringen.
(4) Die Einbringung einer zweiten oder weiteren Ausfertigung gemäß Abs. 2 oder 3 entfällt, sofern der Antrag samt Beilagen ordnungsgemäß elektronisch eingereicht wird.
Nebenintervention
§ 114a. (1) Wer ein rechtliches Interesse daran hat, dass in einem vor der Nichtigkeitsabteilung zwischen anderen Personen anhängigen Verfahren die eine Person obsiege, kann dieser Partei im Verfahren beitreten (Nebenintervention). Der Nebenintervenient hat, auch wenn die Voraussetzungen des § 20 Zivilprozessordnung (ZPO), RGBl. Nr. 113/1895, nicht vorliegen, die Stellung eines Streitgenossen (§ 14 ZPO).
(2) Im übrigen gelten die §§ 18 bis 20 ZPO sinngemäß.
Verfahren über Anfechtungsanträge
§ 115. (1) Der Vorsitzende hat ein fachtechnisches und ein rechtskundiges Mitglied zu Referenten zu bestellen.
(2) Der rechtskundige Referent hat, sofern der Antrag zur Einleitung des Verfahrens geeignet befunden wurde, eine Ausfertigung samt den Abschriften der Beilagen dem Antragsgegner mit der Aufforderung zuzustellen, innerhalb einer mindestens zweimonatigen Frist, deren Verlängerung der Referent bei Vorliegen rücksichtswürdiger Gründe zu bewilligen hat, seine Gegenschrift in zweifacher Ausfertigung schriftlich zu erstatten. Die Einbringung der zweiten Ausfertigung entfällt, sofern die Gegenschrift samt Beilagen ordnungsgemäß elektronisch eingereicht wird.
(3) Nach der Zustellung gemäß Abs. 2 gilt § 112 ZPO sinngemäß für Rechtsanwälte, Patentanwälte und Notare gleichermaßen.
(4) Die Vorschriften der §§ 168 und 169 ZPO gelten sinngemäß.
Unterbrechung aufgrund eines Einspruchsverfahrens
§ 115a. Ein anhängiges Verfahren auf Nichtigerklärung eines Patentes ist von Amts wegen zu unterbrechen, wenn ein Einspruchsverfahren anhängig ist oder anhängig gemacht wird. Das unterbrochene Verfahren ist nach rechtskräftigem Abschluss des Einspruchsverfahrens auf Antrag oder von Amts wegen fortzusetzen, wenn das Patent nicht widerrufen wurde. Wurde das Patent widerrufen, ist das Verfahren von Amts wegen einzustellen.
Vorverfahren
§ 116. (1) Nach Erstattung der Gegenschrift oder nach fruchtlosem Verstreichen der hiefür eingeräumten Frist hat der rechtskundige Referent erforderlichenfalls ein Vorverfahren (Abs. 2 und 3) zur Vorbereitung der mündlichen Verhandlung durchzuführen. Die Referenten haben im Vorverfahren das Einvernehmen zu pflegen. Bei Meinungsverschiedenheiten entscheidet der Vorsitzende.
(2) Im Vorverfahren ist der gesamte Prozeßstoff für die mündliche Verhandlung so weit vorzubereiten, daß diese, wenn möglich, ohne Unterbrechung durchgeführt werden kann. Insbesondere ist, sofern sich dies nicht aus den Schriftsätzen ergibt, durch Anhörung der Parteien oder Einholung ihrer Äußerung festzustellen, welche tatsächlichen Behauptungen nicht bestritten werden.
(3) Im Vorverfahren haben auch Beweisaufnahmen, wie Vornahme eines Augenscheins, Vernehmung auswärtiger Zeugen und zeitraubende Untersuchungen durch Sachverständige zu erfolgen, wenn die Beweisaufnahme in der mündlichen Verhandlung diese erheblich erschweren oder verzögern oder unverhältnismäßig hohe Kosten verursachen würde oder wenn die sofortige Aufnahme der Beweise zur Beweissicherung notwendig ist.
(4) Zu allen Beweisaufnahmen im Vorverfahren sind die Parteien zu laden. Ihr Ausbleiben steht der Beweisaufnahme nicht im Wege.
(5) Für die Aufnahme von Beweisen im Vorverfahren gilt § 120. Beweis durch Vernehmung der Parteien ist im Vorverfahren nicht zulässig.
(6) Der rechtskundige Referent hat im Vorverfahren alle in den §§ 180 bis 185 der Zivilprozeßordnung angeführten Befugnisse und Obliegenheiten eines Vorsitzenden.
(7) Der Vorsitzende kann die Ergänzung des Vorverfahrens hinsichtlich einzelner bestimmt zu bezeichnender Sachverhalte anordnen.
(8) Nach dem Einlangen der Gegenschrift oder nach fruchtlosem Verstreichen der hiefür eingeräumten Frist sowie gegebenenfalls nach der Durchführung des Vorverfahrens hat der Referent die Akten mit einer schriftlichen Darlegung des Sachverhaltes sowie aller für die Entscheidung wesentlichen Tat- und Rechtsfragen und einer Stellungnahme zu diesen (Referat) dem Vorsitzenden vorzulegen. Der rechtskundige Referent hat über die rechtlichen Fragen und der fachtechnische Referent über die fachtechnischen Fragen zu referieren. Der Vorsitzende kann einem Referenten oder einem anderen Stimmführer die Ergänzung des Referates auftragen.
(BGBl. Nr. 78/1969, Art. I Z. 34)
Beendigung des Verfahrens ohne Verhandlung
§ 117. Erlischt das Patent während des Verfahrens vor der Nichtigkeitsabteilung, so ist das Verfahren mit Beschluß einzustellen, sofern der Antragsteller nicht unter Glaubhaftmachung eines rechtlichen Interesses auf der Durchführung beharrt. In den Fällen des § 46 Abs. 1 Z. 2 und 3 hat grundsätzlich der Antragsteller Anspruch auf Kostenersatz, der Antragsgegner hingegen nur dann, wenn er durch sein Verhalten zur Antragstellung nicht Anlaß gegeben hat und das Patent während der Frist für die Erstattung der Gegenschrift erloschen ist. Im Einstellungsbeschluß ist auch über den Kostenersatz zu erkennen (§ 122 Abs. 1). Dieser Beschluß ist als Endentscheidung anzusehen.
Ausschreibung der mündlichen Verhandlung
§ 118. (1) Die mündliche Verhandlung ist vom Vorsitzenden auszuschreiben. Spätestens mit der Ausschreibung der Verhandlung ist dem Antragsteller die Gegenschrift zuzustellen.
(2) Die Verhandlung kann aus wichtigen Gründen auf Antrag oder von Amts wegen durch den Vorsitzenden auf einen anderen Zeitpunkt verlegt werden.
(3) Zur Verhandlung sind die Parteien oder ihre Vertreter sowie die bei der Verhandlung einzuvernehmenden Zeugen und Sachverständigen zu laden.
(4) Das Ausbleiben der Parteien oder ihrer Vertreter steht der Verhandlung und Entscheidung nicht im Wege.
(5) Wird eine Vertagung bei der mündlichen Verhandlung beantragt, so hat darüber der Senat zu entscheiden.
(BGBl. Nr. 78/1969, Art. I Z. 34)
Verhandlung
§ 119. (1) Die Verhandlung ist nach den sinngemäß anzuwendenden Vorschriften der §§ 171 bis 203 ZPO zu leiten und durchzuführen. Der Vorsitzende oder von diesem bestimmte Senatsmitglieder haben die Sache mit den Parteien sachlich und rechtlich zu erörtern.
(2) Die Öffentlichkeit der Verhandlung kann, außer in den im § 172 der Zivilprozeßordnung erwähnten Fällen, auf Antrag auch dann für einen Teil des Verfahrens oder für die ganze Verhandlung ausgeschlossen werden, wenn durch die Öffentlichkeit ein wichtiges Interesse des Bundes oder ein Betriebs- oder Geschäftsgeheimnis einer der Parteien oder eines Zeugen einer Gefährdung ausgesetzt würde.
(3) Den Mitgliedern des Patentamtes sowie den Bundesbediensteten des höheren Dienstes des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie bleibt trotz Ausschluss der Öffentlichkeit der Zutritt gestattet.
Beweis und Beweisaufnahme
§ 120. (1) Das Beweisverfahren ist, soweit durch dieses Gesetz nicht abweichende Bestimmungen getroffen werden, in sinngemäßer Anwendung der Vorschriften der §§ 266 bis 383 der Zivilprozeßordnung durchzuführen.
(2) Das von den Zeugen vor dem Patentamt abgelegte Zeugnis sowie die von den Parteien vor dem Patentamt eidlich abgegebene Aussage steht einem gerichtlichen Zeugnis gleich.
(3) Die vorstehenden Grundsätze über das Beweisverfahren gelten sowohl für das Vorverfahren als auch für die Verhandlung.
(4) Das Gebührenanspruchsgesetz 1975 ist anzuwenden.
(5) Die nach den §§ 313, 326, 333 und 354 der Zivilprozessordnung zu verhängenden Ordnungs-und Mutwillensstrafen dürfen 726 Euro nicht übersteigen. Bei Beweisaufnahmen während einer mündlichen Verhandlung sind die Ordnungs- und Mutwillensstrafen vom Senat, im Vorverfahren vom rechtskundigen Referenten (§ 116 Abs. 1) zu verhängen. § 84 Abs. 1 und 3 findet Anwendung.
Beratung und Abstimmung
§ 121. Beratung und Abstimmung der Nichtigkeitsabteilung erfolgen in nichtöffentlicher Sitzung. Einstellungen können schriftlich im Umlaufweg beschlossen werden, sofern nicht ein Mitglied widerspricht.
Prozeßkosten
§ 122. (1) Über den Ersatz der Verfahrens- und Vertretungskosten ist, vorbehaltlich des Abs. 2 und des § 117, in sinngemäßer Anwendung der §§ 40 bis 55 ZPO zu entscheiden.
(2) Wer einen Antrag zurücknimmt, hat dem Antragsgegner die Kosten zu ersetzen.
Inhalt der Entscheidung
§ 123. Die Ausfertigung der Entscheidung hat zu enthalten
- die Bezeichnung der Abteilung und die Namen der Mitglieder, die an der Entscheidung mitgewirkt haben;
- die Bezeichnung der Parteien, ihrer Vertreter und Bevollmächtigten sowie ihre Parteistellung;
- die Entscheidung;
- den Tatbestand der Entscheidung, bestehend in einer gedrängten Darstellung des aus der mündlichen Verhandlung sich ergebenden Sachverhaltes unter Hervorhebung der in der Hauptsache von den Parteien gestellten Anträge;
- die Entscheidungsgründe;
- die Rechtsmittelbelehrung.
(BGBl. Nr. 225/1965, Art. I Z. 9)
Verkündung der Entscheidung
§ 124. (1) Die Verkündung der Entscheidung mit den wesentlichen Entscheidungsgründen hat, wenn möglich, mündlich unmittelbar nach Schluß der mündlichen Verhandlung zu geschehen.
(2) In allen Fällen ist aber den Parteien die Entscheidung samt den vollständigen Entscheidungsgründen in schriftlicher Ausfertigung baldigst zuzustellen.
Protokollführung
§ 125. (1) Über alle Beweisaufnahmen im Vorverfahren und über die mündliche Verhandlung ist durch einen Schriftführer ein Protokoll aufzunehmen. Dieses hat neben den Angaben über Ort, Zeit und Gegenstand der Verhandlung, die Namen der Senatsmitglieder, des Schriftführers, der Parteien, ihrer Vertreter, der vernommenen Zeugen und der Sachverständigen eine zusammenfassende Darstellung des Inhaltes und Verlaufes der Verhandlung zu enthalten. Das Protokoll ist vom Vorsitzenden und vom Schriftführer zu unterfertigen. Anstelle der Beiziehung eines Schriftführers kann sich der Vorsitzende eines Schallträgers bedienen, wobei die in Satz 2 genannten Angaben in jedem Fall in das Protokoll aufzunehmen sind. Von der Aufnahme auf dem Schallträger ist eine schriftliche Übertragung anzufertigen. Dieses Protokoll ist nur vom Vorsitzenden zu unterfertigen.
(2) Über die nichtöffentliche Sitzung (§ 121) ist ein abgesondertes Protokoll zu führen, aus dem das Ergebnis der Beratung und Abstimmung ersichtlich ist. Dieses Protokoll ist vom Vorsitzenden und vom Schriftführer zu unterfertigen.
Rechtshilfe
§ 126. Die Gerichte und das Patentamt sind verpflichtet, einander Rechtshilfe zu leisten.
Wiederaufnahme des Verfahrens
§ 127. (1) Wurde ein Patent gänzlich oder teilweise widerrufen, zurückgenommen, nichtig erklärt oder aberkannt oder ein darauf abzielender Antrag ganz oder teilweise abgewiesen, so kann auf Antrag einer Partei das geschlossene Verfahren wieder aufgenommen werden,
- wenn eine Urkunde, auf welche die Entscheidung gegründet ist, fälschlich angefertigt oder verfälscht ist;
- wenn sich ein Zeuge oder ein Sachverständiger einer falschen Aussage oder der Gegner bei seiner Vernehmung eines falschen Eides schuldig gemacht hat und die Entscheidung auf diese Aussage gegründet ist;
- wenn die Entscheidung durch eine im Weg des gerichtlichen Strafverfahrens zu verfolgende Betrugshandlung des Vertreters der Partei, ihres Gegners oder dessen Vertreters erwirkt wurde;
- wenn ein Mitglied, das bei der Entscheidung oder bei einer der Entscheidung zugrunde liegenden früheren Entscheidung mitgewirkt hat, sich im Streit zum Nachteil der Partei einer nach dem Strafgesetz zu ahndenden Verletzung seiner Amtspflicht schuldig gemacht hat;
- wenn ein strafgerichtliches Erkenntnis, auf das die Entscheidung gegründet ist, durch ein anderes rechtskräftig gewordenes Urteil aufgehoben ist.
(2) Die Wiederaufnahme kann jedoch nur innerhalb eines Jahres nach Rechtskraft der zu behebenden Entscheidung und unbeschadet der inzwischen erworbenen Rechte dritter Personen von den Streitteilen begehrt werden.
(3) Insbesondere erwerben diejenigen, welche seither die Erfindung in Benützung genommen haben oder die hiezu erforderlichen Veranstaltungen getroffen haben, die einem Vorbenützer der Erfindung zustehende Befugnis (§ 23).
(4) Zur Entscheidung über das Wiederaufnahmebegehren ist jene Instanz (Technische Abteilung, Nichtigkeitsabteilung, Oberlandesgericht Wien, Oberster Gerichtshof) berufen, welche die angefochtene Entscheidung gefällt hat. Wird dem Wiederaufnahmebegehren von einer höheren Instanz stattgegeben, so hat diese zu bestimmen, ob das wiederaufgenommene Verfahren vor ihr oder vor einer Unterinstanz durchzuführen ist.
(5) Dem Gesuch um Wiederaufnahme des Verfahrens kommt eine den Vollzug der Entscheidung hemmende Wirkung nicht zu.
§ 128. Ist die Eintragung der Außer-Kraft-Setzung eines Patentes in das Patentregister durch das Patentamt aus Versehen erfolgt, so hat das Patentamt nach Feststellung des Versehens die Löschung dieser Eintragung zu verfügen und bekanntzumachen. Inzwischen im guten Glauben erworbene Rechte dritter Personen bleiben in einem solchen Fall wie im Fall der Wiederaufnahme gewahrt.
Weiterbehandlung der Anmeldung
§ 128a. Ist nach Versäumung einer vom Patentamt eingeräumten Frist die Anmeldung zurückgewiesen worden, so kann der Anmelder oder dessen Rechtsnachfolger die Weiterbehandlung der Anmeldung beantragen. Der Antrag ist binnen zwei Monaten nach der Zustellung des Zurückweisungsbeschlusses beim Patentamt einzureichen. Die versäumte Handlung ist innerhalb dieser Frist nachzuholen. Dem Antrag ist nur dann stattzugeben, wenn die Weiterbehandlungsgebühr gezahlt wird. Mit der Stattgebung des Weiterbehandlungsantrages tritt der Zurückweisungsbeschluss außer Kraft.
Wiedereinsetzung in den vorigen Stand
§ 129. (1) Wer durch ein unvorhergesehenes oder unabwendbares Ereignis verhindert war, eine Frist einzuhalten, deren Versäumung nach einer den Erfindungsschutz betreffenden Vorschrift einen kraft dieser Vorschrift ohne weiteres eintretenden Rechtsnachteil zur Folge hat, hat einen Anspruch auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand. Eine Versäumung, die auf einem minderen Grade des Versehens beruht, hindert die Wiedereinsetzung nicht.
(2) Eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand findet nicht statt wegen Versäumung der Frist für den Wiedereinsetzungsantrag (§ 131 Abs. 1), der Frist für den Rekurs gegen die Entscheidung hinsichtlich eines solchen Antrags und der Frist für den Einspruch (§ 102 Abs. 1).
(3) In die Frist zur Abgabe einer Prioritätserklärung, zu deren Berichtigung oder zur Vorlage der Prioritätsbelege (§ 95 Abs. 2 und 3) ist eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nur zulässig, wenn der Antrag, unbeschadet der für die Antragstellung gemäß § 131 geltenden Fristen, spätestens am Tag vor der Bekanntmachung der Erteilung des Patentes (§ 101c Abs. 2) im Patentamt eingelangt ist. Mit der Bewilligung der Wiedereinsetzung tritt ein allenfalls bereits erlassener Erteilungsbeschluss (§ 101c Abs. 1) oder Zurückweisungsbeschluss (§ 100) außer Kraft.
§ 130. (1) Über den Antrag entscheidet die Abteilung, bei der die versäumte Handlung vorzunehmen war. Wurde eine Handlung bei einer Technischen Abteilung versäumt, so entscheidet über den Antrag das dieser Abteilung zugewiesene rechtskundige Mitglied.
(2) Im Wirkungsbereich der Nichtigkeitsabteilung des Patentamtes ist der Vorsitzende zur Entscheidung berufen. Gegen diesen Beschluss ist Rekurs an das Oberlandesgericht Wien zulässig.
§ 131. (1) Der Wiedereinsetzungsantrag ist binnen zwei Monaten nach dem Tag, an dem das Hindernis weggefallen ist, in jedem Fall jedoch spätestens binnen zwölf Monaten nach dem Tag, an dem die Frist abgelaufen ist, zu überreichen. (BGBl. Nr. 210/1951, Art. I Z. 12)
(2) Der Antragsteller hat die zur Begründung des Antrages dienenden Umstände anzuführen und, sofern sie nicht bei der Behörde offenkundig sind, glaubhaft zu machen. Zugleich mit dem Antrag ist die versäumte Handlung nachzuholen.
(3) Für jeden an der Angelegenheit allenfalls beteiligten Gegner des Antragstellers ist eine Abschrift des Antrages und seiner Beilagen zu überreichen.
§ 133. (1) Ist der Antrag oder die nachgeholte Handlung mangelhaft, so ist der Antragsteller vor der Entscheidung aufzufordern, binnen einer bestimmten Frist den Mangel zu beheben.
(2) Wenn es sich um ein in ein öffentliches Register eingetragenes Schutzrecht handelt, so ist der Antrag und die Art seiner Erledigung in das Register einzutragen.
(3) Die Bewilligung der Wiedereinsetzung ist im Patentblatt zu verlautbaren, sofern durch die Bewilligung der Wiedereinsetzung ein Schutzrecht, über dessen Untergang eine amtliche Verlautbarung stattfindet, wiederhergestellt wird.
§ 134. (1) Vor der Entscheidung ist dem allenfalls an der Angelegenheit beteiligten Gegner des Antragstellers Gelegenheit zu geben, sich binnen einer bestimmten Frist zu äußern (§ 131 Abs. 3).
(2) Dem Antragsteller sind, ohne Rücksicht darauf, ob dem Antrag stattgegeben wird oder nicht, die dem Gegner verursachten Kosten des Verfahrens über den Antrag und der Vertretung in diesem Verfahren aufzuerlegen.
§ 135. Durch die Bewilligung der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand treten die Rechtsfolgen der Versäumung der Frist außer Kraft. Die Behörde trifft zur Durchführung der Entscheidung die der Sachlage angemessenen Verfügungen.
§ 136. (1) Ist ein Schutzrecht versagt worden, verfallen, erloschen oder sonst außer Kraft getreten und wird es durch die Bewilligung der Wiedereinsetzung wiederhergestellt, so tritt seine Wirkung gegen den nicht ein, der im Inland nach dem Untergang des Schutzrechtes und vor dem Tag der amtlichen Verlautbarung der Bewilligung der Wiedereinsetzung (§ 133 Abs. 3) oder im Fall des § 133 Abs. 2 spätestens am Tag der Eintragung des Antrages in das Register, in allen anderen Fällen spätestens am Tag des Einlangens des Antrages bei der zuständigen Behörde den Gegenstand in Benützung genommen oder die zu solcher Benützung erforderlichen Veranstaltungen getroffen hat (Zwischenbenützer). Dieser ist befugt, den Gegenstand für die Bedürfnisse seines eigenen Betriebes in eigenen oder fremden Werkstätten auszunützen. Diese Befugnis kann nur zusammen mit dem Betrieb vererbt oder veräußert werden. Überdies gelten die Vorschriften über den Vorbenützer.
(2) Besteht hinsichtlich des wiederhergestellten Schutzrechtes ein während seines früheren Bestehens abgeschlossener Lizenzvertrag und wird das Recht des Lizenznehmers durch einen Zwischenbenützer (Abs. 1) beeinträchtigt, so kann der Lizenznehmer eine den Umständen des Falles angemessene Minderung des bedungenen Entgeltes verlangen oder, wenn für ihn wegen dieser Beeinträchtigung an der weiteren Erfüllung des Vertrages kein Interesse mehr besteht, den Vertrag auflösen. (BGBl. Nr. 78/1969, Art. I Z. 42)
Vollstreckung
§ 137. (1) Rechtskräftige Aussprüche des Patentamtes sind Exekutionstitel im Sinne des § 1 der Exekutionsordnung (EO), RGBl. Nr. 79/1896.
(2) Das Patentamt hat die zur Durchführung seiner rechtskräftigen Entscheidungen und jener der Rechtsmittelinstanzen notwendigen Eintragungen und Löschungen in den von ihm zu führenden Registern von Amts wegen zu vollziehen. Bei Kollegialentscheidungen hat die erforderlichen Verfügungen der Vorsitzende zu treffen.
IV. DAS OBERLANDESGERICHT WIEN UND DER OBERSTE GERICHTSHOF ALS RECHTSMITTELINSTANZEN
A. Rechtsmittel gegen die Beschlüsse der Technischen Abteilung und der Rechtsabteilung des Patentamtes
Rekurs
§ 138. (1) Die Beschlüsse der Technischen Abteilung und der Rechtsabteilung können durch Rekurs an das Oberlandesgericht Wien angefochten werden.
(2) Gegen die einen Beschluss der Technischen Abteilung oder Rechtsabteilung vorbereitenden Verfügungen des Referenten ist kein Rechtsmittel zulässig.
Verfahren
§ 139. Für das Rekursverfahren gelten die Bestimmungen des Außerstreitgesetzes (AußStrG), BGBl. I Nr. 111/2003, sinngemäß mit Ausnahme der §§ 44, 49 AußStrG und folgenden Besonderheiten:
- Verweise im AußStrG auf das Gericht erster Instanz gelten als Verweise auf die Technische Abteilung oder Rechtsabteilung.
- Die Rekursfrist und die Frist für die Rekursbeantwortung betragen zwei Monate; sie sind nicht verlängerbar.
- Neue Tatsachen oder Beweismittel dürfen nur zur Stützung oder zur Widerlegung der in der ersten Instanz rechtzeitig vorgebrachten Tatsachen und Beweise vorgebracht werden.
- Weist ein rechtzeitig überreichter Rekurs Mängel auf, so hat das zuständige Mitglied dem Rekurswerber eine Frist zur Verbesserung zu setzen. Verspätet überreichte Rekurse oder Rekurse, die innerhalb der festgesetzten Frist nicht verbessert werden, sind von der Abteilung in der Zusammensetzung zurückzuweisen, in der der angefochtene Beschluss erlassen wurde. Rekurse gegen Beschlüsse des ermächtigten Bediensteten sind durch das zuständige Mitglied zurückzuweisen.
- Beschlüsse gemäß § 50 AußStrG sind von der Abteilung in der Zusammensetzung zu erlassen, in der der angefochtene Beschluss erlassen wurde. Ist der Beschluss durch den ermächtigten Bediensteten erlassen worden, hat das zuständige Mitglied zu beschließen.
- § 51 Abs. 1 AußStrG ist mit der Maßgabe anzuwenden, dass die die Sache betreffenden Akten gegebenenfalls mit einem aufklärenden Bericht vorzulegen sind.
- Die Parteien haben die Kosten des Verfahrens selbst zu tragen.
- Rekursentscheidungen des Rekursgerichts sind durch das Rekursgericht zuzustellen.
Revisionsrekurs
§ 140. (1) Gegen einen im Rahmen des Rekursverfahrens ergangenen Beschluss des Rekursgerichts ist der Revisionsrekurs nach Maßgabe des § 62 AußStrG zulässig.
(2) Für das Revisionsrekursverfahren gelten die Bestimmungen des AußStrG sinngemäß mit folgenden Besonderheiten:
- Die Revisionsrekursfrist und die Frist für die Revisionsrekursbeantwortung betragen zwei Monate; sie sind nicht verlängerbar.
- Der Revisionsrekurs sowie gegebenenfalls die Zulassungsvorstellung sind beim Rekursgericht einzubringen; die Zurückweisung nach § 67 AußStrG erfolgt durch das Rekursgericht. Außer im Fall des § 68 Abs. 4 Z 2 AußStrG ist auch die Revisionsrekursbeantwortung beim Rekursgericht einzubringen.
- Die Parteien haben die Kosten des Verfahrens selbst zu tragen.
B. Rechtsmittel gegen die Beschlüsse und Entscheidungen der Nichtigkeitsabteilung des Patentamtes
Berufung
§ 141. (1) Die Endentscheidungen der Nichtigkeitsabteilung des Patentamtes können durch Berufung an das Oberlandesgericht Wien angefochten werden.
(2) Für das Berufungsverfahren gelten die Bestimmungen der ZPO sinngemäß mit Ausnahme des § 461 Abs. 2 ZPO und folgenden Besonderheiten:
- Verweise in der ZPO auf das Gericht erster Instanz gelten als Verweise auf die Nichtigkeitsabteilung.
- Die Berufungsfrist und die Frist für die Berufungsbeantwortung betragen zwei Monate; sie sind nicht verlängerbar.
- Weist eine rechtzeitig überreichte Berufung Mängel auf, so hat der rechtskundige Referent der Nichtigkeitsabteilung dem Berufungswerber eine Frist zur Verbesserung zu setzen. Werden die Mängel innerhalb der Frist behoben, so gilt die Berufung als rechtzeitig eingebracht.
- Berufungsentscheidungen des Berufungsgerichts sind durch das Berufungsgericht zuzustellen.
Rekurs
§ 142. (1) Gegen eine vorbereitende Verfügung des Referenten ist kein Rechtsmittel zulässig. Gegen die im Lauf des Vorverfahrens oder der Verhandlung gefassten Beschlüsse der Nichtigkeitsabteilung findet vorbehaltlich Abs. 2 ein abgesondertes Rechtsmittel nicht statt, sie können nur mit der Berufung angefochten werden, sofern sie auf die Endentscheidung einen Einfluss geübt haben.
(2) Gegen Unterbrechungsbeschlüsse, Beschlüsse, mit denen eine Berufung zurückgewiesen wird, Beschlüsse gemäß § 130 Abs. 2 sowie Beschlüsse über Ansprüche nach dem Gebührenanspruchsgesetz ist der Rekurs an das Oberlandesgericht Wien zulässig. Beschlüsse des Berufungsgerichts können nach Maßgabe des § 519 ZPO beim Obersten Gerichtshof angefochten werden.
(3) Für das Rekursverfahren gelten die Bestimmungen der ZPO sinngemäß mit folgenden Besonderheiten:
- Verweise in der ZPO auf das Gericht erster Instanz gelten als Verweise auf die Nichtigkeitsabteilung.
- Rekurse nach Abs. 2 erster Satz sind bei der Nichtigkeitsabteilung, Rekurse nach Abs. 2 zweiter Satz beim Berufungsgericht einzubringen.
- Weist ein rechtzeitig überreichter Rekurs nach Abs. 2 erster Satz Mängel auf, so hat der rechtskundige Referent der Nichtigkeitsabteilung oder der Vorsitzende, wenn ihm die Beschlussfassung alleine zustand, dem Rekurswerber eine Frist zur Verbesserung zu setzen. Werden die Mängel innerhalb der Frist behoben, so gilt der Rekurs als rechtzeitig eingebracht.
- Rekursentscheidungen des Rekursgerichts sind durch das Rekursgericht zuzustellen.
Revision und Revisionsrekurs
§ 143. (1) Gegen Urteile des Berufungsgerichts ist die Revision nach Maßgabe des § 502 ZPO, gegen einen Beschluss des Rekursgerichts der Revisionsrekurs nach Maßgabe des § 528 ZPO zulässig.
(2) Für das Revisionsverfahren gelten die Bestimmungen der ZPO sinngemäß mit folgenden Besonderheiten:
- Die Revisionsfrist und die Frist für die Revisionsbeantwortung betragen zwei Monate; sie sind nicht verlängerbar.
- Die Revision ist beim Berufungsgericht einzubringen. Die Verweise auf das Prozessgericht erster Instanz gelten als Verweise auf das Berufungsgericht, mit Ausnahme jener, die sich auf die ,,
Zurückverweisung an die erste Instanz beziehen. Außer im Fall des § 507a Abs. 3 Z 2 ZPO ist auch die Revisionsbeantwortung beim Berufungsgericht einzubringen.
(3) Für das Revisionsrekursverfahren gelten die Bestimmungen der ZPO sinngemäß mit der Maßgabe, dass der Revisionsrekurs beim Rekursgericht einzubringen ist.
C. Gemeinsame Bestimmungen
Verfahrenshilfe
§ 144. Verfahrenshilfe für ein Rechtsmittelverfahren nach diesem Hauptstück ist beim Patentamt zu beantragen. Über den Antrag auf Bewilligung der Verfahrenshilfe hat die Nichtigkeitsabteilung durch einen der Vorsitzenden durch Beschluss zu entscheiden. § 7 Abs. 2 AußStrG, die §§ 63, 64, 66 bis 73 ZPO und § 45 RAO, RGBl. Nr. 96/1868, sind mit der Maßgabe anzuwenden, dass Verweise auf das Gericht als Verweise auf die Nichtigkeitsabteilung gelten. Anstelle der Beigebung eines Rechtsanwaltes kann auch die Beigebung eines Patentanwaltes für das Rechtsmittelverfahren vor dem Oberlandesgericht Wien gewährt werden. Gegen den Beschluss kann Rekurs binnen zwei Wochen erhoben werden.
Zustellung, Vertretung, Eintritt in das Verfahren, Akteneinsicht
§ 145. (1) Die Zustellung von Schriftstücken durch das Patentamt in einem Rechtsmittelverfahren nach diesem Hauptstück erfolgt nach den §§ 85 und 86.
(2) Im Verfahren vor dem Oberlandesgericht Wien sind auch Patentanwälte und Notare vertretungsbefugt. Die Berufung auf die Bevollmächtigung ersetzt deren urkundlichen Nachweis.
(3) In mehrseitigen Verfahren kann der Erwerber eines streitverfangenen Rechts auch ohne Zustimmung des Gegners in das Verfahren eintreten.
(4) Auf die Akteneinsicht in Rechtsmittelverfahren nach diesem Hauptstück sind die §§ 81 und 81a sinngemäß anzuwenden.
Zusammensetzung der Senate
§ 146. (1) § 8 Abs. 2 JN ist mit der Maßgabe anzuwenden, dass die Stelle des Laienrichters entweder durch fachkundige Laienrichter aus dem Handelsstand oder durch andere Personen mit besonderer Fachkunde, wie insbesondere Mitglieder des Patentamtes, die vom Bundesminister für Justiz auf Vorschlag des Bundesministers für Verkehr, Innovation und Technologie jeweils für eine Funktionsperiode von fünf Jahren bestellt werden, ausgeübt werden kann. Werden Mitglieder des Patentamtes oder sonstige Bundesbedienstete als Laienrichter bestellt, erbringen sie die Tätigkeit als fachkundige Laienrichter als dienstliche Aufgabe und sind in Ausübung ihres Amtes unabhängig und an keine Weisungen gebunden. Die §§ 19 bis 25 JN sind sinngemäß anzuwenden.
(2) Der Oberste Gerichtshof hat bei Rechtsmitteln gegen eine Entscheidung, der eine Entscheidung der Technischen Abteilung oder der Nichtigkeitsabteilung zugrunde liegt, in einem Senat zu entscheiden, der neben drei Richtern zwei Laienrichter nach Abs. 1 umfasst.
(3) Bei Verfahren über die Einräumung oder Aufhebung von Lizenzen gemäß § 36 Abs. 2 und 3 sind Abs. 1 und 2 mit der Maßgabe anzuwenden, dass den Senaten ein Mitglied anzugehören hat, das vom Bundesminister für Justiz auf Vorschlag des Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft ernannt worden ist.
(4) Soweit nichts anderes bestimmt ist, sind die für fachkundige Laienrichter aus dem Handelsstand geltenden Bestimmungen sinngemäß anzuwenden. Der Vorsitzende hat ein Senatsmitglied zum Referenten zu bestellen.
V. PATENTVERLETZUNGEN UND AUSKUNFTSPFLICHT
Unterlassungsanspruch
§ 147. Wer in einer der ihm aus einem Patent zustehenden Befugnisse verletzt worden ist oder eine solche Verletzung zu besorgen hat, kann auf Unterlassung klagen.
Beseitigungsanspruch
§ 148. (1) Der Patentverletzer ist zur Beseitigung des dem Gesetz widerstreitenden Zustandes verpflichtet.
(2) Der Verletzte kann insbesondere verlangen, dass auf Kosten des Verletzers die patentverletzenden Gegenstände (Eingriffsgegenstände) vernichtet und die ausschließlich oder vorzugsweise zur Herstellung patentverletzender Gegenstände dienlichen Werkzeuge, Vorrichtungen und anderen Hilfsmittel (Eingriffsmittel) für diesen Zweck unbrauchbar gemacht werden, soweit dadurch nicht in dingliche Rechte Dritter eingegriffen wird.
(3) Enthalten die im Abs. 2 bezeichneten Eingriffsgegenstände oder Eingriffsmittel Teile, deren unveränderter Bestand und deren Benutzung durch den Beklagten das Ausschließungsrecht des Klägers nicht verletzen, so hat das Gericht diese Teile in dem die Vernichtung oder Unbrauchbarmachung aussprechenden Urteil zu bezeichnen. Bei der Vollstreckung sind diese Teile, soweit es möglich ist, von der Vernichtung oder Unbrauchbarmachung auszunehmen, wenn der Verpflichtete die damit verbundenen Kosten im Voraus zahlt.
(4) Zeigt sich im Exekutionsverfahren, dass die Unbrauchbarmachung von Eingriffsmitteln größere Kosten als ihre Vernichtung erfordern würde, und werden diese vom Verpflichteten nicht im voraus gezahlt, so hat das Exekutionsgericht nach Einvernahme der Parteien die Vernichtung dieser Eingriffsmittel anzuordnen.
(5) Kann der gesetzwidrige Zustand auf eine andere als die im Abs. 2 bezeichnete, mit keiner oder mit einer geringeren Wertvernichtung verbundene Art, beseitigt werden, so kann der Verletzte nur Maßnahmen dieser Art begehren.
(6) Statt der Vernichtung der Eingriffsgegenstände oder der Unbrauchbarmachung von Eingriffsmitteln kann der Verletzte verlangen, dass ihm die Eingriffsgegenstände oder Eingriffsmittel von ihrem Eigentümer gegen eine angemessene, die Herstellungskosten nicht übersteigende Entschädigung überlassen werden.
(7) Der Exekution auf Beseitigung ist erforderlichenfalls ein Sachverständiger zur Bezeichnung der der Exekution zu unterziehenden Gegenstände beizuziehen.
Urteilsveröffentlichung
§ 149. (1) Wird auf Unterlassung oder Beseitigung geklagt, so hat das Gericht der obsiegenden Partei, wenn diese daran ein berechtigtes Interesse hat, auf Antrag die Befugnis zuzusprechen, das Urteil in einer nach § 409 Abs. 2 ZPO zu bestimmenden Frist auf Kosten des Gegners zu veröffentlichen. Umfang und Art der Veröffentlichung sind im Urteil zu bestimmen.
(2) Die Veröffentlichung umfaßt den Urteilsspruch. Auf Antrag der obsiegenden Partei kann jedoch das Gericht einen vom Urteilsspruch nach Umfang oder Wortlaut abweichenden oder ihn ergänzenden Inhalt der Veröffentlichung bestimmen. Dieser Antrag ist spätestens vier Wochen nach Rechtskraft des Urteils zu stellen. Ist der Antrag erst nach Schluß der mündlichen Streitverhandlung gestellt worden, so hat hierüber das Gericht erster Instanz nach Rechtskraft des Urteils mit Beschluß zu entscheiden.
(3) Das Prozeßgericht erster Instanz hat auf Antrag der obsiegenden Partei mit Beschluß die Kosten der Urteilsveröffentlichung festzusetzen und deren Ersatz dem Gegner aufzutragen.
Ansprüche in Geld
§ 150. (1) Der durch unbefugte Verwendung eines Patentes Verletzte hat gegen den Verletzer Anspruch auf ein angemessenes Entgelt.
(2) Bei schuldhafter Patentverletzung kann der Verletzte an Stelle des angemessenen Entgeltes (Abs. 1)
- Schadenersatz einschließlich des ihm entgangenen Gewinnes oder
- die Herausgabe des Gewinnes, den der Verletzer durch die Patentverletzung erzielt hat, verlangen.
(3) Unabhängig vom Nachweis eines Schadens kann der Verletzte das Doppelte des ihm nach Abs. 1 gebührenden Entgelts begehren, sofern die Patentverletzung auf grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz beruht.
(4) Der Verletzte hat auch Anspruch auf eine angemessene Entschädigung für die in keinem Vermögensschaden bestehenden Nachteile, die er durch die schuldhafte Patentverletzung erlitten hat, soweit dies in den besonderen Umständen des Falles begründet ist.
Rechnungslegung
§ 151. Der Verletzer ist dem Verletzten zur Rechnungslegung und dazu verpflichtet, deren Richtigkeit durch einen Sachverständigen prüfen zu lassen. Wenn sich dabei ein höherer Betrag als aus der Rechnungslegung ergibt, sind die Kosten der Prüfung vom Verletzer zu tragen.
Auskunft über Herkunft und Vertriebsweg
§ 151a. (1) Wer in einer der ihm aus einem Patent zustehenden Befugnisse verletzt worden ist, kann Auskunft über den Ursprung und die Vertriebswege der rechtsverletzenden Waren und Dienstleistungen verlangen, sofern dies nicht unverhältnismäßig im Vergleich zur Schwere der Verletzung wäre und nicht gegen gesetzliche Verschwiegenheitspflichten verstoßen würde; zur Erteilung der Auskunft sind der Verletzer und die Personen verpflichtet, die gewerbsmäßig
- rechtsverletzende Waren in ihrem Besitz gehabt,
- rechtsverletzende Dienstleistungen in Anspruch genommen oder
- für Rechtsverletzungen genutzte Dienstleistungen erbracht haben.
(2) Die Pflicht zur Auskunftserteilung nach Abs. 1 umfasst, soweit angebracht,
- die Namen und Anschriften der Hersteller, Vertreiber, Lieferanten und der anderen Vorbesitzer der Waren oder Dienstleistungen sowie der gewerblichen Abnehmer und Verkaufsstellen, für die sie bestimmt waren,
- die Mengen der hergestellten, ausgelieferten, erhaltenen oder bestellten Waren und die Preise, die für die Waren oder Dienstleistungen bezahlt wurden.
Einstweilige Verfügungen
§ 151b. (1) Mit Beziehung auf Ansprüche auf Unterlassung, Beseitigung, angemessenes Entgelt, Schadenersatz und Herausgabe des Gewinns nach diesem Gesetz können einstweilige Verfügungen sowohl zur Sicherung des Anspruchs selbst als auch zur Sicherung von Beweismitteln erlassen werden.
(2) Zur Sicherung von Ansprüchen auf angemessenes Entgelt, Schadenersatz und Herausgabe des Gewinns können im Fall von gewerbsmäßig begangenen Rechtsverletzungen einstweilige Verfügungen erlassen werden, wenn wahrscheinlich ist, dass die Erfüllung dieser Forderungen gefährdet ist.
(3) Zur Sicherung von Unterlassungs- und Beseitigungsansprüchen können einstweilige Verfügungen erlassen werden, auch wenn die im § 381 der Exekutionsordnung bezeichneten Voraussetzungen nicht zutreffen.
(4) Einstweilige Verfügungen nach Abs. 1 sind auf Antrag der gefährdeten Partei ohne Anhörung des Gegners zu erlassen, wenn der gefährdeten Partei durch eine Verzögerung wahrscheinlich ein nicht wieder gut zu machender Schaden entstünde oder wenn die Gefahr besteht, dass Beweise vernichtet werden.
Unternehmerhaftung
§ 152. (1) Der Inhaber eines Unternehmens kann auf Unterlassung (§ 147) geklagt werden, wenn eine Patentverletzung im Betrieb seines Unternehmens von einem Bediensteten oder Beauftragten begangen worden ist oder droht. Er ist zur Beseitigung (§ 148) verpflichtet, wenn er Eigentümer der Eingriffsgegenstände oder Eingriffsmittel ist.
(2) Wird die einen Anspruch auf angemessenes Entgelt begründende Patentverletzung im Betrieb eines Unternehmens von einem Bediensteten oder Beauftragten begangen, so trifft die Pflicht zur Zahlung des Entgeltes (§ 150 Abs. 1), zur Rechnungslegung (§ 151) und zur Auskunft (§ 151a) nur den Inhaber des Unternehmens, es sei denn, dass dieser von der Patentverletzung weder wusste noch daraus einen Vorteil erlangt hat.
(3) Wird eine Patentverletzung im Betrieb eines Unternehmens von einem Bediensteten oder Beauftragten begangen, so haftet, unbeschadet der Haftung dieser Personen, der Inhaber des Unternehmens nach § 150 Abs. 2 bis 4, wenn ihm die Patentverletzung bekannt war oder bekannt sein musste.
Haftung mehrerer Verpflichteter
§ 153. Soweit derselbe Anspruch in Geld (§ 150) gegen mehrere Personen besteht, haften sie zur ungeteilten Hand.
Verjährung
§ 154. § 1489 ABGB gilt für alle Ansprüche in Geld (§ 150), den Anspruch auf Rechnungslegung (§ 151) und den Anspruch auf Auskunft (§ 151a). Die Verjährung aller dieser Ansprüche wird auch durch die Klage auf Rechnungslegung oder einen Feststellungsantrag (§ 163) unterbrochen.
Verfahrenspatente
§ 155. Bei einem Patent für ein Verfahren zur Herstellung eines neuen Erzeugnisses gilt bis zum Beweis des Gegenteiles jedes Erzeugnis von gleicher Beschaffenheit als nach dem patentierten Verfahren hergestellt.
Vorfragen
§ 156. (1) Die Gültigkeit oder Wirksamkeit eines Patentes, auf das die Verletzungsklage gestützt wird, kann vorbehaltlich des Abs. 3 vom Gericht als Vorfrage selbständig beurteilt werden.
(2) Das Gericht erster Instanz hat dem Patentamt von jedem Urteil, in dem die Gültigkeit oder Wirksamkeit eines Patentes beurteilt worden ist, eine mit der Bestätigung der Rechtskraft versehene Ausfertigung zum Anschluß an die Erteilungsakten zu übermitteln. Auf ein solches Urteil ist im Patentregister hinzuweisen.
(3) Hängt ein Urteil davon ab, ob das Patent nichtig (§ 48) ist, so hat das Gericht diese Frage vorerst selbständig zu prüfen. Das Patentamt erstellt auf Ersuchen des Gerichts ein schriftliches Gutachten, ob aufgrund der im gerichtlichen Verfahren vorgelegten Schriftstücke die Nichtigerklärung des Patentes wahrscheinlich ist. Hält das Gericht die Nichtigkeit des Patentes aufgrund des Beweisverfahrens für wahrscheinlich, so hat es das Verfahren zu unterbrechen. Wenn der Beklagte nicht binnen einem Monat ab Zustellung des Unterbrechungsbeschlusses nachweist, dass er beim Patentamt einen Nichtigkeitsantrag eingebracht hat, dass ein Nichtigerklärungsverfahren zwischen den Streitteilen bereits anhängig ist oder dass er sich einem solchen Verfahren als Nebenintervenient angeschlossen hat, hat das Gericht das Verfahren auf Antrag des Klägers fortzusetzen. In diesem Fall hat das Gericht ohne Rücksicht auf den Einwand der Nichtigkeit zu entscheiden. Eine hierüber vor dem Schluss der mündlichen Verhandlung ergehende Entscheidung der Nichtigkeitsabteilung ist jedoch zu berücksichtigen.
(4) Ist ein Verfahren über eine Verletzungsklage gemäß Abs. 3 unterbrochen worden, kann der Beklagte anstelle des Nachweises, dass er einen Nichtigkeitsantrag eingebracht hat, dass ein Nichtigerklärungsverfahren zwischen den Streitteilen bereits anhängig ist oder dass er sich einem solchen Verfahren als Nebenintervenient angeschlossen hat, den Nachweis erbringen, dass er gegen das Patent einen Einspruch erhoben hat.
(5) Ist das Gerichtsverfahren wegen eines beim Patentamt anhängigen Verfahrens unterbrochen worden, so hat das Gericht nach Rechtskraft der Entscheidung über die Vorfrage das Verfahren auf Antrag einer Partei fortzusetzen und ihm die Vorfragenentscheidung zugrunde zu legen.
(6) Ist die Gültigkeit oder Wirksamkeit eines Patentes vom Patentamt oder den Rechtsmittelinstanzen anders beurteilt worden als vom Gericht im Verletzungsstreit, so kann darauf eine Wiederaufnahmsklage (§ 530 Abs. 1 ZPO) gestützt werden; es sind für die Zuständigkeit der § 532 Abs. 2 ZPO und für die Unterbrechung des Rechtsmittelverfahrens der § 544 Abs. 1 ZPO sinngemäß anzuwenden; die Klagefrist (§ 534 Abs. 1 ZPO) ist von dem Tag an zu berechnen, an dem die Entscheidung über die Gültigkeit oder Wirksamkeit des Patentes in Rechtskraft erwachsen ist.
Behandlung präjudizieller Verfahren
§ 157. (1) Wird in einem Nichtigerklärungsverfahren ein Unterbrechungsbeschluss (§ 156) vorgelegt, so gelten für das Verfahren ab der Vorlage folgende Besonderheiten:
- Das Verfahren ist beschleunigt zu behandeln.
- Demjenigen, der den Unterbrechungsbeschluss vorlegt, ist von der Eingangsstelle sofort auf einer Halbschrift zu bestätigen, dass er ein Verfahren vor der Nichtigkeitsabteilung anhängig gemacht, sich einem anhängigen Verfahren als Nebenintervenient angeschlossen oder zu einem anhängigen Verfahren einen Unterbrechungsbeschluss vorgelegt hat.
- Die Gegenschrift (§ 115 Abs. 2) ist innerhalb der unerstreckbaren Frist von einem Monat einzubringen.
- Beweise über Behauptungen, die nicht spätestens zwei Wochen vor der mündlichen Verhandlung dem Patentamt vorgebracht und dem Gegner mitgeteilt worden sind, dürfen nur aufgenommen werden, wenn der Gegner nicht widerspricht.
- Die Fristen für die Berufung, die Berufungsbeantwortung, die Revision und die Revisionsbeantwortung betragen einen Monat und sind unerstreckbar.
(2) Wird in einem Verfahren über einen Einspruch ein Unterbrechungsbeschluss (§ 156) vorgelegt, ist Abs. 1 sinngemäß anzuwenden.
Einstweiliger Schutz
§ 158. Wird vor der Bekanntmachung der Erteilung des Patentes (§ 101c Abs. 2) ein Anspruch gemäß § 101 Abs. 5 gerichtlich geltend gemacht und hängt das Urteil davon ab, ob dieser Anspruch zu Recht besteht, kann das Gericht das Verfahren bis zur Bekanntmachung der Erteilung unterbrechen. Das unterbrochene Verfahren ist nach der Bekanntmachung der Erteilung auf Antrag oder von Amts wegen fortzusetzen.
Strafbare Patentverletzung
§ 159. (1) Wer ein Patent verletzt, ist vom Gericht mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen. Wer die Tat gewerbsmäßig begeht, ist mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren zu bestrafen.
(2) Ebenso ist der Inhaber oder Leiter eines Unternehmens zu bestrafen, der eine im Betrieb des Unternehmens von einem Bediensteten oder Beauftragten begangene Patentverletzung nicht verhindert.
(3) Ist der Inhaber des Unternehmens nach Abs. 2 eine Gesellschaft, eine Genossenschaft, ein Verein oder ein anderes, nicht zu den physischen Personen gehöriges Rechtssubjekt, so ist Abs. 2 auf die Organe anzuwenden, wenn sie sich einer solchen Unterlassung schuldig gemacht haben.
(4) Abs. 1 ist auf Bedienstete oder Beauftragte nicht anzuwenden, die die Handlung im Auftrag ihres Dienstgebers oder Auftraggebers vorgenommen haben, sofern ihnen wegen ihrer wirtschaftlichen Abhängigkeit nicht zugemutet werden konnte, die Vornahme dieser Handlungen abzulehnen.
(5) Die Verfolgung erfolgt nur auf Verlangen des Verletzten.
Privatrechtliche Ansprüche
§ 160. Für die Geltendmachung der Ansprüche nach § 150 gelten die Bestimmungen des 17. Hauptstückes der Strafprozessordnung 1975 (StPO), BGBl. Nr. 631/1975. Gegen den Ausspruch über den Entschädigungsanspruch steht beiden Teilen die Berufung zu.
Besonderheiten der Strafverfolgung
§ 161. Für das Strafverfahren gelten § 119 Abs. 2 und die §§ 148, 149 und 157 sinngemäß. Ebenso ist § 156 sinngemäß anzuwenden, jedoch mit der Maßgabe, dass der Lauf der Monatsfrist des § 156 Abs. 3 mit der Zustellung einer Aufforderung des Strafgerichtes an den Beschuldigten beginnt, zu bescheinigen, dass er beim Patentamt einen Nichtigkeitsantrag eingebracht hat, dass ein Nichtigerklärungsverfahren zwischen den Streitteilen bereits anhängig ist, dass er sich einem solchen Verfahren als Nebenintervenient angeschlossen oder einen Einspruch eingelegt hat. Bringt der Beschuldigte den Nichtigkeitsantrag oder den Einspruch nicht rechtzeitig ein, so hat das Gericht, wenn es die Nichtigkeit des Patentes für wahrscheinlich hält, den Nichtigkeitsantrag oder den Einspruch von Amts wegen zu stellen. Parteien in diesem Verfahren sind das antragstellende Gericht, der Privatankläger und der Beschuldigte. Die in diesem Verfahren erwachsenden Kosten sind Kosten des Strafverfahrens.
Zuständigkeit
§ 162. (1) Für Klagen und einstweilige Verfügungen nach diesem Bundesgesetz ist ausschließlich das Handelsgericht Wien zuständig. Ohne Rücksicht auf den Streitwert hat der Senat (§ 7 Abs. 2 erster Satz JN) zu entscheiden. Das gilt auch für einstweilige Verfügungen. Für die Senatszusammensetzung in erster und zweiter Instanz ist § 146 Abs. 1, in dritter Instanz ist § 146 Abs. 2 anzuwenden.
(2) Die Gerichtsbarkeit in Strafsachen nach diesem Bundesgesetz steht dem Landesgericht für Strafsachen Wien zu.
Feststellungsanträge
§ 163. (1) Wer einen Gegenstand betriebsmäßig herstellt, in Verkehr bringt, feilhält oder gebraucht, ein Verfahren betriebsmäßig anwendet oder solche Maßnahmen beabsichtigt, kann gegen den Inhaber eines Patentes oder den ausschließlichen Lizenznehmer beim Patentamt die Feststellung beantragen, daß der Gegenstand oder das Verfahren weder ganz noch teilweise unter das Patent fällt.
(2) Der Inhaber eines Patentes oder der ausschließliche Lizenznehmer kann gegen jemanden, der einen Gegenstand betriebsmäßig herstellt, in Verkehr bringt, feilhält oder gebraucht, ein Verfahren betriebsmäßig anwendet oder solche Maßnahmen beabsichtigt, beim Patentamt die Feststellung beantragen, daß der Gegenstand oder das Verfahren ganz oder teilweise unter das Patent fällt.
(3) Anträge gemäß Abs. 1 und 2 sind zurückzuweisen, wenn der Antragsgegner nachweist, daß bei Gericht zwischen denselben Parteien eine vor Überreichung des Feststellungsantrages eingebrachte Verletzungsklage, die denselben Gegenstand oder dasselbe Verfahren betrifft, anhängig ist.
(4) Der Feststellungsantrag kann sich nur auf ein Patent samt dessen Zusatzpatenten beziehen. Dem Antrag sind eine genaue und deutliche Beschreibung des Gegenstandes oder Verfahrens und erforderlichenfalls Zeichnungen in vier Ausfertigungen anzuschließen. Eine Ausfertigung dieser Beschreibung, gegebenenfalls samt Zeichnungen, ist der Endentscheidung anzuheften.
(5) Bei der Beurteilung des Schutzbereiches des Patentes, das Gegenstand des Feststellungsverfahrens ist, hat das Patentamt den Inhalt der Erteilungsakten und den von den Parteien nachgewiesenen Stand der Technik zu berücksichtigen.
(6) Die Verfahrenskosten sind vom Antragsteller zu tragen, wenn der Antragsgegner durch sein Verhalten zur Antragstellung nicht Anlaß gegeben und den Anspruch innerhalb der ihm für die Gegenschrift gesetzten Frist anerkannt hat.
(7) Im übrigen gelten für das Feststellungsverfahren die Bestimmungen des Anfechtungsverfahrens.
Auskunftspflicht über Patentschutz
§ 165. Wer Gegenstände in einer Weise bezeichnet, die geeignet ist, den Eindruck zu erwecken, daß sie Patentschutz genießen, hat auf Verlangen Auskunft darüber zu geben, auf welches Schutzrecht sich die Bezeichnung stützt.
(BGBl. Nr. 78/1969, Art. I Z. 51)
VI. BIOPATENT MONITORING KOMITEE
§ 166. (1) Das Biopatent Monitoring Komitee beobachtet und bewertet die Auswirkungen der Umsetzung der Richtlinie 98/44/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 6. Juli 1998 über den rechtlichen Schutz biotechnologischer Erfindungen, ABl. Nr. L 213 vom 30. Juli 1998, S.13, in österreichisches Recht im Hinblick auf relevante mit Schutzwirkung für die Republik Österreich erteilte nationale Patente und Gebrauchsmuster.
(2) Dem Biopatent Monitoring Komitee kommen insbesondere die sich aus der Entschließung des Nationalrats vom 16. April 1998, 107/E (XX. GP), ergebenden Aufgaben zu:
- Überprüfung der Auswirkungen der in Umsetzung der Richtlinie erlassenen österreichischen Rechtsvorschriften auf Menschenrechte, Tiere, Pflanzen und ökologische Systeme sowie auf den Konsumentenschutz, die Landwirtschaft und die Entwicklungsländer;
- Überprüfung der nationalen Erteilungs- und Spruchpraxis, insbesondere hinsichtlich § 1 Abs. 3 Z 2 und 3, § 2 Abs. 2 Satz 1 sowie §§ 36 und 37;
- Überprüfung, ob die in Umsetzung der Richtlinie erlassenen österreichischen Rechtsvorschriften folgenden Grundsätzen gerecht werden:
- a) kein Patentschutz für Verfahren zum Klonen von Menschen und zur Veränderung der menschlichen Keimbahn;
- b) kein Patentschutz für Verfahren, in denen menschliche Embryonen verwendet werden, und für Embryonen selbst;
- c) keine weitere Einschränkung der „Tierschutzklausel“ gemäß Art. 6 Abs. 2 lit. d der Richtlinie;
- d) Gewährung des Viehzüchter- und Landwirteprivilegs gemäß Art. 11 der Richtlinie;
- e) Wahrung der Verpflichtungen aus dem Übereinkommen über die biologische Vielfalt, BGBl. Nr. 213/1995.
- Beobachtung der forschungs- und wirtschaftspolitischen Konsequenzen, insbesondere auch auf kleine und mittlere Unternehmen.
(3) Der Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie hat in Abständen von drei Jahren dem Nationalrat einen Bericht über die Beobachtungen und Bewertungen des Biopatent Monitoring Komitees zu übermitteln. Der erste Bericht ist spätestens am 30. Juni 2012 zu übermitteln.
§ 167. (1) Dem Biopatent Monitoring Komitee gehören folgende Mitglieder an:
- ein Vertreter des Bundeskanzleramts;
- ein Vertreter des Bundesministers für Gesundheit;
- ein Vertreter des Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft;
- ein Vertreter des Bundesministers für Verkehr, Innovation und Technologie;
- ein Vertreter des Bundesministers für Wirtschaft, Familie und Jugend;
- ein Vertreter des Bundesministers für Wissenschaft und Forschung;
- ein Vertreter der Bioethikkommission;
- ein Vertreter der Wirtschaftskammer Österreich;
- ein Vertreter der Landwirtschaftskammer Österreich;
- ein Vertreter des Österreichischen Gewerkschaftsbundes;
- ein Vertreter der Österreichischen Patentanwaltskammer;
- ein Vertreter des Österreichischen Rechtsanwaltskammertages;
- ein Vertreter der Vereinigung der Österreichischen Industrie;
- ein Vertreter der Österreichischen Vereinigung für gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht;
- ein Vertreter des Rings der Industrie-Patentingenieure Österreichs;
- ein Vertreter des Vereins für Konsumenteninformation;
- ein Vertreter der Umweltbundesamt GmbH;
- ein Vertreter des Ökobüro – Koordinationsstelle österreichischer Umweltorganisationen.
(2) Das Komitee soll für den Dialog mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern offen sein.
(3) Der Vorsitzende des Biopatent Monitoring Komitees und ein allfälliger Stellvertreter werden von den Mitgliedern des Komitees gewählt. Das Komitee ist beschlussfähig, wenn mindestens die Hälfte seiner Mitglieder anwesend ist. Die Beschlüsse werden mit einfacher Stimmenmehrheit gefasst, bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden.
(4) Das Komitee hat sich eine Geschäftsordnung zu geben und kann auch Arbeitsgruppen bilden. In Erfüllung seiner Aufgaben ist das Komitee berechtigt, Experten und sonstige Auskunftspersonen beizuziehen und an diese entgeltliche Aufträge zu vergeben.
(5) Dem Vorsitzenden des Komitees obliegt die Vertretung des Komitees nach außen. Die Tätigkeit der Mitglieder des Komitees ist ein unbesoldetes Ehrenamt.
(6) Die beim Patentamt eingerichtete Geschäftsstelle unterstützt das Komitee, seinen Vorsitzenden und allfällig eingerichtete Arbeitsgruppen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Die Geschäftsstelle hat für jedes Kalenderjahr einen Voranschlag und einen Rechnungsabschluss zu erstellen.
VII. ÜBERGANGS- UND SCHLUSSBESTIMMUNGEN
Übergangsbestimmungen
§ 173. (1) Für Patente und Patentanmeldungen, deren Anmeldetag vor dem 1. Jänner 1994 liegt, ist bei der Beurteilung der Patentierbarkeit § 2 Z 2, bei der Beurteilung der Neuheit § 3, als Nichtigerklärungsgrund § 48 Abs. 1 Z 2 sowie als Einspruchsgrund § 102 Abs. 2 Z 2 jeweils in der vor dem In-Kraft-Treten des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 634/1994 geltenden Fassung weiter anzuwenden.
(2) Für die Dauer und das Erlöschen von Patenten, die auf vor dem 1. Dezember 1984 eingereichten Patentanmeldungen beruhen, ist Artikel VI der Patentrechts-Novelle 1984, BGBl. Nr. 234/1984, weiter anzuwenden, wobei jedoch die Dauer dieser Patente mindestens 20 Jahre ab dem Anmeldetag beträgt. Auf Rechte, die vor dem 1. Jänner 1996 von der Heeres- oder Monopolverwaltung auf Grund der §§ 24 und 25 in Anspruch genommen wurden, sind die §§ 24, 25 und 173 Z 3 in der vor dem 1. Jänner 1996 geltenden Fassung weiter anzuwenden.
(3) Vorbehaltlich Abs. 1 ist für Patente und Patentanmeldungen, deren Anmeldetag vor dem InKraft-Treten des Bundesgesetzes BGBl. I. Nr. 81/2007 liegt, § 3 Abs. 2 Z 4 in der vor dem In-KraftTreten des genannten Bundesgesetzes geltenden Fassung weiter anzuwenden. § 3 Abs. 3 zweiter Satz ist auf alle bei In-Kraft-Treten des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 81/2007 anhängigen Patentanmeldungen anzuwenden, soweit eine Entscheidung über die Erteilung des Patentes noch nicht ergangen ist.
§ 174. (1) Für Patente und Patentanmeldungen, hinsichtlich der der Bekanntmachungsbeschluss vor dem In-Kraft-Treten des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 149/2004 gefasst wird, sind § 4 Abs. 3, § 5 Abs. 1, § 20 Abs. 3, § 28 Abs. 2, §§ 31, 32, 45 Abs. 1, § 52 Abs. 1, § 57 Abs. 1, § 60 Abs. 3 lit. a bis c, § 62 Abs. 3 und 4, § 80 Abs. 1, § 81 Abs. 2 und 3, § 91 Abs. 3, §§ 92a, 92b, 101, 102, 103 bis 109, 111, 127 Abs. 1 und 4, §§ 128, 129 Abs. 3, § 156 Abs. 4 und 5, §§ 157, 158 und 171 Abs. 1, 3 und 5 in der vor dem In-Kraft-Treten des genannten Bundesgesetzes geltenden Fassung weiter anzuwenden.
(2) Für Patente und Patentanmeldungen gemäß Abs. 1 gilt § 81a in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 149/2004 mit der Maßgabe, dass an die Stelle der Veröffentlichung der Anmeldung die Bekanntmachung der Anmeldung tritt.
(3) Für Patentanmeldungen, die am Tag des In-Kraft-Tretens des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 149/2004 als zurückgenommen gelten, hinsichtlich der aber vor diesem Tag die Frist von vier Monaten gemäß § 99 Abs. 5 in der vor dem In-Kraft-Treten des genannten Bundesgesetzes geltenden Fassung noch nicht abgelaufen ist, tritt die Rechtsfolge, dass die Anmeldung als zurückgenommen gilt, außer Kraft, wenn die im § 99 Abs. 5 in der vor dem In-Kraft-Treten des genannten Bundesgesetzes geltenden Fassung vorgeschriebenen Erfordernisse erfüllt werden.
(4) Für Patentanmeldungen, hinsichtlich der die im § 99 Abs. 4 in der vor dem In-Kraft-Treten des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 149/2004 geltenden Fassung vorgesehene Frist von zwei Wochen nach der Zustellung des abweisenden Beschlusses vor dem Tag des In-Kraft-Tretens des genannten Bundesgesetzes noch nicht abgelaufen ist, kann die Äußerung noch bis zum Ablauf der Frist nachgeholt werden.
(5) Patentanmeldungen, hinsichtlich der der Bekanntmachungsbeschluss vor dem In-Kraft-Treten des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 149/2004 nicht gefasst wird, sind nach den nach dem In-Kraft-Treten des genannten Bundesgesetzes geltenden Verfahrensbestimmungen fortzuführen. Die Rechtsfolge des § 99 Abs. 5 in der vor dem In-Kraft-Treten des genannten Bundesgesetzes geltenden Fassung tritt nicht ein, wenn die Frist zur Äußerung auf den Vorbescheid am Tag des In-Kraft-Tretens des genannten Bundesgesetzes noch nicht abgelaufen ist. Diese Patentanmeldungen sind, wenn innerhalb der im § 101 Abs. 1 in der Fassung des genannten Bundesgesetzes angeführten Frist eine Veröffentlichung nicht mehr erfolgen kann, auch noch nach Ablauf dieser Frist zu veröffentlichen.
(6) Für die im Abs. 5 genannten Patentanmeldungen kann, wenn die im § 87a Abs. 3 Z 1 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 149/2004 vorgesehene Frist am Tag des In-Kraft-Tretens des genannten Bundesgesetzes bereits verstrichen ist, die Nachreichung der im § 87a Abs. 2 Z 3 genannten Angaben noch bis zum Abschluss der technischen Vorarbeiten für die Veröffentlichung erfolgen.
(7) Für die im Abs. 5 genannten Patentanmeldungen, hinsichtlich der eine Frist zur gesonderten Anmeldung gemäß § 92a Abs. 1, 2, 3 oder 4 in der vor dem In-Kraft-Treten des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 149/2004 geltenden Fassung gesetzt wurde, gilt diese Frist als nicht gesetzt und kann die gesonderte Anmeldung noch bis zum Ablauf der im § 92a in der Fassung des genannten Bundesgesetzes vorgesehenen Fristen eingereicht werden.
(8) § 92b letzter Satz in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 149/2004 ist für Umwandlungsanträge, die vor dem In-Kraft-Treten des genannten Bundesgesetzes eingereicht werden, nicht anzuwenden.
§ 175. (1) Auf vor dem In-Kraft-Treten des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 149/2004 eingereichte Aberkennungsanträge ist § 49 Abs. 5 bis 7 in der vor dem In-Kraft-Treten des genannten Bundesgesetzes geltenden Fassung weiter anzuwenden.
(2) Die §§ 145a und 145b in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 149/2004 sind anzuwenden, wenn die Entscheidung der Beschwerdeabteilung nach dem vor dem In-Kraft-Treten des genannten Bundesgesetzes liegenden Tag gefasst wird.
(3) Auf vor dem In-Kraft-Treten des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 149/2004 eingebrachte Klagen sind § 150 Abs. 3, § 156 Abs. 3 bis 5 und § 161 in der vor dem In-Kraft-Treten des genannten Bundesgesetzes geltenden Fassung weiter anzuwenden.
(4) Eine schriftliche Vollmacht gemäß § 21 Abs. 1 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 149/2004 kann nur dann als Bezugsvollmacht herangezogen werden, wenn sie nach dem In-KraftTreten des genannten Bundesgesetzes dem Patentamt vorgelegt wird.
§ 176. (1) Für Patentanmeldungen, die vor dem In-Kraft-Treten des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 149/2004 eingereicht werden, ist § 94 Abs. 2 in der vor dem In-Kraft-Treten des genannten Bundesgesetzes geltenden Fassung weiter anzuwenden.
(2) Für Anträge, die vor dem In-Kraft-Treten des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 149/2004 eingereicht werden, sind § 95 Abs. 2, § 132 Abs. 1, 3 und 4, § 168 Abs. 1, 2 und 3 erster, vierter und fünfter Satz in der vor dem In-Kraft-Treten des genannten Bundesgesetzes geltenden Fassung weiter anzuwenden.
(3) Für Jahresgebühren, deren Fälligkeitstag vor dem In-Kraft-Treten des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 149/2004 liegt, ist § 166 Abs. 2 bis 10 in der vor dem In-Kraft-Treten des genannten Bundesgesetzes geltenden Fassung weiter anzuwenden. Dies gilt auch für Jahresgebühren, deren Fälligkeitstag nach dem In-Kraft-Treten des genannten Bundesgesetzes liegt, die aber vor dem In-Kraft-Treten des genannten Bundesgesetzes bereits ordnungsgemäß gezahlt werden.
§ 176a. (1) Bis zum In-Kraft-Treten des § 101 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 149/2004 (Patentrechts- und Gebührennovelle 2004) ist
- § 81a in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 42/2005 (Biotechnologie-Richtlinie – Umsetzungsnovelle) mit der Maßgabe anzuwenden, dass an die Stelle der Veröffentlichung die Bekanntmachung tritt,
- § 87a Abs. 3 Z 1 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 42/2005 (BiotechnologieRichtlinie – Umsetzungsnovelle) mit der Maßgabe anzuwenden, dass die Nachreichung der im § 87a Abs. 2 Z 3 genannten Angaben noch bis zu Fassung des Bekanntmachungsbeschlusses erfolgen kann,
- § 87a Abs. 3 Z 2 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 42/2005 (BiotechnologieRichtlinie – Umsetzungsnovelle) nicht anzuwenden.
(2) Bis zum Inkrafttreten des § 48 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 42/2005 (Biotechnologie-Richtlinie – Umsetzungsnovelle) ist § 48 in der vor dem In-Kraft-Treten des genannten Gesetzes geltenden Fassung mit der Maßgabe anzuwenden, dass an die Stelle des Begriffes „Mikroorganismus“ der Begriff „biologisches Material“ tritt.
§ 176b. (1) Die Zuständigkeit zur Weiterführung der mit Ablauf des 31. Dezember 2013 anhängigen Verfahren geht hinsichtlich jener
- der Rechtsmittelabteilung und des Obersten Patent- und Markensenates als zweite Instanz auf das Oberlandesgericht Wien und
- des Obersten Patent- und Markensenates als dritte Instanz auf den Obersten Gerichtshof über, wobei die Voraussetzungen des § 62 AußStrG nicht anzuwenden sind.
(2) Ist eine Entscheidung der Technischen Abteilung oder der Rechtsabteilung, gegen die eine Beschwerde zulässig ist, vor Ablauf des 31. Dezember 2013 gefasst worden und wurde gegen diese Entscheidung nicht bereits bis zum Ablauf dieses Tages Beschwerde erhoben, so kann gegen die Entscheidung innerhalb der offenen Frist Rekurs erhoben werden. Eine gegen eine solche Entscheidung bis zum Ablauf des 31. Dezember 2013 erhobene Beschwerde gilt als rechtzeitig erhobener Rekurs.
(3) Ist eine Entscheidung der Nichtigkeitsabteilung, gegen die eine Berufung zulässig ist, vor Ablauf des 31. Dezember 2013 gefasst worden und wurde gegen diese Entscheidung nicht bereits bis zum Ablauf dieses Tages Berufung erhoben, so kann gegen die Entscheidung innerhalb von zwei Monaten ab deren Zustellung Berufung oder Rekurs erhoben werden. Eine gegen eine solche Entscheidung bis zum Ablauf des 31. Dezember 2013 erhobene Berufung gilt als rechtzeitig erhobene Berufung oder als rechtzeitig erhobener Rekurs, wenn das nach dem 31. Dezember 2013 zulässige Rechtsmittel der Rekurs ist.
(4) Für Berufungen gegen Entscheidungen der Nichtigkeitsabteilung, die vor Ablauf des 31. Dezember 2013 eingereicht werden, ist § 482 ZPO nicht anzuwenden.
(5) Ist eine Entscheidung der Rechtsmittelabteilung, gegen die eine Beschwerde an den Obersten Patent- und Markensenat zulässig ist, vor Ablauf des 31. Dezember 2013 gefasst worden und wurde gegen diese Entscheidung nicht bereits bis zum Ablauf dieses Tages Beschwerde erhoben, so kann gegen die Entscheidung innerhalb der offenen Frist Revisionsrekurs (§ 140 Abs. 2) erhoben werden. Der Revisionsrekurs ist ohne die Voraussetzungen des § 62 AußStrG zulässig und beim Oberlandesgericht Wien einzubringen. Eine gegen eine Entscheidung der Rechtsmittelabteilung bis zum Ablauf des 31. Dezember 2013 erhobene Beschwerde gilt als rechtzeitig erhobener Revisionsrekurs.
(6) Gegen Entscheidungen des Obersten Patent- und Markensenates, die vor Ablauf des 31. Dezember 2013 gefasst worden sind, kann eine Beschwerde gemäß Art. 144 Abs. 1 B-VG an den Verfassungsgerichtshof erhoben werden. In den Verfahren vor dem Verfassungsgerichtshof treten an die Stelle des Obersten Patent- und Markensenates, sofern er in zweiter Instanz entschieden hat, das Oberlandesgericht Wien, sofern er in dritter Instanz entschieden hat, der Oberste Gerichtshof. Gegebenenfalls ist das Verfahren vor dem jeweiligen Gericht fortzusetzen.
(7) Für Wiedereinsetzungsverfahren, die mit Ablauf des 31. Dezember 2013 in Rechtsmittelverfahren anhängig sind, sind die §§ 129 bis 136 weiter anzuwenden.
(8) Ist die angefochtene Entscheidung, hinsichtlich der die Wiederaufnahme gemäß § 127 begehrt wird, vor dem Ablauf des 31. Dezember 2013 durch die Rechtsmittelabteilung oder durch den Obersten Patent- und Markensenat gefasst worden, ist das Oberlandesgericht Wien zur Entscheidung über das Wiederaufnahmebegehren zuständig.
§ 176c. (1) Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in einem Arbeitsverhältnis zum Patentamt im Rahmen seiner Teilrechtsfähigkeit gemäß § 58b stehen und nicht gleichzeitig Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter des Patentamts im Rahmen eines Dienstverhältnisses zum Bund sind, sind berechtigt, mit dem Außerkrafttreten des § 58b in ein vertragliches Dienstverhältnis zum Bund (Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie – Patentamt) zu wechseln. Diese haben die Erklärung der Bereitschaft zum Wechsel spätestens sieben Monate vor dem Außerkrafttreten des § 58b schriftlich gegenüber dem Patentamt abzugeben. Die Erklärung ist rechtsunwirksam, wenn ihr die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer eine Bedingung beigefügt hat. Das Arbeitsverhältnis jener Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die die Erklärung nicht rechtzeitig abgeben, oder die nicht ausschließlich in einem Arbeitsverhältnis zum Patentamt im Rahmen seiner Teilrechtsfähigkeit stehen, ist nach den für dieses Arbeitsverhältnis maßgeblichen Bestimmungen zu beenden.
(2) Für jene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die eine Erklärung zum Wechsel in ein vertragliches Dienstverhältnis zum Bund gemäß Abs. 1 abgeben, aber kein solches Dienstverhältnis eingehen, endet das Arbeitsverhältnis zum Patentamt im Rahmen der Teilrechtsfähigkeit mit dem Außerkrafttreten des § 58b unter Wahrung der arbeitsrechtlichen Ansprüche.
(3) Die vertraglichen Dienstverhältnisse zum Bund gemäß Abs. 1 sind so abzuschließen, dass sie mit dem Außerkrafttreten des § 58b beginnen. Anlässlich des Wechsels in ein Dienstverhältnis zum Bund besteht kein Anspruch auf Zahlung einer Abfertigung. Für die Dienstnehmer und Dienstnehmerinnen gelten die Bestimmungen des Dienst- und Besoldungsrechtes für Vertragsbedienstete des Bundes. Die im vorangegangenen Arbeitsverhältnis zum Patentamt im Rahmen seiner Teilrechtsfähigkeit verbrachte Dienstzeit ist jedoch für alle zeitabhängigen Rechte zu berücksichtigen. Auf Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer, die vor dem Wechsel eine Anwartschaft auf eine Abfertigung nach dem Angestelltengesetz erworben haben, ist § 84 VBG anzuwenden.
(4) Der Bund übernimmt mit dem Außerkrafttreten der §§ 58a und 58b das Vermögen sowie sonstige Rechte und Verbindlichkeiten, die das Patentamt im Rahmen seiner Teilrechtsfähigkeit nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen erworben oder begründet hat. Der Bund haftet nur bis zum Ausmaß des übernommenen Vermögens.
(5) Zivilrechtliche Vertragsverhältnisse zwischen dem Bund und dem Patentamt im Rahmen seiner Teilrechtsfähigkeit erlöschen mit dem Außerkrafttreten des § 58b.
(6) Mit Beginn des vierten auf das Außerkrafttreten des § 58b folgenden Monats hat die Präsidentin oder der Präsident des Patentamts der Bundesministerin oder dem Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie einen Rechnungsabschluss über die Gebarung im Rahmen der Teilrechtsfähigkeit vorzulegen.
(7) Alle Vorgänge gemäß diesem Bundesgesetz im Zusammenhang mit der Auflösung des teilrechtsfähigen Bereichs des Patentamts, der Vermögensübertragung bzw. der Einräumung von Rechten, Forderungen und Verbindlichkeiten vom teilrechtsfähigen Bereich des Patentamts an den Bund sind von allen bundesgesetzlich geregelten Gebühren, Abgaben und Steuern mit Ausnahme der Umsatzsteuer befreit.
§ 176d. Für Anträge, die vor dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 51/2023 eingereicht werden, sind § 57a Z 2, § 111a Abs. 1 2. Satz und Abs. 2 in der bisher geltenden Fassung weiter anzuwenden.
Schlussbestimmungen
§ 177. Soweit in diesem Bundesgesetz auf Bestimmungen anderer Bundesgesetze verwiesen wird, sind diese, sofern nichts anderes bestimmt wird, in ihrer jeweils geltenden Fassung anzuwenden.
§ 178. Bei allen in diesem Bundesgesetz verwendeten personenbezogenen Bezeichnungen gilt die gewählte Form für beide Geschlechter.
§ 179. Mit der Vollziehung dieses Bundesgesetzes sind betraut:
- hinsichtlich § 51 die Bundesregierung,
- hinsichtlich § 49 Abs. 4, §§ 147 bis 156, 158 bis 162 und 165 der Bundesminister für Justiz,
- hinsichtlich § 126 und der §§ 138 bis 146 der Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie und der Bundesminister für Justiz,
- hinsichtlich § 57 Abs. 2 der Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie im Einvernehmen mit dem Bundesminister für auswärtige Angelegenheiten,
- hinsichtlich § 58b Abs. 6 der Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend,
- hinsichtlich aller übrigen Bestimmungen dieses Bundesgesetzes der Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie.
§ 180. (1) Die §§ 21, 60 Abs. 4 und 5, § 64 Abs. 3 und 4, §§ 68, 78 Abs. 1, §§ 79, 89 Abs. 1, §§ 90, 94 Abs. 2, § 99 Abs. 5, § 166 Abs. 3 und 4, §§ 168, 169, 171 Abs. 2, die Überschrift des § 172a, § 172a, die Überschrift des VI. Abschnittes sowie § 173 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 418/1992 treten mit Beginn des vierten auf die Kundmachung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 418/1992 folgenden Monats in Kraft.
(2) § 167 tritt mit Ende des dritten auf die Kundmachung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 418/1992 folgenden Monats außer Kraft.
(3) § 4 Abs. 3, § 21, § 48 Abs. 1 Z 2, § 50, § 77, § 81 Abs. 3, § 90, § 91a Abs. 1, die Überschrift des § 92b, § 92b, § 102 Abs. 2 Z 2 und 4 sowie § 102 Abs. 5 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 212/1994 treten mit 1. April 1994 in Kraft.
(4) Die §§ 22 und 28 Abs. 1, §§ 36, 37 und 47 Abs. 1, § 80 Abs. 1, § 81 Abs. 7, § 110 und 112 Abs. 2, § 137 Abs. 2, §§ 155 und 166 Abs. 3, § 173 Z 2 bis 7 sowie § 173a in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 181/1996 treten mit 1. Jänner 1996 in Kraft.
(5) Die §§ 24, 25, die Überschrift des § 29, § 29, die Überschrift des § 38, §§ 38 bis 42 und 47 Abs. 3, § 110 Abs. 2, die Überschrift des § 164 sowie §§ 164, 172 und § 173 Z 3 treten mit Ablauf des 31. Dezembers 1995 außer Kraft.
(6) § 3 Abs. 2, § 58 Abs. 2, §§ 58a und 60 Abs. 3 lit. d, § 61 Abs. 6, § 62 Abs. 4 Z 3 bis 5, § 64 Abs. 3 bis 5, § 70 Abs. 5, § 81 Abs. 4, §§ 93a, 93b und 94 Abs. 1, § 95 Abs. 1, § 166 Abs. 1, §§ 172b und 172c sowie § 173 Z 2 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 175/1998 treten mit Beginn des zweiten auf die Kundmachung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 175/1998 folgenden Monats in Kraft. Zugleich treten § 62 Abs. 4 Z 3 in der bisher geltenden Fassung und § 110 samt Überschrift außer Kraft.
(7) § 36 Abs. 4 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 175/1998 tritt mit 1. Jänner 1996 in Kraft.
(8) § 78 Abs. 1, § 82 Abs. 2, §§ 83, 120 Abs. 5, § 166 Abs. 1, 3 und 4 und § 168 Abs. 1, 3 und 4 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 143/2001 treten mit 1. Jänner 2002 in Kraft.
(9) § 3 Abs. 4, § 5 Abs. 1, § 7 Abs. 1, § 20 Abs. 3 und 5, § 21 Abs. 1 und 2, § 22 Abs. 3 bis 5, §§ 22a, 28 Abs. 2, §§ 31, 32, 43 Abs. 5, § 45 Abs. 1, § 48 Abs. 1 Z 1, 3 und 4, § 48 Abs. 3, § 49 Abs. 5 bis 7, §§ 50, 52 Abs. 1, § 57 Abs. 1, §§ 57b, 58b Abs. 3, § 60 Abs. 3, § 62 Abs. 3 und 4, §§ 62a, 63 Abs. 2, § 64 Abs. 2, 4 und 5, §§ 68, 69, 70 Abs. 2 und 5, die Überschrift des § 71, §§ 71, 72 Abs. 2, § 73 Abs. 4, 8 und 9, § 74 Abs. 1, 4, 10 und 11, § 76 Abs. 2 bis 4, § 78 Abs. 2 und 3, § 79 Abs. 1, § 80 Abs. 1 und 2, § 81 Abs. 2 und 3, §§ 81a, 82 Abs. 2 und 5, §§ 83, 84 Abs. 1, § 87 Abs. 1, § 87a Abs. 2 und 3, § 91 Abs. 3, §§ 91a, 92a, 92b, 93 Abs. 1, §§ 94, 95 Abs. 2, die Überschrift des § 99, §§ 99, 100, die Überschrift des § 101, §§ 101, 101a, die Überschrift des § 101b, § 101b, die Überschrift des § 101c, § 101c, die Überschrift des § 101d, §§ 101d, 102, 103 Abs. 2 bis 6, §§ 104, 105, die Überschrift des § 107, § 107, die Überschrift des § 108, §§ 108, 112 Abs. 2, § 114 Abs. 3, § 115 Abs. 2, die Überschrift des § 115a, §§ 115a, 120 Abs. 4 und 5, § 122 Abs. 1, §§ 125, 127 Abs. 1 und 4, § 128, die Überschrift des § 128a, §§ 128a, 129 Abs. 2 Z 2, § 129 Abs. 3, § 137 Abs. 2, § 138 Abs. 2, § 139 Abs. 2 und 3, §§ 141, 142 Abs. 1 Z 1, die Überschrift des § 145a, § 145a, die Überschrift des § 145b, §§ 145b, 148, 150 Abs. 3 und 4, die Überschrift des § 151a, §§ 151a, 152 Abs. 2 und 3, §§ 154, 156 Abs. 3 bis 6, die Überschrift des § 157, § 157, die Überschrift des § 158, §§ 158, 159, 160, 161, die Überschrift des VI. Abschnittes, die Überschrift des § 173, §§ 173 bis 176, die Überschrift des § 177 und §§ 177 bis 179 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 149/2004 treten mit Beginn des siebenten auf die Kundmachung des genannten Bundesgesetzes folgenden Monats in Kraft. Zugleich treten § 4 Abs. 3, § 49 Abs. 6, § 76 Abs. 5, § 90, die Überschrift des § 106, § 106, die Überschrift des § 109, § 109, die Überschrift des § 111, § 111, § 129 Abs. 2 Z 3, § 132, der V. Abschnitt, §§ 172b, 172c und 173a in der bisher geltenden Fassung außer Kraft.
(10) § 21 Abs. 4 und 5, §§ 58, 58a Abs. 4, § 60 Abs. 1 und 2, §§ 61, 72 Abs. 1, § 74 Abs. 3, § 75 Abs. 1, § 115 Abs. 1, § 119 Abs. 3 und § 181 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 149/2004 treten mit Beginn des auf die Kundmachung des genannten Bundesgesetzes folgenden Tages in Kraft. Zugleich treten §§ 59 und 60 Abs. 4 und 5 in der bisher geltenden Fassung außer Kraft.
(11) § 1 Abs. 2 bis 4, §§ 2, 3 Abs. 3, §§ 22b, 22c, 36 Abs. 2 bis 5, § 37, die Überschrift des § 38, §§ 38, 47 Abs. 1, die Überschrift des § 81a, §§ 81a, 87a Abs. 2 und 3, §§ 89a, 102 Abs. 2 Z 4 und § 182 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 42/2005 (Biotechnologie-Richtlinie – Umsetzungsnovelle) treten mit Beginn des auf die Kundmachung des genannten Bundesgesetzes folgenden Tages in Kraft. Zugleich treten § 36 Abs. 4 bis 7 und die Überschrift vor § 37 in der bisher geltenden Fassung sowie § 81a, § 87a Abs. 2 und 3 und § 102 Abs. 2 Z 4 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 149/2004 (Patentrechts- und Gebührennovelle 2004) außer Kraft.
(12) § 48 Abs. 1 Z 4 und § 48 Abs. 3 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 42/2005 (Biotechnologie-Richtlinie – Umsetzungsnovelle) treten mit dem Inkrafttreten des § 101 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 149/2005 (Patentrechts- und Gebührennovelle 2004) (Anm.: richtig: BGBl. I Nr. 149/2004) in Kraft. Zugleich treten § 48 Abs. 1 Z 4 und § 48 Abs. 3 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 149/2004 (Patentrechts- und Gebührennovelle 2004) außer Kraft.
(13) § 159 Abs. 3 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 151/2005 tritt mit 1. Jänner 2006 in Kraft.
§ 180a. (1) § 22 Abs. 1, §§ 57a, 60 Abs. 3, § 61 Abs. 3, § 62 Abs. 2 und 7, § 81 Abs. 4, die Überschriften vor § 111a, § 111a Abs. 3 und § 181a in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 130/2005 treten mit Beginn des auf die Kundmachung des genannten Bundesgesetzes folgenden Tages in Kraft.
(2) § 64 Abs. 4, § 67 Abs. 1, § 75 Abs. 2, § 79 Abs. 2, §§ 92 und 95 Abs. 3 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 130/2005 treten mit 1. Jänner 2006 in Kraft.
(3) Die Verordnung des Bundesministeriums für Handel und Wiederaufbau vom 2. Oktober 1965 über die Beschaffenheit und das Tragen des Amtskleides der Mitglieder des Obersten Patent- und Markensenates, BGBl. Nr. 293/1965, die Verordnung des Bundesministers für wirtschaftliche Angelegenheiten betreffend die Durchführung des Patentgesetzes 1970, des Patentverträge-Einführungsgesetzes, des Schutzzertifikatsgesetzes 1996, des Gebrauchsmustergesetzes, des Halbleiterschutzgesetzes, des Markenschutzgesetzes 1970 und des Musterschutzgesetzes 1990 (Patent-, Gebrauchsmuster-, Marken- und Musterverordnung – PGMMV), BGBl. Nr. 226/1994, und die Verordnung des Bundesministers für wirtschaftliche Angelegenheiten über die Herausgabe amtlicher Publikationen des Patentamtes, BGBl. II Nr. 237/1997, treten mit 31. Dezember 2005 außer Kraft.
(4) § 151a, die Überschrift des § 151b, §§ 151b und 183 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 96/2006 treten mit Beginn des auf die Kundmachung des genannten Bundesgesetzes folgenden Tages in Kraft.
(5) § 1 Abs. 1, § 3 Abs. 2 und 3, §§ 22a, 60 Abs. 3 Z 1 und § 173 Abs. 3 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 81/2007 treten mit dem In-Kraft-Treten der revidierten Fassung des Europäischen Patentübereinkommens in Kraft.
(6) § 21 Abs. 4 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 81/2007 tritt mit Beginn des auf die Kundmachung des genannten Bundesgesetzes folgenden Tages in Kraft.
(7) § 54 Abs. 2, § 58b Abs. 6, § 74 Abs. 9, § 157 Abs. 1 Z 2, §§ 178a und 179 Z 5 und 6 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 126/2009 treten mit 1. Jänner 2010 in Kraft.
(8) § 58 Abs. 1, § 58a Abs. 1 und 2, § 58b Abs. 3 und 5, § 60 Abs. 3 Z 1, § 62 Abs. 1, § 64 Abs. 2 zweiter Satz und Abschnitt V in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 126/2009 treten mit Beginn des auf die Kundmachung des genannten Bundesgesetzes folgenden Tages in Kraft.
§ 180b. (1) § 76 Abs. 1 Z 2 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 135/2009 tritt mit 1. Jänner 2010 in Kraft.
(2) § 21 Abs. 1, 4 und 6, § 37 Abs. 5, § 60 Abs. 3 Z 2 und 3, § 61 Abs. 2, 3 und 6, § 62 Abs. 8, §§ 63, 66, 67, 76, 77, 82 Abs. 4, §§ 83, 84 Abs. 3, §§ 85, 95 Abs. 3, § 103 Abs. 5, § 111a Abs. 5, § 114a Abs. 1, § 115 Abs. 3 und 4, § 119 Abs. 1 und 3, § 125 Abs. 1, §§ 126, 127 Abs. 4, § 129 Abs. 2, § 130 Abs. 2, § 137, die Überschrift des IV. Hauptstücks, §§ 138 bis 146 samt Überschriften, die Umbenennung des bisherigen IV. Hauptstücks, § 156 Abs. 6, die Überschrift des § 157, § 157 Abs. 1 Z 5, §§ 160, 162 Abs. 1, die Umbenennung des bisherigen V. und VI. Hauptstücks, §§ 176b und 179 Z 3 in der Fassung des Bundesgesetzes, BGBl. I Nr. 126/2013, treten mit 1. Jänner 2014 in Kraft. Zugleich treten § 60 Abs. 3 Z 4, §§ 70 bis 75 samt Überschriften und § 178a in der bisher geltenden Fassung außer Kraft.
(3) § 2 Abs. 3, § 43 Abs. 6 und 7, § 62 Abs. 8, § 80 Abs. 4, § 91a erster Satz, §§ 92, 101 Abs. 2 letzter Satz und § 111a Abs. 4 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 124/2017 treten mit Beginn des auf die Kundmachung des genannten Bundesgesetzes folgenden Tages in Kraft.
(4) Die Überschrift des § 81 und § 81 Abs. 8 in der Fassung des 2. Materien-Datenschutz-Anpassungsgesetzes, BGBl. I Nr. 37/2018, treten mit 25. Mai 2018 in Kraft.
(5) § 2 Abs. 2 1. und 3. Satz, § 2 Abs. 2a, § 22 Abs. 1a und 1b, § 57a Z 2, § 63 Abs. 2, § 64 Abs. 2 3. Satz und Abs. 5, § 89 Abs. 2 und 3, § 102 Abs. 2 1. Satz, § 111a Abs. 1 2. Satz, Abs. 2 und Abs. 3 1. Satz, § 114 Abs. 4 sowie § 115 Abs. 2 und 3 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 51/2023 treten am Tag nach der Kundmachung im Bundesgesetzblatt in Kraft. Zugleich treten § 2 Abs. 2 letzter Satz und § 111a Abs. 4 letzter Satz außer Kraft.
(6) § 181a Abs. 2 in der Fassung des Bundesgesetzes, BGBl. I Nr. 186/2023, tritt mit 1. Jänner 2024 in Kraft.
§ 180c. (1) § 58 Abs. 3 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 71/2016 tritt mit Beginn des zehnten auf die Kundmachung des genannten Bundesgesetzes folgenden Monats in Kraft. Gleichzeitig treten § 58a und § 58b außer Kraft. § 2 Abs. 2 erster Satz, § 57b letzter Satz, die Überschrift zu § 58, § 58 Abs. 1 erster Satz und § 176c treten mit Beginn des auf die Kundmachung des genannten Bundesgesetzes folgenden Tages in Kraft.
(2) Die Verordnung des Präsidenten des Patentamts über die im Rahmen der Teilrechtsfähigkeit des Patentamts zu erbringenden Service- und Informationsleistungen (Teilrechtsfähigkeitsverordnung 2010 – TRFV 2010), PBl. 2010, Nr. 2, Anhang, tritt mit Beginn des zehnten auf die Kundmachung des genannten Bundesgesetzes folgenden Monats außer Kraft.
§ 181. Verordnungen auf Grund dieses Bundesgesetzes in seiner jeweiligen Fassung dürfen bereits von dem Tag an erlassen werden, der der Kundmachung des durchzuführenden Bundesgesetzes folgt; sie dürfen jedoch nicht vor den durchzuführenden Gesetzesbestimmungen in Kraft treten.
§ 181a. (1) Durch dieses Bundesgesetz wird Art. 10 Abs. 6 der Richtlinie 2001/83/EG zur Schaffung eines Gemeinschaftskodexes für Humanarzneimittel, zuletzt geändert durch die Richtlinie 2004/27/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 31. März 2004 zur Änderung der Richtlinie 2001/83/EG, ABl. Nr. L 136 vom 30. April 2004 S. 34, umgesetzt.
(2) Mit diesem Bundesgesetz wird dem Art. 41 der Verordnung (EU) 2019/6 des europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2018 über Tierarzneimittel und zur Aufhebung der Richtlinie 2001/82/EG, ABl. Nr. L 4 vom 07. 01.2019, S 43, entsprochen.
§ 182. Durch dieses Bundesgesetz wird die Richtlinie 98/44/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 6. Juli 1998 über den rechtlichen Schutz biotechnologischer Erfindungen, ABl. Nr. L 213 vom 30. Juli 1998 S. 13, umgesetzt.
§ 183. Mit diesem Bundesgesetz wird das Patentgesetz an die Richtlinie 2004/48/EG des Europäischen Parlaments und des Rates zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums, ABl. Nr. L 157 vom 30.4. 2004, Seite 45, angepasst.
Artikel II
(Anm.: aus BGBl. Nr. 349/1977, zu § 156 BGBl. Nr. 259/1970)
§ 156 in der Fassung dieses Bundesgesetzes ist auf Verletzungsverfahren, die vor Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes bei Gericht anhängig gemacht worden sind, nicht anzuwenden.
Artikel III
(Anm.: aus BGBl. Nr. 349/1977, zu § 163 BGBl. Nr. 259/1970)
Für gerichtliche Verfahren gemäß § 228 ZPO, die auf eine Feststellung im Sinne des § 163 dieses Bundesgesetzes gerichtet sind und die im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Bundesgesetzes noch nicht rechtskräftig abgeschlossen sind, gilt § 163 dieses Bundesgesetzes nicht.
Artikel III
(Anm.: aus BGBl. Nr. 526/1981, zu §§ 166 Abs. 1, 3 und 4, §§ 167, 168 Abs. 1 und 5 BGBl. Nr. 259/1970)
(1) Die in diesem Bundesgesetz über das Ausmaß der Gebühren getroffenen Bestimmungen finden auf alle Zahlungen Anwendung, die nach dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes geleistet werden oder für Anträge bestimmt sind, die nach dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes überreicht werden.
(2) Gestundete Gebühren sind auch nach dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes in dem zur Zeit der Stundungsbewilligung in Geltung gestandenen Ausmaß zu entrichten.
Artikel III
(Anm.: aus BGBl. Nr. 126/1984, zu §§ 166 Abs. 1, 3 und 4, §§ 167, 168 Abs. 1 und 5 BGBl. Nr. 259/1970)
(1) Die in diesem Bundesgesetz über das Ausmaß der Gebühren getroffenen Bestimmungen finden nach Maßgabe der Abs. 2 und 3 auf alle Zahlungen Anwendung, die nach dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes geleistet werden, oder vor dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes geleistet werden, aber für Anträge bestimmt sind, die nach dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes überreicht werden.
(2) Die erste Jahresgebühr und die Jahresgebühr für Zusatzpatente sind in der Höhe zu entrichten, die in den jeweiligen Beschlüssen gemäß § 101 Abs. 1 des Patentgesetzes 1970 angegeben ist.
(3) Gestundete Gebühren sind in dem zur Zeit der Stundungsbewilligung in Geltung gestandenen Ausmaß zu entrichten.
Artikel III
(Anm.: aus BGBl. Nr. 234/1984, zu BGBl. Nr. 259/1970)
Werden zum Zweck der Erstellung von Registern, die vom Patentamt auf Grund gesetzlicher Vorschriften geführt werden, oder zur Erfüllung einer jedermann gegenüber bestehenden Auskunftspflicht des Patentamtes Daten automationsunterstützt verarbeitet, so gelten für deren Ermittlung, Verarbeitung, Übermittlung, Richtigstellung und Löschung die §§ 11 und 12 Abs. 2 Z 2 des Datenschutzgesetzes, BGBl. Nr. 565/1978, in der jeweils geltenden Fassung nicht.
Artikel III
(Anm.: aus BGBl. Nr. 653/1987, zu § 166 Abs. 1, 3 und 4, § 167, § 168 Abs. 1 BGBl. Nr. 259/1970)
(1) Die in diesem Bundesgesetz über das Ausmaß der Gebühren getroffenen Bestimmungen finden nach Maßgabe der Abs. 2 und 3 auf alle Zahlungen Anwendung, die nach dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes geleistet werden, oder vor dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes geleistet werden, aber für Anträge bestimmt sind, die nach dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes überreicht werden.
(2) Die erste Jahresgebühr und die Jahresgebühr für Zusatzpatente sind in der Höhe zu entrichten, die in den jeweiligen Beschlüssen gemäß § 101 Abs. 1 des Patentgesetzes 1970 angegeben ist.
(3) Gestundete Gebühren sind in dem zur Zeit der Stundungsbewilligung in Geltung gestandenen Ausmaß zu entrichten.
Artikel IV
(Anm.: aus BGBl. Nr. 349/1977, zu §§ 166 Abs. 1, 3 und 4, §§ 167, 168 Abs. 1, 2 und 4, § 171 Abs. 1 BGBl. Nr. 259/1970)
(1) Die Gebührenbestimmungen dieses Bundesgesetzes gelten für alle Zahlungen, die nach dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes geleistet werden oder für Anträge bestimmt sind, die nach dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes überreicht werden.
(2) Gestundete Gebühren sind auch nach dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes in dem zur Zeit der Stundungsbewilligung in Geltung gestandenen Ausmaß zu entrichten.
Artikel IV
(Anm.: aus BGBl. Nr. 234/1984, zu § 2 BGBl. Nr. 259/1970)
(1) Soweit und solange ein Vorbehalt Österreichs gemäß Art. 167 Abs. 2 lit. a des Europäischen Patentübereinkommens, BGBl. Nr. 350/1979, wirksam ist, werden Patente für Erfindungen von chemischen Erzeugnissen als solchen, von Nahrungsmitteln als solchen für Menschen oder von Arzneimitteln als solchen nicht erteilt, es sei denn, die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung oder Verwendung eines chemischen Erzeugnisses oder ein Verfahren zur Herstellung eines Nahrungsmittels für Menschen oder eines Arzneimittels.
(2) Nach dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes (Art. VII Abs. 1) sind entgegen Abs. 1 erteilte Patente auf Antrag nichtig zu erklären.
Artikel V
(Anm.: aus BGBl. Nr. 234/1984, zu §§ 1-3, 96-98 BGBl. Nr. 259/1970)
(1) Patente, die vor dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes (Art. VII Abs. 1) erteilt worden sind, sind auf Antrag nichtig zu erklären, wenn sich ergibt, daß ihr Gegenstand nach den §§ 1 bis 3 des Patentgesetzes 1970, BGBl. Nr. 259, nicht patentfähig war oder die Erfindung Gegenstand des Patentes eines früheren Anmelders ist.
(2) Vor dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes in Anspruch genommene Prioritätsrechte im Sinne der §§ 96 bis 98 des Patentgesetzes 1970, BGBl. Nr. 259, in der Fassung der Patentgesetz-Novelle 1977, BGBl. Nr. 349, gelten weiter.
Artikel VI
(Anm.: aus BGBl. Nr. 234/1984, zu §§ 28, 46 Abs. 1 Z 1 und Abs. 3, § 110 Abs. 2 BGBl. Nr. 259/1970)
Für die Dauer und das Erlöschen von Patenten, die auf vor Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes (Art. VII Abs. 1) eingereichten Patentanmeldungen beruhen, sind § 28, § 46 Abs. 1 Z 1 und Abs. 3 sowie § 110 Abs. 2 des Patentgesetzes 1970, BGBl. Nr. 259, weiterhin maßgebend.
Artikel 79
Inkrafttreten und Übergangsbestimmungen
(Anm.: aus BGBl. I Nr. 135/2009, zu § 76, BGBl. Nr. 259/1970)
(1) Art. 2 (Änderung des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuchs), Art. 3 (Änderung des Ehegesetzes), Art. 4 (Änderung des Fortpflanzungsmedizingesetzes), Art. 6 (Änderung der Jurisdiktionsnorm), Art. 7 (Änderung des Strafgesetzbuches), Art. 27 (Änderung des Einkommensteuergesetzes 1988), Art. 28 (Änderung des Körperschaftsteuergesetzes 1988), Art. 29 (Änderung des Umsatzsteuergesetzes 1994), Art. 30 (Änderung des Bewertungsgesetzes 1955), Art. 31 (Änderung des Gebührengesetzes 1957), Art. 33 (Änderung der Bundesabgabenordnung), Art. 34 (Änderung des Alkoholsteuergesetzes), Art. 61 (Änderung des Ärztegesetzes 1998), Art. 62 (Änderung des Gehaltskassengesetzes 2002), Art. 63 (Änderung des Apothekengesetzes), Art. 72 (Änderung des Studienförderungsgesetzes), Art. 76 (Änderung des Entwicklungshelfergesetzes), Art. 77 (Änderung des Bundesgesetzes über Aufgaben und Organisation des auswärtigen Dienstes – Statut) und Art. 78 (Bundesgesetz über die Einräumung von Privilegien und Immunitäten an internationale Organisationen) treten mit 1. Jänner 2010 in Kraft.
(2) Die durch dieses Bundesgesetz geänderten Strafbestimmungen sind in Strafsachen nicht anzuwenden, in denen vor ihrem Inkrafttreten das Urteil in erster Instanz gefällt worden ist. Nach Aufhebung eines Urteils infolge Nichtigkeitsbeschwerde, Berufung, Wiederaufnahme oder Erneuerung des Strafverfahrens oder infolge eines Einspruches ist jedoch im Sinne der §§ 1 und 61 StGB vorzugehen.
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Loi sur les brevets (1970)
(telle que modifiée en dernier lieu par la Loi n° 819/1994)
TABLE DES MATIERES
Articles
I. Dispositions générales Inventions brevetables................................................... 1
Effets du brevet ............................................................. 22 - 26
Obligation du titulaire du brevet de se conformer à la législation en vigueur .................................................... 30 - 32
Utilisation abusive des droits attachés au brevet ........... 38 - 42
Exceptions à la brevetabilité ......................................... 2 Nouveauté ..................................................................... 3 Droit au brevet .............................................................. 4 - 5 Inventions de salariés .................................................... 6 - 19 Droit de l’inventeur d’être désigné comme tel .............. 20 Mandataires................................................................... 21
Rapports entre cotitulaires d’un brevet.......................... 27 Durée du brevet............................................................. 28 Expropriation ................................................................ 29
Transmission ................................................................. 33 Gage .............................................................................. 34 Licences volontaires...................................................... 35 Licences obligatoires..................................................... 36 Transmission d’une licence........................................... 37
Inscription au registre des brevets ................................. 43 Responsabilités ............................................................. 44 Inscriptions relatives aux litiges .................................... 45 Extinction...................................................................... 46 Révocation .................................................................... 47 Déclaration de nullité .................................................... 48 Déclaration de déchéance.............................................. 49 Déclaration de dépendance............................................ 50 Droit de rétorsion .......................................................... 51 Délais ............................................................................ 52 - 56
II. Administrations et institutions chargées des brevets Domaine d’activité de l’Office des brevets ................... 57 Fourniture de services et d’informations par l’Office des brevets..................................................................... 57a - 57b Siège et personnel de l’Office des brevets..................... 58 - 59 Organes de l’Office des brevets .................................... 60 - 61 Décisions des sections................................................... 62 - 66
Organisation des activités ............................................. 68 - 69 Recours contre les décisions des sections ..................... 70 - 73 Chambre suprême des brevets et des marques .............. 74 - 75
Échantillons de micro-organismes déposés................... 81a Sanctions administratives et disciplinaires.................... 82 - 84
Tenue de cérémonie ...................................................... 67
Motifs d’exclusion ........................................................ 76 Mandataires des parties ................................................. 77 Interdiction de la représentation non autorisée.............. 78 Bulletin des brevets....................................................... 79 Registre des brevets, documents de brevet.................... 80 Consultation des dossiers .............................................. 81
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Notification des documents........................................... 85 - 86
III. Procédure
A. Délivrance des brevets Dépôt d’une demande de brevet.................................... 87
Conditions auxquelles doit satisfaire la demande.......... 89 - 92 Division de la demande................................................. 92a Transformation de la demande...................................... 92b
Publication et ouverture de la demande à la
Divulgation ................................................................... 87a Unité de l’invention ...................................................... 88
Priorité .......................................................................... 93 - 95 Examen préliminaire ..................................................... 99 Rejet d’une demande..................................................... 100
consultation par le public .............................................. 101 Opposition..................................................................... 102 Procédure d’opposition ................................................. 103 Appréciation des preuves et décision ............................ 104 Frais .............................................................................. 105 Demande de brevet par l’auteur de l’opposition ........... 106 Délivrance de brevet sans procédure d’opposition........ 107 Recours ......................................................................... 108 Certificat de brevet, publication .................................... 109 Brevets de l’administration fédérale.............................. 110 Refus du brevet ............................................................. 111
B. Rapports d’experts Conditions relatives à la requête et à son traitement ..... 111a
C. Contestation de la validité des brevets Introduction de la requête.............................................. 112
Intervention de tiers ...................................................... 114a Procédure relative à la requête en contestation d’un
Procédure devant la Chambre suprême des brevets et
Rejet immédiat .............................................................. 113 Forme et contenu de la requête ..................................... 114
brevet ............................................................................ 115 Procédure préliminaire .................................................. 116 Clôture de la procédure sans audience .......................... 117 Avis au public de l’audience ......................................... 118 Audience ....................................................................... 119 Preuves et obtention des preuves................................... 120 Délibération et vote....................................................... 121 Frais .............................................................................. 122 Contenu de la décision .................................................. 123 Proclamation de la décision........................................... 124 Procès-verbal................................................................. 125 Assistance juridique des tribunaux................................ 126 Reprise de la procédure................................................. 127 - 128 Restitutio in integrum.................................................... 129 - 136 Exécution ...................................................................... 137 Recours ......................................................................... 138 - 139
des marques................................................................... 140 - 146
IV. Atteinte au brevet et obligation de fournir des informations Droit d’introduire une requête en injonction ................. 147 Action en cessation ....................................................... 148 Publication du jugement................................................ 149 Indemnisation en espèces .............................................. 150 Reddition de comptes.................................................... 151 Responsabilité de l’employeur ...................................... 152 Responsabilité conjointe ............................................... 153
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Prescription ................................................................... 154 Brevet de procédé.......................................................... 155 Questions préjudicielles ................................................ 156 Conduite de la procédure préjudicielle par la section des nullités et par la Chambre suprême des brevets et des marques................................................................... 157 Protection temporaire du brevet .................................... 158 Atteinte intentionnelle au brevet ................................... 159 Actions en droit civil..................................................... 160 Caractéristiques des poursuites pénales......................... 161 Compétence................................................................... 162 Actions en constatation ................................................. 163 Objets portant atteinte à des droits exemptés de la destruction et de la confiscation .................................... 164 Obligation de fournir des renseignements relatifs à la protection par brevet ..................................................... 165
V. Taxes Taxe de dépôt et annuités.............................................. 166 Taxes de procédure ....................................................... 168 Mode de paiement des taxes.......................................... 169 Droit de timbre .............................................................. 170 Exemption de taxes ....................................................... 171 - 172 Modification du montant des taxes ............................... 172a
VI. Dispositions finales 173 - 174
I. DISPOSITIONS GENERALES
Inventions brevetables
1. — 1) Sur demande, il est délivré des brevets pour les inventions nouvelles (article 3), qui, pour l’homme du métier, ne découlent pas à l’évidence de l’état de la technique et qui sont susceptibles d’application industrielle.
2) Ne sont pas considérés comme des inventions :
1. les découvertes, les théories scientifiques et les méthodes mathématiques;
2. les créations de formes esthétiques;
3. les plans, principes et méthodes de réalisation d’activités intellectuelles, de jeux ou d’activités économiques, ainsi que les programmes d’ordinateurs;
4. les modes de diffusion d’informations.
3) Les dispositions de l’alinéa 2) n’excluent la protection par brevet des éléments qui y sont visés que dans la mesure où la protection est demandée pour l’un de ces éléments considéré en tant que tel.
Exceptions à la brevetabilité
2. Il n’est pas délivré de brevet pour
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1. les inventions dont la publication ou la mise en œuvre serait contraire à l’ordre public ou aux bonnes mœurs, à condition que cette mise en œuvre ne soit pas considérée comme telle du seul fait de son interdiction par un règlement;
2. les méthodes de traitement chirurgical ou thérapeutique d’êtres humains ou d’animaux et les méthodes diagnostiques utilisées sur des êtres humains ou des animaux; cette disposition ne s’applique pas aux produits, notamment aux substances ou aux compositions destinées à être utilisés dans ces méthodes;
3. les variétés végétales ou les races animales, ainsi que les procédés essentiellement biologiques d’obtention de végétaux ou d’animaux; ces exceptions ne s’appliquent pas aux micro-organismes en tant que tels ni aux procédés microbiologiques et aux produits obtenus grâce à ces procédés.
Nouveauté
3. — 1) Une invention est considérée comme nouvelle si elle n’est pas comprise dans l’état de la technique. L’état de la technique est constitué par tout ce qui a été mis à la disposition du public avant la date de priorité de la demande par une description écrite ou orale, une utilisation ou par tout autre moyen.
2) L’état de la technique est également constitué des éléments suivants :
a) les demandes de brevet sur la base de la loi fédérale actuelle indiquant une date de priorité antérieure;
b) les demandes de brevet européen et les demandes internationales indiquant une date de priorité antérieure, au sens des paragraphes 4 et 6 de l’article premier de la loi d’introduction de traités en matière de brevets (Federal Law Gazette n° 52/1979), telle qu’elle a été modifiée; et
c) les demandes de modèles d’utilité indiquant une date de priorité antérieure sur la base de la loi sur les modèles d’utilité (Federal Law Gazette n° 211/1994), telle que modifiée, dans la version déposée à l’origine dont le contenu n’a pas été officiellement publié avant la date de priorité de la demande ultérieure ou par la suite. Lors de l’évaluation de la question de savoir si l’invention n’est pas évidente pour la personne du métier à partir de l’état de la technique, les demandes indiquant une date de priorité antérieure ne sont pas prises en considération.
3) Les dispositions des alinéas 1) et 2) n’excluent pas la brevetabilité des substances ou compositions comprises dans l’état de la technique si ces dernières sont destinées à être utilisées dans une méthode visée à l’article 2.2) et à condition que leur utilisation dans l’une de ces méthodes ne fasse pas partie de l’état de la technique.
4) Dans le cadre de l’application des alinéas 1) et 2), une divulgation de l’invention n’est pas prise en considération si elle n’est pas intervenue plus tôt que six mois avant le dépôt de la demande et si elle découle directement ou indirectement
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1. d’une utilisation abusive évidente portant atteinte aux droits du déposant ou de son prédécesseur en droit, ou
2. du fait que le déposant, ou son prédécesseur en droit, a présenté l’invention dans une exposition officielle ou officiellement reconnue au sens de la Convention sur les expositions internationales (Federal Law Gazette n° 445/1980), telle que modifiée.
5) L’alinéa 4) 2 n’est applicable que si le déposant déclare, au moment du dépôt de la demande, que l’invention a été présentée à l’exposition et produit à l’appui de sa déclaration, dans un délai de quatre mois à compter du dépôt de la demande, un certificat établi par la direction de l’exposition. Le certificat doit indiquer la date d’ouverture de l’exposition, ainsi que la date de la première divulgation si elle n’est pas intervenue au même moment. Le certificat doit être accompagné d’une description de l’invention portant une clause d’attestation de la direction de l’exposition.
Droit au brevet
4. — 1) Seul l’inventeur ou son ayant cause a droit à la délivrance du brevet. Le premier déposant est, jusqu’à preuve du contraire, considéré comme l’inventeur.
2) Si une amélioration ou toute autre modification apportée à une invention déjà protégée par un brevet, ou faisant l’objet d’une demande devant ultérieurement aboutir à la délivrance d’un brevet, est déposée par le titulaire du brevet principal ou par son ayant cause, ce dernier peut demander, soit un brevet indépendant pour l’amélioration ou la modification apportée, soit un brevet d’addition dépendant du brevet principal.
3) Lorsque l’application industrielle d’une invention faisant l’objet d’une demande de brevet présuppose l’utilisation totale ou partielle d’une invention protégée par un brevet jouissant de la date de priorité antérieure ou par un modèle d’utilité jouissant de la date de priorité antérieure tel qu’il est défini par la loi sur les modèles d’utilité (Federal Law Gazette n° 211/1994), telle qu’elle a été modifiée à diverses reprises, le titulaire du brevet antérieur peut demander qu’un brevet soit délivré pour l’invention faisant l’objet de la demande avec la mention selon laquelle il dépend du brevet ou du modèle d’utilité antérieur qui doit être indiqué de façon précise (déclaration de dépendance). La déclaration de dépendance figure aussi dans la publication relative à la délivrance du brevet et dans le certificat de brevet.
5. — 1) Le premier déposant n’a toutefois pas droit à la délivrance du brevet lorsqu’il n’est ni l’inventeur ni son ayant cause, ou lorsque l’essentiel du contenu de sa demande a été emprunté aux descriptions, dessins, modèles, instruments ou installations d’un tiers, ou à un procédé employé par un tiers et lorsqu’il est fait opposition à la délivrance du brevet, dans le premier cas, par l’inventeur ou son ayant cause et, dans le second cas, par la partie lésée.
2) Lorsque plusieurs personnes ont successivement usurpé l’invention, le possesseur antérieur de l’invention a la priorité sur le possesseur ultérieur en cas de conflit.
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Inventions de salariés
6. — 1) Les salariés ont également droit à la délivrance d’un brevet (article 4) pour les inventions qu’ils ont réalisées pendant la durée de leur travail, à moins qu’il n’en soit disposé autrement par contrat (article 7.1)) ou en vertu de l’article 7.2).
2) On entend par “salariés” les employés et ouvriers de toutes catégories.
7. — 1) Les contrats conclus entre employeurs et salariés, en vertu desquels les inventions futures du salarié appartiennent à l’employeur ou selon lesquels l’employeur a le droit d’exploiter ces inventions, n’ont d’effet juridique que si l’invention est une invention de service (alinéa 3)). Pour être valide, le contrat doit être établi par écrit; cette condition est remplie si le contrat fait partie d’un contrat collectif (article 2.1) de la loi sur l’organisation du travail (Federal Law Gazette n° 22/1979), telle que modifiée).
2) Lorsque le contrat de travail est régi par le droit public, l’employeur peut revendiquer, sans conclure de contrat particulier avec le salarié, les inventions de service du salarié dans leur totalité ou le droit de les exploiter, ce droit étant également opposable aux tiers. Dans ce cas, les dispositions de l’alinéa suivant et des articles 8 à 17 et 19 s’appliquent mutatis mutandis.
3) On entend par “invention de service” une invention réalisée par un salarié et dont l’objet entre dans le cadre des activités de l’entreprise dans laquelle il travaille, à condition que
a) l’activité qui a abouti à l’invention fasse partie des obligations du salarié dans le cadre de son travail; ou que
b) le salarié ait été incité à réaliser l’invention par son activité dans l’entreprise; ou que
c) la réalisation de l’invention ait été grandement facilitée par l’utilisation de l’expérience ou des ressources de l’entreprise.
8. — 1) Le salarié a droit à une rémunération spéciale et équitable lorsque l’invention qu’il a réalisée devient la propriété de l’employeur ou fait l’objet d’un droit d’exploitation par l’employeur.
2) Toutefois, lorsque le salarié a été engagé expressément pour réaliser des inventions, que son activité au sein de l’entreprise consiste principalement en cela et que cette activité a abouti à l’invention, il n’a droit à une rémunération spéciale que si la rémunération qui lui est accordée dans le cadre de son contrat de travail en raison de son activité inventive ne constitue pas une rémunération suffisante.
9. Dans le calcul de la rémunération (article 8), il est notamment tenu compte
a) de la valeur économique de l’invention pour l’entreprise;
b) d’une autre exploitation de l’invention en Autriche ou à l’étranger;
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c) de la part qui peut être attribuée dans l’invention aux suggestions, à l’expérience, au travail préparatoire ou aux ressources de l’entreprise ou aux instructions de service données par l’employeur.
10. — 1) À la demande de l’une des parties, la rémunération peut être modifiée par la suite sur une base équitable, lorsque les éléments dont il a été tenu compte pour la fixation de son montant ont sensiblement varié. Le salarié ne peut en aucun cas être tenu de restituer les sommes perçues en vertu de la précédente base de calcul de la rémunération. De même, les sommes déjà versées ou qui sont échues en vertu de la précédente base de calcul de la rémunération ne peuvent être complétées ultérieurement, sauf lorsqu’il s’agit d’une rémunération payable en une seule fois.
2) Le salarié peut également revendiquer la modification de la rémunération lorsque l’invention a été transférée par l’employeur à un tiers, si le bénéfice réalisé par l’employeur à la suite de ce transfert est manifestement disproportionné par rapport à la rémunération versée au salarié, ou si l’employeur demeure intéressé à l’exploitation de l’invention et obtient des avantages manifestement disproportionnés par rapport à la rémunération versée au salarié.
3) La demande (alinéas 1) et 2)) ne peut être formée qu’après expiration d’un délai d’un an à compter de la dernière fixation du montant de la rémunération.
11. — 1) Lorsque le montant de la rémunération (articles 8 à 10) a été fixé en fonction de l’exploitation de l’invention par l’employeur et que ce dernier n’exploite pas l’invention dans une mesure proportionnelle à son importance économique pour l’entreprise, la rémunération est calculée comme si l’employeur avait exploité l’invention dans une mesure proportionnelle à son importance économique pour l’entreprise.
2) La rémunération est calculée de la même façon si l’employeur a transféré l’invention à un tiers ou a procédé à sa cession, à moins que le salarié n’ait consenti au transfert ou à la cession ou qu’il prouve que ce transfert ou cette cession est purement fictif.
3) L’employeur est libéré de l’obligation de verser la rémunération en vertu de l’alinéa 1) lorsqu’il s’engage à céder le droit d’exploiter l’invention à un tiers désigné par le salarié. Le tiers auquel le droit d’exploiter l’invention a été cédé est tenu d’indemniser l’employeur de la part qui lui revient dans l’invention conformément à l’article 9.c). Une modification ultérieure de cette rémunération indemnisation peut être demandée en vertu de l’article 10.
4) Le droit visé aux alinéas 1) et 2) n’existe pas s’il résulte d’une appréciation équitable des circonstances qu’on ne pouvait attendre de l’employeur qu’il exploite l’invention ou qu’il l’exploite dans une plus grande mesure qu’il ne l’a fait ou qu’il n’aurait dû le faire s’il n’y avait eu transfert ou cession de l’invention. Toutefois, si l’employeur tire parti de l’invention sans l’exploiter, une rémunération équitable doit être versée au salarié.
12. — 1) Lorsqu’un contrat prévoit que les inventions futures du salarié doivent être la propriété de l’employeur (article 7), le salarié doit faire immédiatement part à l’employeur de toutes les inventions qu’il réalise, à l’exception de celles qui n’entrent manifestement pas dans le cadre du contrat. L’employeur doit déclarer au salarié, dans un délai de quatre mois à
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compter de la réception de la notification, s’il revendique l’invention à titre d’invention de service, conformément aux termes du contrat.
2) Lorsque le salarié omet de faire cette notification, il répond envers l’employeur de la réparation du dommage subi, y compris le manque à gagner, sans préjudice du droit de l’employeur sur l’invention. Si l’employeur omet de revendiquer l’invention ou y renonce expressément, l’invention reste al propriété du salarié.
13. — 1) L’employeur et le salarié sont tenus de garder secrètes les inventions qui font l’objet de la notification et de la revendication visées à l’article 12.1).
2) L’obligation de secret du salarié prend fin lorsque
a) l’employeur a omis de présenter la revendication visée à l’article 12.1) ou qu’il renonce expressément à toute revendication dans le délai imparti; ou
b) l’employeur a revendiqué l’invention dans le délai imparti (article 12.1)) et a renoncé au secret.
3) L’extinction de l’obligation de secret conformément à la disposition qui précède n’a aucune incidence sur l’obligation de secret qui incombe au salarié en vertu d’autres dispositions.
4) L’obligation de secret de l’employeur prend fin lorsqu’il a revendiqué l’invention dans le délai imparti (article 12.1)) et que le salarié ne s’y est pas opposé.
5) L’obligation de secret n’empêche ni l’employeur ni le salarié de déposer une demande de brevet ou d’entreprendre d’autres démarches en vue de protéger leurs droits.
6) L’employeur ou le salarié qui viole l’obligation de secret est tenu de réparer le dommage causé à l’autre partie, y compris le manque à gagner.
14. Lorsqu’un employeur qui a versé une rémunération à un salarié pour une invention de service apprend que c’est un autre salarié qui a réalisé l’invention ou qu’il a contribué à sa réalisation, il est libéré de l’obligation de verser la rémunération totale ou proportionnelle à la participation de l’inventeur légitime, à condition que l’employeur ait versé la rémunération de bonne foi et qu’il soit également titulaire de l’invention en vertu du contrat qui le lie à l’inventeur légitime.
15. — 1) Lorsque l’employeur a conclu un contrat avec un salarié au sujet d’une invention de service, il peut renoncer à tout moment, en tout ou en partie, à ses droits sur l’invention. Dans ce cas, le salarié peut demander que les droits attachés à l’invention auxquels l’employeur a renoncé lui soient cédés.
2) Lorsque l’employeur renonce à la totalité de ses droits sur une invention, l’obligation de verser une rémunération cesse à compter de la date de la renonciation. En cas de renonciation partielle, l’employeur peut demander une réduction proportionnelle de la rémunération dans la mesure où les droits cédés au salarié peuvent faire l’objet d’une évaluation séparée.
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3) Il n’y a aucune incidence sur l’obligation de verser une rémunération pour la période antérieure à la renonciation.
16. Les droits de l’employeur et du salarié, visés aux articles 6 à 15, ne sont pas concernés par la cessation d’emploi.
17. Les droits du salarié visés aux articles 6 à 16 ne peuvent être ni supprimés ni limités par le contrat.
18. Lorsque les relations de travail sont fondées sur un contrat privé, les litiges entre employeurs et salariés ou entre salariés, visés aux articles 7 à 17, relèvent de la compétence des tribunaux du travail.
19. Les droits des employeurs et des salariés visés aux articles 7 à 15 sont prescrits après une période de trois ans.
Droit de l’inventeur d’être désigné comme tel
20. — 1) L’inventeur a le droit d’être désigné comme tel.
2) Ce droit est inaliénable et intransmissible par succession. La renonciation à ce droit est sans effet juridique.
3) L’inventeur est désigné, sur demande, par l’inscription de son nom au registre des brevets, dans la publication officielle de la demande (appel à opposition, article 101), dans le certificat de brevet, dans l’avis de délivrance du brevet et dans le document de brevet (article 109). Si le certificat de brevet a déjà été établi ou si les publications susmentionnées ont déjà été diffusées, une attestation spéciale désignant l’inventeur est établie ou un avis spécial est publié dans le Bulletin des brevets. Le nom de l’inventeur doit également figurer dans tous les documents attestant le droit de priorité établis par l’Office des brevets.
4) La demande peut être présentée soit par l’inventeur, soit par le déposant ou le titulaire du brevet. Si plusieurs personnes sont habilitées à présenter la demande, la partie qui présente la demande doit apporter la preuve du consentement des autres parties si la demande n’est pas présentée collectivement par tous les intéressés. Si une personne autre que celle déjà désignée comme l’inventeur doit être désignée comme tel en plus ou à la place de la personne déjà désignée, la preuve du consentement de cette dernière doit également être apportée.
5) Lorsque le déposant, le titulaire du brevet ou la personne déjà désignée comme l’inventeur refuse de donner son consentement, les autres parties doivent faire valoir leurs droits en introduisant une demande auprès de l’Office des brevets dans les délais prescrits ci-après, sous peine de forclusion :
a) concernant les réclamations contre le déposant ou le titulaire du brevet, dans un délai d’un an à compter de la publication de l’avis de délivrance du brevet dans le Bulletin des brevets (article 109), ou, si l’inventeur a cédé le brevet à un tiers, concernant les réclamations contre le tiers, dans un délai d’un an à compter de la date de réception par l’Office des brevets de la requête en cession (article 43);
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b) concernant les réclamations contre la personne déjà désignée comme l’inventeur, dans un délai d’un an à compter de la publication du nom de l’inventeur (alinéa 3)).
6) La requête (alinéa 5)) est soumise aux mêmes règles de procédure que l’action en contestation du brevet. La procédure n’a pas d’effet suspensif sur la délivrance du brevet. Lorsqu’une décision définitive autorisant la demande a été rendue, les actions visées à l’alinéa 3) sont entreprises à la demande du demandeur légitime.
Mandataires
21. — 1) Toute personne souhaitant agir en tant que mandataire auprès de l’Office des brevets ou de la Chambre suprême des brevets et des marques doit avoir son domicile ou son lieu d’établissement en Autriche; les avocats, les conseils en brevets et les notaires sont soumis aux lois et règlements en vigueur dans ce domaine. Le mandataire apporte la preuve de sa compétence en présentant l’original de son pouvoir écrit ou une copie certifiée conforme de ce pouvoir. Un pouvoir distinct doit être présenté pour chaque demande de brevet. Il en est de même si un mandataire est compétent pour un brevet déjà délivré. Si un pouvoir a été donné à plusieurs personnes, chacune d’elles peut agir seule en tant que mandataire.
2) Si un avocat, un conseil en brevets ou un notaire agit en tant que mandataire, il peut indiquer sa compétence sans devoir présenter de pièce justificative. Toutefois, la compétence pour céder un brevet doit dans tous les cas être prouvée par un pouvoir écrit qui doit être dûment certifié.
3) Si un mandataire agit sans pouvoir ou, dans le cas visé à l’alinéa 2), sans indiquer sa compétence, la procédure qu’il engage n’est valable qu’à condition qu’il présente un pouvoir en bonne et due forme ou qu’il indique sa compétence dans le délai raisonnable qui lui est prescrit.
4) Toute personne n’ayant ni son domicile ni son lieu d’établissement en Autriche ne peut faire valoir ses droits en vertu de la présente loi fédérale auprès de l’Office des brevets ou de la Chambre suprême des brevets et des marques que si elle est représentée par un mandataire conformément à l’article 77; cette disposition ne s’applique pas à l’utilisation des services aux utilisateurs et des services d’information de l’Office des brevets, compris les opinions d’expert et les recherches.
5) Le lieu de domicile ou d’établissement du mandataire en Autriche ou, en l’absence d’un mandataire ayant son domicile ou son lieu d’établissement en Autriche, le lieu d’établissement de l’Office des brevets, est considéré, pour les questions relatives au brevet, comme le domicile ou le lieu d’établissement du titulaire de brevet n’ayant ni son domicile ni son lieu d’établissement en Autriche.
6) La compétence d’un avocat, d’un conseil en brevets ou d’un notaire pour agir en tant que mandataire auprès de l’Office des brevets l’habilite à exercer tous les droits en vertu de la présente loi fédérale auprès de l’Office des brevets et de la Chambre suprême des brevets et des marques, notamment celui de déposer une demande de brevet, de limiter ou de retirer une demande, de former opposition, de renoncer à un brevet, de déposer et de retirer une requête
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ou un recours devant la Division des nullités, de transiger, de recevoir des significations de toutes sortes, de percevoir des taxes officielles, des frais de procédure et de représentation versés par la partie adverse, ou encore de désigner un agent.
7) La compétence visée à l’alinéa 6) peut être limitée à un droit déterminé et à la représentation dans une procédure déterminée. Toutefois, elle ne prend pas fin avec la mort du mandant ou la modification de sa capacité juridique.
8) Si un mandataire autre qu’un avocat, un conseil en brevets ou un notaire a également le pouvoir de renoncer, totalement ou partiellement, à un brevet déjà délivré, ce pouvoir doit être conféré expressément.
Effets du brevet
22. — 1) Le brevet confère à son titulaire le droit exclusif de produire industriellement l’objet de l’invention, de le commercialiser, de le mettre en vente et de l’exploiter.
2) Les effets d’un brevet délivré pour un procédé s’étendent aussi aux produits obtenus directement par ce procédé.
22a. L’étendue de la protection par le brevet et par la publication de la demande (article 101.2)) est déterminée par le contenu des revendications. Néanmoins, il convient de prendre en considération la description et les dessins dans l’interprétation des revendications. À cet égard, le protocole concernant l’interprétation de l’article 69 de la Convention sur le brevet européen (Federal Law Gazette n° 350/1979) tel qu’il a été modifié, s’applique mutatis mutandis.
23. — 1) Le brevet ne produit pas d’effet à l’égard d’une personne qui, à la date du dépôt, avait déjà commencé à utiliser de bonne foi l’invention en Autriche ou avait pris des mesures en vue de son utilisation (utilisateur antérieur).
2) L’utilisateur antérieur peut exploiter l’invention pour les besoins de sa propre entreprise dans ses ateliers ou dans ceux d’un tiers.
3) Ce droit ne peut être transmis par succession ou par cession qu’avec l’entreprise.
4) L’utilisateur antérieur peut demander au titulaire du droit la reconnaissance de son droit au moyen d’un document. Si cette reconnaissance est refusée, l’Office des brevets se prononce, sur demande, au sujet de la requête, conformément à la procédure relative à l’action en contestation des brevets. La reconnaissance du droit est inscrite au registre des brevets à la demande de l’ayant droit.
24. — 1) L’administration militaire est habilitée, en accord avec le ministère fédéral du commerce et de l’industrie, à utiliser pour ses besoins ou à favoriser l’utilisation par ses agents des inventions se rapportant aux armes de guerre, explosifs, munitions, fortifications ou navires de guerre, aux fins de la défense nationale, sans que les droits attachés aux brevets lui soient opposables.
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2) Si aucun accord sur une indemnité équitable n’est conclu entre le titulaire du brevet et l’administration militaire, avec le consentement du Ministère fédéral des finances, une décision sur la question est prise par le Ministère fédéral des finances, en accord avec le Ministère fédéral du commerce et de l’industrie et l’administration militaire.
3) Les négociations n’ont aucune incidence sur l’exercice par l’administration militaire de son droit d’utilisation.
25. Dans la mesure où l’objet d’une invention brevetée est concerné par un monopole de la République fédérale, le brevet n’a pas d’effet à l’égard de l’administration qui exerce ce monopole. Cette administration est habilitée à utiliser l’invention pour ses besoins dans ses propres ateliers ou dans ceux de tiers.
26. Les effets d’un brevet ne s’étendent ni aux véhicules, ni aux éléments de véhicules qui entrent temporairement en Autriche dans le cadre de la circulation.
Rapports entre cotitulaires d’un brevet
27. — 1) Un brevet demandé par plusieurs personnes en qualité de participants à la même invention est délivré sans détermination de la part qui revient à chaque personne.
2) Les rapports juridiques entre cotitulaires d’un brevet sont régis par le droit civil.
3) Le droit d’autoriser des tiers à exploiter l’invention est, en cas de doute, exercé conjointement par tous les cotitulaires. Toutefois, chaque cotitulaire est libre d’intenter une action en justice pour atteinte à ses droits.
Durée du brevet
28. — 1) La durée du brevet est de dix-huit ans à compter de la date de publication dans le Bulletin des brevets de l’invention pour laquelle une demande a été déposée (article 101), mais au maximum de 20 ans à compter de la date de dépôt de la demande.
2) La durée de protection des brevets d’addition expire en même temps que celle du brevet principal. Toutefois, un brevet d’addition peut être expressément maintenu en vigueur à titre de brevet indépendant en cas de révocation ou d’annulation du brevet principal ou de renonciation à ce dernier. En ce qui concerne la durée, la date d’échéance et le montant des annuités, un brevet d’addition devenu un brevet indépendant remplace le brevet principal.
Expropriation
29. — 1) Lorsque dans l’intérêt de l’armée ou de la population en général ou lorsque pour tout autre intérêt fédéral supérieur, une invention faisant l’objet d’une demande de brevet ou protégée par un brevet doit être utilisée, en totalité ou en partie, par l’administration fédérale ou mise à la disposition du public, l’administration fédérale peut exproprier l’inventeur de son brevet ou du droit d’utiliser l’invention en totalité ou en partie sur décision du gouverneur provincial compétent et contre paiement d’une indemnité équitable.
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L’administration fédérale doit utiliser l’invention ou la mettre à la disposition du public conformément à la décision relative à l’expropriation. Le gouverneur de la province dans laquelle le déposant ou le titulaire du brevet est domicilié (ou établi) (article 21.4)) est compétent. Lorsque plusieurs provinces sont prises en considération, l’administration demandant l’expropriation est libre de choisir.
2) En cas de danger imminent, l’administration fédérale peut, avec l’autorisation provisoire du gouverneur de province compétent, utiliser immédiatement l’invention ou la mettre à la disposition du public en se fondant sur une demande d’expropriation; sous réserve toutefois de l’approbation ultérieure de l’expropriation.
3) La République fédérale paie une indemnité équitable au titulaire du brevet et aux personnes habilitées à utiliser l’invention, si ce droit est supprimé.
4) En ce qui concerne le montant de l’indemnité, tout doit être fait pour conclure un accord avec le déposant ou le titulaire d’un brevet et les personnes habilitées à utiliser le brevet. Si aucun accord n’est conclu, il incombe aux tribunaux de se prononcer sur la demande d’indemnité, si nécessaire après audition d’experts. Le titulaire du brevet a le droit de désigner l’un des experts. Dans tous les cas, le montant de l’indemnité est déterminé uniquement compte tenu des conséquences pour l’Autriche de l’expropriation du brevet.
5) Les négociations sur le montant de l’indemnité n’ont aucun effet suspensif sur l’exercice des droits revendiqués par l’administration fédérale sur l’invention, à son profit ou au profit du public.
6) Lorsqu’un brevet fait l’objet d’une demande d’expropriation, l’Office des brevets en avise immédiatement les parties intéressées inscrites au registre des brevets.
Obligation du titulaire du brevet de se conformer à la législation en vigueur
30. La délivrance d’un brevet ne dégage pas le titulaire du brevet de son obligation de se conformer à la législation.
31. — 1) Le déposant ou son ayant cause est habilité à procéder à l’exploitation commerciale de son invention à compter de la date de publication de l’invention dans le Bulletin des brevets (article 101.1)), en fonction de l’étendue de la protection accordée à la demande telle qu’elle est présentée pour consultation par le public (article 101.3)), sans être lié par les dispositions réglementaires relatives à l’obtention de licences commerciales. Ce privilège couvre la production, la commercialisation et la mise en vente de l’objet de l’invention. Si l’objet de l’invention est un procédé, le privilège couvre également l’utilisation de ce procédé.
2) Lorsqu’un brevet a été déposé par plusieurs déposants, le privilège susmentionné n’appartient qu’à ceux d’entre eux qui détiennent au moins un quart des droits découlant de la demande.
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3) Lorsque le privilège est revendiqué par une personne à un moment où les droits découlant de la demande n’appartiennent pas à plus de quatre personnes, cette personne est présumée remplir la condition visée à l’alinéa 2), jusqu’à preuve du contraire.
4) Les alinéas 2) et 3) s’appliquent mutatis mutandis lorsqu’un brevet est délivré à plusieurs titulaires. Cette disposition n’affecte en rien l’application des dispositions de l’article 27.2).
5) Si la demande a été retirée, rejetée ou si elle est réputée retirée en vertu de l’article 166.6), ou lorsqu’un brevet est frappé de nullité ou qu’un titulaire de brevet est déchu de son titre, l’invention ne peut être commercialisée qu’en vertu d’une licence commerciale pour l’activité concernée. Il en est de même pour toute exploitation commerciale qui n’est plus couverte par les droits attachés au brevet, lorsque ces droits ont été limités au regard de la demande de brevet telle qu’elle est présentée pour consultation par le public (article 101.3)), ou en cas de nullité partielle ou de déchéance partielle du titre. Toutefois, en cas d’expiration (article 46) ou de révocation du brevet (article 47), le privilège visé à l’alinéa 1) est maintenu à condition qu’il ait été revendiqué avant l’expiration ou la révocation du brevet.
32. — 1) Toute personne désirant exercer le privilège visé à l’article 31.1) doit en faire la déclaration à l’autorité administrative du district sous la compétence de laquelle doit s’exercer le privilège, au plus tard à la date à laquelle commence l’exploitation de l’invention.
2) Outre cette déclaration, le déposant de la demande de brevet doit également indiquer son domicile et sa nationalité, ainsi que le lieu où l’invention est destinée à être exploitée.
3) Si l’exploitation de l’invention a débuté avant la délivrance d’un brevet, un exemplaire du Bulletin des brevets dans lequel la demande de brevet a été publiée, ainsi qu’une photocopie de la demande telle qu’elle est présentée au public pour consultation (article 101.3)) sont joints à la déclaration. Si l’invention est exploitée par un ayant cause du déposant indiqué dans le Bulletin des brevets, la preuve de ce droit doit également être apportée. Si un brevet est délivré ultérieurement, le fascicule du document de brevet (Patentschrift) doit être présenté à l’autorité administrative de district dans un délai d’un mois à compter de sa parution.
4) Lorsque, après la déclaration visée à l’alinéa 1), la demande de brevet est retirée, rejetée ou qu’elle est réputée retirée (article 166.6)), l’autorité administrative de district compétente en est avisé dans un délai d’un mois à compter de la publication du Bulletin des brevets.
5) Si l’exploitation de l’invention n’a commencé qu’après la délivrance du brevet, une copie imprimée du document de brevet et un extrait du registre datant de moins d’un mois (article 80.6)) doivent être joints à la déclaration visée à l’alinéa 1).
6) Une déclaration de nullité ou de déchéance du titre relative à une invention dont l’exploitation a été déclarée conformément à l’alinéa 1) l’autorité administrative de district doit en être avisée dans un délai d’un mois à compter de l’entrée en vigueur de la décision pertinente. En cas de nullité partielle ou de déchéance partielle du titre, une copie certifiée conforme de la décision doit être jointe à la communication.
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7) L’avis visé aux alinéas 4) ou 6) est communiqué par toute personne exploitant l’invention au moment où les faits visés aux alinéas 4) ou 6) se sont produits.
8) Les personnes qui cessent de tirer parti du privilège visé à l’article 31 doivent en aviser l’autorité administrative de district compétente dans un délai d’un mois.
9) Toute personne qui omet de communiquer dans les délais l’avis visé aux alinéas 1), 4), 6) ou 8) commet un délit administratif et peut être condamnée par l’autorité administrative de district à une amende de 3000 schillings au maximum ou à la détention pendant une durée maximale de deux semaines.
Transmission
33. — 1) Les droits découlant d’une demande de brevet et les droits attachés au brevet sont transmissibles par succession héréditaire. L’État ne peut hériter de ces droits.
2) Ces deux types de droits peuvent être, intégralement ou en parts, transmis à des tiers par un acte juridique, une décision de justice ou par une transmission pour cause de mort.
3) Lorsque les droits découlant d’une demande de brevet sont transmis, le brevet est délivré, le cas échéant, à l’ayant cause du déposant. L’article 43.5) à 7) s’applique mutatis mutandis.
Gage
34. Les droits attachés à un brevet peuvent être mis en gage.
Licences volontaires
35. Le titulaire d’un brevet peut autoriser des tiers à exploiter son invention sur tout le territoire ou sur une partie du territoire auquel s’applique le brevet. Ce droit (licence) peut être exclusif ou non.
Licences obligatoires
36. — 1) Le titulaire du brevet relatif à une invention d’une valeur commerciale ou industrielle considérable qui ne peut être exploitée sans l’utilisation d’une invention brevetée antérieurement (brevet antérieur) peut demander une licence d’exploitation du brevet antérieur. Si cette licence lui est concédée, le titulaire du brevet antérieur peut demander une licence d’exploitation du brevet postérieur, dans la mesure où les deux inventions sont effectivement liées.
2) Si une invention brevetée n’est pas exploitée en Autriche dans des proportions raisonnables et si le titulaire du brevet n’a pas pris toutes les mesures nécessaires pour assurer cette exploitation, toute personne est habilitée à demander une licence d’exploitation de l’invention pour les besoins de son entreprise, à moins que le titulaire du brevet ne prouve que l’invention ne pouvait être raisonnablement exploitée ou ne pouvait être raisonnablement
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exploitée dans une plus large mesure en Autriche, compte tenu de difficultés liées à l’exploitation. L’invention peut également être exploitée par importation.
3) Si une licence d’exploitation d’une invention brevetée est nécessaire dans l’intérêt général, toute personne est habilitée à demander une licence pour les besoins de sa propre entreprise.
4) Une licence (alinéas 1) à 3)) ne peut pas être demandée avant l’expiration d’un délai de quatre ans après le dépôt de la demande, ou de trois ans après la publication de l’avis de délivrance du brevet pour lequel une licence est demandée, le délai expirant le plus tard étant applicable. Si le titulaire du brevet refuse de concéder une licence dans des conditions raisonnables, l’Office des brevets, à la demande du preneur de licence, se prononce sur la question selon la procédure relative à la contestation des brevets et, si la licence est concédée, il fixe le montant de la redevance, la garantie éventuelle à fournir, ainsi que toutes les autres conditions régissant l’utilisation de l’invention, en tenant compte de la nature de l’invention et des circonstances.
5) Les alinéas 1) à 3) ne s’appliquent pas aux brevets de l’administration fédérale.
Transmission d’une licence
37. Une licence concédée par le titulaire d’un brevet ou par l’Office des brevets ne peut pas, sans l’accord du titulaire, faire l’objet d’une transmission entre vifs, sauf avec l’entreprise pour laquelle elle a été concédée. La licence ne peut pas non plus être transmise pour cause de décès si l’ayant cause ne poursuit pas l’exploitation de l’entreprise.
Utilisation abusive des droits attachés au brevet
38. Lorsqu’un contrat relatif à l’autorisation d’exploiter une invention brevetée ou à l’obligation d’accorder cette autorisation contient une condition ou est accompagné d’une condition aux termes de laquelle les personnes auxquelles l’autorisation est accordée renoncent à exercer ou à limiter une activité donnée, qui ne porte pas uniquement sur le mode d’exploitation ou l’étendue de l’exploitation de l’invention brevetée, le Ministère fédéral du commerce et de l’industrie peut annuler totalement ou partiellement cette condition si elle porte préjudice à l’économie nationale, à la défense nationale, à la santé publique ou à tout autre intérêt d’ordre général.
39. Les dispositions de l’article 38 sont applicables en particulier aux accords interdisant au preneur de licence de fabriquer, de commercialiser de mettre en vente ou d’utiliser des produits dont l’invention brevetée n’entre pas dans la fabrication, ou d’utiliser un procédé non protégé par le brevet, ainsi qu’aux accords aux termes desquels le preneur de licence est tenu de fabriquer des produits de manière à permettre ou à rendre impossible ou difficile l’utilisation d’autres produits, ou encore aux accords aux termes desquels le preneur de licence est tenu de renoncer à commercialiser, à mettre en vente ou à utiliser des produits ne remplissant pas ces conditions de fabrication.
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40. Les dispositions de l’article 38 ne sont pas applicables lorsque, hormis les limitations visées à l’article 38, le preneur de licence n’est soumis à aucune autre prestation contractuelle.
41. Le Ministère fédéral du commerce et de l’industrie est habilité à révoquer une déclaration de nullité en vertu de l’article 38 si les motifs qui l’ont dictée cessent ultérieurement d’exister. Dans sa décision, la date à laquelle la disposition contractuelle annulée redeviendra valide doit être indiquée.
42. Lorsqu’une disposition contractuelle est annulée en vertu de l’article 38, la partie du contrat relative à la concession d’une licence, visée à l’article 38, ou à l’obligation de concéder une licence, n’est pas concernée. La déclaration de nullité ne constitue pas un motif pour demander une résiliation ou une modification du contrat, même si le contrat autorise les parties ou l’une d’elles à présenter une telle demande.
Inscription au registre des brevets
43. — 1) Les droits attachés au brevet (article 33) ou mis en gage et les autres droits réels découlant du brevet s’acquièrent et deviennent opposables aux tiers par inscription au registre des brevets.
2) La date d’acquisition des droits de licence est régie par droit civil. Les droits de licence ne sont opposables aux tiers qu’à compter de leur inscription au registre des brevets.
3) L’ordre de priorité des droits mentionnés est déterminé par l’ordre dans lequel les demandes d’inscription parviennent à l’Office des brevets, à condition que ces demandes aboutissent à une inscription.
4) Les demandes reçues au même moment ont la même priorité.
5) Les inscriptions au registre des brevets en vertu des alinéas 1) et 2) et l’inscription de la déchéance du brevet au registre des brevets s’effectue à la demande par écrit de l’une des parties ou à la demande des tribunaux.
6) La demande d’inscription doit être accompagnée par l’original ou par une copie certifiée conforme du document sur lequel doit se fonder l’inscription. Un document autre qu’un document public doit porter la signature certifiée conforme de la personne disposant de ses droits.
7) La demande d’inscription et le document sont examinés quant à la forme et quant au fond par l’Office des brevets.
Responsabilités
44. Toute personne qui acquiert un brevet assume les responsabilités qui en découlent et dont l’inscription au registre des brevets a déjà été effectuée ou dûment requise au moment du dépôt de la requête auprès de l’Office des brevets.
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Inscriptions relatives aux litiges
45. — 1) Les litiges en instance devant les tribunaux concernant la titularité d’un brevet, une mise en gage ou d’autres droits réels relatifs à un brevet; les litiges concernant une procédure relative à la désignation de l’inventeur (article 20.5) et 6)), le droit d’un utilisateur antérieur (article 23) et la concession de licences obligatoires (article 36); les litiges portant sur une révocation (article 47), une déclaration de nullité (article 48), une déclaration de déchéance (article 49) et une déclaration de dépendance (article 50) sont, sur demande, inscrits au registre des brevets (avis relatifs aux litiges).
2) L’inscription relative à un litige a pour effet de rendre la décision pleinement applicable aux tiers dont l’inscription au registre des brevets a été effectuée après la réception par l’Office des brevets de la requête en inscription du litige.
Extinction
46. — 1) Le brevet s’éteint :
1. au plus tard à l’expiration de la durée de protection maximale, si les annuités ont été acquittées en temps utile;
2. si une annuité échue n’a pas été acquittée en temps utile,
3. si le titulaire du brevet renonce au brevet.
2) Si la renonciation ne porte que sur certaines parties du brevet, ce dernier reste en vigueur en ce qui concerne les autres parties, à condition qu’elles puissent encore faire l’objet d’un brevet indépendant.
3) Le brevet s’éteint, dans le cas visé à l’alinéa 1)1, à compter du jour qui suit l’expiration de la durée de protection maximale, dans le cas visé à l’alinéa 1)2, à compter du jour qui suit l’expiration de la dernière année de validité, et, dans le cas visé à l’alinéa 1)3, à compter du jour qui suit la notification de la renonciation à l’Office des brevets.
Révocation
47. — 1) Un brevet peut être révoqué en totalité ou en partie si l’invention est exploitée exclusivement ou principalement à l’étranger et si la cession de licences obligatoires (article 36.2)) ne suffit pas à assurer l’exploitation de l’invention en Autriche dans des proportions raisonnables. La révocation produit ses effets dès l’entrée en vigueur de la décision y relative.
2) La révocation peut être prononcée au plus tôt à l’expiration d’un délai de deux ans à compter de l’entrée en vigueur de la cession d’une licence obligatoire. Un brevet ne peut être révoqué si le titulaire du brevet prouve que, compte tenu de difficultés rencontrées dans l’exploitation de l’invention, il ne peut exploiter l’invention en Autriche dans des proportions raisonnables ou le faire exploiter dans une plus large mesure.
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3) L’alinéa 1) n’est pas applicable aux brevets de l’administration fédérale.
Déclaration de nullité
48. — 1) Le brevet est déclaré nul et non avenu lorsque :
1. l’objet du brevet n’est pas brevetable en vertu des articles premier à 3;
2. le brevet ne divulgue pas l’invention de façon suffisamment claire et complète pour qu’elle puisse être exploitée par une personne du métier;
3. le micro-organisme déposé en vertu de l’article 87a.2)l n’a pas été toujours accessible auprès de l’institution de dépôt initiale telle que définie par le Traité de Budapest sur la reconnaissance internationale du dépôt des micro-organismes aux fins de la procédure en matière de brevets conclu le 28 avril 1977 (Federal Law Gazette n° 104/1984) tel que modifié (Traité de Budapest), ou auprès d’une autre institution de dépôt à laquelle il a été transmis en vertu dudit traité, à moins que le titulaire du brevet ne prouve
a) qu’il a de nouveau déposé le micro-organisme et que ce dépôt est considéré, en vertu de l’article 4 de ce traité, comme s’il avait été effectué à la date du dépôt initial; ou
b) qu’il a été empêché de procéder à ce nouveau dépôt par des circonstances imprévues ou inévitables et qu’il a effectué le dépôt dans un délai de deux mois après la cessation de l’empêchement.
2) Lorsque les motifs de nullité ne s’appliquent qu’en partie, la déclaration de nullité prend la forme d’une limitation correspondante du brevet.
3) La déclaration de nullité entre en vigueur de façon rétroactive à compter de la date du dépôt du brevet dans les cas visés à l’alinéa 1)1 et 2 et dans le cas visé à l’alinéa 1)3, à compter de la date à laquelle l’institution de dépôt déclare pour la première fois qu’elle n’est pas en mesure de fournir des échantillons du micro-organisme. Si l’objet du brevet n’est pas brevetable conformément à l’article 3.2), les droits attachés à une licence concédée légalement par le déposant ultérieur et acquis de bonne foi par des tiers, et qui sont inscrits depuis une année au registre des brevets, à condition toutefois de ne pas faire l’objet d’une inscription juridiquement fondée relative à un litige (article 45), ne sont pas concernés par cet effet rétroactif, sans préjudice des demandes de dédommagement susceptibles d’être introduites contre le déposant ultérieur.
Déclaration de déchéance
49. — 1) Le titulaire du brevet est déchu de son brevet s’il est prouvé :
1. qu’il n’avait pas droit à la délivrance du brevet (articles 4.1), 6 et 7);
2. que le contenu essentiel de la demande a été usurpé ou emprunté aux descriptions, dessins, modèles, instruments ou installations d’un tiers ou à un procédé utilisé par un tiers.
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2) Lorsque l’une des conditions visées ci-dessus (alinéa 1)1 et 2) n’est réalisée qu’en partie, le titulaire du brevet n’est déchu que partiellement du brevet.
3) Dans le premier cas, seule la personne qui a droit à la délivrance du brevet est habilitée à demander la déchéance; dans le deuxième cas, seule la personne lésée y est habilitée. Une action contre un titulaire de bonne foi est prescrite après un délai de trois ans à compter de l’inscription du brevet au registre des brevets.
4) Les demandes d’indemnisation et de remboursement découlant d’une déclaration de déchéance sont régies par le droit civil et doivent faire l’objet d’une procédure civile.
5) Le déposant qui obtient gain de cause peut, dans un délai d’un mois à compter de la date d’entrée en vigueur de la décision, demander que le brevet lui soit cédé.
6) Le défaut de présentation de la demande de cession en temps utile est considéré comme une renonciation au brevet.
7) Lorsque le brevet est cédé dans les conditions mentionnées ci-dessus, les droits attachés à une licence concédée légalement par le titulaire antérieur du brevet et acquis de bonne foi par des tiers, et qui sont inscrits depuis une année au registre des brevets, à condition de ne pas faire l’objet d’une inscription juridiquement fondée relative à un litige (article 45), sont opposables au nouveau titulaire, sans préjudice des demandes de dédommagement susceptibles d’être introduites contre le titulaire antérieur du brevet.
Déclaration de dépendance
50. Le titulaire d’un brevet ou d’un modèle d’utilité présentant une date de priorité antérieure au sens de la loi sur les modèles d’utilité (Federal Law Gazette n° 211/1994), telle qu’elle a été modifiée, peut demander à l’Office des brevets de décréter que l’exploitation commerciale d’une invention brevetée nécessite l’utilisation totale ou partielle de cette invention. Cette demande est traitée par l’Office des brevets selon la procédure relative aux litiges concernant le titre de propriété.
Droit de rétorsion
51. Le gouvernement fédéral peut instaurer, par arrêté, un droit de rétorsion à l’égard des ressortissants d’un État étranger qui n’accorde aucune protection ou accorde une protection incomplète aux inventions des ressortissants autrichiens.
Délais
52. — 1) Lorsque la durée d’un délai n’est fixée ni par la loi, ni par un décret, il incombe à l’autorité compétente de la fixer en tenant compte des exigences et de la nature de chaque cas, à moins que le chef de l’Office des brevets n’ait pris de dispositions relatives à la durée des délais (deuxième phrase de l’article 99.6)).
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2) Sauf disposition contraire, les délais prévus par la loi ou par un décret ne peuvent être prorogés. Les délais impartis par l’autorité compétente peuvent être prorogés.
53 — 1) Un délai commence à courir à compter de la date de l’événement considéré par la loi ou par un décret comme point de départ du délai, ou, sauf disposition contraire au moment où le délai a été fixé, à compter de la date où la décision ou l’arrêté fixant le délai a été notifié à la partie ou, si la décision ou l’arrêté n’a pas été notifié mais publié, à compter de la date de la publication.
2) Lorsqu’un délai est exprimé en nombre de jours, la date de l’événement, de la notification ou de la publication fixée comme point de départ n’est pas compté.
3) Lorsqu’un délai est exprimé en semaines, mois ou années, il échoit le dernier jour de la dernière semaine ou du dernier mois correspondant, par son nom ou son chiffre, à la date à laquelle le délai a commencé à courir. Si ce jour n’existe pas dans le dernier mois, le délai échoit le dernier jour de ce mois.
54. — 1) Le point de départ et le cours d’un délai ne sont affectés ni par les dimanches ni par les jours fériés.
2) Si un délai échoit un dimanche ou un jour férié ou un jour ouvrable où le centre de réception du courrier de l’Office des brevets est fermé, le jour ouvrable suivant est réputé être le dernier jour du délai.
3) En ce qui concerne les dépôts postés en Autriche, le nombre de jours de transport par la poste n’est pas décompté dans le délai. Cette disposition n’est pas applicable lorsque c’est le jour de réception de la demande par l’Office des brevets qui est déterminant (articles 102.1) et 129.3)).
55. Lorsque des délais différents sont impartis pour la même action à différentes personnes concernées par la même affaire, l’action en question peut être accomplie par n’importe laquelle des personnes tant que le délai imparti à l’une d’elles n’a pas expiré.
56. Lorsqu’un dépôt concerne plusieurs droits de propriété industrielle (brevets, marques, dessins et modèles industriels) ou plusieurs demandes relatives à ces droits, il peut être demandé qu’une demande distincte soit présentée pour chacun de ces droits ou demandes. Si elles sont reçues dans les délais, ces demandes distinctes sont réputées avoir été reçues le jour où la demande initiale a été reçue. Les dispositions de l’article 163.4) demeurent inchangées.
II. ADMINISTRATIONS ET INSTITUTIONS CHARGEES DES BREVETS
Domaine d’activité de l’Office des brevets
57. — 1) L’Office des brevets est responsable de la délivrance et de la révocation des brevets, des déclarations de nullité ou de déchéance, des déclarations de dépendance des brevets, des décisions relatives à la désignation de l’inventeur (article 20), des décisions relatives à l’existence d’un droit d’utilisateur antérieur (article 23), de la concession de
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licences (article 36), des décisions relatives aux requêtes en constatation selon l’article 163, ainsi que de la fourniture de services et d’informations en matière de protection de la propriété industrielle (articles 57a, 57b) et de toutes les inscriptions dans le registre des brevets.
2) Dans le cadre de la coopération internationale dans le domaine des droits de propriété industrielle, il peut être convenu que l’Office des brevets fournisse, gratuitement ou contre remboursement des frais, une assistance technique ou juridique à des États ou à des organisations intergouvernementales ou non gouvernementales s’occupant des questions précitées. L’assistance gratuite ne peut être convenue que lorsqu’elle est d’intérêt public, qu’elle est fournie dans le cadre d’une aide au développement ou qu’elle n’occasionne que des frais négligeables.
Fourniture de services et d’informations par l’Office des brevets
57a. L’Office des brevets fournit, sur demande, des rapports d’experts par écrit
1. sur l’état de la technique en ce qui concerne un problème technique concret (recherches); et
2. sur la question de savoir si une invention brevetable, conformément aux articles premier à 3, fait partie de l’état de la technique indiqué par le déposant ou devant faire l’objet d’une recherche par l’Office des brevets.
57b. — 1) L’Office des brevets doit développer ses services aux utilisateurs et ses services d’information et, dans ce cadre, il doit notamment rendre ses documents plus accessibles et garantir au public une information plus complète dans tous les domaines pertinents.
2) Le barème des taxes pour la fourniture de services aux utilisateurs et d’informations par l’Office des brevets est publié dans le Bulletin des brevets. Le montant de la taxe dépend du travail fourni et du matériel nécessaire. Lorsque le service est principalement d’intérêt général, la taxe peut être réduite ou supprimée.
Siège et personnel de l’Office des brevets
58. — 1) L’Office des brevets a son siège à Vienne. Il constitue un service indépendant en ce qui concerne la gestion de ses affaires.
2) Son personnel se compose d’un président, de ses adjoints et du nombre de juristes et de techniciens nécessaires.
3) Ce personnel est temporaire ou permanent.
4) Le président et ses adjoints doivent posséder les qualifications requises des membres permanents de l’Office des brevets, l’un au moins devant être juriste et un autre, technicien.
5) Le président, ses adjoints et les membres permanents sont des fonctionnaires fédéraux rémunérés.
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6) Le président, ses adjoints et les membres permanents de l’Office des brevets sont nommés par le président de la République fédérale.
7) Le président dirige l’Office des brevets. Il est chargé, outre les tâches qui lui sont confiées en vertu de la présente loi, de l’organisation des activités et de la supervision du personnel de l’office.
8) Le président de l’Office des brevets dirige également le service de la propriété industrielle du Ministère fédéral du commerce et de l’industrie.
58a. — 1) L’Office des brevets est une personne morale (capacité juridique partielle) dans la mesure où il est habilité à acquérir des biens et des droits dans le domaine de la protection de la propriété industrielle dans le cadre des activités suivantes :
1. services aux utilisateurs et services d’information tels que définis à l’alinéa 2);
2. fabrication, publication et distribution d’imprimés, de logiciels et de supports audio, vidéo et de données préenregistrés et services de représentation en rapport avec ces activités;
3. expositions, séminaires et manifestations analogues.
2) Le président de l’Office des brevets indique par décret les services aux utilisateurs et les services d’information fournis par l’Office des brevets en vertu de sa capacité juridique partielle. À cet égard, il importe de veiller à ce que la fourniture de ces services entre dans le cadre de sa capacité juridique partielle.
3) En vertu de sa capacité juridique partielle, l’Office des brevets est également habilité
1. à confier à des tiers, notamment à des services administratifs fédéraux, des activités visées à l’alinéa 1), de comptabilité et de gestion des biens, du personnel et des stocks, dans le cadre de la gestion de l’Office des brevets, contre remboursement des frais encourus pour des services qui n’entrent pas dans le cadre de la capacité juridique partielle;
2. à effectuer des transactions juridiques en rapport avec les activités visées à l’alinéa 1); et
3. à faire partie, avec le consentement du Ministère fédéral des affaires économiques, d’associations, d’autres personnes morales ou d’organisations intergouvernementales, si c’est dans l’intérêt de la promotion de la protection de la propriété industrielle.
4) L’Office des brevets est habilité à utiliser les biens et les droits qu’il a acquis en vertu de sa capacité juridique partielle pour remplir ses fonctions. La République fédérale ne peut être tenue pour responsable à l’égard des obligations de l’Office des brevets découlant de ses activités en vertu de sa capacité juridique partielle.
58b. — 1) Dans le cadre des activités visées à l’article 58a, l’Office des brevets doit agir avec prudence. Les relevés de compte annuels doivent être présentés au Ministère fédéral des affaires économiques et au Ministère fédéral des finances. Par ailleurs, le Ministère fédéral des affaires économiques doit être autorisé à vérifier les livres et les comptes à tout moment.
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2) Le Ministère fédéral des affaires économiques doit être autorisé à examiner la conformité des livres et les comptes relatifs à la capacité juridique partielle de l’Office des brevets avec les dispositions légales en vigueur et à vérifier l’exactitude des chiffres.
3) La loi sur les salariés (Federal Law Gazette No. 292/1921), telle qu’elle a été modifiée, est applicable aux contrats de travail conclus par l’Office des brevets en vertu de sa capacité juridique partielle.
4) Les règles relatives à l’exercice du commerce ne s’appliquent pas aux activités menées par l’Office des brevets en vertu de l’article 58a.
59. — 1) Les membres temporaires du personnel qui sont des juristes doivent avoir achevé leurs études de droit et de sciences politiques et ils doivent avoir exercé pendant au moins cinq années une profession pour laquelle l’achèvement de ces études était exigé. En outre, ils doivent avoir des activités scientifiques ou pratiques dans le domaine de la protection de la propriété industrielle.
2) Les membres temporaires du personnel qui sont des techniciens doivent avoir achevé leurs études dans une école supérieure technique ou des études supérieures en sciences naturelles et ils doivent avoir exercé pendant au moins cinq années une profession pour laquelle l’achèvement de ces études était exigé. En outre, ils doivent justifier de connaissances particulières dans un domaine technique déterminé.
3) Seuls les ressortissants autrichiens de bonne moralité et jouissant pleinement de leurs capacités juridiques peuvent être nommés membres temporaires du personnel. Ils portent, pendant toute la durée de leur mandat, le titre de “conseiller de l’Office des brevets” (Rat des Patentamtes).
4) Les membres temporaires du personnel sont nommés pour une période de cinq ans renouvelable. Leur nomination ne peut en aucun cas empêcher leur départ volontaire à la retraite.
5) Il est mis fin aux fonctions d’un membre temporaire du personnel s’il perd la nationalité autrichienne, si sa capacité juridique est limitée ou s’il est condamné à une peine supérieure à un an d’emprisonnement pour une infraction intentionnelle ou encore, s’il est déclaré coupable pour une infraction commise à des fins d’enrichissement.
6) Les membres temporaires du personnel qui ne sont pas des fonctionnaires doivent, avant de prendre leurs fonctions, prêter le serment suivant devant le président : “Je jure de m’acquitter de mes fonctions consciencieusement et avec impartialité et de garder le secret sur tout ce qui pourrait venir à ma connaissance dans l’exercice de mes fonctions officielles”. Ce serment doit être signé. En cas de reconduction dans les fonctions, une référence au serment déjà prêté suffit.
7) Les membres temporaires du personnel sont rémunérés en fonction de leurs prestations dans les proportions suivantes :
a) les rapporteurs (corapporteurs) perçoivent entre 8 et 40%; et
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b) les assesseurs perçoivent entre 4 et 15% du traitement mensuel d’un fonctionnaire fédéral actif à l’échelon 1 de la classe VIII de l’administration générale, chaque fois qu’il est fait appel à leurs services. L’indemnité de fonction spéciale est déterminée par le président de l’Office des brevets pour tous les cas menés à bien au cours d’une année civile, le temps et le travail consacrés à chaque cas étant dûment pris en considération.
8) Il n’est fait appel aux services d’un membre temporaire du personnel que si dans un cas particulier, aucun membre permanent du personnel n’est disponible ou si son intervention semble nécessaire compte tenu de la nature particulière, de la rapidité requise ou du volume de travail du membre permanent du personnel concerné.
Organes de l’Office des brevets
60. — 1) L’Office des brevets compte :
a) des sections techniques et au moins une section juridique;
b) au moins une section d’appel;
c) au moins une section des nullités;
d) au moins une section du président;
e) une bibliothèque;
f) un service de comptabilité.
2) Le nombre de sections indiquées à l’alinéa 1) est déterminée par le président selon les besoins du moment.
3) Sans préjudice des tâches assignées à ces sections en vertu d’autres dispositions,
a) la section technique est compétente pour la procédure relative à la délivrance des brevets et pour l’établissement de rapports d’experts par écrit conformément à l’article 57a; la section juridique est compétente pour les questions relatives à la cession d’un droit découlant d’une demande, aux autres formes de transfert de ce droit, aux brevets délivrés et aux requêtes en rétablissement des droits, dans la mesure où ces questions ne relèvent pas de la section d’appel ou de la section des nullités;
b) la section d’appel est compétente pour les procédures d’appel (articles 70 et 108);
c) la section des nullités est compétente pour les demandes de révocation, les déclarations de nullité ou de déchéance d’un brevet, les déclarations de dépendance (article 50), la désignation de l’inventeur conformément à l’article 20.5), la reconnaissance du droit de l’utilisateur antérieur (article 23), pour toute déclaration en vertu de l’article 163 et pour la concession de licences obligatoires;
d) la section du président est compétente pour les questions qui sont du ressort du président.
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4) En outre, le président établit les services administratifs nécessaires à l’exécution des tâches de l’Office des brevets.
5) Le président peut créer une direction des services administratifs chargée des services administratifs.
61. — 1) Le président divise l’ensemble du domaine technique en classes de brevets et, si nécessaire, crée des subdivisions. Il attribue les différentes classes ou subdivisions aux sections techniques selon les besoins.
2) Le président établit à l’avance les diverses sections pour l’année. La composition des sections ne peut être modifiée au cours de l’année que pour des raisons importantes telles que la modification de l’effectif de l’office, les congés, la maladie, un volume de travail excessif ou l’occupation insuffisante de certains membres du personnel.
3) Les membres permanents du personnel qui sont des techniciens sont affectés aux sections techniques et les membres permanents du personnel qui sont des juristes sont affectés aux sections juridiques. Les membres permanents du personnel affectés aux sections d’appel et des nullités sont tant des juristes que des techniciens. Les membres des sections techniques et juridiques peuvent être appelés à travailler simultanément au sein des sections d’appel et des nullités.
4) Le président nomme, parmi les membres de chaque section technique, juridique et dans la section présidentielle, un chef de section chargé de diriger et de superviser les activités de la section; il nomme également le nombre nécessaire de présidents parmi les membres permanents des sections d’appel et des nullités et prend les mesures nécessaires pour qu’ils disposent d’adjoints. Le président et ses adjoints sont membres de la section d’appel, ainsi que, s’ils sont des juristes, de la section des nullités, en tant que présidents.
5) Un juriste est affecté à chaque section technique où il participe aux décisions communes et donne des avis (article 62.4)). Un juriste peut être affecté simultanément à plusieurs sections techniques.
6) La répartition des activités au sein des sections technique et juridique est déterminée à l’avance chaque année par le président sur l’avis du chef de section. Les changements provisoires dans l’assignation des tâches pour cause de maladie ou d’autres empêchements sont décidés par le chef de la section technique ou de la section juridique.
7) Dans les sections d’appel et des nullités, les cas sont soumis par le président de l’Office des brevets au président de la section. Dans ce cadre, il est tenu compte du volume de travail et, dans le cas des présidents de section qui sont des techniciens, du domaine technique particulier.
Décisions des sections
62. — 1) Sauf disposition contraire prévue aux alinéas 3) et 4), les décisions et arrêtés qui sont du ressort de la section technique sont pris sous la responsabilité du membre du personnel qui est un technicien compétent (examinateur).
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2) Les décisions, ainsi que tous les arrêtés dans le domaine de la protection des brevets qui sont du ressort de la section juridique sont pris sous la responsabilité du membre du personnel affecté à la section technique (article 61.5)) dont les classes de brevets ou subdivisions couvrent le brevet ou la demande en question (article 61.1)). Si plusieurs brevets sont concernés (demandes de brevet), le membre du personnel responsable est celui qui, conformément à l’article 61.6) est compétent à l’égard du brevet indiqué en premier lieu dans la demande en question ou la demande de brevet indiquée en premier lieu.
3) Les décisions relatives au rejet total ou partiel d’une demande (article 100), à la délivrance d’un brevet après opposition (article 104) et à l’application d’une sanction disciplinaire (article 83) sont prises par un comité composé de trois membres de la section technique, dont deux techniciens. Ce comité (Senat) comprend également le chef de la section et l’examinateur. Le chef de section préside le comité.
4) Le juriste affecté à la section technique participe à toutes les prises de décisions, conformément à l’alinéa 3) et jouit du droit de vote. Si l’examinateur est habilité à prendre une décision seul (alinéa 1)), il doit d’abord obtenir l’avis du juriste dans les cas suivants :
1. s’il faut se prononcer sur la brevetabilité du point de vue des possibilités d’application commerciale ou sur la base de l’article 2;
2. si l’opposition est décidée en vertu de l’article 102.2)5 ou 6;
3. s’il faut se prononcer sur les demandes à traiter selon l’article 110;
4. s’il faut se prononcer sur les droits de priorité dont la revendication est fondée sur des accords internationaux et dont les fondements sont mis en doute ou contestés;
5. s’il a été fait appel à des témoins ou des spécialistes ou si une visite des lieux a été effectuée;
6. s’il faut se prononcer sur une sanction administrative ou disciplinaire.
5) Si, lors d’une réunion de la section technique composée de trois techniciens, la majorité estime qu’elle doit également se prononcer sur une des questions visées à l’alinéa 4), le juriste affecté à la section technique participe à la prise de décision à la place de l’un des techniciens.
6) Dans la mesure où la composition du comité n’est pas déterminée par les alinéas 3) à 5), elle est fixée par le chef de la section technique qui prend dûment en considération le domaine technique concerné.
7) Avant de se prononcer sur des questions qui sont de la compétence de la section juridique (article 60.3)a)) et dont peuvent relever des questions techniques, le juriste doit demander l’avis du technicien compétent.
63. — 1) Outre le président, les membres ci-après des sections d’appel et des nullités doivent participer à la prise des décisions définitives :
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1. dans la section d’appel, trois techniciens et un juriste, sauf s’il s’agit d’un appel contre une décision d’un juriste, auquel cas, trois membres de la section, dont deux juristes, prennent la décision;
2. dans la section des nullités, deux juristes et trois techniciens.
2) Les présidents des sections des nullités doivent être des juristes et ceux des sections d’appel doivent être des juristes s’il s’agit d’appels contre les décisions d’un juriste.
3) La présence de trois membres suffit pour les décisions provisoires des sections d’appel et des nullités.
64. — 1) Les décisions du comité sont prises à la majorité simple des voix. En cas de partage des voix, la voix du président est prépondérante.
2) Les décisions de l’Office des brevets doivent être motivées, établies par écrit et remises à toutes les parties. Si la section technique ou la section juridique fait intégralement droit à une requête dans une procédure ex parte, elle peut renoncer à l’exposé des motifs.
3) Tous les documents établis par l’Office des brevets le sont au nom de l’“Office autrichien des brevets” la section, le service administratif, la bibliothèque ou le service de comptabilité étant indiqués. Pour les questions du ressort du président, la mention “président” figure sur le document. Les communications écrites doivent être datées et signées. Les décisions collectives sont signées par le président. La signature peut être remplacée par un certificat officiel selon lequel la copie délivrée est conforme au document en question et que l’original porte la signature requise. Les détails sont réglés par un arrêté.
4) Les copies écrites établies par ordinateur ne doivent être ni signées ni certifiées.
65. — 1) Les dispositions requises pour élaborer les décisions de la section technique sont établies par l’examinateur. Sauf si des erreurs de forme dans les demandes ou les descriptions doivent être corrigées, un procès-verbal de l’audition des parties, des témoins ou des experts doit toujours être établi.
2) La décision est prise sur la base d’une demande écrite et motivée. Les modifications adoptées en séance figurent dans le texte de la demande. Si la décision diverge sensiblement des termes de la demande, le texte est de nouveau rédigé en accord avec le membre sur le projet duquel la décision a été fondée.
3) Chaque membre du comité peut changer d’opinion jusqu’à la fin de la réunion. Si, par là même, la décision adoptée n’emporte plus la majorité des voix, il convient de procéder à un nouveau vote.
4) S’il n’y a pas unanimité au sein du comité en ce qui concerne la décision ou les motifs avancés, les positions respectives des membres du comité et les résultats du vote sont inscrits au procès-verbal. Dans le cas contraire, une indication concernant le vote, signée par tous les membres du comité, suffit.
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66. Les comités chargés de traiter les cas soumis à la section d’appel et à la section des nullités sont mis sur pied par les différents présidents pour chaque cas. À cet égard, il est tenu compte du volume de travail et, pour les techniciens, du domaine technique particulier.
Tenue de cérémonie
67. — 1) Lors des audiences, tous les membres des sections d’appel et des nullités portent une tenue de cérémonie. Un arrêté est publié pour réglementer les détails relatifs au type de tenue et aux circonstances dans lesquelles elle est portée.
2) Les mandataires visés à l’article 77 sont autorisés à porter leur tenue de cérémonie lors des auditions auprès des sections d’appel et des nullités et de la Chambre suprême des brevets et des marques.
Organisation des activités
68. L’organisation des activités au sein des différentes sections, de la bibliothèque, du service de comptabilité et des services administratifs est réglementée en détail par un arrêté du président de l’Office des brevets, compte tenu de la nécessité de veiller à la bonne conduite et à la rapidité du travail et des tâches assignées à l’Office des brevets. L’arrêté fixe également les modalités de dépôt des demandes directement auprès de l’Office des brevets et le moment où elles sont réputées être reçues par l’Office des brevets. Le moment de la réception doit être exactement précisé en indiquant le jour, l’heure et la minute.
69. Les décisions prises sous la responsabilité du président en vertu de la présente loi ne peut faire l’objet d’un recours, sauf disposition expresse dans la présente loi. Toutefois, l’article 2.2) de la loi sur la procédure administrative n’est pas visée par la présente disposition.
Recours contre les décisions des sections
70. — 1) Des recours peuvent être formés contre les décisions de la section technique et de la section juridique.
2) Les décisions (provisoires et définitives) rendues par la section d’appel ne peuvent faire l’objet d’un autre recours auprès d’une instance supérieure ou du tribunal administratif.
3) Les décisions définitives rendues par la section des nullités peuvent faire l’objet d’un recours auprès de la Chambre suprême des brevets et des marques agissant en tant qu’instance supérieure.
4) Les actes du rapporteur, préparatoires à une décision d’une section technique ou juridique ou à une décision des sections d’appel ou des nullités, ne peuvent faire l’objet d’un recours.
5) De même, les décisions provisoires de la section des nullités ne peuvent faire l’objet d’un recours distinct, mais une modification des actes préparatoires du rapporteur peut être
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demandée dans les trois sections et une modification des décisions provisoires des sections d’appel ou des nullités peut être demandée dans la section concernée.
71. — 1) Le recours doit contenir une requête officielle et doit être déposé auprès de l’Office des brevets dans un délai de deux mois à compter de la date de la notification de la décision et il doit être motivé au plus tard dans un délai d’un mois après l’expiration de cette période.
2) Si le recours est contradictoire, l’exemplaire destiné à l’Office des brevets doit être accompagné d’une copie du recours et de ses annexes pour chaque partie adverse.
3) Les recours qui ne sont pas reçus dans la période indiquée sont rejetés par la section technique ou la section juridique, selon le cas. Les recours irrecevables ou qui n’ont pas été motivés dans le délai prévu (alinéa 1)) ou ne satisfont pas à d’autres exigences légales, sont rejetés d’office par la section d’appel. Toutefois, un recours ne peut être rejeté pour vice de forme qu’après que le requérant a été invité, en vain, à y remédier.
4) Lors de la procédure devant la section d’appel, l’apport de nouveaux éléments et preuves n’est admis que pour appuyer ou réfuter des éléments et des preuves qui avaient été présentés en temps utile en première instance; cela n’empêche pas la limitation ou la précision de la demande de protection. Les parties doivent avoir la possibilité de donner leur avis sur les nouveaux éléments soumis et le résultat de l’examen d’une nouvelle preuve.
72. — 1) Pour les recours contre les décisions de la section technique, le président nomme un rapporteur parmi les membres qui disposent du droit de vote. Selon l’importance des questions techniques ou juridiques pour la décision, le rapporteur doit être soit un membre permanent du personnel qui est un technicien ou, si le président lui-même n’en est pas un, un juriste. Pour les recours contre la section juridique, le président nomme rapporteur un membre permanent qui est un juriste.
2) Le rapporteur envoie une copie du recours et de ses annexes à la partie adverse en lui demandant de soumettre ses objections dans un délai minimum d’un mois, qui peut être prorogé si les circonstances le justifient. Le rapporteur prend également les dispositions nécessaires pour le prononcé de la décision ou l’audition, notamment en vue de nouvelles demandes écrites qui pourraient être nécessaires ou de l’examen de preuves apportées par les parties.
3) À la fin de la procédure préliminaire, le rapporteur soumet au président le dossier accompagné d’une déclaration écrite sur tous les points de fait et de droit dont dépend essentiellement la décision et de ses conclusions (rapport). Le président peut demander au rapporteur ou à un autre membre votant de compléter le rapport.
73. — 1) Le président peut ordonner une audition dans le cadre de la procédure de recours. Il ordonne l’audition à la demande du requérant ou d’une partie adverse. L’audition est publique. Les dispositions de l’article 119.2) s’appliquent.
2) Le président ouvre les débats et procède à la vérification de l’identité de toutes les personnes en présence : il vérifie leur statut en tant que parties et les pouvoirs. Il dirige
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l’audition, sans permettre de digression ou de détails inutiles, de manière à assurer aux parties le droit d’être entendues.
3) Le président fixe l’ordre dans lequel les parties sont entendues et les preuves soumises, ainsi que celui dans lequel doivent être présentées et examinées les preuves déjà apportées ou les constatations déjà faites. Le président ou les membres du comité qu’il a désignés étudient avec les parties les points de fait et les points de droit de l’affaire.
4) Un greffer établit un procès-verbal de l’audition. Le procès- verbal indique le lieu, la date et l’objet de l’audition, ainsi que les noms des membres du comité, du greffier, des parties, de leurs mandataires, des témoins entendus et des experts, et il contient un résumé du contenu et du déroulement de la procédure. Le procès-verbal est signé par le président et le greffier.
5) La section d’appel se prononce elle-même, selon sa propre appréciation, sur les faits et les preuves qui lui sont soumis. La section d’appel est habilitée à substituer son opinion à celle de la section technique ou de la section juridique, en ce qui concerne tant la décision que les motifs. Elle peut donc changer en conséquence la décision qui fait l’objet du recours.
6) Les délibérations et le vote au sein de la section d’appel se déroulent à huis clos. Les dispositions des articles 65.3) et 4) s’appliquent mutatis mutandis. Les décisions visant à rejeter une affaire peuvent être rendues par écrit, par une circulaire, à moins qu’un membre ne s’y oppose.
7) Le rapporteur élabore la décision en se fondant sur les résolutions adoptées. Si son opinion est minoritaire, il élabore le texte de la décision en collaboration avec le membre dont la proposition fonde la décision. Toutefois, le président peut charger un autre membre du comité de l’élaboration des textes ou d’une partie des textes.
Chambre suprême des brevets et des marques
74. — 1) La Chambre suprême des brevets et des marques est établie à Vienne à titre d’instance de recours contre les décisions définitives de la section des nullités de l’Office des brevets. La chambre est constituée d’un président, d’un vice-président, d’un nombre de juristes au moins égal à huit et du nombre requis de techniciens qui jouent le rôle de conseillers. Pendant la durée de leur mandat, ils portent le titre de “conseiller de la Chambre suprême des brevets et des marques” (Rat des Obersten Patent- und Markensenates).
2) Le président et le vice-président doivent être ou avoir été membres de la Cour suprême, en tant que président ou vice-président ou en tant que président d’une chambre de cette dernière.
3) Les membres qui sont des juristes doivent avoir achevé leurs études universitaires en droit et en sciences politiques et avoir exercé, pendant au moins 10 ans, un poste pour lequel l’achèvement de ces études était exigé. En outre, ils doivent avoir des activités scientifiques ou pratiques dans le domaine de la protection de la propriété industrielle. Au moins trois membres doivent être des juges et trois autres au moins doivent être des juristes de la
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catégorie A au Ministère fédéral du commerce et de l’industrie ou des juristes permanents à l’Office des brevets.
4) Les membres qui sont des techniciens doivent avoir achevé leurs études dans une école supérieure technique ou des études en sciences naturelles; ils doivent justifier de connaissances particulières dans un domaine technique déterminé et doivent être âgés d’au moins 30 ans.
5) Seuls les ressortissants autrichiens de bonne moralité et jouissant pleinement de leurs capacités juridiques peuvent être nommés membres de la Chambre suprême des brevets et des marques.
6) Les membres de la Chambre suprême des brevets et des marques sont nommés par le président de la République fédérale pour une période de cinq ans renouvelable. Leur nomination ne peut en aucun cas empêcher leur départ volontaire à la retraite.
7) Les fonctions d’un membre de la chambre prennent fin le 31 décembre de l’année au cours de laquelle il atteint l’âge de 70 ans. Elles prennent fin également si le membre perd la nationalité autrichienne, si sa capacité juridique est limitée ou s’il est condamné à une peine supérieure à un an d’emprisonnement pour une infraction intentionnelle ou encore, s’il est déclaré coupable pour une infraction commise à des fins d’enrichissement.
8) Les membres de la chambre qui ne sont pas des fonctionnaires doivent, avant de prendre leurs fonctions, prêter le serment suivant devant le président : “Je jure de m’acquitter de mes fonctions consciencieusement et avec impartialité et de garder le secret sur tout ce qui pourrait venir à ma connaissance dans l’exercice de mes fonctions officielles”. Ce serment doit être signé. En cas de reconduction dans les fonctions, une référence au serment déjà prêté suffit.
9) Les membres de la chambre sont indépendants dans l’exercice de leurs fonctions et ne sont liés par aucune directive. Les décisions de la Chambre suprême des brevets et des marques ne peuvent être ni annulées ni modifiées par une procédure administrative.
10) Les greffiers sont nommés par le Ministre fédéral du commerce et de l’industrie parmi les fonctionnaires de la catégorie A de ce ministère ou de l’Office des brevets.
11) Le président de la Chambre suprême des brevets et des marques, en sa qualité de chef de cet organe, perçoit une indemnité de fonction annuelle s’élevant à 250% du traitement mensuel d’un fonctionnaire fédéral en service actif à l’échelon 1 de la classe IX de l’administration générale, et le vice-président perçoit une indemnité s’élevant à 125% de ce traitement.
12) Tous les autres membres de la chambre, ainsi que les greffiers sont rémunérés en fonction de leurs prestations dans les proportions suivantes :
a) les rapporteurs (corapporteurs) perçoivent entre 8 et 40%;
b) les assesseurs perçoivent entre 4 et 15%; et
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c) les greffiers perçoivent entre 3 et 10% du traitement mensuel indiqué à l’alinéa 11), chaque fois qu’il est fait appel à leurs services. Le montant de l’indemnité de fonction est fixé, à la fin de l’année civile, par le Ministre fédéral du commerce et de l’industrie sur proposition du président, pour tous les cas menés à bien au cours de l’année civile en question, le temps et le travail consacrés à chaque cas étant dûment pris en considération.
13) L’Office des marques effectue les tâches de secrétariat pour la Chambre suprême des brevets et des marques.
75. — 1) La Chambre suprême des brevets et des marques délibère et prend ses décisions sous la direction du président ou - en cas d’empêchement de ce dernier - du vice-président, au sein de comités composés de cinq membres : un président, deux juristes et deux techniciens. Le président doit s’assurer que la commission comprend au moins un juriste de la catégorie A et au moins un juge. Le juriste exerce les fonctions de rapporteur et, s’il y a lieu, le président nomme des corapporteurs parmi les autres membres du comité.
2) Lors des audiences, tous les membres de la Chambre suprême des brevets et des marques portent une tenue de cérémonie. Un arrêté réglemente les détails relatifs au type de tenue et aux circonstances dans lesquelles elle est portée.
Motifs d’exclusion
76. — 1) Les membres de l’Office des brevets et de la Chambre suprême des brevets et des marques ne peuvent intervenir
1. dans les cas dans lesquels ils sont eux-mêmes parties ou ils ont un intérêt conjoint ou une responsabilité conjointe avec l’une des parties ou ils peuvent être responsables devant l’une des parties;
2. dans les cas qui concernent leur conjoint, leurs parents ou alliés en ligne directe, leurs parents en ligne collatérale jusqu’au quatrième degré ou leurs alliés par mariage jusqu’au deuxième degré;
3. dans les cas qui concernent leurs parents adoptifs ou nourriciers, leurs enfants adoptifs ou qui sont sous leur garde ou leurs pupilles;
4. dans les cas dans lesquels ils représentent ou ont représenté l’une des parties, ou ils ont ou peuvent jouir d’un avantage ou subir un dommage matériel;
5. dans les recours contre une décision à laquelle ils ont participé;
6. pour tout autre motif important susceptible de faire douter de leur impartialité absolue.
2) Les membres de l’Office des brevets ne peuvent participer aux décisions de la section d’appel relatives à une demande de brevet ou à un brevet s’ils ont participé à la décision de la section technique relative à la publication ou à la délivrance du brevet. Ils ne peuvent non plus participer à un recours contre la décision d’une section technique dont ils sont membres ou à laquelle ils ont été affectés en tant que juriste.
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3) Les membres de l’Office des brevets ne peuvent participer aux travaux de la section des nullités et de la Chambre suprême des brevets et des marques
1. dans les affaires concernant les demandes de déclaration de nullité d’un brevet lorsqu’ils ont participé à la décision relative à la publication ou à la délivrance du brevet;
2. dans les affaires concernant toutes les autres demandes sous la responsabilité de la section des nullités dans les circonstances visées au sous-alinéa 1, lorsque ces affaires sont fondées sur un état de fait qui a déjà fait l’objet d’une décision dans une procédure devant la section technique, la section juridique ou la section d’appel.
4) Si un membre de l’Office des brevets ou de la Chambre suprême des brevets et des marques considère que sa participation à une décision (alinéas 1) à 3)) est exclue, il doit en informer immédiatement le chef de la section ou le président en indiquant ses motifs. Le chef de la section ou le président doit, s’il estime que les motifs de l’exclusion sont valables, prendre les mesures nécessaires pour procéder au remplacement du membre exclu. Si les motifs de l’exclusion sont en rapport avec le chef de la section ou le président, ils doivent être communiqués au président de l’Office des brevets si la procédure se déroule devant l’Office des brevets ou au président de la Chambre suprême des brevets et des marques si l’affaire a été portée devant cette instance. Si l’un des deux présidents préside le comité, les motifs de l’exclusion sont communiqués à son adjoint.
5) Si, au cours d’une procédure devant l’Office des brevets ou la Chambre suprême des brevets et des marques, une partie fait valoir un motif d’exclusion d’un membre, la procédure visée à l’alinéa 4) est appliquée.
Mandataires des parties
77. Seuls les avocats, les conseils en brevets et les notaires, ainsi que les fonctionnaires de la Finanzprokuratur1 sont habilités à représenter à titre professionnel des parties devant l’Office des brevets et la Chambre suprême des brevets et des marques.
Interdiction de la représentation non autorisée
78. — 1) Quiconque, dans le domaine de la protection des inventions,
1. établit des documents écrits ou des dessins destinés à être utilisés dans des procédures devant des administrations nationales ou étrangères,
2. fournit des informations,
3. représente des parties devant des administrations nationales, ou
4. propose d’accomplir l’une des activités mentionnées aux sous-alinéas 1 à 3., sans être autorisé en Autriche à représenter des parties à titre professionnel dans des questions de ce type, commet une représentation non autorisée et est passible d’une amende de 60 000 schillings au maximum prononcée par l’autorité administrative de district.
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2) Les dispositions particulières relatives au traitement devant les tribunaux ordinaires de la représentation et des avis non autorisés demeurent réservées.
Bulletin des brevets
79. — 1) L’Office des brevets publie régulièrement un Bulletin des brevets (Patentblatt) contenant les avis publics indiqués dans la présente loi, ainsi que les arrêtés du président de l’Office des brevets, sauf s’ils concernent exclusivement les différentes sections, la bibliothèque, le service de comptabilité et les services administratifs de l’Office des brevets. Sauf disposition contraire expresse, ces arrêtés entrent en vigueur le jour suivant la parution du numéro du Bulletin des brevets dans lequel ils sont publiés.
2) L’élaboration et la publication de ce bulletin sont réglementées par arrêté du Ministre fédéral des affaires économiques.
Registre des brevets, documents de brevet
80. — 1) L’Office des brevets tient un registre des brevets dans lequel sont inscrits le numéro, le titre, la date de dépôt de la demande et, le cas échéant, la priorité des brevets délivrés, ainsi que le nom et le lieu de résidence des titulaires des brevets et de leurs mandataires. Le registre contient en outre les indications suivantes : début de la protection par brevet, déchéance, révocation, déclaration de nullité, défaut de titre de protection ou expropriation du brevet, désignation de l’inventeur, déclaration d’indépendance d’un brevet d’addition, déclaration de dépendance, cession de brevet, cession de licence, mises en gage et autres droits réels relatifs à un brevet, droits de l’employeur selon l’article 7.2), droits de l’utilisateur antérieur (article 23), rétablissement de droits (article 133), décisions relatives aux déclarations en vertu de l’article 163, litiges et mentions selon l’article 156.2).
2) Les descriptions, dessins, modèles et échantillons relatifs à des brevets en vigueur, ainsi que les demandes et documents sur lesquels sont fondées les inscriptions dans le registre sont conservés par l’Office des brevets.
3) Toute personne peut consulter le registre des brevets.
4) L’Office des brevets publie les descriptions, les revendications, les dessins et les abrégés des brevets délivrés dans la mesure où ils sont ouverts à la consultation par le public dans des copies distinctes (documents de brevet). Les documents de brevet contiennent une indication des références que l’Office des brevets a prises en considération en vue d’évaluer la brevetabilité de l’invention pour laquelle une demande a été déposée.
5) Les organismes de droit public peuvent, sur demande, recevoir à titre gratuit un exemplaire de tous les documents de brevet établis au moment de la réception de la demande respective, lorsque ces documents ont été rendus accessibles au public.
6) Sur demande, l’Office des brevets établit des copies certifiées conformes des inscriptions au registre.
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Consultation des dossiers
81. — 1) Les parties à une procédure peuvent consulter les dossiers y relatifs.
2) Toute personne peut consulter les dossiers relatifs aux demandes de brevets publiées (article 101) et aux brevets délivrés à la suite de ces demandes.
3) Les dossiers relatifs à des demandes non publiées ne peuvent être consultés par des tiers sans le consentement du déposant. Le consentement du déposant n’est pas requis s’agissant d’une personne contre laquelle le déposant a invoqué ses droits en vertu de la demande de brevet. Dès la publication d’une demande distincte, toute personne peut consulter les dossiers relatifs à une demande antérieure sans le consentement du déposant.
4) Les dossiers relatifs à des brevets visés à l’article 110 ne sont ouverts à la consultation par des tiers qu’avec le consentement des titulaires des brevets, et les dossiers relatifs à des rapports d’experts (article 57a) ne sont ouverts à la consultation qu’avec le consentement de la partie demanderesse.
5) Le droit de consulter les dossiers comprend également celui d’en faire des copies. Les copies sont, sur demande, certifiées conformes par l’Office des brevets.
6) Toute personne a le droit de connaître, attestations officielles à l’appui, la date et le titre d’une demande, le nom du déposant et de son mandataire (le cas échéant), le numéro d’ordre, la classe de brevets à laquelle elle appartient, la priorité revendiquée, le numéro d’ordre de la demande de brevet prioritaire, si un brevet indépendant ou un brevet d’addition est visé, s’il y a lieu, la personne désignée comme inventeur, si la demande est encore en instance et si les droits attachés à la demande ont été cédés et le nom du bénéficiaire.
7) Les procès-verbaux des délibérations et les pièces de dossiers de nature purement interne ne sont pas accessibles au public.
Échantillons de micro-organismes déposés
81a. À compter de la date de publication de la demande (article 101.1)), toute personne est habilitée à recevoir un échantillon d’un micro-organisme déposé conformément au sous-alinéa 1 de l’article 87a.2), si elle s’engage, envers le déposant ou le titulaire du brevet, à ne pas rendre le micro-organisme déposé dérivé du premier micro-organisme accessible à des tiers avant
1. la révocation ou le rejet de la demande (articles 100 et 104) ou avant que la demande ne soit réputée abandonnée (article 166.6)); ou
2. l’extinction du brevet (article 46), sa révocation (article 47) ou sa déclaration de nullité (article 48).
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Sanctions administratives et disciplinaires
82. — 1) La personne chargée de diriger une audience, un examen, une inspection ou la réception d’une déposition, doit veiller au maintien de l’ordre et au respect des convenances.
2) Les personnes qui troublent les débats ou portent atteinte aux règles de la bienséance par leur mauvaise conduite font l’objet d’une réprimande; si la réprimande demeure sans effet, elles peuvent, après avertissement, être privées de leur droit à la parole ou être renvoyées et se voir imposer la désignation d’un mandataire ou encore, être condamnées à une amende de 1000 schillings et, en cas d’inexécution, être condamnées à une peine de détention de trois jours au maximum. En présence de circonstances aggravantes, la peine de détention peut être substituée à l’amende ou s’y ajouter.
3) Les mêmes sanctions disciplinaires peuvent être infligées aux personnes s’exprimant de façon offensante dans leur déclaration écrite.
4) Les mesures visées à l’alinéa 2) peuvent être prises par la personne chargée de diriger la procédure. Dans les procédures devant la section d’appel ou la section des nullités de l’Office des brevets ou devant la Chambre suprême des brevets et des marques, les décisions relatives au renvoi d’une personne participant à la procédure ou à l’application d’une sanction administrative sont prises par le comité concerné. Dans les procédures où les décisions sont prises par le comité, le comité décide de la sanction disciplinaire visée à l’alinéa 3) à appliquer.
5) Les sanctions disciplinaires contre les administrations publiques qui, dans le cadre de leurs fonctions, agissent en tant que mandataires et ne sont pas soumises aux règles de discipline, ne peuvent consister en peines de détention. Une sanction disciplinaire ne peut être infligée à des administrations publiques ou à des mandataires autorisés à représenter à titre professionnel des parties et soumis à des règles de discipline, mais ils peuvent être dénoncés à l’autorité disciplinaire en question.
6) L’application d’une sanction disciplinaire n’exclut pas une poursuite pénale pour la même infraction.
83. Les personnes qui se prévalent des services de l’Office des brevets ou de la Chambre suprême des brevets et des marques de façon manifestement abusive ou donnent des indications inexactes en vue d’entraver le cours de la procédure, peuvent être condamnées à une amende de 1000 schillings au maximum et, en cas d’inexécution, à une peine de détention ne dépassant pas trois jours. Dans les procédures où la décision est prise par un comité, le comité décide de la sanction disciplinaire à appliquer.
84. — 1) Les amendes sont payables à la République fédérale. Les dispositions des articles 12, 54 et 67 de la Loi sur les sanctions administratives de 1950 (Federal Law Gazette n° 172), sont applicables aux sanctions mentionnées.
2) Le pouvoir d’infliger des sanctions disciplinaires appartient à l’organe chargé de diriger la procédure perturbée ou devant lequel la mauvaise conduite a eu lieu ou à qui a été remise la déclaration visée à l’article 82.3). Le pouvoir d’infliger des sanctions en vertu de
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l’article 83 pour conduite abusive appartient à l’organe dont les services ont été utilisés de manière abusive ou devant lequel des indications inexactes ont été données en vue d’entraver le cours de la procédure.
3) Il peut être recouru auprès de l’instance supérieure (article 70) contre les décisions des sections technique ou juridique ou de la section des nullités relatives à une sanction disciplinaire. Le recours doit être formé dans un délai de deux semaines et n’a pas d’effet suspensif. Il ne peut être recouru contre une décision de la section d’appel ou de l’instance supérieure.
Notification des documents
85. Sauf disposition contraire à l’article 86, la notification des documents rédigés par l’Office des brevets et la Chambre suprême des brevets et des marques s’effectue conformément à la Loi sur les notifications (Federal Law Gazette n° 200/1982).
86. Lorsqu’une demande est déposée par deux ou plusieurs personnes qui ne sont pas toutes domiciliées en Autriche, la personne domiciliée en Autriche dont la signature apparaît en premier sur la demande est réputée, en cas de doute, être autorisée à recevoir notification des documents au nom de toutes les parties intéressées.
III. PROCEDURE
A. Délivrance des brevets
Dépôt d’une demande de brevet
87. — 1) Une demande de brevet doit être déposée auprès de l’Office des brevets sous la forme écrite prescrite. Le dépôt s’effectue directement ou par courrier. Il est soumis au paiement d’une taxe de dépôt (article 166.1)).
2) La date de réception de la demande par l’Office des brevets est considérée comme la date de dépôt.
Divulgation
87a. — 1) La demande de brevet doit exposer l’invention de manière suffisamment claire et complète pour qu’une personne du métier puisse l’exécuter.
2) Lorsque l’invention se rapporte à un micro-organisme, à un procédé microbiologique ou à un produit obtenu par un tel procédé et si le micro-organisme n’est pas accessible au public et ne peut être décrit dans la demande d’une manière telle qu’une personne du métier puisse exécuter l’invention, l’invention n’est réputée divulguée conformément à l’alinéa 1) que
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1. si une culture du micro-organisme a été déposée auprès d’une institution de dépôt au sens du Traité de Budapest au plus tard à la date du dépôt de la demande;
2. si la demande telle qu’elle a été initialement déposée met les caractéristiques essentielles du micro-organisme à la disposition du déposant; et
3. si l’Office des brevets a reçu notification de l’institution de dépôt et du numéro de dossier du dépôt de la culture avant de prendre une décision relative à la publication (article 101.1)).
Unité de l’invention
88. La demande ne peut concerner qu’une seule invention ou une pluralité d’inventions liées entre elles de manière à former un concept inventif général unique.
Conditions auxquelles doit satisfaire la demande
89. — 1) La demande doit contenir :
1. le nom, le domicile ou le lieu de résidence du déposant ainsi que, le cas échéant, de son mandataire;
2. la demande de délivrance du brevet;
3. une dénomination brève et pertinente de l’invention à breveter (titre);
4. une description de l’invention (mémoire descriptif);
5. une ou plusieurs revendications de brevet (article 91.1));
6. les dessins nécessaires à l’intelligence de l’invention;
7. un abrégé (article 91.2)).
2) Les parties de la demande mentionnées aux points 4 à 7 de l’alinéa 1 doivent être déposées en deux exemplaires. Elles peuvent également être libellées en français ou en anglais.
90. Si la demande est présentée par un mandataire, son pouvoir doit être joint à la demande. Si un avocat, un conseil en brevets ou un notaire agit en tant que mandataire, il doit indiquer expressément sa compétence s’il utilise la possibilité prévue à l’article 21.2).
91. — 1) Les revendications, de manière claire et distincte, indiquer l’objet de la protection. Elles s’appuient sur le mémoire descriptif.
2) L’abrégé doit contenir un bref résumé de l’information divulguée dans la demande. Il sert exclusivement à des fins d’information technique et ne peut être pris en considération à aucune autre fin, notamment en vue d’apprécier l’étendue de la protection demandée.
3) Le mémoire descriptif, les revendications, les dessins et l’abrégé peuvent être modifiés jusqu’à ce que la décision de publication soit prise (article 101.1)). Si les
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modifications concernent l’essence même de l’invention, elles doivent être séparées de la demande et, si le déposant souhaite également les faire protéger, des demandes distinctes y relatives doivent être déposées (article 92a).
91a. — 1) Si des parties de la demande sont rédigées en français ou en anglais (article 89.2)), une traduction en allemand de ces parties doit être fournie dans un délai de trois mois à compter de la date de dépôt de la demande. La procédure d’examen préliminaire doit être fondée sur cette traduction; son exactitude ne doit pas être déterminée au cours de la procédure d’examen préliminaire.
2) Si une traduction n’est pas déposée en temps voulu, la demande est réputée abandonnée.
92. La forme et le contenu de la demande sont réglées en détail par arrêté. Dans cet arrêté, il convient de veiller, dans la mesure du possible, à l’opportunité, à la simplicité et à la facilité de compréhension du mémoire descriptif du brevet et de satisfaire aux exigences relatives à son impression et à sa publication.
Division de la demande
92a. — 1) Le déposant peut volontairement diviser la demande jusqu’à la prise d’une décision relative à la publication (article 101.1)) ou au rejet (article 100.1)7)) de la demande. Si la partie divisée n’est pas déposée au moment de la division dans une demande divisionnaire, un délai est imparti au déposant pour le faire, à condition qu’il en ait fait la demande au moment de la division de la demande.
2) Si la demande n’est pas unitaire (article 88) ou si elle a été modifiée de manière inadmissible (article 91.3)), le déposant est invité, par un acte officiel, à diviser la demande et à déposer une demande divisionnaire relative à la partie à diviser dans le délai qui lui est imparti.
3) À la demande du déposant, l’absence d’unité (article 88) de la demande est constatée dans le cadre d’une décision. Cette décision doit impartir au déposant un délai, qui commence à courir à compter de la date d’entrée en vigueur de la décision, pour diviser la demande et déposer une demande divisionnaire relative à la partie divisée.
4) Si la demande est rejetée en totalité ou en partie parce qu’elle a fait l’objet d’une modification inadmissible (article 91.3)) et, malgré une invitation dans ce sens, elle n’a pas été divisée, ou parce qu’une opposition fondée sur l’article 102.2)4. a abouti, il est imparti au déposant un délai, qui commence à courir à compter de la date d’entrée en vigueur de la décision, pour déposer une demande divisionnaire relative aux modifications inadmissibles.
5) Si la demande divisionnaire est déposée au moment où la demande initiale (alinéa 1) est divisée ou après la division dans le délai imparti pour le dépôt de la demande divisionnaire (alinéas 1 à 4), sa date de dépôt est réputée être le jour où la demande initiale a été déposée auprès de l’Office des brevets ou le jour où l’Office des brevets a reçu notification de la modification dans la procédure relative à la demande initiale.
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Transformation de la demande
92b. Avant qu’une décision relative à la publication (article 101.1)) ou au rejet (article 100.1)) de la demande soit prise, le déposant peut demander la transformation de sa demande en demande de modèle d’utilité, conformément aux dispositions de la Loi sur les modèles d’utilité (Federal Law Gazette n° 211/1994) telle qu’elle a été modifiée. La date de dépôt de cette demande de modèle d’utilité est la date de dépôt de la demande de brevet auprès de l’Office des brevets.
Priorité
93. — 1) Le déposant jouit d’un droit de priorité sur son invention à compter de la date à laquelle une demande de brevet a été dûment déposée (articles 87 à 92).
2) À compter de cette date, il jouit d’un droit de priorité à l’égard de toute autre invention semblable déposée ultérieurement.
3) Si la demande contient des irrégularités, et que ces irrégularités ont été corrigées en temps voulu (article 99), elles n’ont aucun effet sur la date du premier dépôt, à condition que ces modifications n’aient aucune incidence sur la nature de l’invention.
94. — 1) Une priorité distincte pour chacune des parties de l’objet de la demande (priorités partielles) ne peut être revendiquée que sur la base des accords internationaux. Ces priorités partielles sont également admises lorsque la date de réception de la demande par l’Office des brevets est déterminante quant à la priorité d’une caractéristique de la demande. Plusieurs priorités peuvent être revendiquées pour une revendication de brevet.
2) La taxe de dépôt doit être payée autant de fois qu’il y a de priorités revendiquées dans la demande. Si le montant total de la taxe n’est pas acquitté dans le délai imparti (article 169), la priorité de la demande est déterminée en fonction de la date à laquelle le montant total de la taxe est parvenu à l’Office des brevets (article 93) et, si le montant partiellement acquitté dépasse le montant d’une taxe de dépôt unique, il est remboursé.
95. — 1) Les droits de priorité accordés selon l’article 4 de la Convention de Paris pour la protection de la propriété industrielle (Federal Law Gazette n° 399/1973), telle qu’elle a été modifiée, doivent être expressément revendiqués. La date de la demande dont la priorité est revendiquée et le pays où elle a été déposée doivent être indiqués (déclaration de priorité), ainsi que le numéro d’ordre de la demande.
2) La déclaration de priorité est déposée auprès de l’Office des brevets dans un délai de deux mois à compter de la réception par l’Office des brevets de la demande de brevet. Au cours de cette période, une modification de la déclaration de priorité peut être demandée. Cette demande est soumise au paiement d’une taxe équivalant à la moitié de la taxe de dépôt (article 166.1)). Lorsqu’il s’agit de priorités partielles (article 94), la taxe équivaut à la moitié de la taxe de dépôt multipliée par le nombre de priorités à modifier.
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3) Si la délivrance du brevet ou le maintien en vigueur du droit protégé dépend de la validité de la revendication de priorité, le droit de priorité doit être prouvé. Les preuves à fournir (preuve de priorité) et le moment de leur dépôt sont fixées par arrêté.
4) Lorsque la déclaration de priorité n’est pas effectuée en temps utile, que la preuve de la priorité n’est pas apportée en temps utile ou que le numéro d’ordre de la demande dont la priorité est revendiquée n’est pas communiqué, sur demande officielle, pendant la période indiquée, la priorité est déterminée en fonction de la date de dépôt de la demande en Autriche.
Examen préliminaire
99. — 1) Un examen préliminaire de la demande est effectué par un membre de la section technique. Cet examen ne porte pas sur le rendement financier de l’invention.
2) Si la demande ne remplit pas les conditions prescrites, le déposant est invité à corriger les irrégularités dans le délai imparti.
3) S’il ressort de l’examen préliminaire, si nécessaire après consultation d’experts, que l’invention n’est manifestement pas brevetable en vertu des articles 1 à 3, le déposant en est dûment informé, au besoin après avoir été entendu par l’examinateur. Il est informé des motifs et est invité à plaider sa cause dans le délai imparti.
4) Le délai imparti (alinéas 2) et 3)) peut être prorogé sur demande. Le rejet d’une demande de prorogation d’un délai ne peut faire l’objet d’un recours, mais un mémoire en réponse à une décision préliminaire peut être déposé dans un délai de deux semaines après la communication de la décision de rejet de la demande.
5) Si, dans le délai imparti, ni un mémoire en réponse à la décision préliminaire (alinéas 2 et 3), ni une demande de prorogation du délai, ne sont déposés, la demande est réputée retirée. Cette conséquence juridique ne prend pas effet si, dans un délai de quatre mois après l’expiration du délai (alinéas 2 et 3), le mémoire en réponse à la décision préliminaire est déposé, si une taxe correspondant à la taxe de dépôt est acquittée (article 166.1)) et si le paiement de cette taxe est dûment prouvé (article 169). Si le paiement en temps utile n’est pas dûment prouvé, un délai d’un mois, qui ne peut être prorogé, est imparti au déposant.
6) Le président de l’Office des brevets peut établir les principes directeurs régissant l’examen préliminaire et la procédure à suivre par les membres de la section technique pour cet examen. Il peut en particulier déterminer la durée des délais à fixer par l’Office. À cet égard, il doit tenir compte de la nécessité de procéder à un examen préliminaire aussi rationnel et précis que possible et à un traitement uniforme des demandes.
Rejet d’une demande
100. — 1) Lorsque la demande initiale ou modifiée ne satisfait pas aux conditions prescrites ou lorsque l’invention n’est manifestement pas brevetable au sens des articles 1 à 3
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(article 99), la demande est rejetée. Si les conditions visées ne sont satisfaites qu’en partie, seule la partie correspondante de la demande est rejetée.
2) Lorsque la demande doit être rejetée pour un motif qui n’a pas été communiqué au déposant au cours de l’examen préliminaire, il bénéficie d’un délai pour plaider sa cause.
Publication et ouverture de la demande à la consultation par le public
101. — 1) Lorsque l’Office des brevets estime que la demande a été régulièrement déposée et que la délivrance d’un brevet n’est pas exclue, il ordonne la publication de la demande (avis au public). La publication de la demande se fait sous la forme d’un avis dans le Bulletin des brevets indiquant le nom et le domicile du déposant, ainsi qu’une désignation brève et précise de l’objet de l’invention (titre) et la date de dépôt de la demande.
2) Le brevet commence à produire provisoirement ses effets juridiques (article 22) en faveur du déposant à compter du jour de la parution du Bulletin des brevets, ce qui doit être indiqué dans le bulletin.
3) La demande, ainsi que toutes ses annexes, doit être ouverte à la consultation par le public à l’Office des brevets pendant une période de quatre mois à compter du jour de sa publication, tous les jours d’ouverture de l’Office des brevets pour le dépôt des demandes de brevet. S’il y a lieu, l’Office des brevets peut ordonner l’ouverture de la demande à la consultation par le public à d’autres endroits. Un arrêté règle les modalités de cette consultation et, à cet égard, toutes les mesures nécessaires doivent être prises pour assurer une consultation appropriée et ordonnée, tout en veillant à la protection des droits du déposant. Le président, en prenant dûment en considération les intérêts du service et du public, établit un règlement concernant l’endroit où se déroule la consultation. Il peut interdire l’accès de cet endroit, pendant une période de six mois au maximum, aux personnes qui contreviennent au règlement malgré les avertissements écrits qui leur ont été adressés.
4) À la demande du déposant, la publication et l’ouverture de la demande à la consultation par le public peuvent être suspendues pendant une période de trois mois à compter de la date de la décision relative à la publication. La publication et l’ouverture de la demande à la consultation par le public peuvent également être suspendues à la demande du déposant pendant une période d’une année à compter de la date susmentionnée.
Opposition
102. — 1) Une opposition à la délivrance d’un brevet peut être formée dans un délai de quatre mois à compter de la date de la publication. Cette opposition doit parvenir à l’Office des brevets au plus tard le dernier jour de ce délai.
2) L’opposition doit être formée par écrit et déposée en deux exemplaires. Elle ne peut être fondée que sur les motifs suivants, s’appuyant sur des faits précis, à savoir :
1. l’objet de la demande publiée n’est pas brevetable aux termes des articles 1 à 3;
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2. la demande publiée n’expose pas l’invention de manière suffisamment claire et complète pour qu’une personne du métier puisse l’exécuter;
3. l’objet de la demande publiée s’étend au-delà du contenu de la demande telle qu’elle a été initialement déposée à la date de dépôt indiquée;
4. le micro-organisme déposé conformément à l’article 87a.2)1. n’a pas été constamment accessible auprès d’une institution de dépôt au sens du Traité de Budapest ou auprès d’une autre institution de dépôt à laquelle il a été transféré en vertu de ce traité, sauf si le déposant prouve
a) qu’il a procédé à un nouveau dépôt du micro-organisme et que ce dépôt est réputé, en vertu de l’article 4 dudit traité, avoir été effectué le jour du dépôt initial, ou
b) qu’il a été empêché de procéder à ce nouveau dépôt par un événement imprévu ou inévitable et qu’il l’a effectué dans un délai de deux mois après que l’obstacle a cessé d’exister;
5. le déposant n’a pas droit à la délivrance d’un brevet (articles 4.1), 6 et 7);
6. l’essentiel du contenu de la demande contre laquelle l’opposition a été formée a été obtenu de façon illicite à partir des descriptions, dessins, modèles, modes de réalisation ou installations d’un tiers ou d’un procédé utilisé par ce tiers.
3) Dans le cas visé à l’alinéa 2)5, seule une personne qui a droit à la délivrance du brevet peut s’opposer à la délivrance du brevet et, dans le cas visé à l’alinéa 2)6, seule une personne lésée peut s’y opposer.
4) Un exemplaire de l’opposition est remis au déposant qui peut déposer sa réplique par écrit dans un délai d’un mois; ce délai peut être prorogé pour des motifs dignes de considération.
5) Dans le délai prescrit pour former une opposition (alinéa 1), une déclaration de dépendance (article 4.3)) peut être demandée par le titulaire du brevet de priorité antérieure ou du modèle d’utilité de priorité antérieure au sens de la Loi sur les modèles d’utilité (Federal Law Gazette n° 211/1994) telle qu’elle a été modifiée. Les dispositions relatives à l’opposition sont applicables à ce type de demandes.
Procédure d’opposition
103. — 1) Dès que la réplique a été déposée ou que le délai imparti à cet effet a expiré, le rapporteur chargé de l’affaire prend les dispositions nécessaires en ce qui concerne toute correspondance ultérieure éventuelle, l’audition des parties, la fourniture de preuves par les parties et, en général, toute autre mesure nécessaire à l’établissement des faits.
2) En ce qui concerne l’indemnisation des témoins et les honoraires des experts, les dispositions de la Loi sur le barème des taxes de 1975 (Federal Law Gazette n° 136) telle qu’elle a été modifiée, sont applicables. Toutefois, les témoins n’ont droit au remboursement de leurs dépenses que s’ils sont domiciliés en Autriche.
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Appréciation des preuves et décision
104. Après la procédure préliminaire, l’Office des brevets (section technique) apprécie librement les preuves fournies à huis clos et rend sa décision relative à la délivrance du brevet.
Frais
105. Le remboursement des frais de procédure et de représentation est déterminé conformément à l’application mutatis mutandis, des dispositions des articles 40, 41.1) et 3) et 42 à 45 du Code de procédure civile.
Demande de brevet par l’auteur de l’opposition
106. Lorsque, dans le cas visé à l’article 102.2)5 et 6, l’opposition aboutit au retrait ou au rejet de la demande, l’auteur de l’opposition peut, en déposant une demande dans un délai d’un mois après que la décision de l’Office des brevets est devenue définitive, demander que la date de retrait ou de rejet de la demande soit considérée comme la date de dépôt de sa demande.
Délivrance de brevet sans procédure d’opposition
107. Lorsque aucune opposition (article 102) n’a été déposée en temps voulu contre une demande publiée (article 101) et que la première taxe annuelle (article 166.6)) a été payée en temps voulu, le brevet est réputé avoir été délivré à l’expiration du délai prescrit pour le dépôt d’une opposition (article 102.1)).
Recours
108. — 1) Le déposant peut interjeter appel contre une décision de rejet de la demande en totalité ou en partie (articles 100 et 104); l’auteur de l’opposition peut faire appel contre une décision de délivrance du brevet dans son intégralité et, tant le déposant que l’auteur de l’opposition peuvent faire appel contre une décision de reconnaissance de droits de brevet limités.
2) Dans tous les autres cas, les dispositions des articles 103.2) et 104 à 106 s’appliquent mutatis mutandis.
Certificat de brevet, publication
109. Lorsque le brevet a été définitivement délivré, l’Office des brevets ordonne l’inscription de l’invention protégée au registre des brevets, la publication de la délivrance du brevet dans le Bulletin des brevets, la délivrance d’un certificat de brevet (Patenturkunde) au titulaire du brevet, ainsi que l’impression et la publication du document de brevet.
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Brevets de l’administration fédérale
110. — 1) Si la demande a été déposée par l’administration fédérale dans l’intérêt de l’équipement des forces armées ou pour un autre motif dans l’intérêt fédéral, ou s’il s’agit d’une demande à l’égard de laquelle l’administration a fait valoir son droit d’expropriation (article 29), le brevet est délivré sur décision, sans publication. Dans ce cas, il n’est procédé ni à l’ouverture de la demande à la consultation par le public (article 101.3)), ni à l’impression du document de brevet, ni à l’inscription de l’objet de l’invention au registre public des brevets. Toutefois, la publication et l’inscription complète peuvent être demandées ultérieurement par l’administration fédérale.
2) La durée des brevets qui n’ont pas fait l’objet d’une publication est de dix-huit ans à compter de la date de la délivrance définitive, et au maximum de vingt ans à compter de la date de dépôt de la demande.
3) La première annuité doit être acquittée avant que la décision concernant la délivrance du brevet soit rendue et dans un délai de deux mois à compter de la réception de l’invitation officielle de payer. Si aucun paiement n’est effectué, la demande est considérée comme retirée.
4) La deuxième annuité et les annuités ultérieures doivent être acquittées chaque année à l’avance le jour anniversaire de celui où la décision définitive a été rendue. Le paiement de ces annuités est réglementé par les règles qui sont généralement applicables pour le paiement des annuités.
Refus du brevet
111. — 1) Le retrait d’une demande après sa publication (article 101) ou le refus du brevet font également l’objet d’une publication.
2) Dès la publication du retrait ou du refus d’un brevet, les effets de la protection provisoire (article 101.2)) sont réputés non avenus.
B. Rapports d’experts
Conditions relatives à la requête et à son traitement
111a. — 1) Une requête en établissement d’un rapport de recherche conformément à l’article 57a.1) ne peut avoir pour objet qu’un seul problème technique. Il peut également être demandé que la recherche porte sur une date antérieure. Une description exacte et claire et, le cas échéant, un résumé du problème technique concret, ainsi que des dessins doivent être joints à la requête.
2) La requête en établissement d’un rapport d’expert conformément à l’article 57a.2) doit être accompagnée d’une description de l’invention, des revendications et, le cas échéant, de dessins. Les dispositions de l’article 91.1) s’appliquent mutatis mutandis. Lorsque le requérant n’indique pas l’état de la technique sur laquelle doit être fondé le rapport d’expert,
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ce dernier est fondé sur l’état de la technique connu à l’Office des brevets le jour de la réception de la requête. Il peut également être demandé dans la requête que le rapport d’expert porte sur une date antérieure.
3) Les requêtes en établissement d’un rapport d’expert conformément à l’article 57a accompagnées de leurs annexes (alinéas 1 et 2) doivent être introduites par écrit auprès de l’Office des brevets en deux exemplaires. La description, les revendications et l’abrégé peuvent également être rédigés en français ou en anglais, auquel cas l’Office des brevets est habilité à demander une traduction en allemand.
4) Le traitement des requêtes est confié au membre technicien (article 61) compétent en fonction de la répartition des tâches. Un exemplaire des annexes déposées par le requérant (alinéas 1) et 2)) doit être joint au dossier traité.
5) Si la requête ou une annexe comporte une irrégularité, le requérant est invité à corriger l’irrégularité dans un délai déterminé. Si l’irrégularité n’est pas corrigée, la requête est rejetée par décision. La décision de rejet peut faire l’objet d’un recours.
C. Contestation de la validité des brevets
Introduction de la requête
112. — 1) La procédure de révocation, de déclaration de nullité ou de déchéance du titre relative à un brevet n’est engagée que sur demande. Toutefois, l’Office des brevets peut poursuivre d’office toute procédure de révocation ou déclaration de nullité d’un brevet si la requête a été retirée.
2) Un requérant qui n’est pas domicilié en Autriche doit fournir une caution pour les frais de procédure si le défendeur en fait la demande. Cette demande doit être présentée dans un délai de 14 jours à compter de l’introduction de la requête, faute de quoi la caution ne peut plus être demandée.
3) L’Office des brevets fixe librement le montant de la caution et impartit un délai de paiement. Si la caution n’est pas payée en temps voulu, la requête est considérée comme retirée.
Rejet immédiat
113. — 1) Les requêtes en révocation, en déclaration de nullité ou en déchéance de titre qui sont manifestement dépourvues de tout fondement juridique, ainsi que les demandes qui n’ont aucun objet précis ou que le requérant n’est pas admis à déposer (articles 49 et 50) sont rejetées immédiatement par la section des nullités qui indique les motifs de ce rejet.
2) De même, les requêtes sont immédiatement rejetées avec un exposé des motifs si la section des nullités n’est pas compétente pour rendre une décision ou si l’affaire a été jugée ou est en instance.
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3) Ces décisions sont réputées définitives.
Forme et contenu de la requête
114 — 1) La requête contient une brève présentation du litige, ainsi que l’indication de son objet et des preuves fournies.
2) Si une requête est introduite contre un seul titulaire de brevet, elle doit être déposée avec ses annexes, en deux exemplaires, auprès de l’Office des brevets.
3) Si une requête est introduite contre plusieurs titulaires de brevets, outre l’exemplaire destiné à l’Office des brevets, un exemplaire de la requête et de ses annexes doit être remis à chacune des parties concernées.
Intervention de tiers
114a. — 1) Toute personne ayant un intérêt légitime à ce que la procédure engagée entre d’autres parties devant la section des nullités ou la Chambre suprême des brevets et des marques, soit tranchée en faveur de l’une des parties peut intervenir au nom de cette partie (intervention d’un tiers). Le tiers qui intervient doit jouir du statut de colitigant (article 14 du Code de procédure civile), même si les conditions énoncées à l’article 20 du Code de procédure civile ne sont pas réunies.
2) À tous les autres égards, les dispositions des articles 18 à 20 du Code de procédure civile s’appliquent mutatis mutandis.
Procédure relative à la requête en contestation d’un brevet
115. — 1) Le président nomme rapporteurs un membre permanent technicien et un membre permanent juriste.
2) Si la requête est considérée comme fondée, le rapporteur juriste envoie un exemplaire, avec des exemplaires des annexes au défendeur, en l’invitant à présenter sa réplique par écrit et en deux exemplaires dans un délai d’un mois au minimum, qui peut être prorogé pour des motifs dignes de considération.
Procédure préliminaire
116. — 1) Après le dépôt de la réplique ou à l’expiration du délai prescrit pour la déposer, le rapporter juriste engage, s’il y a lieu, une procédure préliminaire (alinéas 2) et 3)) en vue de l’audience. Les rapporteurs doivent s’entendre dans la procédure préliminaire. En cas de divergence d’opinion, le président tranche.
2) Au cours de la procédure préliminaire, toutes les pièces nécessaires au bon déroulement des débats doivent être rassemblées, de sorte que la procédure puisse se dérouler, si possible, sans interruption. En particulier, il convient d’établir les faits non contestés qui ne
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ressortent pas des dossiers soumis en procédant à l’audition des parties ou en leur demandant des renseignements complémentaires sur leurs déclarations.
3) La procédure préliminaire comprend également une procédure d’obtention de preuves, telle qu’une enquête personnelle, l’audition de témoins non locaux et des enquêtes de longue durée menées par des experts si l’obtention de preuves au cours de l’audience principale complique considérablement les débats ou engendre des frais trop élevés ou encore lorsque la mise en sécurité immédiate de ces preuves s’avère cruciale.
4) Toutes les parties sont invitées à toutes les administrations de preuves au cours de la procédure préliminaire. Leur absence ne constitue pas un obstacle à cette administration de preuves.
5) Les dispositions de l’article 120 sont applicables à la procédure d’obtention de preuves au cours de la procédure préliminaire. L’audition des parties pour l’obtention de preuves n’est pas admise.
6) Au cours de la procédure préliminaire, le rapporteur juriste a tous les pouvoirs et toutes les responsabilités dévolus au président conformément aux articles 180 à 185 du Code de procédure civile.
7) Le président peut ordonner une prolongation de la procédure civile eu égard à certains éléments de fait expressément indiqués.
8) Après réception de réplique ou à l’expiration du délai prescrit pour la déposer ou, s’il y a lieu, après la tenue de la procédure préliminaire, le rapporteur soumet les dossiers au président avec un exposé des faits et de tous les points de fait et de droit pertinents pour la décision, ainsi que ses conclusions (rapport). Le rapporteur juriste établit un rapport sur les questions juridiques et le rapporteur technicien sur les questions techniques. Le président peut demander à un rapporteur ou à un autre membre votant de compléter le rapport.
Clôture de la procédure sans audience
117. Si le brevet s’éteint au cours de la procédure engagée devant la section des nullités, il est mis fin à la procédure par une décision, à moins que le demandeur n’insiste pour que la procédure soit complétée et soit capable de prouver un intérêt légitime à cet égard. Dans les cas visés à l’article 46.1)2, et 3, le demandeur a droit, en principe, au remboursement des frais, alors que le défendeur n’y a droit que s’il n’a pas donné motif à l’action par son comportement et si le brevet s’est éteint au cours du délai prescrit pour le dépôt de la réplique. La décision concernant la clôture de la procédure règle également la question du remboursement des frais (article 122.1)). Cette décision est considérée comme définitive.
Avis au public de l’audience
118. — 1) Le président informe le public de l’audience. La réplique est remise au demandeur au plus tard à la publication de l’avis au public.
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2) L’audience peut, pour des motifs importants, être ajournée par le président d’office ou sur demande.
3) Les parties ou leurs mandataires, ainsi que les témoins et experts à interroger sont invités à assister à l’audience.
4) L’absence des parties ou de leurs mandataires n’empêche pas de tenir l’audience ou de rendre la décision.
5) Le comité se prononce sur toutes les demandes d’ajournement au cours de l’audience.
Audience
119. — 1) L’audience est dirigée et menée à terme conformément aux dispositions mutatis mutandis des articles 171 à 203 du Code de procédure civile; la dernière phrase de l’article 73.3) est applicable.
2) Outre les cas visés à l’article 172 du Code de procédure civile, le public peut être exclu sur demande d’une partie de l’audience ou de sa totalité, si sa présence est de nature à compromettre un intérêt important de la République fédérale ou un secret d’affaires de l’une des parties ou d’un témoin.
3) Les membres de l’Office des brevets et de la Chambre suprême des brevets et des marques et les fonctionnaires de la catégorie A du Ministère fédéral du commerce et de l’industrie assistent à l’audience même si le public en est exclu.
Preuves et obtention des preuves
120. — 1) Sauf disposition contraire dans la présente Loi, les dispositions des articles 266 à 383 du Code de procédure civile sont applicables mutatis mutandis pour l’obtention de preuves.
2) Les dépositions des témoins devant l’Office des brevets et les déclarations sous serment des parties devant l’Office des brevets sont assimilées à des dépositions faites devant les tribunaux.
3) Les principes susmentionnés en ce qui concerne l’obtention de preuves sont applicables tant à la procédure préliminaire qu’à l’audience.
4) Les dispositions de la Loi sur le barème des taxes de 1975 (Federal Law Gazette n° 136) telle qu’elle a été modifiée, sont applicables. Toutefois, les témoins n’ont droit au remboursement de leurs frais que s’ils sont domiciliés en Autriche.
5) Les sanctions disciplinaires infligées en vertu des articles 313, 326, 333 et 354 du Code de procédure civile ne peuvent excéder 1000 schillings ou une détention de trois jours pour défaut de paiement. Si l’obtention des preuves est effectuée au cours de l’audience, les sanctions disciplinaires sont prononcées par le comité; au cours de la procédure préliminaire,
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elles sont infligées par le rapporteur (article 116.1)) et les dispositions de l’article 84.1) et 3) sont applicables.
Délibération et vote
121. La section des nullités délibère et vote à huis clos. Les décisions relatives à la clôture des débats peuvent se rendre par écrit, par une circulaire, à moins qu’un membre ne s’y oppose.
Frais
122. — 1) Le remboursement des frais de procédure et de représentation est décidé, sous réserve de l’alinéa 2) ci-après et de l’article 117, par application, mutatis mutandis, des dispositions des articles 40, 41.1) et 3) et 42 à 55 du Code de procédure civile.
2) Si une requête est retirée, le demandeur doit dédommager le défendeur de ses frais.
Contenu de la décision
123. Le document dans lequel la décision est consignée contient :
1. le nom de la section et les noms des membres ayant pris part à la décision;
2. le nom des parties, de leurs mandataires et agents et l’indication de leur position;
3. la décision;
4. l’énoncé des faits sur lesquels est fondée la décision, consistant en un bref exposé des faits découlant de l’audience, les points essentiels des demandes formulées par les parties étant mis en relief;
5. les motifs de la décision;
6. des renseignements sur les voies de recours.
Proclamation de la décision
124. — 1) La décision, avec un exposé des principaux motifs est, si possible, proclamée oralement immédiatement à la fin de l’audience.
2) Dans tous les cas, la décision et l’exposé complet des motifs sont communiqués aux parties le plus rapidement possible.
Procès-verbal
125. — 1) Toute administration de preuves au cours de la procédure préliminaire et de l’audience fait l’objet d’un procès-verbal établi par un greffier. Le procès-verbal est signé par le greffier et le président ou, dans la procédure préliminaire, par le rapporteur chargé de l’obtention des preuves.
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2) Dans tous les autres cas, les dispositions de l’article 73.4) s’appliquent au procès-verbal.
3) Les séances à huis clos (article 121) font l’objet d’un procès-verbal distinct dans lequel est indiqué le résultat des délibérations et des votes. Ce procès-verbal doit être signé par le président et le greffier.
Assistance juridique des tribunaux
126. Les tribunaux sont tenus de fournir une assistance juridique à l’Office des brevets et à la Chambre suprême des brevets et des marques.
Reprise de la procédure
127. — 1) Lorsque à la suite d’une décision, la révocation, l’annulation ou la déchéance totale ou partielle d’un brevet a été décidée ou lorsqu’une requête introduite à cet effet a été rejetée, la procédure close peut être reprise à la demande d’une partie dans les cas suivants :
1. si un document sur lequel est fondée la décision a été contrefait ou falsifié;
2. si la décision est fondée sur une fausse déposition d’un témoin ou d’un expert ou sur un parjure du défendeur à l’audience;
3. si la décision a été obtenue par un acte frauduleux susceptible d’une sanction pénale, commis par le mandataire d’une partie ou le défendeur ou son mandataire;
4. si un membre qui a participé à la prise de la décision ou d’une décision antérieure sur laquelle est fondée cette dernière a, au détriment d’une partie, commis une violation de ses fonctions officielles sanctionnée par le Code pénal;
5. si la décision est fondée sur un fait établi au cours d’une procédure pénale qui a ultérieurement été annulé par un jugement qui est devenu définitif.
2) La requête en reprise de la procédure ne peut, toutefois, être introduite que par les parties au litige dans un délai d’un an après que la décision mise en cause fut devenue définitive et sans préjudice des droits acquis par des tiers dans l’intervalle.
3) En particulier, les personnes qui ont, depuis la première décision, commencé à exploiter l’invention ou qui ont pris les mesures nécessaires pour l’exploiter acquièrent les droits d’un exploitant antérieur (article 23).
4) La reprise de la procédure est décidée par l’administration des brevets (section des nullités de l’Office des brevets ou Chambre suprême des brevets et des marques) qui a rendu la décision contestée. Si la requête en reprise de la procédure est admise par la Chambre suprême des brevets et des marques, elle décide si la procédure doit être reprise devant elle ou devant la section des nullités.
5) La requête en reprise de la procédure n’a aucun effet suspensif sur l’exécution de la décision.
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128. Si l’Office des brevets a inscrit par erreur un brevet comme invalidé au registre des brevets, il doit, dès que l’erreur a été constatée, ordonner la radiation de l’inscription et la publication de cette radiation. Les droits acquis de bonne foi dans l’intervalle par des tiers sont sauvegardés de la même manière qu’en cas de reprise de la procédure.
Restitutio in integrum
129. — 1) Toute personne qui a été empêchée, par un événement imprévisible ou inévitable, d’observer un délai et qui subit de ce fait un préjudice aux termes d’une disposition relative à la protection des inventions, peut demander à être rétabli dans ses droits. Une faute découlant d’une négligence mineure ne fait pas obstacle au rétablissement des droits.
2) Le rétablissement des droits n’est pas accordé
1. si le délai imparti pour l’introduction de la requête en rétablissement des droits (article 131.1)) et le délai imparti pour un recours contre une décision relative à cette requête n’ont pas été respectés;
2. si le délai imparti pour le dépôt du mémoire en réponse à la décision préliminaire (article 99.5)), de l’opposition à la délivrance d’un brevet (article 102.1)) et du recours formé par l’auteur de l’opposition (article 71.1)) n’est pas respecté;
3. si le délai imparti pour faire valoir un droit devant les tribunaux ordinaires n’est pas respecté.
3) Eu égard au délai imparti pour le dépôt d’une déclaration de priorité, d’une modification de cette déclaration ou de preuves de la priorité (articles 95.2) et 3)), le rétablissement des droits n’est accordé que si la requête, nonobstant les délais prescrits pour son dépôt à l’article 131, parvient à l’Office des brevets au plus tard la veille de la publication (article 101). Si le rétablissement des droits est accordé, la décision de publier un brevet (article 101) ou de le rejeter (article 100) est invalidée.
130. — 1) La décision relative à la requête est prise par la section devant laquelle devait être engagée l’action omise. Si une action devant une section technique est omise, la requête est soumise à la décision du juriste affecté à cette section.
2) Pour les affaires qui sont du ressort de la section des nullités de l’Office des brevets, les décisions sont prises par le président de la section. Les recours contre ces décisions sont portés devant la Chambre suprême des brevets et des marques conformément aux dispositions pertinentes. Pour toutes les autres affaires qui sont du ressort de l’Office des brevets, les autres dispositions en vigueur sont applicables en ce qui concerne la manière dont les décisions sont prises et les recours formés.
131. — 1) La requête en rétablissement des droits doit être introduite dans un délai de deux mois à compter de la date de la cessation de l’empêchement et, dans tous les cas, au plus tard 12 mois à compter de l’expiration du délai concerné.
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2) Le requérant doit indiquer les faits sur lesquels sa requête est fondée et, à moins qu’ils ne soient notoires pour l’autorité compétente, il doit en apporter la preuve. L’action omise doit être accomplie au moment de la présentation de la requête.
3) Un exemplaire de la requête en rétablissement des droits et de ses annexes doit être fourni à chaque partie adverse.
132. — 1) Les taxes de procédure suivantes sont payables au moment de l’introduction de la requête :
a) si le paiement d’une taxe ou une action pour laquelle une taxe distincte doit être payée en sus du droit de timbre a été omis, la taxe qui n’a pas été payée ou qui devait être payée au moment où l’action aurait dû être accomplie, outre la surtaxe éventuelle;
b) dans tous les autres cas, la taxe payable au moment du dépôt de la demande.
2) La moitié de la taxe de procédure est remboursée si la requête est retirée avant la prise d’une décision.
3) La taxe de procédure (alinéa 1)) et la taxe dont le paiement a été omis (deuxième phrase de l’article 131.2)) doivent être payées au taux applicable au moment de l’introduction de la requête en rétablissement des droits.
4) Dans la mesure où la taxe dont le paiement a été omis ou la taxe payable pour l’action omise (alinéa 1)a)), peut faire l’objet d’un sursis ou peut être annulée, il peut en être de même pour la taxe de procédure concernant la requête en rétablissement des droits.
133. — 1) Si la requête ou l’action tardive est entachée d’irrégularité, le requérant est invité à prendre des mesures correctives dans un délai prescrit avant que la décision soit rendue.
2) S’il s’agit d’un droit protégé inscrit dans un registre public, la requête et la décision rendue sont inscrites au registre.
3) L’acceptation du rétablissement des droits est publiée dans le Bulletin des brevets dans la mesure où elle a trait à un droit protégé dont la déchéance fait l’objet d’une publication officielle.
134. — 1) Avant la prise d’une décision, la partie adverse est invitée à plaider sa cause dans un délai prescrit (article 131.3)).
2) Le requérant est invité à payer les frais de procédure et de représentation engagés par la partie adverse au cours de la procédure, que la requête soit reconnue fondée ou non.
135. Avec le rétablissement des droits, les conséquences juridiques découlant de l’inobservation du délai cessent de produire leurs effets. L’autorité compétente prend les mesures nécessaires pour donner effet à la décision.
136. — 1) Le rétablissement d’un droit refusé, déchu, éteint ou est devenu caduc est inopposable à toute personne qui, en Autriche, a commencé à utiliser l’objet du droit ou a pris
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des mesures en vue de l’utiliser (utilisateur provisoire) après l’extinction du droit et avant le jour de la publication officielle du rétablissement des droits (article 133.3)), ou, dans le cas visé à l’article 133.2), au plus tard le jour de l’inscription de la requête dans le registre et, dans tous les autres cas, au plus tard le jour où la requête a été remise à l’autorité compétente. Cette personne est autorisée à exploiter l’objet du droit pour les besoins de son entreprise dans ses propres ateliers ou dans ceux d’un tiers. Ce droit ne peut être transmis par héritage ou cédé d’une autre manière qu’avec l’entreprise en question. En outre, les dispositions régissant l’utilisation antérieure sont applicables.
2) Si le droit rétabli faisait l’objet d’un contrat de licence conclu au cours de la période de validité antérieure, le preneur de licence dont le droit a été limité par un utilisateur provisoire (alinéa 1)) peut demander une réduction proportionnelle des redevances dues ou, si compte tenu de la limitation susmentionnée, il n’est plus intéressé par le maintien du contrat, il peut le résilier.
Exécution
137. — 1) Les décisions définitives de l’Office des brevets et de la Chambre suprême des brevets et des marques sont exécutoires conformément à l’article premier de l’Ordonnance sur l’exécution des jugements.
2) L’Office des brevets procède d’office aux inscriptions et radiations nécessaires dans ses registres pour donner effet à l’exécution de ses propres décisions définitives et de celles de la Chambre suprême des brevets et des marques. En ce qui concerne les décisions collectives de l’Office des brevets, le président prend les dispositions nécessaires; en ce qui concerne les décisions de la Chambre suprême des brevets et des marques, les dispositions nécessaires sont prises par le président de la section des nullités. Cette disposition est également applicable pour le remboursement des taxes conformément à l’article 168.5).
Recours
138. — 1) Toute partie qui s’estime lésée par une décision définitive de la section des nullités de l’Office des brevets peut former un recours devant la Chambre suprême des brevets et des marques. Ce recours a un effet suspensif.
2) Il n’existe pas de moyen de recours distinct contre les décisions de la section des nullités au cours de la procédure préliminaire ou de l’audience. Ces décisions ne peuvent faire l’objet d’un recours devant la Chambre suprême des brevets et des marques que si elles ont influé sur la décision définitive (article 70).
3) Le recours doit être formé par écrit auprès de l’Office des brevets, dans un délai de deux mois après la communication de la décision. Il doit contenir une demande de révision motivée.
4) Le recours et ses annexes doivent être déposés en deux exemplaires. Si le recours est formé contre plusieurs parties adverses, outre l’exemplaire destiné à la Chambre suprême
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des brevets et des marques, un exemplaire du recours et de ses annexes doit être fourni à chaque partie adverse.
139. — 1) Pour toutes les affaires du ressort de l’Office des brevets concernant les recours devant la Chambre suprême des brevets et des marques, la section des nullités est compétente. Ses décisions, prises à huis clos, sont considérées comme définitives.
2) Lorsqu’un recours formé en temps voulu et contenant une demande de révision motivée est entachée d’irrégularités quant à la forme, le rapporteur juriste de la section des nullités impartit au requérant un délai pour prendre des mesures correctives. Si les irrégularités sont corrigées dans le délai imparti, le recours est considéré comme ayant été formé en temps voulu.
3) Les recours formés tardivement ou ceux qui ne contiennent pas de demande de révision motivée ou qui n’ont pas été corrigés dans le délai imparti conformément à l’alinéa 2) sont rejetés par la section des nullités.
4) Dans tous les autres cas, le rapporteur juriste communique un exemplaire du recours à la partie adverse en lui indiquant qu’elle peut déposer une réfutation du recours dans un délai de deux mois.
5) Lorsque la réfutation du recours est déposée en temps utile, ou après l’expiration du délai de deux mois sans que cette réfutation soit déposée, les pièces du dossier sont transmises par le rapporteur juriste à la Chambre suprême des brevets et des marques.
Procédure devant la Chambre suprême des brevets et des marques
140. — 1) Sauf disposition contraire ci-après, les articles 113 à 127 et 129 à 136 s’appliquent mutatis mutandis à la procédure devant la Chambre suprême des brevets et des marques.
2) La Chambre suprême des brevets et des marques ne vise pas à obtenir de nouvelles preuves.
3) Si la Chambre suprême des brevets et des marques constate que la section des nullités a violé des dispositions en matière de procédure, ce qui a empêché la prise d’une décision conformément à la loi, ou si elle estime que de nouvelles preuves sont nécessaires, elle renvoie l’affaire à la section des nullités.
141. Si le recours est entaché d’irrégularités quant à la forme qui n’ont pas été indiquées conformément à l’article 139.2), le rapporteur impartit au requérant un délai pour prendre des mesures correctives.
142. — 1) La Chambre suprême des brevets et des marques rend sa décision sans procédure préliminaire et sans audience dans les cas suivants :
1. si les irrégularités quant à la forme du recours n’ont pas été corrigées dans le délai prescrit selon l’article 141;
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2. si le requérant n’est pas habilité à former le recours;
3. si le recours aurait dû être rejeté par la section des nullités (article 139.3));
4. si le recours a été formé contre des décisions visées aux articles 113 et 139.3);
5. si le recours a été formé contre une décision concernant une requête en rétablissement (article 130.2));
6. si le recours n’a été formé que contre une décision relative au remboursement des frais (article 122);
7. si le recours est exclusivement fondé sur l’allégation selon laquelle une violation des dispositions en matière de procédure a empêché la prise d’une décision conformément à la loi ou s’il ressort du dossier que l’affaire doit être renvoyée devant la section des nullités compte tenu de la violation des dispositions en matière de procédure.
2) Si aucune décision définitive concernant un recours ne doit être rendue, une décision interne peut être prise par écrit au sein de la chambre si le président considère qu’une audience n’est pas nécessaire compte tenu de la simplicité de l’affaire. Si, toutefois, un membre de la Chambre suprême des brevets et des marques émet une opinion différente de celle du rapporteur, une audience est tenue.
143. — 1) Lorsqu’une partie renonce à l’audience, que la partie adverse n’insiste pas pour la tenue de l’audience dans le délai imparti par le rapporteur et que le président ne considère pas l’audience comme essentielle, l’affaire est traitée à huis clos.
2) Après l’appel de la cause, l’audience commence par la lecture du rapport écrit du rapporteur. Ce rapport contient un exposé des faits principaux, le contenu du recours et la réplique; toutefois, il n’exprime pas d’opinion quant à la décision à rendre.
3) Ensuite, le requérant puis la partie adverse sont entendus. En tout état de cause, la partie adverse a le droit de s’exprimer en dernier.
4) La décision n’est rendue que par les membres du comité qui ont pris part à l’audience sur laquelle est fondée la décision. S’il y a une modification de la composition du comité avant que la décision soit rendue, une nouvelle audience est tenue devant le comité reconstitué.
144. Le recours peut être retiré avant la fin de l’audience. Si le recours est retiré avant la tenue de l’audience, la partie adverse peut, si nécessaire, bénéficier d’un délai pour faire valoir le droit au remboursement de ses frais. Si aucun frais n’a été encouru, le rapporteur met fin à la procédure. Dans tous les autres cas, les décisions relatives à la clôture de la procédure et au remboursement d’éventuels frais sont rendues à huis clos.
145. — 1) La Chambre suprême des brevets et des marques rend sa décision et dresse un procès-verbal de ses motifs à la majorité absolue. Le président dirige les délibérations et le vote. Il prend part au vote comme tous les autres membres du comité. Après l’exposé des faits et l’énoncé des propositions du rapporteur et des corapporteurs éventuels, le président invite les membres votants à s’exprimer dans l’ordre dans lequel ils ont demandé la parole.
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À la fin des délibérations, il soumet les propositions au vote. Le président détermine les questions et l’ordre dans lequel elles sont soumises au vote. Un membre ne peut refuser de participer au vote, même si son opinion était minoritaire sur une question préliminaire. Tout membre votant peut changer d’avis jusqu’à la fin de la séance.
2) Le résultat du vote est consigné par le greffier dans un procès-verbal et doit être signé par le greffier et le président. Tout membre votant peut faire figurer les motifs de son vote dans le procès-verbal s’il n’a pas été tenu compte de son opinion dans la décision.
3) Le rapporteur rédige un projet du jugement à rendre en se fondant sur les décisions prises. Si son opinion est minoritaire, le président peut confier à d’autres membres du comité l’élaboration du texte ou de certaines parties du texte. Le président vérifie le texte de jugement élaboré pour s’assurer de sa conformité avec les décisions prises.
IV. ATTEINTE AU BREVET ET OBLIGATION DE FOURNIR DES INFORMATIONS
Droit d’introduire une requête en injonction
147. — 1) Toute personne dont il a été porté atteinte à l’un des droits conférés par un brevet ou qui craint une telle atteinte peut demander une injonction.
2) Les injonctions peuvent être prononcées même lorsque les conditions prévues à l’article 381 du Code des saisies ne sont pas remplies. Le tribunal peut, pour des motifs dignes de considération, retirer une injonction qu’il a prononcée si le défendeur fournit une caution suffisante.
Action en cessation
148. — 1) L’auteur de l’atteinte au brevet est tenu de faire cesser les circonstances qui constituent la violation de la loi. La partie lésée peut notamment demander que les objets qui portent atteinte au brevet soient détruits aux frais de l’auteur de l’atteinte et que les instruments, machines et autres moyens utilisés uniquement ou principalement pour la fabrication des objets portant atteinte au brevet soient rendus inutilisables, à condition qu’il ne soit pas ainsi porté atteinte aux droits réels d’un tiers.
2) Si les objets portant atteinte au brevet ou les moyens visés à l’alinéa 1) contiennent des éléments dont le maintien en état et l’utilisation par le défendeur ne portent pas atteinte au droit exclusif du plaignant, le tribunal les indique dans le jugement ordonnant leur destruction ou leur mise hors d’usage. Lors de l’exécution du jugement, ces éléments doivent être, dans toute la mesure du possible, soustraits à la destruction ou à la mise hors d’usage si le défendeur paie à l’avance les frais y relatifs. S’il s’avère, pendant l’exécution de la décision que la mise hors d’usage des moyens utilisés pour porter atteinte au brevet entraînerait des frais plus élevés que leur destruction, et si ces frais ne sont pas payés à l’avance par le défendeur, le tribunal chargé de l’exécution de la décision ordonne, après audition des parties, la destruction des moyens utilisés pour porter atteinte au brevet. S’il peut être mis fin à l’atteinte au brevet d’une autre manière, qui n’entraîne aucune destruction ou entraîne des
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destructions moindres, la partie lésée ne peut demander que des mesures de ce type. La partie lésée peut, en lieu et place de la destruction des objets portant atteinte au brevet ou de la mise hors d’usage des moyens utilisés pour porter atteinte au brevet, demander que ces objets et moyens lui soient remis par leur propriétaire moyennant un dédommagement approprié ne dépassant pas leur coût de fabrication.
3) L’exécution de la décision dans les actions en cessation doit, si nécessaire, avoir lieu en présence d’un expert chargé de déterminer les objets visés par la décision.
Publication du jugement
149. — 1) Lorsqu’il se prononce sur une requête en injonction ou en cessation, le tribunal accorde à la partie qui a obtenu gain de cause, si elle y a un intérêt légitime, le droit de faire publie le jugement aux frais de la partie adverse dans un délai fixé conformément à l’article 409.2) du Code de procédure civile. La portée et la nature de la publication sont déterminées dans le jugement.
2) Le jugement figure dans la publication. Toutefois, à la demande de la partie qui a obtenu gain de cause, le tribunal peut décider de la publication d’un texte dont la portée ou la teneur diffère de celui du jugement ou qui complète le jugement. Cette demande doit être déposée au plus tard dans un délai de quatre semaines à compter de l’entrée en vigueur du jugement. À moins que la demande ne soit déposée avant la fin de l’audience, le tribunal de première instance se prononce à cet égard après l’entrée en vigueur du jugement.
3) À la demande de la partie qui a obtenu gain de cause, le tribunal de première instance peut, s’il y a lieu, fixer le montant des frais de publication du jugement et ordonner à la partie adverse de les rembourser.
Indemnisation en espèces
150. — 1) La partie lésée par l’utilisation non autorisée d’un brevet peut demander à l’auteur de l’atteinte une indemnité appropriée.
2) En cas d’atteinte intentionnelle à un brevet, la partie lésée peut demander, en lieu et place d’une indemnité appropriée (alinéa 1)) :
a) des dommages-intérêts, y compris pour son manque à gagner; ou
b) la rétrocession des gains réalisés par l’auteur de l’atteinte grâce à l’atteinte au brevet.
3) La partie lésée a également droit à une réparation appropriée du préjudice, autre que les dommages pécuniaires (alinéa 2)), découlant de l’atteinte intentionnelle au brevet, dans la mesure où elle se justifie en l’espèce.
Reddition de comptes
151. L’auteur de l’atteinte est tenu de rendre des comptes à la partie lésée et d’en faire vérifier l’exactitude par un expert. Si le montant de cette expertise se révèle supérieur à celui
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qui résulte de la reddition des comptes, les frais d’expertise sont à la charge de l’auteur de l’atteinte.
Responsabilité de l’employeur
152. — 1) La prononciation d’une injonction (article 147) contre le propriétaire d’une entreprise peut être demandée lorsqu’une atteinte a été portée ou risque d’être portée à un brevet par une personne travaillant pour lui ou à son nom, dans le cadre des activités de l’entreprise. Il est tenu de prendre des mesures de cessation de cette atteinte (article 148) s’il est propriétaire des objets ou des moyens portant atteinte au brevet.
2) Lorsque l’atteinte au brevet faisant l’objet d’une demande d’indemnisation appropriée est commise par une personne travaillant pour une entreprise ou au nom de cette entreprise, dans le cadre des activités de l’entreprise, l’obligation de payer l’indemnité (article 150.1)) et de rendre des comptes (article 151) ne vise que le propriétaire de l’entreprise, à moins qu’il n’ait ignoré l’atteinte ou n’en ait tiré aucun avantage.
3) Lorsqu’une personne travaillant pour une entreprise ou au nom d’une entreprise porte atteinte à un brevet dans le cadre de ses activités pour cette entreprise, le propriétaire de l’entreprise, sans préjudice de la responsabilité de cette personne pour le préjudice, est responsable en vertu de l’article 150.2) et 3) s’il avait connaissance ou aurait dû avoir connaissance de l’atteinte au brevet.
Responsabilité conjointe
153. Lorsqu’une demande d’indemnisation en espèces (article 150) vise plusieurs personnes, elles sont solidairement responsables.
Prescription
154. Les dispositions de l’article 1489 du Code de procédure civile sont applicables à toutes les actions en réparation des dommages pécuniaires (article 150) et à l’action en reddition de comptes (article 151). La prescription de ces actions est également interrompue par une action en reddition de comptes ou une requête en constatation selon l’article 163.
Brevet de procédé
155. Lorsqu’un brevet porte sur un procédé de fabrication d’une substance nouvelle, toute substance de même nature est, jusqu’à preuve du contraire, présumée fabriquée selon le procédé breveté.
Questions préjudicielles
156. — 1) Sous réserve de l’alinéa 3), le tribunal peut se prononcer à titre préjudiciel sur la validité ou l’entrée en vigueur d’un brevet faisant l’objet d’une action pour atteinte.
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2) Le tribunal de première instance communique à l’Office des brevets, pour tout jugement rendu sur la validité ou l’entrée en vigueur d’un brevet, une attestation certifiant l’effet juridique du jugement, afin qu’elle soit versée au dossier. Ce jugement fait l’objet d’une mention au registre des brevets.
3) Lorsqu’un jugement dépend de la question de savoir si un brevet est nul (article 148), le tribunal suspend la procédure, à moins que la nullité ne doive manifestement être exclue. Si le défendeur n’apporte pas, dans un délai d’un mois à compter de la notification de suspension de la procédure, la preuve qu’il a introduit une requête en nullité auprès de l’Office des brevets, qu’une procédure d’annulation est déjà en instance entre les parties au litige, ou qu’il s’est joint à une telle procédure en tant que tiers intervenant, le tribunal reprend la procédure à la demande du plaignant. Dans ce cas, le tribunal se prononce sans tenir compte de la requête en nullité, à condition que toute décision de la section des nullités rendue avant la clôture de l’audience soit prise en considération.
4) Lorsque la procédure judiciaire a été suspendue en raison d’une procédure en cours devant l’Office des brevets, le tribunal, après l’entrée en vigueur de la décision sur la question préjudicielle, reprend la procédure à la demande de l’une des parties sur la base de la décision relative à la question préjudicielle.
5) Si l’Office des brevets ou la Chambre suprême des brevets et des marques a rendu une décision sur la validité ou l’entrée en vigueur d’un brevet différente de celle du tribunal saisi de l’action intentée pour atteinte au brevet, cela peut donner lieu à une nouvelle instruction (article 530.1) du Code de procédure civile. Les dispositions de l’article 532.2) du Code de procédure civile en ce qui concerne la compétence et de l’article 544.1) du Code de procédure civile en ce qui concerne la suspension de la procédure de recours s’appliquent mutatis mutandis. Le délai d’introduction de l’action (article 534.1) du Code de procédure civile) commence à courir à compter de la date d’entrée en vigueur de la décision relative à la validité ou à l’entrée en vigueur du brevet.
Conduite de la procédure préjudicielle par la section des nullités et par la Chambre suprême des brevets et des marques
157. — 1) Dès qu’une décision de suspension (article 156) est notifiée à la section des nullités, la procédure est appliquée selon les règles particulières suivantes :
1. la procédure est accélérée;
2. l’instance à laquelle la suspension est notifiée doit immédiatement confirmer à la partie ayant demandé la suspension, par une copie certifiée conforme de la notification (Halbschrift), que celle-ci a engagé une procédure devant la section des nullités, qu’elle s’est jointe en tant que tiers intervenant à une procédure en instance ou qu’elle a déposé une demande de suspension relative à une procédure en cours;
3. la réplique (article 115.2)) doit être déposée dans un délai d’un mois qui ne peut être prorogé;
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4. les preuves qui n’ont pas été présentées à l’Office des brevets et communiquées à la partie adverse au plus tard deux semaines avant l’audience ne sont recevables que si la partie adverse ne s’y oppose pas;
5. les délais prescrits pour le recours (article 138) et pour la réplique sont d’un mois et ne peuvent être prorogés.
Protection temporaire du brevet
158. — 1) Une action peut également être intentée pour atteinte au brevet s’il n’a pas encore été délivré de brevet pour l’invention exploitée illicitement, mais qu’un brevet délivré a commencé à produire ses effets juridiques conformément à l’article 101. Dans ce cas, le délai visé à l’article 156.3) ne commence pas à courir avant la date à laquelle le défendeur a reçu du plaignant une copie de la décision relative à la délivrance du brevet qui entre pleinement en vigueur. Si le brevet est délivré conformément à l’article 107, une copie des documents relatifs à la demande ouverte à la consultation par le public (article 101.3)) est envoyée en deux exemplaires en lieu et place de la copie de la décision.
2) Une injonction selon l’article 147.2) ne peut être prononcée avant l’entrée en vigueur du brevet délivré.
Atteinte intentionnelle au brevet
159. — 1) Quiconque porte atteinte à un brevet est passible d’une amende équivalant à 360 fois le taux journalier de calcul des amendes.
2) La même sanction est infligée au propriétaire ou au directeur d’une entreprise qui n’a pas empêché l’atteinte portée au brevet par une personne travaillant pour lui ou à son nom, dans le cadre des activités de l’entreprise. Si le propriétaire de l’entreprise est une personne morale, la présente disposition est applicable aux organes de l’entreprise qui n’ont pas empêché l’atteinte au brevet. L’entreprise est solidairement responsable, avec les individus coupables, des amendes infligées aux organes.
3) Une poursuite n’est intentée qu’à la demande de la partie lésée.
Actions en droit civil
160. Les actions visées à l’article 150 sont régies par les dispositions du titre XXI du Code de procédure pénale de 1975 (Federal Law Gazette n° 631), tel qu’il a été modifié. Les deux parties sont habilitées à introduire un recours contre la décision relative à l’action en indemnisation.
Caractéristiques des poursuites pénales
161. Les dispositions des articles 148, 149, 157 et 158 s’appliquent mutatis mutandis à la procédure pénale, ainsi que celles de l’article 156 à l’exception des points suivants : le délai d’un mois visé à l’article 156.3) commence à courir à compter de la date à laquelle le tribunal
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correctionnel met en demeure l’inculpé d’attester qu’il a introduit une requête en nullité auprès de l’Office des brevets, qu’une procédure de déclaration de nullité est déjà en instance entre les parties au litige, ou qu’il s’est joint à une telle procédure en tant que tiers intervenant. Si l’inculpé n’introduit pas la requête en nullité en temps voulu, le tribunal peut, s’il considère la nullité du brevet comme possible, introduire d’office la requête en nullité. Sont parties à cette procédure le tribunal qui introduit la requête, le plaignant et l’inculpé; les frais relatifs à cette procédure sont considérés comme faisant partie de la procédure pénale.
Compétence
162. — 1) Le tribunal de commerce de Vienne a compétence exclusive pour les actions et injonctions visées dans la présente loi fédérale. Le comité (première phrase de l’article 7.2), article 8.2) du règlement judiciaire) se prononce indépendamment de la valeur de la question litigieuse. Cette disposition est également applicable aux injonctions.
2) Les affaires pénales visées dans la présente loi fédérale sont de la compétence du tribunal correctionnel de la province de Vienne.
Actions en constatation
163. — 1) Quiconque fabrique industriellement, commercialise, offre à la vente ou utilise un objet, ou applique un procédé à l’échelle industrielle ou a l’intention de prendre de telles mesures, peut introduire une requête à l’encontre du titulaire d’un brevet ou du preneur d’une licence exclusive, visant à ce que l’Office des brevets constate que l’objet ou le procédé n’est pas couvert entièrement ou partiellement par le brevet.
2) Le titulaire d’un brevet ou le preneur de la licence exclusive peut introduire une requête, à l’encontre de quiconque fabrique industriellement, commercialise, offre à la vente ou utilise un objet, ou applique un procédé à l’échelle industrielle ou a l’intention de prendre de telles mesures, visant à ce que l’Office des brevets constate que l’objet ou le procédé est entièrement ou partiellement couvert par le brevet.
3) Les requêtes visées aux alinéas 1) et 2) sont rejetées si la partie adverse apporte la preuve qu’un tribunal a déjà été saisi, avant l’action en constatation, d’une action intentée pour atteinte au brevet portant sur le même objet ou le même procédé.
4) L’action en constatation ne peut se rapporter qu’à un seul brevet, y compris tous ses brevets d’addition. La requête doit être accompagnée d’une description exacte et claire de l’objet ou du procédé et, le cas échéant, de dessins en quatre exemplaires. Un exemplaire de la description et, le cas échéant des dessins, est joint à la décision définitive.
5) En rendant la décision portant sur l’étendue de la protection du brevet qui fait l’objet de l’action en constatation, l’Office des brevets doit prendre en considération le contenu des documents relatifs à la délivrance du brevet et l’état de la technique prouvé par les parties.
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6) Les frais de procédure sont à la charge du requérant si la partie adverse n’a pas été à l’origine de la requête par son comportement et a répondu par une réplique dans le délai qui lui était imparti.
7) À tous égards, les dispositions relatives à la procédure en contestation de la validité d’un brevet sont applicables à l’action en constatation.
Objets portant atteinte à des droits exemptés de la destruction et de la confiscation
164. — 1) Les objets portant atteinte à des droits (article 148.1)) fabriqués en exécution d’un contrat avec l’administration militaire, ainsi que les moyens de production prévus à cet effet ne peuvent être ni détruits conformément à l’article 148, ni confisqués conformément à l’article 26 du code pénal, si l’administration militaire apporte dans le délai imparti par le tribunal (article 29) la preuve qu’elle a déposé une demande d’expropriation.
2) Le préjudice causé par ces objets à la partie ayant subi l’expropriation doit être pris en considération dans l’indemnisation globale.
Obligation de fournir des renseignements relatifs à la protection par brevet
165. Quiconque désigne des produits d’une manière susceptible de donner l’impression qu’ils sont protégés par un brevet doit, sur demande, fournir des renseignements relatifs au brevet sur lequel est fondée la désignation.
V. TAXES
Taxe de dépôt et annuités
166. — 1) Chaque brevet et chaque brevet d’addition sont soumis au paiement, au moment du dépôt de la demande, d’une taxe de dépôt de 700 schillings.
2) Chaque brevet est en outre soumis au paiement d’annuités proportionnelles à la durée de la protection demandée.
3) Ces annuités s’élèvent à :
Schillings
pour la première année 900
plus un supplément de 350 schillings pour la sixième page et chacune des pages suivantes du mémoire descriptif et des revendications (ouverts à la consultation par le public), et de 350 schillings pour la troisième page et chacune des pages suivantes des dessins annexés.
pour la troisième année 1 000
pour la quatrième année 1 300
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pour la cinquième année 1 400
pour la sixième année 1 900
pour la septième année 2 400
pour la huitième année 3 400
pour la neuvième année 4 200
pour la dixième année 5 100
pour la onzième année 6 400
pour la douzième année 7 200
pour la treizième année 8 000
pour la quatorzième année 11 700
pour la quinzième année 14 700
pour la seizième année 16 000
pour la dix-septième année 20 000
pour la dix-huitième année 24 000
4) Les brevets d’addition qui ne sont pas déclarés indépendants (article 28) sont soumis, pour toute leur durée, au paiement d’une seule annuité de 4500 schillings plus 350 schillings pour la sixième page et chacune des pages suivantes du mémoire descriptif et des revendications ouverts à la consultation par le public et 350 schillings pour la troisième page et chacune des pages suivantes des dessins annexés.
5) Les annuités sont payables à l’avance d’année en année, à compter de la date de publication de la demande dans le Bulletin des brevets (article 101). Toutefois, si le brevet n’est délivré qu’après le commencement de la deuxième année ou d’une année postérieure à compter de la date de publication de la demande dans le Bulletin des brevets, les annuités pour ces années sont payables à compter du jour suivant la date de la notification au titulaire du brevet de l’inscription du brevet au registre.
6) La première annuité doit être acquittée dans un délai de quatre mois à compter de la date de publication de la demande dans le Bulletin des brevets (article 101), faute de quoi la demande est réputée retirée.
7) La deuxième annuité et les annuités suivantes peuvent être acquittées trois mois avant leur échéance. Elles doivent être payées au plus tard six mois après leur échéance. Lorsque le paiement est effectué après la date d’échéance, une surtaxe équivalant à 20% de l’annuité doit également être payée. Aucune surtaxe n’est payée pour les annuités dont l’échéance est déterminée par la notification de l’inscription du brevet au registre (alinéa 5)).
8) Le paiement des annuités peut être effectué par toute personne ayant un intérêt dans le brevet.
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9) La taxe de dépôt n’est pas remboursable. La moitié de la première annuité est remboursée si la demande a été retirée ou rejetée après sa publication dans le Bulletin des brevets (article 101). Les autres annuités acquittées mais non encore échues sont remboursées en cas de renonciation au brevet, ou si le brevet est révoqué ou déclaré nul.
10) Le nombre de pages du mémoire descriptif et des revendications ouverts à la consultation par le public, ainsi que le nombre de feuilles de dessins annexés conformément aux alinéas 3) et 4) sont calculés comme suit :
1. sont comptées comme une page, jusqu’à 40 lignes;
2. les dessins de formules comptent comme des lignes pleines selon la surface qu’ils occupent;
3. les pages commencées sont comptées comme des pages entières;
4. une surface de 34 x 22 cm au maximum est comptée comme une feuille.
Taxes de procédure
168. — 1) Les taxes de procédure suivantes sont dues :
Schillings
1. pour une opposition (article 102)
2. pour un recours (article 70) dans la procédure
800
non contradictoire 900
contradictoire 2 600
3. pour toute requête à examiner par la section des nullités
4. pour un recours (article 138)
5. a) pour une requête en inscription du droit d’un utilisateur antérieur (article 23.4)),
une requête en inscription d’une cession (article 33.2) et 3))
2 900
4 400
en cas de transfert entre vifs, une requête en inscription d’une licence
ou d’un transfert de licence (articles 35 à 37) ou pour toute autre inscription au
registre des brevets visée à l’article 43
b) pour une requête en inscription d’un litige au registre des brevets
c) pour une requête en prorogation du délai imparti pour le dépôt d’une réplique
à la décision préliminaire (article 99.4))
800
330
170
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d) pour une requête en suspension de la publication et de l’ouverture d’une demande
de brevet à la consultation par le public (article 101.4)), si la durée de la suspension
demandée excède trois mois, pour chaque période ultérieure de trois mois
les périodes inférieures à trois mois étant comptées
comme des périodes entières de trois mois
6. a) pour une requête en établissement d’un rapport de recherche en vertu de
l’article 57a.1) 2 200
b) pour une requête en établissement d’un rapport d’expert en vertu de l’article 57a.2)
lorsque l’état de la technique est indiqué par le déposant 2 200
c) pour une requête en établissement d’un rapport d’expert en vertu de l’article 57a.2)
lorsque l’état de la technique doit faire l’objet d’une recherche par l’Office des brevets 3 300
2) Les taxes visées aux alinéas 1)2 à 5 doivent être acquittées pour chaque demande et pour chaque brevet faisant l’objet d’un recours ou d’une requête.
3) La taxe de recours (alinéa 1)2) est remboursée si le recours est admis pour l’essentiel et si la procédure n’est pas contradictoire. La moitié des taxes visées à l’alinéa 1)3 et 4 est remboursée si la requête à examiner par la section des nullités ou le recours est rejeté ou si la procédure est close sans la tenue d’une audience. La moitié des taxes visées à l’alinéa 1)5 est remboursée si la requête est retirée avant qu’une décision soit rendue. Si, dans le cas visé à l’alinéa 1)5.d), la suspension n’a pas été accordée pour toute la durée demandée et si une taxe inférieure à celle qui a été payée est due pour la durée de suspension accordée, le montant versé en trop est remboursé. Si la requête est rejetée ou retirée avant la date de communication du rapport d’expert, 1600 schillings sont remboursés sur le montant de la taxe fixée à l’alinéa 1)6.a) et b) et 2700 schillings sont remboursés sur le montant de la taxe fixée à l’alinéa 1)6.c).
4) Des taxes spéciales sont fixées pour les publications officielles, certificats, extraits du registre. Le montant des taxes pour les documents de brevet, documents de priorité et certificats officiels peut être fixé par arrêté. Pour la fixation du montant de la taxe dans chaque cas particulier, qui ne peut dépasser 330 schillings, il doit être tenu compte du travail fourni et du matériel nécessaire. Lorsque le montant des taxes dépend du nombre de pages ou de feuilles, l’article 166.10) est applicable.
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800
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5) Les demandes de publication officielle et les requêtes auxquelles il ne peut être donné suite qu’après publication officielle en vertu de la présente loi sont rejetées si les taxes prescrites ne sont pas payées en temps utile.
Mode de paiement des taxes
169. Le mode de paiement des taxes à acquitter dans le domaine de compétence de l’Office des brevets, ainsi que le type de preuve de paiement sont établis par un arrêté qui précise en particulier le moment auquel un paiement est réputé fait en temps utile. L’arrêté doit prendre en considération, d’une part les modes de paiement autres que le paiement comptant et, d’autre part, la nécessité d’un contrôle simple et peu onéreux par l’Office des brevets.
Droit de timbre
170. Les brevets délivrés en vertu de la présente loi sont exemptés du droit de timbre. À tous autres égards, les dispositions relatives au droit de timbre et aux taxes directes demeurent applicables.
Exemption de taxes
171. — 1) Le président de l’Office des brevets accorde, sur demande, un délai pour le paiement de la taxe de dépôt et des première, deuxième et troisième annuités, ou de certaines de ces taxes, jusqu’à l’expiration du délai de paiement des deuxième, troisième ou quatrième annuités, si le déposant prouve qu’il est dépourvu de ressources ou lorsque la demande de brevet a manifestement pour objet la production ou l’économie d’énergie. Dans ce cas, la délivrance du brevet ne doit pas apparaître comme vouée à l’échec. Les taxes en question sont annulées à la fin de la troisième année de la durée de la protection. Le défaut de paiement d’une taxe de dépôt pour laquelle un délai avait été accordé entraîne l’extinction du brevet, selon la durée du délai accordé, à l’expiration de la première, de la deuxième ou de la troisième année de protection. Ces dispositions sont également applicables à la taxe de dépôt et aux annuités des brevets d’addition. La durée à prendre en considération commence à compter du jour de la publication dans le Bulletin des brevets (article 101) de la demande de brevet d’addition.
2) Le président de l’Office des brevets annule les taxes visées à l’article 168.1)1 à 4 et 5.c) et d) si le déposant prouve qu’il est dépourvu de ressources et si la requête ou le recours pour lequel la taxe serait due n’apparaît pas manifestement comme téméraire ou voué à l’échec.
3) Au moment de décider si le déposant est dépourvu de ressources, il est tenu compte de son revenu actuel ou futur, de sa fortune et des charges qui pèsent sur cette fortune, ainsi que du nombre de personnes qu’il a à sa charge.
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4) Lorsqu’un délai a été accordé pour le paiement d’une taxe visée à l’alinéa 1), le paiement des taxes visées à l’alinéa 2) que le déposant aurait dû acquitter au cours de la procédure relative à sa demande est réputé annulé.
5) Le privilège visé à l’alinéa 1) n’est pas transmis par succession à l’ayant cause du bénéficiaire. S’il existe plusieurs déposants ou plusieurs parties à un litige, le délai ne peut être accordé que si les conditions sont remplies par toutes les parties concernées.
172. Le privilège visé à l’article 171 peut également être accordé à des ressortissants étrangers qui, selon l’avis publié dans le Bulletin des brevets par le président de l’Office des brevets, accordent essentiellement les mêmes avantages aux ressortissants autrichiens. Si un État accorde ce privilège aux ressortissants autrichiens dans une moindre mesure que celle visée à l’article 171, une restriction analogue peut être ordonnée en ce qui concerne les ressortissants de cet État.
Modification du montant des taxes
172a. — 1) Si les dispositions de la présente loi fédérale en ce qui concerne le montant des taxes sont modifiées, les nouvelles dispositions sont applicables, nonobstant les alinéas 2) et 3), à tous les paiements effectués après l’entrée en vigueur de ces dispositions, ou ceux effectués avant l’entrée en vigueur de ces dispositions mais qui sont relatifs à des requêtes introduites après l’entrée en vigueur de ces dispositions.
2) Les montants de la première annuité et de l’annuité pour les brevets d’addition sont payables conformément aux décisions respectives, en vertu de l’article 101.1).
3) Les taxes pour le paiement desquelles un délai a été accordé sont payables conformément à leur montant en vigueur au moment où le délai a été accordé.
VI. DISPOSITIONS FINALES
173. Sont chargés de l’exécution de la présente loi :
1. en ce qui concerne l’article 51, le Gouvernement fédéral;
2. en ce qui concerne les articles 18, 29.4), dans la mesure où il concerne une décision relative à une demande d’indemnisation, 42, 49.4) et 147 à 156, ainsi que les articles 158 à 162, 164 et 165, le Ministre fédéral de la justice;
3. en ce qui concerne l’article 24.2), le Ministre fédéral des finances, en collaboration avec le Ministre fédéral des affaires économiques et le Ministre fédéral de la défense nationale;
4. en ce qui concerne l’article 74.2) et 3), dans la mesure où il concerne la nomination des juges, et également en ce qui concerne l’article 126, le Ministre fédéral des affaires économiques et le Ministre fédéral de la justice;
5. en ce qui concerne les articles 56 et 170, le Ministre fédéral des affaires économiques et le Ministre fédéral des finances;
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6. en ce qui concerne l’article 168.4), le Ministre fédéral des affaires économiques en collaboration avec le Ministre fédéral des finances;
7. en ce qui concerne l’article 57.2) le Ministre fédéral des affaires économiques en collaboration avec le Ministre fédéral des affaires étrangères;
8. en ce qui concerne toutes les autres dispositions de la présente loi, le Ministre fédéral des affaires économiques.
173a. Le paragraphe 2 de l’article 2, l’alinéa 1) des articles 3, 4, les paragraphes 2 à 4 de l’alinéa 1) de l’article 48, l’alinéa 3) de l’article 48, le paragraphe 2 de l’alinéa 4) de l’article 62, l’alinéa 4) de l’article 92a, les paragraphes 2 à 7 de l’alinéa 2) de l’article 102, l’alinéa 3) de l’article 102 et l’article 106, dans leur libellé valable avant l’entrée en vigueur de la loi fédérale (Federal Law Gazette n° 634/1994) continuent d’être applicables aux brevets et demandes de brevet déposés avant le 1er janvier 1994.
174. — 1) L’article 21, les alinéas 4) et 5) de l’article 60, les alinéas 3) et 4) de l’article 64, l’article 68, l’alinéa 1) de l’article 78, l’article 79, l’alinéa 1) de l’article 89, l’article 90, l’alinéa 2) de l’article 94, l’alinéa 5) de l’article 99, les alinéas 3) et 4) de l’article 166, les articles 168, 169, l’alinéa 2) de l’article 171, le titre de l’article 172a, l’article 172a, le titre de la partie VI, ainsi que l’article 173 dans leur libellé en vertu de la loi fédérale (Federal Law Gazette n° 418/1992) entrent en vigueur à compter du début du quatrième mois suivant la promulgation de la loi fédérale (Federal Law Gazette n° 418/1992).
2) L’article 167 cesse d’être en vigueur à compter de la fin du troisième mois suivant la promulgation de la loi fédérale (Federal Law Gazetten° 418/1992).
3) L’alinéa 3) de l’article 4, l’article 21, le paragraphe 2 de l’alinéa 1) de l’article 48, l’article 50, l’article 77, l’alinéa 3) de l’article 81, l’article 90, l’alinéa 1) de l’article 91a, le titre de l’article 92b, l’article 92b, les paragraphes 2 à 4 de l’alinéa 2) de l’article 102, ainsi que l’alinéa 5) de l’article 192, dans leur libellé en vertu de la loi fédérale (Federal Law Gazette n° 211/1994) entrent en vigueur à compter du 1er avril 1994.
1 Organe dépendant du Ministère fédéral des finances et chargé des questions juridiques relatives au domaine public.
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